Frankfurt, Oper Frankfurt, Highlights im Spielplan Oktober 2017

August 7, 2017 by  
Filed under Oper Frankfurt, Pressemeldung, Spielpläne

logo_oper_ffm.gif

Oper Frankfurt

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

HIGHLIGHTS IM SPIELPLAN DER OPER FRANKFURT IM OKTOBER 2017


Oper Frankfurt / Peter Grimes - Vincent Wolfsteiner Tenor / Titelpartie © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / Peter Grimes – Vincent Wolfsteiner Tenor / Titelpartie © Barbara Aumüller

Sonntag, 8. Oktober 2017, um 18.00 Uhr im Opernhaus
Premiere
PETER GRIMES

Oper in drei Akten und einem Prolog von Benjamin Britten
In englischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Musikalische Leitung: Sebastian Weigle; Regie: Keith Warner

Oper Frankfurt / Sebastian Weigle (Musikalische Leitung  © Monika Rittershaus

Oper Frankfurt / Sebastian Weigle (Musikalische Leitung © Monika Rittershaus

Mitwirkende: Vincent Wolfsteiner (Peter Grimes), Sara Jakubiak (Ellen Orford), James Rutherford (Captain Balstrode), Jane Henschel (Auntie), Sydney Masncasola und Angela Vallone (Two Nieces), AJ Glueckert (Bob Boles), Clive Bayley (Swallow), Hedwig Fassbender (Mrs. Sedley), Peter Marsh (Reverend Horace Adams), Iurii Samoilov (Ned Keene), Barnaby Rea (Hobson)

Weitere Vorstellungen: 12., 14., 19., 22., 27. Oktober, 5. (15.30 Uhr; mit kostenloser Betreuung von Kindern zwischen 3 und 9 Jahren),11. November 2017 Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.30 Uhr Preise: € 15 bis 165 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)

Während des Zweiten Weltkriegs hielten sich Benjamin Britten (1913-1976) und sein Lebensgefährte, der Tenor Peter Pears, in Amerika auf. Dort wurde der Komponist auf die Verserzählung The Borough (1810) des wie er selbst aus Suffolk stammenden George Crabbe aufmerksam und beauftragte den britischen Schriftsteller Montagu Slater, ein Libretto zu verfassen. Die Uraufführung am 7. Juni 1945 am Londoner Sadler?s Wells Theatre (der heutigen English National Opera) mit Pears in der Titelpartie brachte Britten den Ruf als einer der führenden Komponisten der Gegenwart ein. Die Geschichte eines Mannes, der ein gesamtes Dorf gegen sich hat, wird häufig als Ausdruck der Erfahrungen interpretiert, denen auch Britten als Homosexueller ausgesetzt gewesen sein muss. Die letzte Frankfurter Produktion von Peter Grimes (Regie: David Mouchtar-Samorai) kam am 2. Juni 2001 heraus.

Zum Inhalt: Der Fischer Peter Grimes ist im Küstendorf Borough im englischen Suffolk aufgrund seines verschlossenen und auch gewalttätigen Wesens zum Einzelgänger geworden. Nur die verwitwete Lehrerin Ellen Orford und der alte Captain Balstrode halten zu ihm. Kurz vor einer gerichtlichen Untersuchung, die den Tod seines Lehrjungen untersuchen soll, kommt auch dessen Nachfolger bei Grimes? Flucht vor den aufgebrachten Dorfbewohnern zu Tode. Daraufhin rät Balstrode seinem Freund, aufs Meer hinauszufahren und dort sein Boot zum Sinken zu bringen. Vom Land aus beobachten einige Dörfler teilnahmslos das Geschehen…

Die musikalische Leitung liegt bei Generalmusikdirektor Sebastian Weigle, der damit nach einem erfolgreichen Gastspiel an der New Yorker Met seine erste Frankfurter Neuproduktion der Saison 2017/18 dirigiert. Die Regie übernimmt der Brite Keith Warner, der als gern gesehener Gast an der Oper Frankfurt hier u.a. 2005/06 Brittens Death in Venice inszenierte. Henzes Elegie für junge Liebende führte ihn kürzlich ans Theater an der Wien. Die Titelpartie übernimmt Ensemblemitglied Vincent Wolfsteiner, der kürzlich als Wagners Siegfried an sein altes Stammhaus nach Nürnberg zurückkehrte. Auch Sara Jakubiak (Ellen Orford) zählt zum Ensemble. Zu ihren Plänen gehört u.a. die Titelpartie in Korngolds Das Wunder der Heliane an der Deutschen Oper in Berlin. Das Ensemble verlassen hat zur Saison 2017/18 James Rutherford (Captain Balstrode), der in naher Zukunft die Partie des Wotan in Wagners Der Ring des Nibelungen in Düsseldorf / Duisburg sowie erneut in Frankfurt verkörpern wird. Die übrige Besetzung ist eine Mischung aus Ensemble- und Gastsängern, darunter u.a. Jane Henschel (Auntie), deren lange Karriere sie an die großen Opernhäuser und Festivals weltweit führte.


