Wien, Theater an der Wien, Raimund Theater, Ronacher, Stefan Herheim, IOCO Aktuell, 06.01.2018

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Theater an der Wien

Theater an der Wien / Linke Wienzeile © IOCO

Theater an der Wien / Linke Wienzeile © IOCO

Theater an der Wien – Raimund Theater – Ronacher

Weltruf Wiens als Musikstadt soll langfristig gesichert werden

Die Vereinigten Bühnen Wien (VBW), welche das Theater an der Wien, das Raimund Theater und das Ronacher lenkt, haben langfristig zentrale Personalentscheidungen getroffen. Ein innovatives Bespielungskonzept des Opernhauses und Kontinuität der national wie international erfolgreichen Musicalsparte soll den Ruf Wiens als Musikstadt langfristig sichern.

Drei geschichtsträchtige Häuser,  das Theater an der Wien, das Raimund Theater und das Ronacher, mit einem gemeinsamen Konzept: dass Musiktheater ein bereicherndes Erlebnis darstellen muss. Bereichernd für das Publikum, mit seinen ganz besonderen Erwartungen. Bereichernd für das regionale und überregionale Wirtschaftsleben. Und bereichernd für die kulturelle Identität Wiens und ihre Botschaft nach außen. Die gefeierten Produktionen haben speziell in den letzten Jahren eine Strahlkraft erreicht, die über die Grenzen Österreichs hinausgeht. Dazu braucht es neben großartigen Stoffen und genialen Künstlern vor allem Ideenreichtum und Mut zur Spezialisierung.

Das THEATER AN DER WIEN war noch bis 2005 ganz dem Musical gewidmet. Mit dem Mozartjahr 2006 wurde es wieder seiner ursprünglichen Bestimmung als Opernhaus rückgeführt. Als Stagione-Opernhaus des 21. Jahrhunderts gibt das THEATER AN DER WIEN die Richtung für ein außergewöhnliches Programm vor: Ein Konzept aus Opern vom Barock bis zur Moderne, das im europäischen Raum richtungsweisend ist. Parallel dazu bieten das ehrwürdige RAIMUND THEATER und das 2008 nach einer umfassenden Funktionssanierung wiedereröffnete RONACHER den glamourösen Rahmen für den Publikumsmagneten Musical.

  Stefan Herheim – Theater an der Wien / Christian Struppeck –  Musical

Theater an der Wien / Stefan Herheim © Karl Forster

Theater an der Wien / Stefan Herheim © Karl Forster

Der norwegische Opernregisseur Stefan Herheim wird ab der Saison 2022/23 die Intendanz des Theater an der Wien übernehmen. Intendant Roland Geyer wird das Stagione-Opernhaus bis zum Zeitpunkt der Übergabe weiterführen. VBW-Musicalintendant Christian Struppeck wird für weitere fünf Jahre ab der Saison 2020/21 verlängert.

Zukünftige künstlerische Leitung steht für Erneuerung und Kontinuität

„Die zukünftige künstlerische Leitung der VBW steht für Erneuerung und Kontinuität. Ich freue mich, dass mit Stefan Herheim einer der erfolgreichsten Opernregisseure der Welt für das Theater an der Wien gewonnen werden konnte. Er ist ein von der Oper Besessener, einer der das Gesamtkunstwerk Oper entfalten kann. Das erfahrene Wiener Opernpublikum hat niemand geringeren verdient, als einen Menschen, der sich Ort und Genre vollkommen verpflichtet. Wie kein anderer schafft Herheim die heikle Gratwanderung zwischen der Erfüllung musikalischer Ansprüche auf höchstem Niveau und der Öffnung der Gattung für neue Generationen“, freut sich Wiens Kulturstadtrat. „Besonders freut es mich auch, dass Roland Geyer, der für den heutigen Erfolg des Theater an der Wien verantwortlich ist, für zwei weitere Jahre als Intendant zur Verfügung steht, ehe Herheim übernimmt. Musiktheater in Wien genießt national wie auch international höchste Reputation. Mit Christian Struppeck schreiben wir die Erfolgsgeschichte Musicalstadt Wien weiter und freuen uns, einen empathischen Kenner der Branche für weitere fünf Jahre im Raimund Theater und dem Ronacher halten zu können. Ihm ist eines der erfolgreichsten Jahre in der Geschichte des Musicals zu verdanken“, sagt Andreas Mailath-Pokorny. Wiens Wirtschaftsstadträtin Renate Brauner, die auch für die Wien Holding verantwortlich ist, freut sich ganz besonders, dass „mit der Bestellung von Stefan Herheim und der Verlängerung von Christian Struppeck zwei erstklassige Intendanten zur Verfügung stehen, die für unsere Häuser sowohl die herausragende künstlerische Qualität wie auch die wirtschaftliche Stabilität sichern. Ich bin überzeugt, dass beide Intendanten dazu beitragen werden, den Weltruf Wiens als Musikstadt zu untermauern“, so Brauner.

