Wiesbaden, Hessisches Staatstheater, Premiere Götterdämmerung von Richard Wagner, 23.04.2018

Hessisches Staatstheater Wiesbaden

Hessisches Staatstheater Wiesbaden © Martin KaufholdHessisches Staatstheater Wiesbaden © Martin Kaufhold

 Götterdämmerung von Richard Wagner

Premiere am 23.4. 2017 17 Uhr, weitere Vorstellungen am 1. & 28. Mai um 17 Uhr

Mit Götterdämmerung wird die Erarbeitung des Ring des Nibelungen von Richard Wagner in nur einer Spielzeit am Hessischen Staatstheater Wiesbaden abgeschlossen.

Die Partie des Siegfried übernimmt Andreas Schager, gefragter Heldentenor im deutschen Fach (Mailänder Scala, Staatsoper Berlin, Bayreuther Festspiele). Catherine Foster, die aktuelle Brünnhilde der Bayreuther Festspiele, steht auch in Wiesbaden auf der Bühne.

Rollendebuts geben Shavleg Armasi als Hagen und Bassbariton Matias Tosi als Gunther auf der Bühne. Sabina Cvilak ist Gutrune und Dritte Norn. Thomas de Vries übernimmt, wie schon im Rheingold und Siegfried, die Partie des Alberich. Bernadett Fodor singt Waltraute und Erste Norn, die Rheintöchter sind Katharina Konradi, Marta Wryk und Silvia Hauer.
Der Ring des Nibelungen verteilt sich über die Spielzeit 2016.17 und ist in zwei kompletten Zyklen auch während der Internationalen Maifestspiele 2017 zu erleben.

Musikalische Leitung Alexander Joel, Inszenierung Uwe Eric Laufenberg, Bühne Gisbert Jäkel Kostüme Antje Sternberg Licht Andreas Frank Video Falko Sternberg  Chor Albert Horne Dramaturgie Regine Palmai

Siegfried Andreas Schager, Gunther Matias Tosi, Alberich Thomas de Vries, Hagen Shavleg Armasi, Brünnhilde Catherine Foster, Gutrune/Dritte Norn Sabina Cvilak, Waltraute/Erste Norn Bernadett Fodor, Woglinde Katharina Konradi, Wellgunde Marta Wryk, Flosshilde/Zweite Norn Silvia Hauer, Chor & Extrachor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, Statisterie des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden
Hessisches Staatsorchester Wiesbaden;  PMHStthWi

Premiere am 23.4. 2017 17 Uhr, weitere Vorstellungen am 1. & 28. Mai um 17 Uhr

 

Jussi Björling Der Caruso des Nordens, IOCO Portrait, Februar 2017

Februar 8, 2017 by  
Filed under Hervorheben, IOCO Aktuell, Oper, Portraits

Portrait

Jussi Bjoerling © Privat

Jussi Bjoerling © Privat

Der Caruso des Nordens – Jussi Björling

Am 9. September 2010 jährte sich  der 50. Todestag eines der größten Tenöre aller Zeiten.  Noch heute ist die Erinnerung an diesen Ausnahmesänger nicht verblasst. Jussi Björling wurde am 5. Februar 1911 in Borlänge, (Schweden) geboren. Er selber feierte seinen Geburtstag am 2. Februar, da man zunächst dieses Datum in die offiziellen Dokumente eintrug.

Erst nach seinem Tod fand sich die Geburtsurkunde, die den 5. Februar belegte. Bereits am 15. Dezember 1915 begann seine außergewöhnliche Karriere als Sänger. Sein Vater David Björling gründete mit seinen Söhnen, Olle, Gösta und Jussi ein Kindertrio, das sein erstes Konzert eben an diesem 15. Dezember, in der Trefaldighetskyrka (Dreifaltigkeitskirche) in Örebro, gab.

