Sydney, Opera House, Jonas Kaufman mit Parsifal in Sydney, 09.- 14. August 2017

August 8, 2017 by  
Filed under Oper, Opera House Sydney, Premieren, Pressemeldung

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Sydney / Opera House © IOCO

Sydney / Opera House © IOCO

www.opera-australia.org.au

Jonas Kaufmann im Sydney Opera House

So schreibt man in Sydney über „the superstar tenor“

Jonas Kaufmann is the greatest tenor of our time, and he returns to the Sydney Opera House for a rare concert performance of Wagner’s final opera, PARSIFAL.

Jonas Kaufmann © Gregor Hohenberg / Sony Classical

Jonas Kaufmann © Gregor Hohenberg / Sony Classical

Season runs from Wednesday, 9 August to Monday, 14 August 2017
Wednesday 9 August, 2017 at 6pm, Saturday 12 August, 2017 at 2pm, Monday 14 August, 2017 at 6pm,  Tickets from $145 + $8.50 Booking Fee

[Von Jonas Kaufmann wurden verschiedene Aufnahmen bei der Sony Classical veröffentlicht.]

This show runs for 5 hours and 30 minutes including 2 intervals A ‘lock out’ period applies to this event. NO LATECOMERS WILL BE ADMITTED. PLEASE NOTE: NO LATECOMERS WILL BE ADMITTED TO THIS EVENT.

Power and Majesty
In a story drawn from the Arthurian legends of holy relics, enchanted maidens and faithful knights, the fate of the knights rest on the shoulders of a pure fool, Parsifal. Kaufmann describes the opera as a „transcendent journey led by the music“. “Lean back, give in to the music, and something extraordinary can happen,Kaufmann says.

The power and majesty of Wagner’s music needs massive orchestral forces. Released from the orchestra pit to fill the stage, the Australian Opera and Ballet Orchestra, under the baton of Pinchas Steinberg and joined by a cast of international and Australian stars, will be something to behold.

Artist Information
The superstar tenor, Jonas Kaufmann performs alongside a cast of acclaimed Wagner interpreters, conducted by Pinchas Steinberg.
CONDUCTOR Pinchas Steinberg, PARSIFAL Jonas Kaufmann, KUNDRY Michelle DeYoung, AMFORTAS Michael Honeyman, KLINGSOR Warwick Fyfe, GURNEMANZ Kwangchul Youn, TITUREL David Parkin, FLOWER MAIDENS, Stacey Alleaume, Jane Ede, Anna Dowsley, Eva Kong, Julie Lea Goodwin, Dominica Matthews
ALTO SOLO Anna Dowsley, ESQUIRES Eva Kong, Anna Dowsley, Graeme Macfarlane, Simon Kim, KNIGHTS Dean Bassett, Alexander Hargreaves, Opera Australia Chorus, Opera Australia Orchestra,  PMOpera Australia

The SYDNEY OPERA HOUSE – Eine Beschreibung

 Sydney und sein Hafen gleich neben dem Opernhaus© IOCO

Sydney und sein Hafen gleich neben dem Opernhaus© IOCO

Das Opernhaus von Sydney, Meisterstück moderner Architektur, 1973 eingeweiht, ist eines der drei großen Wahrzeichen Australiens. Neben der über 100 Jahre alten Harbour Bridge und dem Legenden-umwobenen Ayers Rock in der Mitte des Kontinents. Das Sydney Opera House beherbergt mehrere kulturelle Einrichtungen: Die Concert Hall mit 2700 Sitzen und das Opera Theatre mit 1547 Sitzplätzen. Das Sydney Opera House, obwohl erst 1973 erbaut, wurde bereits 2007 zum Weltkulturerbe erklärt wurde.

Der Bau des Sydney Opera House war zunächst ein Desaster: Ursprünglich mit 7 Millionen Au$ veranschlagt, überstiegen die Baukosten am Ende über 100 Millionen AU$. Die Bauzeit erstreckte sich wegen bautechnischer Streitigkeiten über sieben Jahre. Äußerlich mit verzaubernder Optik lebt die Oper im Innern mit erheblichen Einschränkungen: Der Bühnenraum besitzt keine Tiefe, Bühnenbilder müssen flach sein, deren Anlieferung ist schwierig. Das Ensemble agiert häufig gefährlich nah am Orchestergraben. Der Orchestergraben verschwindet, Bayreuth-ähnlich, zur Hälfte unter den Bühnenboden, welches dem Orchesterklang ein wenig Brillianz raubt. Doch der verzaubernde Flair der Sydney Opera verzeiht alle baulichen Mängel. Für Europäer wird ein Besuch der Sydney Opera zu einem lebendigen Traum.  IOCO

