Frankfurt, Oper Frankfurt, Premiere IL TROVATORE, 10.09.2017

August 11, 2017 by  
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Oper Frankfurt

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Premiere IL TROVATORE
Sonntag, 10. September 2017, um 18.00 Uhr im Opernhaus

Oper in vier Teilen von Giuseppe Verdi
Text von Salvadore Cammarano
nach dem Drama El trovador (1836) von Antonio García Gutiérrez
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Musikalische Leitung: Jader Bignamini
Regie: David Bösch
Bühnenbild: Patrick Bannwart
Kostüme: Meentje Nielsen
Licht: Olaf Winter
Chor: Tilman Michael

Oper Frankfurt / Il Trovatore © Royal Opera House Covent Garden London / Clive Barda

Oper Frankfurt / Il Trovatore © Royal Opera House Covent Garden London / Clive Barda

Dramaturgische Betreuung: Deborah Einspieler
Conte di Luna: Brian Mulligan / Tassis Christoyannis (Dezember 2017, Januar 2018)
Leonora: Elza van den Heever / Leah Crocetto (Dezember 2017, Januar 2018)
Azucena: Tanja Ariane Baumgartner / Ewa P?onka (3., 7. Oktober 2017)
Manrico: Piero Pretti / Alfred Kim (Dezember 2017, Januar 2018)
Ferrando: Kihwan Sim / Daniel Miroslaw (Dezember 2017, Januar 2018)
Ines: Alison King / Elizabeth Sutphen (Dezember 2017, Januar 2018)
Ruiz: Theo Lebow
Ein Zigeuner: Thesele Kemane / Youngchul Lim
Ein Bote: Roberto Cassani
Chor und Statisterie der Oper Frankfurt
Frankfurter Opern- und Museumsorchester

Koproduktion mit dem Royal Opera House Covent Garden London
Mit freundlicher Unterstützung des Frankfurter Patronatsvereins – Sektion Oper

Mit Il trovatore, dem zwischen Rigoletto (1851) und La traviata (1853) entstandenen Mittelteil seiner vielbeschworenen Operntrias, deren Helden allesamt als Außenseiter der Gesellschaft gezeichnet sind, festigte Giuseppe Verdi (1813-1901) nach den von eher durchschnittlichem Erfolg geprägten, sogenannten „Galeerenjahren“ seinen Ruf als wichtigster Opernkomponist Italiens. Die Uraufführung am 19. Januar 1853 im römischen Apollo-Theater wurde vom Publikum frenetisch bejubelt und sicherte dem mit großartigem Melodienreichtum versehenen Werk bis heute einen festen Platz auf den Bühnen der Welt. Die letzte Produktion an der Oper Frankfurt stammt aus dem Jahre 2000 (Musikalische Leitung: Paolo Carignani; Regie: Antonio Calenda). Die aktuelle Neuinszenierung in Koproduktion mit dem Londoner Covent Garden kam dort bereits am 2. Juli 2016 heraus.

Oper Frankfurt / Il Trovatore © Royal Opera House Covent Garden London / Clive Barda

Oper Frankfurt / Il Trovatore © Royal Opera House Covent Garden London / Clive Barda

Aus Rache für die vom alten Grafen Luna angeordnete Hinrichtung ihrer Mutter auf dem Scheiterhaufen stieß die Zigeunerin Azucena versehentlich ihr eigenes Kind statt den Grafensohn ins Feuer, zog jedoch den fremden Jungen unter dem Namen Manrico groß. Jahre später verliebt sich Manrico in Leonora, auf die auch der zweite Sohn des Grafen Luna ein Auge geworfen hat. Nur Azucena weiß, dass es sich bei den beiden Kontrahenten um Brüder handelt, und so geraten alle Beteiligten in einen tödlichen Strudel, an dessen Ende sich der Racheschwur der Zigeunerin auf das Fürchterlichste erfüllt.
Die musikalische Leitung liegt bei dem italienischen Dirigenten Jader Bignamini, der an der Oper Frankfurt 2015/16 mit einer konzertanten Aufführung von Verdis Oberto debütierte. Regisseur David Bösch gastiert regelmäßig in Frankfurt, zuletzt 2015/16 mit Wagners Der fliegende Holländer. Enrico Caruso wird das Bonmot zugesprochen, dass es ganz einfach sei, Verdis Trovatore zu besetzen: man benötige nur die vier besten Sänger der Welt. Ob dies in Frankfurt gelingen wird, sei dem Publikum überlassen. Der amerikanische Bariton Brian Mulligan (Luna) war hier zuletzt 2016/17 als Golaud in Debussys Pelléas et Mélisande zu Gast. Elza van den Heever (Leonora) stammt aus Südafrika. Seit ihrem Ausscheiden aus dem Ensemble 2014 gastiert sie regelmäßig im Haus am Willy-Brandt-Platz, zu dessen Publikumslieblingen sie gehört. Dazu zählt auch Tanja Ariane Baumgartner (Azucena), Ensemblemitglied seit 2009/10 und hier zuletzt als Cassandre in Berlioz? Les Troyens erfolgreich. Sein Hausdebüt gibt der italienische Tenor Piero Pretti in der Partie des Manrico, die ihn zuvor u.a. nach Amsterdam und Macerata führte. Im Laufe der Aufführungsserie greifen verschiedene Umbesetzungen.