Theater an der Wien / Der spektakuläre Zuschauerraum © Peter M. Mayr

Theater an der Wien / Der spektakuläre Zuschauerraum © Peter M. Mayr

Stefan Herheim: Weltweit gefragter Opernregisseur übernimmt Opernintendanz

Mit Stefan Herheim übernimmt ab der Saison 2022/23 einer der weltweit gefragtesten Opernregisseure unserer Zeit das Theater an der Wien. Der aus Oslo stammende, ursprünglich ausgebildete Cellist, inszeniert regelmäßig an Europas größten Opernhäusern. Sein Repertoire spannt sich von der barocken Oper bis hin zum zeitgenössischen Musiktheater.   Stefan Herheim zu seiner Bestellung: „Oper ist mein Leben. Das Theater an der Wien bietet eine einmalige Werkstätte zur Entfaltung des Gesamtkunstwerkes Musiktheater. Mit großer Freude nehme ich mir die Verantwortung zu Herzen, um an diesem geschichtsträchtigen und zugleich jüngstem Wiener Opernhaus zu wirken. Es wird mein zukünftiger Lebensmittelpunkt. Es gilt, die Sinnsuche fortzusetzen, die Publikum und Künstlern jene Heimat bietet, aus der alte Welten neu betrachtet sowie neue Welten offen und mit allen Sinnen zu erkunden sind. In einer sich immer schneller und wilder drehenden Welt kommt der künstlerischen Heimat in lokaler, sozialer und kultureller Dimension eine besondere Bedeutung zu.“

Weltruf Wiens als Musikstadt soll langfristig gesichert werden

Herheim weiter: „Das unter Roland Geyer etablierte internationale Renommee des Hauses bietet wunderbare Voraussetzungen, um dieses Theater als Kulturbrücke zwischen Wien und der Welt, zwischen Kunstideal und Realitätswachen, zwischen unterschiedlichsten Menschen zu spannen. Die Bühnenbretter des Theater an der Wien gehören zu den fruchtbarsten kulturellen Äckern Europas, auf dem sich die prächtigsten Früchte ernten lassen. Der Samen dafür ist ein Grundvertrauen in die künstlerische Integrität. Oper ist mein Leben“, so der designierte Opernintendant Stefan Herheim.

Auch Roland Geyer, der amtierende Intendant der Opernsparte der VBW, gratuliert Stefan Herheim zur Bestellung: „Ich kenne und schätze Stefan Herheim schon seit Jahren und freue mich sehr, dass ich – bis Stefan Herheim die Geschicke des Hauses übernimmt – weiterhin das Profil des Theater an der Wien schärfen und das Opernhaus weiterführen kann. Mein Dank gilt der Stadt Wien und Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny für ihr Vertrauen in das Theater an der Wien und ich gratuliere zu der Entscheidung, einen renommierten, leidenschaftlichen Theatermann wie Stefan Herheim die Erfolgsgeschichte des Theater an der Wien weiterschreiben zu lassen.“

Das Theater an der Wien hat sich unter der Ära von Roland Geyer mit dem Fokus auf die Barockoper sowie die Oper des 20./21. Jahrhunderts als international führendes Stagione-Haus etabliert, wurde mehrfach im Ranking der International Opera Awards gewürdigt sowie im Jahr 2016 mit einem Opera Award für die weltbeste Neuproduktion des Jahres (Peter Grimes) in London ausgezeichnet. Auch die Wiener Kammeroper, die seit der Spielzeit 2012/13 vom Theater an der Wien bespielt wird, ist unter  Geyers Intendanz mit der Gründung eines jungen Sängerensembles, das alle zwei Jahre neu ausgewählt wird, in der Wiener Opernlandschaft erfolgreich positioniert.

Theater an der Wien / Christian Struppeck © VBW Johannes Ifkovits

Theater an der Wien / Christian Struppeck © VBW Johannes Ifkovits

Christian Struppeck: Internationaler Musicalprofi als Musicalintendant verlängert

Die Intendanz der beiden Musicalhäuser der VBW – Raimund Theater und Ronacher – bleibt weiterhin unter der Führung von Christian Struppeck. Aktuell konnten die VBW durch die Programmierung von Struppeck bei ihrem Saisonstart mit der Weltpremiere von I Am From Austria und der Wiederaufnahme von Tanz der Vampire anlässlich des 20-jährigen Jubiläums einen noch nie da gewesenen Rekord-Ticketverkauf verzeichnen. I Am From Austria wird aufgrund dieses großen Erfolges um eine Saison verlängert. Struppeck führt die Musicalsparte der VBW seit 2012. Er setzte in seiner Programmierung auf einen erfolgreichen Mix aus internationalen Welthits wie Mary Poppins, Evita oder Mamma Mia! und selbst kreierten Eigenproduktionen. Musicals wie I Am From Austria, Der Besuch der alten Dame, Don Camillo und Peppone oder Schikaneder wurden von ihm eigens für die VBW entwickelt. Auch international hat Christian Struppeck viele Produktionen wie Der Besuch der alten Dame, Tanz der Vampire, Elisabeth oder Rebecca erfolgreich lizensiert und erstmals mit Elisabeth ein VBW-Musical nach China gebracht, gefolgt von der Neuinszenierung von Mozart! aus dem Raimund Theater, die auch gerade erfolgreich in Belgien Premiere feierte. Im Rahmen seiner Arbeit holte Struppeck internationale erstklassige Top-Kreative nach Wien. Unter seiner bisherigen Intendanz entstanden insgesamt mehr Eigenproduktionen als früher in einem vergleichbaren Zeitraum. „Dass ich weiterhin die Intendanz von Raimund Theater und Ronacher übernehmen darf, erfüllt mich mit großer Freude. Ich möchte für unser Publikum und unsere Stadt weiterhin international bekannte Musicalhits nach Wien holen sowie eigens für Wien entwickelte Originalproduktionen präsentieren. Ich danke der Stadt Wien für ihr Vertrauen und freue mich sehr, die VBW-Musicalsparte durch meine Arbeit und mein Wirken weiter erfolgreich in die Zukunft zu führen“, so Musicalintendant Christian Struppeck.

