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# Bayreuth, Reichshof Kulturbühne, Sonnenflammen - Oper von Siegfried Wagner, IOCO Kritik, 13.09.2020
- URL: https://www.ioco.de/bayreuth-reichshof-kulturbuehne-sonnenflammen-oper-von-siegfried-wagner-ioco-kritik-13-09-2020/
- Published: 2020-09-13T08:00:40.000Z
- Updated: 2023-09-06T13:04:34.000Z
- Author: Karin Hasenstein
- Tags: Konzert & Liederabend, Kritiken, Bayreuth

![Reichshof Bayreuth © Hasenstein](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2020/09/reichshof-kulturbuehne-neu.jpg)

Reichshof Bayreuth © Hasenstein

[Reichshof Kulturbühne](https://www.reichshof-bayreuth.de/?ref=ioco.de)

# ***Sonnenflammen* – Szenische Vision einer Oper von Siegfried Wagner**

## **\- Ein Tanz auf dem Vulkan -**

von **Karin Hasenstein**

**Bayreuth im August** – das heißt für die Rezensentin normalerweise **Richard-Wagner-Festspiele.** So sollte es auch 2020 sein, jedoch machte ein kleines Virus diese Pläne jäh zunichte.

Nach Oberfranken sollte es trotzdem gehen, denn eine Saison ohne Bayreuth ist zwar möglich, aber irgendwie sinnlos. Die Stadt hat ja auch neben **Richard Wagner** und den Festspielen einiges mehr zu bieten. Dafür sollte nun endlich einmal genug Zeit sein. Umso größer die Freude, als durch einen Mitwirkenden, Steven Scheschareg, die Aufführung von **Siegfried Wagners** Oper **Sonnenflammen** angekündigt wurde. Also doch, auch 2020 **Wagner live** in Bayreuth!

Im Gegensatz zum Vater **Richard Wagner** hatte sich die Rezensentin mit dem Oeuvre des Sohnes **Siegfried** noch nicht näher auseinandergesetzt. Warum also nicht jetzt? Der Vorstellungstermin passte perfekt in den geplanten Aufenthalt und so wurde kurzerhand ein Besuch für **IOCO** daraus.

Am 15.08.2020 war es also soweit. Eine herkömmliche Einführung konnte Corona bedingt ebenfalls nicht stattfinden. Die Internationale **Siegfried-Wagner-Gesellschaft e.V. Bayreuth** hat jedoch eine umfangreiche und sehr detaillierte Ausstellung erarbeitet, die in der Stadtbibliothek Bayreuth gezeigt wird. Hiermit können sich die Besucher schon einen sehr guten ersten Überblick über das Werk und seine Entstehung verschaffen. Weitere Informationen sind dem ansprechend gestalteten großformatigen Programmheft zu entnehmen. Da die Werke des **Wagner-**Sohnes **Siegfried** doch eher selten auf deutschen Bühnen zu erleben sind, muss zunächst etwas zum Inhalt gesagt werden.

## **Handlung/ Synopse**

Die Handlung der Oper **Sonnenflammen** spielt in Byzanz zu Beginn des 13\. Jahrhunderts. Erzählt wird die Geschichte des **Ritter Fridolin.** Die Handlung beginnt am Hofe des **Kaisers von Byzanz.** Der Text entstammt dem ***„Siegfried Wagner Opernführer, Internationale Siegfried-Wagner-Gesellschaft, Bayreuth***“.

![Kulturbühne Reichshof Bayreuth / Sonnenflammen von Siegfried Wagner © Martin Modes](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2020/09/2020-08-15-iswg-sonnenflammen-1-foto-martin-modes-neu.jpg)

Kulturbühne Reichshof Bayreuth / Sonnenflammen von Siegfried Wagner © Martin Modes

