Frankfurt, Oper Frankfurt, Premiere CAPRICCIO von Richard Strauss, 14.01.2018

Dezember 29, 2017 by  
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Oper Frankfurt

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

 CAPRICCIO von Richard Strauss

Premiere Sonntag, 14. Januar 2018  18.00 Uhr

Konversationsstück für Musik, Text  Clemens Krauss und Komponisten

Oper Frankfurt / Camille Nylund © anna.s

Oper Frankfurt / Camille Nylund © anna.s

Mit seiner letzten, am 28. Oktober 1942 im Münchner Nationaltheater uraufgeführten Oper Capriccio legte Richard Strauss (1864-1949) sein musikdramatisches Vermächtnis vor. Eingebettet in die Geschichte von einer Frau zwischen zwei Männern werden zwei entgegengesetzte musiktheoretische Positionen erörtert: Erst die Worte, dann die Musik. Oder ist es eher umgekehrt? Prima le parole – dopo la musica! hieß bereits das Libretto des Abbé Giambattista Casti, welches – von Antonio Salieri vertont – 1786 im Wettstreit mit einem Werk von Wolfgang Amadeus Mozart erstmals aufgeführt wurde. Dieses Sujet bietet die Grundlage des Librettos, das vornehmlich Clemens Krauss, der Dirigent der Uraufführung, für seinen Freund Strauss einrichtete und mit Zitaten berühmter Autoren wie z.B. Ronsard und Metastasio anreicherte. Musikalische Vorbilder waren hauptsächlich Strauss’ „Hausgötter“ Mozart und Wagner. Die letzte Frankfurter Inszenierung von Capriccio feierte in der Regie von Ekkehard Grüber und unter der musikalischen Leitung von Ralf Weikert am 24. März 1979 Premiere.

Gräfin Madeleine empfängt in ihrem Schloss nahe Paris eine Künstlerschar, darunter den Musiker Flamand und den Dichter Olivier. Beiden gleichermaßen zugetan entsteht ein Streit darüber, welche der beiden Künste die wichtigere sei. Am Ende kommt man zu dem Resultat, dass beide Formen gerade in ihrer Kombination die maximale Wirkung entfalten. Diese Aussicht versetzt die Gräfin kurz vor dem Souper in heiterste Laune…

Oper Frankfurt / Sebastian Weigle © Wolfgang Runkel

Oper Frankfurt / Sebastian Weigle © Wolfgang Runkel

Oper Frankfurt /KS Brigitte Fassbaender © Richard-Strauss-Festival

Oper Frankfurt /KS Brigitte Fassbaender © Richard-Strauss-Festival

Unter der musikalischen Leitung von Generalmusikdirektor und Strauss-Spezialist Sebastian Weigle kehrt Brigitte Fassbaender nach ihrer stark akklamierten Sicht auf Strauss’ Ariadne auf Naxos und Brittens Paul Bunyan zurück nach Frankfurt. Die Sängerin und Regisseurin wurde kürzlich mit dem Echo Klassik 2017 für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Die finnische Sopranistin Camilla Nylund (Gräfin) ist regelmäßiger Gast an den großen Opernbühnen weltweit. In Frankfurt war die Dresdner Kammersängerin zuletzt u.a. als Strauss’ Ariadne zu erleben. Der renommierte britische Tenor Graham Clark (Monsieur Taupe) kehrt nach Frankfurter Engagements als Narr in Reimanns Lear und als Hauk-Šendorf in Janáceks Die Sache Makropulos zurück an den Main. Die übrigen Hauptpartien sind mit Ensemblemitgliedern der Oper Frankfurt besetzt, darunter Gordon Bintner (Der Graf), AJ Glueckert (Flamand), Daniel Schmutzhard (Olivier), Alfred Reiter (La Roche), Tanja Ariane Baumgartner (Clairon), Sydney Mancasola (Eine italienische Sängerin) und Mario Chang (Ein italienischer Tenor).

Premiere: Sonntag, 14. Januar 2018, um 18.00 Uhr, Weitere Vorstellungen: 18., 20., 24., 26., 28. (15.30 Uhr; mit kostenloser Betreuung von Kindern zwischen 3 und 9 Jahren) Januar, 1., 10., 18. Februar 2018

Pressemeldung Oper Frankfurt

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Frankfurt, Oper Frankfurt, WEIHNACHTEN UND JAHRESWECHSEL, 2017/18

Dezember 19, 2017 by  
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Oper Frankfurt

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Weihnachten und Jahreswechel 2017/18

PROGRAMM DER OPER FRANKFURT

Im Feiertagsprogramm der Oper Frankfurt finden sich am Ende des Jahres zwei heiter-tiefgründige Mozart-Opern und zwei tragisch endende Liebesgeschichten von Verdi und Massenet. Für jede Gefühlsrichtung ist also etwas dabei…

Oper Frankfurt / Il Trovatore - Ensemble © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / Il Trovatore – Ensemble © Barbara Aumüller

Il trovatore von Giuseppe Verdi (1813-1901) steht am 1. Weihnachtsfeiertag (Montag, 25. Dezember 2017) um 18.00 Uhr und an Silvester (Sonntag, 31. Dezember 2017) um 19.30 Uhr auf dem Programm. Erst kürzlich wurde diese Londoner Produktion nach Frankfurt übernommen: Die düster-spannende Geschichte um die Rache einer alten Zigeunerin und die daraus resultierenden Schicksalswendungen sorgen für Gänsehaut, während die von Verdi erdachten Melodien „Ohrwurm-Charakter“ beweisen. Unter der musikalischen Leitung des italienischen Dirigenten Jader Bignamini und in der Regie von David Bösch ist eine internationale Sängerriege besetzt, darunter der südkoreanische Tenor Alfred Kim als Manrico, die amerikanische Sopranistin Leah Crocetto als Leonora, der griechische Bariton Tassis Christoyannis als Luna und die Mezzosopranistin Tanja Ariane Baumgartner als Azucena. Die Silvestervorstellung sowie die anschließende Feier sind bereits ausverkauft.


