Berlin, Berliner Ensemble, Oliver Reese folgt Claus Peymann, IOCO Aktuell, 05.12.2017

Dezember 5, 2017 by  
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Berliner Ensemble / (Theater am Schiffbauer Damm) © Moritz Haase

Berliner Ensemble / (Theater am Schiffbauer Damm) © Moritz Haase

Berliner Ensemble

BERLINER ENSEMBLE – Großes Theater – Neue Intendanz

Max Reinhardt, E.J. Aufricht, Rudolf Platte, Bertolt Brecht,  Helene Weigel

 Von Anna Moll

Berliner Ensemble / Intendant Oliver Reese © Jonas Holthaus

Berliner Ensemble / Intendant Oliver Reese © Jonas Holthaus

Ich liebe dieses Theater! Oliver Reese, der neue Intendant des Berliner Ensembles spricht mir aus der Seele, wenn er sagt, dieses Theater sei “unfassbar schön“. Aber es ist nicht nur eines der schönsten Theater, es ist auch eines mit theatergeschichtlich bedeutsamer Tradition und über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt und bewundert! 180.000 Besucher zieht das Berliner Ensemble, meist nur kurz BE bezeichnet, jährlich in seinen Bann.

Die Spielstätte des BERLINER ENSEMBLE, das Theater am Schiffbauerdamm, wurde 1892 in herrlichem Neobarock mit einem Theatersaal für etwa 700 Personen erbaut (Foto) und mit Goethes Iphigenie auf Tauris eröffnet. Die Weber von Gerhard Hauptmann wurden hier uraufgeführt, Stücke von Frank Wedekind und Maurice Maeterlinck standen auf dem Programm sowie andere wichtige Dramen der damaligen zeitgenössischen Theaterliteratur.

Berliner Ensemble / Theater am Schiffbauer Damm - hier der herrliche Zuschauerraum in prächtigem Neobarock © Moritz Haase

Berliner Ensemble / Theater am Schiffbauer Damm – hier der herrliche Zuschauerraum in prächtigem Neobarock © Moritz Haase

Von 1903 bis 1906 war der große Max Reinhardt Direktor des Hauses, der hier  Shakespeares Ein Sommernachtstraum zur Musik von Mendelson-Bartholdy, Hofmannsthals Elektra, Oscar Wildes Salome inszenierte, um nur einige Produktionen zu nennen.  Nach dieser theatergeschichtlich wichtigen Zeit wurde das Haus bis 1925 unter verschiedenen Direktoren zum Operetten- und Unterhaltungstheater. 1926 wird es zur zweiten Spielstätte der Volksbühne. 1928 wird E.J. Aufricht Intendant. Im selben Jahr wird Brecht/Weills  Die Dreigroschenoper in der Regie von Erich Engel uraufgeführt – die Weimarer Republik erlebt ihren größten Theatererfolg!!

Das Theater bleibt weiterhin erfolgreich. Autoren wie Ernst Toller, Ödön von Horvath, Marieluise Fleißer, Jean Cocteau, mit dessen Orpheus Gustav Gründgens seinen Einstand als Regisseur gibt, werden zur Aufführung gebracht. Zum Ensemble gehören in dieser Zeit große Künstler und Künstlerinnen wie Lotte Lenya, Carola Neher, Helene Weigel, Hilde Körber, Ernst Busch, Ernst Deutsch, Peter Lorre, Kurt Gerron, Erich Ponto.

1931 endet Aufrichts Intendanz. Unter wechselnden  Bühnennamen gibt es wieder eher leichtere Unterhaltung, ab 1933 dominieren nationalsozialistische Vorgaben. 1944 wird das Theater geschlossen. Nach dem Krieg übernimmt zunächst Rudolf Platte als Intendant, abgelöst wird er 1946 von Fritz Wisten.

youtube Video des Berliner Ensemble zur Dreigroschenoper

1949 hatte sich um Bertolt Brecht eine Gruppe von Theaterkünstlern formiert, die sich den Namen Berliner Ensemble gibt. Ohne eigenes Haus kommt sie auf Einladung von Thomas Langhoff am Deutschen Theater unter. Als Wisten 1954 mit seiner Kompanie in die wiederaufgebaute Volksbühne zieht, übernimmt das Berliner Ensemble das Theater am Schiffbauerdamm, nachdem Brecht bei Otto Grotewohl erfolgreich gegen Pläne Einspruch erhoben hatte, das Theater dem Ensemble der Kasernierten Volkspolizei zu überlassen. Die Bühne wurde zum BE, zum BERLINER ENSEMBLE mit Helene Weigel als Intendantin und Bertolt Brecht als Künstlerischem Leiter. Der Einfluss des Brecht‘schen epischen Theaters, auch international, sollte man nicht unterschätzen. Lange Jahre war Brechts Truppe das weltweit am meisten bewunderte deutsche Theater und hat  Regisseure wie Giorgio Strehler, Patrice Chereau, Juri Ljubimow, Roger Planchon, Ariane Mnouchkine, Peter Stein u.a.m. inspiriert und beeinflusst.

