Frankfurt, Oper Frankfurt, LIEDERABEND mit PIOTR BECZALA, 14.03.2017

März 8, 2017 by  
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Oper Frankfurt

Oper Frankfurt / Piotr Beczala © Johannes Ifkovits

Oper Frankfurt / Piotr Beczala © Johannes Ifkovits

  PIOTR BECZALA LIEDERABEND
Dienstag, dem 14. März 2017, um 20.00 Uhr im Opernhaus.

Wer Piotr Beczala live erleben will, muss in der Regel nach Salzburg, London oder gar New York aufbrechen, wo der Sänger an der Seite von „Bühnen-Liebhaberinnen“ wie Anna Netrebko, Diana Damrau oder Renée Fleming stetig für Begeisterungsstürme sorgt. Auf städtischen Kinoleinwänden sowie am eigenen Bildschirm lassen sich jedoch einige der musikalisch wie darstellerisch ausdrucksstarken und selbstsicheren Interpretationen des Tenors mitverfolgen, ohne einen vergleichbar weiten Weg anzutreten – etwa seine Auftritte an der Met als Chevalier des Grieux (Manon von Jules Massenet) unter Fabio Luisi oder als Herzog von Mantua (Rigoletto), für dessen Darstellung er 2014 den ECHO Klassik als „Sänger des Jahres“ erhielt. Der Exklusivkünstler des Labels Deutsche Grammophon ergänzte seine überaus vielseitige Diskografie, die u.a. mit einer Grammy-Nominierung und mit Opernraritäten wie Karol Szymanowskis Król Roger, Jacques Offenbachs Die Rheinnixen oder Johann Strauß’ Operette Simplicius aufwartet, in jüngerer Zeit mit den Alben Heart’s Delight – The Songs of Richard Tauber und The French Collection. Nach rund einem Jahrzehnt, das seit Piotr Beczalas berauschender Werther-Darstellung an unserem Haus ins Land gezogen ist, dürfen sich die Frankfurter nun auf die Rückkehr eines Stars im „Liederabend-Format“ freuen, mit der sich Weltreisen einmal mehr erübrigen.

Anlässlich seines Frankfurter Liederabends präsentiert Piotr Beczala, begleitet von keinem Geringeren als Helmut Deutsch am Klavier, Robert Schumanns Dichterliebe op. 48 und Antonin Dvráks Zigeunerlieder op. 55 sowie Lieder von Mieczyslaw Karlowicz und Sergei W. Rachmaninow.


Weitere Liederabende in dieser Saison:
Anna Caterina Antonacci, Sopran 09. Mai 2017, Camilla Nylund, Sopran 06. Juni 2017
Dagmar Manzel, Gesang 27.

Pressemeldung Oper Frankfurt

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Berlin, Komische Oper Berlin, Premiere – La Vie en rose – Edith Piaf, IOCO Kritik, 13.12.2015

Januar 29, 2016 by  
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Komische Oper Berlin

Musicalabend um Édith Piaf:   La Vie en rose

Komische Oper Berlin / La Vie en rose - Katharine Mehring © Magdalena Lepka

Komische Oper Berlin / La Vie en rose – Katharine Mehring © Magdalena Lepka

  Édith Piaf  – Der Spatz von Paris

Hundert Jahre wäre sie geworden – die legendäre, 1,47 Meter kleine, französische Chanson-Sängerin Édith Piaf (1915 – 1963). Fast auf den Tag genau, präsentierte die Komische Oper Berlin am 13. Dezember die Premiere des Chansonabends zu Ehren der großen Künstlerin. (Am 19. Dezember 2015, genau an Piafs Geburtstag, konnte man den Konzertabend ein zweites Mal erleben.)

Die aus ärmlichen Verhältnissen stammende Édith, begann ihre sängerische Laufbahn auf den Pariser Straßen, wurde aber dann von dem Kabarettbesitzer Louis Leplée entdeckt und als Chanteuse in sein Kabarett geholt. Der große künstlerische Durchbruch gelang ihr gegen Ende der dreißiger Jahre, dem Schallplattenaufnahmen und Auftritte in ganz Europa folgten. Das Leben von Édith Piaf, das gekennzeichnet war von Elend, Traurigkeit und vielen Schicksalsschlägen, großen Leidenschaften, aber auch von Drogen- und Alkohol Exzessen, hat sich immer in den Liedern dieser großartigen Künstlerin widergespiegelt. Sie lebte und liebte mit vollem Einsatz und ließ all das Erlebte in ihre Lieder immer einfließen. 1961 starb sie nach langer Krankheit, ist aber mit ihren Chansons und Balladen unvergesslich geblieben.

