Hamburg, Elbphilharmonie, Philharmonisches Staatsorchester – Strauss, Korngold, Dvorak, IOCO Kritik, 31.03.2017

März 31, 2017 by  
Filed under Elbphilharmonie, Konzert, Kritiken

Elbphilharmonie Hamburg

Elbphilharmonie Hamburg / Lasershow zur Eröffnung © Ralph Lehmann

Elbphilharmonie Hamburg / Lasershow zur Eröffnung © Ralph Lehmann

 Don Juan  von Richard Strauss, Korngold…

Philharmonisches Staatsorchester  und Lorenzo Vietti begeistern

Von Sebastian Koik

 Richard Strauss rechts und Hugo von Hofmannsthal um 1915

Richard Strauss rechts und Hugo von Hofmannsthal um 1915

Das Konzert des Philharmonischen Staatsorchester Hamburg am 26.3.2017 in der Elbphilharmonie beginnt mit der Tondichtung Don Juan, dem Versdrama von Nikolaus Lenau symphonisch nachempfunden. Mit Don Juan gelang dem erst 25-jährigen Hofkapellmeister Richard Strauss (1864 – 1949) 1889 in Weimar der Durchbruch als Komponist; mit Don Juan hatte er zu seinem eigenen Stil gefunden.

Angeleitet wird das Orchester vom jungen Schweizer Dirigenten Lorenzo Vietti, der für den im Oktober 2016 im hohen Alter von 92 Jahren verstorbenen Sir Neville Marriner einsprang. Im Jahr 2016 leitete Vietti öfter als Vertretung renommierte Klangkörper wie beispielsweise das Royal Concertgebouw-Orchester so gut, dass er jetzt auch von vornherein für große Häuser wie die Staatskapelle Dresden engagiert wird.

Und dieser junge Vietti beginnt das Konzert furios! Extrem expressiv, überaus energisch gestikulierend und sich regelrecht in die Musik werfend treibt er das Orchester zu Höchstleistungen an. Einen solch wilden Tanz eines Dirigenten habe ich noch nicht erlebt. Und das sieht nicht nur spektakulär aus, sondern ist auch hoch wirksam: Vom ersten Ton an spielt das Orchester mit größtem Feuer und Leidenschaft. Spritzig, hochpräzise und mit großer musikalischer Spannung. Das Orchester bringt einerseits eine gewaltige Energie auf die Bühne und trifft trifft andererseits auch die zärtlich-sanften Töne ganz exzellent. Der erste Satz ist eine so gut wie perfekte Vorstellung, besser kann man diese großartige Musik kaum spielen! Das macht enormen Spaß und ist eine weitere Sternstunde im neuen Hamburger Musiktempel.

Elbphilharmonie Hamburg / Eröffnungskonzert © Michael Zapf

Elbphilharmonie Hamburg / Eröffnungskonzert © Michael Zapf

Nach diesem wilden Ritt spielt das Orchester als zweites Stück Antonín Dvoráks Konzert für Violoncello und Orchester h-Moll op. 104. Das Konzert schrieb Dvorák zwar in Amerika, doch es sollte keine „amerikanische“ Musik werden wie seine Symphonie aus der Neuen Welt, sondern ist geprägt von seiner übergroß gewordenen Sehnsucht nach seiner Heimat in Böhmen, in die er dann nach drei Jahren in Amerika im Jahre 1995 zurückkehren sollte. Auch dieses zweite Stück beginnt das Orchester mit viel Leidenschaft und großer musikalischer Spannung. Den Solo-Part spielt der vielfach ausgezeichnete Julian Steckel mit flinken Fingern und großer Präzision. Vietti dirigiert nicht mehr so unfassbar energisch wie beim Don Juan im vorigen Stück und die Musik könnte auch eine Winzigkeit schneidiger und spritziger gespielt werden.