## **Erster Akt**

1\. Die byzantinische Hofgesellschaft amüsiert sich über die Armut des Volkes. Die Hungrigen raufen sich um Almosen. **Kaiser Alexios** entreisst einem lahmen Bettler die Krücken. Der Bettler flucht den Frevlern und selbst **Fridolin,** der ihm aufhelfen will, da der Ritter als Gast des Hofes zu den Herrschenden gehört. **Fridolins** Liebe zu Iris bleibt unerfüllt. Iris stört es, dass der Ritter sein Kreuzzuggelübde nicht einhält; ihre Liebe kann nur Bewunderung für einen Mann sein; wäre Fridolin fort, so würde sie ihn lieben. 2\. Der Hofnarr **Gomella** hat beim Diebstahl versehentlich eine Vase mit Rosenöl zerbrochen. Der Duft verrät den Dieb, der sich vo**r Alexios j**edoch geschickt zu verteidigen weiß. Wenn der Narr ihm seine Tochter Iris gefügig macht, will der Kaiser auf die Bestrafung Gomellas verzichten. **Gomella** sucht nach einem Ausweg. Er schreibt einen Brief an die **Kaiserin**, den Iris ihr übergeben soll. So erfährt die Kaiserin vom Vorhaben ihres Gatten. 3\. Ein Kreuzritterheer aus Franken macht am Hofe Station. **Gottfried,** einer der Ritter, versucht **Fridolin** den Kreuzzug als »*Raufen-Taufen-Saufen«* schmackhaft zu machen. 4\. **Gomella** ist skeptisch; er befürchtet, Brandstiftung sei die eigentliche Absicht des Besuchs der Kreuzritter. Anstelle von Iris will er dem Kaiser die Dirne Eunoe unterschieben. 5\. **Eunoe** wird für das Rendezvous verlarvt und im Park versteckt, um im entscheidenden Moment **Iris'** Rolle einzunehmen. Eustachia, die alte Dienerin der **Kaiserin Irene,** beobachtet verborgen das Geschehen. 6. **Alexios** wünscht sich von **Iris** einen Erben, da der Thronfolger ein krankes, degeneriertes Kind ist. Er schenkt Iris eine Halskette, die Iris **Eunoe** zunächst verweigert, als die Sklavin im Dunkeln ihre Stelle einnimmt. Die Leidenschaft des **Kaisers** hat in Iris ungeahnte Empfindungen geweckt, und einen Moment lang ist sie bereit, sich selbst Alexios hinzugeben. Im Abgehen fühlt sie sich beobachtet und glaubt, im Gebüsch **Fridolins** Augen zu entdecken.

## **Zweiter Akt**

1\. **Eustachia** berichtet der **Kaiserin,** was sie gesehen und belauscht hat. Irene befallen in ihrer unerwiderten Liebe zum Kaiser Selbstmord-Gedanken. Entgegen klerikaler Doktrin glaubt auch **Eustachia** an das Recht des Individuums, über sein Leben frei entscheiden zu dürfen. 2\. **Iris** sucht Schutz bei der **Kaiserin: Alexios** hat offensichtlich mit **Eunoe** ein neues Treffen vereinbart, und Iris flieht nun gleichermaßen vor dem Kaiser wie vor **Fridolins** wilder Eifersucht. Sie gesteht der **Kaiserin** ihre Liebe zu dem Traumbild eines die Dekadenz vernichtenden Draufgängers – de**r Fridolin** leider nicht ist. 3\. **Fridolin** will Iris zur Rede stellen. Die **Kaiserin** fordert ihn auf, ihr und Iris beim Sticken zu helfen. 4\. Auch der hinzukommende **Kaiser** hilft beim Aufwickeln der Fäden, um so mit Iris sprechen zu können. Er verlangt, sie solle beim Fest die ihr geschenkte Halskette tragen. 5\. Iris verweigert **Fridolin** die Antwort auf seine Fragen nach **Alexios.**6\. Beim Festakt lässt **Alexios** Iris auf der linken Seite seines Thrones Platz nehmen. Mit Hohn empfängt er den venezianischen Gesandten, und die Hofgesellschaft stimmt in den Spott mit ein. Als der Gesandte mit Krieg droht, ernennt **Alexios Fridolin** gegen dessen Willen zum Feldherrn. Der Bruder des Kaisers plant ein Attentat auf Alexios, das während eines Tanzspieles (*»Die Rache von Artemis an *Iphis«**) ausgeführt werden soll**. Gomella,** zwar bestochen, um zu schweigen, hat den **Kaiser** über den Putsch-Versuch informiert. So misslingt das Attentat, über dessen vermeintliches Gelingen sich **Fridolin** zu früh offen freut. Der Konspirateur soll mit den Attentätern hingerichtet werden, doch die **Kaiserin** lässt ihm den Tipp geben, sich wahnsinnig zu stellen**. Alexios** durchschaut **Fridolins** Wahnsinn, aber er geht darauf ein, ihn als zweiten Hofnarren zu akzeptieren. Zum Zeichen seiner neuen Stellung wird **Fridolin** das Haupt geschoren.