Stuttgart, Oper Stuttgart, Die ersten Höhepunkte der Spielzeit 2017/18

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Oper Stuttgart

 Opernhaus Stuttgart © Martin Siegmund

Opernhaus Stuttgart © Martin Siegmund

Die ersten Höhepunkte der Spielzeit 2017/18

Der Vorverkauf der Staatstheater Stuttgart für die Vorstellungen im September und Oktober 2017 hat bereits begonnen

Die aktuelle Spielzeit der Staatstheater Stuttgart neigt sich dem Ende zu. Der Vorverkauf für die Veranstaltungen im September und Oktober 2017 hat allerdings bereits begonnen:

Oper Stuttgart / Pique Dame © A.T. Schaefer

Oper Stuttgart / Pique Dame © A.T. Schaefer

Am Freitag, 22. September 2017, eröffnet die Oper Stuttgart mit Peter Tschaikowskys Oper Pique Dame in der Inszenierung von Jossi Wieler und Sergio Morabito. Am Samstag, 23. September, kehrt Benjamin Brittens Der Tod in Venedig und am Sonntag, 24. September, Gioachino Rossinis La Cenerenola zurück auf die Opernbühne. Zu einem musikalischen Streifzug durch die kommende Opern- und Konzertsaison lädt die Oper Stuttgart im Rahmen des spartenübergreifenden Spielzeit-eröffnungsfestes ebenfalls am Sonntag, 24. September, um 11 Uhr. Der Eintritt ist frei. Giacomo Puccinis Tosca in der Inszenierung von Willy Decker steht ab Montag, 25. September, wieder auf dem Spielplan.

Am Mittwoch, 27. September, kommen Freunde der Liedkunst auf ihre Kosten: Georg Nigl und Anna Lucia Richter interpretieren im 1. Liedkonzert Werke aus Hugo Wolfs Italienischem Liederbuch. Im 1. Sinfoniekonzert der Saison am 8. und 9. Oktober 2017 dirigiert Hartmut Haenchen Werke von Mozart und Wagner und im 1. Kammerkonzert am Mittwoch, 11. Oktober, präsentieren Musiker des Staatsorchesters Werke von Schönberg, Beethoven und Brahms.

Die Eröffnungspremiere, Engelbert Humperdincks Märchenoper Hänsel und Gretel, am Sonntag, 22. Oktober 2017, inszeniert der vielfach ausgezeichnete Theater-, Opern- und Filmregisseur Kirill Serebrennikov, der zuletzt mit Salome auf der Stuttgarter Opernbühne begeisterte. Es dirigiert Georg Fritzsch. Eine ausführliche Pressemitteilung folgt.

Im Folgenden erhalten Sie eine detaillierte Übersicht über die ersten Musiktheater- und Konzerthighlights der kommenden Saison.


Spielzeiteröffnung 2017/18


Spielzeiteröffnungsfest
Sonntag, 24. September 2017, von 11 bis 18 Uhr

Am Sonntag, 24. September 2017, heißt es „Bühne frei für die neue Spielzeit“: Am Tag der Bundestagswahl eröffnen die Oper Stuttgart, das Stuttgarter Ballett und das Schauspiel Stuttgart die Spielzeit mit einem großen Spielzeiteröffnungsfest im Opern- und im Schauspielhaus sowie auf den Plätzen davor. Gemeinsam mit dem Publikum starten die drei Sparten singend, tanzend und spielend in die neue und letzte Saison der drei amtierenden künstlerischen Intendanten.

Von 11 bis 13 Uhr heißen Sänger, Musiker und das Leitungsteam der Oper Stuttgart das Publikum bei freiem Eintritt im Opernhaus willkommen und stellen einige Höhepunkte, prägende Akteure und Leitgedanken der kommenden Spielzeit vor. Die Sängerinnen und Sänger aus dem Ensemble und dem Opernstudio bringen dabei besondere musikalische Momente zu Gehör, bevor in einem zweiten Teil das größte Ensemble des Hauses seine Jubiläumssaison einläuten wird: Das Staatsorchester Stuttgart, das im Jahr 2018 sein 425-jähriges Bestehen feiert, präsentiert sich auf der Opernbühne sowie im Anschluss in den Foyers des Opernhauses und auf dem Opernvorplatz.