Premiere: Sonntag, 10. September 2017, um 18.00 Uhr im Opernhaus

Weitere Vorstellungen: 14., 17., 23., 30. September, 3. (15.30 Uhr), 7. Oktober, 15., 23., 25. (18.00 Uhr),
31. Dezember 2017, 6., 10., 13. Januar 2018

Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.30 Uhr
Preise: € 15 bis 165 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)

Pressemeldung Oper Frankfurt

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Bregenz, Festspiele 2017, Carmen – Im Bann von Karten und Symbolen, IOCO Kritik, 01.08.2017

August 1, 2017 by  
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Bregenzer Festspiele

Bregenzer Festspiele / Carmen © Bregenzer Festspiele / Karl Forster

Bregenzer Festspiele / Carmen © Bregenzer Festspiele / Karl Forster

Bregenz: Im Bann von Karten und Symbolen

Carmen von George Bizet

Von Daniela Zimmermann

Der prüfende Blick zum Himmel gehört dazu. Ausgerechnet an diesem Tag musste das Wetter nach all der vorangegangenen Hitze umschlagen; graue Wolken und Kühle. Aber wir, all die 7000 Zuschauer auf der ausverkauften Festspieltribüne am See, hatten Glück. Es blieb bei Wolken, es regnete nicht, das Event nahm seinen Lauf.

Der aus Dänemark stammende Regisseur Casper Holten bringt seine Carmen Inszenierung  in zwei  Stunden, ohne Pause. Holten und seine englische Bühnenbildnerin Es Devlin sind eingespielt. Das spektakuläres Bühnenbild von Es Devlin dominiert das Geschehen auf die Seebühne: Zwei riesige, 21 Meter hohe Hände links und rechts der Bühne, eine Hand mit glimmender Zigarette. Die Hände sind wirken etwas ungepflegt, der Nagellack blättert leicht ab. Überdimensionierte Spielkarten schweben zwischen den Händen in der Luft, verteilen sich auf dem Boden, bewegen sich beständig zur Komposition passend. Diesen Karten haucht Luke Halls mit faszinierenden, in Ausdruck und Farben beständig wechselnden Videoprojektionen die in Bizets´ Komposition gegebene Symbolik ein. Diese Karten, sich drehend, als beständig changierende Projektionsfläche wie als Lauffläche dienend und letztlich auch teilweise  im Bodensee versinkend, werden zum zentralen wie auffälligen  Element der  Carmen – Inszenierung der Bregenzer Festspiele 2017.

Bregenzer Festspiele / Carmen - Carmen, Solisten und Ensemble © Bregenzer Festspiele / Karl Forster

Bregenzer Festspiele / Carmen – Carmen, Solisten und Ensemble © Bregenzer Festspiele / Karl Forster

Die Videoprojektionen Luke Halls beschreiben das Schicksal der  Protagonisten auf der Bühne: Die Herzdame leuchtet für die kartengläubige Zigeunerin und Schmugglerin  Carmen auf, der Karo Bube für Don José, das schwarze Pik As für Escamillo. Rote aufgedeckte Karten unterstreichen die quirlige Atmosphäre in der Schmugglerkneipe. Bei den Schmugglern verfließt das Schwarz der Karten in letztendlich trübe werdende Andalusische Postkarten. Gelegentlich werden auch Carmen  oder Micaela singend in Großaufnahme auf eine der Karte projiziert. Auf der optisch ohnehin so ansprechenden Seebühne Bregenz mag man Augenschmaus, mitreißende Optik: Die vielfältigen Videoprojektionen auf übergroße Spielkarten sind das höchst gelungenes Medium dieser Inszenierung.

