Mannheim, Nationaltheater Mannheim, Gala-Eröffnungskonzert, 16.09.2012

September 11, 2012 by  
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Nationaltheater Mannheim

Gala-Eröffnungskonzert

am 16. September, 19.00 Uhr, Opernhaus

Das Nationaltheater Mannheim ist seit heute aus den Spielzeitferien zurück und begibt sich in die 234. Spielzeit. Am 16. September eröffnet das inzwischen zum dritten Mal stattfindende große Galakonzert die Saison, bei dem ausschließlich Sänger des Opernensembles des Nationaltheaters zu hören sein werden. Die Sänger werden von Orchester, Chor und Extrachor des Nationaltheaters begleitet.

Der 1. Kapellmeister Alois Seidlmeier, Solisten, Chor und Orchester begrüßen das Publikum mit einer Operngala und geben einen Vorgeschmack auf die nächsten Premieren und widmen sich der breiten Facette des Musiktheaterrepertoires.

Musikalische Leitung: Alois Seidlmeier

Mit dem Orchester, Chor und Extrachor des Nationaltheater Mannheim.

Mit Antje Bitterlich, Astrid Kessler, Marie-Belle Sandis, Ludmila Slepneva, Edna Prochnik, Heike Wessels; Onur Abaci, Thomas Berau, Thomas Jesatko, Mihail Mihaylov, Roy Cornelius Smith, Marko Spehar

Programm:

Ludwig van Beethoven aus Fidelio « Jetzt, Alter, jetzt hat es Eile!«Hector Berlioz aus La Damnation de Faust « Marche hongroise“ – Jacques Offenbach aus Les contes d’Hoffmann  «Scintille diamant«  – Giacomo Meyerbeer aus Les Huguenots »Nobles Seigneurs, salut!« Giacomo Meyerbeer aus  Dinorah »Ombre légère« Giuseppe Verdi aus I Vespri Siciliani »O Patria…. O tu Palermo…«- Giuseppe Verdi aus Ernani »Ernani involami« – Giuseppe Verdi aus Simon Boccanegra »A te l’estremo addio…« Vincenzo Bellini aus Norma »Mira o Norma« Giacomo Puccini aus Tosca »E lucevan le stelle« – Umberto Giordano aus Fedora IntermezzoUmberto Giordano aus Andrea Chénier »Come un bel di di maggio«.

www.nationaltheater-mannheim.de; Kartentelefon: 0621 – 16 80 150

Pressemeldung Nationaltheater Mannheim

Bregenz, Festspielhaus Bregenz, Seebühnen-Show André Chénier, Premiere 19.07.2012

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Festspielhaus Bregenz

Zu Wasser, zu Lande und in der Luft: Seebühnen-Show ‚André Chénier‘

Bregenzer Festspiele präsentieren spektakuläre Opernkulisse an drei Samstagen

Ab kommendem Samstag präsentieren die Bregenzer Festspiele an drei aufeinanderfolgenden Wochenenden wieder ihre Bühnenkulisse zu André Chénier: In einer rund 20-minütigen Bühnenpräsentation zeigt das Festival am 23. und 30. Juni sowie am 7. Juli jeweils um 14:00 Uhr, was die Seebühne so alles kann. Der Eintritt ist frei.

Künstler und Mitarbeiter des Festivals verraten während der Bühnenshow, was beim Spiel auf dem See so alles passiert, welche Geheimnisse im Bühnenbild stecken und worum es in André Chénier geht. Auch kurze musikalische Kostproben werden zu hören sein.

Premiere André Chénier am 19. Juli

Von „Opernwunder“ bis „Riesenshow“, von „Hollywood-Musiktheater“ bis „fulminante Inszenierung“ reichen die begeisterten Kritiken, die das Spiel auf dem See André Chénier, das berühmteste Werk des italienischen Komponisten Umberto Giordano, im vergangenen Sommer erhalten hat. Die Premiere der Wiederaufnahme ist am 19. Juli, die Proben beginnen am morgigen Dienstag.

Mehr als 80 Veranstaltungen stehen im kommenden Festspielsommer von 18. Juli bis 18. August auf dem Programm, darunter auch die Uraufführung von Detlev Glanerts neuester Oper Solaris im Festspielhaus am 18. Juli 2012.

Das Ticket-Center der Bregenzer Festspiele ist am kommenden Samstag von 12:00 Uhr bis 17:00 Uhr geöffnet. Ab dem darauffolgenden Montag bis Ende der Festspielsaison hat das Ticket-Center dann täglich sieben Tage die Woche von 09:00 bis 17:00 Uhr durchgehend geöffnet.

