Stavanger, Internationales Kammermusikfestival in Norwegen, August 2014

Stavanger Internationales Kammermusikfestival © Nikolaj Lund

Stavanger Internationales Kammermusikfestival © Nikolaj Lund

International Chamber Music Festival Stavanger

Selten Gespieltes und Altbekanntes

Das innovative Programm von Norwegens Internationalem Kammermusikfestival in Stavanger kombinierte mit großem Erfolg Musik von 1914 über 1814 zurück zur Französischen Revolution.

Im Jahr 2014 feiert Norwegen den 200. Geburtstag seiner Verfassung. Anders als viele Veranstaltungen in dem skandinavischen Land in diesem Jahr entschieden sich die künstlerischen Direktoren des Internationalen Kammermusikfestivals, den Fokus nicht allein auf 1814 zu setzen.

Stavanger Internationales Kammermusikfestival © Nikolaj Lund

Stavanger Internationales Kammermusikfestival © Nikolaj Lund

Zum Konzept des vielseitigen Programms gehörten auch Kompositionen, die hundert Jahre später, also etwa zur Zeit des Ausbruchs des ersten Weltkriegs 1914 entstanden sind: “Wir wissen, dass Ravel in der Armee als Ambulanzfahrer diente. Debussy war sehr krank. Aber es gibt enorm viele Kompositionen aus dieser Zeit, die es wert sind, aufgeführt zu werden”, erklärte der norwegische Pianist Christian Ihle Hadland, einer der beiden künstlerischen Leiter.  “Wir wollten etwas um die Verfassung von 1814 herum zu bauen. Sie war eine der frühesten und liberalsten Verfassungen in Europa und sehr stark von der Französischen Revolution inspiriert, die 25 Jahre davor begann”.

Der große Revolutionskomponist sei natürlich Beethoven gewesen: “Der kam nach der Französischen Revolution. Seine Musik hat etwas fast Politisches. Außerdem war Beethoven in den vergangenen vier Festivals nur wenig präsent. Daher hielten wir das für eine sehr gute Idee: Von 1914 über 1814 zurück zur Französischen Revolution.”

Stavanger Internationales Kammermusikfestival / Ihle Hadland und Kraggergud © Nikolaj Lund

Stavanger Internationales Kammermusikfestival / Ihle Hadland und Kraggergud © Nikolaj Lund

Ein Werk aus dem Jahr 1914 erwies sich dann auch als geeignete Wahl für das Eröffnungskonzert des diesjährigen ICMF: die wehmütige Violinsonate des tschechischen Komponisten Leos Janácek für Geige und Klavier. Mit ihrer Interpretation gelang es Ihle Hadland und seinem norwegischen Landsmann Henning Kraggerud, sowohl die lyrischen als auch die virtuosen Seiten der Komposition einzufangen. Kraggeruds natürliche Musikalität, die sich sowohl in Solo- als auch Ensemble-Aufführungen zeigt, fand mit Ihle Hadland am Piano einen ebenbürtigen Partner. Der Festivaldirektor war im Laufe des Festivals noch bei einigen anderen Höhepunkten zu hören, Griegs Holberg Suite und Mozarts Tripelkonzert, für das mit Kathryn Stott und Silke Avenhaus zwei weitere profilierte Pianisten zu ihm stießen.

Stavanger Internationales Kammermusikfestival © Nikolaj Lund

Stavanger Internationales Kammermusikfestival © Nikolaj Lund

Der zweite künstlerische Leiter des Festivals, der schwedische Klarinettist Martin Fröst, spielte Brahms’ Klarinetten-Trio sowie Mozarts Klarinetten-Quintett auf eine Weise, die dem Publikum wieder ins Gedächtnis rief, wie exquisit das Kammermusik-Repertoire für Klarinette ist. In den vergangenen Jahren hat der Klarinettist sich zunehmend auch als Dirigent einen Namen gemacht. Für sein Dollhouse Project integrierte er Tanz und Bewegung in seine Aufführungen. Möglicherweise haben diese Experimente ihm geholfen, die neue Tiefe zu erreichen, die in seinen frischen und poetischen Interpretationen zu hören war.

Stavanger Internationales Kammermusikfestival © Nikolaj Lund

Stavanger Internationales Kammermusikfestival © Nikolaj Lund

Fröst dirigierte während des Festivals eine inspirierte Performance des Stavanger Symphonieorchesters (SSO). Die Bläser kämpften ein bisschen mit der Musik und beeinträchtigten damit die Aufführung des Ensembles, dessen Stärke bei den Streichern lag. Aber insgesamt zeigte das SSO unter Frösts Leitung ein solide Interpretation von Beethovens 1. Symphonie.

Mit einer dichten Performance von Debussys Quartett bewies das Van Kuijk Quartet, das es das Zeug für ein gutes Kammermusikensemble haben. Für Mozarts Streichquartett in G-Moll erhielt das neue Streichquartett Unterstützung von dem Newcomer Evind Holtsmark Ringstäd als Bratsche. Ringtstäd war eine spannende Bereicherung des Festivalprogramms und zeigte sowohl einfühlsames Ensemblespiel als auch starke Solo-Performances.

