Essen, Folkwang Kammerorchester, Jubiläum mit Johannes Klumpp, 2017-2018

Folkwang Kammerorchester

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Folkwang Kammerorchester © Peter Gwiazda,

Folkwang Kammerorchester © Peter Gwiazda,

Johannes Klumpp – Folkwang Kammerorchester Essen

Jubiläumssaison 2017/2018

„Das Außergewöhnliche wagen. Nach dem Absoluten streben. Mit dem Folkwang Kammerorchester Essen kann es keine Routine geben. Und das liebe ich,“  so  Chefdirigent Johannes Klumpp.

Jung, dynamisch und höchst motiviert – ist nicht nur Johannes Klumpp, Chefdirigent des Folkwang Kammerorchesters Essen, das in der Saison 2017/2018 bereits sein 60-jähriges Jubiläum feiert. Auch die jungen Musiker des 16-köpfigen Ensembles lassen sich immer wieder mit frischer Herangehensweise und großem Engagement von ihrem Dirigenten zu Höchstleistungen leiten: so auch in den zahlreichen Glanzpunkten des neuen Saisonprogramms – als einziges Orchester, das in der Villa Hügel spielt, oder auch an außergewöhnlichen Orten wie auf UNESCO Weltkulturerbe Zeche Zollverein.

Noch vor der Idee der Orchesterakademien entstand – gewissermaßen als Pionier der Graduiertenausbildung – vor 60 Jahren mit dem Folkwang Kammerorchester Essen die Möglichkeit, jungen Musikern den Übergang vom Studium ins Berufsleben zu ebnen. Am Ende ihres Instrumentalstudiums oder kurz danach in technischer Hochform, genießen die Musiker neben ihrem Einsatz im FKO Essen auch die Freiheit anderen musikalischen Projekten nachzugehen. So entsteht im Orchester ein einzigartiger Projektcharakter, der anregt, sich besonders zu engagieren und auf neue Programme, Stimmeneinteilung (1. und 2. Violine wechseln je nach Konzert) und Konzertformate einzulassen. Zudem bietet das Folkwang Kammerorchester Essen auch jungen Dirigenten und Solisten immer wieder ein Karrieresprungbrett.

Johannes Klumpp © Peter Gwiazda,

Johannes Klumpp © Peter Gwiazda,

Seit Johannes Klumpp 2013 die Leitung des Orchesters übernahm, ist ein stetiger Anstieg der Abonnentenzahlen für die Konzerte in der Villa Hügel von mittlerweile 6 Prozent zu verzeichnen. Dies kann vor allem auf den dramaturgisch klaren Aufbau der Konzerte zurückgeführt werden, mit dem der Dirigent Nähe zum Publikum schafft. So führte er moderierte Konzerte ein, die direkt im Konzert mit fundierten Informationen die aufgeführte Musik neu erschließen. Vor dem Konzert bringt Johannes Klumpp regelmäßig im Gespräch auf der Bühne dem Publikum einen Künstler als Menschen näher.

Die mittlerweile etablierte Konzertreihe ExtraKlang trägt ebenso zum Erfolg des Orchesters bei, indem sie dem Folkwang-Gedanken folgend verschiedene Künste mit dem Essener Leben verbindet. In der Jubiläums-Saison verbindet das Motto Identität die drei Konzertprojekte auf Zeche Zollverein, beginnend mit griechischer Mythologie, deren Sagen die europäische Musik-Identität prägten, wie in Haydns Merkur-Symphonie und Strawinskys Apollon Musagète zu hören ist. Erzähler Michael Köhlmeier ergänzt die Musik mit Geschichten aus der antiken Welt.

Auch UWAGA! sind mit einem Konzert wieder mit dabei. Sie hinterfragen gemeinsam mit dem FKO Essen die (deutsche) musikalische Identität und modifizieren auf einzigartige Weise die Werke des großen Klassikers Beethovens.