Mit Brechts Mutter Courage und ihre Kinder geht das BE 1954 zum Theaterfestival der Nationen nach Paris, wo es den ersten Preis für das beste Theaterstück und die beste Inszenierung (Erich Engel) erhält. Ebenfalls 1954 inszeniert Brecht Der kaukasische Kreidekreis. Bei der Premiere gibt es 52 Vorhänge und 4 vor dem eisernen Vorhang! Nach dem Tod von Bertolt Brecht im Jahre 1956 übernimmt Erich Engel die Künstlerische Leitung, Helene Weigel bleibt Intendantin.

Einen weiteren großen Erfolg erobert das BE mit der Inszenierung von Brechts Stück Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui (Regie Peter Palitzsch und Manfred Wekwerth). Mit Ekkehard Schall als Arturo Ui wird das Stück 1974 nach 532  Aufführungen abgesetzt. Eine Neuinszenierung von Die Dreigroschenoper, wieder mit Engel als Regisseur, knüpft an alte Erfolge an. Beeindruckend auch die Leistung von Helene Weigel, die 1961 nach 405 Aufführungen zum letzten Mal die Mutter Courage gibt.

Die CoriolanInszenierung durch Manfred Wekwerth und Joachim Tenschert wird ebenfalls ein großer Erfolg, zu dem Ruth Berghaus mit ihrer Choreographie der Schlachtszenen beiträgt. Sie wirkt ab 1970 als Stellvertreterin Helene Weigels und übernimmt nach deren Tod in 1971 die Intendanz. In den folgenden Jahren holt Ruth Berghaus B.K. Tragelehn und Einar Schleef als Regisseure ans Haus, setzt sich ein für neuere dramatische Literatur der DDR von Autoren wie Peter Hacks und Karl Mickel. Sie inszeniert Zement von Heiner Müller, der 1961 aus dem Schriftstellerverband ausgeschlossen worden war. Sie bekommt Schwierigkeiten wegen ihres experimentellen Ansatzes und wird entmachtet. Manfred Wekwerth folgt als Intendant. Stücke von Volker Braun und weiterhin von Heiner Müller werden erfolgreich aufgeführt. Die Inszenierungen von Goethes Faust Szenen (Urfaust) 1984 und Heiner Müllers Germania Tod in Berlin 1989 bekommen Aufmerksamkeit.

1992 entsteht ein Fünfer-Direktorium: Die Leitungsgruppe Langhoff, Marquardt, Müller, Palitzsch, Zadek zerfällt allerdings bald durch Unstimmigkeiten und Machtkämpfe. Heiner Müller setzt sich durch, wird alleiniger Intendant und prägt eine neue Epoche. Mit seiner letzten Inszenierung (1995) von Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui mit Martin Wuttke in der Hauptrolle entsteht ein bis heute andauernder Theatererfolg. Nach Müllers Tod 1995 folgen bis 1999 Martin Wuttke und nach ihm Stephan Suschke als Intendanten.

1996 wurde die vom Dramatiker Rolf Hochhuth gegründete Ilse-Holzapfel-Stiftung Eigentümerin der Immobilie Theater am Schiffbauerdamm. Vertraglich wurde für Hochhuth ein Rahmen festgelegt, innerhalb dessen er in beschränktem Maße das Theater für mögliche Aufführungen eigener Stücke nutzen darf. Daraus sich ergebende, oft auch öffentlich ausgetragene Streitereien, unter anderem mit Claus Peymann, besitzen in vielen Facetten, bis heute den Charakter einer eigenen Theatergroteske.