![Kulturbühne Reichshof Bayreuth / Sonnenflammen von Siegfried Wagner © Martin Modes](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2020/09/2020-08-16-bt-iswg-sonnenflammen-2-597neu.jpg)

Kulturbühne Reichshof Bayreuth / Sonnenflammen von Siegfried Wagner © Martin Modes

## **Dritter Akt**

1\. Die Narren **Gomella** und **Fridolin** müssen gemeinsam **Alexios** schmeicheln und ihn belustigen. 2\. **Eustachia** meldet **Alexios,** dass sich die **Kaiserin** mitsamt dem Kind ertränkt hat. Der Kaiser befiehlt, diese Nachricht bis zum Ende der Festlichkeiten geheim zu halten und ein Unwohlsein der Herrscherin vorzutäuschen. 3\. Ein Wahrsager kündet den Weltuntergang an. **Fridolin** lässt sich aus der Hand lesen, er werde sich noch vor dem Ende selbst umbringen. Albrecht, **Fridolins** Vater, ist dem Sohn nachgereist, um ihn heimzuholen: **Fridolins Frau** hat dem untreuen Ritter verziehen. **Fridolin** gesteht, dass er den Kreuzzug noch gar nicht angetreten, sein Gelübde gebrochen hat. **Gomella** reißt ihm den Turban vom Kopf, mit dem **Fridolin** sein geschorenes Haupt vor dem Vater verbergen wollte, und verrät **Albrecht** die Zusammenhänge. Der Vater verflucht **Fridolin.**4\. Das Treffen mit dem Vater hat in **Fridolin** die Erinnerung an die Heimat geweckt. Er will nicht länger ehrlos im Dienst des Hofes stehen: der Tod scheint ihm der einzige Ausweg. 5\. Auf der Terrasse des Schlosses werden im Zuge des Festes Puppen des französischen Königs, des deutschen Kaisers, des Papstes und des venezianischen Dogen **Dandolo** verbrannt. **Die tote Kaiserin** erscheint **Alexios** und weckt in ihm die Ahnung, dass sich ihm nicht Iris, sondern Eunoe hingegeben habe. Fridolin ersticht sich auf dem Höhepunkt des Festes. Ein Bote meldet Brandstiftung und den Angriff der Kreuzritter**. Alexios** zieht den Feinden entgegen. Alles sucht entsetzt zu fliehen, und auch **Gomella** kann entkommen. **Iris** legt dem sterbenden **Fridolin** eine seiner abgeschnittenen Locken aufs Haupt. Dem Sterbenden gesteht sie ihre Liebe. Die ohnmächtige Iris wird aus den Flammen gerettet; **Fridolins** Leiche liegt verlassen in den Trümmern des untergehenden Kaiserreiches.

*Beim ersten Lesen die Handlung nicht verstanden? Macht nichts! Vieles erschließt sich im Verlauf der Oper; manches auch nicht.*

Die beiden Vorstellungen von **Sonnenflammen** fanden in Bayreuth am **15\. und 16\. August 2020** leider nicht wie geplant im Weltkulturerbe **Markgräfliches Opernhaus** statt, sondern, bedingt durch die Corona-Auflagen, im **Reichshof Kulturbühne,** einem ehemaligen Konzert- und Lichtspielhaus.[ **https://www.reichshof-bayreuth.de/**](https://www.reichshof-bayreuth.de/?ref=ioco.de)

Dabei haben die Veranstalter sehr charmant für die Einhaltung der Auflagen gesorgt. So waren z.B. die freien Reihen mit aufgespannten Regenschirmchen blockiert, die freizuhaltenden Sitze mit gelben Schleifen zugebunden. Die obligatorischen Mund-Nasen-Schutze durften am Platz abgenommen werden und Zuschauer und Mitwirkende durften einander nicht begegnen. So hätten in dem großzügigen Zuschauerraum 100 Besucher Platz; die waren es am Abend des 15\. August jedoch nicht einmal. Die Auslastung lag vielleicht bei 60 bis 70 %, was angesichts der moderaten Preise und des geringen Angebotes an Live-Opern-Aufführungen mehr als schade ist, zumal bei einem so selten gespielten Bühnenwerk. Auf der linken Saalseite war eine große Projektionsfläche für die deutschen und englischen Übertitel angebracht, die leider auch nur von Besuchern auf der linken Seite gelesen werden konnten, ohne eine Genickstarre zu riskieren. Hier wäre eine Lösung in der Saalmitte bzw. über der Bühne erquicklicher gewesen.

Die Bühne selbst bot ausreichend Spielfläche für die 13 Solisten. Über Traversen war ein Beleuchtungssystem angebracht worden, das die Szene gut ausgeleuchtet hat. Ein leistungsstarkes Soundsystem verbreitete den Klang des (ebenfalls Corona bedingten) Digitalen Orchesters gut im Raum. Dadurch, dass der Dirigent Ulrich Leykam dieses digitale Orchester vor einer virtuellen Partitur dirigierte, funktionierte dieser Aspekt der Vorstellung erstaunlich gut. Die Klangqualität war gut und sauber, so dass das Digitale Orchester eine akzeptable Lösung in Coronazeiten darstellt. Natürlich kann es niemals an ein live spielendes Orchester aus „echten“ Musikern herankommen, geschweige denn eine Live-Atmosphäre vermitteln. Es bildete jedoch eine sehr gute Klanggrundlage für die Solistinnen und Solisten.