Komische Oper Berlin / La Vie en rose - Katharine Mehring © Jim Rakete

Komische Oper Berlin / La Vie en rose – Katharine Mehring © Jim Rakete

Mittelpunkt dieses besonderen Konzertabends – natürlich neben der Piaf – die erfolgreiche Schauspielerin und Sängerin Katherine Mehrling, dem Publikum der Komischen Oper bestens aus ihrer bejubelten Interpretation der Daisy Darlington in der Abraham Operette Ball im Savoy bekannt, oder aus ihrer letzten Verkörperung der Eliza in dem Musical My Fair Lady. Nach ihrem Studium in Schauspiel und Musical in London und New York, folgten zahlreiche Engagements in Deutschland und der Schweiz mit Hauptrollen in verschiedenen bekannten Musicals, wie Evita, Funny Girl oder Kiss me Kate. Seitdem ist die Wahlberlinerin auch immer wieder auf Berliner Theaterbühnen zu erleben. Bereits zwei Soloprogramme hat sie dem französischen Chanson gewidmet – ein von ihr sehr geliebtes Genre neben dem Jazz.

Begleitet vom vielseitigen Orchester der Komischen Oper, unter der musikalischen Leitung des baskischen Akkordeonisten Enrique Ugarte, interpretierte sie einfühlsam und mit perfekter französischer Aussprache Piafs Welterfolge, angefangen von L’Accordeoniste über Milord und Padam bis hin zu Non, je ne regrette rien oder dem wohl bekanntesten La vie en rose, zu dem sie selbst den Text schrieb. Katherine Mehrlings Interpretation der Lieder ist, als große Bewunderin der Piaf zu der sie sich bekennt, zwar an den Ausdruck der Chanson-Legende angelehnt, hat jedoch durch ihre eigene unverkennbare, rauchige Stimme, und im Zusammenspiel mit den neuen und teilweise überraschenden Arrangements von Enrique Ugarte, einen eigenen, persönlichen Stil. Mit viel Charme führte sie das Publikum durch die wunderbaren Melodien und Texte. Nur gelegentlich merkte man ihr ihre  Ehrfurcht vor der großen Piaf an, die sie etwas zu bescheiden, ja sogar fast etwas eingeschüchtert wirken lies.

Nicht desto trotz begeisterte sie das Publikum und wurde mit herzlichem Applaus belohnt. Ein ganz besonderer Genuss war auch das hervorragende, ausdruckstarke und beseelte Akkordeon Spiel von Enrique Ugarte.  Ein gelungener musikalischer Abend in Erinnerung an die  Künstlerin mit großer Seele, Édith Piaf.

IOCO / G.G. / 13.12.2015

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Berlin, Komische Oper Berlin, Premiere – My fair Lady, IOCO Kritik, 28.11.2015

Dezember 4, 2015 by  
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Komische Oper Berlin

Großartige Darsteller für „My fair Lady“ Premiere. 28.11.2015

Komische Oper Berlin / My Fair Lady Foto @copy Iko Freese | www.drama-berlin.de

Komische Oper Berlin / My fair Lady – Foto : © Iko Freese | www.drama-berlin.de

Erstmals am letzten November-Samstag, an der Komischen Oper Berlin präsentiert, das weltberühmte Musical „My fair Lady“, in der Regie von Andreas Homoki, ehemaliger Intendant der Komischen Oper und aktuell Intendant des Opernhauses Zürich.