Schlagkräftiges Führungsteam für die Zukunft der Vereinigten Bühnen Wien

„Wir haben mit größter Sorgfalt und in ausführlichen Gesprächen mit den zahlreichen, sehr hochkarätigen Kandidatinnen und Kandidaten und gemeinsam mit unseren Eigentümervertretern und der Stadt Wien die beste Wahl für die Besetzung der Intendanzen der VBW Opern- und Musicalsparte getroffen. Im Musical setzen wir mit der Verlängerung von Intendant Christian Struppeck auf Kontinuität, um den Erfolgskurs mit einem Programmierungsmix aus internationalen Musicalhits und unseren erstklassigen Eigenproduktionen in Wien sowie in der weltweiten Vermarktung weiter zu verfolgen. In der Sparte Oper hat Roland Geyer ein beeindruckendes Fundament geschaffen und dem Theater an der Wien als Opernhaus zu Weltruhm verholfen. In Stefan Herheim haben wir einen innovativen Theatermacher gefunden, der der einzigartigen Positionierung des Hauses an der Wien gerecht wird“, so VBW-Geschäftsführer Franz Patay.

„Mit der Bestellung von Stefan Herheim, der Verlängerung von Christian Struppeck und mit Franz Patay als Geschäftsführer der VBW haben wir nun ein starkes und schlagkräftiges Team für die erfolgreiche Zukunft der VBW gebildet. Gemeinsam werden wir den national und international höchst erfolgreichen Weg der VBW fortsetzen, auch mit ganz besonderem Fokus auf die internationale Vermarktung in beiden Sparten“, so Wien Holding-Geschäftsführer Peter Hanke. PMVBW

Düsseldorf, Rheinoper, Wozzeck von Alban Berg, IOCO Kritik, 30.10.2017

Oktober 31, 2017 by  
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Deutsche Oper am Rhein

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel - www.foto-drama.de

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel – www.foto-drama.de

  Wozzek von Alban Berg an der Rheinoper Düsseldorf

„Wir arme Leut“

Von Albrecht Schneider

Da werden in den USA in Las Vegas über fünfzig Menschen erschossen. Selbst diejenigen, die sonst alles zu wissen vorgeben, fragen jetzt: warum ist das geschehen? Die Antwortlosen sprechen alsbald von sinnloser Gewalt. Von Sinnlosigkeit ist stets dann die Rede, wenn ein Sinn sich nicht erkennen lässt. Allein Gewalt hat allzeit ihren Sinn, und genauso, obschon begreiflicher, das Ge­genstück: die Gewaltlosigkeit.

Trailer der Rheinoper zur Wozzeck – Inszenierung

Die Gewalt des Staates gegen ein Individuum äußert sich nachdrücklich in der Vollstre­ckung seines Todesurteils. Das hält die eine Kategorie Moralisten für sinnlos. Mittels dieser Strafe, sagen sie, ist weder der Schuldige zu „bessern“, – einer ihrer Zwecke – noch, was Erfahrung lehrt, schreckt sie potentielle Täter ab. Zudem bleibt sie bei erwiesenem Fehlurteil irreversibel.

Deutsche Oper am Rhein / Wozzeck von Alban Berg - hier Ensemble © Karl Forster

Deutsche Oper am Rhein / Wozzeck von Alban Berg – hier Ensemble © Karl Forster

Die zweite Kategorie der Moralisten, alttestamentarisch geprägt, betrachten die Hinrichtung als sinnvoll, als absolute Gerechtigkeit: Auge um Auge. Einzig der Tod des Täters sühnt die Tat, einzig durch die endgültige Ausmerzung des Täters wird der Rechtsfrieden bewahrt.

Georg Büchners dramatischer Torso bereitet die Geschichte auf vom Anfang des Endes des fatalen Lebens des armen Mannes Woyzek. Der trägt das Kreuz des Daseins nicht mehr, er ist bereits daran genagelt. Ängste jagen ihm Schreckensbilder durch den Kopf. Die Gesellschaft hat ihm seinen Platz ganz unten, bei den „arme Leut“, zugeteilt. Gewalt erfährt er von der Hierarchie über ihm: Der Tambourmajor nimmt ihm die Geliebte, der Doktor missbraucht ihn zu medizinischen Experimenten, und der Hauptmann verdeutlicht ihm unentwegt und nach Kräften seine armselige Existenz. Sie gerät endgültig zur Marter, als ihm die Frau, seine einzige Garantin für ein bisschen Glück, verloren zu gehen droht. Sie zu töten, das sollte ihn von den großen Schmerzen erlösen. Die Tat wirkt bloß kurz, sie und die Phantasmagorie der erstochenen Marie quälen ihn jetzt bis zur Unerträglichkeit. Er sucht den Tod.

