Heilbronn, Württembergisches Kammerorchester, Case Scaglione neuer Chefdirigent des WKO, ab 2018

Württembergisches Kammerorchester

Württembergisches Kammerorchester / WIKO Heilbronn © Fotostudio M42

Württembergisches Kammerorchester / WKO Heilbronn © Fotostudio M42

Case Scaglione neuer WKO Chefdirigent

Württembergisches Kammerorchesters Heilbronn

Am gestrigen Donnerstag hat der Stiftungsrat der Stiftung Württembergisches Kammerorchester Heilbronn Case Scaglione einstimmig zum neuen Chefdirigenten des Klangkörpers mit Beginn der Saison 2018/2019 berufen.

Madeleine Landlinger, Intendantin Württembergisches Kammerorchester Heilbronn: „Mit Case Scaglione haben wir einen zukünftigen Chefdirigenten für das WKO gewonnen, der nicht nur begnadet talentiert und fokussiert ist, sondern der absolut für seine Arbeit brennt. Das steckt an – die Chemie zwischen dem Orchester und ihm hat von Anfang an gestimmt. Wir haben während unseres Suchprozesses auf diesen berühmten „Klick“ gehofft. Ich bin gespannt auf unseren gemeinsamen Weg und den Ausbau der Stärken des WKO unter seinem Dirigat.

Württembergisches Kammerorchester / Case Scaglione und Intendantin Madeleine Landlinger © Ralf Seidel

Württembergisches Kammerorchester / Case Scaglione und Intendantin Madeleine Landlinger © Ralf Seidel

Der Vertrag ist auf vier Jahre angelegt und läuft bis 2022. Der 34-jährige Amerikaner tritt die Nachfolge von Ruben Gazarian an, der das Württembergische Kammerorchester Heilbronn seit 2002 leitet. Case Scaglione ist damit der dritte Chefdirigent in der Geschichte des Orchesters, das 1960 von Prof. Jörg Faerber gegründet wurde.

Case Scaglione: „Ich könnte mich nicht glücklicher schätzen. Für mich war das erste Treffen mit dem Württembergischen Kammerorchester Heilbronn magisch – mit seinem unverwechselbaren Klang, seiner musikalischen Flexibilität und der unglaublichen Spielfreude hat mich das WKO förmlich verzaubert. Ich kann es kaum erwarten, bis ich mit den Musikern und Intendantin Madeleine Landlinger starten kann, um gemeinsam den Erfolgsweg dieses exzellenten Orchesters weiterzuführen.“

Der 1982 geborene Amerikaner hat bisher zweimal mit dem WKO zusammengearbeitet: Im Abschlusskonzert der Heilbronner Abonnementreihe 2015/2016, mit dem Case Scaglione gleichzeitig sein Deutschlanddebüt feierte und beim umjubelten Gastspiel des WKO in der Liederhalle Stuttgart vor wenigen Wochen im Mai 2017.

Konstanze Felber-Faur, Vorsitzende des Orchestervorstands Württembergisches Kammerorchester Heilbronn: „Seine klare Klangvorstellung, die musikalische Genauigkeit und die durchdachte und energiereiche Arbeitsweise haben uns Musiker alle von Beginn an überzeugt. Jetzt blicken wir voller Spannung und Vorfreude auf unsere erste gemeinsame Saison 2018/2019.“

Die Suche nach einem neuen Chefdirigenten lag federführend in der Hand von Intendantin Madeleine Landlinger. Ihr zur Seite stand eine Findungskommission unter Vorsitz des Stiftungsratsvorsitzenden der Stiftung Württembergisches Kammerorchester Heilbronn Ralf Peter Beitner. Ihr gehörten außerdem Aleksandar Maletic (Vorsitzender des Orchestervorstands), Ministerialrat Christoph Heinkele (Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg), die Heilbronner Bürgermeisterin Agnes Christner (Stellvertretende Vorsitzende des Stiftungsrats der Stiftung Württembergisches Kammerorchester Heilbronn), und Andrea Meyer-Borghardt (Dirigentenforum des Deutschen Musikrats) als externe Beraterin an.