Um 13.30 Uhr und 14.30 Uhr lädt die Junge Oper Kinder von 5-7 Jahren zu zwei Vorstellungen des Sitzkissenkonzerts Frieda tanzt ins Opernhaus, Foyer III. Rang, ein.

Hinweis: Ab 18 Uhr werden die Ergebnisse der Bundestagswahl live ins Foyer des Schauspielhauses übertragen.


Erste Opernvorstellungen


Peter Tschaikowsky  –  Pique Dame
22. | 26. | 30. September 2017 // 13. | 16. | 25. | 31. Oktober 2017

Musikalische Leitung: Sylvain Cambreling, Frank Beermann, Regie und Dramaturgie:, Jossi Wieler, Sergio Morabito, Bühne und Kostüme: Anna Viebrock, Licht: Reinhard Traub, Chor und Kinderchor: Johannes Knecht

MIT: German: Erin Caves, Graf Tomski: Gevorg Hakobyan, Fürst Jeletzki: Shigeo Ishino, Tschekalinski: Torsten Hofmann, Surin: Michael Nagl, Tschaplitzki: Moritz Kallenberg, Narumov: Padraic Rowan, Gräfin: Helene Schneiderman, Lisa: Rebecca von Lipinski, Polina: Stine Marie Fischer, Gouvernante: Maria Theresa Ullrich, Mascha: Mirella Bunoaica, Staatsopernchor Stuttgart, Kinderchor der Oper Stuttgart, Staatsorchester Stuttgart


Benjamin Britten  –  Der Tod in Venedig
23. | 28. September 2017 // 05. Oktober 2017 // 13. | 22. | 29. Juni 2018 // 05. Juli 2018

Musikalische Leitung: Marco Comin, Regie und Choreographie: Demis Volpi, Bühne und Kostüme: Katharina Schlipf, Licht: Reinhard Traub, Chor: Christoph Heil, Dramaturgie: Sergio Morabito, Ann-Christine Mecke

MIT:  Gustav von Aschenbach: Matthias Klink, Reisender / Ältlicher Geck / Alter, Gondoliere / Hotelmanager / Coiffeur des Hauses /, Führer der Straßensänger / Stimme des Dionysos: Georg Nigl, Ashley David Prewett, Stimme des Apollon: Jake Arditti, William Towers, Apollon: David Moore, Hotelportier: Daniel Kluge, Bootsmann:, Tommaso Hahn, Hotelkellner / Restaurantkellner: Michael Wilmering
Erdbeerverkäuferin / Straßensängerin: Aoife Gibney, Glasbläser / Straßensänger: Kai Kluge, Englischer Angestellter im Reisebüro: Ronan Collett, Fremdenführer in Venedig: Padraic Rowan, Bettlerin: Fiorella Hincapié, Spitzenverkäuferin: Catriona Smith
Zeitungsverkäuferin: Cristina Otey, Die polnische Mutter: Joana Romaneiro, Tadzio: Gabriel Figueredo, Schüler der John Cranko Schule, Staatsopernchor Stuttgart, Staatsorchester Stuttgart


Grabstaette Gioacchino Rossini © IOCO

Grabstaette Gioacchino Rossini © IOCO

Gioachino Rossini  –  La Cenerentola

24. September 2017 // 01. | 08. | 15. | 20. Oktober 2017 // 01. November 2017

Musikalische Leitung: Maurizio Barbacini, Regie: Andrea Moses, Bühne: Susanne Gschwender, Kostüme: Werner Pick, Licht: Reinhard Traub, Chor: Christoph Heil
Dramaturgie: Thomas Wieck, Moritz Lobeck,

MIT:  Angelina: Lilly Jørstad, Diana Haller, Clorinda: Catriona Smith, Tisbe: Maria Theresa Ullrich, Don Magnifico: Enzo Capuano, Don Ramiro: Sunnyboy Dladla, Dandini: Bogdan Baciu, Alidoro: Adam Palka, Staatsopernchor Stuttgart, Staatsorchester Stuttgart


Giacomo Puccini  –  Tosca

25. | 29. September 2017 // 14. | 17. | 21. Oktober 2017 // 10. | 29. Dezember 2017 // 09. Januar 2018