Deutsche Oper am Rhein / Wozzeck von Alban Berg - hier Handwerksbursch und Narr © Karl Forster

Deutsche Oper am Rhein / Wozzeck von Alban Berg – hier Handwerksbursch und Narr © Karl Forster

Fünfzehn Szenen daraus hat Alban Berg in Musik gesetzt und Stefan Herheimer sie an der Rheinoper in Düsseldorf auf die Bühne gebracht. Dessen Inszenierung bezieht sich auf das Schicksal des wahren Johann Woyzek, der anfangs des Neunzehnten Jahrhunderts seine Geliebte ermordete. Nach einem langen Prozess ob seiner Zurechnungsfähigkeit, die ihm wohl abzusprechen war, aber nicht wurde, verurteilte das Gericht den Mann gleichwohl zum Tode und ließ ihn öffentlich köpfen.

Mit dem Öffnen des Vorhangs wird der moderne Hinrichtungsraum eines Gefängnisses sichtbar. Stille. Die Wanduhr zeigt kurz vor sieben. Wozzek, im roten Anzug der Todeskandidaten, ist auf der Liege festgeschnallt. Schläuche in seinem Arm führen zu den Glaskolben voll der tödlichen Chemikalien, aufgebaut auf einem Schaltpult. Daneben steht das Wachpersonal, ein Geistlicher liest in einem Buch. Hinter ihm wartet der Arzt. In die Seitenwand ist eine Glasscheibe eingelassen, durch die Zeugen und Interessenten der Exekution zuschauen. Der Anstaltsdirektor blickt auf die gegenüber hängende elektrische Uhr. Wenn mit der vollen Stunde einer der Vollzugsbeamten den Schalter dreht, die Gifte in den Körper des Delinquenten zu rieseln und dessen Neuronen zu sterben beginnen, in der halben Minute zwischen Leben und Tod projiziert das Gehirn dem Wozzek noch einmal alle die Szenen, die unabwendbar sein eigenes gewaltsames Sterben heraufbeschworen haben.

Mit der einsetzenden Musik nimmt das Drama seinen Anfang, indem die grellhelle weißkalte Hinrichtungskammer zu einem Narrenhaus voller bösartiger Narren wird. Denn zugleich verwandeln sich auch, und das ist eine überzeugende Manipulation des Regisseurs, die Agenten des Staates, die soeben das Ritual der Vollstreckung betrieben haben, zu Hauptmann, Doktor und Tambourmajor. Nunmehr wirken sie, nicht minder gewalttätig in Aktion und Sprache, als Angehörige einer Gesellschaft, die einen wenig wehrhaften Mitmenschen zum Abgrund hin drängt.

Deutsche Oper am Rhein / Wozzeck von Alban Berg - hier Bo Skovhus als Wozzeck und Camilla Nyland als Marie © Karl Forster

Deutsche Oper am Rhein / Wozzeck von Alban Berg – hier Bo Skovhus als Wozzeck und Camilla Nyland als Marie © Karl Forster

Wozzek erhebt sich von der Liege. Der brave Soldat sieht sich den moralisierenden Tiraden wie sexuellen Griffen seines Hauptmanns ausgesetzt, indessen ihn der Doktor für diätetische Experimente missbraucht. Der Tambourmajor buhlt erfolgreich um Wozzeks Geliebte, die halb getrieben und halb gezwungen, schließlich mit ihm kopuliert. Um solches Milieu, in dem ein Wozzek sich niemals behaupten kann, zu illustrieren, überzeichnet die Regie die Figuren: alle haben sie einen Zug ins Skurrile, arbeiten sie sich hektisch und fast irre an ihrem Untergebenen ab. Der, ohnehin die Welt oft wahnhaft wahrnehmend, steht gedemütigt und hilflos in ihr herum. Bis er nicht länger leidendes Objekt, sondern ein handelndes Subjekt sein will. An dem Platz, wo sie beisammensitzen, färbt sich die Umgebung blutrot, als Marie sagt: „Wie der Mond rot aufgeht“. Wozzek hält das Rasiermesser in der Hand.

Am Ende ist der Zeiger der Uhr im Hinrichtungsraum über die sieben vorgerückt. Auf dessen Dach sitzen Hauptmann und Doktor mit Engelsflügeln und schwafeln. Anfangs hatte Wozzek einmal davon gesungen, dass „die arme Leut“, wenn sie in den Himmel kämen, donnern helfen müssten. Wartet nun statt des Himmels doch die Hölle mit den gleichen Figuren auf den Schmerzensmann Wozzek? Der tritt mit allen Beteiligten an die Rampe und starrt ins Publikum. Will er provokant fragen: Jetzt habt Ihr, brave Bürgelsleut, einmal gesehen, wie es garnicht so weit weg von Euch zugeht. Und was sagt Ihr dazu?