Ralf Peter Beitner, Vorsitzender des Stiftungsrats der Stiftung Württembergisches Kammerorchester Heilbronn und der Findungskommission: „Die Entscheidung für Case Scaglione ist das Ergebnis einer mehrmonatigen, sehr gründlichen Suche. Unsere Musikerinnen und Musiker haben eine ganz Reihe von Kandidaten professionell bewertet und damit die Auswahl geprägt. Ich erwarte nun ein sehr fruchtbares Miteinander. Mit Case Scaglione beginnt eine neue Ära für das Württembergische Kammerorchester Heilbronn.“

Der amerikanische Dirigent Case Scaglione, geboren 1982 in Houston/USA, studierte bei David Zinman an der American Academy of Conducting in Aspen/USA, wo er den James Conlon Prize gewann. 2010 wurde er mit dem Aspen Conducting Prize ausgezeichnet und 2011 erhielt er den Dirigentenpreis der Solti Foundation US. Er war 2011 einer der drei Dirigier-Stipendiaten in Tanglewood, ausgewählt von James Levine und Stefan Asbury. Im selben Jahr wurde er zum Associate Conductor beim New York Philharmonic berufen – eine Stelle, die Alan Gilbert speziell für ihn wieder eingeführt hatte. Seit 2015 hat er seinen Lebens- und Arbeitsmittelpunkt nach Europa verlagert und lebt mit seiner Frau in Berlin. Er wird zu Gastdirigaten weltweit eingeladen, u.a. zum Orchestre National d’Île de France, Orchestre de Chambre de Lausanne, Kristiansand Symfoniorkester, Brno Philharmonic, Orchestre Philharmonique du Luxembourg, China Philharmonic Orchestra, Shanghai und Guangzhou Symphony Orchestras und mehr.

Agnes Christner, Bürgermeisterin der Stadt Heilbronn und Stellvertretende Stiftungsratsvorsitzende der der Stiftung Württembergisches Kammerorchester Heilbronn: „Ein neuer Chefdirigent für das WKO, ein neuer künstlerischer Botschafter der Stadt Heilbronn! Seine Internationalität passt zu Stadt und Region, die Weltoffenheit lebt und Unternehmen von Weltrang beheimatet. Wir freuen uns auf den Neu-Heilbronner Case Scaglione und sind gespannt auf die musikalischen Impulse, die er in unserer Stadt aber auch auf zahlreichen Gastspielen mit unserem musikalischen Aushängeschild WKO setzen wird.“

Zwei der weltweit renommiertesten Dirigenten, die wichtige künstlerische Wegbegleiter, Mentoren und Partner in Case Scagliones Karriere sind, gratulieren ihm zur Chefposition beim Württembergischen Kammerorchester Heilbronn:

Alan Gilbert, Chefdirigent des New York Philharmonic und designierter Chefdirigent des NDR Elbphilharmonie Orchesters, gratuliert Case Scaglione: „Case Scaglione ist einer der talentiertesten Dirigenten der jüngeren Generation, und mein Vertrauen in ihn ist mit den Jahren nur gewachsen. Er besitzt eine tiefe, kultivierte musikalische Sensibilität, die perfekt zu diesem wunderbaren Orchester passt, und ich kann es kaum erwarten, zu hören, was diese Partnerschaft in den kommenden Jahren hervorbringen wird.“

Jaap van Zweden, Chefdirigent des Dallas Symphony Orchestra und des Hong Kong Philharmonic sowie designierter Chefdirigent des New York Philharmonic: „Es freut mich außerordentlich, dass Case die Gelegenheit erhält, Chefdirigent dieses wunderbaren und angesehenen Kammerorchesters zu werden! Meiner Meinung nach ist Case die richtige Wahl. Er bringt neue Energie mit und ist ein talentierter Dirigent. Die Tradition dieses Kammerorchesters und Cases außergewöhnliche Fähigkeiten werden meiner Ansicht nach eine großartige Zusammenarbeit ergeben.“