Musikalische Leitung: Domingo Hindoyan, Giuliano Carella, Regie: Willy Decker, Bühne und Kostüme: Wolfgang Gussmann, Chor und Kinderchor: Christoph Heil, Dramaturgie: Juliane Votteler

MIT:  Floria Tosca: Svetlana Aksenova, Cellia Costea, Mario Cavaradossi: Arnold Rutkowski, Baron Scarpia: Sebastian Holecek, Albert Dohmen, Cesare Angelotti: Ashley David Prewett, Mesner: Karl-Friedrich Dürr, Spoletta: Heinz Göhrig
Schließer / Sciarrone: N.N., Staatsopernchor Stuttgart, Kinderchor der Oper Stuttgart, Staatsorchester Stuttgart


Eröffnungspremiere

Engelbert Humperdinck  –  Hänsel und Gretel
22. Oktober 2017,  weitere Vorstellungen 26. Oktober 2017; 04. November 2017 // 02. | 13. | 16. | 26. (nm+ab) Dezember 2017 // 07. (nm+ab) | 14. Januar 2018

Musikalische Leitung: Georg Fritzsch, Willem Wentzel, Regie, Bühne und Kostüme: Kirill Serebrennikov, Video: Ilya Shagalov, Licht: Reinhard Traub, Kinderchor: Christoph Heil, Dramaturgie: Ann-Christine Mecke,

MIT: Vater: Michael Ebbecke, Simon Bailey, Mutter: Irmgard Vilsmaier, Catriona Smith, Hänsel: Diana Haller, Kora Paveli, Gretel: Esther Dierkes, Josefin Feiler, Knusperhexe: Daniel Kluge, Torsten Hofmann, Sandmännchen / Taumännchen: Aoife Gibney,, Kinderchor der Oper Stuttgart, Staatsorchester Stuttgart
Einführungsmatinee: 15. Oktober 2017, 11 Uhr, im Opernhaus, Foyer I. Rang


Erste Konzerte


1. Liedkonzert  –   Italienisches Liederbuch – Lieder von Hugo Wolf
27. September 2017, 20 Uhr, Opernhaus, Foyer I. Rang

Sopran: Anna Lucia Richter, Bariton: Georg Nigl, Klavier: Gérard Wyss


1. Sinfoniekonzert  –  Wolfgang Amadeus Mozart: Sinfonie C-Dur KV 551 („Jupiter“),
Richard Wagner:  Götterdämmerung-Suite

08. und 09. Oktober 2017, 11 Uhr bzw. 19.30 Uhr, Beethovensaal der Liederhalle

Musikalische Leitung: Hartmut Haenchen,  Staatsorchester Stuttgart


Ludwig van Beethoven in Bonn © IOCO

Ludwig van Beethoven in Bonn © IOCO

1. Kammerkonzert  –  Weitergeben der Glut
11. Oktober 2017, 19.30 Uhr, Mozartsaal der Liederhalle

Arnold Schönberg: Kammersymphonie Nr. 1 op. 9 in der Fassung von Anton von Webern (1906/1923) für Flöte, Klarinette, Violine, Violoncello und Klavier,  Ludwig van Beethoven: Streichquartett f-moll op. 95 (1810), Johannes Brahms: Trio a-moll op. 95 (1891) für Klarinette, Violoncello und Klavier; Musikern des Staatsorchesters Stuttgart


1. Lunchkonzert  –  Musiker des Staatsorchesters Stuttgart
25. Oktober 2017, 12:45 – 13:15 Uhr, Opernhaus, Foyer I. Rang

Eintritt frei

Junge Oper  Casting:  Für das Musiktheaterprojekt ON_THE_LINE
Alte Musikhochschule Stuttgart, Urbansplatz 2, 70182 Stuttgart

Gesucht werden abenteuerlustige Darstellerinnen und Darsteller zwischen 12 und 18 Jahren. Proben ab November 2017 jeden Mittwochabend von 18-20 Uhr, Intensivproben während der Pfingstferien 2018. Anmeldung auch unter: education@staatstheater-stuttgart.de

Wiederaufnahme  Leonard Evers  –  Gold
23.* | 24.* | 26. * | 27.* Oktober 2017 // 13.* |14.* | 16. | 17. |19.* | 21.* | 22. Dezember 2017 –  *Schulvorstellungen

Musikalische Leitung: Till Drömann, Regie: Jörg Behr, Bühne: Line Sexauer, Kostüme: Kerstin Hägele, Licht: Gianni Scopa, Dramaturgie: Ann-Christine Mecke, Jacob: Philipp Nicklaus, Schlagzeug: Marta Klimasara