Freitag, 13. Oktober 2017, um 19.30 Uhr im Opernhaus
Dritte Wiederaufnahme
DIDO AND AENEAS
Oper in fünf Bildern mit einem Epilog von Henry Purcell
In englischer Sprache mit deutschen Übertiteln

HERZOG BLAUBARTS BURG
Oper in einem Akt von Béla Bartók
In ungarischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Musikalische Leitung: Karsten Januschke; Regie: Barrie Kosky

Oper Frankfurt / Herzog Blaubarts Burg - Judith  © Monika Rittershaus

Oper Frankfurt / Herzog Blaubarts Burg – Judith © Monika Rittershaus

Mitwirkende Dido and Aeneas: Cecelia Hall (Dido), Angela Vallone (Belinda), Karen Vuong (Second Woman), Dmitry Egorov (Sorceress), Elizabeth Reiter (First Witch), Julia Dawson (Second Witch), Michael Porter (Spirit / Sailor), Sebastian Geyer (Aeneas)
Mitwirkende Herzog Blaubarts Burg: Andreas Bauer (Blaubart), Claudia Mahnke (Judith)

Weitere Vorstellungen: 15. (18.00 Uhr), 21., 29. (15.30 Uhr; mit kostenloser Betreuung von Kindern zwischen 3 und 9 Jahren) Oktober, 4. November 2017
Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.30 Uhr
Preise: € 15 bis 105 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)

Auf den ersten Blick haben diese beiden Kurzopern – in Frankfurt seit ihrer Premiere 2010/11 als abendfüllende Produktion miteinander kombiniert – stilistisch, inhaltlich und auch sprachlich wenig miteinander zu tun: Dido and Aeneas (1689) von Henry Purcell (1659-1695) und Herzog Blaubarts Burg (1918) von Béla Bartók (1881-1945). Nachdem jedoch der Doppelabend in der Regie von Barrie Kosky – der inzwischen seit 2012/13 den Posten des Intendanten der Komischen Oper Berlin inne hat – am 5. Dezember 2010 herausgekommen war, konnte man in der Süddeutschen Zeitung lesen: „Zwei Einakter, die rund 230 Jahre Operngeschichte trennt. Das Ergebnis ist schlicht phantastisch.“ Die Inszenierung wurde 2013 im Rahmen eines überaus erfolgreichen Gastspiels beim Edinburgh Festival gezeigt. Nun wird die Produktion in Frankfurt zum dritten Mal wiederaufgenommen.

Oper Frankfzrt /Dido and Aeneas - Dido und Aeneas   © Monika Rittershaus

Oper Frankfzrt /Dido and Aeneas – Dido und Aeneas © Monika Rittershaus

In Dido and Aeneas verliebt sich Aeneas auf der Rückreise aus dem Trojanischen Krieg in Dido, die verwitwete Königin von Kathargo. Zögerlich erwidert sie seine Zuneigung, da sie ahnt, dass Aeneas sie bald wieder verlassen wird. Tatsächlich bricht dieser, geblendet durch einen Zauber, entgegen seiner eigentlichen Absicht seine Zelte in Kathargo ab. Dido stirbt an gebrochenem Herzen. – In Herzog Blaubarts Burg folgt Judith ihrem Mann Blaubart auf seine Burg. Dort herrscht eine dunkle, unheimliche Atmosphäre: Sieben Türen bergen dunkle Geheimnisse. Nach und nach gelingt es Judith, alle Türen zu öffnen. Hinter der siebten und letzten entdeckt sie schließlich ihre drei ermordeten Vorgängerinnen. Zusammen mit Blaubart tritt Judith durch diese Tür, das Schloss versinkt erneut in Dunkelheit.

Mit der Produktion vertraut sind die Ensemblemitglieder Michael Porter (Spirit / Sailor), Sebastian Geyer (Aeneas) und vor allem Claudia Mahnke (Judith), die beiden zuletzt Genannten sogar seit der Premiere 2010. In der Inszenierung bereits gesungen, jedoch jeweils in anderen Partien, haben Gast Dmitry Egorov (Sorceress; zuvor: First Witch) und Ensemblemitglied Elizabeth Reiter (First Witch; zuvor: Second Woman). Erstmals in der Produktion besetzt sind aus dem Ensemble Cecelia Hall (Dido) und Karen Vuong (Second Woman), die „Ensembleneuzugänge“ Angela Vallone (Belinda) und Julia Dawson (Second Witch) sowie Andreas Bauer (Blaubart). Karsten Januschke, bis 2014/15 Kapellmeister der Oper Frankfurt, dirigiert die Produktion zum ersten Mal.