Das Württembergische Kammerorchester Heilbronn (WKO) setzt mit stilsicherer künstlerischer Vielfalt und dem gelebten Ideal kammermusikalischen Musizierens Maßstäbe. Seine emotionale und sinnliche Klangkultur besticht im Ausreizen einer reichen Farbpalette von ätherischer Transparenz bis hin zum leidenschaftlich romantischen Klang. Als musikalischer Partner überzeugt das Orchester mit starker Wandlungsfähigkeit und der Kunst des musikalischen Dialogs auf Augenhöhe. Damit hat sich das WKO als eines der gefragtesten Kammerorchester etabliert. Seit 2002 prägt Ruben Gazarian als Chefdirigent und Künstlerischer Leiter diesen Stil. Mit Beginn der Saison 2018/2019 wird Case Scaglione neuer Chefdirigent des Württembergischen Kammerorchesters Heilbronn.

Als überzeugter Touring-Klangkörper ist das Orchester auf zahlreichen nationalen wie internationalen Konzertpodien unterwegs. Höhepunkte der letzten Jahre waren u.a. die Royal Albert Hall in London, das Concertgebouw Amsterdam, die Victoria Hall in Genf, das Tschaikowsky Konservatorium Moskau, das Théâtre des Champs-Elysées in Paris, der Musikverein Wien, die Philharmonie Berlin, die Hamburger Laeiszhalle und die Philharmonie Köln sowie Auslandstourneen durch Korea, Kambodscha, China oder Spanien. In der Saison 2017/2018 geht das WKO auf eine 11-konzertige Tournee durch China.

Das Orchester setzt auch zu Hause auf musikalische Vielfalt mit höchstem Qualitätsanspruch. Dafür stehen seine Abonnementkonzerten in Heilbronn und Ulm, die innovative Konzertreihe redblue meets klassik in Kooperation mit INTERSPORT, die KSK-Kammermusikreihe unter der Pyramide, regelmäßige Musiktheater-Kooperationen mit dem Theater Heilbronn und das Musikvermittlungsprogramm KOPFHÖRER für Babys, Schulkinder und Jugendliche.

Seit seiner Gründung 1960 durch Prof. Jörg Faerber arbeitet das WKO mit den renommiertesten Künstlern zusammen und fördert stets auch junge Nachwuchstalente – im Konzert und für CD-Aufnahmen: Kolja Blacher (CD), Rudolf Buchbinder, Mojca Erdmann, Juan Diego Floréz, James Galway (CD), Augustin Hadelich, Sharon Kam (CD), Felix Klieser (CD), Katia & Marielle Labèque, Sabine Meyer (CD), Nils Mönkemeyer, Sergei Nakariakov (CD), Andreas Ottensamer, Alina Pogostkina, Linus Roth (CD), Christine Schäfer, Olga Scheps, Herbert Schuch, Daniel Müller-Schott, Carolin Widmann und Frank Peter Zimmermann (CD) musizieren u.a. mit dem WKO.

Davon zeugt auch die reiche und stets wachsende Diskografie des Württembergischen Kammerorchesters Heilbronn: 2017 veröffentlicht das Orchester mit Kolja Blacher und Leonard Bernsteins „Serenade“ sowie Joseph Haydns Violinkonzert C-Dur einen SACD-Beitrag zum Bernstein-Jahr (Coviello Classics). Unter der Leitung von Ruben Gazarian ist mit der Saxophonistin Asya Fateyeva das Album „Bachiana“ mit Werkadaptionen von Johann Sebastian Bach und Heitor Villa-Lobos erschienen (Berlin Classics). Die Aufnahme von Mieczys?aw Weinbergs Flötenkonzert Nr. 2 sowie Werken von Jind?ich Feld und Mikis Theodorakis mit Solistin Kathrin Christians (Hänssler Classic) setzt das Bestreben des WKO fort, selten gehörte Werke auf CD zugänglich zu machen. 2015 hat das WKO bereits einen Teil zum Gesamtaufnahmeprojekt der Violinwerke Weinbergs von Geiger Linus Roth beigesteuert. Weitere CD-Partner der letzten Jahre sind Hornist Felix Klieser mit der Aufnahme „Horn Concertos“ und Sharon Kam mit „OPERA!“, auf der Bearbeitungen aus dem Opernrepertoire für Klarinette und Kammerorchester zu hören sind. Als CD-Angebot für die ganze Familie hat das WKO zwei Andersen-Märchen, vertont von Andreas N. Tarkmann und erzählt von Juri Tetzlaff, eingespielt (Coviello Classics).