Oper Frankfurt / Die Entführung aus dem Serail - v.l.n.r. Peter Marsh (Pedrillo) und Martin Mitterrutzner (Belmonte) © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / Die Entführung aus dem Serail – v.l.n.r. Peter Marsh (Pedrillo) und Martin Mitterrutzner (Belmonte) © Barbara Aumüller

Wesentlich freundlicher, wenn auch keinesfalls harmlos, geht es bei der Vorstellung von Die Entführung aus dem Serail von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) am 2. Weihnachtsfeiertag (Dienstag, 26. Dezember 2017) um 15.30 Uhr zu. Die musikalische Leitung liegt bei Kapellmeister Nikolai Petersen. Die Produktion von Christof Loy aus dem Jahr 2003 gehört zu den erfolgreichsten Inszenierungen während der Intendanz von Bernd Loebe: Der junge spanische Edelmann Belmonte (Martin Mitterrutzner) möchte seine Braut Konstanze (Irina Simmes) und deren Dienerpaar Blonde (Nora Friedrichs) und Pedrillo (Peter Marsh) aus dem Serail des türkischen Bassa Selim (Christoph Quest) befreien. Dorthin wurde das Trio verkauft, nachdem ihr Schiff von Piraten gekapert worden war. Doch diesem Plan steht nicht nur die Wachsamkeit des Aufseher Osmin (Andreas Bauer) im Wege… Für diese Vorstellung sind z.Zt. nur noch wenige Restkarten erhältlich.


Oper Frankfurt / Werther - v.l.n.r. Peter Marsh (Schmidt), Attilio Glaser (Werther) und Barnaby Rea (Johann) © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / Werther – v.l.n.r. Peter Marsh (Schmidt), Attilio Glaser (Werther) und Barnaby Rea (Johann) © Barbara Aumüller

Die Inszenierung des Werther von Jules Massenet (1842-1912) nach Goethes berühmtem Briefroman in der Regie von Willy Decker stammt aus dem Jahre 2005 und bereichert am Samstag, dem 30. Dezember 2017, um 19.30 Uhr das Programm der Oper Frankfurt „zwischen den Jahren“. Das teilweise an Weihnachten spielende Werk um die Liebe des jungen Schriftstellers Werther zur unglücklich verheirateten Charlotte endet tragisch. Hier wird gewiss kein Auge trocken bleiben, daher bitte Taschentücher bereithalten! Die musikalische Leitung liegt beim ehemaligen Frankfurter Kapellmeister Hartmut Keil, der inzwischen regelmäßig als Gast an den Main zurückkehrt. Die Titelpartie verkörpert der deutsch-italienische Tenor Attilio Glaser, als Charlotte ist mit der frankokanadischen Mezzosopranistin Julie Boulianne ein neuer Stern am internationalen Opernhimmel zu erleben. In weiteren Rollen sind u.a. Louise Alder (Sophie) und Sebastian Geyer (Albert) besetzt.


Oper Frankfurt / COSI FAN TUTTE - Louise Alder (Despina) und Simon Bailey (Don Alfonso) © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / COSI FAN TUTTE – Louise Alder (Despina) und Simon Bailey (Don Alfonso) © Barbara Aumüller

Così fan tutte von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) steht am Neujahrstag, Montag, 1. Januar 2018, um 18.00 Uhr unter der musikalischen Leitung von Kapellmeister Nikolai Petersen auf dem Spielplan, und was könnte schöner sein, als das neue Jahr mit Mozart zu beginnen? Die Inszenierung von Christof Loy stammt aus dem Jahr 2008 und zählt zu den „Dauerbrennern“ der Oper Frankfurt: Ferrando (Michael Porter) und Guglielmo (Iurii Samoilov) wollen – als Türken verkleidet – die Treue ihrer Verlobten Fiordiligi (Karen Vuong) und Dorabella (Nina Tarandek) auf die Probe stellen. Helfen sollen ihnen dabei der alte Philosoph Don Alfonso (Simon Bailey) und die in Liebesdingen versierte Zofe Despina (Louise Alder). Als die Damen sich tatsächlich in den Partner der jeweils anderen verlieben, wird das Doppelspiel zwar aufgedeckt, doch sind damit längst nicht alle Fragen geklärt…PMOFfm

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Bayreuth, Bayreuther Festspiele 2017, Der Ring des Nibelungen – Castorf Ring, IOCO Kritik, 19.08.2017

August 18, 2017 by  
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Festspielhaus Bayreuth © IOCO

Festspielhaus Bayreuth © IOCO

Bayreuther Festspiele

Der Ring des Nibelungen von Richard Wagner

In Castorfs Kopf : Grandioses Scheitern einer humanistischen Hoffnung

Von Hanns Butterhof

Im nun fünften und letzten Jahr des von Frank Castorf inszenierten Ring des Nibelungen Bühnenfestspiels von Richard Wagner weiß das Publikum, worauf es sich einlässt. Es bleibt aber skeptisch, ob sich durch Heutiges ebenso schlüssig vom Ewigen erzählen lässt, wie es umgekehrt gängig ist.

