Wien, Theater an der Wien, Der Ring – In ungewohnter Gestaltung, IOCO Kritik, 09.01.2018

Januar 9, 2018 by  
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Theater an der Wien

Theater an der Wien / Linke Wienzeile © IOCO

Theater an der Wien / Linke Wienzeile © IOCO

Neuartige Ring-Trilogie:    Hagen – Siegfried –  Brünnhilde

Ohne Götter – Ohne Feuerzauber – Ohne Walkürenritt

Von Marcus Haimerl

Im Theater an der Wien wurde, im wahrsten Sinne des Wortes, ein neuer Ring geschmiedet. Richard Wagners Ring des Nibelungen wurde auf drei aufeinander folgende Abende gekürzt, verbliebene Szenen völlig neu zusammengesetzt. Die Schöpfer dieser Ring Fassung – nach Richard Wagner – sind Tatjana Gürbaca (Inszenierung),  Constantin Trinks (musikalische Leitung)  und Bettina Auer (Dramaturgie.  Das Bühnenbild stammt von Henrik Ahr.

Die Idee: nachzuspüren wie es zur Ermordung Siegfrieds kam. Die Spurensuche erfolgt aus der Sicht der drei Beteiligten: Hagen dem Mörder, Siegfried dem Opfer und Brünnhilde der Initiatorin des Mordes.  Ausgehend vom Mord an Siegfried, welcher an jedem der drei Abende zu Beginn der Oper steht, kehrt man zurück in der Erinnerung dieser drei handelnden Personen und hört damit auch Musik aus jeweils zwei Werken des Rings. In Hagen ist dies Götterdämmerung und Rheingold, in Siegfried ist es die Walküre und Siegfried und in Brünnhilde Walküre und Götterdämmerung.

 Theater an der Wien / Ring - Trilogie nach Richard Wagner - hier vl Mirella Hagen - Woglinde, Ann-Beth Solvang - Flosshilde, Raehann Bryce- Davis - Wellgunde, hinten Martin Winkler als Alberich, Niklas Schönhofer als Hagen © Herwig Prammer

Theater an der Wien / Ring – Trilogie nach Richard Wagner – hier vl Mirella Hagen – Woglinde, Ann-Beth Solvang – Flosshilde, Raehann Bryce- Davis – Wellgunde, hinten Martin Winkler als Alberich, Niklas Schönhofer als Hagen © Herwig Prammer

Erster Abend –  Hagen

Ausgehend von Siegfrieds Ermordung kehrt die Handlung zurück an den Beginn von Rheingold. Der kleine Hagen (hier wurde seine Geburt wohl vorverlegt) wird Zeuge der Demütigungen Alberichs in einem Schlammbecken durch die Rheintöchter, in dieser Produktion Prostituierte. Alberich stiehlt das Rheingold. Da es auch kein Walhall, keine Götter oder Riesen gibt, tauchen auch gleich Wotan und Loge in Nibelheim auf. Mit dem Tarnhelm (zwei Kuhhörner) verwandelt er sich in einem Riesenwurm. Hier helfen die als Nibelungen verkleideten Rheintöchter und vollführen gemeinsam mit Alberich eine Stellung, die dem Kamasutra entnommen scheint. Bei der Verwandlung zur Kröte lässt Alberich einfach die Hosen runter und wackelt ein wenig mit dem Gesäß, ein Zusammenhang mit einer Kröte lässt sich hier nicht finden. Da Wotan in seinem Anzug und Auftreten einem Mafioso ähnelt, wird Alberich dann sogleich brutal gefoltert um an den Ring zu gelangen (hier handelt es sich um einen Schlagring) wird kurzerhand Alberichs Arm abgesägt. Schließlich geht es wieder zurück in die Götterdämmerung. Hagen bereitet den Mannen-Chor, offensichtlich Schuljungen in kurzen Hosen, die ständig dumm über die Bühne zappeln, auf die Rückkehr Gunters und Siegfrieds vor. Der erste Abend endet schließlich mit dem zweiten Akt der Götterdämmerung.