![Kulturbühne Reichshof Bayreuth / Sonnenflammen von Siegfried Wagner © Martin Modes](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2020/09/2020-08-16-bt-iswg-sonnenflammen-2-816neu.jpg)

Kulturbühne Reichshof Bayreuth / Sonnenflammen von Siegfried Wagner © Martin Modes

***Welche Musik hat also der Siegfried Wagner da geschrieben?***Die **Sonnenflammen** (**Siegfried Wagners** achte Oper) sind 1912 entstanden und 1918 in Darmstadt uraufgeführt worden. Die Oper erzählt die Geschichte eines gestrandeten Deserteurs im untergehenden Kaiserreich Byzanz. Der Stoff spiegelt die Stimmung in Deutschland zur Entstehungszeit als Tanz auf dem Vulkan wider. Hierbei sind Parallelen zur Gegenwart durchaus beabsichtigt. Irisierende Klangflächen, rhythmisch packende und anspruchsvolle Ensembles und Kantilenen voller Leidenschaft sind kennzeichnend für die Tonsprache **Siegfried Wagners.**

Es steht außer Zweifel, dass das handwerklich sehr gute Arbeit ist, dass **Siegfried Wagner** ein fähiger Komponist war. Aber obwohl er zahlenmäßig mit 17 Bühnenwerken den Vater überholt hat, erreicht er ihn kompositorisch in seinem Genie nicht. Vieles erinnert dennoch an den berühmten Vater, z.B. die Art, wie Siegfried seine Ensembles anlegt. Da ist ein bisschen Meistersinger zu hören, ein bisschen **Tannhäuser,** aber auch vom Stil her ein bisschen Mozart, dann wilde Anklänge an **Strauss, Schreker** oder **Zemlinsky**. Es ist eine ganz und gar spannungsreiche, harmonische, melodische Musik, ausgesprochen lautmalerisch und bebildernd. Manchmal denkt man, dass er für die Entstehungszeit fast etwas konservativ, gar rückschrittig gearbeitet hat. Ihm fehlte es ein bisschen an Mut oder Experimentierfreude, vieles bleibt im Ansatz stecken, wird nicht konsequent weiterentwickelt. Dennoch erfreut die Musik über große Strecken, ist schwelgerisch, üppig und hochromantisch, ein typisches Produkt des *fin-de-siècle.*Die Orchestrierung ist wieder stark romantisch geprägt.

Eine große Streicherbesetzung bildet die Basis, dazu viel tiefes Blech. Das nachromantische Orchester entfaltet dabei eine impressionistische Klangfarbenpalette. Die Musik ist nie sinfonisch, sondern immer szenisch konzipiert. Dennoch gibt es, wie bei **Richard Wagner,** keine Nummern, sondern eine Art endlose Melodie. Die Oper läuft zweieinhalb Stunden (hier ohne Pause) von der Ouvertüre bis zur letzten Szene durch. Es gibt auch eine Reihe von Leitmotiven, die den handelnden Figuren zugeordnet werden können und bereits in der etwa 10-minütigen Ouvertüre vorgestellt werden, der Schwerpunkt liegt jedoch in der musikalischen Beschwörung der byzantinischen Welt, der die raue Tonsprache des Ritters Fridolin entgegenstellt wird.

Das Bühnenbild (**Robert Pflanz**) ist sehr reduziert. Das einzige Element auf der Bühne sind portable Säulen aus farbigen Poolnudeln, die mal seitlich stehend platziert sind und den Palast andeuten, in anderen Szenen von den Darstellern umgestellt oder hingelegt werden. Diese Aktionen sind nicht immer ganz nachvollziehbar, können aber auch als eine Art Choreographie verstanden werden. Den vorgesehenen Ballettpart übernehmen jeweils sechs der Sängerinnen und Sänger. Wichtiger als die „Möblierung“ der Bühne ist hier ohnehin die Videoprojektion (ebenfalls Robert Pflanz).

Zu Beginn sehen wir eine Stummfilm-Projektion mit Szenen aus den eingeblendeten Jahren 1048 – 1423 – 1920\. Das Jahr 1048 fällt in die Amtszeit von **Kaiser Konstantin IX** (1042 bis 1055), 1423 besetzte **Murad II** das venezianisch dominierte Tessaloniki und (1918 bis) 1920 wurde Konstantinopel (oder Istanbul) von den militärischen Truppen des Vereinigten Königreiches von Großbritannien und Irland, der Französischen Republik und des Königreichs Italien besetzt. In Darmstadt wurde 1920 **Siegfried Wagners** Oper Sonnenflammen uraufgeführt.