Die Aufnahme mit Werken von Johann Christian und Johann Wilhelm Hertel (Coviello Classics) wurde mit dem ECHO Klassik ausgezeichnet. Zu den Aufnahmen mit Chefdirigent Ruben Gazarian gehören außerdem u.a. „simply strings“ mit Musik von Britten, Bartók, Janácek und Sibelius sowie die Gesamteinspielung der Sinfonien Beethovens. Des Weiteren erschienen eine CD mit Wagners „Siegfried-Idyll“ und Bruckners Streichquintett und eine CD mit Werken armenischer Komponisten unter dem Titel „Armenian Classic“ (Bayer Records).

Träger des Orchesters ist seit 2012 die Stiftung Württembergisches Kammerorchester Heilbronn, ermöglicht von 21 Gründungsstiftern. Sie sichert die Zukunftsfähigkeit des Klangkörpers durch nachhaltige Weiterentwicklung des Orchesterangebots in der Region, auf dem nationalen und internationalen Markt.

Änderungen bzw. Kürzungen bedürfen der Abstimmung mit dem Orchesterbüro des Württembergischen Kammerorchesters Heilbronn. PMWKO

 

 

Essen, Klavierfestival Ruhr 2017, Schwerpunkt Amerikanische Klaviermusik, 15.3.2017

Januar 17, 2017 by  
Filed under Klavierfestival, Konzert, Pressemeldung

Klavierfestival Ruhr 2017

Klavierfestival Ruhr 2017 / Davies_Namekawa_Glass © Mark Wohlrab

Klavierfestival Ruhr 2017 / Davies_Namekawa_Glass © Mark Wohlrab

Klavier-Festival Ruhr 2017

Amerikanische Klaviermusik im Mittelpunkt

Die Musik der „beiden Amerikas“ steht im Mittelpunkt des Klavier-Festivals Ruhr 2017. In 69 Veranstaltungen auf 36 Podien in 22 Städten – darunter erstmals im neuen Anneliese Brost Musikforum Ruhr in Bochum – feiert das Klavier-Festival zwischen 5. Mai und 20. Juli die reiche Vielfalt der Musik in der Neuen Welt.

Amerika steht nach 2002 und 2012 zum dritten Mal im Fokus des Festivals. Anlass ist nun der 80. Geburtstag von Philip Glass am 31. Januar 2017. Der Mitbegründer der Minimal Music wird selbst zu Gast sein: Am Mittwoch, 12. Juli spielt er im Weltkulturerbe Zeche Zollverein gemeinsam mit Maki Namekawa und Dennis Russell Davies ein Programm mit eigenen Werken. Für ihren Einsatz für zeitgenössische Klaviermusik werden die drei Künstler mit dem Preis des Klavier-Festivals Ruhr geehrt.

Schirmherr des Festivals 2017 ist Klaus Engel. Der Vorsitzende des Vorstands der Evonik Industries AG hierzu: „Als Manager und Bürger des Ruhrgebiets ist es meine tiefe Überzeugung, dass wir solche markanten Aushängeschilder und Erfolgsgeschichten wie die des Klavier-Festivals Ruhr benötigen, um für die Lebendigkeit und Leistungsfähigkeit unserer Region zu werben. Auch aus diesem Grund hat der Evonik-Vorstand die Entscheidung getroffen, sich anlässlich des 10-jährigen Jubiläums der Evonik Industries AG erstmalig als Hauptsponsor für das Klavier-Festival Ruhr zu engagieren.“

Der programmatische Schwerpunkt macht deutlich, wie sich die vielfältigen kulturellen Traditionen im „melting pot“ Amerika in einer reichen und innovativen Musik widerspiegeln. Mit dem Akzent des Festivals auf Amerika will Intendant Franz Xaver Ohnesorg an die humanistischen Werte dort beheimateter Künstler erinnern, etwa von Philip Glass, John Adams, Leonard Bernstein und nicht zuletzt George Gershwin. Ohnesorg: „Sie haben mein Bild von Amerika weit mehr geprägt, als die Ereignisse der letzten Monate. Zudem lohnt es sich, den Schatz südamerikanischer Klaviermusik zu heben, zum Beispiel mit Werken von Alberto Ginastera, Heitor Villa-Lobos und Astor Piazzolla.“