In der Folge gastierte das Trio in zahlreichen Konzerten in Schweden. Im Jahr 1917 verstarb seine Mutter, Ester Björling, erst fünfunddreißig jährig, nach der Geburt des vierten Sohnes Karl. Einige Tage später sangen die Kinder bei der Beisetzung der Mutter in der Kirche von Stora Tuna. David Björling und seine drei ältesten Söhne traten nun als „Björling Male Quartett“ auf und reisten 1919 nach Amerika, wo in der Gustavus Adolphus Kirche in New York am 20. November das erste Konzert stattfand. Im Februar 1920 wurden in New York sechs Titel auf Schallplatten aufgenommen, noch heute als CD erhältlich.

Somit begann Björling seine Schallplattenkarriere bereits als Neunjähriger. 1924 stirbt  der Vater, sodass ein Freund der Familie, Rolf Lundgren, die Leitung des Trios übernimmt. Als 1927 eine weitere Tournée in die USA scheitert, kehrt Jussi in seine Heimatstadt zurück und arbeitet vorübergehend als Verkäufer in einem Haushaltwarengeschäft. Im April 1928, gelingt es ihm, dem berühmten schwedischen Tenor Carl Martin Öhman, zu dieser Zeit Mitglied der Staatsoper Berlin, aber oft in Stockholm gastierte, vorzusingen. Öhman eilte zu John Forsell, dem Direktor der Stockholmer Oper und selber ein gefeierter Bariton, um ihm zu berichten, er habe „die beste schwedische Tenorstimme des Jahrhunderts“ gehört. Forsell bestellte Björling zu einem Vorsingen und bemerkte „ein siebzehn jähriges Phänomen“.

Forsell nahm Björling als Schüler in seiner Klasse im Stockholmer Konservatorium auf. Nun entwickelte sich alles rasend schnell und es schien, als wolle sich das Schicksal, das ihm nur eine kurze Lebensdauer gewährte, dennoch von seiner besten Seite zeigen. Bereits im Oktober 1929, unterzeichnet er seinen ersten Schallplatten – Vertrag. 1930 singt er im Rahmen von Studenten – Aufführungen die Tenorpartien im Requiem von Mozart und im Tedeum von Bruckner. Im Juli des gleichen Jahres gibt er an der königlichen Oper von Stockholm sein erstes Debut in der kleinen Rolle des Lampenanzünders in Puccinis „Manon Lescaut“ und bereits einen Monat später findet sein offizielles Debut als Don Ottavio in Mozarts „Don Giovanni“ statt.

Im September die ersten Schallplatten Aufnahmen unter der Leitung des schwedischen Dirigenten Nils Grevillius, mit dem Björling bis zu seinem Tod unzählige Aufnahmen machte. Im Laufe der ersten Jahre sang Björling ein Repertoire, für das andere Tenöre ein ganzes Leben brauchten. Was kaum bekannt ist, das er Rollen wie den Arnoldo in Wilhelm Tell, oder den Florestan in Fidelio sang. Außerdem, um nur einige zu nennen, den Harun in Djamileh von Bizet, den Walther in Tannhäuser, Eric in „Der fliegende Hölländer“, den Tonio in „La fille du régiment“, den Belmonte in „Die Entführung aus dem Serail“, den Tamino in „Die Zauberflöte, den Faust in“La damnation de Faust“, Lyonel in „Martha“, Luigi in „Il Tabarro“, Lensky in „Eugen Onegin“, Wilhelm Meister in „Mignon“, Conte Almaviva in „Il Barbiere di Seviglia“, den Roméo in „Roméo et Juliette“, Vladimir in „Prinz Igor“ von Borodin, Vasco da Gama in L´africaine, den Sandor Barinkay in Der Zigeunerbaron, Alfred in „Die Fledermaus“, Narraboth in „Salome“, Dick Johnson in „La fanciulla del West“, Nemorino in „L´Elisir d´Amore“, Alfredo in „La Traviata“, Elemer in „Arabella“, dazu all die Rollen, mit denen er wenige Jahre später Weltrum erlangte.