Theater an der Wien / Ring - Trilogie nach Richard Wagner - hier Daniel Brenna als Siegfried erschlaegt Mime (Marcel Beekman) © Herwig Prammer

Theater an der Wien / Ring – Trilogie nach Richard Wagner – hier Daniel Brenna als Siegfried erschlaegt Mime (Marcel Beekman) © Herwig Prammer

Zweiter Abend –  Siegfried

Nach der Szene von Siegfrieds Ermordung setzt die Handlung beim ersten Akt Siegfried ein. Wenn Siegfried nach seiner Herkunft fragt, wechselt die Szene zum ersten Akt der Walküre. Hundings Hütte sieht ein wenig nach Neubauwohnung aus, eine Esche sucht man hier vergebens. Vermutlich deshalb, weil Sieglinde erst bei ihrer Erzählung Notung das Brotmesser in das Sofa stößt. Schließlich muss der Zuseher Siegfried noch mitansehen, wie sein Vater Siegmund im Kampf Brotmesser gegen Hundings Holzkeule schließlich von Wotans Speer gefällt wird. Nun kehrt man zurück zur Handlung von Siegfried. Dieser klebt das Brotmesser mit Klebeband zusammen und gemeinsam mit Mime macht er sich zu Fafners Höhle auf, wo auch schon der Waldvogel, eine Obdachlose mit Plastiksäcken auf beide wartet. Fafner, er sieht ebenfalls wie ein betrunkener Obdachloser mit Kuhhörnern am Kopf aus, wird schließlich von Siegfried getötet. Nachdem er sich auch Mimes entledigt hat, trifft sich Siegfried mit Wotan am Picknicktisch, wo ein Modell des Bühnenbilds verbrannt wird, bevor sich Siegfried aufmacht Brünnhilde zu erwecken. Mit dem Finale Siegfried endet auch der zweite Abend.

Theater an der Wien / Ring - Trilogie nach Richard Wagner - hier Daniel Brenna als Siegfried und Brünnhilde © Herwig Prammer

Theater an der Wien / Ring – Trilogie nach Richard Wagner – hier Daniel Brenna als Siegfried und Brünnhilde © Herwig Prammer

Dritter Abend – Brünnhilde

Der dritte Abend beginnt, nach Siegfrieds Ermordung, mit Wotans Abschied von seiner Lieblingstochter Brünnhilde. Auf den Feuerzauber muss man jedoch hier verzichten. Als Übergang zurück zur Götterdämmerung hört man das Vor- und Zwischenspiel. Nachdem Waltraute ihre Schwester warnen konnte, ist auch schon Gunter/Siegfried zur Stelle um Brünnhilde abzuholen. Schließlich erlebt man erneut die Ankunft Gunters und Brünnhildens in der Gibichungenhalle. Der dritte Abend endet schließlich mit dem kompletten dritten Akt der Götterdämmerung. Das vorherrschende Bühnenbild an allen drei Abenden war ein trapezförmiger Kubus in der Mitte der Bühne. Hier wird der erschlagene Siegfried auf einem Seziertisch aufgebahrt, Wotan wird im Rollstuhl hineingeschoben und Gutrune, die Rheintöchter und Brünnhilde versammeln sich. Anstatt des finalen Weltenbrandes dreht sich der Kubus schließlich in die Bühnentiefe und der kleine Hagen und das Mädchen Brünnhilde reichen einander in einem Goldregen die Hand.

Die Idee und das Konzept zu diesem gekürzten und neugestaltetem Ring des Nibelungen auch im Hinblick auf kleinere Theater kann man durchaus als gelungen bezeichnen. Allerdings, wer den Ring nicht kennt, wird Schwierigkeiten haben der Handlung zu folgen und dem Kenner wird sich hier auch nichts Neues erschließen.

Die Regie von Tatjana Gürbaca bedient sich in der Klamottenkiste des Regietheaters. Es finden sich hier immer wieder Zitate aus anderen Regiearbeiten. Dafür wurde bei der Entwicklung der Personen gespart. Vor allem Siegfried bleibt bis zu seinem Tod ein dummer, naiver Junge. Wenn sich aber Brünnhilde während ihres Schlussgesanges, kurz vor dem nicht stattfindenden Weltenbrand, berührend von Wotan verabschiedet, einer Umkehr von Wotans Abschied aus Brünnhilde also, werden auch intensive und berührende Momente dieser Regiearbeit sichtbar.

Theater an der Wien / Ring - Trilogie - hier Brünnhilde nach Richard Wagner © Herwig Prammer

Theater an der Wien / Ring – Trilogie – hier Brünnhilde nach Richard Wagner © Herwig Prammer

Auch für die Sänger ist diese Produktion kein leichtes Unterfangen. Ingela Brimberg steht als Brünnhilde an allen drei aufeinanderfolgenden Abenden auf der Bühne und Daniel Brenna hat innerhalb von 24 Stunden sowohl Jung-Siegfried als auch den Götterdämmerungs-Siegfried zu singen. Trotz dieser Herausforderungen meistern beide ihre Partien tadellos. Ingela Brimberg kann mit ihrem kraftvollen, höhensicheren Sopran als Brünnhilde überzeugen.