Auch leidet die Seebühne nicht unter den räumlichen Beschränkungen eines Opernhauses, es können zusätzliche Register gezogen werden: Der Bodensee, das Element Wasser, wird in die Inszenierung einbezogen. Spielkarten versinken letztlich auch im Wasser, Escamillo entsteigt einem Boot, Carmen – auf der Flucht – springt ins Wasser und schwimmt von dannen, Schmugglerware wird leise per Boot verfrachtet, wunderbar choreographierte Ballettszenen in knöcheltiefem Wasser werden bei eindrucksvoller Beleuchtung (Bruno Poet) und pinkfarbenen Karten getanzt.

Bregenzer Festspiele / Carmen © Bregenzer Festspiele / Karl Forster

Bregenzer Festspiele / Carmen © Bregenzer Festspiele / Karl Forster

Carmen ist eine selbstbewusste, starke Frau, freiheitsliebend und im jetzt lebend. Für konventionelles Leben nicht geschaffen. Deshalb war die Uraufführung 1875, wo konventionelles Gedankengut noch vorherrschend war, nicht gerade der große Erfolg. Heute garantiert Carmen, eine der weltweit am häufigsten aufgeführten Opern, hohes Zuschauerinteresse. Der Inhalt handelt, wie bei so vielen Opern, von leidenschaftlicher Liebe und Tod bringende Eifersucht: Carmen verliebt sich in Sergeant Don José, der, ihr verfallen, seine Karriere opfert, in seinen Untergang steuert. Die Don José liebende liebende Micaela kann dessen Herz nicht mehr erreichen, während Carmen, ihre Freiheit lebend, sich in den Torero Escamillo verliebt. Der emotional überforderte und verzweifelte Don José tötet die spottende Carmen. In diesen Bregenzer Festspielen ertränkt er Carmen im Bodensee.

Alle Carmen Rollen der Bregenzer Festspiele sind bis zu dreifach besetzt. Zur von IOCO besuchten Vorstellung füllte die ukrainische Sängerin Lena Belkina in ihrem  Debut die große Partie der Carmen mit warm vollen Mezzo mühelos aus. Ebenso stark stellt Melissa Petit die Partie der Micaela, dem einfachen Mädchen vom Dorf, dar. Ihre Partie singt sie mit wunderbar lyrischem Timbre, klar, innig, sanft. Hinreißend ihr Gebet aus 20 Metern luftiger Höhe, auf der Spitze des Spielkarten-Schmugglergebirges.  Gegen diese starken Sängerfrauen Carmen und Micaela behauptet sich Martin Muchle  in seiner zwiespältigen Partie des Don José, rechtschaffend als Sergeant – unberechenbar als der Carmen verfallener, nur schwer. Der Escamillio-erfahrene Litauer Kostas Smoriginas gibt der zentralen Partie mit stattlicher Erscheinung und breitem, rundem Bassbariton den tragenden zentralen Charakter. Auch die weiteren Partien des Abends waren hervorragend besetzt.

Bregenzer Festspiele / Carmen - Carmen und die Arbeiterinnen © Bregenzer Festspiele / Karl Forster

Bregenzer Festspiele / Carmen – Carmen und die Arbeiterinnen © Bregenzer Festspiele / Karl Forster

Die Wiener Symphoniker unter Paolo Carignani spielen mit hoher musikalischer Transparenz und Präzision; Ebenso der Prager Festspielchor und der Bregenzer Festspielchor und der Kinderchor der  Mittelschule Bregenz–Stadt runden das Klangvergnügen am Bodensee ab.