DAS RHEINGOLD

Das „Rheingold“ führt also in das Amerika der 60er Jahre. Auf der Drehbühne des Festspielhauses hat Aleksandar Denic das heruntergekommene „Golden Motel“ an der Rückseite einer schmuddeligen Tankstelle an der Route 66 gebaut. So wenig Anfang war nie, hier ist alles schon kaputt. Im Hinterhof mit einem Swimmingpool als Rhein-Zitat hängen die etwas nuttigen Rheintöchter (Stephanie Houtzeel, Wiebke Lehmkuhl, Alexandra Steiner) ihre Unterwäsche zum Trocknen auf, lassen aber den schmierigen Betreiber der Tankstelle, Alberich (Albert Dohmen), nicht ran. Der entsagt daraufhin der Liebe ganz und wendet sich, wenn auch erst im Rahmen seines Gewerbes, ganz dem Gewinn der finanziellen Weltherrschaft zu.

Bayreuther Festspiele / Rheingold - Rheintöchter und Alberich © Bayreuther Festspiele / Enrico Nawrath

Bayreuther Festspiele / Rheingold – Rheintöchter und Alberich © Bayreuther Festspiele / Enrico Nawrath

Der pomadige Obergangster Wotan (Iain Paterson) betreibt das Motel. Für die Drecksarbeit hat er seine Leute wie den listigen Strategen Loge (Roberto Saccá) oder die energischen Handwerker Fasolt (Günther Groissböck) und Fafner (Karl-Heinz Lehner). Als Wotan sie um ihren Lohn, seine Schwägerin Freia (Caroline Wenborne), prellen will, schlagen sie ihm so lange die Fenster ein, bis er sie widerwillig herausrückt. Loge überredet nicht nur die beiden, statt Freias mit dem Gold Alberichs Vorlieb zu nehmen. Er führt auch Wotan in die Tanke Alberichs, der stellvertretend für alle geknechtet schuftenden Nibelungen seinen Bruder Mime (Andreas Conrad) und den Barkeeper (Patric Seibert) malträtiert. Ihm zwingt Wotan alles Gold, das nun holzscheitartig im Pool treibt, mitsamt einer Tarnkappe und einem aus dem Rheingold geschmiedeten, die Weltherrschaft ermöglichenden Ring ab, den Alberich daraufhin voll Wut und Leid verflucht.

Bayreuther Festspiele / Rheingold - Das Golden Motel und Ensemble © Bayreuther Festspiele / Enrico Nawrath

Bayreuther Festspiele / Rheingold – Das Golden Motel und Ensemble © Bayreuther Festspiele / Enrico Nawrath

Die Wirkung des Fluchs zeigt sich gleich nach dem in Wildwestmanier mit gezogenem Colt vollzogenen Tausch Freias gegen das Alberich-Gold samt Tarnkappe und Ring: Der gefühlsarme Fafner erschlägt seinen eher der Freia zugeneigten Bruder Fasolt, und von da an gilt Wotans Sorge nur noch dem Rückgewinn des Rings, der ihm die Weltherrschaft sichern soll.

Das kann man so erzählen. Aber es verträgt sich nicht wirklich mit einem Text, der von Göttern, Riesen und Zwergen und dem Bau der Götterburg Walhall handelt. Allerdings hat die Textverständlichkeit in diesem „Rheingold“ schlechte Karten. Die Aufmerksamkeit des Publikums wird permanent von der Handlungs- und Gesangsebene fortgerissen auf Nebenhandlungen, die als bunte Videos aus dem Motel- oder Tankstelleninneren oder als Szene aus Castorfs privatem Film-Gedächtnis auf einer Leinwand auf dem Moteldach eingespielt werden. Einzig Nadine Weissmann als Erda, deren Quicky mit Wotan die hysterisch auffahrende Eifersucht seiner Frau Fricka (Tanja Ariane Baumgartner) nur kurz erregt, vermag sich gegen die Assoziations- und Bilderflut Castorfs und seiner Video-Künstler Andreas Deinert und Jens Crull souverän wortverständlich durchzusetzen. Dass das Ensemble engagiert und überaus handlungsreich spielt, fesselt die Aufmerksamkeit und zieht sie mehr und mehr in Castorfs Kopf.

Bayreuther Festspiele / Rheingold - Wotan, Alberich und Loge © Bayreuther Festspiele / Enrico Nawrath

Bayreuther Festspiele / Rheingold – Wotan, Alberich und Loge © Bayreuther Festspiele / Enrico Nawrath

Musikalisch ist das „Rheingold“ gelungen. Schönklang bei den Rheintöchtern, der leichte Bass von Wotan Iain Paterson passt zur Rolle des Gangsterbosses, Albert Dohmens Alberich ist ein Bass von beeindruckend variantenreicher Tiefe. Von den Figuren neben ihnen gefallen vor allem der lockere Roberto Saccá, Andreas Conrad und Günther Groissböck, dem ein gesteigerter Schlussbeifall gilt.