Alban Bergs Musik vervollkommnet das düstere, geniale Fragment des Georg Büchner zu einem grandiosen, wahrlich unter die Haut gehenden Geschehen. Diese Musik ist gewaltig. In sich trägt sie die Gewalt, welche wir, die Gesellschaft, wider die „arme Leut“ ausüben, die von Obrigkeiten ausgeht und jene, die ein schicksalhaftes Verhängnis dem Wozzek antut. Die Musik ist gleichermaßen gewaltig in ihrer Hymne der Herzensregungen wie dem Lamento der Infamien aller Personen. Sie bleibt auch gleich gewaltig, wenn sie sanft und leise, im Piano redet. Zwar hat sie die Tonalität aufgegeben, was ihr nicht das Geringste an Espressivo und Intensität nimmt. Den Text saugt sich nicht auf, vielmehr fügen sich Rede und Klang zusammen zu einem überwältigenden Kunstwerk.

Deutsche Oper am Rhein / Wozzeck von Alban Ber - hier vlnr Doktor, Wozzeck und Hauptmann © Karl Forster

Deutsche Oper am Rhein / Wozzeck von Alban Ber – hier vlnr Doktor, Wozzeck und Hauptmann © Karl Forster

Regie, Orchester und Ensemble der Rheinoper leisten eine Aufführung, in der Musik, Aktion und Bild verschmelzen zu einem Drama, das sich während der knapp zwei Stunden als Kunst in der Einheit zur Schau stell und zu Gehör bringt. Individuelles Können oder spezielle Bravour jedes ihrer Komplizen werden kaum wahrgenommen. Erst mit dem Verklingen des letzten Tons ist man aus der Geschichte des Wozzeks entlassen und kann daran gehen, die Protagonisten zu feiern.

Bo Skovhus ist von Gestalt, aber auch in Darstellung und Prosodie ein Wozzek, der die Figur in ihren wechselnden Zuständen deprimierend deutlich verlebendigt. Sein Kamerad Andres (Cornel Frey) ist ihm so ebenbürtig wie Mathias Kink als Hauptmann und der Doktor des Sami Luttinen. Der Tambourmajor des Corby Welch prahlt und prügelt erst dessen Geliebte Marie in die Horizontale und hernach den Wozzek zusammen. Ein Macho auch in der Stimme. Dass ihm und ihr gleichermaßen die zunächst widerstrebende Marie erliegt, die Frau später den Frevel an ihrem Wozzek auch mit fast volksliedhaften Tönen bereut, das singt makellos und spielt sinnlich wie melancholisch Camilla Nyland. Sie alle irrlichtern, tanzen und poltern um sich und um einander herum: ein groteskes Benehmen an einem der Realität fernen wie zugleich sehr nahen Ort. Exemplarisch vorgeführt werden uns der Aberwitz und die Gemeinheit der Verhältnisse, sich offenbarend in eines Staates zwei wesentlichen Institutionen: Dem Militär und der Justiz.

Axel Kober, der musikalischer Chef der Oper und des Abends, treibt das Orchester zu einer perfekten Wiedergabe von Bergs Partitur. Sie rundet, gestaltet, formt Georg Büchners geniale Skizzen zu der ersten atonalen Oper der Moderne. Der Dirigent weckt in seinen Instrumentalisten alle Kräfte, und mithin fehlt es der Musik zu gegebener Zeit niemals an Wucht wie Zartheit, an Dynamik und Schattierung.

Es ist etwas Ungeheuerliches, was das Publikum an diesem Abend erlebt. Dessen Beifall fällt laut und ausgiebig, doch nicht enthusiastisch (was verdient gewesen wäre) aus, weil man erst aus einer ungeheuerlichen, wahnwitzigen in die eigene und scheinbar vernünftige Welt zurückzufinden hat.

Wozzeck von Alban Berg an der Rheinoper in Düsseldorf; weitere Termine 2.11.; 5.11.; 19.11.; 23.11.; 26.11.2017

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Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, Wozzeck von Alban Berg, 20.10.2017

September 18, 2017 by  
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Deutsche Oper am Rhein

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel - www.foto-drama.de

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel – www.foto-drama.de

Erste Opernpremiere – Wozzeck von Alban Berg

am Freitag, 20. Oktober, um 19.30 Uhr präsentiert die Deutsche Oper am Rhein Alban Bergs Wozzeck, ein Schlüsselwerk des modernen Musiktheaters, als erste Opernpremiere der neuen Spielzeit im Düsseldorfer Opernhaus. Für die Neuinszenierung hat Generalintendant Christoph Meyer einen der inter­natio­nal gefragtesten Regisseure gewonnen: Stefan Herheim, der inzwischen drei Mal zum „Opernregisseur des Jahres“ gekürt wurde und in Düsseldorf bereits mit seiner Inszenierung von Händels Xerxes begeisterte, setzt das um Verbrechen, Schuld und Strafe kreisende Drama mit einer hochkarätigen Besetzung aus Ensemble­mitgliedern und international erfolgreichen Gästen wie Bo Skovhus, Camilla Nylund und Matthias Klink in Szene. Generalmusikdirektor Axel Kober hat die musikalische Leitung.

Deutsche Oper am Rhein / Stefan Herheim © Karl Forster / SONY DSC

Deutsche Oper am Rhein / Stefan Herheim © Karl Forster / SONY DSC

Stefan Herheim sieht in Alban Bergs Oper ein weit über das Einzelschicksal hinausgehendes Werk. Für ihn ist Wozzeck in metaphorischer Hinsicht ein mehrfach zum Tode Verurteilter, dessen Leidensweg und Verbrechen grundlegende Fragen nach menschlicher und gesellschaftlicher Verantwortung in Bezug auf Leben und Tod aufwerfen.


