Münster, GOP Varieté Theater, „impulse“ – Artistisches Trommelfeuer, IOCO Kritik, 19.05.2017

gop_ms_logo_cmyk_40_2

GOP Variete Theater Münster

GOP Varieté-Theater Münster © GOP Münster

GOP Varieté-Theater Münster © GOP Münster

Artistisches Trommelfeuer

  „impulse“ Show am GOP Varieté-Theater in Münster überwältigt

Von Hanns Butterhof

Das hat es im Varieté so noch nicht gegeben. „impulse“ ist ein mitreißendes Konzert, ein fesselndes Tanzstück und eine akrobatische Show aus einem Guss. Ohne Worte schlägt „impulse“ über zwei Stunden das Premierenpublikum in seinen Bann, das am Ende begeistert in standing ovations ausbricht.

GOP Münster / Varieté Show impulse © GOP Varieté

GOP Münster / Varieté Show impulse © GOP Varieté

Regisseur Nikos Hippler hat den überwältigenden Sound eigens für „impulse“ arrangiert, und Chris Myland und Dennis MacDao haben für die drei weiblichen und sechs männlichen Artisten eine Bewegungsfolge choreographiert, deren drängender Rhythmus durch die einzelnen Darbietungen und den gesamten Abend fließt.

Den rhythmischen Impuls gibt der Perkussionist Johnny Kay vor, der mitreißend ein wahres Trommelfeuer auf seiner Batterie veranstaltet. Häufig begleiten ihn dabei alle anderen, die immer wieder die Kulissen erklettern, eine meterhohe Wand, die mit etwa hundert verschieden großen Trommelfellen bespannt ist. Auf die schlagen sie mit ihren Trommelstöcken ein und tragen damit zum teils ohrenbetäubenden, aber ungeheuer intensiven Sound von „impulse“ bei.

Dazu wird in vielen Stilarten getanzt, vom Breakdance bis zu schön anzuschauenden Ensembles, in denen sich mehrere Artisten zu einer Körper-Skulptur zusammenfinden.

Die Tänzerinnen und Tänzer haben es nicht leicht, ihre individuellen Besonderheiten herauszustellen wie Sabrina Franz, Katharina Lebedew, deren Handstand-Akrobatik bruchlos aus dem Tanz hervorgeht, oder Dennis McDao, der etwas süßlich mit derwischartigem Kreiseltanz weiße Daunen-Federn aufwirbelt.

GOP Münster / Varieté Show impulse Ensemble © GOP Varieté

GOP Münster / Varieté Show impulse Ensemble © GOP Varieté

Erika Nguyen begeistert durch eine gefühlvolle Luftring-Nummer, und Jimmy Gonzales ruft durch seine mitreißende Trommelstock- und Ball-Jonglage jubelnden Applaus hervor. Absolut originell jongliert er später mit Brotteig, der im Flug in immer kleinere und unregelmäßigere Stückchen zerbricht; schwer zu beherrschen, und einfach wunderbar!

Und auch der anfangs bei seiner Pole-Akrobatik etwas von der Percussion zugedeckte Robert James Webber tritt mit einer ebenso komischen wie unglaublich perfekten Besen-Jonglage ins volle Rampenlicht.

 GOP Münster / Varieté Show impulse Kay © GOP

GOP Münster / Varieté Show impulse Johnny Kay © GOP

Mit seinem Witz und seiner Lebensfreude, die er bei allen seinen Auftritten ausstrahlt, vom Stepptanz bis zum Kreisenlassen der Hula Hoop-Reifen – selbst um seine Nase –, wird Daniel Sullivan zum unangefochtenen Publikumsliebling in einem ausgewogen liebenswerten Ensemble einer sehenswerten, überwältigend dynamischen Show.

 GOP Variete Theater Münster – Karten Hier:
Karten Kaufen

Münster, Theater Münster, CIRC…US – Tanzstück von HH Paar, IOCO Kritik, 19.05.2017

Mai 20, 2017 by  
Filed under Hervorheben, Kritiken, Operette, Theater Münster

theater_muenster_logo_50

Theater Münster

Theater Münster © Rüdiger Wölk

Theater Münster © Rüdiger Wölk

 CIRC…US –  Viel Beifall für Hans Henning Paars neues Tanzstück

„Die Welt als chaotischer Zirkus“

CIRC…US  –  Die nächsten Termine:2., 8.und 30.6.2017, jeweils 19.30 Uhr;  25.6.2017 19.00 Uhr.

VON HANNS BUTTERHOF

Wie beim richtigen Zirkus empfangen in Livreen gewandete Türsteher das Publikum zur Uraufführung von Tanzchef Hans Henning Paars neuem Stück „CIRC…US“. Der fesselnde Tanzabend im Kleinen Haus des Theaters Münster zeigt unsere Welt als chaotischen Zirkus.

