Frankfurt, Oper Frankfurt, WA WERTHER von Jules Massenet, 08.12.2017

Dezember 8, 2017 by  
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Oper Frankfurt

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

WERTHER von Jules Massenet

Lyrisches Drama,  Libretto Edouard Blau, Paul Milliet, Georges Hartmann, nach Die Leiden des jungen Werther von Johann Wolfgang von Goethe

Wiederaufnahme Freitag  8. Dezember 2017  19.30 Uhr 

Oper Frankfurt / Werther - Louise Alder (Sophie) und Sebastian Geyer (Albert) © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / Werther – Louise Alder (Sophie) und Sebastian Geyer (Albert) © Barbara Aumüller

Nach Goethes Briefroman entstandene Oper von Jules Massenet (1842-1912). Das Werk in der Inszenierung von Willy Decker feierte als Originalproduktion der Nederlandse Opera Amsterdam am 11. Dezember 2005 seine Frankfurter Premiere.

Oper Frankfurt / Werther - v.l.n.r. Peter Marsh (Schmidt), Attilio Glaser (Werther) und Barnaby Rea (Johann) © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / Werther – v.l.n.r. Peter Marsh (Schmidt), Attilio Glaser (Werther) und Barnaby Rea (Johann) © Barbara Aumüller

Zum Inhalt: Werther liebt Charlotte, doch diese ist mit Albert verlobt und weist den schwärmerischen jungen Mann zurück. Am Sterbebett ihrer Mutter hat sie versprochen, Albert zum Mann zu nehmen. Nach der Hochzeit treffen sich Charlotte und Werther erneut, und sie muss feststellen, dass er ihr nicht gleichgültig ist. Auch Werthers Zuneigung zu ihr ist nicht geringer geworden. Von der Ausweglosigkeit der Situation überzeugt, bittet Werther Albert um dessen Pistolen, er will sich auf eine längere Reise begeben. Der inzwischen misstrauisch gewordene Ehemann zwingt seine entsetzte Frau, die Waffen herauszugeben. Voll dunkler Vorahnungen eilt Charlotte dem Unglücklichen nach, doch sie kommt zu spät – tödlich verwundet stirbt er in ihren Armen.

Oper Frankfurt / Werther - v.l.n.r. Sebastian Geyer (Albert), Louise Alder (Sophie), Attilio Glaser (Werther) und Julie Boulianne (Charlotte) © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / Werther – v.l.n.r. Sebastian Geyer (Albert), Louise Alder (Sophie), Attilio Glaser (Werther) und Julie Boulianne (Charlotte) © Barbara Aumüller

Die musikalische Leitung dieser vierten Wiederaufnahme einer Produktion aus der Spielzeit 2004/05 hat der Schweizer Lorenzo Viotti inne und legt damit sein Hausdebüt in Frankfurt vor. Der Sohn des renommierten Dirigenten Marcello Viotti ist Gewinner bedeutender Wettbewerbe und wird ab 2018/19 Chef des Gulbenkian Orchesters in Lissabon sein. Er leitete den Werther vor Frankfurt am Stadttheater Klagenfurt, danach sind Aufführungen am Opernhaus Zürich geplant. Weitere Gastengagements führten ihn in der Vergangenheit u.a. an die Staatsopern Stuttgart und Dresden. Auch der deutsch-italienische Tenor Attilio Glaser, der statt Mario Chang die Titelpartie übernimmt, gastiert erstmals in Frankfurt. Das Ensemblemitglied der Deutschen Oper Berlin sang Werther kürzlich unter Viotti in Klagenfurt. Die frankokanadische Mezzosopranistin Julie Boulianne (Charlotte) gibt gleichfalls ihr Hausdebüt. Die Titelpartie in Rossinis La Cenerentola führt sie an die Opéra de Montréal, zu ihren weiteren Plänen gehört u.a. Annio in Mozarts La clemenza di Titus am Théâtre du Capitole in Toulouse. Angeführt von Louise Alder (Sophie) und Sebastian Geyer (Albert) gehören auch alle weiteren Neubesetzungen wie Barnaby Rea (Johann) und Chorsolistin Jianhua Zhu (Kätchen) zum Ensemble der Oper Frankfurt. Dessen Mitglieder Franz Mayer (Le Bailli) und Peter Marsh sowie Chorsolist Constantin Neiconi (Brühlmann) hingegen sind bereits seit der Premierenserie mit dabei.