Auch den langsam-leisen zweiten Satz spielen Orchester und Solist sehr, sehr gut, können aber nicht mehr das mitreißende Feuer vom ersten Stück des Abends entfachen. – Dass in der Elbphilharmonie regelmäßig das Gruppenhusten zelebriert wird, sehr oft zwischen den Sätzen geklatscht und während des Konzerts fotografiert wird ist man inzwischen gewohnt und hofft einerseits auf bessere allgemeine Gesundheit des Publikums und einen Lerneffekt bei den Besuchern, doch als mitten in diesem leisen Satz plötzlich ein Baby zu schreien anfängt, ist man dann doch überrascht. Glücklicherweise verlässt die Mutter mir ihrem Kind zügig den Saal.

Glänzender Höhepunkt des dritten Satzes ist das exzellente und begeisternde solistische Geigenspiel des Konzertmeisters Konradin Seitzer! Der ebenfalls sehr gute, aber über weite Strecken nicht wirklich packende Schlusssatz endet mit einem sehr schönen Finale. Als Zugabe vor der Pause spielt Julian Steckel den Marsch Musik für Kinder von Sergej Prokofjew.

Hamburg und die Elbphilharmonie © Michael Zapf

Hamburg und die Elbphilharmonie © Michael Zapf

Als drittes Stück des Programms gibt das Philharmonische Staatsorchester Erich Wolfgang Korngolds Sinfonietta H-Dur op. 5. Korngold war musikalisch frühreif, galt als Genie und Phänomen und versetzte schon als Kind Größen wie Gustav Mahler und Richard Strauss mit seinen Kompositionen in Erstaunen. Die Sinfonietta op. 5 verfasste er als Vierzehnjähriger. Sowohl mit diesem Stück als auch mit mehreren Uraufführungen feierte Korngold große Erfolge in Hamburg. Einen Teil der frühen Bewunderung verdankte Korngold allerdings sicher seinem jungen Alter. Vielleicht nicht ganz ohne Grund gab es bis zum heutigen Abend fast 100 Jahre lang keine symphonische Darbietung dieses Stückes in Hamburg. Auch werden keine Aufnahmen des Stückes angeboten. Die Komposition vermag mich über den Großteil der Spielzeit kaum zu berühren und mitzunehmen. Das Orchester spielt gut. Der Konzertmeister hat im 5. Satz ein paar sehr schöne Solo-Passagen, in denen er wieder zu begeistern weiß. Wirklich sehr gelungen finde ich dann aber das Finale, in welchem das Orchester das Publikum mit enorm viel Kraft und herrlich schönem Spiel berauscht.

 

Hildesheim, Theater für Niedersachsen, 3. Sinfoniekonzert, 06.04.2014

März 25, 2014 by  
Filed under Pressemeldung, Theater für Niedersachsen

TFN_Logo neu.jpg

Theater für Niedersachsen

Theater am Aegi, Hildesheim © TfN

3. Sinfoniekonzert: Durchbruch zum Meisterwerk

 
TfN-Philharmonie spielt am 6. April Werke von Beethoven, Schubert und Bartók
 
Das 3. Sinfoniekonzert der TfN-Philharmonie am Sonntag, 6. April, um 20 Uhr im Stadttheater Hildesheim steht unter dem Titel „Durchbruch zum Meisterwerk“. Unter der Leitung von Generalmusikdirektor Werner Seitzer stehen die Ouvertüren zu „Leonore II“ und „Leonore III“ von Ludwig van Beethoven, die Musik zum Schauspiel „Rosamunde“ von Franz Schubert und das Konzert für Violine und Orchester Nr. 2 von Béla Bartók auf dem Programm. Als Solistin tritt die Violinistin Antje Weithaas auf. 
 
 Theater für Niedersachsen / AntjeWeithaas  ©GiorgiaBertazzi
 
Antje Weithaas
„Antje Weithaas gehört zu den großen Geigerinnen unserer Zeit.“ (FonoForum)
Eine bessere Botschafterin der Musik als Antje Weithaas kann man sich kaum denken. Immer stehen bei ihr die Musik und deren Vermittlung im Vordergrund. Und so gehört sie heute zu den gefragtesten Solistinnen und Kammermusikerinnen ihrer Generation. Ihr weitgefächertes Konzertrepertoire beinhaltet neben den großen Konzerten Mozarts, Beethovens und Schumanns und neuen Werken wie Jörg Widmanns Violinkonzert auch Klassiker der Moderne wie Schostakowitsch, Prokofjew, Ligeti und Gubaidulina sowie selten gespielte Violinkonzerte wie die von Korngold, Hartmann und Schoeck.
 