Mit einem Deutschen Abend schließt die Reihe ExtraKlang, der zu Thomas Manns Werk musikalische Bezugspunkte setzt. Die Anspielung an Schönbergs Verklärte Nacht in Doktor Faustus wird ebenso thematisiert wie Mahlers Adagietto in Tod in Venedig. Strauss‘ Metamorphosen setzen den Kontrapunkt zu Manns Rundfunkreden „Deutsche Hörer!“ aus dem kalifornischen Exil. Axel Fuhrmann visualisiert Musik und Text mit einer Filmcollage.

Darüber hinaus werden im Rahmen der Mozartreihe unter Leitung von Johannes Klumpp  in der Villa Hügel in zwei Programmen mit dem Hornisten Christoph Eß alle mozartschen Hornkonzerte erklingen, die allesamt auch auf CD aufgenommen werden sollen.


FOLKWANG –  Konzerte im Überblick


02. September 2017, 19.30 Uhr, Bad Salzuflen, Konzerthalle

„Von Göttern und Sagen“: Mozart: Divertimento F-Dur KV 138, Strawinsky: Apollon musagète, Von Dittersdorf: Sinfonie Nr. 4 F-Dur Die Rettung der Andromeda durch Perseus, Haydn: Sinfonie Nr. 43 Es-Dur

Johannes Klumpp, Dirigent, Folkwang Kammerorchester Essen, Nordwestdeutsche Philharmonie


15. + 16. September 2017, 20.00 Uhr, Essen, 17. September 2017, 11.00 Uhr, Essen, Villa Hügel
Mozart: Hornkonzert Nr. 4 Es-Dur KV 459, Mozart: Sinfonie Nr. 16 C-Dur KV 128, Mozart: Hornkonzerte Nr. 2 KV 417, Mozart: Sinfonie Nr. 29 A-Dur KV 201

Johannes Klumpp, Dirigent, Christoph Eß, Horn, Folkwang Kammerorchester Essen


16. September 2017, 18.00 Uhr, Essen, Villa Hügel
Mozart: Sinfonie Nr. 16 C-Dur KV 128, Mozart: Sinfonie Nr. 29 A-Dur KV 201

Johannes Klumpp, Dirigent, Juri Tetzlaff, Moderation, Folkwang Kammerorchester Essen


24. September 2017, 11.00 Uhr, Essen, GOP Varieté
25. und 26. September 2017, 20.00 Uhr, Essen, GOP Varieté
„FKO meets GOP – 2 Welten treffen sich“

Johannes Klumpp, Dirigent, Folkwang Kammerorchester Essen


13. und 14. Oktober 2017, 20.00 Uhr, Essen, Zeche Zollverein
Von Dittersdorf: Sinfonie nach Ovids „Metamorphosen“
Strawinsky: Apollon musagète, Haydn: Symphonie Nr. 43 Es-Dur „Merkur“

Johannes Klumpp, Dirigent, Michael Köhlmeier, Rezitation, Folkwang Kammerorchester Essen


9. Dezember 2017, 16.00 und 20.00 Uhr, Essen, Villa Hügel
10. Dezember 2017, 14.00 Uhr, Essen, Lichtburg
14. und 15. Dezember 2017, 16.00 und 20.00 Uhr, Essen, Villa Hügel
17. Dezember 2017, 11.00 und 16.00 Uhr, Essen, Villa Hügel
Locatelli: Concerto grosso f-Moll op. 1 Nr. 8 “Weihnachtskonzert”
Corelli: Concerto grosso g-Moll op. 6 Nr. 8 “Weihnachtskonzert”
Torelli: Concerto grosso con una pastorale per il Santissimo Natale op. 8 Nr. 6
Grieg: Holberg Suite op. 40
Johannes Klumpp, Dirigent
Folkwang Kammerorchester Essen


19. und 20. Januar 2018, 20.00 Uhr, 20.00 Uhr, Essen, Zeche Zollverein
„Alle Menschen werden Brüder-Originale und Fälschungen von und über Ludwig van Beethoven“