Stavanger Internationales Kammermusikfestival © Nikolaj Lund

Stavanger Internationales Kammermusikfestival © Nikolaj Lund

Neben Ihle Hadland waren zwei weitere Pianisten auf dem Festival zu hören. Die englische Pianistin Kathryn Stott war nicht zum ersten Mal hier zu hören. Mit einem breit gefächerten Repertoire von Debussys Cello-Sonate über Haydn-Trios oder Elgars Piano Quintett bewies sie erneut, welche sensible und solide Performerin sie ist. Auch die Interpretation von Schuberts Arpeggione Sonate durch die deutsche Pianistin Silke Avenhaus und den ukrainischen Bratschisten Maxim Rysanov war ein Festivalhighlight. Avenhaus’ natürliche Musikalität und ihr Sinn für Sound wurden zwar geschätzt, gingen aber leider manchmal in den Stavanger-Aufführungsorten etwas unter.

Der finnische Violinist Pekka Kuusisto demonstrierte seine großartige Vielseitigkeit nicht nur in Interpretationen wie  Sonaten von De Falla und Poulenc, sondern auch bei Improvisationen mit Martin Fröst und dem schwedischen Jazz-Star-Saxophonisten Magnus Lindgren. Kuusisto leitete zudem mit großer Präzision verschiedene Ensembles bei Performances an, die von seinen sehr individuellen musikalischen Ideen geprägt waren.

Stavanger Internationales Kammermusikfestival / Martin und Pekka © Nikolaj Lund

Stavanger Internationales Kammermusikfestival / Martin und Pekka © Nikolaj Lund

Ein erfolgreiches Experiment in der Mitte des Festivals gab Konzertbesuchern die Gelegenheit, ein großes Werk in verschiedenen Orchestrierungen zu hören. Im Rahmen eines Konzerts wurden Griegs Holberg Variationen in drei Versionen gespielt. Neben Ihle Hadlands Performance der ursprünglichen Klavierversion spielte das 1B1-Ensemble die orchestrierte Adaption. Dieses Orchester, das aus zumeist jungen Musikern besteht, präsentierte das Werk beeindruckend auswendig. Das große Engagement, das die jungen Musiker unter Leitung ihres Gründers und künstlerischen Leiters, des Violinisten Jan Bjoranger, zeigten, war allen Applaus wert und ein Beweis dafür, dass in der norwegischen Musikszene Besonderes geschieht.

Im letzten Teil des Konzert kam der Jazzpianist und Komponist Erlend Skomsvoll hinzu. Unter seiner Leitung zeigte 1B1 eine Performance, die die unendliche Inspiration demonstrierte, die in großen musikalischen Werken zu finden ist.

Eine besondere Erwähnung verdienen zudem die Leistungen der Violinistin Karen Gomyo, die in letzter Minute für den erkrankten Henning Kraggerud einsprang.

Stavanger Internationales Kammermusikfestival © Nikolaj Lund

Stavanger Internationales Kammermusikfestival © Nikolaj Lund

Das Festival endete mit einer Aufführung von Schuberts Oktett in F-Dur, einem Werk, das selten zu hören ist, vermutlich wegen seiner Länge. Das Oktett, das eine Stunde dauert, ist kein Stück, das sich in der kurzen Zeit eines Festivals leicht auf die Beine stellen lässt. Aber unter der Leitung von Pekka Kuusisto war eine dichte und aufregende Aufführung zu hören, die die langen Standing Ovations, die sie erhielt, wohl verdient hatte. Sie erwies sich als würdiges Finale des diesjährigen Internationalen Kammermusikfestivals, das im kommenden Jahr 2015 sein 25jähriges Bestehen feiern wird.

IOCO / Breandáin O’Shea / August 2014

Dresden, Semperoper Dresden, Uraufführung des Requiems „Dresden“ von Lera Auerbach, 13./14.02.2012

Januar 31, 2012 by  
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Semperoper Dresden

Ode an den Frieden _ Lera Auerbachs Requiem »Dresden« wird in den Gedenkkonzerten der Staatskapelle uraufgeführt