Carmen auf der einmaligen Seebühne Bregenz mit weitem Blick über den Bodensee ist ein großes Event, dominiert von einem spektakulären wie technisch facettenreichem Bühnenbild, packenden Video-Projektionen und faszinierenden Ballettszenen. Wenn auch die riesig dominante Bühnenbildoptik mit ihren technisch ausgeklügelten Facetten  den emotionalen Zugang des Besuchers zum sensiblen Charakter der Handlung wie zur Komposition ein wenig zu behindern scheint: Der Beifall der 7.000 Besucher auf der Seebühne Bregenz war eindeutig. Große Begeisterung für dies Carmen – Event!

Bregenzer Festspiele / Carmen - Bodensee und Carmen Bühnenbild bei Tag und ohne Projektionen © IOCO / Zimmermann

Bregenzer Festspiele / Carmen – Bodensee und Carmen Bühnenbild bei Tag und ohne Projektionen © IOCO / Zimmermann

Bregenzer Festspiele – Carmen von George Bizet wird auf der Seebühne Bregenz  bis zum 20. August 2017 aufgeführt.

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München, Bayerische Staatsoper, Macbeth – Giuseppe Verdi – Anna Netrebko, 18.12.2016

Dezember 9, 2016 by  
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Staatsoper München / Macbeth- Anna Netrebko © Wilfried Hösl

Staatsoper München / Macbeth- Anna Netrebko © Wilfried Hösl

Bayerische Staatsoper München

Macbeth – Giuseppe Verdi

Anna Netrebko kehrt nach Eugen Onegin (Festspiele 2015) als Verdis Lady Macbeth in Martin Kušejs Inszenierung an die Bayerische Staatsoper zurück. Franco Vassallo übernimmt die Rolle des Macbeth und Paolo Carignani dirigiert das Bayerische Staatsorchester.

Sonntag, 18. Dezember 2016 – 18.00 Uhr – 21.10 Uhr Nationaltheater,   Dauer ca. 3 Stunden 10 Minuten · 1 Pause zwischen 1. + 2. Akt und 3. Akt (ca. 19.35 – 20.00 Uhr)

In den schönsten Tönen offenbaren uns Macbeth und seine Lady ihre leidenschaftlichen und unheimlichen Gefühle. Doch hinter dieser Schönheit liegt ein Abgrund, den Verdi mit einem der grausamsten Dramen der Weltliteratur enthüllt. Um zur Macht zu gelangen und um sie, da sie einmal erreicht ist, zu bewahren, begehen Macbeth und seine Lady einen Mord nach dem anderen. Die Unbedingtheit ihres Verlangens verleiht ihrer Liebe eine Radikalität, die bis dahin in der Oper undenkbar war. „Das Sujet der Oper ist weder politisch noch religiös: Es ist phantastisch“, schrieb Verdi und rückte Shakespeares Vorlage damit einer „romantischen“ Lesart näher. Und tatsächlich lassen sich Hexen, Geister und Erscheinungen, lässt sich das Unheimliche, das den Gesang und die szenischen Vorgänge, mithin die ganze Welt dieser Oper beherrscht, als äußeres Bild für die inneren Zustände seiner Protagonisten verstehen.

Besetzung
Musikalische Leitung : Paolo Carignani, Regie : Martin Kušej, Bühne : Martin Zehetgruber
Kostüme : Werner Fritz, Licht : Reinhard Traub, Chor : Sören Eckhoff
Dramaturgie : Sebastian Huber, Dramaturgie : Olaf A. Schmitt

Macbeth : Franco Vassallo, Banco : Ildebrando D’Arcangelo
Lady Macbeth : Anna Netrebko, Dama di Lady Macbeth : Selene Zanetti
Macduff : Yusif Eyvazov, Malcolm : Dean Power, Arzt Kristof Klorek
Diener Sean : Michael Plumb, Mörder : Sean Michael Plumb
Erscheinung 1 : Milan Siljanov, Erscheinung 2 : Anna El-Khashem
Erscheinung 3 : Tölzer Knabenchor.  PMBStoM

 

Hamburg, Staatsoper Hamburg, Spielplan 2016/17: Zauberflöte, Frau ohne Schatten, Anna Karenina, IOCO Aktuell, 10.09.2016

September 9, 2016 by  
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Staatsoper Hamburg

Kurztext : „Die Hamburgische Staatsoper ist mit 1670 Plätzen nach der Bayerischen Staatsoper in München und der Deutschen Oper in Berlin drittgrößtes Musiktheater Deutschlands. Vor über 300 Jahren, am 2. Januar 1678, wurde es  als Opern-Theatrum und erstes öffentliches Opernhaus in Deutschland gegründet.“