Theater Münster / CIRC…US © Oliver Berg

Theater Münster / CIRC…US © Oliver Berg

Die Bühne, um die das Publikum wie in einer echten Zirkus-Manege im Kreis herum sitzt, ist mit einem flammend roten Tuch bedeckt. Wenn sich unter ihm nach und nach die Tänzer mit verschiedenen Formen und Bewegungen abzeichnen, geht bei elektronischen Urwald-Geräuschen sofort das Kopfkino los. Bewegt sich hier eine Schlange, da ein Elefant und dort ein Krokodil oder was? Paars Zirkus handelt dann aber nicht von Tieren, sondern vom Menschen.

Das Ensemble in seinen phantasievoll verschiedenartig schwarz-weiß gemusterten Kostümen (Bühne und Kostüme: Hans Henning Paar und Bernhard Niechotz) zeigt zur fetzigen Musik der rumänischen Brass-Band Fanfare Ciocirlia facettenreich eine chaotische Gesellschaft. Zarten Szenen von inniger Zweier-Beziehung stehen Ensembles von grotesker körperlicher Verdrehtheit und ruckartigen Marionetten-Bewegungen gegenüber. Es wird schrill geschrien, und Grimmassen grinsen ins Publikum.

Theater Münster / CIRC…US © Oliver Berg

Theater Münster / CIRC…US © Oliver Berg

Im rasenden Bewegungsfluss halten immer einzelne Szenen inne. Bizarr streitet sich ein clowneskes Paar  in athletischer Körperlichkeit, aber sieghaft ist nicht der Einsatz von Kraft, sondern strategische Heulerei. Und wenn Ako Nakonome im blauen Bühnennebel unter einer Kopfmaske mit vier Gesichtern tanzt, bleibt stets verblüffend unklar, ob sie sich gerade nach vorn oder nach hinten oder gar zur Seite beugt; sie ist faszinierend die personifizierte Uneindeutigkeit..

Die Szenen von „CIRC…US“ haben eine Tendenz zum Schrecklichen. Unter der Hand wird aus einem fröhlichen Paar-Tanz ein gespenstischer Totentanz Vereinzelter, und ein vertierter Mob zerstört böswillig das Schöne. Da erscheint Maria Bayarri Pérez mit gasgefüllten Ballons an ihren Gliedmaßen wie ganz schwerelos; die Herzen fliegen ihr zu, fast erwartet man, dass sie langsam zur Saaldecke hinaufschwebt, wenn sie nur noch die Zehenspitzen eines Fußes am Boden halten. Doch unter affenartigem Gelächter und primitiven Machtgebärden lässt ein fünfköpfiger Mob einen Luftballon nach dem anderen platzen, und die  mühsam fortkriechende Pérez wird  brutal zu Tode getreten.

Nach dem heiteren Zirkus-Empfang macht Paar in der szenischen Abfolge bewegend deutlich, dass sich unsere Gesellschaft vom individuell Chaotischen zum egoistisch Negativen, Brutalen und Hässlichen, letztlich Unmenschlichen hin verändert. Nach 75 spannenden Minuten pausenlosen, ausdrucksstarken Tanzes  lang anhaltender, begeisterter Applaus des Premierenpublikums für das beeindruckende Ensemble und das Regieteam.

CIRC…US  –  Die nächsten Termine:2., 8.und 30.6.2017, jeweils 19.30 Uhr;  25.6.2017 19.00 Uhr.

Theater Münster – Alle Karten Hier :
Karten Kaufen

 

 

Altenburg, Theater und Philharmonie Thüringen, Philharmonisches Schlosskonzert, 03./05.06.2017

T&PhilThüringen_logo_300

Theater und Philharmonie Thüringen

Theater und Philharmonie Thüringen / Publikum beim Schlosskonzert © Stephan Walzl

Theater und Philharmonie Thüringen / Publikum beim Schlosskonzert © Stephan Walzl

14. Philharmonisches Schlosskonzert

Auf dem Altenburger Residenzschloss

Am Pfingstwochenende lädt Theater und Philharmonie Thüringen gleich zweimal  zum Schlosskonzert im Festsaal auf dem Altenburger Residenzschloss ein: am Samstag, 3. Juni, um 19:30 Uhr und am Pfingstmontag, 5. Juni, um 18:00 Uhr. Unter der Leitung von Thomas Wicklein musiziert das Philharmonische Orchester Altenburg-Gera.

Theater und Philharmonie Thüringen / Plakatmotiv © Theater und Philharmonie Thüringen

Theater und Philharmonie Thüringen / Plakatmotiv © Theater und Philharmonie Thüringen

Das 14. Philharmonische Schlosskonzert findet im Rahmen der Liszt Biennale 2017 statt und präsentiert Werke von drei Wunderkindern. Diese Komponisten waren nicht nur bereits in ihrer frühesten Kindheit hochbegabt, sondern auch das, was wir heute moderne Europäer nennen: Sie pflegten ihre kulturellen Wurzeln, aber genauso lebten und konzertierten sie in den kulturellen Zentren Europas.