Oper Frankfurt / Eugen Onegin - Filipjewna und Tatiana (kniend)  © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / Eugen Onegin – Filipjewna und Tatiana (kniend) © Barbara Aumüller

Freitag, 20. Oktober 2017, um 19.30 Uhr im Opernhaus
Erste Wiederaufnahme
EUGEN ONEGIN
Lyrische Szenen in drei Akten und sieben Bildern von Peter I. Tschaikowski
In russischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Musikalische Leitung: Sebastian Weigle / Nikolai Petersen; Regie: Dorothea Kirschbaum;
Konzeption: Jim Lucassen

Mitwirkende: Barbara Zechmeister (Larina), Maria Bochmanova (Tatiana),
Maria Pantiukhova / Judita Nagyová (Olga), Elena Zilio (Filipjewna),
Daniel Schmutzhard / Iurii Samoilov (Eugen Onegin), Allan Clayton (Lenski), Nikolay Didenko (Fürst Gremin), Dietrich Volle (Saretzki), Thomas Faulkner (Ein Hauptmann), Michael McCown (Triquet)

Weitere Vorstellungen: 28., 31. (18.00 Uhr) Oktober, 10., 19. November 2017
Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.30 Uhr
Preise: € 15 bis 105 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)

Oper Frankfurt / Eugen Onegin  -  Eugen Onegin und Tatiana © Wolfgang Runkel

Oper Frankfurt / Eugen Onegin – Eugen Onegin und Tatiana © Wolfgang Runkel

Anlässlich der Premiere des Eugen Onegin am 20. November 2016 an der Oper Frankfurt wurden zwei Meisterwerke vom Publikum bestaunt: Zum einen die mit „lyrische Szenen“ untertitelte Oper von Peter I. Tschaikowski (1840-1893), zum anderen das raumfüllende Mosaik, das die Werktätigen Russlands beim Aufbau des Sozialismus zeigt. In Kleinstarbeit hatten die Theatermalerinnen und -maler der Oper Frankfurt dieses beeindruckende Bild für die Inszenierung von Dorothea Kirschbaum nach der Konzeption von Jim Lucassen per Hand gestempelt. Nun bot es im ersten Teil des Abends das Bühnenbild der Frankfurter Neuproduktion von Tschaikowskis Oper nach dem Roman von Alexander S. Puschkin. Doch gab es natürlich von dieser vierten Premiere der Spielzeit 2016/17 noch viel mehr zu berichten, und so schwärmte der Kritiker der Frankfurter Neuen Presse: „Dieser Eugen Onegin erzählt vom Menschen, der lernen muss, seine Gefühlswelt einzurichten, wo und wann auch immer. Puschkin hat das schonungslos beschrieben, Tschaikowski in wunderschöne, tief empfindende Musik gekleidet – und die Oper Frankfurt hat einen neuen Publikumsmagneten.“

Russland: Tatiana, die empfindsame Tochter der Gutsbesitzerin Larina, verliebt sich in den abgeklärten Dandy Eugen Onegin, den ihr Lenski, der Verlobte ihrer lebenslustigen Schwester Olga, vorstellt. An zentraler Stelle in der Oper schreibt die schüchterne Tatiana einen Brief, in dem sie dem Angebeteten ihre Liebe offenbart. Doch Onegin erklärt ihr kühl, dass er nicht für die Ehe geschaffen sei. Gelangweilt von der Atmosphäre in der Provinz macht er Olga schöne Augen und erregt so die Eifersucht seines Freundes Lenski. Der Streit mündet in einem Duell, das Lenski nicht überlebt. Onegin flieht vor seiner Schuld und entdeckt zu spät seine Gefühle für Tatiana.

Für die erste Wiederaufnahme der Produktion kehrt premierenbewährt Frankfurts Generalmusikdirektor Sebastian Weigle zurück ans Pult seines Frankfurter Opern- und Museumsorchesters, jedoch wechselt er sich diesmal mit dem jungen Kapellmeister Nikolai Petersen ab. Auch die Sängerbesetzung verzeichnet einige neue Namen: Die junge Russin Maria Bochmanova (Tatiana) kehrt nach Vorstellungen als Lauretta in Puccinis Gianni Schicchi 2015/16 an die Oper Frankfurt zurück. Der Brite Allan Clayton (Lenski) trat kürzlich als David in Wagners Die Meistersinger von Nürnberg am Royal Opera House Covent Garden in London auf, gefolgt von der Titelpartie in der viel beachteten Uraufführung von Brett Deans Hamlet beim Glyndebourne Festival 2017. Nikolay Didenko (Fürst Gremin) ist Russe und gastiert regelmäßig am Moskauer Bolschoi-Theater sowie an der Oper Köln, wo er 2017/18 als Comte des Grieux in Massenets Manon zu erleben sein wird. Thomas Faulkner (Ein Hauptmann) wurde 2016/17 vom Opernstudio ins Ensemble der Oper Frankfurt übernommen, wo der Brite jüngst als Graf Lamoral in Strauss? Arabella zu erleben war. Alle weiteren Partien bleiben im Vergleich zur Premieren- bzw. zur deren Alternativbesetzung unverändert, darunter auch aus dem Ensemble Daniel Schmutzhard und Iurii Samoilov (Eugen Onegin) sowie Maria Pantiukhova und Judita Nagyová (Olga), die sich im Verlauf der Aufführungsserie in ihren jeweiligen Partien abwechseln. Eine besondere Freude ist, dass auch die italienische Mezzosopranistin Elena Zilio, während ihrer langen Karriere zu Hause an vielen bedeutenden internationalen Bühnen, als Filipjewna wieder mit von der Partie ist.