BÜHNENSHOW ANDRÈ CHÉNIER

Zeit: an den Samstagen 23. Juni und 30. Juni sowie 7. Juli 2012
Ort: Seetribüne
Beginn: jeweils 14.00 Uhr
Dauer: ca. 20 Minuten

DER EINTRITT IST FREI!

 

Pressemeldung Festspielhaus Bregenz

Wien, Theater an der Wien, Don Giovanni mit Erwin Schrott, IOCO Kritik, 04.08.2009

August 6, 2009 by  
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Kritik

Theater an der Wien

Theater an der Wien © IOCO

Theater an der Wien © IOCO

Don Giovanni mit Erwin Schrott

„Kultur auch im Sommer“ bietet das Theater an der Wien als einzig große Bühne Wiens zur Zeit seinen in- und ausländischen Opernfans. Mit der Wiederaufnahme des Meisterwerks von Mozart in der Erfolgsinszenierung von Keith Warner aus dem Jahr 2006 hat sich die kluge Entscheidung, auch im Sommer Hochkarätiges in Wien anzubieten, mehr als bewährt.

Wir besuchten die Vorstellung am 4.August 2009 mit Vorbehalt. Wie wird Don Giovanni als Hoteldirektor und Leporello als sein Empfangschef auf das teilweise doch recht konservative Wiener Publikum wirken? Werden die französischen, deutschen, spanisch-sprechenden Besucher beglückt oder enttäuscht aus der Vorstellung gehen?

Vorweggenommenes Fazit:  Einhellige Begeisterung. Warners spritzig freche Inszenierung, die die Handlung in ein modernes Hotel mit dem Namen „Universal“ verlegt, trifft den Geist des Werks punktgenau. Das Konzept fungiert bestens, zumal Keith Warner sehr eng am Libretto arbeitet.

So alt wie der Don Giovanni Mythos, so alt sind die Versuche, diesem Mythos auf die Spur zu kommen. Ist Don Giovanni  zynischer Menschenverächter, unmoralischer Verführer, sorgloser Playboy?  Oder soll man sich einfach an den Titel halten, den Mozart und Lorenzo da Ponte ihrem zweiaktigen „Dramma giocoso“ gegeben haben: „Il dissoluto punito ossia il Don Giovanni“ („Der bestrafte Wüstling oder Don Juan“)?  Zu den originellsten Deutungen dieser Oper zählt die Inszenierung des Briten Keith Warner, die IOCO besucht hat. Warner läßt den Großteil der Handlung in einer modernen Luxusherberge spielen, deutet die Personen entsprechend um, und muss sich trotzdem nicht nachsagen lassen, damit das Sujet verfehlt zu haben.

Die Handlung beginnt in der Hotelhalle, hinter dem Tresen sinniert ein unzufriedener Leporello über sein Leben, als Donna Anna und Don Giovanni aus dem Fahrstuhl purzeln.  Donna Elvira tritt als elegant gekleidete Dame auf, mit großem Gepäck angereist, um ihren vermeintlichen Ehemann zu suchen. In elegantes Schwarz gehüllt, demonstriert sie augenscheinlich die Verletzungen, die ihr Don Giovanni mit seinem nicht gehaltenen Eheversprechen zugefügt hat. Später tritt sie mit dem Degen auf, um ihn bei Zerlina nur ja nicht ans Ziel kommen zu lassen.  Zerlina und Masetto gehören als Zimmermädchen und Kellner zum Pesonal. So feiert man auch beider Verlobung zünftig in endlosen Hotelfluren, mittendrin immer der Hoteldirektor Don Giovanni. Realität und Traum wechseln in schnellem Rhythmus.

Mit der Verlagerung der Handlung in ein modernes Hotel wächst dem Stoff unmittelbare Aktualität zu.   Vor allem das Thema Abhängigkeit wird plastisch heraus modelliert. Zum einen in der Person des Leporello, der als Concierge alles tun muss, was der exzentrische Hoteldirektor Don Giovanni ihm befiehlt. Zum anderen in der Gestalt der Zerlina als Zimmermädchen, die sich Don Giovanni gefügig machen will. Das Schicksal will es, dass er gerade an ihr scheitert. Die Liste seiner bereits 2065 Eroberungen, von Leporello lustvoll-ironisch geschildert, ist nicht mehr zu erweitern. Die Episode markiert den Beginn von Don Giovannis Absturz.