Schon in dieser Zeit sang er mit weltberühmten Partnern zusammen, so in Tosca mit Dusolina Giannini, im „Barbiere“ mit Giuseppe de Luca, „Prinz Igor“ und „Faust“ mit Fedor Chaljapin, in „Don Giovanni“ mit Ezio Pinza und „Rigoletto“ mit Lawrence Tibbett. Ab 1936 gastierte Björling bereits an der Wiener Staatsoper, wo er unter der Leitung so großartiger Dirigenten wie Victor de Sabata und Josef Krips mit Maria Nemeth, Jarmila Novotna, Alexander Kipnis, Alexander Svet und Ester Rethy u.a. sang.

An der Staatsoper Dresden, war u.a. Maria Cebotari seine Partnerin. Außerdem gab er Gastspiele in Prag, Kopenhagen, Uppsala, Brno (Tschechoslowakai), in Malmö, Budapest, Berlin, Nürnberg und Paris. Am 28. November 1937 gibt Björling mit einem Konzert in der New Yorker Carnegie Hall, sein Amerika Debut. Seine Partnerin war keine geringere als Maria Jeritza. Am 8. Dezember des gleichen Jahres, an der City Opera Chicago sein amerikanisches Opern Debut als Duca di Mantova in „Rigoletto“ , mit Beverly Lane und Lawrence Tibbett. Am 20. Dezember ist er Partner von Lily Pons bei einem Konzert im Waldorf Astoria Hotel in New York. Am 21. Dezember unterschreibt er seinen ersten Contract mit der Metropolitan Opera für die nächste Saison und am 24. November 1938 debutiert er mit „La Bohéme“ an der Met. Seine Partnerin war Mafalda Favero als Mimi. Nun entwickelte sich eine weltweite Karriere.

Verona / Arena di Verona Vorplatz © IOCO

Verona / Arena di Verona Vorplatz © IOCO

Am 12. Mai debutiert er an der Covent Garden Opera in London als Manrico in „Il Trovatore“ als Partner von Gina Cigna (Leonora), Gertrud Palson – Wettergren (Azucena) und Mario Basiola (Luna), unter der Leitung von Vittorio Gui. Von dieser Vorstellung gibt es einen Mitschnitt. Im Oktober 1940 singt Björling in San Francisco in „Ballo in Maschera“ mit Elisabeth Rethberg und im November in der Carnegie Hall in New York das Verdi Requiem unter der Leitung von Arturo Toscanini. 1943 sein erstes Auftreten am Teatro Comunale Florenz als Manrico mit Maria Caniglia als Leonora und im August 1946 sein Scala Debut in Verdis „Rigoletto“, mit Lina Aimaro und Carlo Tagliabue. 1948 fragt ihn der große Tenor Giovanni Zenatello, Mitbegründer der Opern Festspiele in der Arena von Verona, ab er die Partie des Enzo Grimaldo in La Gioconda von Ponchielli in der Arena, als Partner von Maria Callas singen wolle.

Björling lehnte mit der Begründung ab, dass er in diesem Jahr nicht mehr die Zeit habe, eine so umfangreiche Partie einzustudieren. So kam eine Partnerschaft mit Maria Callas erst zustande, als er an der Lyric Opera Chicago im November 1955 zwei Trovatore – Vorstellungen mit ihr sang. Dies waren die einzigen gemeinsamen Auftritte dieser beiden Ausnahme Sänger. Es hält sich hartnäckig das Gerücht, dass es von einer der beiden Vorstellungen einen Mitschnitt gibt. Doch ist bis zum heutigen Tage leider noch nichts dergleichen aufgetaucht. Im Mai 1950 nochmals an der Scala Milano mit Un Ballo in Maschera (vier Vorstellungen). 1951 besuchte Dorothy Caruso, die Witwe des legendären Enrico Caruso, an der Met eine Rigoletto Vorstellung mit Björling.