Hamburgische Staatsoper © Kurt Michael Westermann

Hamburgische Staatsoper © Kurt Michael Westermann

Spielplan 2016/17 der Staatsoper Hamburg

Die Hamburgische Staatsoper ist mit 1670 Plätzen nach der Bayerischen Staatsoper in München und der Deutschen Oper in Berlin bedeutend wie drittgrößtes Musiktheater Deutschlands. Vor über 300 Jahren, am 2. Januar 1678, wurde es  als Opern-Theatrum und erstes öffentliches Opernhaus in Deutschland gegründet.

Hamburg / Staatsoper-Management Neumeier, Nagano, Delnon © IOCO

Hamburg / Staatsoper-Management Neumeier, Nagano, Delnon © IOCO

Die gesamte Auslastung der Staatsoper Hamburg betrug in der Spielzeit 2014/15 84%. Das HAMBURG BALLETT und John Neumeier bestätigte dabei seinen Weltstandard mit 92% Auslastung. Auffällig die bescheidene Auslastung des Musiktheaters von 79%.  Etwa 370.000 Zuschauer besuchten die bedeutendste Kulturinstitution Norddeutschlands. Der Weltruf der Staatsoper Hamburg ist weiterhin  maßgeblich  durch das HAMBURG BALLETT von John Neumeier  getrieben.

Georges Delnon, Intendant, und Kent Nagano, Generalmusikdirektor, neu im Amt als Nachfolger von Simone Young, und John Neumeier, langjähriger Intendant des HAMBURG BALLETT formulierten in ihrer Jahrespressekonferenz im April 2016 nur künstlerische Inhalte zum Spielplan 2016/17. Das neue Management Delnon / Nagano machte trotz wiederholter Rückfragen zum operativen Status der laufenden Saison 2015/16 der Staatsoper, zu Budget, Auslastung oder ihren Zielen keine Aussagen.

 Hamburg / Binnenalster © IOCO

Hamburg / Binnenalster © IOCO

Die Staatsoper Hamburg eröffnet am 23. September 2016 die Saison mit Mozarts Zauberflöte. „Eines der größten Rätselwerke unserer Kultur“ (Peter von Matt) zieht sich gleichsam durch die  Spielzeit: mit einer Neuinszenierung auf der Großen Bühne, einer Version eigens für Kinder und  einem flankierenden Stadt- und Schulprojekt. „In Zeiten von Umbruch, von Wertediskussion und  fundamentalen gesellschaftlichen Veränderungen stellt die Staatsoper Hamburg mit Mozarts  Meisterwerk DIE Oper in den Mittelpunkt, die sich exemplarisch mit der Würde des Menschen und  der Sinnhaftigkeit des (Zusammen-) Lebens auseinandersetzt.“, so Opernintendant Georges Delnon zur Programmatik der Spielzeit 2016/2017.

Paris / Serge Nijinski © IOCO

Paris / Serge Nijinski © IOCO

Beim  Hamburg Ballett steht die Saison 2016/2017 im Zeichen der Tradition Russlands als großer  europäischer Kulturnation. Ballettintendant und Chefchoreograf John Neumeier zum diesjährigen  Schwerpunkt: „In der aktuellen Saison stehen Ballette inspiriert von Meisterwerken der russischen Literatur besonders im Blickpunkt, beispielsweise durch die Uraufführung von Anna Karenina nach Leo Tolstoi und die Wiederaufnahme von Die Möwe nach Anton Tschechow. Ebenfalls als Wiederaufnahme kehrt mit Nijinsky das Porträt eines polnisch-russischen Tänzers ins Repertoire zurück, der zu den wichtigsten Persönlichkeiten der Ballettgeschichte zählt. Als Premiere präsentieren wir die Hamburger Fassung meiner getanzten Version von Gustav Mahlers Das Lied von der Erde, die ich im Februar 2015 mit dem Ballett der Pariser Oper kreiert habe.“