So spannend, so aufregend, so grausam, so lustig aber auch so verstörend kann Oper sein.  Erwin Schrott singt, umjubelt, die herausfordernde Titelpartie. Der Uruguayaner sorgt nicht nur mit seinem dominanten, warmen,  breit angelegten Bariton, sondern auch mit seinem Sex-Appeal für begeisterte Reaktionen (nicht nur in Wien). Er wirkt wie ein Adonis der Opernwelt, dem die Rolle des Serienverführers auf den Leib geschrieben scheint.

Er widerlegt in seinem Don Giovanni  sehr  anschaulich der heimlichen Versuchung vieler,  den  Bühnenerfolg  primär  der Verbindung zu Anna Netrebko zuzuschreiben.  Erwin  Schrott ist  ein  hervoragender Sänger und Darsteller.  Und schon lange erfolgreich  auf der Opernbühne. 1998 gewann er den von Plácido Domingo veranstalteten Operalia-Wettbewerb. Schon als Kind hatte er erste leichte Klavierstücke gespielt, später lernte er unter anderem Geige, Gitarre, Querflöte und Schlagzeug. Seine Stimme wurde erst entdeckt, als er 17 Jahre alt war. Im Alter von 22 Jahren gab er schließlich sein Operndebut in einer Nebenrolle in Umberto Giordanos Andrea Chénier. Es folgten Hauptrollen am Teatro Municipal in Santiago de Chile, in Wien, Mailand, Paris, London und New York.

SeinGiovanni im  Theater an der Wien  ist in jeder Hinsicht tadellos. Schrott hat einen wunderschöner Bariton, dem ergreifende  Momente gelingen. An seiner scheinbar nie ermüdenden, kraftvollen Stimme kann man sich nicht satt hören. Schrott ist ein animalisch-viriler Giovanni, der es versteht, Frauen zu betören. Er zeichnet auch die Wandlung vom unbekümmerten Playboy zum von Todesangst gezeichneten, gescheiterten Helden packend und überzeugend. Eine zu Recht umjubelte Leistung.

Hanno Müller-Brachmann als Leporello steht ihm da in nichts nach. Er ist ein stilistisch feiner Leporello, Véronique Gens eine fantastische Elvira. Aleksandra Kurzak gibt eine sehr aktive Donna Anna, Bernard Richter darf als Ottavio Profil zeigen. Ausgezeichnet ist Nina Bernsteiner als hinreißende Zerlina und Markus Butter als ein sehr sicherer Masetto. Als Komtur ergänzt Attila Jun das homogene Ensemble.

Nur Dirigent Riccardo Frizza – er sprang kurzfristig für den erkrankten Rinaldo Alessandrini ein – könnte am Pult des immer noch um seine Existenz spielenden RSO (Radio Symphonie Orchester-Wien)  samt Schoenberg Chor  etwas mehr Feingefühl, Differenzierung  walten lassen. Aber das wird hoffentlich noch kommen.

Fazit: Diesem Don Giovanni Mythos, in seinem neuem Gewand, spendete das in- und ausländische Publikum berechtigten , langen Jubel und Beifall. IOCO ist von diesem Don Giovanni und der Besetzung angetan.

Neben der schönen Wiener Don Giovanni Aufführung gilt es auch, menschlich allzu Menschliches zu berichten: Schrott ist über sein Adonis Image nicht wirklich glücklich, viel lieber sieht er sich in der Rolle des Familienvaters, der sich um seine elfjährige Tochter Iara und um seinen kleinen Sohn Tiago kümmert. Der entstammt seiner Beziehung mit Anna Netrebko, mit der er seit rund zwei Jahren liiert ist – und auch heiraten will. Allerdings gibt es noch eine Kleinigkeit zu erledigen, nämlich die Scheidung von seiner ersten Frau. Wann das passieren wird oder bereits passiert ist, ist gut gehütetes Geheimnis. Von uns nach der Vorstellung in bester Paparazzi-Manier dazu befragt, gab Schrott – natürlich – nichts preis.

Weniger geheimnisumwoben ist seine Liebe zu Anna Netrebko, die einige Plätze entfernt von uns sitzend, mit ernster Miene der Vorstellung ihres Verlobten lauschte. Wir trafen Netrebko nach Ende der Vorstellung beim Bühnenausgang wieder, wo die Schöne die Autogrammstunde ihres gefeierten  Don Giovanni  geduldig abwartete. Die beiden werden in Wien als Brangelina der Opernszene gefeiert. Ihre Gesichter sind begehrte Objekte der Fotografen bei allen öffentlichen Auftritten. Soweit IOCO  zu menschlich, allzu Menschlichem.    IOCO / AT / 04.08.2009

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