Die Neufassung dieses Rings, die weitgehend auf Götter und Riesen verzichtet, macht Wotan leider nur zu einer Randfigur. Umso beeindruckender, was der griechische Bariton Aris Argiris aus dieser Rolle herausholt. Vor allem in seiner großen Abschiedsszene mit Brünnhilde  singt er mit großem, kräftigen Bariton einen intensiven und unglaublich berührenden, sehr eindrucksvollen Göttervater mit sehr schöner Diktion. Eine phänomenale Leistung auch der Alberich Martin Winklers. Er gibt alles und geht an  stimmliche Grenzen um den Alben glaubhaft zu verkörpern.

Samuel Youn ist ein durchaus beeindruckender Wagner-Bass und singt einen dämonischen Hagen, wie man ihn eher selten zu hören bekommt. Marcel Beekman singt Mime beinahe zu schön und Michael J. Scott als quirliger, hinterhältiger Loge ist eine Klasse für sich. Der junge isländische Bariton Kristján Jóhannesson verfügt über einen starken, durchsetzungsfähigen Bariton und ist ein beeindruckender Gunter. Daniel Johansson singt einen erstklassigen Siegmund ohne Mühe, Liene Kinca war sowohl als Gutrune als auch als Sieglinde zu erleben und meisterte die beiden Partien nahezu problemlos. Als Hunding war Stefan Kocan zu erleben. Krankheitsbedingt stellte der slowakische Bass die Partie auf der Bühne dar, den Gesang übernahm Samuel Youn bravourös, der diese Partie am selben Tag noch einstudiert hatte. Als Rheintöchter agierten Mirella Hagen, Raehann Bryce-Davis und Ann-Beth Solvang. Mirella Hagen war auch als Waldvogel und Ann-Beth Solvang als Waltraute zu erleben. Constantin Trinks trieb, als erfahrener Wagner-Dirigent, das ORF Radio-Symphonieorchester Wien zu  Höchstleistungen an.

Am Ende jedes Abends standen ungeteilter Jubel seitens des Publikums für das Ensemble. Die Umformung von Richard Wagners gewohnt bekanntem Ring des Nibelungen in die andersartige Wiener Ring-Trilogie „nach Richard Wagner“ ist ein in vielen Facetten unerwartetes wie forderndes Abenteuer, auf welche sich der Besucher einstellen muß.

Köln, Oper Köln, Wiederaufnahme La Voix Humaine/Herzog Blaubarts Burg, 13.01.2016

Dezember 14, 2016 by  
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Oper Köln

Koeln / StaatenHaus Oper Koeln © Petra Moehle

Köln / StaatenHaus Oper Köln © Petra Moehle

 La Voix Humaine / Herzog Blaubarts Burg

Wiederaufnahme: 13. Januar 2016, Weitere Vorstellungen  So., 15. Januar › 18.00 Uhr Do., 19. Januar › 19.30 Uhr, So., 22. Januar › 18.00 Uhr, Mi., 25. Januar › 19.30 Uhr (zum letzten Mal),  im StaatenHaus Saal 2 (Rheinparkweg 1, 50679 Köln)

Die Oper Köln beginnt das neue Jahr 2017 mit der Wiederaufnahme zweier wichtiger Musiktheaterwerke des 20. Jahrhunderts – als Doppelabend, in beiden Fällen mit dem Thema Liebe:
Francis Poulencs La Voix Humaine mit Juliane Banse in der Titelpartie steht in der Oper Köln neben Herzog Blaubarts Burg von Béla Bartók mit Adriana Bastidas Gamboa und Samuel Youn als Judith und Blaubart. Ich freue mich auf drei bemerkenswerte Rollen-debüts.