Staatskapelle Dresden / Lera Auerbach  © F. Reinhold

Staatskapelle Dresden / Lera Auerbach © F. Reinhold

Alljährlich musizieren die Sächsische Staatskapelle und der Staatsopernchor am 13. und 14. Februar ein Konzert im Gedenken an die Zerstörung Dresdens im Zweiten Weltkrieg. In diesem Jahr stehen diese Konzerte unter einem besonderen Vorzeichen: Zum ersten Mal seit über 50 Jahren erklingt zu diesem Anlass ein neu komponiertes Requiem, das neben der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit auch das heutige Leid thematisiert und den Gedanken der Hoffnung mit einschließt. Mit dem von der Sächsischen Staatskapelle und der Stiftung Frauenkirche Dresden gemeinsam beauftragten Requiem »Dresden« stellt die Capell-Compositrice Lera Auerbach zugleich das umfangreichste Werk im Rahmen ihrer Dresdner Residenz vor. Uraufgeführt wird es am 11. Februar in der Dresdner Frauenkirche – dem Ort, an dem die künstlerische Idee entstand und der die Komponistin zu diesem Werk inspirierte.
Lera Auerbach stand in den vergangenen Monaten in besonderer Weise im Fokus der Medien: Im August und September 2011 eröffnete die Komponistin mit der Aufführung ihrer »Dialogues on Stabat Mater« und der Uraufführung ihres neuen Streichquartettes »Songs of Alkonost«, das in der Semperoper und bei den Internationalen Schostakowitsch Tagen Gohrisch zu hören war, ihre Residenz als diesjährige Capell-Compositrice der Sächsischen Staatskapelle. Im November 2011 folgte die Uraufführung ihrer Oper »Gogol« am Theater an der Wien – ein Erfolg, der die Opernwelt aufhorchen ließ und Publikum wie auch zahlreiche Kritiker in Begeisterung versetzte. »Auerbach ist primär eine Melodikerin«, schwärmte Reinhard Brembeck in der Süddeutschen Zeitung. »Wer so fest an die Melodie glaubt, wer nichts anderes im Instrumentalen sucht, der kann auch brillant für Singstimmen schreiben.«
In den diesjährigen Konzerten zum Dresdner Gedenktag steht die nächste Uraufführung eines vokalen Auerbach-Werkes an: das Requiem »Dresden«, das wie die Gogol-Oper abendfüllend sein wird und damit den größten Auftrag darstellt, den die Staatskapelle bislang an einen ihrer Capell-Compositeure vergeben hat. Hierfür kooperierte sie mit der Stiftung Frauenkirche Dresden. Gemeinsamer Wunsch der Auftraggeber und der Komponistin war eine Uraufführung im wieder aufgebauten Dresdner Gotteshaus, das für die Überwindung von Trauer und Tod durch Hoffnung und Versöhnung steht. So erklingt das Werk nun erstmals im direkten zeitlichen Vorfeld des Dresdner Gedenktages am 11. Februar und nachfolgend am 13. und 14. Februar auch in der Semperoper.

Für die in New York lebende russisch-amerikanische Komponistin ist das Requiem eine Herzensangelegenheit. Bei ihren bisherigen Aufenthalten in Dresden habe sie sich zwangsläufig mit der Historie der Stadt auseinandergesetzt. »Dresden ist durch die schreckliche Zerstörung im Zweiten Weltkrieg zu einem Symbol für unglaubliches Leid geworden, aber es ist heute eine Stadt, die ebenso für den friedlichen Wiederaufbau und für Erneuerung steht.« Deshalb ergänzte Lera Auerbach den Titel des Werkes im Laufe des Kompositionsprozesses durch den Untertitel »Ode to Peace« – »Ode an den Frieden«, womit sie den zentralen Gedanken der Versöhnung und der Hoffnung unterstreicht. Wichtig war ihr außerdem der Bezug zu Schillers Menschheits-Ode »An die Freude«, die zumindest in Teilen am Dresdner Elbufer entstanden ist.

Erste Requiem-Uraufführung seit 56 Jahren
Auerbach stellt mit dem Werk bereits ihre dritte Requiem-Komposition vor. 2007 entstand ihr in Bremen uraufgeführtes »Russian Requiem«, und bereits ein Jahr zuvor schrieb sie mit ihrer zweiten Symphonie ebenfalls ein vokal-symphonisches Werk, dem sie den Untertitel »Requiem for a Poet« gab. Beide Werke sind einer vergleichsweise traditionellen und dennoch individuellen Musiksprache verpflichtet, die den Hörer unmittelbar berührt und überwältigt. Dies dürfte sicher auch für das »Dresden«-Requiem zutreffen.
Neben der historischen Auseinandersetzung mit der Dresdner Geschichte ging diesem Werk auch eine umfassende theologische und linguistische Vorbereitung voraus: Für das insgesamt 18-sätzige Libretto griff Lera Auerbach neben dem Text der lateinischen Totenmesse auch auf eine Vielzahl anderer Texte zurück, darunter Psalmen, das »Vater unser« wie auch zentrale Gebete der jüdischen Liturgie, die der jüdisch-stämmigen Komponistin in besonderer Weise vertraut sind. So ist es zum einen der überkonfessionelle Charakter, der das Werk auszeichnet, zum anderen aber auch ein überzeitlicher: Den Jahrhunderte alten Gebetstexten stellt Auerbach Texte aus der Gegenwart gegenüber, etwa das Gebet von Father Judge, dem Kaplan der New Yorker Feuerwehr und ersten dokumentierten Opfer der Terroranschläge vom 11. September, oder ein Gedicht des Dresdner Autors Christian Lehnert, das dieser 2003 für die Glockenweihe der damals im Wiederaufbau begriffenen Frauenkirche schrieb. Das »Kyrie«, die Bitte um Erbarmen, wird in über 20 verschiedenen Sprachen gesungen – Ausdruck des universalen Anspruchs, den die Komponistin mit ihrem Werk verfolgt.