Den größten Beifall erhält deutlich Dirigent Marek Janowski und sein gut aufgelegtes Festspielorchester. Er schafft es, der Musik gegen die grellen Bilder zu ihrem Recht zu verhelfen. Sein flottes, die Artikulationsfähigkeit des Ensembles bis an die Grenze forderndes Dirigat ist flüssig, reitet nicht ostentativ auf den Leitmotiven herum und bietet soliden Wagnerklang.

Dieses „Rheingold“ hat etwas von der Feuerlohe um Brünnhildes Felsen. Wer ohne Zagen hindurch gegangen ist, der kann von den folgenden Abenden nur positiv überrascht werden.

DIE WALKÜRE

Ist es so, oder erscheint es dem „Rheingold“-Geschmiedeten nur so: Ganz anders, ruhiger auf die Szene gerichtet und weniger bildlastig ist „Die Walküre“. Zeit und Ort, auch die Figuren haben sich geändert. Jetzt füllt eine gewaltige Holzkonstruktion die Bühne, die plausibel Hundings Hütte als Wehrburg zeigt, gedreht deren Scheune sichtbar macht und am Ende einen Ölförderturm abgibt. Dass dieser in Aserbeidschans Baku stehen soll, erfährt man allerdings nur aus externen Quellen wie Feuilletons oder dem durch die Gesellschaft der Freunde Bayreuths e.V. ermöglichten Einführungsvortrag Sven Friedrichs, des Direktors des Richard-Wagner-Museums.

 Bayreuther Festspiele/ Walküre - Camilla Nylund als Sieglinde, Christopher Ventris als Siegmund, Georg Zeppenfeld als Hunding © Bayreuther Festspiele / Enrico Nawrath

Bayreuther Festspiele/ Walküre – Camilla Nylund als Sieglinde, Christopher Ventris als Siegmund, Georg Zeppenfeld als Hunding © Bayreuther Festspiele / Enrico Nawrath

Ruhige, eher statische Szenen prägen „Die Walküre“, und in den ausgedehnten symphonischen Passagen tritt die orchestrale Seite wohltuend hervor.

In einer nicht näher definierten Vorzeit, in die nur ein Fahrrad als Zeichen ihres Gegenwartsbezuges hinüberweist, verfallen sich gestisch fesselnd, kaum videogestört, aber auffällig unsinnlich, der auf der Flucht befindliche Wotan-Sohn Siegmund (Christopher Ventris) und seine Schwester Sieglinde (Camilla Nylund), die in Zwangsehe mit dem finsteren Biedermann Hunding (Georg Zeppenfeld) lebt. Die Dreiecksituation mit dem von der Verfolgung Siegmunds nach Hause kommenden Hunding, der im Hochzeitsanzug (Kostüme: Adriana Braga Peretzki) mit einem auf die Spitze seines Speers gespießten Kopf auftritt, ist fein inszeniert. Etwa wenn die verängstigte, doch neugierige Sieglinde von der hohen Terrasse aus dem Bericht Siegmunds lauscht und dann vor dem kurzen, argwöhnischen Blick Hundings kuscht.

Bayreuther Festspiele / Walküre - Bohrturm mit Walküren © Bayreuther Festspiele / Enrico Nawrath

Bayreuther Festspiele / Walküre – Bohrturm mit Walküren © Bayreuther Festspiele / Enrico Nawrath

Wo die Videotechnik, jetzt in expressionistischer schwarz-weiß-Manier, eingesetzt wird, überlagert das meist die Szene. So sieht man während Siegmunds Lebenssbeichte den von Sieglindes Schlaftrunk betäubten Hunding, wie er zuckend auf Siegmunds Worte reagiert. Für Wonnemond-Seligkeit ist da so wenig Platz wie für die Esche, in der das rettende Schwert Nothung stecken soll. Bis er es in der Scheune aus einem Baumstumpf zieht, erscheint es nur als Video wie auch Wotan (John Lundgren), der als langbärtiger Russe die Entwicklung mit Wohlgefallen sieht und sich am Telefon stummfilmmäßig mit einer Frau verabredet.

Etwas mehr Schwung bringt dann Fricka (Tanja Ariane Baumgartner) auf die Bühne. Die hysterische Herrin, die ihre Peitsche auf das Personal wie auch ihren Gatten Wotan sausen lässt, macht ihm im Namen von Recht und Sitte eine demütigende Szene. Obwohl das seine Pläne zur Wiedergewinnung des Rings scheitern lässt, muss Wotan, ergreifend in seiner Zerrissenheit, zustimmen, Siegmund nicht mehr zu schützen. In einer wunderbar intimen, vom Orchester sanft getragenen Szene widerruft Wotan den Auftrag, den er der Walküre Brünnhilde (Catherine Foster) gegeben hatte; nun soll Siegmund fallen. Obwohl sich Brünnhilde dem widersetzt, geschieht es. Hunding tötet Siegfried, der entgeistert nur auf das an Wotans Spaten zerbrochene Schwert Nothung schaut.