Johannes Klumpp, Dirigent, Folkwang Kammerorchester Essen, Uwaga!, Quartett


13. und 14. April 2018, 20.00 Uhr, Essen, Zeche Zollverein
Schönberg: Verklärte Nacht op. 4
Mahler: Adagietto aus: Sinfonie Nr. 5 cis-Moll
Strauss: Metamorphosen für 23 Solostreicher

Johannes Klumpp, Dirigent, Martina Gedeck, Sprecherin, Folkwang Kammerorchester Essen


21. April 2018, 18.00 Uhr, Essen, Villa Hügel
Boccherini: Sinfonie d-Moll op. 12 Nr. 4 „La casa del diavolo“
Gluck:  Don Juan, ou Le Festin de Pierre

Johannes Klumpp, Dirigent, Juri Tetzlaff, Moderation, Folkwang Kammerorchester Essen


22. April 2017, 14.00 Uhr, Essen, Lichtburg
Boccherini: Sinfonie d-Moll op. 12 Nr. 4 „La casa del diavolo“, Gluck:  Don Juan, ou Le Festin de Pierre, Mozart: Divertimento B-Dur KV 287 „Lodron“

Johannes Klumpp, Dirigent, Folkwang Kammerorchester Essen


11. und 12. Mai 2018, 20.00 Uhr, Essen, Villa Hügel
13. Mai 2018, 11.00 Uhr, Essen, Villa Hügel
Mozart: Hornkonzert Nr. 1 D-Dur KV 412, Mozart: Hornkonzert Nr. 3 Es-Dur KV 447, Mozart: Sinfonie Nr. 40 g-Moll KV 551

Johannes Klumpp, Dirigent, Christoph Eß, Horn
Folkwang Kammerorchester Essen,  PM amphitryon-media

Rostock, Volkstheater Rostock, 6. PHILHARMONISCHES KONZERT Beethoven – Schumann, 26.02.2017

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Volkstheater Rostock

Volkstheater Rostock / 6. Philharmonisches-Konzert - Tanja Tetzlaff © Giorgia-Bertazzi

Volkstheater Rostock / 6. Philharmonisches-Konzert – Tanja Tetzlaff © Giorgia-Bertazzi

6. PHILHARMONISCHES KONZERT
Beethoven und Schumann

Sonntag, 26. Februar 2017, 18:00 Uhr, Montag, 27. Februar 2017, 19:30 Uhr
Dienstag, 28. Februar 2017, 19:30 Uhr

Als der heute weltberühmte Pianist Lars Vogt 1992 in Rostock debütierte, stand er noch am Anfang seiner Karriere. Damals spielte er Robert Schumanns Klavierkonzert a-Moll. 25 Jahre später erklingt dieses einst 1841 für Clara Schumann geschriebene Konzert erneut mit Lars Vogt, diesmal vom Klavier aus geleitet. Seit einigen Jahren feiert Vogt, seit 2015 Künstlerischer Leiter der Royal Northern Sinfonia in Newcastle, auch als Dirigent sowie in der Doppelfunktion als Dirigent und Pianist große Erfolge.

Nach Rostock hat er neben dem Klavierkonzert auch Schumanns neun Jahre später beendetes Cellokonzert in a-Moll mitgebracht. Den Solopart musiziert die renommierte Cellistin Tanja Tetzlaff, die Vogt als Kammermusikpartnerin verbunden ist und zum zweiten Mal beim Rostocker Orchester gastiert.

Volkstheater Rostock / 6. Philharmonisches-Konzert - Lars-Vogtf © Felix Broede

Volkstheater Rostock / 6. Philharmonisches-Konzert – Lars-Vogtf © Felix Broede

Ludwig van Beethovens Symphonie Nr. 1 eröffnet die drei Konzertabende. Nach der Uraufführung im April 1800 wurde dem an Joseph Haydns symphonischen Geist anknüpfenden Werk „sehr viel Kunst, Neuheit und Reichtum an Ideen“ bescheinigt. Dass es sich bei diesem symphonischen Erstling um den Beginn des wohl bedeutendsten Symphonien-Zyklus der Musikgeschichte handelte, war damals kaum zu erahnen.