Lera Auerbachs »Ode an den Frieden« ist also in vielfacher Hinsicht eine Herausforderung. Auch in den Gedenkkonzerten der Staatskapelle nimmt das Requiem eine Sonderstellung ein: Seit 1956 ist in diesen Konzerten, in denen in der Regel die »klassischen« Totenmessen von Mozart, Brahms, Verdi oder auch Berlioz und Dvo?ák auf dem Programm stehen, keine Uraufführung mehr erklungen. 1956 dirigierte der damalige Kapellmeister Kurt Striegler ein eigenes Requiem, das er den elf Jahre zuvor in Dresden Umgekommenen widmete. Lera Auerbach schrieb ihr Werk – die aktuellen politischen und ideologischen Konflikte vor Augen – »im Gedenken an die Opfer nationalistischer Bewegungen auf der ganzen Welt«.
Musikalische Völkerverständigung
Dem Gedanken der Völkerverständigung ist auch die Auswahl der Interpreten des Dresdner Requiems verpflichtet, die das Werk in der Frauenkirche und in der Semperoper zur Aufführung bringen. »Wir haben sehr bewusst Künstler aus jenen Ländern ausgewählt, die im Zweiten Weltkrieg unter den Deutschen gelitten haben«, erläutert Jan Nast, Orchesterdirektor der Sächsischen Staatskapelle. So sind an den Konzerten – neben den Mitgliedern der Staatskapelle und den Männern des Staatsopernchors – ein russischer Dirigent (Vladimir Jurowski), ein englischer Bariton (Mark Stone), ein holländischer Countertenor (Maarten Engeltjes) sowie Knabenchöre aus London (St. Paul’s Cathedral Choir) und New York (Saint Thomas Choir of Boys) beteiligt. Damit steht das Werk auch in einer Traditionslinie mit dem »War Requiem« von Benjamin Britten, der 1962 mit einer ähnlichen Wahl der Interpreten die Versöhnung zwischen den im Krieg verfeindeten Völkern unterstrich. Im Unterschied zu Britten sieht die Partitur des Requiems »Dresden« aber ausschließlich männliche Gesangsstimmen vor: »Es sind die Männer und Knaben, die als Soldaten bis heute die kriegerischen Auseinandersetzungen führen. Doch so lange Knaben singen, gibt es Hoffnung, dass die Spirale des Leids irgendwann ein Ende findet«, so die Komponistin.
Mit Vladimir Jurowski konnte für die Uraufführung ein Dirigent gewonnen werden, der biographisch eng mit Dresden verbunden ist und als ein profunder Anwalt nicht zuletzt der zeitgenössischen russischen Musik gilt. Der Principal Conductor des London Philharmonic Orchestra, der als Gastdirigent der Sächsischen Staatskapelle bereits seit mehreren Jahren regelmäßig für Höhepunkte des Dresdner Musiklebens sorgt, begann seine Ausbildung an der Dresdner Musikhochschule und ist heute einer der gefragtesten Dirigenten weltweit. Auch für ihn ist die Requiem-Uraufführung in den Dresdner Gedenkkonzerten, die traditionell ohne Beifall stattfinden und in einer Schweigeminute enden, etwas »sehr Bewegendes und Außergewöhnliches«.
Bereits am 10. Februar gibt Lera Auerbach in einem Künstlergespräch im Foyer der Semperoper Auskunft über ihr neues Werk und ihre ästhetischen Überzeugungen. Unmittelbar vor der Uraufführung am 11. Februar findet im Hauptraum der Frauenkirche zudem eine Konzerteinführung in Anwesenheit der Komponistin statt.

(Textautor: Tobias Niederschlag)
Konzert in der Frauenkirche III
Samstag, 11. Februar 2012, 20 Uhr*
Frauenkirche Dresden
6. Symphoniekonzert
Montag, 13. Februar 2012, 20 Uhr
Dienstag, 14. Februar 2012, 20 Uhr
Semperoper Dresden
Zum Gedenken an die Zerstörung Dresdens am 13. Februar 1945
Vladimir Jurowski Dirigent
Maarten Engeltjes Countertenor
Mark Stone Bariton
Saint Thomas Choir of Boys (New York)
St. Paul’s Cathedral Choir (London)
Herren des Sächsischen Staatsopernchors Dresden
Einstudierung: Pablo Assante
Lera Auerbach
Requiem »Dresden – Ode an den Frieden« [2012]
Uraufführung
Auftragswerk der Stiftung Frauenkirche Dresden und der Sächsischen Staatskapelle Dresden
Am 14. Februar Live-Übertragung auf MDR Figaro
* Um 19 Uhr Konzerteinführung in Anwesenheit der Komponistin im Hauptraum der Frauenkirche. Für Konzertbesucher ist diese kostenlos (Einlass ab 18.45 Uhr).
Pressemeldung Semperoper Dresden

Bielefeld, Theater Bielefeld, PETER GRIMES Premiere, 11.02.2012

Januar 19, 2012 by  
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Theater Bielefeld