Wozzeck von Alban Berg

Premiere am Freitag, 20. Oktober 2017, 19.30 Uhr, im Opernhaus Düsseldorf
Oper in drei Akten (15 Szenen) Text von Alban Berg nach dem Drama „Woyzeck“ von Karl Georg Büchner, Ausgabe von Karl Emil Franzos In deutscher Sprache mit Übertiteln Dauer: ca. 2 Stunden, keine Pause – empfohlen ab 16 Jahren

Deutsche Oper am Rhein / Bo Skovhus © Roland Unger

Deutsche Oper am Rhein / Bo Skovhus © Roland Unger

Musikalische Leitung: Axel Kober Video: fettFilm, Inszenierung: Stefan Herheim Chorleitung: Gerhard Michalski, Bühne und Kostüme: Christof Hetzer Kinderchorleitung: Justine Wanat, Licht: Andreas Hofer Dramaturgie: Alexander Meier-Dörzenbach

Mit:  Wozzeck: Bo Skovhus Margret: Katarzyna Kuncio, Tambourmajor: Corby Welch 1. Handwerksbursch: Thorsten Grümbel, Andres: Cornel Frey 2. Handwerksbursch: Dmitri Vargin, Hauptmann: Matthias Klink Der Narr: Florian Simson, Doktor: Sami Luttinen Soldat: Luis Fernando Piedra, Marie: Camilla Nylund, Chor: Chor der Deutschen Oper am Rhein Kinderchor: Akademie für Chor und Musiktheater, Orchester: Düsseldorfer Symphoniker

Hintergrund der Oper Wozzeck von Alban Berg (1885–1935) und dem ihr zugrunde liegenden Dramenfragment von Georg Büchner ist ein authentischer Fall: Am 3. Juni 1821 ersticht in Leipzig der 41-jährige arbeitslose Perückenmacher Johann Christian Woyzeck seine Geliebte, die 46-jährige Witwe des Chirurgen Woost, vor ihrer Wohnungstür. Er wird vor Gericht gestellt, wo der Verteidiger die Zurechnungsfähigkeit seines Mandanten infrage stellt. Die daraufhin angeordnete gerichtsärztliche Untersuchung zieht sich über drei Jahre hin, bis nach zweimaliger Begutachtung durch den Leipziger Medizinprofessor Clarus alle Gnadengesuche abgelehnt und der für zurechnungsfähig erklärte Angeklagte zum Tod verurteilt wird. Der ehemalige Medizinstudent Georg Büchner verfolgt die Debatten und gewinnt daraus Mitte der 1830er Jahre den Stoff für sein Drama Woyzeck. Das weist in Richtung des Sozialdramas, das in diesem Fall ein Fragment bleibt.

Erst 1913 erfolgt die erste Bühnenaufführung am Münchner Residenztheater. Ein Jahr später erlebt Alban Berg das Stück an den Wiener Kammerspielen und beginnt 1915 mit der Arbeit an seiner Oper. Angesichts des gerade ausgebrochenen Ersten Weltkrieges verstärken sich die Zeichen menschlicher Denaturierung, ohne dass Berg sie in plakative Gesellschaftskritik ummünzt. Er folgt und vertieft Büchner, der Woyzecks Schuldempfinden („Was ist das, was in uns lügt, mordet, stiehlt?„) als die Schicksalsfrage menschlicher Existenz empfand.

Der bildgewaltige und überbordend kreative Norweger Stefan Herheim, der inzwischen dreimal zum „Opernregisseur des Jahres“ (Opernwelt) gekürt wurde, kommt wieder an die Deutsche Oper am Rhein. Nach seiner Xerxes-Inszenierung, die auch vom Düsseldorfer Publikum begeistert gefeiert wurde, widmet er sich nun dem ergreifenden Wozzeck-Drama, an dem ihn nicht nur die sozialpsychologische Fallstudie interessiert, sondern der gesamte Komplex von Verbrechen und Strafe, von Gerichtsbarkeit und dem durch sie verfügten Töten im Namen der Gerechtigkeit, worin Herheim ein Scheitern der Humanität sieht.


Am Montag, 16. Oktober um 17.00 Uhr gibt das Produktionsteam in der Opernwerkstatt im Opernhaus Düsseldorf einen unmittelbaren Einblick in die Produktion: Nach einem Gespräch über Alban Bergs Wozzeck und die Inszenierung sind die Besucher zur Bühnenorchesterprobe eingeladen. Der Eintritt ist frei.