Komische Oper Berlin / My fair Lady - Foto : © Iko Freese | www.drama-berlin.de

Komische Oper Berlin / My fair Lady – Foto : © Iko Freese | www.drama-berlin.de

My fair Lady“, dass zu den weltweit beliebtesten Musicals gehört, basiert auf dem erfolgreichen Schauspiel „Pygmalion“ des irischen Autors George Bernard Shaw, dass wiederum auf dem von Ovid geschilderten Mythos des gleichnamigen Künstlers beruht. Während in der mythologischen Erzählung der Bildhauer, enttäuscht von den Frauen, sich seine eigene, ideale Frau in Stein meißelt und sie dann zum Leben erweckt wird, geht es in der Komödie des Literaturnobelpreisträgers Shaw, der eine Karikatur der damaligen Londoner Gesellschaft zeichnen wollte,  etwas anders zu. Hier ist es kein Künstler, sondern der Sprachwissenschaftler und Phonetik Spezialist, Professor Higgins, der anstatt der Frauenstatue ein vulgäres Blumenmädchen mit der feinen Sprache, sittlichen Manieren und einer eleganten Garderobe ausstatten und zur Dame machen will.

Da sich Shaw Zeit seines Lebens einer musikalischen Vertonung wiedersetzt hatte, konnte erst nach seinem Tod, als die Rechte dafür vergeben wurden, das Werk zu einem Musical bearbeitet und schließlich mit der Musik von Frederick Loewe und den Liedtexten von Alan Jay Lerner uraufgeführt werden.

Die erfolgreiche Premiere dieses Musicals, dass im Gegensatz zu Shaws Stück mit einer Art „Happy End“ durch die letztendlich entstandene Liebe zwischen dem Professor und der Blumenverkäuferin Eliza ausgestattet wurde, fand am 18. April 1956 in New York im Mark Hellinger Theatre, mit Julie Andrews und Rex Harrison in den Hauptrollen statt. Seitdem wurde „My fair Lady“ immer wieder weltweit in die Repertoires sämtlicher Theater- und Opernhäuser aufgenommen.

In einer deutschen Fassung wurde das Musical erstmals 1961 im Berliner Theater des Westens aufgeführt, indem der spezifische Londoner Dialekt „Cockney“ ins „Berlinerische“ übersetzt worden war. 1964 kam dann auch die berühmte Verfilmung (mit Audrey Hepburn in der Hauptrolle), die dem Musical noch zusätzlichen Ruhm verschaffte.

So ist auch diese Neuproduktion der Komischen Oper Berlin mit großem Beifall vom Publikum honoriert worden. Die solide Inszenierung von Homoki glänzt zwar nicht durch Originalität oder besonderen Einfallsreichtum, verschafft aber mit bester Personenregie den Darstellern zu ihrer großartigen Leistung. Allen voran der Berliner Schauspieler Max Hopp als Professor Henry Higgings. Dem Publikum der Komischen Oper bestens aus vorangegangene, erfolgreichen Produktionen bekannt, zeichnet er mit viel Witz, aber auch viel Sensibilität, den eingefleischten Junggesellen und lässt ihn trotz seiner frauenverächtlichen Züge rührend liebenswert erscheinen. Applaus für die Glanzleistung!

Auch Katharine Mehrling begeistert mit ihrer charaktervollen und spritzigen Interpretation der Eliza Doolittle. Ihre jazzige Stimme passt zwar mehr zu der frechen und vorlauten Göre als zu der verträumten und zerbrechlichen Eliza nach ihrer „Verwandlung“, jedoch bekommt die Figur vielleicht gerade dadurch mehr Glaubwürdigkeit. Sehr schön das Evergreen „Ich hätt getanzt heut Nacht“.

Ausgezeichnet Jens Larsen als Elizas Vater, Alfred P. Doolittle. Mit großer Bravur und mit bereits mehrfach in anderen Rollen bewiesenem, schauspielerischem Talent, verkörperte der Bassist die sympathische Figur.

Überzeugend auch alle anderen Darsteller: Die Schauspielerin Susanne Häusler als Mrs Higgins, die langjährigen Ensemblemitglieder Christoph Späth und Christine Oertel als Oberst Pickering und Mrs. Pearce und ganz besonders beeindruckend Johannes Dunzals (Mitglied des Opernstudios) als  Freddy – sowohl szenisch wie vor allem gesanglich. Mit seinem strahlenden Tenor und voller Inbrunst sang er seinen Song und sorgte für einen der Highlights des Abends. Auch die Chorsolisten waren klangvoll und spielfreudig wie immer.