Wiederaufnahme


Gion Antoni Derungs  –  Benjamin

09.* | 11.| 13.* | 15.* | 17.* | 19. November 2017
*Schulvorstellungen

Musikalische Leitung: Jan Croonenbroeck, Regie: Neco Çelik, Bühne: Stephan von Wedel, Kostüm: Valentin Köhler, Dramaturgie: Johanna Danhauser, Licht: Rainer Eisenbraun,  Chor: Benjamin Hartmann

Mit: Ibrahima Biaye, Minyoung Catharina Häger, Thomas Herberich, Daniel Keating-Roberts, Konstantin Krimmel, Myriam Mayer, Monika Abel-Lazar, Philipp Nicklaus, Marc-Eric Schmidt, Lena Sutor-Wernich, Projektchor der Jungen Oper


Premieren


Die Premieren der Musiktheaterproduktionen Krieg von Marius Felix Lange und ON_THE_LINE finden am 27. April 2018 bzw. am 01. Juni 2018 statt.  PMOSt

 

Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, Rheingold – Gieriges Gauner Gezücht, IOCO Kritik, 06.07.2017

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Deutsche Oper am Rhein

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel - www.foto-drama.de

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel – www.foto-drama.de

RHEINGOLD von Richard Wagner

 „Gieriges Gauner Gezücht“

Götter, Riesen und Zwerge verschulden das Drama vom Ring des Nibelungen

Von Albrecht Schneider

 O je, o je, was ist unsere Erde doch für ein Jammertal. Immer aufs Neue müssen wir das erfahren, und dabei piesackt uns das Gedächtnis, in dem sie als ein leidlich vergnüglicher Aufenthaltsort archiviert wurde. Und eine erhebliche Zahl von den solchermaßen Gepiesackten schreit deswegen, die Politik oder gar die Theologie hafte für ein schleuniges Comeback der vergangenen guten Tage. Die identische Klage über die derzeit elenden Zustände zieht sich freilich durch die Jahrhunderte, sehnte sich doch bereits die Antike zurück in das Goldene Zeitalter, in dem unter anderem Niemand Niemanden abgemurkst oder ihm den Goldschatz gestohlen haben sollte.

Rheinoper Duesseldorf / Rheingold_VORNE Norbert Ernst als Loge_Sylvia Hamvasi als Freia_ Simon Neal als Wotan © Hans Jörg Michel

Deutsche Oper am Rhein / Rheingold- VORNE Norbert Ernst als Loge, Sylvia Hamvasi als Freia, Simon Neal als Wotan © Hans Jörg Michel

Allerdings scheint es sich bei dem Goldenen Zeitalter und bei unserer Erinnerung gleichermaßen um einen Betrug zu handeln. Denn wie uns Wagners RHEINGOLD klarmacht, ist beinahe vom Weltanfang an bereits ein reichlich schamloses Personal auf Himmelshöhe, unter Wasser und tief in der Erde zugange. Häufig beträgt es sich keineswegs standesgemäß, bricht vielmehr Regeln und Verträge, es stiehlt, betrügt, hurt und mordet. Auch hieraus lässt sich letzten Endes schließen, dass die guten alten Zeiten nicht anders zu betrachten sind als eine Verklärung von ehemals genauso schlechten, und Ähnliches dürfte denen von heute und wahrscheinlich von morgen passieren.

Diejenigen, denen dergleichen Anschauung der Welt zu pessimistisch zu sein dünkt, werden alsbald eines besseren belehrt sollten sie im Düsseldorfer Opernhaus den ersten Abend der Tetralogie, das RHEINGOLD als die Exposition des Geschehens um den ominösen Ring, mit einem Besuch beehren.

Rheinoper Duesseldorf / Rheingold_Die Rheintoechter mit Ramona Zaharia als Floßhilde_ Maria Kataeva als Wellgunde_ Anke Krabbe als Woglinde © Hans Jörg Michel

Deutsche Oper am Rhein / Rheingold – Die Rheintoechter mit Ramona Zaharia als Floßhilde, Maria Kataeva als Wellgunde, Anke Krabbe als Woglinde © Hans Jörg Michel

Der erstreckt sich über zweieinhalb Stunden, während derer die Regie keine neue Deutung dieses vielschichtigen musikalischen Epos’ intendiert. Es geht ihr lediglich um eine neue Bebilderung. Die Antihelden des fatalen Stückes sind diesmal im Fin des siécle unterwegs. Sie konspirieren in einem billigbunt illuminierten Tingeltangel, wohinein, flankiert von den Bodyguards Froh und Donner, Herr Wotan von Gattin Fricka im Rollstuhl geschoben wird, und wo die drei Rheintöchter in Cancantänzerinnenroben im Dienst des Goldes wie zudem der Liebe stehen.