Sie war tief beeindruckt von der Qualität und der Schönheit seiner Stimme. Bei einem gemeinsamen Fernseh – Interview schenkte sie Björling eines der Kostüme ihres Mannes aus Rigoletto und bezeichnete ihn als den einzig legitimen Nachfolger Enrico Carusos. Das Kostüm ist heute eines der Schmuckstücke im Jussi Björling Museum in Borlänge (in der Nähe von Stockholm.) Björling hat an fast allen bedeutenden Opernhäusern der Welt gesungen, er hat weltweit Konzerte und Liederabende gegeben, u.a. in Honolulu, in Kuba, in Kanade, auf Hawaii, in Afrika, in Holland  Finnland, Norwegen, Dänemark, Lettland, Österreich, Deutschland und in der Schweiz, wo er in Luzern zwei Mal das Requiem von Giuseppe Verdi, unter der Leitung Arturo Toscaninis sang.

Er hat seit 1931 regelmäßig Schallplattenaufnahmen gemacht, sodass seine gesangliche Entwicklung genauestens nachvollzogen werden kann. Alleine elf Gesamtaufnahmen und eine Vielzahl von Arien und Lieder Platten kamen auf den Markt, die alle auf CD übertragen wurden. Dazu eine Vielzahl von Opern Lifemitschnitten und Konzerten aus diversen Theatern. Schon bei den ersten Aufnahmen, Björling war zu dieser Zeit erst zwanzig Jahre alt, ist eine erstaunliche technische Sicherheit festzustellen. In wenigen Jahre gelingt es ihm, diese Technik zu vervollkommnen. Björlings Stimme war von mittlerer Größe, doch erzielte er durch eine perfekte Fokussierung des Tones eine Durchschlagskraft, die ihn befähigte selbst Partien wie Radames, Manrico, und Canio ständig im Repertoire zu führen. Jürgen Kesting schreibt in seinem Buch, Die großen Sänger des 20. Jahrhunderts, „Die Stimme war von überragender Qualität. Sie besaß den Eigenreiz eines unverkennbaren silbrigen Timbres und, bei mittlerem Volumen, große Schallkraft und eine wundervolle, leicht ansprechende Höhe. Er konnte H, C und selbst das Cis ansatzlos attackieren. Die Töne kamen wie abgewippt von einem Sprungbrett. Die Skala war ebenmäßig, die Registerverblendung bruchlos. Vor allem das strahlende Mittelstimmregister mit dem kopfigen Klanggepräge war exemplarisch entwickelt“. Dem ist nichts hinzuzufügen.  IOCO / AB

Max Lorenz, IOCO Portrait, August 2015

März 6, 2015 by  
Filed under Portraits

IOCO erinnert an den Heldentenor Max Lorenz

Max Lorens - Bild : amazon / Partnerprogramm

Max Lorens – Bild : amazon / Partnerprogramm

Vor 40 Jahren starb Max Lorenz, einer unserer ganz großen Heldentenöre, in Salzburg. Der gebürtige Düsseldorfer (10.05.1901) hieß eigentlich Sülzenfuß. Die Eltern hatten eine Metzgerei und es wäre dem Vater wohl sehr recht gewesen, wenn sein Filius den elterlichen Betrieb mal übernommen hätte. Doch der entschied sich, von der Mutter gefördert, für eine künstlerische Karriere.

Lassen wir ihn selber zu Worte kommen. In dem Buch “Das musikalische Selbstporträt“ (Nannen-Verlag) sagte er den Autoren Josef Müller-Marein und Hannes Reinhardt: “Ich wollte Sänger werden, um jeden Preis der Welt. Über fünf Jahre bin ich dreimal die Woche nach Köln gefahren. Meine Mutter gab mir heimlich das Geld dazu“.

