Hagen, Premiere Rosenkavalier: Leserbrief von B. Kramer, IOCO Aktuell, 12.06.2016

Juni 15, 2016 by  
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Theater Hagen bei Nacht © Stefan Kuehle

Theater Hagen bei Nacht © Stefan Kuehle

Der Rosenkavalier  im Theater Hagen

Hier:  Leserbrief von Bernhard  Kramer, Hagen

Wohl dem, der das Glück hatte, am Sonnabend bei der Premiere von R. Strauss‘ Oper Der Rosenkavalier zugegen sein zu können.  Erlebte er doch eine Sternstunde unseres Theaters. Wen soll man mehr loben? Sänger – Darsteller, Orchester und Dirigent oder die Inszenierung?

Gregor Horres gelang es auch ohne Alkoven-Schlafzimmer, Faninal-Palais oder das gottverfluchte Extrazimmer mittels zweier beweglicher Riesenwände immer das nötige Ambiente zu erstellen.

Im Mittelpunkt standen aber die Ausführenden, allen voran die stimmlich und darstellerisch souveräne Feldmarschallin Veronika Haller, die ihrem jungen Liebhaber Octavian (Kristine Larissa Funkhauser mit herrlichem Mezzo und komödiantischer Spielfreude an ihrer potenzierten Hosenrolle) freigibt, damit dieser seine Sophie (Maria Klier mit ebenso schöner Stimme wie Hochzeitskleid) neben der silbernen Rose nun auch sein Herz schenken kann.

Unvergesslich, wie im Terzett des dritten Aktes die drei Frauenstimmen eins wurden und wie im Schlussduett bis zum heiklen Schlusston die Intonation makellos rein blieb.

Besonderes Lob verdient auch das Philharmonische Orchester Hagen, das unter Florian Ludwig die schwierige Partitur nicht nur mit Bravour meisterte sondern ihr eine mozartische Leichtigkeit gab, die dieser Komödie für Musik gut anstand und sie klingen lies, als sei dies alles ganz einfach. Schön, dass das ganze Orchester am Schluss auf der Bühne erschien um den Beifall entgegen zu nehmen.

Es passte einfach alles, selbst die bei Strauss gar nicht vorhandenen Personen wie der Feldmarschall sowie Göttin und Gott Amor fügten sich harmonisch in das Konzept ein. Für den Ochs fand Rainer Zaun mit mächtigem Bass die rechte Balance zwischen dummdreisten Geld- und Schürzenjäger und Edelmann. Nur hätte man ihn ohrfeigen können, als er die zweite Strophe des Sängers Arie (mit strahlendem Tenor Kejia Xiong) zerdonnerte.

Der Rosenkavalier und das Theater Hagen sind gleichaltrig, beider Geburtsjahr ist 1911. Die Hagener Aufführung zeigte das die Oper auch nach 105 Jahren nichts von ihrer Attraktivität verloren hat. Und unser Theater erbrachte mit dieser – der verstorbenen Dramaturgin Dorothee Hannappel gewidmeten Produktion- den Beweis, dass es einen Vergleich auch mit größeren Bühnen nicht zu scheuen braucht. Das soll uns erst mal einer nachspielen.       Leserbrief von Bernhard Kramer, Hagen,  10.06.2016

Hagen, Theater Hagen, Premiere: Der Rosenkavalier von Richard Strauss, 04.06.2016

Mai 17, 2016 by  
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Theater Hagen

Theater Hagen bei Nacht © Stefan Kuehle

Theater Hagen bei Nacht © Stefan Kuehle

Der Rosenkavalier   von  Richard Strauss
Libretto von Hugo von Hofmannsthal

Premiere: 4. Juni 2016, 18.00 Uhr, Theater Hagen, Weitere Termine: 12.6. (15 Uhr),  19.6. (15 Uhr), 1.7. (18 Uhr), 8.7. (18 Uhr) 2016

Mit Der Rosenkavalier, 1911 in Dresden uraufgeführt, steht eines der großen Werke des Musiktheaters auf dem Programm des Hagener Theaters.

Für die Inszenierung zeichnet Gregor Horres verantwortlich, der am Theater Hagen zuletzt bei Fidelio Regie führte. Das Bühnenbild gestaltet der Ausstatter des Hagener Theaters Jan Bammes, die Kostüme kreiert Yvonne Forster, die in dieser Spielzeit in Hagen das Kostümbild zu Die Zauberflöte und in der letzten Spielzeit zu Madama Butterfly geschaffen hat. Die musikalische Einstudierung und Leitung übernimmt der Generalmusikdirektor Florian Ludwig.

Der Regisseur geht den einzelnen Figuren und der Frage, wie sie Liebe erfahren, genießen und wieder verlieren sehr genau nach – ein persönlicher Zugriff auf die Bilder, die sich die Männer von den Frauen (und umgekehrt) machen.