Karten für die genannten Veranstaltungen sind bei unseren bekannten Vorverkaufsstellen, online unter www.oper-frankfurt.de oder im Telefonischen Vorverkauf 069 – 212 49 49 4 erhältlich.

Pressemeldung Oper Frankfurt

Oper Frankfurt – Alle Karten Hier :
Karten Kaufen

Hamburg, Kulturfabrik Kampnagel, Tanztheater Pina Bausch – VIKTOR, IOCO Kritik, 01.02.2017

Februar 2, 2017 by  
Filed under Ballett, Hervorheben, Kritiken, Wuppertaler Bühnen

Kampnagel

 Kulturfabrik Kampnagel Hamburg © Frederik Röh

Kulturfabrik Kampnagel Hamburg © Frederik Röh

 

Kampnagel in Hamburg ist Deutschlands größte freie Spiel- und Produktionsstätte und zählt zu den international bedeutendsten Bühnen für darstellende Künste. Die ehemalige Kranfabrik wurde 1984 in einen multifunktionalen Bühnenkomplex umgebaut. Hier wird an neuartigen Formaten gearbeitet die nach zeitgemäßen Formen von Öffentlichkeit, Kommunikation, Interaktion, Partizipation und Wissensvermittlung suchen.


Pina Bausch:  „Tanzt, Tanzt, sonst sind wir verloren“

Von Patrik Klein

Nach der Uraufführung am 14. Mai 1986 in Wuppertal ist die Tanzkompanie der Pina Bausch nun mit dem Stück VIKTOR für 4 restlos ausverkaufte Vorstellungen in der Kulturfabrik Kampnagel in Hamburg zu erleben

Pina Bausch – noch bis zu den frühen 80-er Jahren wurde ihre Art des Tanzes ausgebuht, bepöbelt und belächelt. Die verstörten Abonnenten im Schauspiel- und Opernhaus Wuppertal verließen oft türschlagend und wutentbrannt die Vorstellungen, die sich im Laufe der oft langen Abende um mehr als die Hälfte leerten. Das Publikum konnte damals mit der neuen Form dieses Ausdrucks- und Tanztheater Pina Bausch wenig bis nichts anfangen.

 Tanztheater Pina Bausch Collage aus 1986 © Patrik Klein

Tanztheater Pina Bausch Collage aus 1986 © Patrik Klein

Auch als junger Student und aufgeschlossener Theatergänger in Wuppertal brauchte ich einige Zeit, um mich an die Tanzabende von Pina Bausch zu gewöhnen und diesen Genuss und Freude abzugewinnen. Mit dem zu meiner Zeit damals aktuellen Stück „Cafe Müller“ konfrontiert, erlebte man ungewöhnlichste Formen, Bewegungen, schauspielerische Elemente und Musik vom Band. Die Frage nach dem, „Was machen die da? Wo ist der Handlungsfaden? Worum geht es hier eigentlich?“ stellte sich gewiss jeder Erstbesucher eindringlich. Stühle flogen krachend durch die Gegend. Ein Tänzer versuchte die blind durch den Raum des Cafes tanzende Protagonistin (oftmals Pina Bausch selbst) vor den drohenden Kollisionen mit den Tischen und Stühlen zu schützen. Ratlosigkeit bei vielen Betrachtern, auch bei mir zunächst.

Erst nach der Pause ein Lichtblick: Auf 10 cm tiefem Torf, die komplette Bühne bedeckend, spielte und tanzte man das Frühlingsopfer, Le Sacre du Printemps von Strawinsky in der umwerfenden Choreografie der Pina Bausch. Hier zeigte die gesamte Truppe, wie moderner Tanz mit großartigen, neuen, unter die Haut gehenden Elementen dargestellt werden kann und wie sich das ausgesuchte Frühlingsopfer regelrecht zu Tode tanzte. Als junger Student war ich tief betroffen.

Schnell war klar, dass es im klassischen Sinne keine Handlung gibt. Die Stücke der 1940 geborenen Pina Bausch aus Solingen drehen sich oft um Elemente des Lebens, der Sehnsucht, der gesellschaftlichen Probleme im Miteinander und speziell um das Verhältnis der Geschlechter untereinander. Pinas Werke sind fragmentarische Sammlungen von vielen Einzelszenen, die von den Tänzerinnen und Tänzern mit sehr viel persönlicher Preisgabe ihrer Individualität dargestellt werden. Es sind nicht nur moderne Tanzensembleszenen, sondern auch viele schauspielerische Einlagen, die in der Heimatsprache der Ensemblemitglieder gesprochen oder gesungen werden. Die internationale Truppe von Pina Bauschs Tänzern erklingt in Deutsch, Englisch, Spanisch und Französisch. Die Musik dazu kommt häufig nicht aus dem Orchestergraben, sonder aus einer Lautsprecheranlage. Somit ist der Graben überbaut und die Distanz zum Publikum auf ein Minimum reduziert. Wer schon mal in einer der ersten Reihen eines Tanztheaterstücks von Pina Bausch gesessen hat wird bestätigen können, dass das Erleben mit hautnahem Kontakt der oft bis an die physische Grenze gehenden Tänzer ein unvergessliches Erlebnis sein kann, an dem die Gedanken noch lange hängen.