Theater für Niedersachsen / AntjeWeithaas  ©MarcoBorggreveEngagements führten sie zu renommierten Klangkörpern wie dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, den Bamberger Symphonikern, den großen deutschen Radio-Orchestern sowie zu zahlreichen internationalen Spitzenorchestern wie Los Angeles Philharmonic, San Francisco Symphony,
Philharmonia Orchestra, BBC Symphony und zu den führenden Orchestern der Niederlande, Skandinaviens und Asiens. Zu ihren Partnern am Dirigentenpult zählten dabei Künstler wie Vladimir Ashkenazy, Sir Neville Marriner, Marc Albrecht, Yakov Kreizberg, Sakari Oramo und Carlos Kalmar.
 
In der Saison 2013/14 präsentiert sich Antje Weithaas im Rahmen einer Residency in ihrer ganzen musikalischen Vielseitigkeit am De Singel Antwerpen, darunter auch in Konzerten mit der Camerata Bern und im Duo mit Christian Tetzlaff. Mit der Camerata Bern, deren künstlerische Leitung sie seit der Saison 2009/10 innehat, stehen Aufführungen von Beethovens Violinkonzert und gemeinsame Projekte mit Angelika Kirchschlager, Jörg Widmann und Alexander Lonquich u. a. an. Zwei besondere Höhepunkte der Saison werden ihre Auftritt als Solistin mit dem BBC Philharmonic Orchestra unter Antonello Manacorda (Sibelius) und mit dem Netherlands Philharmonic Orchestra und Julian Steckel unter Marc Albrecht (Brahms Doppelkonzert) sein.
 
Einen Schwerpunkt ihrer kammermusikalischen Arbeit bildet für Antje Weithaas weiterhin das Arcanto Quartett mit Daniel Sepec, Tabea Zimmermann und Jean-Guihen Queyras. Die Musiker waren unter anderem in der Carnegie Hall New York, der Gulbenkian Foundation Lissabon, im Palau de la Música Barcelona, im Théâtre du Châtelet und der Cité de la musique Paris, in der Philharmonie Berlin sowie im Konzerthaus Wien zu hören und in Israel, Japan und Nordamerika auf Tournee. Beim Label Harmonia Mundi erschienen CDs mit Werken von Bartók, Brahms, Ravel, Dutilleux, Debussy und Schubert. In der Saison 2013/14 gehen die vier Streicher gemeinsam mit dem Tetzlaff Quartett auf Oktett-Tournee und sind in der Philharmonie Berlin, am Bozar Brüssel, der Fundación Caja Madrid, am de Singel Antwerpen und in der Wigmore Hall London zu erleben.
 
Mit Silke Avenhaus hat Antje Weithaas bei CAvi-music mehrere hochgelobte Aufnahmen mit Violinsonaten von Brahms und Mendelssohn sowie Werken von Dvorák, Suk, Schubert, Saint-Saëns, Ravel und Fauré veröffentlicht.
 
Ihrer ersten gemeinsamen CD mit der Camerata Bern, einer begeistert aufgenommenen Einspielung von Mendelssohns Konzert für Violine, Klavier und Orchester (mit Alexander Lonquich) sowie seines Streichquintetts Nr. 2 B-Dur op. 87 (für Streichorchester), folgte im Herbst 2012 eine ebenso erfolgreiche CD mit Werken Beethovens (Streichquartett Nr. 11, Kreutzer-Sonate).
 