Claus Peymann, Intendant so wichtiger Bühnen wie Stuttgart, Bochum und Wien, übernimmt das BE 1999. In den 18 Jahren seiner Intendanz setzt Peymann auf Autoren wie William Shakespeare, Thomas Bernhard, Peter Handke, Bertolt Brecht und pflegt eine enge Zusammenarbeit mit George Tabori. Peymanns eigene Inszenierung von Shakespeares Richard II wird im Jahr 2000 vom französischen Kritikerverband zur besten fremdsprachigen Inszenierung gewählt. Einer der wichtigen Regisseure, die unter Peymann für das BE arbeiten, ist Robert Wilson, dessen Inszenierung von Die Dreigroschenoper großen Eindruck macht, ebenso wie  die von Sonnette von Shakespeare mit Musik von Rufus Wainright oder von Leonce und Lena mit musikalischen Assoziationen von Herbert Grönemeyer.

Im September 2017 endete die BE – Intendanz des inzwischen 80jährigen Claus Peymann. Oliver Reese, Jahrgang 1964, löst ihn ab. Ein Mann einer anderen Generation. Wie bei fast allen Intendantenwechseln gab es auch bei diesem Stabwechsel Reibereien, meist ausgehend von Peymann. Doch schlugen die Wellen der Aggression am BE nicht so hoch wie 2016, bei dem Stabwechsel von Frank Castorf zu Chris Dercon bei der Volksbühne Berlin.

Oliver Reese kehrt mit der Spielzeit 2017/18 sozusagen nach Berlin zurück. Denn bevor er das Schauspiel Frankfurt ab 2009/2010 als Intendant bis zur Spielzeit 2016/17 leitete,  war er als Chefdramaturg bereits sieben Jahre (1994-2001) am Maxim Gorki Theater und danach weitere acht Jahre am Deutschen Theater u.a. als Interimsintendant tätig.  Ihm dürfte sehr bewußt sein, in was für eine ausgeprägte Traditionslinie er sich am BE einreiht. Vom ehemaligen Ensemble übernimmt Reese lediglich zwei Mitglieder. Mitglieder des neuen Ensemble sind u.a.: Constanze Becker, Corinna Kirchhoff, Bettina Hoppe, Annika Meier, Stephanie Reinsperger, Ingo Hülsmann, Niko Holonics, Felix Rech, Andreas Döhler, Tilo Nest, Patrick Güldenberg.

Berliner Ensemble / Eine Frau - Mary Page Marlowe - hier v.l. Ruby Commey, Bineta Hansen, Carina Zichner, Corinna Kirchhoff © Julian Roeder

Berliner Ensemble / Eine Frau – Mary Page Marlowe – hier v.l. Ruby Commey, Bineta Hansen, Carina Zichner, Corinna Kirchhoff © Julian Roeder

Ein Coup dürfte Reese gelungen sein, indem er Frank Castorf, dessen (eher unfreiwilliger) Abschied von der Volksbühne die Gemüter Berlins bewegte, als Regisseur gewinnen konnte. Castorf wird am BE jedes Jahr ein Stück inszenieren. Seine erste Produktion, für Dezember 2017 angesetzt, wird eine Adaption von Les Misérables von Victor Hugo sein. Ein großer Gewinn für Berlin!

Des Weiteren hat Reese Michael Thalheimer als Hausregisseur und Mitglied des Leitungsteams gewonnen, der zwei Inszenierungen pro Spielzeit erarbeiten wird.

Seine erste Saison 2017/18 am BERLINER ENSEMBLE läutete Reese an einem September Wochenende mit gleich drei unmittelbar aufeinander folgenden Premieren ein: Caligula von Albert Camus mit der großartigen Constanze Becker in der Titelrolle (Regie: Antú Romero Nunes); Nichts von mir von Anre Lygre (Regie: Mateja Koležnik); Der Kaukasische Kreidekreis (Regie: Michael Thalheimer).

Das Repertoire wird ergänzt mit 13 weiteren Neuinszenierungen sowie mehreren Übernahmen vom Schauspiel Frankfurt am Main, darunter einige Inszenierungen, bei denen Reese in Frankfurt  selbst Regie geführt hat sowie zwei Inszenierungen von Michael Thalheimer: Kleists Penthesilea und die Medea des Euripides, jeweils mit Constanze Becker in der Titelrolle, die für ihre Medea den Deutschen Theaterpreis erhielt.

