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# Bayreuth, Markgräfliches Opernhaus, GLUCK FESTSPIELE 9.- 18.5.2024, IOCO Aktuell
- URL: https://www.ioco.de/bayreuth-markgrafliches-opernhaus-gluck-festspiele-2024/
- Published: 2024-05-03T09:53:47.000Z
- Updated: 2026-06-23T09:38:37.000Z
- Description: GLUCK FESTSPIELE - Bayreuth: finden vom 09.05. bis 18.05.2024 statt. Intendant Michael Hofstetter stellt die Frage nach dem Verhältnis von Mächtigen zur Menschlichkeit. Und er trifft damit einen Nerv, denn diese Thema ist auch heutzutage aktuell und virulent .....
- Author: Ljerka Oreskovic Herrmann
- Tags: ioco aktuell,, Bayreuth

Gluck Festspiele 2024 - La clemenza di Tito von Christoph Willuck Gluck, Wolfgang Amadeus Mozart, Markgräfliches Opernhaus, Bayreuth, 09.05\. bis 18.05.2024.

 von **Ljerka Oreskovic Herrmann**

Für die **Gluck Festspiele 2024,** die vom 09.05\. bis 18.05.2024 stattfinden, stellt der Geschäftsführende Intendant **Michael Hofstetter** die Frage nach dem Verhältnis von Mächtigen zur Menschlichkeit. Und er trifft damit einen Nerv, denn diese Thema ist auch heutzutage aktuell und virulent und kein abstraktes Gedankenspiel. In der Oper wurde neben Liebe, Eifersucht, Hass oder Rache seit der Entstehung dieser Kunstform immer wieder die Beziehung von Macht und Humanität verhandelt. Für eine tiefergehende und künstlerische Auseinandersetzung, die die verschiedenen Aspekte der menschliche Psyche ausleuchtet, hat **Hofstetter** daher einen Opernstoff gewählt, der dies auf besonders eindringliche Weise thematisiert: ***La clemenza di Tito*.**

![](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/2024/05/GLUCK-NEU1.jpg)

Die musikalische Auseinandersetzung und auch künstlerische Reibung findet in einer Präsentation von unterschiedlichen Versionen statt, denn zwei (neben zahlreichen anderen) Komponisten haben sich **Pietro Metastasios** Libretto angenommen: Der Namensgeber der Festspiele, **Christoph Willibald Gluck,** und **Wolfgang Amadeus Mozart,** wobei der letztere wohl an der von **Caterino Mazzolà** bearbeiteten Version mitwirkte. **Glucks** Oper wurde 1752 in Neapel, **Mozarts** Opera seria 1791 anlässlich der Krönung **Kaiser Leopolds II.** zum König von Böhmen im **Gräflich Nostistzschen Theater** in Prag uraufgeführt. (Mozart bemühte sich vergeblich, die Festmusik zur Kaiserkrönung **Leopold II.** 1790 in Frankfurt komponieren zu dürfen). Es liegen fast vier Jahrzehnte zwischen den beiden Kompositionen, unterschiedliche musikalische Behandlung des Textes und entsprechende Weiterentwicklung ergeben sich zwangsläufig und ist der eine – künstlerische – Aspekt, der andere aber, eine gesellschaftspolitische Entwicklung, die immense Auswirkungen oder vielmehr Erschütterungen nach sich zog: die französische Revolution von 1789\. Sie brachte nicht nur Königreiche ins Wanken. Die zentrale und bis heute relevante Frage nach Ausübung der Macht, in welchen Händen sie liegen soll, was sie letztendlich darf, und nicht zuletzt, ob Mächtige zu Milde und Humanität (gerade gegenüber eigenen Familien-mitgliedern wie Titus in ***La clemenza di Tito***) fähig sind, betraf nicht die damaligen Revolutionäre in Frankreich allein. Europas Welt war im Umbruch und die musikalische Gegenüberstellung, ohnehin eine spannende, mit einer Fragestellung zu verknüpfen, die die beiden Komponisten unter völlig anderen künstlerischen, politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen ausgestalteten, macht den besonderen Reiz des diesjährigen Festivals aus. Während noch unter **Gluck** Kastraten letzte Erfolge feiern konnten, war Ende des 18\. Jahrhunderts ihre Gesangskunst nicht mehr gefragt; Opernsängerinnen traten in sogenannten Hosenrollen an ihre Stelle. **Michael Hofstetter** geht einen anderen Weg und lässt die Partie des ***Sesto*** erstmals seit **Caffarelli,** der Kastrat hatte in der Uraufführung die Partie gesungen, von einem männlichen Sopran singen: ein spannendes und neues Hörerlebnis!

Der Opernreformer Gluck, der mit **Georg Friedrich Händel** in London musizierte, schlägt die Brücke zu **Mozart** und verweist auf kommende Komponistengenerationen. Seine Suche nach den „letzten Seins-Themen des Menschen“ – so Intendant **Hofstetter** – rückt nicht nur sein Werk in den Fokus einer größeren Öffentlichkeit – ein Verdienst der Gluck Festspiele –, sondern zeigt, welche bedeutsame Rolle er in der Entwicklungsgeschichte der Oper spielte. Glucks Suche nach „*Wahrhaftigkeit des Ausdrucks“* mündet nicht zuletzt in der Auslotung der menschlichen Psyche und all ihren Facetten und den sich daraus ergebenden Folgen.