Werther Wiederaufnahme an der Oper Frankfurt: Freitag, 8. Dezember 2017, um 19.30 Uhr  Weitere Vorstellungen: 10., 13., 18., 30. Dezember 2017, 5., 7. (Oper für Familien, 18.00 Uhr; pro Erwachsenen-Kaufkarte maximal drei Tickets für Kinder und Jugendliche bis, einschließlich 18 Jahre gratis, empfohlen ab 8 Jahren) Januar 2018, Falls nicht anders angegeben, Beginn 19.30 Uhr. PMOFfm

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Frankfurt, Oper Frankfurt, LIEDERABEND mit PIOTR BECZALA, 14.03.2017

März 8, 2017 by  
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Oper Frankfurt

Oper Frankfurt / Piotr Beczala © Johannes Ifkovits

Oper Frankfurt / Piotr Beczala © Johannes Ifkovits

  PIOTR BECZALA LIEDERABEND
Dienstag, dem 14. März 2017, um 20.00 Uhr im Opernhaus.

Wer Piotr Beczala live erleben will, muss in der Regel nach Salzburg, London oder gar New York aufbrechen, wo der Sänger an der Seite von „Bühnen-Liebhaberinnen“ wie Anna Netrebko, Diana Damrau oder Renée Fleming stetig für Begeisterungsstürme sorgt. Auf städtischen Kinoleinwänden sowie am eigenen Bildschirm lassen sich jedoch einige der musikalisch wie darstellerisch ausdrucksstarken und selbstsicheren Interpretationen des Tenors mitverfolgen, ohne einen vergleichbar weiten Weg anzutreten – etwa seine Auftritte an der Met als Chevalier des Grieux (Manon von Jules Massenet) unter Fabio Luisi oder als Herzog von Mantua (Rigoletto), für dessen Darstellung er 2014 den ECHO Klassik als „Sänger des Jahres“ erhielt. Der Exklusivkünstler des Labels Deutsche Grammophon ergänzte seine überaus vielseitige Diskografie, die u.a. mit einer Grammy-Nominierung und mit Opernraritäten wie Karol Szymanowskis Król Roger, Jacques Offenbachs Die Rheinnixen oder Johann Strauß’ Operette Simplicius aufwartet, in jüngerer Zeit mit den Alben Heart’s Delight – The Songs of Richard Tauber und The French Collection. Nach rund einem Jahrzehnt, das seit Piotr Beczalas berauschender Werther-Darstellung an unserem Haus ins Land gezogen ist, dürfen sich die Frankfurter nun auf die Rückkehr eines Stars im „Liederabend-Format“ freuen, mit der sich Weltreisen einmal mehr erübrigen.

Anlässlich seines Frankfurter Liederabends präsentiert Piotr Beczala, begleitet von keinem Geringeren als Helmut Deutsch am Klavier, Robert Schumanns Dichterliebe op. 48 und Antonin Dvráks Zigeunerlieder op. 55 sowie Lieder von Mieczyslaw Karlowicz und Sergei W. Rachmaninow.


Weitere Liederabende in dieser Saison:
Anna Caterina Antonacci, Sopran 09. Mai 2017, Camilla Nylund, Sopran 06. Juni 2017
Dagmar Manzel, Gesang 27.

Pressemeldung Oper Frankfurt

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Ulm, Theater Ulm, Werther von Jules Massenet: Modern fordernd, IOCO Kritik, 02.07.2016

Juli 2, 2016 by  
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Theater Ulm

Theater Ulm / Zuschauerraum © Carola Hoelting

Theater Ulm / Zuschauerraum © Carola Hoelting

Werther von Jules Massenet
Die Leiden eines Verliebten – Im heutigen Alltag

Um 1900 war Jules Massenet (1842 – 1912) wegen herlisch lyrischer Melodien und der Spannweite seiner Kompositionen der populärste französische Komponist. Ambroise Thomas (1811 – 1896) und Charles Gounod (1818 – 1893) waren seine frühen Lehrmeister. Massenet verehrte Liszt und Wagner, bevor er sich endgültig dem sentimentalen Lyrismus verschrieb. Massenet komponierte immer mit dem Primat der Melodik in suggestiv sinnlichen Farben; grelles, grobes ist ihm fremd. Manon und Werther wurden so seine populärsten Opern gefolgt von Thais, Don Quichote, Le Cid und Cendrillon.