In den Konzertprogrammen werden über 60 Werke von 31 nord- und südamerikanischen Komponisten erklingen, von John Adams bis Earl Wild, darunter bedeutende Werke wie die Originalfassung für Klavier der Rhapsody in Blue George Gershwins oder El Salón México von Aaron Copland. Dieses Werk wird auch in der Orchesterfassung aufgeführt, ebenso wie Gershwins Cuban Ouverture oder die Ouvertüre zu Candide von Leonard Bernstein.

Erfreuliche Initiativen machen eine stärkere Präsenz des Klavier-Festivals Ruhr in den beiden Städten Wuppertal und Bochum möglich. Dank der tatkräftigen Unterstützung der Geschäftsführung der Historischen Stadthalle Wuppertal konnte das Klavier-Festival weitere Sponsoren in Wuppertal gewinnen. Die Reihe der fünf Konzerte eröffnet ein Auftritt von Daniel Barenboim schon am Mittwoch, 15. März 2017.

Mit sechs Konzerten in Kooperation mit den Bochumer Symphonikern bildet das Anneliese Brost Musikforum Ruhr Bochum einen neuen Aufführungs-Schwerpunkt, beginnend mit dem ausverkauften Extra Konzert am Donnerstag, 9. März –  zum 70. Geburtstag von Gidon Kremer – und dem Eröffnungskonzert des Festivals am Freitag, 5. Mai 2017 mit dem amerikanischen Klavierduo Christina und Michelle Naughton. Das Abschlusskonzert am Donnerstag, 20. Juli 2017 in der Mercatorhalle in Duisburg ermöglicht ein Wiedersehen mit Grigory Sokolov.

Zu den programmatischen Höhepunkten des weltweit wichtigsten Pianistentreffens gehören zwei Abende mit Igor Levit in Düsseldorf, der Variationen von Bach, Beethoven und Rzewski spielt, und die Aufführung aller neun Klaviersonaten von Sergej Prokofjew durch Olli Mustonen in der Stadthalle Mülheim/Ruhr. Der brasilianische Grandseigneur Nelson Freire wirft am Mittwoch, 17. Mai 2017 in Bochum einen Blick auf die Musik seines Heimatlandes. Mit Uraufführungen von Walter Braunfels, Vassos Nicolaou, Stefan Heucke und Manfred Trojahn plus einer neuen Komposition in der JazzLine erweist sich das Klavier-Festival Ruhr erneut als entschiedener Förderer eines in die Moderne erweiterten Repertoires.

Viele Meisterpianisten unserer Zeit folgen der Einladung zum Klavier-Festival, unter ihnen Khatia Buniatishvili, Rafa Blechacz, Rudolf Buchbinder, Radu Lupu und Sir András Schiff. Der 93jährige Menahem Pressler gibt dem Klavier-Festival Ruhr die besondere Ehre eines Auftritts: Am Freitag, 14. Juli 2017 spielt er im Anneliese Brost Musikforum Ruhr in Bochum. Ein besonderes Anliegen ist dem Klavier-Festival Ruhr seit seiner Gründung 1988 die Förderung junger Pianisten. In der Reihe „Die Besten der Besten“ stellen sich zwei Preisträger internationaler Wettbewerbe vor. Zu den jungen Debütanten zählt der Stipendiat des Klavier-Festivals 2016, Lucas Jussen. Der Niederländer erhält das Stipendium auf Vorschlag des letztjährigen Preisträgers des Klavier-Festivals Ruhr, Arcadi Volodos. Der 23jährige spielt am Mittwoch, 14. Juni in Haus Opherdicke in Holzwickede.

Mit acht Konzerten nimmt der Jazz erneut eine prominente Rolle im Programm des Klavier-Festivals ein. Die JazzLine eröffnet Michel Camilo mit dem Gitarristen Tomatito am Dienstag, 9. Mai 2017 im Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen. Hilario Durán spielt mit Chucho Valdés und der WDR Big Band Köln in der Philharmonie Essen (31. Mai 2017) ein eigenes neues Konzert für zwei Klaviere und Big Band.