Was wäre die Oper ohne Liebe? Sie würde ihres ewigen Themas, ihres Kerngehalts beraubt sein. Die beiden Musiktheaterwerke des 20. Jahrhunderts La voix humaine und Herzog Blaubarts Burg an einem Abend nebeneinander gestellt, beleuchten den geheimnisvollsten aller Zustände auf subtile und faszinierende Art – und in beiden Fällen ist die weibliche Perspektive ins Zentrum gerückt.Das letzte Telefonat einer Frau mit dem Geliebten, der sich von ihr trennen wird, bildet die Grundsituation in Francis Poulencs musikalischem Monodram Die menschliche Stimme nach einer Textvorlage von Jean Cocteau. Kein Vorwurf kommt der Frau über die Lippen, ganz im Gegenteil: Sie verspricht, stark zu bleiben – fast so, als wolle sie das Bild einer gewesenen Liebe in ihrer Seele retten. Doch auch das Telefonat, als verbindendes Moment mit dem Geliebten und letzter Rettungsanker vor der endgültigen Selbstaufgabe, wird enden. Francis Poulenc, der seine Komponiertätigkeit oft mit der eines Malers verglich, bezeichnete sein 1959 in Paris uraufgeführtes Werk La voix humaine nach der Fertigstellung als »die bewegendste aller Opern, die man hören kann«. Es handele sich um eine »in Trance geschriebene Musik«. Beharrlich und unter Ausblendung aller warnenden Signale dringt Judith, die Frauenfigur in Herzog Blaubarts Burg, in das Innere der Welt des Geliebten. Dessen Burg ist lebendig – sie ist Seele und Bewusstsein eines männlichen Ichs, siebenfach durch Türen verschlossen. Licht und Liebe will die Frau einbringen, doch am Ende ihres Forschens steht die ewige Nacht. Wie schon die Frauen vor ihr kann auch Judith nur zu einer bloßen Erinnerung in einem fremden Kosmos werden.

Béla Bartóks 1918 in Budapest uraufgeführtes Werk transponiert das Märchen um Blaubart in einen symbolisch besetzten Kontext, in dem sich das Wissen um Erkenntnisse der modernen Psychoanalyse sublimiert. Das Öffnen der sieben Türen, als das Eindringen in die verschiedenen Bezirke von Blaubarts Seele, erschließt musikalische Bilder von hinreißender Farbigkeit und Ausdrucksstärke.

Besetzung  Musikalische Leitung Gabriel Feltz, Inszenierung Bernd Mottl, Bühne & Kostüme Friedrich Eggert, Licht Wolfgang Göbbel, Dramaturgie Georg Kehren

La Voix Humaine:     Mit  Juliane Banse › Die Frau,  Gürzenich-Orchester Köln

Herzog Blaubarts Burg:  Mit, Samuel Youn › Herzog Blaubart, Adriana Bastidas Gamboa › Judith, Gürzenich-Orchester Köln

Wiederaufnahme: 13. Januar 2016, Weitere Vorstellungen  So., 15. Januar › 18.00 Uhr Do., 19. Januar › 19.30 Uhr, So., 22. Januar › 18.00 Uhr, Mi., 25. Januar › 19.30 Uhr (zum letzten Mal),  im StaatenHaus Saal 2 (Rheinparkweg 1, 50679 Köln). PMOK

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Köln, Oper Köln, Premiere Tosca von Giacomo Puccini, 26.06.2016

Mai 31, 2016 by  
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Oper Köln

Koeln / StaatenHaus Oper Koeln © Petra Moehle

Köln / StaatenHaus Oper Köln © Petra Moehle

Tosca von Giacomo Puccini

Wiederaufnahme Sonntag, den 26. Juni 2016 19 Uhr (!), weitere Vorstellungen  Do. 30. Juni  19.30 Uhr  Sa., 02. Juli  19.30 Uhr, Do., 07. Juli  19.30 Uhr, So., 10. Juli 19.00

StaatenHaus Saal 1

mit der Neueinstudierung von Thilo Reinhardts eindrucksvoller Inszenierung von Puccinis Tosca (Premiere: Spielzeit 2011.12 in der Oper am Dom) steht zum Saisonende ein besonderer musikalischer Höhepunkt auf unserem Spielplan.

Unter dem Dirigat von Maestro Claude Schnitzler, der in Köln schon mehrfach mit Puccini glänzen konnte (zuletzt: Madama Butterfly und La Bohème) steht ein erstklassiges Solisten-Ensemble auf der StaatenHaus-Bühne. Angeführt wird die Sängerriege von der schwedischen Sopranistin Ingela Brimberg in der Titelpartie der Floria Tosca. Sie alterniert mit Adina Aaron, die bereits 2012 zweimal als Tosca zu erleben war. Der Tenor Lance Ryan interpretiert Mario Cavaradossi, als Scarpia darf sich das Publikum auf das international gefragte und regelmäßig in Bayreuth engagierte Ensemblemitglied Samuel Youn freuen. Die komplette Besetzung – auch zum »Fest der schönen Stimmen«, das am 10. Juli die Saison beschließt – finden Sie umseitig.