Berliner Ensemble / Der Gott des Gemetzels - hier v.l. Corinna Kirchhoff, Doerte Lyssewski, Thilo Nest, Michael Maertens © Matthias Horn

Berliner Ensemble / Der Gott des Gemetzels – hier v.l. Corinna Kirchhoff, Doerte Lyssewski, Thilo Nest, Michael Maertens © Matthias Horn

Die erste Inszenierung des Intendanten Reese selbst am BE, die von ihm erarbeitete Bühnenfassung von Benjamin von Stuckrad-Barres Panikherz, ist für Februar 2018 geplant. Reese übernimmt auch fünf Stücke aus Claus Peymanns Ära:  Der Prinz von Homburg, Peymanns Abschiedsinszenierung am BE – vielleicht zu verstehen als die Andeutung einer Verbeugung gegenüber seinem Vorgänger; Der Gott des Gemetzels von Yasmina Reza in der Regie von Jürgen Gosch; Robert Wilsons Inszenierungen von Die Dreigroschenoper und Becketts Endspiel und den Dauerbrenner, die Heiner Müller Inszenierung von Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui.

youtube Video – Die Räuber 2016 und mehr – Berliner Ensemble

Die Programmgestaltung ist geprägt durch ein deutliches Interesse an zeitgenössischen Themen und Texten ganz in der Tradition von Brecht und Heiner Müller. 12 der 17 Premieren in der ersten Saison stammen von lebenden Autoren, etwa vom amerikanischen Pulitzer Preisträger Tracy Letts, vom britischen Dramatiker Dennis Kelly oder von Rainald Goetz.

Ein weiteres ambitioniertes Projekt des Intendanten Reese ist das neue BE-Autorenprogramm, zu dessen Chef der Schriftsteller und Theaterschreiber Moritz Rinke gemacht wurde. Reese erinnert an die Zeit, als “der deutschsprachige Raum die stärksten Theaterschreiber zu bieten hatte: Heiner Müller, Thomas Bernhard, Botho Strauß, Franz Xaver Kroetz“. Das Projekt hat sich die Förderung von Autoren zum Ziel gesetzt. In einer künftigen Autorenwerkstatt sollen darüber hinaus zeitgenössische Autoren gemeinsam mit Regisseuren neue Stücke erarbeiten, die dann am BERLINER ENSEMBLE auch aufgeführt werden.

Eine von Oliver Reese bereits am Schauspiel Frankfurt installierte Gesprächsreihe wird nun auch an das BE übernommen, mit Michel Friedmann als Gastgeber: Ein Forum für intellektuelle Diskussionen. Die Gesprächsreihe hatte zuerst Joschka Fischer zu Gast, dann Nicole Deitelhoff und nun folgt Robert Menasse.

Jenseits der künstlerischen Pläne gibt es noch wesentliche Pläne, was  Umbauten, Renovierungen und Modernisierungen betrifft. Ab 2018/19 soll es zwei neue Spielstätten geben, sprich: das BERLINER ENSEMBLE hätte dann drei feste Spielstätten: das Große Haus, das Kleine Haus, den Werkraum.

Insgesamt vielfältige und ehrgeizige Absichten und Pläne  für den Beginn einer neuen Epoche. Man darf gespannt sein!

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Wien, Wiener Staatsoper, Premiere: ELEKTRA von Strauss, 29.03.2015

März 27, 2015 by  
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Wiener Staatsoper

Wiener Staatsoper © Starke

Wiener Staatsoper © Starke

Premiere: ELEKTRA

Richard Strauss

Premiere am 29. März 2015, 19:00

Mit Elektra begann die langjährige Zusammenarbeit der einander ebenbürtigen Genies Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal. Der Komponist hatte das gleichnamige Schauspiel des Dichters in einer Inszenierung Max Reinhardts gesehen, und als operntauglich eingestuft. Die Arbeit an dem Stück sollte Strauss jedoch für seine Verhältnisse ungewöhnlich langsam von der Hand gehen: Mehr als zwei Jahre dauerte es, bis die Partiturniederschrift im September 1908 beendet war. Herausgekommen ist ein für die damalige Zeit ungemein modernes Werk mit einer radikal expressiven Musiksprache, die einerseits durchaus noch funktionalharmonische Charakteristika aufweist und andererseits in ihrer Polytonalität beziehungsweise den harten Dissonanzen an die Grenzen der Atonalität heranreicht. Die aktuelle Neuproduktion ist zugleich die siebente Inszenierung der Elektra an der Wiener Staatsoper.