Kampnagel Hamburg / Tanztheater Pina Bausch - VIKTOR © Jochen Viehoff

Kampnagel Hamburg / Tanztheater Pina Bausch – VIKTOR © Jochen Viehoff

Das Stück VIKTOR entstand 1986 in Rom. Die Tänzerinnen und Tänzer hatten genügend Zeit, sich von der Stadt, von den Menschen und den Erlebnissen treiben und inspirieren zu lassen. In der Uraufführung am 14. Mai 1986 sah man dann im ausverkauften Schauspielhaus in Wuppertal das Ergebnis vor einem nach drei Seiten abschließenden, fast wandhohen Erdwall, auf dem ein Tänzer während der ganzen Vorstellung, die immerhin dreieinhalb Stunden dauerte, mit einer Schaufel Erde herunter auf den Bühnenboden rieseln lies. Ein Klavier und eine Leiter, die auf den Wall führte, waren die einzigen Ausstattungsmittel, die man zu Anfang sah. „Ein Tanz bis ins Grab“ mit vielen Einzel- und Gruppenszenen, sowie großartigen Choreografien mit rund 30 Tänzerinnen, Tänzern und Statisten kennzeichnete den Abend. Mit diesem und auch vielen anderen Stücken der 2009 viel zu früh verstorbenen Choreografin Pina Bausch tourte man durch die ganze Welt, nahm man teil an den größten Tanzfestivals der Szene und erntete Beifallsstürme und überragende Kritiken.

Kampnagel Hamburg / VIKTOR - Andrey Berezin und Nazareth Panadero © Oliver Look

Kampnagel Hamburg / VIKTOR – Andrey Berezin und Nazareth Panadero © Oliver Look

31 Jahre später kommt VIKTOR nun nach langjähriger Abstinenz des Tanztheaters Wuppertal wieder einmal nach Hamburg und wird in der Kulturfabrik Kampnagel für vier restlos ausverkaufte Vorstellungen noch einmal gezeigt. Das begeisterte Publikum kann sogar noch einige Tänzerinnen und Tänzer der Uraufführung bewundern, die im gereiften Alter entweder vor oder hinter der Bühne mitspielen und dafür sorgen, dass das Erbe der Pina Bausch lebendig gehalten wird.
Eine junge, hübsche Dame in rotem Kleid tritt von hinten nach vorne auf die Bühne. Sie hat keine Arme und lächelt die Zuschauer an. Man starrt verwundert auf die Ärmelstutzen an den Schultern, aus denen noch die Arme wachsen müssten. Mit dieser Szene beginnt der Reigen von insgesamt rund einhundert Kurzszenen des langen Abends auf Kampnagel. Aus den Lautsprechern vor der Bühne ertönt Volksmusik aus der Lombardei, Toskana, Süditalien, Sardinien sowie klassische Musik von Tschaikowskij, Buxtehude und Dvorák. Auf dem Boden liegt ein Paar (Aida Vainieri und Eddie Martinez). Hinter ihnen sind Teppiche ausgelegt. Vor den Beiden steht ein Standesbeamter und spricht die bei der Eheschließung obligatorischen Worte. Keine Reaktion des Brautpaares. Geduldig beugt sich der Trauhelfer über die beiden Liegenden, bewegt den Kopf der Dame zu einem Nicken, dann den des Herren, schiebt die Hände der Beiden zusammen, um die Ringe aufzustecken und legt die Köpfe zusammen zu einem Kuss. Dann fallen sie wieder zurück in eine Art Leichenstarre.

Kampnagel Hamburg / VIKTOR - Julie Shanahan © Laszlo Szito

Kampnagel Hamburg / VIKTOR – Julie Shanahan © Laszlo Szito

Eine Tänzerin erscheint neben einem der ausgelegten Teppiche sitzend auf dem Boden, die Beine in Richtung Publikum ausgestreckt. Sie beginnt mit dem Oberkörper zu tanzen. Ihre Haare wehen um sie, wie vom Wind geblasen. Während des mehrminütigen Oberkörpertanzes rutscht sie langsam und kaum merklich nach Vorne an die Bühnenfront, hautnah bis ans Publikum. So füllt sich die Bühne mehr und mehr mit immer weiter dazukommenden Darstellern und VIKTOR nimmt langsam „Fahrt auf“. Heiter, traurig und melancholisch stellt das Stück viele Fragen, mehr als es beantwortet, wenn zum Beispiel eine Tänzerin zwei Kalbfleischsteaks in ihre Ballettschuhe steckt und danach anfängt klassisch zu tanzen.
Schwungvolle Ensembleszenen mit den Tänzerinnen, Tänzern und einigen Tanzkomparsen, bestehend aus älteren Herren Hamburgs, sind zu Swingmusik aus knisternden Lautsprechern zu vernehmen. Sie zeigen, dass Pina Bausch nicht nur für verstörende Kleinszenen steht, sondern dass sie auch die „große Choreografie“ mit ihren eigenen, unverwechselbaren Mitteln beherrscht. In allen diesen Szenen gibt es eine ganz wichtige, das Stück auch charakterisierende Rolle, die einer der ersten Tänzer der Tanztruppe inne hat und der auch 1986 bei der Uraufführung dieses Part „tanzte“. Dominique Mercy wirkt in seinem schwarzen Kleid wie eine Witwe im neapolitanischen Italien. Mit Stock und gebeugtem Oberkörper fegt er permanent durch die Szenen der übrigen Tänzer, immer dabei sein Gesicht unter einem schwarzen Cape verbergend. Die Szenen erinnern an die Erscheinung der alten Burja aus Janaceks Jenufa.