Das Orchester spielte unter der sicheren musikalischen Leitung der estnischen Dirigentin Kristiina Poska, seit 2012/2013 erste Kapellmeisterin an der Komischen Oper. Hier und da hätte man sich vielleicht nur etwas mehr Schwung gewünscht.

Das recht wenig spannende, aber für die Umstände gut gelöste Bühnenbild, bestehend aus einigen überdimensionalen, immer wieder anders angeordneten Grammophonen und einem stilvollen, auf einer Rundschiene laufenden Vorhang, wurde von Frank Philipp Schlösmann geschaffen. Kostüme von Metchield Seipel.

Unter den Premierengästen zahlreiche Prominente, u. A. der ehemalige regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit.

Insgesamt ein sehr gelungener Theaterabend und eine empfehlenswerte Produktion, vor allem den bestens zusammengestellten und hervorragenden Darstellern und ihrer Glanzleistung zu verdanken.

IOCO / G.G./ 28.11.2015

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Max Lorenz, IOCO Portrait, August 2015

März 6, 2015 by  
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IOCO erinnert an den Heldentenor Max Lorenz

Max Lorens - Bild : amazon / Partnerprogramm

Max Lorens – Bild : amazon / Partnerprogramm

Vor 40 Jahren starb Max Lorenz, einer unserer ganz großen Heldentenöre, in Salzburg. Der gebürtige Düsseldorfer (10.05.1901) hieß eigentlich Sülzenfuß. Die Eltern hatten eine Metzgerei und es wäre dem Vater wohl sehr recht gewesen, wenn sein Filius den elterlichen Betrieb mal übernommen hätte. Doch der entschied sich, von der Mutter gefördert, für eine künstlerische Karriere.

Lassen wir ihn selber zu Worte kommen. In dem Buch “Das musikalische Selbstporträt“ (Nannen-Verlag) sagte er den Autoren Josef Müller-Marein und Hannes Reinhardt: “Ich wollte Sänger werden, um jeden Preis der Welt. Über fünf Jahre bin ich dreimal die Woche nach Köln gefahren. Meine Mutter gab mir heimlich das Geld dazu“.

Nach den fünf Jahren Studium bei Kammersänger Pauli, wollte Lorenz, wie er sich inzwischen nannte, wissen, wie es um seine Stimme bestellt war. Er fuhr heimlich nach Wiesbaden, um dort dem Operndirektor vorzusingen. Der meinte, er wäre noch nicht so weit, um ein Engagement anzutreten und empfahl ihm als Lehrer Professor Grenzebach in Berlin.

Wieder half im die Mutter das Studium zu finanzieren. In Berlin lernte er im privaten Kreis Erich Kleiber kennen, der ihm vorschlug, mal in der Staatsoper vorzusingen. Dort wurde ihm geraten, den Lehrer zu wechseln. Doch Lorenz blieb bei Grenzebach. Bei einem Wettsingen, von einer Zeitung veranstaltet, bekam er den 1. Preis. Dies war der Auslöser für sein erstes Engagement an der Dresdner Oper, das war 1927. Seine Antrittsrolle war der Walter von der Vogelweide in WagnersTannhäuser“.  Unter der Leitung von Richard Strauss sang er den Menelas in dessen Oper “Die Ägyptische Helena“. Seine erste große Partie war der Radames in VerdisAida“.

Max Lorenz/ Keiner wie er - Bild : amazon / Partnerprogramm

Max Lorenz/ Keiner wie er – Bild : amazon / Partnerprogramm

In einer der “Aida“- Vorstellungen war der Dirigent Arthur Bodansky von der New Yorker Metropolitan Opera anwesend. Er verpflichtete Lorenz an die  MET. Seine Antrittsrolle dort war der Stolzing in den “Meistersingern“ 1931. In Amerika heiratete der homosexuelle Lorenz die jüdische Sängerin Lotte Appel 1897-1964).

1933 kam auch die erste Verpflichtung zu den Bayreuther Festspielen als Siegfried, Stolzing und Parsifal. Lorenz sagte im “Musikalischen Selbstporträt“: “Die zehn Jahre,  die ich dort in der Festspielzeit sang,  und dann noch mal zwei Spielzeiten als “Einspringer“, waren wohl die schönste Zeit meines Lebens“.