Nach den fünf Jahren Studium bei Kammersänger Pauli, wollte Lorenz, wie er sich inzwischen nannte, wissen, wie es um seine Stimme bestellt war. Er fuhr heimlich nach Wiesbaden, um dort dem Operndirektor vorzusingen. Der meinte, er wäre noch nicht so weit, um ein Engagement anzutreten und empfahl ihm als Lehrer Professor Grenzebach in Berlin.

Wieder half im die Mutter das Studium zu finanzieren. In Berlin lernte er im privaten Kreis Erich Kleiber kennen, der ihm vorschlug, mal in der Staatsoper vorzusingen. Dort wurde ihm geraten, den Lehrer zu wechseln. Doch Lorenz blieb bei Grenzebach. Bei einem Wettsingen, von einer Zeitung veranstaltet, bekam er den 1. Preis. Dies war der Auslöser für sein erstes Engagement an der Dresdner Oper, das war 1927. Seine Antrittsrolle war der Walter von der Vogelweide in WagnersTannhäuser“.  Unter der Leitung von Richard Strauss sang er den Menelas in dessen Oper “Die Ägyptische Helena“. Seine erste große Partie war der Radames in VerdisAida“.

Max Lorenz/ Keiner wie er - Bild : amazon / Partnerprogramm

Max Lorenz/ Keiner wie er – Bild : amazon / Partnerprogramm

In einer der “Aida“- Vorstellungen war der Dirigent Arthur Bodansky von der New Yorker Metropolitan Opera anwesend. Er verpflichtete Lorenz an die  MET. Seine Antrittsrolle dort war der Stolzing in den “Meistersingern“ 1931. In Amerika heiratete der homosexuelle Lorenz die jüdische Sängerin Lotte Appel 1897-1964).

1933 kam auch die erste Verpflichtung zu den Bayreuther Festspielen als Siegfried, Stolzing und Parsifal. Lorenz sagte im “Musikalischen Selbstporträt“: “Die zehn Jahre,  die ich dort in der Festspielzeit sang,  und dann noch mal zwei Spielzeiten als “Einspringer“, waren wohl die schönste Zeit meines Lebens“.

Frieda Leider, die große Wagner-Heroine damals, schrieb in ihren Erinnerungen “Das war mein Teil“ (Henschel-Verlag): “Nachdem Lauritz Melchior seine Zusage für Bayreuth 1933 zurücknahm, trat an seine Stelle der junge viel versprechende Tenor Max Lorenz, der alle Voraussetzungen für einen idealen Wagner-Sängerdarsteller besaß“.

Friedrich Herzfeld urteilte in seinem Buch “Magie der Stimme“ (Ullstein-Verlag) über Max Lorenz: “Alles an ihm war strahlende Kraft: seine Gestalt, sein Antlitz und seine leuchtende Stimme, die noch die gefährlichen Spitzentöne des Walter von Stolzing mit betörendem Adel bewältigte“.

Eine rege Gastspieltätigkeit in der alten und neuen Welt war nach den Berliner Jahren angesagt. 1932 sang er bei den Münchner Festwochen unter Knappertsbusch. 1938 verkörperte er an der Mailänder Scala Siegmund und beide Siegfriede in WagnersRing“ unter Clemens Krauss.

1934 und 1937 sah man ihn als Gast an der Londoner Royal Opera Covent Garden. Beim Maggio Musicale Fiorentino 1941 war er als Tristan zu erleben. Diesen sang er auch 1948 dreimal am Teatro Grattacielo in Genua, an der Seite von Maria Callas als Isolde.

Vor dem Krieg schon wurde Max Lorenz an die Wiener Staatsoper verpflichtet. Der erste Auftritt war 1929 der Menelas in R. StraussDie Ägyptische Helena“.