Das spielfreudige und spielfähige Hagener Ensemble stellt sich der großen Herausforderung, diese anspruchsvolle Oper – als letzte Musiktheaterpremiere dieser Spielzeit im Großen Haus – auf die Bühne zu bringen.

Besetzung:  Musikalische Leitung   Florian Ludwig, Inszenierung  Gregor Horres, Bühne    Jan Bammes, Kostüme   Yvonne Forster, Licht     Achim Köster, Choreinstudierung  Wolfgang Müller-Salow,  Choreographie    Alfonso Palencia

Feldmarschallin Fürstin Werdenberg:     Veronika Haller
Baron Ochs auf Lerchenau:                   Rainer Zaun
Octavian:                                                  Kristine Larissa Funkhauser
Herr von Faninal:                                     Kenneth Mattice
Sophie, seine Tochter:                            Maria Klier
Jungfer Marianne Leitmetzerin:              Sophia Leimbach
Valzacchi, ein Intrigant:                             Richard van Gemert
Annina, seine Begleiterin:                      Marilyn Bennett
Ein Polizeikommissar:                                          Keno Brandt
Haushofmeister bei der Feldmarschallin:             Bernd Stahlschmidt Drescher
Haushofmeister bei Faninal:                                Kejia Xiong
Ein Notar:                                                             Keno Brandt
Wirt:                                                                      Kejia Xiong
Sänger:                                                                Kejia Xiong
Modistin:                                                               Kisun Kim / Andrea Kleinmann
Tierhändler:                                                           Matthew Overmeyer
Hausknecht:                                                          Peter Neuhaus

Chor, Kinder- und Jugendchor, Statisterie des Theater Hagen
Philharmonisches Orchester Hagen

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Pressemeldung Theater Hagen

Stuttgart, Staatsoper Stuttgart, Zum letzten Mal: DER ROSENKAVALIER von Richard Strauss, 28.03.2016

März 16, 2016 by  
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Oper Stuttgart

Stuttgart Opernhaus © A.T. Schaefer

Stuttgart Opernhaus © A.T. Schaefer

DER ROSENKAVALIER  von Richard Strauss

Letzte Vorstellung 28. März 2016

Feldmarschallin Fürstin Werdenberg pflegt eine Beziehung zu dem um viele Jahre jüngeren Mann Octavian. Als ihr Vetter Baron Ochs auf Lerchenau diesen als Brautwerber ins Haus des neureichen Herrn von Faninal sendet, verliebt sich Octavian selbst in die zur Braut bestimmte Sophie. Der einzig auf den finanziellen Vorteil der Heirat erpichte Baron wird überlistet, die Marschallin leistet Verzicht.

Richard Strauss‘ und Hugo von Hofmannsthals 1911 uraufgeführte »Komödie für Musik« erzählt von Sehnsüchten, Traumwelten, Abschied und der Konfrontation des »Ich« mit der Angst vor dem eigenen Verfall. Zwischen Fin de siècle, Barock und Rokoko, Walzerseligkeit und menschlichem Abgrund eröffnet sich ein Panoptikum der Moderne.

Musikalische Leitung: Georg Fritzsch, Regie: Stefan Herheim, Bühne: Rebecca Ringst, Kostüme: Gesine Völlm, Licht: Olaf Freese, Chor und Kinderchor: Johannes Knecht, Dramaturgie: Xavier Zuber

BESETZUNG: Feldmarschallin: Simone Schneider, Baron Ochs auf Lerchenau: Friedemann Röhlig, Octavian: Paula Murrihy, Herr von Faninal: Michael Ebbecke, Sophie: Lenneke Ruiten, Jungfer Marianne Leitmetzerin: Rebecca von Lipinski, Valzacchi: Torsten Hofmann, Annina: Hilke Andersen, Polizeikommissar / Notar: Mark Munkittrick, Haushofmeister der Marschallin / Haushofmeister bei Faninal / Ein Wirt: Heinz Göhrig, Sänger: Gergely Németi, Pan (Page / Leopold / Flötist / Arzt / Kellner): Thomas Schweiberer, Modistin: Ulla Seeber, Tierhändler: Alois Riedel, Mit: Staatsopernchor Stuttgart, Kinderchor der Oper Stuttgart, Staatsorchester Stuttgart

Pressemeldung Oper Stuttgart

Kassel, Staatstheater Kassel, Premiere: DER ROSENKAVALIER, 12.10.2014

Oktober 2, 2014 by  
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Staatstheater Kassel © N. Klinger

Staatstheater Kassel © N. Klinger

Staatstheater Kassel

Premiere: DER ROSENKAVALIER von Richard Strauss

Musikalische Leitung: Patrik Ringborg, Inszenierung: Lorenzo Fioroni, Bühne: Paul Zoller, Kostüme: Sabine Blickenstorfer, Dramaturgie: Jürgen Otten

Mit Celine Byrne als Gast (Die Feldmarschallin, Fürstin Werdenberg), Friedemann Röhlig als Gast (Baron Ochs auf Lerchenau), Maren Engelhardt (Octavian), Marian Pop (Herr von Faninal), Lin Lin Fan (Sophie), Jaclyn Bermudez (Jungfer Marianne Leitmetzerin, die Duenna), Bassem Alkhouri (Valzacchi, ein Intrigant), Belinda Williams (Annina) u.v.a.m.