Vor den Philharmonischen Konzerten bieten wir eine Konzerteinführung an. In ca. 15 Minuten wird Wissenswertes und Interessantes über die Komponisten sowie die Entstehung und Rezeption der gespielten Werke präsentiert. Die Einführung findet eine halbe Stunde vor Konzertbeginn im Intendanzfoyer statt.

TERMINE
Sonntag, 26. Februar 2017, 18:00 Uhr
Montag, 27. Februar 2017, 19:30 Uhr
Dienstag, 28. Februar 2017, 19:30 Uhr

Ludwig van Beethoven: Symphonie Nr. 1 C-Dur op. 21
Robert Schumann: Konzert für Violoncello und Orchester a-Moll op. 129
Robert Schumann: Konzert für Klavier und Orchester a-Moll op. 54

Leitung und Klavier: Lars Vogt, Violoncello: Tanja Tetzlaff

Volkstheater Rostock – Alle Karten Hier :
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Klagenfurt, Stadttheater Klagenfurt, Die lange Nacht der kurzen Musik, 16.09.2016

September 9, 2016 by  
Filed under Pressemeldung, Stadttheater Klagenfurt

Stadttheater Klagenfurt

Stadttheater Klagenfurt

Stadttheater Klagenfurt © Stadttheater Klagenfurt / Helge Bauer

Stadttheater Klagenfurt © Stadttheater Klagenfurt / Helge Bauer

Die lange Nacht der kurzen Musik

Feiern Sie mit uns den Spielzeitbeginn am Stadttheater Klagenfurt!
16. September 2016, 19.00 – 24.00 Uhr
EINTRITT FREI!

Konzerte im und um das Stadttheater mit: ensemble minui, Erwin & Edwin, Frank Fusion Trio feat. Michael Erian, Gesangskapelle Hermann, Jeremias Fliedl, Jazz Ladies, Kärntner Sinfonieorchester, Kombinat Alpenrösli, Madrigalchor Klagenfurt, Singschule Carinthia, Swinging Strings, Theatertag mit INGEBORG Will&Deloki

Der Spielzeitbeginn gehört gefeiert! Einen Tag nach der großen Salome-Premiere verwandeln sich verschiedenste Orte im und um das Stadttheater wieder in eine musikalische Spielwiese. Stammgäste der „Langen Nacht”, wie das Kärntner Sinfonieorchester unter der Leitung von Alexander Soddy und die Singschule Carinthia sind genauso dabei wie einige Überraschungsgäste, die noch nie in Klagenfurt zu hören waren. Der musikalische Bogen spannt sich von Klassik über Jazz zur Volksmusik.

Die „Lange Nacht der kurzen Musik“ ist eine Kulturveranstaltung der ganz besonderen Art. Auch in diesem Jahr hält das facettenreiche Programm für jeden Geschmack etwas bereit und verspricht eine Spätsommernacht voller Musikgenuss.

PROGRAMM

BÜHNE
19.00 Uhr Kärntner Sinfonieorchester Der guten Tradition folgende eröffnet Chefdirigent Alexander Soddy die „Lange Nacht“ mit seinem Kärntner Sinfonieorchester. Er führt durch Musikliteratur, die wenig auf den Konzertbühnen dieser Welt zu hören ist – die Welt der Filmmusik!
21.00 Uhr ensemble minui Das innovatives Vorhaben des ensemble minui, bestehend aus KSO Musikern, ist es, Werke aus dem Symphonie- und Opernrepertoire für ihre einzigartige Besetzung von neun Streichern und Bläsern zu „verkleinern“: ein spannendes und einmaliges Hörerlebnis.