Von 1929-1933, 1936-1944 und wieder ab 1953 war Lorenz Mitglied der Wiener Staatsoper. Seine erste Rolle dort nach dem Krieg war der Florestan im Oktober 1945. Er sang ihn dort 50 Mal. 54 Mal konnte man ihn dort als Othello von Verdi erleben. In etwas über 300 Vorstellungen war Max Lorenz in 20 verschiedenen Partien an der Wiener Staatsoper zu bewundern. Sein letzter Bühnenauftritt war als Herodes in “Salome“ von Richard Strauss am 15. Oktober 1962, neben Paul Schöffler und Christel Goltz.

Bei den Salzburger Festspielen sah man ihn unter anderem in der Welturaufführung von “Der Prozess“ von Gottfried von Einem 1953.

Alex Natan schrieb darüber in seinem Buch “Primo Uomo“ (Basilius-Presse): „Vielleicht war die Rolle des Josef K. in “Der Prozess“, die auf dem Roman Kafkas basiert, Lorenz`s Beweis größter Reife. Ohne jede Wagnersche Geste der Großartigkeit sang er die erschütternde Verfassung der gehetzten menschlichen Kreatur in all ihrer Armseligkeit und Problematik. Damit hatte Lorenz seine große Wandlungsfähigkeit bewiesen.“

1954 wirkte er mit in “Penelopevon Liebermann (mit Christel Goltz).  Des Weiteren in “Irische Legende“ von Werner Egk (mit Inge Borkh) 1955 und zuletzt in Wagner-Regenys Oper “Das Bergwerk von Falun“ 1961.

Eine interessante Verpflichtung hatte Lorenz 1957 an der Wiener Volksoper angenommen. Marcel Prawy, der Wegbereiter des amerikanischen Musicals in Europa, erzählt in seinen Erinnerungen “Marcel Prawy erzählt aus seinem Leben“ (K&S, Wien):

“Es gelang mir, allerdings nicht ganz leicht, den schönsten und größten Heldentenor der Zeit, Max Lorenz, für die Rolle des Buffalo Bill in Irving Berlins Musical “Annie get your Gun“ zu gewinnen“.

 

Grabstelle Max Lorenz auf dem Wiener Zentralfriedhof © Eduard Jarosch

Grabstelle Max Lorenz auf dem Wiener Zentralfriedhof © Eduard Jarosch

Sein immenses Wissen um Stimme und Gestaltung gab er weiter als Lehrer in Wien, München und am Mozarteum in Salzburg 1962 – 1974. Zu seinen Schülern gehörten unter anderen Jean Cox und James King. 1972 war er Jury-Präsident des “Internationalen Gesangswettbewerbs“ in Wien.

Max Lorenz starb am 11. Januar 1975 in Salzburg. Am 21. Januar 1975 war die Trauerfeier in der Wiener Staatsoper und die anschließende Beisetzung auf dem Zentralfriedhof, in einem Ehrengrab neben seiner 1964 verstorbenen Frau Lotte.

Das akustische Erbe von Max Lorenz ist immens. Doch die meisten Tondokumente kann man nur noch antiquarisch bekommen.

Hier eine kleine Auswahl dieser Aufnahmen:

Ariadne auf Naxos“ von 1944 (Wien) unter Böhm, Lorenz als Bacchus
PREISER 90217 2CD

Elektra“ von 1957 (Salzburg) unter Mitropoulos, Lorenz als Ägysth
NUOVA ERA 2241/42 2CD

Salome“ von 1951 (München) unter Keilberth, Lorenz als Herodes
ORFEO 342932 2CD (als LP, MELODRAM 106)

Liebermann “Penelope“ von 1954 (Salzburg) unter Szell, Lorenz als Podesta
ORFEO C328931B 1CD

Einem “Der Prozess“ UA von 1953 (Salzburg) unter Böhm, Lorenz als Josef K.
ORFEO 392952 2CD