Kampnagel Hamburg / Pina Bausch - VIKTOR - Ensemble © Patrik Klein

Kampnagel Hamburg / Pina Bausch – VIKTOR – Ensemble © Patrik Klein

Als nach dreieinhalb Stunden intensivstem Tanztheater die anfänglich beschriebenen ersten Einzelszenen erneut aufkommen, wird langsam klar, dass man sich dem „Ende“ des Stückes nähert. VIKTOR als ein unendlicher Kreislauf des Lebens und Sterbens, der Sehnsüchte, dem Hass und der Liebe. Nach einem kurzen Moment der Betroffenheit, entladen sich die aufgestauten Emotionen beim Publikum in einem lange andauernden, dankenswerten und begeisterten Jubel für Pina Bauschs Tanztheater auf Kampnagel Hamburg.

Es ist schön zu wissen, dass nach nunmehr 8 Jahren nach ihrem Tod, in denen einige ehemalige Tänzer die Leitung der Tanzkompanie als Interimslösung übernahmen, um das Erbe der Choreografin zu bewahren, die Zukunft des Tanztheaters endgültig gesichert ist. Ab Mai 2017 wird Adolphe Binder (Leiterin des Tanzensembles in Göteborg) die Intendanz und Künstlerische Leitung übernehmen. Das seit 2013 geschlossene Schauspielhaus in Wuppertal soll dann auch in wenigen Jahren (frühestens ab 2019) nach einer Sanierung in ein Pina Bausch Zentrum umgewandelt werden. Dort können dann wieder an alter, bekannter Stelle die Stücke von Pina Bausch aufgeführt werden.  Von Patrik Klein

 

Frankfurt, Oper Frankfurt, Premiere Eugen Onegin von Peter Tschaikowski, IOCO Kritik, 04.12.2016

Dezember 5, 2016 by  
Filed under Hervorheben, Kritiken, Oper, Oper Frankfurt

logo_oper_ffm.gif

Oper Frankfurt

Oper Frankfurt / Eugen Onegin - Tatiana und Onegin © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / Eugen Onegin – Tatiana und Onegin © Barbara Aumüller

EUGEN ONEGIN  von PETER I. TSCHAIKOWSKI

„Wir werden gehen, uns küssen, altern…..

Premiere Eugen Onegin war am 20.11.2016, weitere Vorstellungen:  3., 11., 15., 23., 25. (18.00 Uhr), 30. Dezember 2016, 1. (18.00 Uhr) Januar 2017

Nach über 15 Jahren ist nun der russische Klassiker Eugen Onegin wieder in der Oper Frankfurt zu sehen. Überhaupt scheint das Werk gerade „in“ zu sein, denn auch in Wiesbaden und Darmstadt steht es auf dem Spielplan. Alexander Puschkin schuf einen Versroman (1830), der weit über Russland hinaus wirkte und eine aus heutiger Sicht untergegangene Welt einfing. Auch Tschaikowskis Musik (1879 in Moskau uraufgeführt) nimmt die musikalischen Strömungen seiner Epoche auf – ob es das leitmotivische Begleiten seiner Protagonistin Tatjana oder die damals erwünschte Besinnung auf das russische Volksliedgut ist.

 Frankfurt / Oper Frankfurt_Eugen Onegin_Tatiana und Onegin © Barbara Aumüller

Frankfurt / Oper Frankfurt_Eugen Onegin_Tatiana und Onegin © Barbara Aumüller

Ein riesiges Mural – an Sowjetzeiten erinnernd – teilt die Bühne (Katja Haß) in ein davor und dahinter (Haus, Garten der Larins, Ballsaal in St. Petersburg), die Kostüme sind grau, postsowjetisches Russland, in dem der orthodoxe Pope wieder selbstverständlicher Teil der Gesellschaft ist. Die beiden ersten Akte bilden eine zeitliche Einheit auf dem Landgut der Familie Larin, in die Eugen Onegin sich arrogant gebend hineingerät. Der dritte Akt, Jahre später im Ballsaal des Fürsten Gremin in St. Petersburg, zeigt ihn als einen Zuspätgekommenen, was fast Gorbatschows Satz evoziert: „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“. So jedenfalls legt es die Konzeption von Jim Lucassen nahe, der krankheitsbedingt nicht weitermachen konnte. Seine Assistentin Dorothea Kirschbaum führte die Regiearbeit fort und zeigt uns Eugen Onegin als einen Außenstehenden, nie dazugehörend und doch präsent, während Tatiana musikalisch und dramaturgisch die zentrale Figur bleibt.