PETER GRIMES Premiere

BENJAMIN BRITTEN

Oper in drei Akten und einem Vorspiel von Benjamin Britten op. 33
Dichtung nach George Crabbe von Montagu Slater
In englischer Sprache mit deutschen Übertexten
Gefördert von der Hanns-Bisegger-Stiftung

Der Fischer Peter Grimes gilt als Außenseiter im kleinen Hafenstädtchen an der  englischen Nordseeküste. Ohnehin ein Misanthrop, fühlt er sich von den Gerüchten im Dorf gemobbt, nachdem bekannt geworden ist, dass sein Lehrjunge unter ungeklärten
Umständen auf See zu Tode gekommen war. In seine Pläne, es den Leuten »jetzt erst recht« zu zeigen und dermaleinst als geachteter Geschäftsmann auf sie herabblicken zu können, lässt er sich von niemandem hineinreden, auch nicht von seinen »Freunden«, dem Kapitän Balstrode und der Lehrerin Ellen Orford. Trotz der Verwarnung des Friedensrichters, fortan kein Waisenhauskind mehr als Gehilfen zu beschäftigen, besorgen sie ihm einen weiteren Jungen. Als auch der durch einen Unfall an der frisch abgebrochenen Steilküste zu Tode stürzt, rottet sich der Mob im Städtchen zusammen, um den Schuldigen als Sündenbock endlich zur Strecke zu bringen – eine mörderische
Jagd beginnt… Wie Benjamin Britten in seiner ersten großen Oper die brüchige Oberfläche einer nur scheinbar funktionierenden Dorfgemeinschaft seziert, die sich angesichts eines willkommenen »Sündenbocks« in eine wütende Meute verwandelt, ist großartig und beängstigend zugleich. Peter Grimes ist aber viel mehr als eine weitere Variation des Themas »Einer gegen Alle«.

Erstmals seit den Tagen Henry Purcells trat mit Benjamin Britten 1945 ein englischer Komponist mit einer Oper an die Weltöffentlichkeit, die sich auf Anhieb in die Spielpläne vieler Opernhäuser hineinspielte. Der Plot geht auf den Heimatdichter George Crabbe (1754-1832) zurück, der in seiner Verserzählung The Borough holzschnittartig charakteristische Persönlichkeiten seines Heimatstädtchens Aldeburgh porträtierte. Benjamin Britten lernte den Text 1942 in den USA kennen, wohin er 1939 mit seinem Lebensgefährten Peter Pears vor den politischen Spannungen in Europa geflohen war. Noch während des Krieges trieb sein Heimweh den überzeugten Pazifisten wieder nach
England zurück; 1945 wurde Peter Grimes in London uraufgeführt.

Anders als Crabbe zeichnet Britten mit seiner musikalischen Handschrift den Außenseiter mit sensibler Feder und sublimiert die nur scheinbare Schwarz-Weiß-Zeichnung der Charaktere: Peter Grimes bleibt unliebenswürdig, doch die Musik fühlt mit ihm und schildert die Ausweglosigkeit der Situation in einer Partitur, zwischen deren Notenzeilen das Meer als Spiegel des Geschehens immer wieder hindurchschimmert.

In der Titelrolle der Bielefelder Erstaufführung  steht mit Peter Bronder ein Tenor von internationalem Format auf der Bühne des Stadttheaters: Mime und Loge in Richard Wagners Ring des Nibelungen hat der Deutsch-Engländer mehrfach gesungen, ebenso
Herodes (Salome) und andere große Rollen seines Fachs, u. a. an der Metropolitan Opera New York, La Monnaie Brüssel, der Mailänder Scala, der Oper Frankfurt oder an der Oper Zürich, wo er derzeit mit der Titelrolle von Pfitzners Palestrina zu hören ist.

Musikalische Leitung Alexander Kalajdzic
Inszenierung Helen Malkowsky
Bühne Saskia Wunsch
Kostüme Henrike Bromber
Choreinstudierung Hagen Enke
Dramaturgie Jón Philipp von Linden

BESETZUNG
Peter Grimes, Peter Bronder
Ellen Orford, Sarah Kuffner
Balstrode, Jacek Strauch
Auntie, Ceri Williams
1. Nichte, Cornelie Isenbürger
2. Nichte, Christiane Linke
Boles, Michael Pflumm
Swallow, Jacek Janiszewski
Mrs. Sedley, Xenia Maria Mann
Pastor Adams, Reto Raphael Rosin
Ned Keene, Daniel Billings
Hobson, Torben Jürgens
Eine Fischerfrau, Maila Traczyk, Vuokko Kekäläinen
1. Fischer, Paata Tsivtsivadze, Yun Geun Choi
2. Fischer, Mark Coles, Ramon Riemarzik
Ein Anwalt, Seung-Koo lim, Young Sung Im