Zur Ouvertüre wird ein Wald auf die Leinwand projiziert. Das passt zum Streicherteppich und zum tiefen Blech. Wir sind in Byzanz, das Video zeigt ein Paar, einen Ring, offenbar wird gerade ein Antrag gemacht. Die Musik steigert sich, das Tempo zieht an, die Stimmung wird dramatischer. Es sind der Ritter **Fridolin** und **Iris** (auf der Leinwand wird ein Auge, eine Iris, dargestellt.) Die Dramatik der Situation wird mit dem *„Tanz auf dem Vulkan“* angedeutet. Allmählich wird die Musik wieder ruhiger. Die tiefen Bläser werden durch eine Flöte und sanftere Streicherlinien abgelöst. Wir sehen auf der Leinwand eine Seeschlacht mit vielen Toten, anscheinend eine Vision des Kaisers. Dementsprechend ändert sich die Stimmung der Musik, sie wird düsterer, bedrohlicher. Es schließen sich Naturbilder an und die Musik wird ruhiger. Über allem erscheint das dreifache Bild der Geliebten.

*Die nächste Szene ist mit „Byzanz“ übertitelt.*Ein Bettler erscheint auf der Szene (großartig mit viel Spielfreude dargestellt von Steven Scheschareg). Ein Bild von Byzanz überlagert das Porträt von Iris. Es entspinnt sich ein Dialog zwischen **Iris** und **Fridolin** über den **Kaiser,** er nennt sie *„Ehefrau des Mörders“.* Der Hofnarr ***Gomella*** kommt hinzu. Aufgrund des tragischen Todes des ursprünglich vorgesehenen Darstellers teilten sich **Dirk Mestmacher** (Spiel) und **William Wallace** (Gesang) die Rolle des ***Gomella.*** Dieses gelang beiden so gut, dass das Publikum dadurch keinen Nachteil erlitten hat. **Mestmacher** bewegte komplett textsynchron die Lippen, sein engagiertes Spiel auf der Bühne und **Wallace'** ausdruckstarker Gesang (mit minimalem Akzent) von der Seite vereinten sich so zu einem runden Ganzen. Der **Narr** hat eine Flasche Rosenöl gestohlen, was der **Kaiser** kommentiert: „*Zu mir aus Liebe wird er zum Diebe*“. Da sind sie wieder, die wagnerschen Libretti. Die Musik zur Rede des Kaisers ist schwelgerisch, pompös, eben kaiserlich, mit viel Schlagwerk unterlegt.

Die nächste Projektion zeigt den „*Sensenmann“* zum Text *„Geripp“.*Die Projektion wechselt wieder zum Schriftzug „Byzanz“, kombiniert mit einem Atommodell-Symbol. Das Atommodell ist die Idee vom Aufbau und der Form der Atome. Bereits im Altertum gab es die Atomhypothese, nach welcher die Atome als die unteilbaren und unveränderlichen Grundbausteine aller materiellen Stoffe angesehen wurden. Dazu singt der **Kaiser** die Worte „*Saugt euch nur Wonne aus dieser Sonne“.*Weiter geht es mit dem Bild einer Friedenstaube vor dem Hintergrund Byzanz. Zum kurzen Zwischenspiel erscheinen drei Frauen und die Kaiserin auf der Bühne. Die **Kaiserin** liest einen Brief und die ganze Szene sowie die Musik erinnern ein wenig an **Richard Strauss.**

![Sonnenflammen zur Uraufführung 1920 © Hasenstein](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2020/09/sonnenflammen-zur-urauffuehrung-1920.jpg)

Sonnenflammen zur Uraufführung 1920 © Hasenstein

Der wegen der Corona-Auflagen auf sechs Damen und sechs Herren reduzierte Chor tritt auf, zum Teil noch hinter dem Vorhang verborgen. Dieser Auftritt hat etwas vom Griechischen Chor. Der Chor war in der griechischen Antike zunächst die Bezeichnung für einen umgrenzten Tanzplatz. Später war es das Wort für den Rundtanz selbst, vor allem den mit Gesang verbundenen und bei festlichen Anlässen zu Ehren einer Gottheit aufgeführten Reigen. Später ging dann die Bezeichnung auf die Gruppe der Tanzenden und Singenden über, die im Drama als Begleiter der Handlung mitwirken. Der Griechische Chor hat mithin immer kommentierende Wirkung.