WIENER STÄDTISCHE FREILICHTBÜHNE GOETHEPARK
19.30 Uhr Frank Fusion Trio feat. Michael Erian Jazz im modernen Soundkleid, actual-trio-sound trifft auf Altbewährtes: Das preisgekrönte Nachwuchstrio freut sich, an diesem Abend auf den arrivierten Jazzer Michael Erian zu treffen. Zu hören gibt es frische Eigenkompositionen und fette Grooves.
20.30 Uhr Swinging Strings Die Swinging Strings überwinden musikalischen Grenzen! So hört man jazzige Bearbeitungen bekannter Klassik-, Pop- und Rockhits wie auch eigene Kompositionen und Swingjazz.
21.30 Uhr Erwin & Edwin Wer ist Erwin? Wer ist Edwin? „Darüber gibt es nur Gerüchte“, sagen die vier österreichischen Musiker. Gut drei Jahre haben Erwin & Edwin am perfekten Sound für ihr Debüt Album „Messing“ gefeilt: ein genreübergreifendes Werk, dass laut APA „sofort ins Tanzbein“ fährt!


STADTPFARRKIRCHE ST. EGID
19.00 Uhr Singschule Carinthia 2013 gegründet, hat sich die Singschule Carinthia schnell zu einer der ersten Adressen in Sachen musikalischer Nachwuchsförderung entwickelt.
21.00 Uhr Jeremias Fliedl Der junge Klagenfurter Cellist interpretiert Bachs Suite Nr 2 in d-Moll.


ORCHESTERPROBENRAUM
20.00 Uhr Gesangskapelle Hermann Seit nunmehr einigen Jahren frönen die sieben Musiker der beinah in Vergessenheit geratenen Kunst des mehrstimmigen Männergesangs. Die Pflege von romantischem Liedgut wird dabei fast so ernst genommen, wie die Aufarbeitung des Urösterreichischen.
22.00 Uhr Kombinat Alpenrösli In ihrem neuen Bühnenprogramm Wurzel Heimat Klammer zu [AT]
präsentieren die sechs Musiker eine schrullige, absurd-komische Kulturstunde quer durch die österreichische Geschichte mit Kompositionen, die Jazz, Jodler und Funk durcheinander wirbeln.


KLAGENFURTER DOM
20.30 Uhr Madrigalchor Klagenfurt Der Kärntner Madrigalchor steht für Vokalmusik auf hohem künstlerischem Niveau. Für die „Lange Nacht“ präsentiert der Chor Evensongs – also Chorgesang, der der englischen Vespertradition verpflichtet ist. Im Anschluss findet eine durch Chorleiter Klaus Kuchling gestaltet Orgelführung zur neuen Domorgel statt!


OBERES FOYER
23.00 Uhr Theatertag mit INGEBORG Die DJs Will&Deloki sind mit ihren NIX KLU EVENTS bereits eine fixe Größe in der Kärntner Electronic Music Szene. Ihre Mission ist: Music for soul, body and mind. Mit ihren House und Deep House – Mixes nehmen sie ihr Publikum mit auf eine Soundreise und verwandeln das Foyer des Stadttheaters in einen dancefloor – a journey to paradise.


BKS Bank PALAIS CHRISTALNIGG
20.00 Uhr Jazz Ladies Das Palais Christalnigg der BKS Bank öffnet erstmals nach der Renovierung seine Pforten. Die Jazz Ladies aus Maribor werden den ehemaligen Ballsaal mit Jazzstandards, slowenischen Liedern und Pop-Melodien in den Stilen Swing, Bossa Nova und Latin wachküssen.

Pressemeldung Stadttheater Klagenfurt

Stavanger, Internationales Kammermusikfestival in Norwegen, August 2014

Stavanger Internationales Kammermusikfestival © Nikolaj Lund

Stavanger Internationales Kammermusikfestival © Nikolaj Lund

International Chamber Music Festival Stavanger

Selten Gespieltes und Altbekanntes

Das innovative Programm von Norwegens Internationalem Kammermusikfestival in Stavanger kombinierte mit großem Erfolg Musik von 1914 über 1814 zurück zur Französischen Revolution.

Im Jahr 2014 feiert Norwegen den 200. Geburtstag seiner Verfassung. Anders als viele Veranstaltungen in dem skandinavischen Land in diesem Jahr entschieden sich die künstlerischen Direktoren des Internationalen Kammermusikfestivals, den Fokus nicht allein auf 1814 zu setzen.