Um ihnen möglichst nahe zu kommen, hatte Alberich zuvor keine Verrenkung gescheut. Vergeblich. Nach dieser peinlichen Abfuhr besann er sich auf die Verheißung der drei Kokotten, dass derjenige das Metall zum Schmieden des die Weltmacht garantierenden Reifs gewönne, der den Liebesfreuden und der Liebe überhaupt abschwöre. Kurzerhand verfluchte der geile Fürst der Tiefe entsprechende Gefühle wie Triebe, schnappte sich das Aufsichtsgut und tauchte ein in den Hintergrund.

Deutsche Oper am Rhein / Das Rheingold - Michael Kraus als Alberich, Statisterie © Hans Jörg Michel

Deutsche Oper am Rhein / Das Rheingold – Michael Kraus als Alberich, Statisterie © Hans Jörg Michel

Der ihn ablösende Götterclan steckt in abgetragener Konfektion genauso wie in Schwierigkeiten. Die Zahlung für den von den zwei Riesen Fasolt und Fafner erstellten Neubau Walhall steht an, wobei Wotan und das Riesenpaar die Göttin Freia als Honorar vereinbart hatten. Die ist aber als Obstgärtnerin der lebenspendenden Äpfel für den Clan unverzichtbar. Wenn jetzt mit Hilfe des listenreichen Feuerhalbgottes Loge der Clanchef unter Missachtung der von ihm gegebenen Gesetze und mittels Vertragsbrüchen den beiden Bauarbeitern, in zünftiger schwarzer Zimmermannskluft sich zeigend, den ausbedungenen Lohn vorenthält, deshalb hernach selber zum Räuber an dem Räuber Alberich wird, ihn entführt und die Hand abhackt, um das die Weltherrschaft verbürgende Schmuckstück zu kriegen, worauf der Ausgeraubte dem jeweiligen Träger gewissermaßen die Pest an den Hals wünscht, Wotan wiederum, um Freia freizukaufen, den ganzen Schatz samt Reif, womit er die Macht sofort wieder loswird, den Riesen überlassen muss, und von denen einer aus Raffgier den anderen postwendend totschlägt, dann ist das Drama in Gang gesetzt und nimmt seinen Lauf. Das Ende des Götterregiments ist unabwendbar.

Mit derart zwielichtigen Gestalten hingegen und in einem solch zwielichtigen Milieu verliert die Inszenierung an Glaubwürdigkeit. Waltet doch zunächst im Rheingold eine halbwegs intakte Götterschar von Reputation – will heißen: eine gewissermaßen mythologisierte Großbourgeoisie des 19. Jahrhunderts –, die allerdings infolge unsauberer Geschäfte ihr Ansehen einzubüßen sich anschickt. Kaum anders als heute korrumpieren Geld, Macht und Sex. Und einstmals wie heute lässt der Blick nach oben staunen, wo eine gern moralisierende, herrschaftshungrige Elite nach einer Potenzierung dieser Trias lechzt und sich hiermit selbst demontiert.

Deutsche Oper am Rhein / Das Rheingold - Renée Morloc als Fricka, Simon Neal als Wotan © Hans Jörg Michel

Deutsche Oper am Rhein / Das Rheingold – Renée Morloc als Fricka, Simon Neal als Wotan © Hans Jörg Michel

Dass aber auf hiesiger Szene keine anfangs auftrumpfende Götterwelt, deren Herrlichkeit nach und nach ausbleicht, erscheint, dass vielmehr eher deren Parodien, nämlich lauter abgewirtschaftete Götter- Riesen- und Gnomenfiguren, „Dinger drehen“ wollen, ja sogar müssen, um heil davonzukommen und ein bisschen Spaß zu haben, das bekunden deren Umgebung, deren Äußeres und ihr Gehabe. Diese Ganovenfraktion demoliert sich nicht durch Verrat und Gesetzesbrüche, sondern weil sie längst demoliert ist, sieht sie sich zwecks Existenzrettung zu derlei kriminellen Taten genötigt.