Direkten Bezug auf die Neuproduktion nehmen auch die „Symphoniker im Foyer“: Die Sopranistin Heidi Elisabeth Meyer und Mitglieder der Düsseldorfer Symphoniker widmen sich in der Matinee am Sonntag, 22. Oktober, um 11.00 Uhr im Opernhaus dem Kammermusik- und Liedschaffen Alban Bergs. PMDOR

Wozzeck im Opernhaus Düsseldorf:  Fr 20. Oktober – 19.30 Uhr (Premiere) / So 22. Oktober – 18.30 Uhr / Mi 25. Oktober – 19.30 Uhr / Fr 27. Oktober – 19.30 Uhr / Do 2. November – 19.30 Uhr / So 5. November – 15.00 Uhr / So 19. November – 18.30 Uhr / Do 23. November – 19.30 Uhr / So 26. November – 15.00 Uhr

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Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, Saisonstart im September und Oktober 2017

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Deutsche Oper am Rhein

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel - www.foto-drama.de

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel – www.foto-drama.de

 

Saisonstart in Düsseldorf und Duisburg
Oper und Ballett am Rhein im September und Oktober 2017

 


Fr 08.09. – 20.00 Uhr                  3. Haniel Klassik Open Air auf dem Vorplatz des Theaters Duisburg


So 17.09. – 17.00 Uhr                „Rossini à la carte“ zur Wiederaufnahme von Rossinis „La Cenerentola“ in der legendären Inszenierung von Jean-Pierre Ponnelle: Rahmenpro­gramm und Aufführung zum Saisoneröffnungspreis von 25 bzw. 20 €


Sa 23.09. – 19.30 Uhr                 PREMIERE: Ballett am Rhein – b.29 im Opernhaus Düsseldorf: George Balanchine: Mozartiana / Martin Schläpfer: Konzert für Orchester / Jerome Robbins: The Concert


Sa 23.09. – 19.30 Uhr                 Giacomo Puccini: Turandot – Wiederaufnahme im Theater Duisburg


Do 28.09. – 18.00 Uhr                Familienopernwerkstatt zur Premiere von „Gullivers Reise“ im Theater Duisburg


Di 03.10. – 14.00-18.00 Uhr      Maus-Türöffner-Tag: Das Theater Duisburg und die neue Familienoper entdecken – der Eintritt ist frei.


Di 03.10. – 18.00 Uhr                 Premiere: „Gullivers Reise“ von Gerald Resch – die neue Familien­oper (empfohlen ab 6 Jahren) im Theater Duisburg


Mi 04.10. – 19.30 Uhr                „Die Zauberflöte“ von W. A. Mozart in der weltweit erfolgreichen Inszenierung von Barrie Kosky und „1927“ – Wiederaufnahme im Opernhaus Düsseldorf


Do 05.10. – 19.00 Uhr                „Il trittico“ von Giacomo Puccini in der Inszenierung von Dietrich W. Hilsdorf – Wiederaufnahme im Theater Duisburg


Sa 14.10. – 19.30 Uhr                 „Die Entführung aus dem Serail“ von W. A. Mozart – Wiederaufnahme im Opernhaus Düsseldorf


Sa 14.10. – 19.30 Uhr                 Premiere: Ballett am Rhein – b.32: Martin Schläpfers „Petite Messe solennelle“ zur Musik von Gioacchino Rossini im Theater Duisburg


So 15.10. – 19.30 Uhr                „Meisterklasse“: Konzert des Opernstudios der Deutschen Oper am Rhein zum Abschluss des Meisterkurses bei Marius Vlad im Maxhaus, Düsseldorf


Mo 16.10. – 17.00 Uhr               Opernwerkstatt: Gespräch und Probenbesuch zur Premiere von Alban Bergs „Wozzeck“ (Eintritt frei)


Fr 20.10. – 19.30 Uhr                  PREMIERE: Alban Bergs Oper „Wozzeck” in der Inszenierung von Stefan Herheim. Musikalische Leitung: Axel Kober.


So 22.10. – 11.00 Uhr                „Symphoniker im Foyer“ zur Premiere von „Wozzeck“: Die Sopranistin Heidi Elisabeth Meier und Mitglieder der Düsseldorfer Symphoniker präsentieren Kammermusik und Lieder des Komponisten Alban Berg.


Do 26.10. – 18.00 Uhr                Opernwerkstatt: Gespräch und Probenbesuch zur Premiere von „Das Rheingold“ im Theater Duisburg (Eintritt frei)


Sa 28.10. – 18.30 Uhr                 „Les Contes d’Hoffmann“ von Jacques Offenbach in der Inszenierung von Christof Loy: Wiederaufnahme der im Opernhaus Düsseldorf


So 29.10. – 18.30 Uhr                „Le nozze di Figaro“ von W. A. Mozart in der Inszenierung von Michael Hampe: Wiederaufnahme im Theater Duisburg


Di 31.10. – 18.30 Uhr                 „Lucia di Lammermoor“ von Gaetano Donizetti in der Inszenierung von Christof Loy – Wiederaufnahme im Opernhaus Düsseldorf


Am 8. September startet die Deutsche Oper am Rhein mit einem dichten und vielseitigen Programm in die  neue Spielzeit 2017/18. Für große Opern-Emotionen unter freiem Himmel und bei freiem Eintritt sorgt an diesem Freitagabend ab 20.00 Uhr das 3. Haniel Klassik Open Air auf dem Opernplatz in Duisburg. Bereits zum dritten Mal in Folge ermöglicht das Duisburger Familienunternehmen gemeinsam mit den Duisburger Philharmonikern und der Deutschen Oper am Rhein ein stimmungsvolles Klassik-Erlebnis, das mit den „Special Guests“ Victor Smolski und Peter Bursch’s All Star Band bis zu sinfonisch-rockigen Klängen reicht. Der Entertainer Götz Alsmann moderiert den Abend, den Generalmusik­direktor Axel Kober musikalisch leitet.