Mikko Franck | Dirigent
Uwe Eric Laufenberg | Regie
Rolf Glittenberg | Bühne
Marianne Glittenberg | Kostüme
Andreas Grüter | Licht
Mario Ferrara | Bühnenbildassistenz
Elke Scheuermann | Kostümassistenz

BESETZUNG:
Anna Larsson | Klytämnestra
Nina Stemme | Elektra
Anne Schwanewilms | Chrysothemis
Falk Struckmann | Orest
Norbert Ernst | Aegisth
Wolfgang Bankl | Pfleger des Orest
Simina Ivan | Vertraute
Aura Twarowska | Schleppträgerin
Thomas Ebenstein | Junger Diener
Marcus Pelz | Alter Diener
Donna Ellen | Aufseherin
Monika Bohinec | 1. Magd
Ilseyar Khayrullova | 2. Magd
Ulrike Helzel | 3. Magd
Caroline Wenborne | 4. Magd
Regine Hangler | 5. Magd
Younghee Ko | 1. Dienerin
Secil Ilker | 2. Dienerin
Kaya Maria Last | 3. Dienerin
Jozefina Monarcha | 4. Dienerin
Karen Schubert | 5. Dienerin
Zsuzsanna Szabó | 6. Dienerin

Weitere Vorstellungen:
01. Apr. 2015 | 20.00
04. Apr. 2015 | 20.00
07. Apr. 2015 | 20.00
11. Apr. 2015 | 18.30
16. Apr. 2015 | 20.00

Pressemeldung Wiener Staatsoper

Coburg, Landestheater Coburg, Premiere SALOME, 07.02.2015

Januar 29, 2015 by  
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Landestheater Coburg

Premiere 7.2.2015:  SALOME von Richard Strauss

Premiere 07.02.2015, weitere Vorstellungen: 13.2.2015; 20.02.2015; 26.02.2015; 14.03.2015; 24.03.2015; 5.04.2015; 15.04.2015; 7.05.2015; 20.05.2015

Es war ein sensationelles Ereignis für die Coburger: 1907 gastierte das Nürnberger Stadttheater mit komplettem Ensemble, dem gesamten technischen Personal und in der Nürnberger Originalausstattung mit Richard Strauss´ Salome im Coburger Hoftheater. Um dem Orchester Platz zu schaffen, hatte man sogar die ersten drei Reihen aus dem Parkett entfernt.

Landestheater Coburg / Fordert den Kopf des Jochanaan: Salome (Ute Döring) © Andrea Kremper

Landestheater Coburg / Fordert den Kopf des Jochanaan: Salome (Ute Döring) © Andrea Kremper

Dabei war die 1905 in Dresden uraufgeführte Oper ein Schocker, und es gehörte nicht wenig Mut dazu, den Opern-Einakter dem Publikum der Vestestadt zu präsentieren. Schon der Text war anrüchig, basierte er doch auf der Bühnendichtung des nach Skandalprozess und Zuchthaushaft gestorbenen Oscar Wilde. Kaiser Wilhelm II. orakelte zwar, dass Strauss sich vom Schaden der Salome nie erholen werde, doch da irrte er. Strauss hatte einen untrüglichen Sinn für erfolgsträchtige Stoffe. Dieses Stücke „schreie nach Musik“, ließ er verlauten, nachdem er 1902 eine Aufführung des Wilde`schen Schauspiels in Berlin in Max Reinhardts Kleinem Theater besucht hatte.

Strauss` Musik vertieft den Text von Oscar Wilde als ein Porträt über Macht und Eros, Sinnesrausch und Askese, Einsamkeit und Fanatismus. Am Hofe des Tetrarchen Herodes wird gefeiert, eine rauschhafte Orgie, bei der die Blicke immer wieder auf die Prinzessin Salome fallen. Doch Salome sind die begehrlichen Blicke ihres Stiefvaters ebenso zuwider wie die Pseudokonversation der Mächtigen des Hofes. Sie langweilt sich. Einzig der Prophet Jochanaan, der den Sittenverfall des Hofes öffentlich anprangert und deshalb eingekerkert wurde, erregt ihr Interesse. Doch der lehnt sie derb ab. Salomes Verlangen, den Propheten zu berühren, zu küssen, steigert sich zur Besessenheit. Und so fordert sie den Kopf des Jochanaan …

Der schwedische Regisseur Tobias Theorell, der für die Coburger Bühne in der Saison 2011/2012 bereits Webers Freischütz inszenierte, zeichnet in seiner Inszenierung das Psychogramm einer durch und durch dekadenten Gesellschaft, in der für echte Gefühle kein Platz ist, erst recht nicht für Liebe. Theorell legt den Fokus auf die Beziehungen zwischen den Figuren, beleuchtet ihre emotionalen Defizite, die die Beteiligten unausweichlich in die Katastrophe führen.