Johann Wolfgang von Goethe © IOCO

Johann Wolfgang von Goethe © IOCO

So populär die Oper Werther heute sein mag, seine seine Entstehung war mühsam: Massenet hatte bis 1884 (Manon) alle seine Opern in Paris uraufgeführt. 1885, auf einer Deutschland-Reise, lernt Massenet in Wetzlar Goethes Briefroman Die Leiden des jungen Werther kennen und verfiel ihm wie viele junge Menschen seiner Zeit. Goethe hatte in seinem Frühwerk (1774) autobiographisches wie erlebtes verarbeitet. Zwar verändert Massenet die Handlung über das Scheitern der Liebe eines Dichters zu einer Frau, welche bestimmt ist einen anderen Mann zu heiraten, um aus dem monoperspektivischen Briefroman ein Opernlibretto zu schaffen. Bei Goethe stirbt Werther allein; bei Massenet findet Charlotte den sterbenden Werther, dessen Seele sich nach seinem Tod mit Charlotte verbinden möchte. So bleibt das Autistische in Goethes Roman, die radikale Vereinzelung auch in der Massenets Oper erhalten, in der Person des Werther.

Ulm / Theater Ulm Werther Ensemble © Jochen Klenk

Ulm / Theater Ulm Werther Ensemble © Jochen Klenk

Die Uraufführung der 1886 vollendeten Oper fand in Paris keine Förderer. Erst 1892 wurde die Oper an der Wiener Hofoper erfolgreich uraufgeführt, mit einem ins Deutsche übersetzten Libretto. Die französische Werther-Fassung gelangte erst 1893, in Paris zur Uraufführung.

Regisseurin Antje Schupp bringt am Theater Ulm den schwärmend romantischen Werther als moderne Alltagsgeschichte auf die Bühne.  Im sparsamen Bühnenbild  zeigt sich unverbogenes heutiges Leben, Luftballons steigen in den Himmel, Hamburger statt Brot wird verteilt, aus Bierdosen getrunken, dazu flotte Jeans, Kapuzen und Shirts tragendes Ensemble (Bühne und Kostüme Mona Hapke). Albert (Kwang-Keun Lee), der Zukünftige von Charlotte, tritt in modernem Geschäftsanzug auf. Werther (Eric Laporte) bricht ein in dies irdische Alltagsambiente im Theater Ulm mit einem Übermaß an Schwärmereien: Zur Ouvertüre schreibt er an einem kleinen Tisch der verehrten Charlotte (I Chiao Shih) lange Liebesbriefe „je vous écris…“, welche auf den Bühnenhintergrund projiziert werden, unförmige Stapel von Liebesbriefen türmen sich bei Charlotte, ein großes Christusbild deutet Liebe mit Opferbereitschaft an, seine Leggins tragende Charlotte hüllt Werther in einen prächtigen aber überzeichnenden Hermelinmantel: Ist Werther krank, out of touch oder nur selbstsüchtig?

 Ulm / Theater Ulm Werther schreibt Charlotte © Jochen Klenk

Ulm / Theater Ulm Werther schreibt Charlotte © Jochen Klenk

Massenets Komposition drückt pures sinnliches Träumen, selbstvergessenes seelisches Verlangen aus. Kein Stoff, der sich gern mit Realitäten paart. Die an den Gefühlen zerrende Musik, von „Pourquoi me réveiller?“ (Warum weckst du mich?) bis zu naiv umrahmendem Kindergesang „Chant de Noel“ ist sie komplex komponiert, keine Nummern-Oper. Konkretes wie Träume bildet sich in der Partitur Massenets filigran ab; generell in den Grundformen, farbig in den Nuancen. Hendrik Haas und das Ulmer Philharmonische Orchester im Graben interpretieren diese hoch romantische Komposition ebenso sensibel wie ausdrucksvoll und stehen damit doch immer wieder Gegensatz zu dem Geschehen auf der Bühne, welches den „Geist der heutigen Zeit“   abbildet, mit zeitgenössischen Alltäglichkeiten.  Erwehrt sich in der Ulmer Inszenierung also eine moderne Frau in Leggins nur mühsam den Annäherungen eines sympathischen aber, leider,  übermäßig verliebten Verehrers? Der Gegensatz von suggestiver Musik und Libretto zum oft tapsig-flapsigen Bühnengeschehen fordert die Fantasie des Besuchers und gibt der Inszenierung Antje Schupp im Theater Ulm eigenen Reiz. Der sichtbare Gegensatz der Protagonisten macht diese Inszenierung  modern wie in seiner Deutungsvielfalt anspruchsvoll.