Noch einmal ändern sich Zeit und Szene. Jetzt wird zum Ende des 19. Jahrhunderts der nun zentrale, mit rotem Stern gezierte Ölförderturm von fahneschwingenden Revolutionären gestürmt, viele Heldenleichen fallen für die phantasievoll gewappneten Walküren an, die stimmschön, aber recht zahm, in ihr Hojotoho ausbrechen. Die mit der schwangeren Sieglinde zu ihnen geeilte Brünnhilde können sie nicht vor Wotans Strafe wegen ihrer Widersetzlichkeit schützen. Eigenartig unberührt verbannt sie der inzwischen Bartlose; seine Trauer malt nur das Orchester aus. Während Brünnhilde auf Video einschläft, wird der von Flammen umloderte Felsen enttäuschend läppisch nur als Flämmchenkranz um ein Ölfass angedeutet.

Bayreuther Festspiele / Walküre - John Lundgren als Wotan und Tanja Ariane Baumgartner als Fricka © Bayreuther Festspiele / Enrico Nawrath

Bayreuther Festspiele / Walküre – John Lundgren als Wotan und Tanja Ariane Baumgartner als Fricka © Bayreuther Festspiele / Enrico Nawrath

In der „Walküre“ setzt sich die musikalische Seite deutlich gegenüber der szenischen durch. Wenn Marek Janowski das Tempo drosselt und das Forte zurücknimmt, kommt es zu beglückenden Momenten. Das Wälsungenpaar überzeugt auch darstellerisch, Camilla Nylund mit klarer Höhe als Sieglinde, Christopher Ventris als Siegmund mit ausdrucksstarkem, warm timbriertem Tenor.

Georg Zeppenfeld als Hunding agiert eher unauffällig, aber mit beeindruckend fundiertem Bass. Zunehmend gewinnt Wotan John Lundgren stimmlich an Statur, Tanja Ariane Baumgartner als Fricka ist ihm eine gleichwertig gute Partnerin.

Mit großer Bühnenpräsenz und gesanglich ist Catherine Foster als Brünnhilde der Star des Abends. Unangestrengt und doch kraftvoll bezaubert sie mit reinem Sopran, fesselt als widerspenstige Wotanstochter und berührt tief bei ihrem Sturz.

SIEGFRIED

Schon nicht mehr überraschend ändern sich auch im „Siegfried“ wieder Ort, Zeit und Charaktere. Die Drehbühne wechselt häufig zwischen zwei Schauplätzen. Der eine ist ein bühnenraumfüllendes Felsmassiv, aus dem, wie im amerikanischen Mount Rushmore die Köpfe der Präsidenten, die der kommunistischen Leitfiguren Marx, Lenin, Stalin und Mao blicken. Der andere ist der Ostberliner Alexanderplatz der Wendezeit mit Weltzeituhr, S- und U-Bahn-Zugang, Centrum-Warenhaus, Post und Restaurant.

Bayreuther Festspiele / Siegfried - Siegfried und Mime vor einem Marx, Engels, Stalin und MaoTsetung Felsengebirge © Bayreuther Festspiele / Enrico Nawrath

Bayreuther Festspiele / Siegfried – Siegfried und Mime vor einem Marx, Engels, Stalin und MaoTsetung Felsengebirge © Bayreuther Festspiele / Enrico Nawrath

Vor dem Felsen betreibt Mime (Andreas Conrad) seine Schmiede in einem silbrigen Wohnwagen. Mime ist die Karikatur eines weinerlichen Kleinbürger-Intellektuellen. Vergeblich sucht er in seinen Büchern nach einer Anleitung dafür, ein Schwert zu schmieden, das sein unbändig starker Ziehsohn Siegfried nicht kaputtkriegt; dem Wanderer Wotan (Thomas J. Mayer) gegenüber weiß er die ganze Weltgeschichte zu erzählen, kennt aber nicht das, was ihm einzig nützlich wäre.

Nach dem Tod seiner Mutter Sieglinde ist Siegfried (Stefan Vinke) bei Mime zu einem impulsiven Halbstarken herangewachsen. Weder von Sitten- noch von Handwerksregeln ist er angekränkelt. So kann er mit neuer Technik Nothung zu einem Schwert von der Durchschlagskraft einer Kalaschnikow neu schmieden; mit einer solchen mäht er dann, das Publikum aufschreckend, bedenkenlos Fafner (Karl-Heinz Lehner) nieder, den zuhälterartigen Hüter des Nibelungenschatzes, den er aus dem U-Bahn-Zugang am Alexanderplatz hervorgerufen hat. Er raubt ihm den Schatz samt Tarnkappe und Ring, bevor er seinen ungeliebten Ziehvater mit dem Messer ersticht und verächtlich mit Müll überhäuft. Da zeigt ihm ein in das aufwendige Federkostüm einer Varieté-Tänzerin gekleidetes Waldvögelchen (Ana Durlovski) nicht nur den Unterschied von Mann und Frau, sondern auch den Weg zu Brünnhilde. Als ihm auf den Kommunistenköpfen Wotan entgegentritt, zerbricht er dessen Speer und beendet damit das herrschende Regel-System der Götter. Von da an geht die Macht vom Menschen aus.