MUSIKALISCHE LEITUNG
Alexander Kalajdzic, geboren in Zagreb, Kroatien, begann seine musikalische Ausbildung mit sechs Jahren und gab ab dem achten Lebensjahr regelmäßig Konzerte als Pianist. Er gewann mehrere Preise bei Bundeswettbewerben und setzte anschließend sein Studium an der Musikhochschule in Wien fort, wo er die Dirigierklasse von Karl
Österreicher mit Auszeichnung absolvierte. Darüber hinaus studierte er Klavier, Viola und Korrepetition. Schon während des Studiums dirigierte er Symphoniekonzerte mit den Zagreber Philharmonikern sowie dem Orchester des Kroatischen Rundfunks.
Sein beruflicher Weg führte ihn nach Krefeld-Mönchengladbach, wo er als Korrepetitor mit Dirigierverpflichtung erste Theatererfahrungen sammelte. Danach war er als Kapellmeister in München, als erster Dirigent am Nationaltheater Weimar und von 2008 – 2010 als 1. Kapellmeister am Nationaltheater Mannheim tätig, wo er sich ein großes Repertoire erarbeiten konnte. Er gastierte u. a. in den USA, Mexiko, Südafrika, Italien, Frankreich, in der Schweiz und in Tschechien.
Alexander Kalajdzic ist sowohl in der Oper als auch im Konzertbereich gefragt. Sein Repertoire reicht vom frühen Barock bis zur Moderne, wobei sein besonderes Interesse der französischen Musik gilt. So führte er fast das gesamte Orchesterwerk von Ravel und Debussy mehrmals auf. Auch war er lange Zeit als Liedbegleiter und Kammermusiker aktiv und hatte bis vor kurzem einen Lehrstuhl für Orchestererziehung in  Zagreb inne. Seit Spielzeitbeginn 2010/11 leitet er als GMD die musikalischen Geschicke des Theater Bielefeld und der Bielefelder Philharmoniker.

INSZENIERUNG
Helen Malkowsky ist in Dresden geboren und aufgewachsen. Nach einem Musikstudium in ihrer Heimatstadt und ersten Regie-Erfahrungen in der Opernklasse der Hochschule für Musik folgten Engagements als Regieassistentin und Abendspielleiterin an den Landesbühnen Sachsen Radebeul, dem Staatstheater Saarbrücken, dem Theater Basel und bei den Bayreuther Festspielen, wo sie unter anderem Claus Guth und Herbert Wernicke assistierte. Schnell wurden Helen Malkowsky eigene Arbeiten als Regisseurin anvertraut. So entstanden schon parallel zu ihrer Tätigkeit als Assistentin zahlreiche erfolgreiche Inszenierungen, die schließlich in eine freischaffende Tätigkeit mündeten, u. a. für die Theater in Saarbrücken (Die lustigen Nibelungen), Detmold (Der Graf von Luxemburg), Chur/Schweiz (Zauberberg, UA), Aachen (Werther), Münster (Das Land des Lächelns), die Münchner Biennale (WIR, UA)
und die Volksoper Wien (Die Entführung aus dem Serail). Von 2004 bis 2008 war Helen Malkowsky Oberspielleiterin am Staatstheater Nürnberg und konnte dort mit unterschiedlichsten Produktionen – u. a. Der Rosenkavalier (Richard Strauss), Melusine (Aribert Reimann), Der fliegende Holländer (Richard Wagner) und Eugen Onegin (Peter I.
Tschaikowski) – ihre Regiehandschrift überzeugend weiterentwickeln und Publikum wie Presse gleichermaßen durch ihre Arbeiten begeistern.
Immer wieder widmet sich Helen Malkowsky auch der szenischen Ausbildung junger Sängerinnen und Sänger. Sie war Leiterin des Internationalen Opernstudios des Staatstheater Nürnberg, erarbeitete 2009 an der Universität der Künste Berlin Benjamin Brittens Ein Sommernachtstraum mit Studierenden und Absolventen und hat im März 2011 an der Hochschule für Musik Dresden Lortzings Der Wildschütz inszeniert.
Seit Beginn der Saison 2010/11 ist Helen Malkowsky Operndirektorin am Theater Bielefeld, dem sie bereits durch die Inszenierungen von Luisa Miller (Giuseppe Verdi), Capriccio (Richard Strauss) und Carmen (Georges Bizet) verbunden war. Zuletzt hat sie hier Salome (Richard Strauss), Alice in Wonderland (Unsuk Chin) und Mozarts Don Giovanni
in Szene gesetzt.
Neben ihrer vorrangigen Tätigkeit am Theater geht Helen Malkowsky auch immer wieder gern Einladungen als Moderatorin nach und begleitete u. a. den Nürnberger Opernball und Galas zu verschiedensten Anlässen.

KOSTÜME
Die gebürtige Frankfurterin Henrike Bromber war nach dem Abitur und der Ausbildung zur Damenschneidermeisterin an den Städtischen Bühnen Frankfurt als Kostümassistentin und Kostümbildnerin tätig. Anschließend absolvierte sie in Hamburg ein Studium zur Gewandmeisterin und übernahm währenddessen Kostümausstattungen
in Frankfurt und Hamburg.
Von 1994 bis 1998 war sie am Theater Vorpommern als Kostümdirektorin und Ausstatterin für viele, zumeist zeitgenössische Opern tätig. Seitdem arbeitet sie als freischaffende Bühnen- und Kostümbildnerin und übernahm regelmäßig Gesamtausstattungen für das Schauspiel Frankfurt am Main. Sie entwarf Kostümbilder für
Opernhäuser im In-und Ausland wie Staatsoper Hamburg, Semperoper Dresden, Aalto Theater Essen, Opera de Nantes und Nikikai Opera Tokio. Für die Kostüme zu Giulio Cesare in Egitto an der Hamburgischen Staatsoper nominierte die Zeitschrift »Opernwelt« sie zur Kostümbildnerin des Jahres.
Am Theater Bielefeld war sie bereits für die Kostüme bei Unsuk Chins Alice in Wonderland verantwortlich.