Eine neue Projektion in Form eines Kreuzfahrtschiffes erscheint. Hier liegt die Analogie des Kreuzzuges zur Kreuzfahrt nahe. **Fridolin** soll ja mit den Kreuzfahrern ziehen. Sechs Soldaten (Herrenchor) verdeutlichen ***Fridolin,*** was er da tun soll: „*Raufen, Taufen, Saufen!“*Eunoe** erscheint mit einer Larve, hier fast unvermeidbar mit einer Mund-Nasen-Bedeckung. „Der Tod“ wird hier als Coronavirus-Projektion dargestellt. Hoffentlich kommt’s nicht so schlimm… Der ***Kaiser* (Uli Bützer** mit warmem, schön timbrierten Bariton) beklagt, dass seine Frau ihm keinen gesunden Erben schenken kann. Er liebt **Iris.** Diese ist entschlossen, ihren Vater zu retten. Die Larve soll ihr Gesicht verhüllen und er soll sie nicht lüften. So soll die List nicht auffallen, dass in Wahrheit **Eunoe** als ***Iris*** zum **Kaiser** geht. Was in den Gemächern des Kaisers geschieht, wird durch Kopulationsbilder angedeutet. Damit sind wir nach ca. 65 Minuten am Ende des Ersten Teils angekommen.

*Den Zweiten Teil eröffnet die Figur des Winzers, der seine Reben anpreist.* **Alexander Geiger** erfreut mit seinem lyrischen schlank geführten Tenor. Gerne hätte man noch mehr von ihm gehört. Die Stimme ist hell timbriert und doch kraftvoll über dem Orchester. Die **Kaiserin** beklagt ihr Schicksal, das Kind robbt auf die Bühne (Kinderdarsteller, leider nicht namentlich genannt). Der Klagegesang der **Kaiserin** ist reich instrumentiert, mit großem romantischen Orchester. Auch hier wird wieder deutlich, wie gekonnt Siegfried Wagner die Instrumentengruppen einsetzt, was für ein fähiger Komponist er war und wie er mit Stimmungen spielen konnte. Die nächste Projektion lässt erahnen, dass es zu einer dramatischen Wendung kommen wird, wir sehen wieder Byzanz, das Kind der Kaiserin und Blut… Dier Schaffnerin Eustachia (eindrucksvoll mit großer dramatischer Stimme: Maarja Purga) erscheint und berichtet, die Kaiserin habe sich mit ihrem Kind ertränkt. Iris klagt daraufhin den Kaiser an. Der fragt sie, ob sie Fridolin liebt, ihre Antwort fällt nicht klar aus, „Ja!“ und „Nein!“. Die **Kaiserin** strickt, ***Iris*** wickelt ihr Knäuel ab. ***Fridolin*** verlangt *„Iris, steh mir Rede!“*Es folgt ein Terzett im Dreiertakt zwischen der **Kaiserin, Iris** und **Fridolin.** Dieser hilft **Iris,** die Wolle zu wickeln. Auf der Leinwand erscheint die Projektion eines Spinnentiers. Jetzt wickelt auch der Kaiser mit am Knäuel. Es entwickeln sich auch musikalisch Parallelen zwischen **Fridolin,** der **Kaiserin,** dem **Kaiser** und **Iris.** Dieses musikalische Ensemble steht denen des **Richard Wagner** in nichts nach, Erinnerungen an das Quintett in der Schusterstube der Meistersinger oder an den **Tannhäuser** werden wach. Da wird klar, wo **Siegfried Wagner** gelernt hat.

***Fridolin*** stellt Iris drei Fragen, aber sie antwortet nicht. An dieser Stelle denkt man, **Giorgio Valenta** könnte auch einen guten **Siegfried** abgeben. Seine dynamische Stimme hat etwas strahlend Heldentenorales. Fridolin schaut durch eine Videobrille, als könne er dort die Antworten auf seine Fragen finden. Nun erscheint wieder der Hofnarr Gomella und beklagt die zerbrochene Flasche, *„Verflixtes Rosenöl!*“. Die Konstellation Hofnarr – Tochter erinnert etwas an ***Rigoletto.***Der Gesandte Venedigs tritt auf und das „Ensemble Dandolo“ erklingt, leider nicht immer ganz zusammen. **Fridolin** erhält ein Schwert, der **Kaiser** fragt „*Wo bleibt der Tanz?*“ und das hier eigentlich vorgesehene Ballett wird durch die Sänger mit einer kleinen Choreografie angedeutet. Die Tänzerinnen tragen Kostüme im Leopardenmuster, was dem Ganzen eine leicht absurde Note verleiht. **Eunoe** und **Fridolin** werden gefesselt. Ein Joker wird auf die Leinwand projiziert. Es läuft einfach nicht gut für **Fridolin:** *„Oder singen Te Deum die Schwarzbeschwanzten? Sterben soll ich? Wonne am Leben, am Leben, am Licht!“*Auf die Frage „*Schere oder Schwert?“* lautet seine Antwort *„Ich wähle Schere!*“, worauf ein Tanz der Scheren folgt. Schließlich schneiden diese **Fridolin** seine langen Locken ab. Fridolin ist nun der neue Narr, erniedrigt mit blutig kahlgeschorenem Kopf. Der **Kaiser** fragt ihn „*Mein neues Närrchen, wie fühlst du dich?“* Der Narr antwortet *„Leben, nur leben, denn tot kann man lang genug sein!“*Der Winzer singt von der Seite kommentierend *„Fern von ihr. Ach weh!“*Damit endet der Zweite TAkt.