Bayreuther Festspiele / Siegfried - Siegfried und Mime © Bayreuther Festspiele / Enrico Nawrath

Bayreuther Festspiele / Siegfried – Siegfried und Mime © Bayreuther Festspiele / Enrico Nawrath

Nur das Orchester malt die Flammenwand, die Siegfried durchschreitet, bevor er schließlich Brünnhilde (Catherine Foster) erfolgreich aus ihrem riesigen Schlafsack wickelt. Für einen großen Moment scheinen sich in Siegfried und Brünnhilde seine reine Natur und ihre Weisheit zu voller Menschlichkeit vereinigen zu können, so viel Hoffnung war nie. Doch als sie sich beim Verlobungsmahl mit Pizza im Restaurant am Alex getrennt gegenübersitzen, bekommt diese Hoffnung einen großen Dämpfer. Während Brünnhilde eines der überall herumwackelnden Krokodile mit einem Sonnenschirm füttert, zieht Siegfried aus dem Rachen eines anderen das schon halb verspeiste Waldvögelchen. Bevor sich zwischen beiden aber wieder etwas abspielt, tritt Brünnhilde dazwischen und fordert jetzt erst den ersten Kuss, nach dem schnell der Vorhang fällt.

Das alles ist gegen jedes Mitfühlen voll trauriger, grimmiger Lustigkeit inszeniert. Die kulminiert in den von Castorf erfundenen stummen Figuren, die leitmotivisch immer wieder von Patric Seibert gespielt werden. Schon im „Rheingold“ wurde er von Alberich malträtiert, in der „Walküre“ flüchtete er als Revolutionär in einen Geflügelstall, und in der „Götterdämmerung“ wird er erst als Bedienung in einer Dönerbude slapstickmäßig mit Lebensmitteln beworfen und schließlich überfahren werden. Im „Siegfried“ ist Seibert erst der Bär, den der wilde Knabe am Halsband herbeischleppt, um damit Mime zu schrecken. Dann schafft er ölbeschmiert und unermüdlich wuselnd für ihn, ohne das Seil um den Hals je loszuwerden. Doch wenn er auf Siegfried als Befreier gehofft hatte, wird er böse enttäuscht; auch der „neue Mensch“ gibt ihm nur einen Tritt. An Seibert zeigt Castorf ohne Worte, dass er im „Ring“ eigentlich die Geschichte der enttäuschten Hoffnung auf Menschlichkeit und des Niedergangs der Arbeiterklasse erzählt.

Marek Janowski malt mit dem Festspielorchester von allem Klamauk unberührt die emotionalen Höhepunkte kräftig aus, unterstützt von einem ausgezeichneten Ensemble. Stefan Vinke ist mit seinem jungenhaft hellem Tenor ein kraftvoller, aus voller Kehle schmetternder, trotzdem nie unangenehm brüllender Siegfried. Catherine Foster glänzt auch hier als Brünnhilde, deren Sonnengruß tief berührt. Überzeugend sind auch Thomas J. Mayer als Wanderer, Albert Dohmen als Alberich und wieder die prächtige Nadine Weismmann als Erda. Viel Beifall bekam neben dem sehr verständlich singenden, auch darstellerisch beeindruckenden Andreas Conrad als Mime dieses eine Mal auch Patric Seibert. Für Marek Janowski wuchs der Beifalls-Sturm zum Orkan.

GÖTTERDÄMMERUNG

Vor einem hohen Treppenhaus, an dem in schreiendem Rot „Buna Plaste und Elaste aus Schkopau“ steht, beklagen die in Schwarz, Rot und Gold gekleideten Nornen (Wiebke Lehmkuhl, Stephanie Houzeel und Christiane Kohl) voodooartig die Schändung der Natur und den kommenden Untergang der Götterburg Walhall. Wotan schichte dort schon die Scheite der von ihm gefällten Weltesche für den großen Brand auf.

Bayreuther Festspiele / Götterdämmerung - Bruennhilde, Gutrune, und Siegfried - Catherine Foster, Allison Oakes, Stefan Vinke und Chor © Bayreuther Festspiele / Enrico Nawrath

Bayreuther Festspiele / Götterdämmerung – Bruennhilde, Gutrune, und Siegfried – Catherine Foster, Allison Oakes, Stefan Vinke und Chor © Bayreuther Festspiele / Enrico Nawrath

Auf der Rückseite dieses Treppenhauses gelangt Siegfried (Stefan Vinke) auf seiner Weltfahrt zu den Gibichungen. Deren Burg liegt nicht am Rhein, sondern ist eine Döner-Bude im abgewrackten Ost-Berlin der 80er Jahre. Sie wird von Gunther (Markus Eiche) betrieben, einem eitlen, bedenkenlosen Aufschneider. Leitender Kopf seines Geschäfts ist der finstere Hagen (Stephen Milling), ein Sohn Alberichs und ebenfalls auf den Gewinn des Rings erpicht. Er überredet Gunther mühelos, seine sinnenfrohe Schwester Gutrune (Allison Oakes) mit Siegfried zu verheiraten. Der soll im Gegenzug Brünnhilde als Frau für Gunther werben.

Ein Zaubertrank Gutrunes und ihre sexuelle Verfügbarkeit lassen Siegfried seine Vergangenheit sofort vergessen. Eindringlich und propagandistisch wirkungsvoll auf Video übertragen, werden er und Gunther Blutsbrüder; Hagen hält sich zurück.

Derweil wartet Brünnhilde im silbernen Wohnwagen auf die Wiederkehr Siegfrieds. Die Bitte der silberglänzenden, mit Pfeil und Bogen bewaffneten Walküre Waltraute (Marina Prudenskaya), den ihr von Siegfried als Unterpfand seiner Treue geschenkten Ring den Rheintöchtern zurückzugeben, schlägt sie aus. Ihn entreißt ihr Siegfried, als er sie, unter der Tarnkappe wie Gunther aussehend, überwindet und so zu dessen Braut gewinnt. Die Tarnkappe trägt ihn dann schnell zu Hagen zurück, um die Doppelhochzeit zu arrangieren. Gunther kommt mit der betrogenen Brünnhilde langsam nach.