Verdi “Aida“ von 1952 (Hessischer Rundf.) unter Schröder, Lorenz als Radames
MYTO 962.146, 2CD

Rienzi“ von 1941 (Berlin) unter Schüler/Heger, Lorenz als Cola Rienzi
PREISER 90223, 1CD (ACANTA DE 23.035, 2LP)

Tristan und Isolde“ von 1943 (Berlin) unter Heger, Lorenz als Tristan
PREISER 90243, 3CD (Szenen daraus auf ETERNA 821028/29, 2LP)

“Tristan und Isolde“ von 1943 (Berlin) PREISER 90243, 3CD (Szenen daraus auf ETERNA 821028/29, 2LP) © Eterna

“Tristan und Isolde“ von 1943 (Berlin) PREISER 90243, 3CD (Szenen daraus auf ETERNA 821028/29, 2LP) © Eterna

Meistersinger von Nürnberg“, (Bayreuth 1943) u. Furtwängler, L. als Stolzing
GRAMMOPHONO 2000 AB 78602-5, 4CD (EMI 181-0197-801, 5LP)

Nibelungen-Ring“ Mailänder Scala 1950 unter Furtwängler, L. als Siegfried
FONIT CETRA K00Y 201-14, 14CD (Music&Arts 914, 12CD)

Die Walküre” 1954 (Bayreuth), unter Keilberth, Lorenz als Siegmund
MELODRAM 547, 4 LP, oder 36102, 3CD

In der EMI/Electrola-Serie “Die goldene Stimme“ singt Max Lorenz Arien von Bizet, Weingartner, Verdi, Wagner und 2×10 Min. Interview ELECTROLA E 83394

“Die goldene Stimme“ ELECTROLA E 83394 © Electrola

“Die goldene Stimme“ ELECTROLA E 83394 © Electrola

Auf dem DDR-Label Eterna (820252) gab es ein Wagner-Recital mit Arien aus Rienzi, Tannhäuser  und Die Walküre (Dirigenten Arthur Rother + J. Schüler

 Wagner-Recital mit Arien aus Rienzi, Tannhäuser und Die Walküre (Dirigenten Arthur Rother + J. Schüler © Eterna

Wagner-Recital mit Arien aus Rienzi, Tannhäuser und Die Walküre (Dirigenten Arthur Rother + J. Schüler © Eterna

Aktuell im Handel ist die Dokumentation “Auf den Spuren von Max Lorenz“ Wagners Meistersänger – Hitlers Siegfried, TV Dokumentation von 2008 sowie eine CD “Keiner wie er, Max Lorenz live (PREISER PR91167)

In der Doppel- CD “In Memoriam Christel Goltz 1912-2008“ singen Max Lorenz, und Christel Goltz das Liebesduett “O sink hernieder, Nacht der Liebe“ aus Tristan und Isolde (PREISER 93455, 2CD)

Es ist zu hoffen, dass im Laufe der Zeit noch viele Aufnahmen dieses außerordentlichen deutschen Heldentenors mit der unverwechselbaren Stimme wieder veröffentlicht werden.