Das Orchester der Rheinoper hingegen weist niemals ein Defizit an Logik auf, es schert sich nicht um Profile und Prospekte, dafür reflektiert es die Gefühle und Absichten, alle Nöte und Zwänge seiner Protagonisten oben auf der Bühne. GMD Axel Kober flicht mit seinen Musikern grandios das Netzwerk der Motive und melodischen Elemente, das ständig dichter und wissender werdend sich über die ganze Tetralogie legt und das vielgestaltige epische Gedicht zusammenbindet. Die neue Prächtigkeit Walhalls zelebrieren die Bläser mit Pathos, martialisch dröhnend beschwören sie die Gefahren der Höllenfahrt Wotans und Loges ins Erdinnere zu Alberichs und seines Bruders Mime Proletarierbergwerk, wie auf den flimmernden und flirrenden Streicherstimmen der Feuergeist Loge herbeiflattert. Furiose und milde, raunende und schneidende Klänge leisten eine genuine Rheingoldmusik, ein musikalisches Fest, zu dem die Sänger ausnahmslos beitragen: der Wotan Simon Neals, Michael KrausAlberich, Norbert Ernst als Loge, die Damen Renée Morlock und Sylvia Hamvasi maulen und jammern als Fricka und Freia, und nicht zuletzt geizen die drei lasziven Rheintöchter, Anke Krabbe, Maria Kataeva und Ramona Zaharia, weder mit wohlklingenden noch weiblichen Reizen.

Deutsche Oper am Rhein / Das Rheingold - Cornel Frey als Mime, Michael Kraus als Alberich © Hans Jörg Michel

Deutsche Oper am Rhein / Das Rheingold – Cornel Frey als Mime, Michael Kraus als Alberich © Hans Jörg Michel

Noch einmal sind die Götter alias Ganoven davongekommen, ihre welkenden Leiber scheinen aufzublühen, da ihnen dank des Schlaumeiers Loge die Vitalquelle Freia erhalten bleibt. Ohne sie und mit dem Schmuckstück am Finger schiebt der Brudermörder Fafner seine Kipplore voller Gold zur Tür hinaus, die Burg Walhall wird wohl besenrein übergeben werden. Vor dem zum Einmarsch bereiten Clan steigt jählings die allwissende Urmutter Erda aus der Tiefe des Bühnenbodens und warnt vor dem Besitz des fluchbehafteten, unheilvollen Kleinods. Aber Wotan, der an diesem Abend nicht traurige, eher schäbige Gott, bedankt sich, indem er der weisen Frau die Perücke wegnimmt und behält. Ein eigentümliches Souvenir. Alles Mögliche wird er tun, um den Ring zurückzugewinnen, obschon er eigentlich sich eher um die eigene armselige Existenz und die seiner Entourage sorgen sollte. Wie auch immer, das Drama lässt sich nicht mehr aufhalten, und wenn Erda singt: „Alles was ist, endet“, stellt sich die Frage: „Wie wird es enden?“ Eine Antwort liefert im Januar 2018 der zweite Abend: Die Walküre.

Dem außerordentlichem Beifall ließ sich entnehmen, dass dem Publikum die Aufführung zugesagt hatte. Kein Buh ließ sich hören. Unser lautes Bravo galt den Musikanten insgesamt, ein lautlos leichtes Kopfschütteln galt der der Inszenierung Dietrich W. Hilsdorfs und der Bühne Dieter Richters.

Abschließend darf nicht unerwähnt bleiben, dass mit dem Beginn des Rheingolds um 19.30 Uhr, dem Verlöschen der Lampen in des Opernhauses Halbrund und vor dem ersten Orchesterton, Halbgott Loge in kariertem, dunkelrotem (Feuer!) Beinkleid auf die von kirmesbunten Lichtern eingerahmte offene Bühne tritt, ein Gläschen, vermutlich Rheinwein, zwitschert und: >Ich weiß nicht, was soll es bedeuten< ins Publikum raunt. Ob letzteres deswegen in tiefes Nachsinnen versinken soll, oder sich andererseits vergackeiert fühlen muss, weil öfters bei zeitgeistgetränkten Inszenierungen nicht zu ergründen ist, was das Ganze bedeutet, diese Frage bleibt offen.