Es ist eine tolle Szene, als Hagen die Bevölkerung zusammenruft, um die Ankunft des Paares zu feiern. Er veranstaltett ein Volksfest mit Fähnchenschwenken und Freibier, Schlägerei und Protest gegen Krise und Hunger – mit Sicherheit als Mahnung an alle gedacht, die froh im Festsaal sich freun -, wobei der Herrenchor angsteinflößend gesangliche Wucht entfaltet. Hagen, den Alberich (Stephen Milling) noch einmal auf das gemeinsame Ziel der Weltherrschaft verpflichtet hat, braucht die Menge als Zeugen für den Betrug an Brünnhilde. Der soll ihm die Rechtfertigung dafür verschaffen, Siegfried zu töten und so in den Besitz des Rings zu gelangen.

Der Plan geht auf, Brünnhilde erkennt an Siegfrieds Finger den Ring und bezichtigt ihn und Gunther öffentlich des Betruges, sie sei nicht Gunthers, sondern Siegfrieds Gemahlin; der beschwört das Gegenteil. Hagen, der sich als ihren loyaler Rächer aufspielt, entlockt ihr das Geheimnis von Siegfrieds Verwundbarkeit, und mit dem bloßgestellten Gunther besiegeln sie Siegfrieds Tod, den sie als Jagdunfall hinstellen wollen.

Im offenen Cabrio erwarten die Rheintöchter (Stephanie Houzeel, Wiebke Lehmkuhl und Alexandra Steiner) verführerisch den jagenden Siegfried. Der kennt den Wert des Ringes nicht und hätte ihn fast hergegeben, hätten sie ihm nicht mit der Prophezeiung seines Endes Angst einflößen wollen. So bedient er sich ohne Gegenleistung sexuell an ihnen, bevor er von Hagen brutal erschlagen wird wie kurz darauf auch der reuige Gunther. Aber bevor Hagen den Ring an sich nehmen kann, kommt voller trauernder Würde Brünnhilde, der Siegfrieds letzter Gruß im Sterben galt, die Treppen herunter. Sie nimmt vor der aufgescheuchten Gutrune den Ring an sich und gibt ihn schließlich den Rheintöchtern zurück. Aber der Weltenbrand bleibt aus. Zu Siegfrieds Trauermarsch sieht man als Video Hagens Leiche auf einem Floß im Wasser treiben. Die Jagd nach der Weltherrschaft um Öl, die sich als leitender Gedanke durch den ganzen „Ring“ zog, ist zu Ende. Aber er wird sich auf ein anderes Ziel richten; ein bis dahin wie von Christo verhangenes Gebäude enthüllt sich als Börse von New York, es regiert nun das Finanzkapital. Somit wieder beim Geld angekommen, fragt sich schon, ob der aufwendige Umweg über die Öl-Erzählung wirklich aktuell erhellender war.

Bayreuther Festspiele / Götterdämmerung - Stephen Milling als Hagen © Bayreuther Festspiele / Enrico Nawrath

Bayreuther Festspiele / Götterdämmerung – Stephen Milling als Hagen © Bayreuther Festspiele / Enrico Nawrath

Szenisch wie musikalisch ist diese „Götterdämmerung“ der Höhepunkt des „Rings“. Das vollblütige Theater und die breit strömende Musik kommen sich kaum mehr in die Quere, große Irritationen bleiben aus.

Die gesanglichen Leistungen sind enorm. Wieder begeistert Catherine Foster als Brünnhilde, wieder bleibt Stefan Vinke als Siegfried kraftvoll bis zum Ende, und Stephen Milling ist ein ungemein stimmgewaltiger Hagen von abgrundtiefer Bosheit. Markus Eiche ist mit variablem Bariton und ausgelassener Spielfreude ein beeindruckender Gunther.

Die Waltraute Marina Prudenskaya, die stimmschönen Nornen und Rheintöchter sowie der von Eberhard Friedrich prächtig einstudierte Chor vervollkommnen das gelungene Bild. Ihnen allen galt der orkanartige, lang andauernde Schlussapplaus, der sich für das ausgezeichnete Bayreuther Festspielorchester und besonders seinen Dirigenten Marek Janowski noch einmal steigerte. Es waren keine Buhs zu hören; das Publikum hat im Verlauf des „Rings“ gelernt, die Regie-Einfälle Castorfs hinzunehmen und sich an ihnen zu erfreuen, ohne großen Drang, sie alle zu verstehen. Man kann das als „Versöhnung“ bezeichnen.

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Bayreuther Festspiele 2018:  Entgegen aller Festspieltradition wird es 2018 noch drei Aufführungen der Castorf – „Walküre“ geben, deren musikalische Leitung Placido Domingo übernehmen soll. Damit wird erstmals in Bayreuth ein einzelner Abend aus dem „Ring“ herausgebrochen.