PREMIERE 11.02.2012, 19:30 Uhr, Stadttheater
Nächste Vorstellungen: 18.02., 01.03., 04.03., 08.03., 23.03., 27.03.12

Karten 0521 / 51 54 54 www.theater-bielefeld.de

Pressemeldung Theater Bielefeld

Würzburg, Mainfrankentheater Würzburg, OTELLO Ballet Uraufführung, 21.01.2012

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Mainfrankentheater Würzburg

Ballett
Anna Vita
OTHELLO

Ballett nach der Tragödie „Othello, der Mohr von Venedig“ von William Shakespeare
Musik von Ferruccio Busoni

Uraufführung: 21. Januar 2012 | 19.30 Uhr | Großes Haus, Mainfranken Theater Würzburg

Othello ist ein angesehenes und ranghohes Mitglied der venezianischen Armee. Seine Frau Desdemona ist gutherzig und wunderschön. Eigentlich fehlt es ihm an nichts. Doch die dunkle Farbe seiner Haut erweckt in ihm starke Minderwertigkeitsgefühle. Das nutzt Jago, einer seiner Untergebenen, aus, der sich bei einer Beförderung übergangen fühlt. Und so zettelt dieser eine ausgefeilte Intrige an, bei der ein simples Taschentuch genügt, um den verhassten Vorgesetzten in eine Welt aus Eifersucht, Missgunst, Zorn und Argwohn zu stürzen.

Für ihre Ballettversion von Shakespeares Tragödie wählte Anna Vita Musik des Deutsch-Italieners Ferruccio Busoni (1866 – 1924). Dessen Kompositionen liefern in ihrer Tragik, ihrem Humor, ihrer Dramaturgie, ihren Überraschungen und ihrer Kantabilität die passende Grundlage, um „Othello“ mit den Mitteln des Tanzes zu erzählen. Gemäß dem Spielzeitmotto „FREMDE HEIMAT“ stehen für Anna Vita die Mechanismen im Vordergrund, die ausgelöst werden, wenn sich eine Gesellschaft mit dem Anderen und Fremden, das durch Othello repräsentiert wird, konfrontiert sieht. So handelt der Intrigant Jago bewusst böse, weil ihn der Neid bis zum Äußersten treibt. Dem gegenüber steht die große Liebe zwischen Othello und Desdemona. Eine Liebe, die Grenzen überwindet, aber dann durch Missgunst und Fremdenhass zerstört wird.

Es war William Shakespeare, der diese faszinierende Mischung aus Hass, Neid, ungezügelter Leidenschaft und intellektuellem Scharfsinn derart theatralischpackend auf die Bühne brachte, dass dieser Stoff seitdem immer wieder andere Künstler zu neuen Werken inspiriert hat.

Musikalische Leitung: Enrico Calesso
Choreografie und Inszenierung: Anna Vita
Bühne und Kostüme: Stefan Morgenstern
Licht: Klaus Gärditz
Dramaturgie: Christoph Blitt

Mit:
Othello: Felipe Soares Cavalcante / Leonam Abilio da Conceicao Santos
Desdemona: Caroline Matthiessen / Cara Hopkins a. G
Jago: Ivan Alboresi / Yoshimasa Samos
Emilia: Ako Nakanome / Zoya Ionkina
Cassio: Aleksey Zagorulko / Manuel Wahlen
Bianca: Eun Kyung Chung / Zoya Ionkina
Rodrigo: Manuel Wahlen / Ivan Alboresi
Vier Frauen: Zoya Ionkina, Cara Hopkins a. G.,
Alexandra Silvey, Tatiana Samos a. G. / Eun Kyung Chung, Caroline Matthiessen,
Ako Nakanome
Zwei Männer: Felipe Soares Cavalcante, Yoshimasa
Samos / Ivan Alboresi (Marius Krisan)
Brabantio: Komparserie
Der Doge von Venedig: Komparserie