Die Konzertsaison 2016/2017 steht ganz im Zeichen der Elbphilharmonie-Eröffnung im Januar 2017. Das Philharmonische Staatsorchester und Generalmusikdirektor Kent Nagano präsentieren u.a. im Rahmen der Eröffnungsphase die Uraufführung einer Auftragskomposition von  Jörg Widmann und im weiteren Verlauf mit Mahlers 8. Sinfonie oder Schönbergs Gurre-Liedern zwei programmatische Schwergewichte in Hamburgs neuem Konzerthaus. Daneben bilden internationale  Gastspiele Höhepunkte der kommenden Spielzeit: Einladungen des Ravenna Festivals und der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern folgt eine rund 3-wöchige Südamerika-Tournee mit Stationen in Argentinien, Brasilien, Chile, Kolumbien und Uruguay.

Die Spielzeit 2016/2017 der Staatsoper Hamburg  im Überblick:

 Wien / Wolfgang Amadeus Mozart © IOCO

Wien / Wolfgang Amadeus Mozart © IOCO

Die Zauberflöte wird in der Regie von Jette Steckel und der musikalischen Leitung von Jean-Christophe Spinosi am 23. September 2016 die Spielzeit 2016/2017 eröffnen. Flankierend werden  hierzu in den sieben Stadtteilen Hamburgs mit opernbegeisterten Laien Teile der Zauberflöte einstudiert und diese am frühen Abend am Jungfernstieg zusammengefügt. Um die Eröffnungspremiere möglichst für alle Hamburger zugänglich zu machen, wird sie im Rahmen des Binnenalster Filmfestes und in Zusammenarbeit mit Filmfest Hamburg, dem City Management Hamburg und dem „Verein lebendiger Jungfernstieg“, zeitversetzt auf einer Kino-Leinwand am Jungfernstieg übertragen.

Am 6. November 2016 fügen sich zwei Opern-Einakter zu einem besonderen Opernabend zusammen: Péter Eötvös‘ Oper Senza Sangue gelangt zu ihrer szenischen Uraufführung. Der zweite Teil des Abends ist Béla Bartóks Herzog Blaubarts Burg. Die musikalische Leitung hat Péter Eötvös, Regie führt der russische Regisseur Dmitri Tcherniakov.  Als Übernahme vom Theater Basel wird ab dem 8. Januar 2017 Giuseppe Verdis Otello in der Regie-Handschrift von Calixto Bieito und der musikalischen Leitung von Paolo Carignani an der Staatsoper Hamburg zu sehen sein. Alban Bergs Lulu erfährt durch den Hamburgischen Generalmusikdirektor Kent Nagano und den Schweizer Regisseur Christoph Marthaler eine neue aufregende Lesart. Premiere ist am 12. Februar  2017.  Als weitere Neuproduktion der Staatsoper Hamburg inszeniert Andreas Kriegenburg Richard Strauss’ Frau ohne Schatten unter der musikalischen Leitung von Kent Nagano. Premiere ist am 16. April 2017.

Als Koproduktion der Staatsoper Hamburg, des Philharmonischen Staatsorchesters Hamburg und  der Elbphilharmonie Hamburg wird Gustav Mahlers Achte Sinfonie am 28. April 2017 in der  Elbphilharmonie Premiere haben. Die musikalische Leitung hat Kent Nagano. Für die Visualisierung zeichnet die Künstlerin rosalie.

Alle Neuproduktionen der Großen Bühne und Mahlers Achte in der Elbphilharmonie werden freundlicherweise durch die Stiftung zur Förderung der Hamburgischen Staatsoper unterstützt. Tristan und Isolde, eine legendäre Produktion der Staatsoper Hamburg in der Inszenierung von Ruth Berghaus aus dem Jahr 1988 ist zu einem Gastspiel mit zwei Vorstellungen am 4. und 7. Oktober 2016 an das Teatro Mayor in Bogotá/Kolumbien nach Südamerika eingeladen. Es spielt das Philharmonische Staatsorchester unter der Leitung von Kent Nagano.