Stavanger Internationales Kammermusikfestival © Nikolaj Lund

Stavanger Internationales Kammermusikfestival © Nikolaj Lund

Zum Konzept des vielseitigen Programms gehörten auch Kompositionen, die hundert Jahre später, also etwa zur Zeit des Ausbruchs des ersten Weltkriegs 1914 entstanden sind: “Wir wissen, dass Ravel in der Armee als Ambulanzfahrer diente. Debussy war sehr krank. Aber es gibt enorm viele Kompositionen aus dieser Zeit, die es wert sind, aufgeführt zu werden”, erklärte der norwegische Pianist Christian Ihle Hadland, einer der beiden künstlerischen Leiter.  “Wir wollten etwas um die Verfassung von 1814 herum zu bauen. Sie war eine der frühesten und liberalsten Verfassungen in Europa und sehr stark von der Französischen Revolution inspiriert, die 25 Jahre davor begann”.

Der große Revolutionskomponist sei natürlich Beethoven gewesen: “Der kam nach der Französischen Revolution. Seine Musik hat etwas fast Politisches. Außerdem war Beethoven in den vergangenen vier Festivals nur wenig präsent. Daher hielten wir das für eine sehr gute Idee: Von 1914 über 1814 zurück zur Französischen Revolution.”

Stavanger Internationales Kammermusikfestival / Ihle Hadland und Kraggergud © Nikolaj Lund

Stavanger Internationales Kammermusikfestival / Ihle Hadland und Kraggergud © Nikolaj Lund

Ein Werk aus dem Jahr 1914 erwies sich dann auch als geeignete Wahl für das Eröffnungskonzert des diesjährigen ICMF: die wehmütige Violinsonate des tschechischen Komponisten Leos Janácek für Geige und Klavier. Mit ihrer Interpretation gelang es Ihle Hadland und seinem norwegischen Landsmann Henning Kraggerud, sowohl die lyrischen als auch die virtuosen Seiten der Komposition einzufangen. Kraggeruds natürliche Musikalität, die sich sowohl in Solo- als auch Ensemble-Aufführungen zeigt, fand mit Ihle Hadland am Piano einen ebenbürtigen Partner. Der Festivaldirektor war im Laufe des Festivals noch bei einigen anderen Höhepunkten zu hören, Griegs Holberg Suite und Mozarts Tripelkonzert, für das mit Kathryn Stott und Silke Avenhaus zwei weitere profilierte Pianisten zu ihm stießen.

Stavanger Internationales Kammermusikfestival © Nikolaj Lund

Stavanger Internationales Kammermusikfestival © Nikolaj Lund

Der zweite künstlerische Leiter des Festivals, der schwedische Klarinettist Martin Fröst, spielte Brahms’ Klarinetten-Trio sowie Mozarts Klarinetten-Quintett auf eine Weise, die dem Publikum wieder ins Gedächtnis rief, wie exquisit das Kammermusik-Repertoire für Klarinette ist. In den vergangenen Jahren hat der Klarinettist sich zunehmend auch als Dirigent einen Namen gemacht. Für sein Dollhouse Project integrierte er Tanz und Bewegung in seine Aufführungen. Möglicherweise haben diese Experimente ihm geholfen, die neue Tiefe zu erreichen, die in seinen frischen und poetischen Interpretationen zu hören war.

Stavanger Internationales Kammermusikfestival © Nikolaj Lund

Stavanger Internationales Kammermusikfestival © Nikolaj Lund

Fröst dirigierte während des Festivals eine inspirierte Performance des Stavanger Symphonieorchesters (SSO). Die Bläser kämpften ein bisschen mit der Musik und beeinträchtigten damit die Aufführung des Ensembles, dessen Stärke bei den Streichern lag. Aber insgesamt zeigte das SSO unter Frösts Leitung ein solide Interpretation von Beethovens 1. Symphonie.