Mit viereinhalb Jahren begann Antje Weithaas mit dem Geigenspiel. Sie studierte später an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin bei Professor Werner Scholz. 1987 gewann sie den Kreisler-Wettbewerb in Graz, 1988 den Bach-Wettbewerb in Leipzig und 1991 den Internationalen Joseph-Joachim-Violin-Wettbewerb in Hannover. Einige Jahre war Antje Weithaas Professorin an der Berliner Universität der Künste; 2004 wechselte sie an die Hochschule für Musik Hanns Eisler. Antje Weithaas spielt ein Instrument von Peter Greiner aus dem Jahr 2001.
 
 
 
 
Pressemeldung Theater für Niedersachsen

Dortmund, Konzerthaus Dortmund, Chistiane Oelze springt bei WDR-Konzerthausnacht ein, 07.09.2012

August 1, 2012 by  
Filed under Konzerthaus Dortmund, Pressemeldung

 

Konzerthaus Dortmund

Chistiane Oelze springt bei WDR-Konzerthausnacht ein

 

Bei der WDR-Konzerthausnacht am 7. September – dem ersten Konzert des Jubiläumswochenendes anlässlich 10 Jahre KONZERTHAUS DORTMUND – wird es zu einer Umbesetzung kommen: Für die Sopranistin Measha Brueggergosman, die ein Kind erwartet, wird Christiane Oelze einspringen und mit dem WDR Sinfonieorchester Köln unter Leitung von Pablo Heras-Casado Songs von Kurt Weill zur Aufführung bringen sowie Lieder des ehemaligen Konzerthaus-Exklusivkünstlers Fazil Say in neuer Orchesterfassung als deutsche Erstaufführung.

Als Interpretin wichtiger Partien auf der Opernbühne, anspruchsvollem Lied- und Konzertrepertoire sowie geistlichen Werken hat sich Christiane Oelze international höchstes Ansehen erworben. Sie singt weltweit in den renommiertesten Opern- und Konzerthäusern und arbeitete mit berühmten Orchestern und Dirigenten zusammen, darunter etwa Claudio Abbado, Pierre Boulez, Herbert Blomstedt, Riccardo Chailly, Michael Gielen, Carlo Maria Giulini, Nikolaus Harnoncourt, Sir Neville Marriner, Kurt Masur, Kent Nagano und Sir Simon Rattle.

Neben ihrer Tätigkeit im Opern- und Konzertbereich hat sich Christiane Oelze dem Aufbau eines anspruchsvollen und vielseitigen Liedrepertoires gewidmet, begleitet von Pianisten wie Mitsuko Uchida (Carnegie Hall New York), Pierre-Laurent Aimard (Mozartwoche Salzburg), Julius Drake u. a. Viele ihrer Liedaufnahmen ernteten großes Lob in der Fachpresse, darunter Lieder von Anton Webern (Deutsche Grammophon), Goethe-Vertonungen und nicht zuletzt „Verbotene Lieder“ der Exilkomponisten Ullmann, Korngold und Weill.

(vollständige Biografie im Anhang)

__________

 Fr 07.09.2012     19.00 Uhr

WDR-Konzerthausnacht

WDR Sinfonieorchester Köln

Pablo Heras-Casado, Dirigent

Christiane Oelze, Sopran

Gautier Capuçon, Violoncello

10 Jahre KONZERTHAUS DORTMUND

Georg Philipp Telemann „Burlesque de Quichotte“ Ouvertürensuite G-Dur TWV 55:G10 für Streicher und Basso continuo

Richard Strauss „Don Quixote“ Fantastische Variationen über ein Thema ritterlichen Charakters op. 35

Kurt Weill Songs

Faz?l Say Zwei Lieder für Sopran und Orchester (Uraufführung)

Béla Bartók Konzert für Orchester Sz 116

Einheitspreis in Euro 25,00

zzgl. 10% Service- und 1,50 Euro Systemgebühr

RWE-Jugendrabatt 12,50 Euro (inkl. Gebühren) frühestens einen Monat vor der Veranstaltung

Infos & Tickets: T 0231 – 22 696 – 200; F 0231 – 22 696 – 222;                      info@konzerthaus-dortmund.de ; www.konzerthaus-dortmund.de