„Wir werden gehen, uns küssen, altern…“, steht in kyrillischer Schrift über dem Bühnenportal – doch auf das „Wie“ kommt es an! In dieser Hinsicht ist Tatiana, inzwischen Fürstin, Onegin voraus. Sie weist ihn nicht allein aus Pflichtgefühl zurück, sondern auch weil sie weiß, dass man aufrichtige Gefühle nicht mit Füßen tritt, ihr Mann eben solche für sie empfindet und dafür Respekt verdient. Onegin dagegen hat zweimal „wahres Lieben“ zerstört: Bei seinem Freund Lenski, der sich vielleicht in die falsche, da flatterhafte Olga ernsthaft verliebt, als er diesen grundlos – mit Olga flirtend – provoziert und letztendlich im Duell grundlos tötet. Und bei Tatiana, die von seiner kalten Zurückweisung in ihrem Innersten für immer erschüttert zurückgelassen wird. Onegin hat keinen Sinn für die Gefühle der anderen, er erkennt zwar Tatianas Größe, nicht aber die Größe ihres Herzens. Am Ende, wenn sich das Gitter – das sich im ersten Bild öffnet – wieder schließt, bleibt er räumlich wie emotional außen vor.

Oper Frankfurt / Eugen Onegin - Mario Chang als Lenski © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / Eugen Onegin – Mario Chang als Lenski © Barbara Aumüller

Tatiana ist auch die Figur, der sich der russische Komponist am meisten verbunden fühlte. Ihr hat er die schönste Musik geschrieben, wie die berühmte Briefszene, in der sie sich zu ihrer Liebe für Onegin bekennt. Wohl auch deshalb hat Tschaikowski sein Werk mit „Lyrische Szenen“ überschrieben. Die intimen Momente kontrastiert er mit großem Chor wie bei der Namenstagfeier zu Ehren Tatianas und im Ballsaal des Fürsten Gremin. Der Wechsel von innerlichen zu großen Gefühlsausbrüchen – besonders prägnant kurz vor dem Streit und Duell von Lenski und Onegin – gelingt dem Orchester unter der Leitung von GMD Sebastian Weigle mühelos, insbesondere auch, weil er all zu viel Pathos meidet. Der ausdrucksstarke Chor (Leitung: Tilman Michael) ist nicht bloß „russische Masse“, sondern Agent und Zuschauer gleichermaßen.

Oper Frankfurt / Eugen Onegin - Ensemble und Chor © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / Eugen Onegin – Ensemble und Chor © Barbara Aumüller

Die wichtigste Leistung und damit Anerkennung gebührt aber dem Sängerensemble (bis auf zwei Gastsänger alles Mitglieder der Oper Frankfurt), weil es den Regie-Wechsel tragen konnte und dafür vom Publikum mit großem Applaus bedacht wurde: Barbara Zechmeister (Larina, Gutsbesitzerin), Sara Jakubiak (Tatiana, Larinas Tochter), Judita Nagyová (Olga, Larinas Tochter), Elena Zilio (Filipjewna, Amme), Daniel Schmutzhard (Eugen Onegin) Mario Chang (Lenski), Robert Pomakov (Fürst Gremin), Dietrich Volle (Saretzki), Daniel Miroslaw (Hauptmann) und Peter Marsh (Triquet, ein Franzose) sowie die beiden Tänzer Sandra Stuy und Olaf Reinecke.  Von Ljerka Oreskovic Herrmann

Premiere Eugen Onegin am 20.11. 2016, Weitere Vorstellungen: 3., 11., 15., 23., 25. (18.00 Uhr), 30. Dezember 2016, 1. (18.00 Uhr) Januar 2017

Oper Frankfurt – Alle Karten Hier:
Karten Kaufen

Frankfurt, Oper Frankfurt, Premiere EUGEN ONEGIN von Peter Tschaikowski, 20.11.2016

November 7, 2016 by  
Filed under Hervorheben, Oper, Oper Frankfurt, Premieren, Pressemeldung

logo_oper_ffm.gif

Oper Frankfurt

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCOOper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Oper Frankfurt / Mario Chang © Barbara Aumueller

Oper Frankfurt / Mario Chang © Barbara Aumueller

EUGEN ONEGIN von Peter Tschaikowski

Lyrische Szenen in drei Akten und sieben Bildern von Peter I. Tschaikowski, Text vom Komponisten und Konstantin S. Schilowski, nach dem Roman (1830) von Alexander S. Puschkin, In russischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Premiere Sonntag, 20. November 2016, um 18.00 Uhr, Weitere Vorstellungen: 24. November, 1., 3., 11., 15., 23., 25. (18.00 Uhr), 30. Dezember 2016, 1. (18.00 Uhr) Januar 2017