Mit einer dichten Performance von Debussys Quartett bewies das Van Kuijk Quartet, das es das Zeug für ein gutes Kammermusikensemble haben. Für Mozarts Streichquartett in G-Moll erhielt das neue Streichquartett Unterstützung von dem Newcomer Evind Holtsmark Ringstäd als Bratsche. Ringtstäd war eine spannende Bereicherung des Festivalprogramms und zeigte sowohl einfühlsames Ensemblespiel als auch starke Solo-Performances.

Stavanger Internationales Kammermusikfestival © Nikolaj Lund

Stavanger Internationales Kammermusikfestival © Nikolaj Lund

Neben Ihle Hadland waren zwei weitere Pianisten auf dem Festival zu hören. Die englische Pianistin Kathryn Stott war nicht zum ersten Mal hier zu hören. Mit einem breit gefächerten Repertoire von Debussys Cello-Sonate über Haydn-Trios oder Elgars Piano Quintett bewies sie erneut, welche sensible und solide Performerin sie ist. Auch die Interpretation von Schuberts Arpeggione Sonate durch die deutsche Pianistin Silke Avenhaus und den ukrainischen Bratschisten Maxim Rysanov war ein Festivalhighlight. Avenhaus’ natürliche Musikalität und ihr Sinn für Sound wurden zwar geschätzt, gingen aber leider manchmal in den Stavanger-Aufführungsorten etwas unter.

Der finnische Violinist Pekka Kuusisto demonstrierte seine großartige Vielseitigkeit nicht nur in Interpretationen wie  Sonaten von De Falla und Poulenc, sondern auch bei Improvisationen mit Martin Fröst und dem schwedischen Jazz-Star-Saxophonisten Magnus Lindgren. Kuusisto leitete zudem mit großer Präzision verschiedene Ensembles bei Performances an, die von seinen sehr individuellen musikalischen Ideen geprägt waren.

Stavanger Internationales Kammermusikfestival / Martin und Pekka © Nikolaj Lund

Stavanger Internationales Kammermusikfestival / Martin und Pekka © Nikolaj Lund

Ein erfolgreiches Experiment in der Mitte des Festivals gab Konzertbesuchern die Gelegenheit, ein großes Werk in verschiedenen Orchestrierungen zu hören. Im Rahmen eines Konzerts wurden Griegs Holberg Variationen in drei Versionen gespielt. Neben Ihle Hadlands Performance der ursprünglichen Klavierversion spielte das 1B1-Ensemble die orchestrierte Adaption. Dieses Orchester, das aus zumeist jungen Musikern besteht, präsentierte das Werk beeindruckend auswendig. Das große Engagement, das die jungen Musiker unter Leitung ihres Gründers und künstlerischen Leiters, des Violinisten Jan Bjoranger, zeigten, war allen Applaus wert und ein Beweis dafür, dass in der norwegischen Musikszene Besonderes geschieht.

Im letzten Teil des Konzert kam der Jazzpianist und Komponist Erlend Skomsvoll hinzu. Unter seiner Leitung zeigte 1B1 eine Performance, die die unendliche Inspiration demonstrierte, die in großen musikalischen Werken zu finden ist.

Eine besondere Erwähnung verdienen zudem die Leistungen der Violinistin Karen Gomyo, die in letzter Minute für den erkrankten Henning Kraggerud einsprang.

Stavanger Internationales Kammermusikfestival © Nikolaj Lund

Stavanger Internationales Kammermusikfestival © Nikolaj Lund

Das Festival endete mit einer Aufführung von Schuberts Oktett in F-Dur, einem Werk, das selten zu hören ist, vermutlich wegen seiner Länge. Das Oktett, das eine Stunde dauert, ist kein Stück, das sich in der kurzen Zeit eines Festivals leicht auf die Beine stellen lässt. Aber unter der Leitung von Pekka Kuusisto war eine dichte und aufregende Aufführung zu hören, die die langen Standing Ovations, die sie erhielt, wohl verdient hatte. Sie erwies sich als würdiges Finale des diesjährigen Internationalen Kammermusikfestivals, das im kommenden Jahr 2015 sein 25jähriges Bestehen feiern wird.

IOCO / Breandáin O’Shea / August 2014

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