Mit der Wiederaufnahme der legendären „La Cenerentola“-Produktion von Jean Pierre Ponnelle feiert die Deutsche Oper am Rhein am Sonntag, 17. September, im Opernhaus Düsseldorf den Spielzeitstart als musikalische und kulinarische Rossini-Delikatesse. Ab 17.00 Uhr lädt das Haus zu einem unterhaltsamen Rahmenpro­gramm mit dramaturgischen Rossini-Petitessen und italienischen Gaumenfreuden ein. Um 18.30 Uhr beginnt die Vorstellung von „La Cenerentola“ zum Spielzeitstart-Sonderpreis von 25 und 20 Euro auf allen Plätzen.

Zwei Opern- und zwei Ballettpremieren stehen im September und Oktober im Zentrum des Programms: Mit der Premiere am 23. September holt das Ballett am Rhein seine erfolgreichen Produktion b.29 ins Opernhaus Düsseldorf. Zwei Meister­werke der amerikanischen Neoklassik – George Balanchines letztes großes Ballett „Mozartiana“ und Jerome Robbins virtuose Parodie „The Concert“ – umrahmen Martin Schläpfers Ballett „Konzert für Orchester“ zu energiegeladener Musik von Witold Lutos?awski. Im Theater Duisburg folgt am 14. Oktober die Premiere von b.32, Martin Schläpfers neueste, abendfüllende Kreation zu Gioacchino Rossinis „Petite Messe solennelle“.

Die erste Opernpremiere gehört den jungen Zuschauern ab 6 Jahren: Gerald Reschs neue Familienoper „Gullivers Reise“ kommt im Rahmen der Kooperation „Junge Opern Rhein-Ruhr“ am 3. Oktober, um 18.00 Uhr im Theater Duisburg auf die Bühne. In der fantasievollen Ausstattung von Tatjana Ivschina erzählt Regisseur Marcelo Diaz von den wundersamen Begegnungen des jungen Gulliver mit den winzig kleinen Bewohnern der Insel Lilliput. Die musikalische Leitung hat Lukas Beikircher. Karten für die Premiere sind für 18 Euro (Erwachsene) oder 10 Euro (Kinder) erhältlich. „Türen auf!“ heißt es am 3. Oktober schon von 14.00 bis 18.00 Uhr: Die Deutsche Oper am Rhein macht mit beim Maus-Türöffner-Tag, an dem Kinder ab 4 Jahren im Theater Duisburg viel entdecken und ausprobieren können. Mit dabei ist Malte Arkona: Der beliebte Fernseh­moderator und Pate der Jungen Oper am Rhein will um Punkt 14.30 Uhr wissen, was auf der Bühne passiert, bevor sich der Vorhang zur Premiere von „Gullivers Reise“ hebt. Der Eintritt zum Maus-Türöffner-Programm ist frei.

Am Freitag, 20. Oktober, begrüßt Generalintendant Christoph Meyer die Zuschauer zur ersten Opernpremiere der neuen Spielzeit im Opernhaus Düsseldorf: Regiestar Stefan Herheim inszeniert mit Alban Bergs „Wozzeck“ ein Schlüsselwerk des 20. Jahrhunderts. Der Norweger, der inzwischen drei Mal zum Opernregisseur des Jahres gekürt wurde und in Düsseldorf bereits mit seiner Inszenierung von Händels „Xerxes“ begeisterte, setzt das um Verbrechen, Schuld und Strafe kreisende Drama mit erstklassigen Solisten wie Bo Skovhus (Wozzeck), Camilla Nylund (Marie), Matthias Klink (Hauptmann) sowie Corby Welch (Tambour­major) und Sami Luttinen (Doktor) in Szene. Generalmusik­direktor Axel Kober übernimmt die musikalische Leitung. Direkten Bezug auf die Neuproduktion nehmen die „Opernwerkstatt“ zu „Wozzeck“ am 16. Oktober um 17.00 Uhr und die Matinee der „Symphoniker im Foyer“ am 22. Oktober um 11.00 Uhr – beide im Foyer des Düsseldorfer Opernhauses.

Nicht weniger als acht Stücke aus ihrem großen Repertoire bringt die Deutsche Oper am Rhein zum Spielzeitstart auf ihre beiden Bühnen: Rossinis „La Cenerentola“, die beiden Mozart-Opern „Die Zauberflöte“ und „Die Entführung aus dem Serail“ sowie Offenbachs „Les Contes d’Hoffmann“ und Donizettis „Lucia di Lammermoor“ sind im Opernhaus Düsseldorf ­zu sehen, während Puccinis Opern „Turandot“ und „Il trittico“ sowie Mozarts „Le nozze die Figaro“ ins Theater Duisburg zurückkehren. Dort gibt die Deutsche Oper am Rhein am 26. Oktober um 18.00 Uhr mit der „Opernwerkstatt“ bereits einen Ausblick auf die „Rheingold“-Premiere am 4. November. Mit dem ersten Teil der Tetralogie in der Neuinszenierung von Dietrich W. Hilsdorf startet Richard Wagners „Ring des Nibelungen“ mit einer neuen Sängerbesetzung und den Duisburger Philharmonikern unter der Leitung von Axel Kober im Theater Duisburg.

 

Pressemeldung Deutsche Oper am Rhein

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