Besetzung  Musikalische Leitung Claude Schnitzler, Inszenierung Thilo Reinhardt  Bühne Paul Zoller, Kostüme Ulli Kremer  Licht Andreas Grüter, Chor Andrew Ollivant,, Dramaturgie Birgit Meyer

Mit  Ingela Brimberg/Adina Aaron (07., 10. Juli*) › Floria Tosca, Lance Ryan/Dmytro Popov (10. Juli*) › Mario Cavaradossi, Samuel Youn/Dimitri Platanias (10. Juli*) › Baron Scarpia
Lucas Singer › Cesare Angelotti, Luke Stoker › Der Mesner, Martin Koch/Alexander Fedin (07. Juli) › Spoletta, Matthias Hoffmann › Sciarrone, Dongmin Lee › Ein Hirt/Attavanti
Boris Djuric › Ein Schließer, Chor der Oper Köln,  Mädchen und Knaben des Kölner Domchores, Gürzenich-Orchester Köln

Wiederaufnahme Sonntag, den 26. Juni 2016 19 Uhr (!),   Weitere Vorstellungen , Do., 30. Juni › 19.30 Uhr  Sa., 02. Juli › 19.30 Uhr, Do., 07. Juli › 19.30 Uhr, So., 10. Juli › 19.00 Uhr* (zum letzten Mal)

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Pressemeldung Oper Köln

Köln, Oper Köln, Premiere – Der fliegende Holländer von Richard Wagner im Staatenhaus konzertant, 05.06.2016

Mai 11, 2016 by  
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Oper Köln

Koeln / StaatenHaus Oper Koeln © Petra Moehle

Koeln / StaatenHaus Oper Koeln © Petra Moehle

Der fliegende Holländer  von Richard Wagner

Konzertant; Sonntag, den 05. Juni 2016 um 18 Uhr, Weitere Vorstellungen  Sa., 11. Juni 2016 / 19.30 Uhr, Fr., 17. Juni 2016 / 19.30 Uhr

  StaatenHaus Saal 1 (Rheinparkweg 1, 50679 Köln)

In der Titelpartie alternieren Ensemblemitglied Samuel Youn, der auch in Bayreuth regelmäßig als Holländer zu erleben ist, sowie der international gefragte Bassbariton Alfred Walker. Stargäste wie Ingela Brimberg (Senta), Burkhard Fritz (Erik) und Bjarni Thor Kristinsson (Daland) verleihen den Protagonisten ein charismatisches musikalisches Profil. Am Pult des Gürzenich-Orchesters steht Maestro Andreas Schüller.

Nur alle sieben Jahre darf der als fliegender Holländer auf allen Meeren berüchtigte Kapitän seine rastlose Fahrt unterbrechen und an Land Ausschau nach einer Frau halten, die ihn zu erlösen bereit ist. Solange er diese opferbereite Seele nicht trifft, muss er – so will es der über ihn verhängte Fluch – ewig weiter auf den Meeren umherirren.

Richard Wagner, der die Uraufführung seiner »romantischen Oper« am 2. Januar 1843 in Dresden selbst leitete, ließ sich beim Entwickeln der Fabel von Heinrich Heines 1833 erschienenen »Memoiren des Herrn von Schnabelewopski«, die wiederum eine vielfach beschriebene Sage aufgriffen, inspirieren. Dabei interessierte ihn nicht so sehr die Ursache des Fluchs, sondern »die Tatsache einer Gestalt, die gezwungen ist, ›zeitlos‹ zu werden« (Hans Mayer). So zeigt sich die Titelgestalt bei näherer Betrachtung eher als »ein enttäuschter Mensch, denn als ein verfluchtes Gespenst«.

Mit dem Fliegenden Holländer entwickelte der damals 29-jährige Richard Wagner unter erstmaliger Verwendung seiner spezifischen Musiksprache Themen, die ihn auch in den folgenden Jahrzehnten beschäftigen sollten. Im Mittelpunkt der Holländer-Handlung steht die Erlösung eines gesellschaftlichen Außenseiters durch das Selbstopfer der jungen Einzelgängerin Senta. Dabei lässt Richard Wagner nicht nur die später immer wieder thematisierte Künstlerproblematik aufscheinen, sondern beschreibt mit der Situation seiner Titelfigur zugleich den »Paradefall« eines am Leben und an der Gesellschaft krankenden Menschen.

Mit Ingela Brimberg (Senta)
Anna Maria Dur (Mary),
Bjarni Thor Kristinsson (Daland),
Burkhard Fritz (Erik),
Maximilian Schmitt /Jeongki Cho (17. Juni) (Der Steuermann Dalands),
Alfred Walker/Samuel Youn (17. Juni) (Der Holländer),
Chor und Extra-Chor der Oper Köln,  Gürzenich-Orchester Köln

Weitere konzertante Vorstellungen , Sa., 11. Juni 2016 / 19.30 Uhr, Fr., 17. Juni 2016 / 19.30 Uhr (zum letzten Mal)

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Pressemeldung Oper Köln

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