Neuer Premierentermin: Sonntag, 12. Oktober 17 Uhr, weitere Vorstellungen: 19.10., 26.10., 9.11.2014, jeweils 17 Uhr.

Bis heute zählt Der Rosenkavalier zu den meistgespielten Werken des Musiktheaters überhaupt. Und das mit gutem Grund: Richard Strauss hat zu Hugo von Hofmannsthals heiter-ironischen, zuweilen zynischen Versen eine Musik komponiert, die so süß wie Schlagobers ist – wäre nicht darunter eine Schicht, die eher an zartbittere Schokolade erinnert. Anders gesagt: Nichts ist so harmlos, wie es scheint.

„Die Zeit, die ist ein sonderbar Ding. Wenn man so hinlebt, ist sie rein gar nichts. Aber dann auf einmal, da spürt man nichts als sie. Sie ist um uns herum, sie ist auch in uns drinnen. In den Gesichtern rieselt sie, im Spiegel da rieselt sie, in meinen Schläfen fließt sie. Und zwischen mir und dir da fließt sie wieder, lautlos, wie eine Sanduhr.

So nachdenklich wie dieser Monolog der Feldmarschallin Fürstin Werdenberg, so umschattet von Melancholie ist die gesamte Oper, diese in der Mozart-Zeit angesiedelte „Komödie für Musik“, deren Thema Zeit und Vergänglichkeit sind.

Im Zentrum steht die Feldmarschallin, die keine andere Aufgabe hat als zu repräsentieren und sich mit umso größerer Hingabe ihrem jugendlichen Geliebten Octavian widmet – auch wenn sie weiß, dass das Verhältnis nicht von Dauer sein kann.

Als ihr Vetter Baron Ochs einen Rosenkavalier für seine bevorstehende Verlobung sucht, schlägt die Feldmarschallin als Überbringer der dafür vorgesehenen silbernen Rose Octavian vor. Schon bei der ersten Begegnung verlieben sich Octavian und die junge Braut Sophie ineinander. Vom ungehobelten, anzüglichen Benehmen des Baron Ochs, der ihr vom Vater als Bräutigam ausgewählt wurde, ist Sophie hingegen so entsetzt, dass sie sich weigert, in die Hochzeit einzuwilligen.

Um das Mädchen vor dem Zorn ihres Vaters und der unglücklichen Verbindung zu bewahren, ist Octavian nicht nur bereit, sich zu duellieren – es wird eine Intrige in Gang gesetzt, die den aufgeblasenen Baron Ochs als Provinz-Casanova ersten Ranges entlarvt und ihn so gehörig blamiert, dass er seine Heiratspläne aufgeben muss.

Das ist voller Komik, und doch, wenn am Ende die jungen Liebenden Sophie und Octavian einander gefunden haben, und Sophie singt: „Ist ein Traum, kann nicht wirklich sein, dass wir zwei beieinander sein, beieinand’ für alle Zeit und Ewigkeit!“, scheint ihr fallengelassenes Taschentuch doch schon wieder auf die Vergänglichkeit zu verweisen …

Am Sonntag, 12. Oktober, hat Der Rosenkavalier unter der musikalischen Leitung von Patrik Ringborg und in einer Inszenierung von Lorenzo Fioroni am Staatstheater Kassel Premiere. Die Premiere musste von Samstag auf Sonntag verschoben werden, weil verzögerte Wartungsarbeiten auf der Opernbühne die Probenzeit für die Produktion verkürzt hatten. Die musikalische Leitung hat GMD Patrik Ringborg, der in Kassel zuletzt „Die Frau ohne Schatten“ musikalisch geleitet hat.

Regie führt Lorenzo Fioroni, der damit bereits zum neunten Mal am Staatstheater Kassel arbeitet und insbesondere durch seine aufsehenerregenden Wagner-Inszenierungen das Musiktheater in Kassel in den vergangenen Jahren stark mitgeprägt hat. Mitwirkende sind u.a. die Ensemblemitglieder Lin Lin Fan als Sophie, Maren Engelhardt als Octavian und Marian Pop als Faninal sowie als Gäste die aus Irland stammende Sopranistin Celine Byrne als Marschallin und Friedemann Röhlig als Ochs.

Pressemeldung Staatstheater Kassel

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