IOCO / UGK / August 2015

Lübeck, Theater Lübeck, PREMIERE Der große Gatsby, 20.09.2014

September 15, 2014 by  
Filed under Premieren, Pressemeldung, Theater Lübeck

Theater_luebeck.jpg

Theater Lübeck

Theater Lübeck  © Olaf Malzahn

Theater Lübeck © Olaf Malzahn

Der große Gatsby nach F. Scott Fitzgerald

Mit einer opulenten, verspielt poetischen Hommage an die Kraft der Erinnerung, einer Hommage an die »Roaring Twenties«, einer Hommage an die Liebe stellt sich Marco Storman im Großen Haus vor. Das Schauspiel Der große Gatsby nach dem Roman von F. Scott Fitzgerald, in einer Bearbeitung von Marco Storman und Tobias Schuster, feiert am Samstag, den 20. September, um 19.30 Uhr im Großen Haus Premiere. Seit Jahren dem Schauspiel Lübeck eng verbunden, hatte er zuletzt mit »Lotte in Weimar (Werther revisited)« aus Thomas Manns Roman einen berührenden Abend über die Melancholie eines ungelebten Augenblicks kondensiert. Gemeinsam mit dem Theatermusiker Thomas Seher, der mit einer ungewöhnlich instrumentierten Live-Band eine moderne Interpretation der Klangwelt des »Jazz-Age« entwickelt, nimmt er sich nun jenem Stück Weltliteratur an, das als eine der schönsten Manifestationen des Amerikanischen Traums wie auch gleichzeitig als eine seiner beißendsten Verurteilungen gilt. Fitzgerald war entschieden: »Mein Roman ist ungefähr der beste amerikanische Roman, der je geschrieben wurde«. Diese selbstbewusst-hybride Ankündigung fügte er seinem Verleger bei, als er 1925 das Manuskript Der große Gatsby einreichte – ein Satz, der in seiner Verstiegenheit ins Herz jener Glitzerwelt vorstößt, die Fitzgerald gleichermaßen beißend satirisch und voll künstlich schillernder Grandezza portraitierte.

Theater Lübeck / Marco Storman  © Theater Lübeck

Theater Lübeck / Marco Storman © Theater Lübeck

In einer pompösen Villa direkt am Hudson in der Nähe von New York lebt der melancholische Dandy Jay Gatsby und feiert. Wer er ist, weiß niemand, um seine Herkunft ranken sich die widersprüchlichsten Gerüchte. Er wird zur Projektionsfläche und sein opakes Schillern macht ihn zum Faszinosum. Hundertschaften umlagern sein riesiges Anwesen, wenn er seine glamourösen Partys ausrichtet – doch seltsamerweise erscheint er selbst nie auf den Festen. Erst als der junge Börsenmakler Nick Carraway einen kärglichen Bungalow direkt neben dem Herrenhaus von Gatsby bezieht, beginnt eine Reise in die Vergangenheit des geheimnisvollen Millionärs. Das Bindeglied zwischen den so verschiedenen Männern scheint Nicks schöne Cousine Daisy zu sein. Jene Daisy, die zwischenzeitlich mit dem raubeinigen Ex-Footballspieler Tom Buchanan verheiratet ist, wird immer mehr zur Personifikation der Sehnsucht von Gatsby, eines Mannes, der mit Geld alles kaufen kann, nur nicht echtes Gefühl.

Eine zutiefst romantische Liebesgeschichte bringt ihn schließlich zu Fall und am Ende erscheint Gatsby, der Undurchsichtige, der verstiegene Spieler, der sich nicht in die Karten blicken lässt, als der Einzige, der zu wirklich aufrichtigem Gefühl im Stande ist. Marco Storman entführt in eine poetische Glitzerwelt zwischen Schein und Sein, eine Welt, in der die verwegenste Behauptung letztlich der Wahrhaftigkeit am nächsten kommt.

I. M. Storman, B. D. Steinmann, K. A. Epstein, M. T. Seher

Mit M. Meyer-Dunker, I. N. Stein; J. Byl, T. Schreyer, S. Simon, V. Türpe

Musiker Christoph Buse, Matthias Grabisch, Edgar Herzog, Thomas Seher

Premiere Sa, 20/09, 19.30 Uhr,  Weitere Vorstellungen Mi, 24/09, 19.30 Uhr; So, 05/10, 18.00 Uhr; Sa, 18/10, 19.30 Uhr; So, 26/10, 16.00 Uhr; So, 30/11, 18.00 Uhr; Do, 11/12, 19.30 Uhr, u.a.

Theater Lübeck – Alle Karten Hier :
Karten Kaufen

Pressemeldung Theater Lübeck

Nächste Seite »