Eines dieser Wunderkinder war natürlich Franz Liszt, der seine Jugend zur Ausbildung in Paris verbrachte. Mit 14 Jahren komponierte er seine erste Oper Don Sanche, deren Ouvertüre im Konzert zu erleben sein wird. Mit 22 Jahren schuf er sein Klavierkonzert Malédiction, das von dem Liszt-Spezialisten Rolf-Dieter Arens gespielt wird. Prof. Arens ist Initiator der Liszt Biennale.

Auch W. A. Mozart tobte sich früh auf dem Notenpapier aus, er begann mit 6 Jahren zu komponieren und unternahm erste Konzertreisen. Sein Klavierkonzert Nr. 9 ist ein frühes Meisterwerk, mit dessen Gefühlstiefe und melodischer Schönheit die junge Pianistin Dina Ivanova ihre Zuhörer verführen wird. Sie gewann jüngst den 2. Preis beim 8. Internationalen FRANZ LISZT Klavierwettbewerb Weimar – Bayreuth.

Theater und Philharmonie Thüringen / Ivanova Dina © Martin-Berg

Theater und Philharmonie Thüringen / Ivanova Dina © Martin-Berg

Felix Mendelssohn Bartholdy komponierte bereits im Alter von elf Jahren. Die sonntäglichen Matineen im Elternhaus boten Gelegenheit, diese Werke zu präsentieren. Für einen dieser Sonntage schuf er 1821 seine Streichersinfonie Nr. 2, die im herrlichen Festsaal besonders gut zur Geltung kommen wird. PMThPhTh

Programm:
Franz Liszt (1811-1886): Ouvertüre zu Don Sanche oder Das Schloss der Liebe
Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791): Klavierkonzert Nr. 9 Es-Dur KV 271 (Jeunehomme)
Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847): Streichersinfonie Nr. 2 D-Dur
Wolfgang Amadeus Mozart: Ouvertüre zu Idomeneo, Rè di Creta
Franz Liszt: Malédiction für Klavier und Streicher & Drei Jugendetüden
Johann Strauß I. (Vater) (1804-1849): Furioso-Galopp nach Liszts Motiven op. 114

Theater und Philharmonie Altenburg – Karten Hier :
Karten Kaufen

Linz, Landestheater Linz, Premiere DIE ANDERE SEITE, 20.05.2017

April 28, 2017 by  
Filed under Landestheater Linz, Oper, Premieren, Pressemeldung

Landestheater Linz

Landestheater Linz / Neues Musiktheater Volksgarten © Sigrid Rauchdobler

Landestheater Linz / Neues Musiktheater Volksgarten © Sigrid Rauchdobler

Mit Michael Obsts Oper Die andere Seite nach dem fantastischen Roman von Alfred Kubin erwartet Sie am 20. Mai eine weitere Rarität auf der Bühne des Linzer Musiktheaters. Die andere Seite ist eine österreichische Erstaufführung und die letzte Opernpremiere von Dennis Russell Davies als Generalmusikdirektor des Landestheaters Linz und als Chefdirigent des Bruckner Orchesters Linz. Regie führt der Brite John Dew.

„DIE ANDERE SEITE“
MUSIKTHEATER NACH ALFRED KUBINS FANTASTISCHEN ROMAN VON
MICHAEL OBST, Text Hermann Schneider

Österreichische Erstaufführung, Premiere Samstag, 20. Mai 2017, 19.30 Uhr, weitere Vorstellungen 24.5.2017, 27.5.2017, 6.6.2017, 19.6.2017, 24.6.2017

1908 verfasste der Grafiker und Zeichner Alfred Kubin mit Die andere Seite einen fantastischen Roman, der etwa auch Franz Kafka stark beeindruckte. Erzählt wird hier das Abenteuer einer Reise in eine merkwürdige Stadt auf der anderen Seite der Welt. Was wie ein hoffnungsvoller Traum beginnt, weitet sich immer mehr zu einem soghaft-apokalyptischen Szenario. Michael Obst komponierte 2010 hierzu eine Musik, in der zarte A-Capella-Chorpassagen mit klanggewaltigen Massenszenen kontrastieren und Wild-Scharfes auf eindringliche Passagen von morbider und fragiler Schönheit trifft.

Musikalische Leitung Dennis Russell Davies, Nachdirigat Marc Reibel, Inszenierung John Dew, Bühne und Kostüme Dirk Hofacker, Chorleitung Georg Leopold, Dramaturgie Christoph Blitt, Zeichner Martin Achrainer, Seine Frau Gotho Griesmeier,, Patera, auch Giovanni Battista, ein Affe / Passant Denis Lakey, Verkäufer / Wirt Nikolai Galkin,

Ein kleiner Herr / Amtsperson Csaba Grünfelder, Friseur / Arzt  Michael Wagner, Gast / Zoologe Matthäus Schmidlechner, Melitta Martha Hirschmann, Herkules Bell, Amerikaner John F. Kutil, Zwei Schachspieler Jochen Bohnen, N.N. Chor des Landestheaters Linz Statisterie des Landestheaters Linz Bruckner Orchester Linz. PMLthL

 

Nächste Seite »