**Zum Zwischenspiel erfolgt der Umbau auf offener Bühne.**

**Dritter Teil**

Auf der Leinwand erscheint wieder eine Scherenprojektion sowie eine Guillotine, dazu ein Joker, der Narr. Als Kontrast dazu erstrahlt die Sonne über Byzanz.

**Narr, Kaiser und Fridolin** treten auf. Der **Narr** singt *„List, Lust und Laster-lüsternes lockendes Leuchten“* – ja, da ist er wieder, die Wagner’sche Alliteration. Diese Textzeile könnte so auch im Rheingold stehen. Im Video sehen wir kämpfende Widder, sie stehen wohl für den Narr und den „neuen“ **Narr, Fridolin.** Der **Kaise**r liest einen Brief. Die Schaffnerin bringt die Nachricht, dass sich die **Kaiserin** mit dem Kind ertränkt hat. Die Schaffnerin singt weiter: „*Wie lange vergönnst du Strenger denn uns, das süße Sonnenlicht noch zu sehen?“*Der Wahrsager prognostiziert daraufhin den bevorstehenden Weltuntergang. (Sehr ausdruckstark mit guter Bühnenpräsenz und schön timbrierter Stimme: **Steven Scheschareg**). Eine Projektion zeigt das Kreuzfahrtschiff ***AIDA***. **Fridolin** mit Turban und Albrecht, sein Vater, singen *„Leicht segelnd glitt unser Schiff…*“ und das Bild wechselt zu einem Atomkraftwerk mit dem Aufkleber „*Atomkraft Ja bitte!“* Scheschareg deklamiert mit warmem wohlklingenden Baritontimbre, untermalt von Bläser-Triolen, die auch wieder von Richard Wagner stammen könnten, „Gepriesen sei die Sonne“. Auf die Frage nach der Kreuzfahrt, „die du gelobtest“ antwortet er „Ich brach das Gelübde. Ich war nicht dort. Ich säumte hier.“ Daraufhin reißt ihm der Narr den Turban herunter. Hier offenbart sich nun ein Vater-Sohn-Konflikt (Richard – Siegfried?) und zu einer erneuten Scheren-Projektion erklingt „Locken lockernde Schere“ und **Albrecht** verkündet *„So nimm deines Vaters Fluch!*“ Die Scheren verschwinden, dafür sehen wir Flammen über einem Scheiterhaufen. Der Vater legt ihm nahe *„Drein stürze dich und rette deine Ehre. Sonst Weh dir! Weh!“*

Im Angesicht einer neuen Byzanz-Projektion beklagt der Narr erneut *„Verdammtes Rosenöl, an allem bist du Schuld.“* Er beteuert gegenüber **Fridolin: „Iris* liebt dich, nur dich!“* Es erscheinen Naturbilder, ein Wald. *„Heimat entrückte, seh ich dich wieder!"* Heimat, süße Klänge, Wehmut weichende Klänge. Weckt ihr die Reue tief aus der Brust? Mit einer Virtual-Reality-Brille hat er eine Vision seiner Heimat. Bambi, Kühe, Wald. Fast schon zynisch muten diese an angesichts des Elends, das **Fridolin** durchlebt. „*Oh Bilder zarten Entzückens…“* seine Visionen entschwinden.

Endgültig absurd wird es, als der **Bärenmarke*\-*Bär erscheint und Iris als Pop-Art-Ikone im Stile Andy Warhols eingeblendet wird. Diese wird wiederum von Bildern des Vaters überblendet. Zu *„Eitles Sonnenstreben“* wird wieder das Atommodell eingeblendet.