Für seine von Intendant Prof. Franz Xaver Ohnesorg initiierte außergewöhnliche Education-Arbeit wurde das Klavier-Festival Ruhr zuletzt mit dem begehrten ECHO Klassik 2016 ausgezeichnet. Die Aktivitäten des Education-Teams um Dr. Tobias Bleek und Richard McNicol bilden hunderte von Kindern kreativ und fördern sie nachhaltig. Die Stiftung Mercator und Klöckner & Co SE ermöglichen die Education-Arbeit maßgeblich. Little Piano School und KlavierGarten führen inzwischen ganzjährig mehr als 300 Kinder im Alter von 2 bis 6 Jahren an das Klavier und die Welt der Musik. Schulübergreifende Projekte und Inklusions-Projekte spielen eine Hauptrolle bei der kreativen Workshop-Arbeit in Duisburg-Marxloh. Kinder und Jugendliche befassen sich in diesem Jahr mit Musik von Igor Strawinsky.

Der Kartenvorverkauf für alle Konzerte beginnt am Samstag, den 14. Januar 2017 um
10 Uhr. Tickets sind telefonisch unter der Hotline 01806/ 500 80 3 erhältlich (0,20 € pro Anruf aus dem dt. Festnetz, Mobil max. 0,60 € pro Anruf) oder können platzgenau im Internet gebucht werden (www.klavierfestival.de). PMKlfRR

Klavier-Festival Ruhr 2017 – Alle Karten Hier:

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Salzburg, Salzburger Festpiele, Rudolf Buchbinder mit Beethoven-Zyklus, IOCO Aktuell, 28.08.2014

September 16, 2014 by  
Filed under IOCO Aktuell, Mozarteum, Salzburger Festspiele

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Salzburger Festspiele

Buchbinder spektakulär:  Beethoven  Neues Testament

Rudolf Buchbinder (*1946) ist ein bedeutender Klaviervirtuose unserer Zeit. Bereits mit fünf Jahren, als jüngster Student aller Zeiten, besuchte er die Musikhochschule Wien. In den 60iger Jahren startete es seine Karriere mit Mozart, Bach und Brahms. Beethoven war immer ein zentraler Punkt im Musikleben von Buchbinder.

Bonn, Beethoven-Denkmal © IOCO

Bonn, Beethoven-Denkmal © IOCO

Die Interpretation Beethovens Neuen Testaments, die zyklische Wiedergabe aller 32 Sonaten Beethovens, nehmen besondere Bedeutung in Buchbinders Leben ein. Im Rahmen der Salzburger Festspiele 2014 spielte Buchbinder im Mozarteum  an sieben Abenden, vom 3. – 20. August 2014,  den gesamten  Zyklus. Doch nicht nach der Chronologie ihrer Entstehung sondern im Geist der Zeiten seines Lebensweges.  Auswendig, seriös und technisch perfekt entwickelt Buchbinder viele spontane Variationen. Beendet wurde der Beethoven – Zyklus am 20. August 2014 mit den drei Sonaten op.109, die Fuge op.110 und die finale Verklärung op111,  jener  wunderbaren Sonate, welche selbst in der Weltliteratur widerhallt: Der Organist Wendell Kretzschmar in Thomas Manns großen Roman Doktor Faustus setzt diese op 111 mit dem Ende aller Sonaten gleich, dem Abschied „auf Nimmerwiederkehr“.

Buchbinder ist Perfektionist und bewältigt die großen Herausforderungen des Programmes mühelos und mit Leichtigkeit. Feine, schmeichelnde Töne und wuchtige, dramatische Akkorde, sowie klare Läufe kennzeichneten sein herausragendes Spiel.
Zum Abschluß des mitreißenden  Beethoven – Zyklus am 20. August 2014 bedankt sich Rudolf  Buchbinder bei großen Applaus mit einem Impromptu von Franz Schubert, der wie Buchbinder wissen ließ, Fackelträger bei Beethovens Begräbnis war. Daniela Zimmermann / 28.08.2014