Frieda Leider, die große Wagner-Heroine damals, schrieb in ihren Erinnerungen “Das war mein Teil“ (Henschel-Verlag): “Nachdem Lauritz Melchior seine Zusage für Bayreuth 1933 zurücknahm, trat an seine Stelle der junge viel versprechende Tenor Max Lorenz, der alle Voraussetzungen für einen idealen Wagner-Sängerdarsteller besaß“.

Friedrich Herzfeld urteilte in seinem Buch “Magie der Stimme“ (Ullstein-Verlag) über Max Lorenz: “Alles an ihm war strahlende Kraft: seine Gestalt, sein Antlitz und seine leuchtende Stimme, die noch die gefährlichen Spitzentöne des Walter von Stolzing mit betörendem Adel bewältigte“.

Eine rege Gastspieltätigkeit in der alten und neuen Welt war nach den Berliner Jahren angesagt. 1932 sang er bei den Münchner Festwochen unter Knappertsbusch. 1938 verkörperte er an der Mailänder Scala Siegmund und beide Siegfriede in WagnersRing“ unter Clemens Krauss.

1934 und 1937 sah man ihn als Gast an der Londoner Royal Opera Covent Garden. Beim Maggio Musicale Fiorentino 1941 war er als Tristan zu erleben. Diesen sang er auch 1948 dreimal am Teatro Grattacielo in Genua, an der Seite von Maria Callas als Isolde.

Vor dem Krieg schon wurde Max Lorenz an die Wiener Staatsoper verpflichtet. Der erste Auftritt war 1929 der Menelas in R. StraussDie Ägyptische Helena“.

Von 1929-1933, 1936-1944 und wieder ab 1953 war Lorenz Mitglied der Wiener Staatsoper. Seine erste Rolle dort nach dem Krieg war der Florestan im Oktober 1945. Er sang ihn dort 50 Mal. 54 Mal konnte man ihn dort als Othello von Verdi erleben. In etwas über 300 Vorstellungen war Max Lorenz in 20 verschiedenen Partien an der Wiener Staatsoper zu bewundern. Sein letzter Bühnenauftritt war als Herodes in “Salome“ von Richard Strauss am 15. Oktober 1962, neben Paul Schöffler und Christel Goltz.

Bei den Salzburger Festspielen sah man ihn unter anderem in der Welturaufführung von “Der Prozess“ von Gottfried von Einem 1953.

Alex Natan schrieb darüber in seinem Buch “Primo Uomo“ (Basilius-Presse): „Vielleicht war die Rolle des Josef K. in “Der Prozess“, die auf dem Roman Kafkas basiert, Lorenz`s Beweis größter Reife. Ohne jede Wagnersche Geste der Großartigkeit sang er die erschütternde Verfassung der gehetzten menschlichen Kreatur in all ihrer Armseligkeit und Problematik. Damit hatte Lorenz seine große Wandlungsfähigkeit bewiesen.“

1954 wirkte er mit in “Penelopevon Liebermann (mit Christel Goltz).  Des Weiteren in “Irische Legende“ von Werner Egk (mit Inge Borkh) 1955 und zuletzt in Wagner-Regenys Oper “Das Bergwerk von Falun“ 1961.

Eine interessante Verpflichtung hatte Lorenz 1957 an der Wiener Volksoper angenommen. Marcel Prawy, der Wegbereiter des amerikanischen Musicals in Europa, erzählt in seinen Erinnerungen “Marcel Prawy erzählt aus seinem Leben“ (K&S, Wien):

“Es gelang mir, allerdings nicht ganz leicht, den schönsten und größten Heldentenor der Zeit, Max Lorenz, für die Rolle des Buffalo Bill in Irving Berlins Musical “Annie get your Gun“ zu gewinnen“.

 

Grabstelle Max Lorenz auf dem Wiener Zentralfriedhof © Eduard Jarosch

Grabstelle Max Lorenz auf dem Wiener Zentralfriedhof © Eduard Jarosch

Sein immenses Wissen um Stimme und Gestaltung gab er weiter als Lehrer in Wien, München und am Mozarteum in Salzburg 1962 – 1974. Zu seinen Schülern gehörten unter anderen Jean Cox und James King. 1972 war er Jury-Präsident des “Internationalen Gesangswettbewerbs“ in Wien.