Eugen Onegin von Peter I. Tschaikowski (1840-1893) gilt als erfolgreichstes Werk des Komponisten für das Musiktheater und darüber hinaus als eine der meistaufgeführten russischen Opern überhaupt. Als literarische Vorlage diente Tschaikowskis Handlungsentwurf, den sein Freund Konstantin S. Schilowski Anfang 1877 zum Libretto formte, der in Russland ungeheuer populäre gleichnamige Versroman von Alexander S. Puschkin (1830). Die Gattungsbezeichnung „lyrische Szenen“ spiegelt den – im Gegensatz zum damals vorherrschenden Opernstil – gefühlsbetonten Grundton der Komposition. Die Chöre bringen dagegen die nationale Note ein, während Tänze wie Mazurka und Polonaise der Zeit der Handlung verpflichtet sind. Auf Tschaikowskis Wunsch fand die Uraufführung am 29. März 1879 in kleinem Rahmen am Moskauer Maly-Theater statt; der große, später auch internationale Erfolg des Werkes stellte sich allerdings erst 1884 nach der Aufführung am Petersburger Bolschoi-Theater ein.

Russland in den 1820er Jahren: Tatiana, die empfindsame Tochter der Gutsbesitzerin Larina, verliebt sich in den abgeklärten Dandy Eugen Onegin, den ihr Lenski, der Verlobte ihrer lebenslustigen Schwester Olga, vorstellt. In einer zentralen Stelle der Oper schreibt die schüchterne Tatiana einen Brief, in dem sie dem Angebeteten ihre Liebe offenbart. Doch Onegin erklärt ihr kühl, dass er nicht für die Ehe geschaffen sei. Gelangweilt von der Atmosphäre in der Provinz macht er Olga schöne Augen und erregt so die Eifersucht seines Freundes Lenski. Der Streit mündet in ein Duell, das Lenski nicht überlebt.

Oper Frankfurt / Daniel Schmutzhard © Barbara Aumueller

Oper Frankfurt / Daniel Schmutzhard © Barbara Aumueller

Onegin flieht vor seiner Schuld und entdeckt zu spät seine Gefühle für Tatiana.

Die musikalische Leitung liegt bei Generalmusikdirektor Sebastian Weigle, für den die Frankfurter Saison 2016/17 am 16. Oktober 2016 mit Flotows Martha begann. Aus gesundheitlichen Gründen mu sste inmitten der Proben der holländische Regisseur Jim Lucassen die Arbeit abrupt niederlegen. Die Regieassistentin und Regisseurin Dorothea Kirschbaum übernimmt dankenswerterweise die weitere Einstudierung. Das ursprüngliche Regiekonzept wird fortgeführt. Vorwiegend aus dem Frankfurter Ensemble stammt die Besetzung: Bariton Daniel Schmutzhard (Eugen Onegin) war hier kürzlich noch als Escamillo in Bizets Carmen zu erleben. Eine neue Facette seines Könnens präsentiert der vorwiegend im italienischen Fach beheimatete Tenor Mario Chang (Lenski). Nach ihrem überwältigenden Erfolg als Marta in Weinbergs Die Passagierin verkörpert Sara Jakubiak die Tatiana an der Seite von Judita Nagyová (Olga) und Barbara Zechmeister (Larina). Die italienische Mezzosopranistin Elena Zilio ist eine Grand Dame des Opernbetriebes und hat in ihrer langen Karriere an vielen wichtigen Häusern gastiert. Die Partie der Filipjewna führte sie jüngst auch an die Bayerische Staatsoper. Der kanadische Bass Robert Pomakov (Fürst Gremin) singt regelmäßig an den renommierten Bühnen Nordamerikas, darunter auch die New Yorker Met.

Musikalische Leitung: Sebastian Weigle, Regie: Dorothea Kirschbaum, Konzeption: Jim Lucassen, Bühnenbild: Katja Haß, Kostüme: Wojciech Dziedzic, Licht: Joachim Klein, Chor: Tilman Michael, Choreografie: Olaf Reinecke, Dramaturgie: Norbert Abels, Larina,

Gutsbesitzerin: Barbara Zechmeister, Tatiana, Larinas Tochter: Sara Jakubiak
Olga, Larinas Tochter: Judita Nagyová / Maria Pantiukhova (ab 23. Dezember 2016)
Filipjewna, Amme: Elena Zilio, Eugen Onegin: Daniel Schmutzhard / Gordon Bintner (ab 23. Dezember 2016), Lenski: Mario Chang, Fürst Gremin: Robert Pomakov, Ein Hauptmann: Daniel Miroslaw, Saretzki: Dietrich Volle / Barnaby Rea (ab 23. Dezember 2016)
Triquet, ein Franzose: Peter Marsh / Michael McCown (ab 23. Dezember 2016)
Chor und Statisterie der Oper Frankfurt; Frankfurter Opern- und Museumsorchester

Oper Frankfurt, Eugen Onegin: Premiere Sonntag, 20. November 2016, um 18.00 Uhr,
Weitere Vorstellungen: 24. November, 1., 3., 11., 15., 23., 25. (18.00 Uhr), 30. Dezember 2016, 1. (18.00 Uhr) Januar 2017, Falls nicht anders angegeben,  Beginn 19.30 Uhr. PMOFFM

Oper Frankfurt – Alle Karten Hier :
Karten Kaufen

Nächste Seite »