Eine in der Landeshauptstadt gewichtige rezensierende Feder indessen deutet die kleine Szene höchst frappant: da Loge beim Deklamieren der der berühmten Gedichtzeile das Wörtchen ES besonders akzentuiert habe, sei damit auf die Note Es, die das Vorspiel intoniere, Bezug genommen worden. Hut ab vor einen dermaßen scharfsinnigen musikalischen Kopf.

Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf – Karten Hier :
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Zürich, Opernhaus Zürich, Highlights Juli 2017

Opernhaus Zürich

Opernhaus Zürich © Dominic Büttner

Opernhaus Zürich © Dominic Büttner

 

Wiederaufnahme
Lohengrin
Am 4 Jul 2017 um 18.00 Uhr

In politisch unruhigen Zeiten wird Elsa von Brabant angeklagt, ihren Bruder, den Thronfolger des Herzogtums, umgebracht zu haben. In Elsas Not kommt ihr ein geheimnisvoller Ritter zu Hilfe, der unter einer Bedingung für sie streitet: Nie soll sie nach seinem Namen und seiner Herkunft fragen. In Lohengrin brachte Richard Wagner seine politischen Utopien von einer anderen Weltordnung zum Ausdruck. Andreas Homoki verlegte die Handlung in seiner Inszenierung in ein abgelegenes Bergdorf, in dem sowohl die politische Situation wie auch das Eintreten des Lohengrin-Wunders auch aus heutiger Zeit glaubhaft erscheinen.

Am Pult steht in dieser Wiederaufnahme Generalmusikdirektor Fabio Luisi. In der anspruchsvollen Titelpartie ist Brandon Jovanovich zu erleben, der nach internationalen Erfolgen als Stolzling, Siegmund und Lohengrin nun erstmals auch in Zürich in einer Wagner-Rolle zu hören ist. In unserem Backstage-Video erzählt Jovanovich über seine Zusammenarbeit mit Andreas Homoki.

Di, 4 Jul 2017, 18:00
Sa, 8 Jul 2017, 18:00
Mi, 12 Jul 2017, 18:00
So, 16 Jul 2017, 18:00


Opernhaus Züriich / Land des Lächelns - Prinz Sou Choug Piotr Beczala, Lisa Julia Kleiter © Foto T + T Fotografie Toni Sutera

Opernhaus Züriich / Land des Lächelns – Prinz Sou Choug Piotr Beczala, Lisa Julia Kleiter © Foto T + T Fotografie Toni Suter

Stimmen der Opernkritiker
Das Land des Lächelns
Nur noch bis zum 13 Jul 2017

Für unsere Neuproduktion kehrt der Weltstar Piotr Beczala als Prinz Sou-Chong ans Opernhaus Zürich zurück, der wie kein Zweiter in der Tradition des legendären Tenors Richard Tauber steht; mit Julia Kleiter als Lisa hat er eine ebenbürtige Partnerin. Dass das Genre der Operette besonderer Sorgfalt bedarf, wissen auch Fabio Luisi und Andreas Homoki: Sie erklären diese Operette zur Chefsache.

Do, 6 Jul 2017, 19:00
So, 9 Jul 2017, 20:00
Do, 13 Jul 2017, 19:00


Wiederaufnahme
Il barbiere di Siviglia
Am 7 Jul 2017 um 19.00 Uhr

Liebe, List und Geld – das sind die Zutaten, aus denen Gioachino Rossini seine populärste Opera buffa Il barbiere di Siviglia gemixt hat. Seit der Uraufführung von 1816 hat Rossinis Komödie, die auf Beaumarchais‘ gleichnamigem Theaterstück basiert, nichts von ihrer Frische eingebüsst. Unmöglich, sich der rhythmischen Sogkraft, den Crescendo-Spiralen, den irrwitzigen Ensembles oder Arien-Highlights zu entziehen!

In der Wiederaufnahme wird ein Rossini-erprobtes, überaus spielfreudiges Ensemble zu erleben sein: Anna Goryachova als charmante, aber auch durchtriebene Rosina und Maxim Mironov, als ihr Geliebter Almaviva. Als Figaro brilliert Andrzej Filonczyk, Carlos Chausson kehrt als Bartolo ans Opernhaus zurück. Rossinis gut geöltes Räderwerk leitet der italienische Dirigent Enrique Mazzola.

Fr, 7 Jul 2017, 19:00
So, 9 Jul 2017, 14:00
Di, 11 Jul 2017, 19:00
Fr, 14 Jul 2017, 19:00


Pressemeldung Opernhaus Zürich

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