 

Frankfurt, Oper Frankfurt, Premiere IL TROVATORE, 10.09.2017

August 11, 2017 by  
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Oper Frankfurt

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Premiere IL TROVATORE
Sonntag, 10. September 2017, um 18.00 Uhr im Opernhaus

Oper in vier Teilen von Giuseppe Verdi
Text von Salvadore Cammarano
nach dem Drama El trovador (1836) von Antonio García Gutiérrez
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Musikalische Leitung: Jader Bignamini
Regie: David Bösch
Bühnenbild: Patrick Bannwart
Kostüme: Meentje Nielsen
Licht: Olaf Winter
Chor: Tilman Michael

Oper Frankfurt / Il Trovatore © Royal Opera House Covent Garden London / Clive Barda

Oper Frankfurt / Il Trovatore © Royal Opera House Covent Garden London / Clive Barda

Dramaturgische Betreuung: Deborah Einspieler
Conte di Luna: Brian Mulligan / Tassis Christoyannis (Dezember 2017, Januar 2018)
Leonora: Elza van den Heever / Leah Crocetto (Dezember 2017, Januar 2018)
Azucena: Tanja Ariane Baumgartner / Ewa P?onka (3., 7. Oktober 2017)
Manrico: Piero Pretti / Alfred Kim (Dezember 2017, Januar 2018)
Ferrando: Kihwan Sim / Daniel Miroslaw (Dezember 2017, Januar 2018)
Ines: Alison King / Elizabeth Sutphen (Dezember 2017, Januar 2018)
Ruiz: Theo Lebow
Ein Zigeuner: Thesele Kemane / Youngchul Lim
Ein Bote: Roberto Cassani
Chor und Statisterie der Oper Frankfurt
Frankfurter Opern- und Museumsorchester

Koproduktion mit dem Royal Opera House Covent Garden London
Mit freundlicher Unterstützung des Frankfurter Patronatsvereins – Sektion Oper

Mit Il trovatore, dem zwischen Rigoletto (1851) und La traviata (1853) entstandenen Mittelteil seiner vielbeschworenen Operntrias, deren Helden allesamt als Außenseiter der Gesellschaft gezeichnet sind, festigte Giuseppe Verdi (1813-1901) nach den von eher durchschnittlichem Erfolg geprägten, sogenannten „Galeerenjahren“ seinen Ruf als wichtigster Opernkomponist Italiens. Die Uraufführung am 19. Januar 1853 im römischen Apollo-Theater wurde vom Publikum frenetisch bejubelt und sicherte dem mit großartigem Melodienreichtum versehenen Werk bis heute einen festen Platz auf den Bühnen der Welt. Die letzte Produktion an der Oper Frankfurt stammt aus dem Jahre 2000 (Musikalische Leitung: Paolo Carignani; Regie: Antonio Calenda). Die aktuelle Neuinszenierung in Koproduktion mit dem Londoner Covent Garden kam dort bereits am 2. Juli 2016 heraus.

Oper Frankfurt / Il Trovatore © Royal Opera House Covent Garden London / Clive Barda

Oper Frankfurt / Il Trovatore © Royal Opera House Covent Garden London / Clive Barda

Aus Rache für die vom alten Grafen Luna angeordnete Hinrichtung ihrer Mutter auf dem Scheiterhaufen stieß die Zigeunerin Azucena versehentlich ihr eigenes Kind statt den Grafensohn ins Feuer, zog jedoch den fremden Jungen unter dem Namen Manrico groß. Jahre später verliebt sich Manrico in Leonora, auf die auch der zweite Sohn des Grafen Luna ein Auge geworfen hat. Nur Azucena weiß, dass es sich bei den beiden Kontrahenten um Brüder handelt, und so geraten alle Beteiligten in einen tödlichen Strudel, an dessen Ende sich der Racheschwur der Zigeunerin auf das Fürchterlichste erfüllt.
Die musikalische Leitung liegt bei dem italienischen Dirigenten Jader Bignamini, der an der Oper Frankfurt 2015/16 mit einer konzertanten Aufführung von Verdis Oberto debütierte. Regisseur David Bösch gastiert regelmäßig in Frankfurt, zuletzt 2015/16 mit Wagners Der fliegende Holländer. Enrico Caruso wird das Bonmot zugesprochen, dass es ganz einfach sei, Verdis Trovatore zu besetzen: man benötige nur die vier besten Sänger der Welt. Ob dies in Frankfurt gelingen wird, sei dem Publikum überlassen. Der amerikanische Bariton Brian Mulligan (Luna) war hier zuletzt 2016/17 als Golaud in Debussys Pelléas et Mélisande zu Gast. Elza van den Heever (Leonora) stammt aus Südafrika. Seit ihrem Ausscheiden aus dem Ensemble 2014 gastiert sie regelmäßig im Haus am Willy-Brandt-Platz, zu dessen Publikumslieblingen sie gehört. Dazu zählt auch Tanja Ariane Baumgartner (Azucena), Ensemblemitglied seit 2009/10 und hier zuletzt als Cassandre in Berlioz? Les Troyens erfolgreich. Sein Hausdebüt gibt der italienische Tenor Piero Pretti in der Partie des Manrico, die ihn zuvor u.a. nach Amsterdam und Macerata führte. Im Laufe der Aufführungsserie greifen verschiedene Umbesetzungen.

Premiere: Sonntag, 10. September 2017, um 18.00 Uhr im Opernhaus

Weitere Vorstellungen: 14., 17., 23., 30. September, 3. (15.30 Uhr), 7. Oktober, 15., 23., 25. (18.00 Uhr),
31. Dezember 2017, 6., 10., 13. Januar 2018

Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.30 Uhr
Preise: € 15 bis 165 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)

Pressemeldung Oper Frankfurt

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