Die „opera piccola“ der Staatsoper Hamburg mit dem Titel Erzittre, feiger Bösewicht! bietet ein Vermittlungsprojekt der besonderen Art. Diese Oper für Kinder ab 7 Jahren nach Motiven der Zauberflöte von Wolfgang Amadeus Mozart in der Bearbeitung von Johannes Harneit wird von Georges Delnon inszeniert und von Kent Nagano musikalisch geleitet. Premiere ist am 20. April 2017 auf der Probebühne 1 und danach wird die Produktion an unterschiedlichen Orten in Hamburg  zur Aufführung kommen. Es singen und spielen die Mitglieder des Internationalen Opernstudios, The Young ClassX Solistensemble, Mitglieder der Orchesterakademie des Philharmonischen Staatsorchesters und des Felix Mendelssohn Jugendsinfonieorchesters.

Die Spielzeit des Hamburg Ballett John Neumeier 2016/2017 im Überblick:

Die Saison 2016/2017 steht beim Hamburg Ballett ganz im Zeichen der großen Tradition Russlands als europäischer Kulturnation. In den Mittelpunkt stellt Ballettintendant und Chefchoreograf John Neumeier Ballette inspiriert von Meisterwerken der russischen Literatur. Zur Uraufführung kommt am 2. Juli 2017 mit Anna Karenina die tänzerische Sicht John Neumeiers auf den weltberühmten Roman des russischen Schriftstellers Leo Tolstoi. Mit Musik von Peter I. Tschaikowsky und Alfred Schnittke erweckt John Neumeier die rund 800 geschriebenen Seiten zum Leben für sein neues Ballett, das in Zusammenarbeit mit dem Ballett des Bolschoi Theaters und dem National Ballet of Canada produziert wird.

Wien / Gustav Mahler © IOCO

Wien / Gustav Mahler © IOCO

Am 24. September 2016 steht beim gemeinsamen Eröffnungswochenende mit der Staatsoper Hamburg die Wiederaufnahme von John Neumeiers im Jahr 2000 uraufgeführtem Ballett Nijinsky auf dem Programm. Das Porträt des legendären polnisch-russischen Tänzers und Choreografen war zuletzt 2013 in Hamburg zu erleben. Mit der zweiten Wiederaufnahme der Spielzeit, Die Möwe, wird am 26. Februar 2017 der Saison-Schwerpunkt zu choreografischen Interpretationen von russischer Literatur fortgesetzt. John Neumeiers 2002 uraufgeführtes Ballett frei nach Anton Tschechow wurde zuletzt 2009 in Hamburg aufgeführt und befragt die Balance zwischen Leben und Kunst. Als Premiere der Spielzeit präsentiert John Neumeier am 4. Dezember 2016 mit Das Lied von der Erde die Hamburger Fassung seiner getanzten Version von Gustav Mahlers Komposition, die er im Februar 2015 mit dem Ballett der Pariser Oper kreiert hat. Vielleicht seine letzte Schöpfung zu  einem sinfonischen Werk des großen österreichischen Komponisten, ist Das Lied von der Erde für John Neumeier „die ergreifendste und erhabenste ‚Sinfonie‘ von Gustav Mahler“. Es singt der Tenor Klaus Florian Vogt.  Die Uraufführung von John Neumeiers Anna Karenina eröffnet zugleich die 43. Hamburger Ballett-Tage, die am 16. Juli 2017 mit der international besetzten Nijinsky-Gala XLIII ihren Abschluss finden. Während des zweiwöchigen Festivals sind mit Die Möwe, Nijinsky und Tatjana drei weitere Ballette des Russland-Schwerpunkts der Saison erneut zu erleben, genauso wie Die kleine Meerjungfrau zur Musik der russisch-amerikanischen Komponistin Lera Auerbach. Außerdem stehen John Neumeiers jüngste Kreationen Das Lied von der Erde, Turangalîla, Duse und Peer Gynt auf dem Programm sowie zwei Vorstellungen einer renommierten  Gastcompagnie (11./12. Juli 2017).

Viermal in der Spielzeit finden die beliebten Ballett-Werkstätten statt. In diesen Matinee- Vorstellungen erläutert John Neumeier die tanzhistorischen Hintergründe zu seinen Balletten und  gibt Einblicke in deren Entstehungsprozesse. Die Ballettschule des Hamburg Ballett präsentiert vom 27. Februar bis zum 5. März 2017 erneut die eigenen Choreografien der Absolventen der Abschlussklassen bei der  Werkstatt der Kreativität VIII im Ernst Deutsch Theater. Im Frühjahr werden auch die Jungen Choreografen des Hamburg Ballett wieder mit eigenen Arbeiten in der opera stabile zu erleben sein. Die Spielzeit 2016/2017 führt das Hamburg Ballett darüber hinaus auf  Tourneen ins In- und  Ausland – mit insgesamt vier verschiedenen Balletten, einer Ballett-Werkstatt und einem Gala-Programm. Im Oktober reist die Compagnie für ihre alljährliche Herbstresidenz ins Festspielhaus  Baden-Baden, im Februar 2017 ins Opernhaus von Florenz und im März und April dann auf eine große USA-Tournee mit Stationen im Joyce Theater in New York und im Kennedy Center in Washington.