 Ulm / Theater Werther hüllt Charlotte in Hermelin © Jochen Klenk

Ulm / Theater Werther hüllt Charlotte in Hermelin © Jochen Klenk

Das Ensemble überzeugt dabei stimmlich wie mit darstellerischer Freude; dies nicht nur in den großen Partien des aufdringlich verliebten Werther (Eric Laporte) und der selbstbestimmten Charlotte (I Chiao Shih). Ebenso formen Michael Burow-Geier als Le Bailli, Thorsten Sigurdsson als sein Freund Schmidt, und Edith Lorans als Schwester Sophie den Werther im Theater Ulm mit sicheren Stimmen und starker Bühnenpräsenz einen gelungenen Opernabend. IOCO / Viktor Jarosch / 02.07.2016

Werther am Theater Ulm: Die kommenden Vorstellungen 10.7.2016, 17.7.2016:,  Theaterkasse  0731/161-4444 (Theaterkasse),  0731/161-4458 (Abobüro)

Chemnitz, Theater Chemnitz, Premiere: WERTHER, 30.01.2016

Januar 25, 2016 by  
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Theater Chemnitz © Dieter Wuschanski

Theater Chemnitz © Dieter Wuschanski

  WERTHER von Jules Massenet

nach Goethes Roman Die Leiden des jungen Werther

Premiere: 30. Januar 2016, 19.30 Uhr im Opernhaus Chemnitz, Weitere Vorstellungen:, 20. Februar, 19.30 Uhr, 6. März, 18.00 Uhr, 13. März, 15.00 Uhr

 Oper Chemnitz / Werther von Jules Massenet ©  Dieter Wuschanski / Theater Chemnitz

Oper Chemnitz / Werther von Jules Massenet © Dieter Wuschanski / Theater Chemnitz

  Die literarische Vorlage
Der junge Werther verliebt sich in Charlotte, die älteste Tochter eines Witwers in Wetzlar. Bei einem Ball kommen die beiden sich näher, doch beim Nachhausebringen eröffnet ihm Charlotte im Augenblick höchster Vorfreude auf den ersten zarten Kuss, dass sie verlobt sei. Die Leiden des jungen Werther, Schlüsselroman des Sturm und Drang, machte nicht nur seinen Schöpfer, den jungen Goethe, 1774 quasi über Nacht europaweit zu einer Berühmtheit, sondern schuf auch eine archetypische Konstellation der Romantik: die der unerfüllten, unerfüllbaren beiderseitigen Liebe. Das größte Verdienst des Romans ist zweifellos dasjenige, ein neues literarisches Männerbild erschaffen zu haben: War der Mann bis dahin auf „Ritter“ gebucht, der nach klassischen Tugenden und namentlich militärischen Maßstäben bemessen wurde, galt es plötzlich als akzeptabel, Gefühle zu zeigen und sogar in der Öffentlichkeit zu weinen. Die Romantik war angebrochen, jene Epoche, die dem zunehmend einengenden Rationalismus und Pragmatismus die irrealen Welten der Nacht, der Gefühle, der Sehnsucht und der Fantasie entgegensetzten.

 Oper Chemnitz / Werther von Jules Massenet ©  Dieter Wuschanski / Theater Chemnitz

Oper Chemnitz / Werther von Jules Massenet © Dieter Wuschanski / Theater Chemnitz