Max Lorenz starb am 11. Januar 1975 in Salzburg. Am 21. Januar 1975 war die Trauerfeier in der Wiener Staatsoper und die anschließende Beisetzung auf dem Zentralfriedhof, in einem Ehrengrab neben seiner 1964 verstorbenen Frau Lotte.

Das akustische Erbe von Max Lorenz ist immens. Doch die meisten Tondokumente kann man nur noch antiquarisch bekommen.

Hier eine kleine Auswahl dieser Aufnahmen:

Ariadne auf Naxos“ von 1944 (Wien) unter Böhm, Lorenz als Bacchus
PREISER 90217 2CD

Elektra“ von 1957 (Salzburg) unter Mitropoulos, Lorenz als Ägysth
NUOVA ERA 2241/42 2CD

Salome“ von 1951 (München) unter Keilberth, Lorenz als Herodes
ORFEO 342932 2CD (als LP, MELODRAM 106)

Liebermann “Penelope“ von 1954 (Salzburg) unter Szell, Lorenz als Podesta
ORFEO C328931B 1CD

Einem “Der Prozess“ UA von 1953 (Salzburg) unter Böhm, Lorenz als Josef K.
ORFEO 392952 2CD

Verdi “Aida“ von 1952 (Hessischer Rundf.) unter Schröder, Lorenz als Radames
MYTO 962.146, 2CD

Rienzi“ von 1941 (Berlin) unter Schüler/Heger, Lorenz als Cola Rienzi
PREISER 90223, 1CD (ACANTA DE 23.035, 2LP)

Tristan und Isolde“ von 1943 (Berlin) unter Heger, Lorenz als Tristan
PREISER 90243, 3CD (Szenen daraus auf ETERNA 821028/29, 2LP)

“Tristan und Isolde“ von 1943 (Berlin) PREISER 90243, 3CD (Szenen daraus auf ETERNA 821028/29, 2LP) © Eterna

“Tristan und Isolde“ von 1943 (Berlin) PREISER 90243, 3CD (Szenen daraus auf ETERNA 821028/29, 2LP) © Eterna

Meistersinger von Nürnberg“, (Bayreuth 1943) u. Furtwängler, L. als Stolzing
GRAMMOPHONO 2000 AB 78602-5, 4CD (EMI 181-0197-801, 5LP)

Nibelungen-Ring“ Mailänder Scala 1950 unter Furtwängler, L. als Siegfried
FONIT CETRA K00Y 201-14, 14CD (Music&Arts 914, 12CD)

Die Walküre” 1954 (Bayreuth), unter Keilberth, Lorenz als Siegmund
MELODRAM 547, 4 LP, oder 36102, 3CD

In der EMI/Electrola-Serie “Die goldene Stimme“ singt Max Lorenz Arien von Bizet, Weingartner, Verdi, Wagner und 2×10 Min. Interview ELECTROLA E 83394

“Die goldene Stimme“ ELECTROLA E 83394 © Electrola

“Die goldene Stimme“ ELECTROLA E 83394 © Electrola

Auf dem DDR-Label Eterna (820252) gab es ein Wagner-Recital mit Arien aus Rienzi, Tannhäuser  und Die Walküre (Dirigenten Arthur Rother + J. Schüler

 Wagner-Recital mit Arien aus Rienzi, Tannhäuser und Die Walküre (Dirigenten Arthur Rother + J. Schüler © Eterna

Wagner-Recital mit Arien aus Rienzi, Tannhäuser und Die Walküre (Dirigenten Arthur Rother + J. Schüler © Eterna

Aktuell im Handel ist die Dokumentation “Auf den Spuren von Max Lorenz“ Wagners Meistersänger – Hitlers Siegfried, TV Dokumentation von 2008 sowie eine CD “Keiner wie er, Max Lorenz live (PREISER PR91167)

In der Doppel- CD “In Memoriam Christel Goltz 1912-2008“ singen Max Lorenz, und Christel Goltz das Liebesduett “O sink hernieder, Nacht der Liebe“ aus Tristan und Isolde (PREISER 93455, 2CD)

Es ist zu hoffen, dass im Laufe der Zeit noch viele Aufnahmen dieses außerordentlichen deutschen Heldentenors mit der unverwechselbaren Stimme wieder veröffentlicht werden.

IOCO / UGK / August 2015

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