Mitglieder des Chores tanzen um **Fridolin.** Auf der Bühne steht eine große Kiste, im Hintergrund erblüht ein Atompilz, dazu riesige Sonneneruptionen. Sechs Tänzer bewegen sich dazu in grotesken Kostümen zu einer wilden Choreographie. Die begleitende Projektion zeigt eine Art Tanz auf dem Vulkan, ein wildes Weltuntergangs-Szenario. Nicht mit letzter Sicherheit ist zu sagen, ob auch Szenen einer Bücherverbrennung gezeigt werden. Der Chor singt „*Auf, ins Feuer, ihn auch wälzt!“„Das Autodafé, mein Papst, tu weh.“*König, Kaiser** und **Duce** brennen im Feuer. De**r Kaiser** fragt „*Wer entsteigt der Flut?“*Die Kaiserin antwortet *„Kennst du mich nicht? Tanz doch, oder bist du krank?“ Sie klagt ihn an „Eunoe hast du beglückt. Kennst du nicht dein Weib?“*Zu den Worten *„Heil, Fridolin, Heil!“* werden weitere Weltuntergangsszenen gezeigt. *„Zeit! Wie wollt ihr sie nutzen? Jubelnd und tanzend!“„Und wie haltet ihr’s mit Gott?“„Seht her, wie ein Franke sie ehrt!“* Zu diesen Worten tötet er sich selbst.

Ein Tagesschausprecher wird eingeblendet. De**r Narr** flieht. **Fridolin** sing „*Gottfried, Du? Geh hin, grüß den Vater! Heil im Tode!“* Alles geht in Flammen auf, erneute Explosionen und Atompilze künden von der Apokalypse.   **Iris** beteuert dennoch „*Treu ohne Wanken“* (eine Anspielung an Senta?), Fridolin fleht sie an „Rette dich, entflieh dem Feuer!“

Doch es ist zu spät. *„Die Sonne, ihre Flammen, sie haben mich versengt! Vater! Vater! Verzeih deinem Sohn. Rettet Iris! Du erstickst! Weh, weh…“*

***Die letzten Eindrücke: Byzanz, das Atom, das Weltall… ..Ende.***

Die **Sonnenflammen** sind für die Rezensentin durchaus eine Entdeckung, auf jeden Fall in musikalischer Hinsicht. Die zweieinhalb Stunden Aufführungsdauer werden zu keiner Zeit lang. Die Musik ist angenehm, gefällig, sehr lautmalerisch, erzählend, die Komposition ist handwerklich gut gemacht, die Orchestrierung nachromantisch schwelgerisch. Die Geschichte hingegen ist schon sehr gewöhnungsbedürftig und schwer in einen anderen Kontext zu übersetzen. Dennoch lassen sich Parallelen zu untergehenden Kulturen oder Reichen ziehen, wie hier ja immer wieder in Form der Video-Einspielungen geschehen. Die Sänger zeigen an diesem Abend durchgängig gute bis sehr gute und überzeugende Leistungen.

Es ist dieser Oper zu wünschen, dass sich auch andere Bühnen ihrer annehmen und sie etwas aus ihrem Schattendasein befreien. Hierfür gilt dem Regieteam um Peter P. Pachl und dem ppp Musiktheater sowie der **Siegfried-Wagner-Gesellschaft** der ausdrückliche Dank der Rezensentin.

## **Sonnenflammen - Oper von Siegfried Wagner**

**aufgeführt am 15.8.2020 in Bayreuth, Reichshof Kulturbühne**

Musikalische Leitung (digitales Orchester) **Ulrich Leykam**Inszenierung **Peter P. Pachl**Bühnenbild, Videos **Robert Pflanz**Kostüm Design **Christian Bruns**Licht Design **Günther Neumann**Dramaturgie, Organisation **Achim Bahr**

Kaiser Alexios - **Uli Bützer**  
Kaiserin Irene -   **Rebecca Broberg**  
Fridolin, ein fränkischer Ritter - **Giorgio Valenta**  
Albrecht, dessen Vater - **Steven Scheschareg**  
Gomella - **Dirk Mestmacher** (Spiel) - **William Wallace (**Gesang)  
Iris, dessen Tochter -   **Julia Reznik**  
Eustachia, Schaffnerin - **Maarja Purga**

Ritter Gottfried - **Robert Fendl**  
Ein Bettler, Ein Wahrsager - **Steven Scheschareg**  
Der Gesandte Venedigs - **Robert Fendl**  
Eunoe- **Xenia Galanova**  
Ein Bote - **Reuben Scott**  
Ein Winzer -   **Alexander Geiger**  
Erste Tanz-Deuterin / Artemis - **Rafaela Fernandes**  
Zweite Tanz-Deuterin / Phila - **Xenia Galanova**  
Dritte Tanz-Deuterin / Iphis -   **Angelika Muchitsch**  
Hofdame, Mänade - **Anna Ihring**

Erster Verschwörer/ Apollon-Priester 1 Reuben Scott  
Zweiter Verschwörer/ Apollon-Priester 2 Di Guan  
Ein Sklave Reuben Scott  
Ein Diener Luca Micheli  
Der behinderte Infant NN (Kinderdarsteller)

Das Digitale Orchester  
Ein Solo-Vokalsextett Damen  
Ein Solo-Vokalsextett Herren

\---| IOCO Kritik Reichshof Kulturbühne |---