Der Komponist
Werthers unglückliches Verzweifeln an seiner hoffnungslosen Liebe zu Charlotte musste daher einen Ur-Romantiker wie den französischen Komponisten Jules Massenet (1842-1912) fesseln. Seine Vertonung aus den 1880er-Jahren – übrigens bei weitem nicht die erste Werther-Oper – vereinigt alle Qualitäten des „lyrischen Dramas“ in sich, das er in einigen Opern zuvor kultiviert hatte. Massenet war zur Zeit der Belle Epoque zweifellos einer der erfolgreichsten Opernkomponisten überhaupt, doch seine zahlreichen Werke sind nicht einfach zu besetzen und haben die Repertoires deutscher Stadttheater daher erst zu einem kleinen Teil erreicht. Manon Lescaut und Werther sind die Ausnahmen, was gerade bei letzterer erstaunlich ist: In Deutschland geißelte man seinerzeit jede Verarbeitung eines Goethe-Stoffes als Sakrileg, was erklärt, warum es so wenig Opern nach Stoffen des größten deutschen Dichters gibt. Massenets Werther aber eroberte nach der Uraufführung in Wien 1892 die deutschsprachigen Bühnen im Flug und blieb die bis heute erfolgreichste seiner Opern in deutschen Musiktheatern. Grund genug für das Chemnitzer Opernhaus, dieses Kleinod nun auch hier erstmals aufzuführen. Werther besticht mit einer Fülle eingängiger Melodien, die aber nie in Kitsch oder Schwelgerei abgleiten, sondern nach einem klugen Motivkonzept miteinander verknüpft sind. Die hochromantische Tonsprache Massenets, die der dramaturgisch großen Fallhöhe der Handlung nahtlos folgt, setzt neben breiten Streicherkantilenen auch überraschende Effekte wie Saxophonklänge ein und lässt in bester Opern-Manier hin und wieder gleichsam die Zeit stehen, um den wertvollen Augenblick zu zelebrieren.

 Oper Chemnitz / Werther von Jules Massenet ©  Dieter Wuschanski / Theater Chemnitz

Oper Chemnitz / Werther von Jules Massenet © Dieter Wuschanski / Theater Chemnitz

 Die Handlung
Leicht abweichend vom Roman führt die Oper zunächst in die Familie des Amtmannes, der nach dem kürzlichen Tod der Mutter die älteste Tochter Charlotte im Haushalt vorsteht. Um die sechs jüngeren Kinder zu beschäftigen und abzulenken, übt der Vater mit ihnen ein Weihnachtslied ein, obwohl es Sommer ist. Seine Stammtischfreunde Johann und Schmidt spekulieren über Details des bevorstehenden Balls. Zu diesem wird Charlotte vom jungen Herrn Werther abgeholt – zum Verdruss ihrer nächst jüngeren Schwester Sophie, die noch nicht mitgehen darf. Nach Mitternacht bringt Werther Charlotte beschwingt nach Hause, doch im Moment größter Innigkeit informiert der Amtmann seine Tochter darüber, dass ihr Verlobter Albert heimgekehrt sei. Werther fällt in eine tiefe Depression. Als ihm einige Tage später Albert das Glück vor Augen hält, an dem er – Werther – nicht teilhaben darf, und als Sophie sich als nur scheinbar gute „Ersatz-Partnerin“ anbietet, versucht Werther, Charlotte für sich zu gewinnen. Doch sie bleibt Albert treu und bittet Werther, fortzugehen und nicht vor Weihnachten wiederzukehren. – Kurz vor Weihnachten bricht Charlotte unter der Last ihrer Gefühle zusammen, ausgelöst durch eine Flut von Briefen, die Werther ihr mittlerweile geschrieben hat. Bei ihrem Wiedersehen gibt sich Charlotte kurz der früheren Harmonie und fast auch seinen Liebesschwüren hin, fordert ihn aber dann ultimativ auf, sie zu verlassen. Werther gehorcht – und erbittet von Albert dessen Pistole „für eine lange Reise“. Als Charlotte bewusst wird, was es damit auf sich hat, ist es bereits zu spät – Werther hat sich in den Kopf geschossen und stirbt in ihren Armen. Nun endlich kann sie auch ihm ihre Liebe gestehen.

Musikalische Leitung: Felix Bender, Inszenierung: Anthony Pilavachi,  Bühne und Kostüme: Markus Meyer;   Mit: Timothy Richards (Werther), Cordelia Katharina Weil (Charlotte), Andreas Beinhauer (Albert), Guibee Yang/Franziska Krötenheerdt (Sophie), Matthias Winter (Le Bailli), Andreas Kindschuh (Johann), Edward Randall (Schmidt), Thomas Mäthger (Brühlmann), Michaela Görg (Käthchen), Mitgliedern des Kinder- und Jugendchores der Oper Chemnitz. Es spielt die Robert-Schumann-Philharmonie.

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Pressemeldung Theater Chemnitz

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