Enrico Calesso wurde in Treviso (Italien) geboren und studierte Klavier in Venedig am dortigen Konservatorium bei Anna Colonna Romano sowie Orgel und Komposition. Parallel dazu schloss er 1998 das Magisterstudium in Philosophie bei Prof. Emanuele Severino an der Universität “Ca’ Foscari” in Venedig mit Auszeichnung ab. Von 2000 bis 2005 besuchte er die Dirigierklasse von Prof. Uros Lajovic an der Universität Wien. Wichtige Erfahrungen sammelte er auch als Assistent von Ulf Schirmer. 2008 übernahm Enrico Calesso für drei Jahre die musikalische Leitung der Oper Klosterneuburg (bei Wien) und war von 2007 bis 2010 am Theater Erfurt als Kapellmeister und Assistent des Generalmusikdirektors tätig. Darüber hinaus war er bereits als Dirigent u. a. bei den Wiener Symphonikern, beim Radio Symphonie-Orchester Wien, beim Philharmonischen Orchester Erfurt, bei der Filarmonia Veneta Malipiero, und beim Philharmonischen Orchester Rzeszów zu erleben. In der Saison 2010/2011 kam er als Erster Kapellmeister an das Mainfranken Theater, wo er in der folgenden Spielzeit zum Würzburger Generalmusikdirektor berufen wurde. Die aktuelle Saison eröffnete er mit Meyerbeers „L’Africaine“. Neben dem Ballett „Othello“ wird er in dieser Spielzeit noch bei Wagners „Tristan und Isolde“ und Glucks „Orfeo ed Euridice“ amDirigentenpult stehen. Wie schon im Vorjahr so wird er auch im Sommer 2012 bei den Bregenzer Festspielen mehrere Vorstellungen von Umberto Giordanos „Andrea Chenier“ dirigieren.

Anna Vita absolvierte ihre Tänzerausbildung an der „John Cranko Schule“ in Stuttgart. Ab 1983 war sie an folgenden Häusern engagiert: Staatstheater Saarbrücken, Theater Dortmund, Oper Bonn, Theater Basel und Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf/Duisburg. Seit 2004 ist sie als Ballettdirektorin und Choreografin an das Mainfranken Theater Würzburg verpflichtet. Seit dem kreierte sie für die Ballettcompagnie unter anderen Produktionen wie „Der Welt Lohn“, „Andersens Welt“, „Der Nussknacker“, „Romeo und Julia“, „Das Bildnis des Dorian Gray“, „Medea“, „Der Feuervogel“, „Dracula“ oder „Dyskolos“. Gastaufträge führten sie an das Theater Augsburg oder die Deutsche Oper am Rhein. Anna Vita ist 1. Vorsitzende von „Runder Tisch Tanz Würzburg/Mainfranken e.V.“ und entwickelte 2011 mit dem Verein das erste Festival „Würzburg tanzt“. Von der Oper Halle bekam sie den Auftrag, „Der Tod und das Mädchen“ für die dortige Compagnie einzustudieren. Anna Vita ist Trägerin des Theaterpreises Würzburg 2007 des Theater- und Orchesterfödervereins.

Durch die jahrelange Arbeit mit Youri Vàmos und seinem Team sowie den engen Kontakt zu Cranko-Balletten während Ihrer Ausbildung festigte sich bei Anna Vita das Bestreben nach Umsetzung von Handlungen, ob autobiografische Schicksale, historische Begebenheiten, Romane oder Märchen. Immer interessieren sie die Menschen und deren Beziehungen zueinander. Dabei hat sie ihren eigenen Stil gefunden der das Neoklassische mit dem Modernen und dem Tanztheater verbindet.

Stefan Morgenstern wurde 1960 in Köln geboren. Nach Abschluss seines Architekturstudiums schlug er die Theaterlaufbahn ein. Seit 1993 arbeitet er als freier Bühnen- und Kostümbildner und immer wieder auch als Kreativpartner für Eventagenturen im Bereich Messeauftritte und Eventdesign. Einen Schwerpunkt seiner Theaterarbeit bildet der Bereich Tanztheater. So entstanden zahlreiche Bühnenbilder und Ausstattungen für Choreografen wie Daniela Kurz, Renato Zanella, Roberto di Oliveira, Davide Bombana, Antonio Gomes, Mauro de Candia oder Anna Vita an Bühnen wie dem Staatstheater Stuttgart, dem Staatstheater Nürnberg, dem Nationaltheater Mannheim, der Deutschen Oper Berlin, dem Staatstheater Saarbrücken, der Staatsoper Wien, der Volksoper Wien, dem Aalto-Theater Essen, dem Theater Augsburg oder der Compagnie De Anima in Rio de Janeiro. Für Schauspiel- und Opernproduktionen. entstanden Bühnenbilder und Kostüme an den Theatern von Esslingen, Neuss, Mainz, Wien, Frankfurt / Oder, Klagenfurt, Linz, St. Pölten, Detmold, Nürnberg, dem Augsburg oder Pforzheim und für das Rossini- Festival in Bad Wildbad unter der Regie von Daniela Kurz, Jochen Biganzoli, Rennie Wright, Silvia Armbruster oder Ernst Konarek. Daneben beschäftigt sich Stefan Morgenstern auch in mehreren freien, experimentellen Produktionen immer wieder mit den Themen: Raum, Bewegung, Musik, Interaktion und Improvisation. Im Jahre 2000 erhielt die Produktion „Die Winterreise“ mit Daniela Kurz und dem Tanztheater Nürnberg den Bayerischen Theaterpreis. 2010 wurde er in der Fachzeitschrift „Opernwelt“ zum Bühnenbildner des Jahres nominiert.

Pressemeldung Mainfrankentheater Würzburg

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