**Pater Anselm Grün,** Mönch der Benediktinerabtei Münsterschwarzach und Autor zahlreicher spiritueller Bücher, wird dazu die Eröffnungsrede unter dem Titel *Die Menschlichkeit der Mächtigen* im **Markgräflichen Opernhaus Bayreuth** halten. 

![](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/2024/05/GLUCK-NEU2.jpg)

Weitere Veranstaltungen im Rahmen des Festivals sind:

## **Christoph Willibald Gluck - La clemenza di Tito**

**Eröffnung der Gluck Festspiele 2024 -** Eröffnungsrede "*Die Menschlichkeit der Mächtigen"* von **Pater Anselm Grün**  – Donnerstag, 09.05.2024, 19:30 Uhr, **Markgräfliches Opernhaus Bayreuth**

**Besetzung**

**Barockorchester der Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach**

**Michael Hofstetter,** Musikalische Leitung - Aco Biščević (Titus), Bruno de Sá (Sesto), Vanessa Waldhart (Vitellia), Robyn Allegra Parton (Servilia), Hannah-Theres Weigl (Publio), Maria Hegele (Annio)

![](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/2024/05/Bruno-de-Sa-_-Warner-Classics-photographer-Laure-Bernard-NEU3.jpg)

 GLUCK Festspiele Bayreuth hier Bruno de Sá ©Warner Classics photographer Laure Bernard 

**Valer Sabadus: Händel & Gluck**

 Freitag, 10.05.2024, 19:30 Uhr, **Markgräfliches Opernhaus Bayreuth**

Valer Sabadus, Barockorchester der Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach, Michael Hofstetter, Musikalische Leitung

 **Time stands still - Nachtkonzert**

 Mit Werken von John Dowland, Sigismondo d‘India, Claudio Monteverdi, Francesco Rasi, Robert Johnson, Maurice Greene und William Boyce

Freitag, 10.05.2024, 22:00 Uhr, **Schlosskirche Bayreuth**

 **Besetzung**

Hannah-Theres Weigl (Sopran), Aco Biščević (Tenor), Stephan Rath (Laute), Bastian Uhlig (Cembalo)

**Wolfgang Amadeus Mozart: La Clemenza di Tito**

Kooperation mit dem **J.K. Tyl Theater Pilsen,** Samstag, 11.05.2024, 19:30 Uhr, **Markgräfliches Opernhaus Bayreuth,**  Freitag, 17.05.2024, 19:30 Uhr, **Stadttheater Fürth**

 **Besetzung**

Michael Hofstetter, Musikalische Leitung, Rocc, Regie und Bühne, Belinda Radulović, Kostüme, Kai Fischer, Licht, Jakub Zicha, Chor sowie Chor und Orchester des J.K. Tyl Theatre Pilsen

Khanyiso Gwenxane (Titus), Francesca Lombardi Mazzulli (Vitellia), Vero Miller (Sesto), Veronika Hajnová (Annio), Yukiko Kinjo (Servillia), Jakub Hliněnský (Publio)

**Time stands still - Kammermusikkonzert**

 Mit Werken von John Dowland, Sigismondo d‘India, Claudio Monteverdi, Francesco Rasi, Robert Johnson, Maurice Greene und William Boyce

Sonntag, 12.05.2024, 17:00 Uhr, **Grafschaftskirche Castell**

**Besetzung**

Evelina Liubenko (Sopran), Aco Biščević (Tenor), Bastian Uhlig (Cembalo) und Susanne Herre (Laute)

**Time stands still – Kammermusikkonzert**

Mit Werken von John Dowland, Sigismondo d‘India, Claudio Monteverdi, Francesco Rasi, Robert Johnson, Maurice Greene, William Boyce

Sonntag, 12.05.2024, 20:00 Uhr, **Dorfmühle Lehrberg**

**Besetzung**

Evelina Liubenko (Sopran), Aco Biščević (Tenor), Bastian Uhlig (Cembalo), Susanne Herre (Laute)

 **Time stands still - Nachtkonzert**

Mit Werken von John Dowland, Sigismondo d‘India, Claudio Monteverdi, Francesco Rasi, Robert Johnson, Maurice Greene und William Boyce

Freitag, 17.05.2024, 22:30 Uhr, **Stadttheater Fürth**

**Besetzung**

Aco Biščević (Tenor), Stephan Rath (Laute)

**Samuel Mariño: Mozart & Gluck**

Samstag, 18.05.2024, 19:00 Uhr, **Historischer Rathaussaal Nürnberg**

**Besetzung**

Samuel Mariño, Barockorchester der Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach, Michael Hofstetter (Musikalische Leitung)

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## Was macht das Konzept der Gluck Festspiele 2024 mit den beiden Tito-Vertonungen besonders reizvoll?

Der Reiz liegt in der Gegenüberstellung von Glucks und Mozarts Vertonung, verknüpft mit der bis heute aktuellen Frage nach der Menschlichkeit der Mächtigen.