4.  Die Konzertsaison des Philharmonischen Staatsorchesters 2016/2017 im Überblick:

Zu den Höhepunkten der 189. Philharmonischen Konzertsaison zählen drei großbesetzte oratorische Werke unter der Leitung von Kent Nagano in der Elbphilharmonie: am 13. Januar 2017 steht die Uraufführung der Auftragskomposition von Jörg Widmann im Rahmen der Eröffnungsphase der Elbphilharmonie  auf dem Programm. Der Kompositionsauftrag an Jörg Widmann wird gefördert durch die Zeit-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius. Ende April/Anfang Mai 2017 folgt als Kooperation mit der Staatsoper Hamburg und der Elbphilharmonie Hamburg die spektakuläre Achte Sinfonie von Gustav Mahler, visualisiert von der Künstlerin rosalie. Im Juni 2017 dirigiert Hamburgs Generalmusikdirektor mit Arnold Schönbergs Gurre-Liedern ein weiteres hochkarätiges und äußerst selten zu erlebendes Oratorium.  Außer in Hamburg ist das Philharmonische Staatsorchester mit Kent Nagano auch bei internationalen Gastspielen im Sommer und Herbst 2016 zu erleben: Einladungen des Ravenna Festivals und der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern folgt eine rund 3-wöchige Südamerika-Tournee mit Stationen in Argentinien, Brasilien, Chile, Kolumbien und Uruguay.

Vielversprechende Programme und Künstler hält auch die übrige Hamburger Konzertsaison bereit: Gast-Solisten wie Gautier Capuçon, Gidon Kremer, Heinz Holliger, Mirijam Contzen oder Augustin Hadelich präsentieren Werke von Mendelssohn Bartholdy über Elliott Carter bis hin zu Sofia Gubaidulina. Gast-Dirigenten wie Thomas Zehetmair, Reinhard Goebel, Sir Neville Marriner, Manfred Honeck oder Gustavo Gimeno dirigieren Klassiker etwa von Beethoven, Brahms oder Tschaikowsky. Die 2015 von Kent Nagano initiierte Philharmonische Akademie steht auch 2016 vor dem offiziellen Beginn der Spielzeit auf dem Programm: Neben der Violinistin Veronika Eberle ist die Audi Jugendchorakademie eingeladen um mit den Philharmonikern kammermusikalisches Ensemblespiel zu praktizieren. Die interdisziplinäre Reihe „Musik und Wissenschaft“ in Kooperation mit der Max-Planck-Gesellschaft ist im Februar 2017 geplant, mit Veranstaltungen in der Elbphilharmonie und dem Spiegelsaal des Museum für Kunst und Gewerbe.

Im Rahmen der Kammermusikreihe der Philharmoniker gibt es Konzerte sowohl im kleinen Saal der Laeiszhalle als auch im kleinen Saal der Elbphilharmonie, u.a. ein Sonderkammerkonzert mit dem ehemaligen Philharmoniker-Hornisten und jetzigem Heldentenor Klaus Florian Vogt. Darüber hinaus präsentieren die Musikerinnen und Musiker des Philharmonischen Staatsorchesters Musik von barocken Meistern, über Streichtrio- und Streichquartett-Literatur bis hin zu einem reinen Blechbläser-Programm.

Das Education-Programm des Philharmonischen Staatsorchesters „jung“ wird um eine neue Reihe für Kinder und Jugendlicheerweitert: mit „Tonangeber“ präsentieren Philharmoniker kurze kammermusikalische Werke und entschlüsseln zusammen mit den Hörern im Alter von 9 bis 13 Jahren musikalische Begriffe und Extreme in der Musik. PMHHStO/IOCO

 

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