Musikalische Leitung Roland Kluttig/Adrian Müller, Inszenierung Tobias Theorell
Bühnenbild und Kostüme Alejandro Tarragüel de Rubio, Dramaturgie Renate Liedtke

BESETZUNG:
Herodes, Tetrarch von Judäa: Christian Franz/Karsten Münster
Herodias, seine Gattin: Gabriela Künzler, Salome, Tochter von Herodias: Ute Döring
Jochanaan, ein Prophet: Thomas de Vries, Narraboth, Hauptmann: José Manuel/David Zimmer
Ein Page Herodias/ Ein Sklave: Kora Pavelic
Erster Jude: Dirk Mestmacher, Zweiter Jude: Jan Korab
Dritter Jude: Sascha Mai, Vierter Jude: David Zimmer
Fünfter Jude/ Erster Soldat: Michael Lion
Erster Nazarener/ Zweiter Soldat: Tapani Plathan
Zweiter Nazarener Jirí Rajnis, Ein Coppadocier: Thomas Unger
Philharmonisches Orchester des Landestheater Coburg

Premiere Samstag, 7. Februar 2015, 19.30 Uhr, Weitere Vorstellungen:
Freitag, 13. Februar 2015, 19.30, Freitag, 20. Februar 2015, 19.30
Donnerstag, 26. Februar 2015, 19.30, Samstag, 14. März 2015, 19.30
Dienstag, 24. März 2015, 19.30, Sonntag, 5. April 2015, 18.00
Mittwoch, 15. April 2015, 19.30, Dienstag, 7. Mai 2015, 19.30
Mittwoch, 20. Mai 2015, 19.30

Premiere 7.02.2015, weitere Vorstellungen: 13.2.2015; 20.02.2015; 26.02.2015; 14.03.2015; 24.03.2015; 5.04.2015; 15.04.2015; 7.05.2015; 20.05.2015

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Pressemeldung Landestheater Coburg

Bonn, Theater Bonn, Premiere: SALOME von Strauss, 01.02.2015

Januar 21, 2015 by  
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Theater Bonn

Theater Bonn © Thilo Beu

Theater Bonn © Thilo Beu

 

Premiere 1. Februar 2015:

SALOME  von Richard Strauss

  nach Oscar Wildes gleichnamiger Dichtung, Deutsch von Hedwig Lachmann

Weitere Vorstellungen:  05 Februar 2015, 19:30 Uhr;  08 Feb 18:00 H, 21 Feb 19:30 H,
08 Mrz 16:00 H, 20 Mrz 19:30 H, 11 Apr 19:30 H, 02 Mai 18:00 H, 06 Mai 19:30 H
15 Mai 19:30 H, 24 Mai 18:00 H, 14 Jun 18:00 H

Mit seinen beiden ersten Opern GUNTRAM und FEUERSNOT war Richard Strauss der Erfolg versagt geblieben, den er als Orchesterkomponist längst hatte. Der Besuch von Max Reinhardts Inszenierung des Wilde-Dramas um die Prinzessin Salome im Jahre 1902 führte die entscheidende Wende herbei. Oscar Wilde schmückt die dürren Worte in Matthäus 14 zu einer zwar dichten, aber gefangennehmenden Handlung aus: Im Mondschein schwärmt der Soldat Narraboth von Salomes Schönheit. Aus einer Zisterne dringt die Stimme des Propheten Jochanaan, der dort von Herodes gefangen gehalten wird. Salome ist sofort fasziniert und verführt Narraboth dazu, den Gefangenen trotz des strikten Verbotes durch Herodes heraufzuholen. In seinen Rufen verurteilt Jochanaan das sittenlose Gebaren am Hof des Herodes, auch alle Annäherungen Salomes weist er brüsk ab. Als diese Jochanaan zu küssen versucht, begeht Narraboth aus Eifersucht Selbstmord. Jochanaan verflucht Salome und steigt wieder in die Zisterne hinab. – Herodes, gefolgt von seiner Frau Herodias und den übrigen Gästen einer Festgesellschaft, suchen nach Salome. Herodes bittet sie, für ihn zu tanzen und verspricht, ihr als Gegenleistung jeden Wunsch zu erfüllen. Salome tanzt und fordert dann den Kopf des Jochanaan in einer Silberschüssel. Nur widerwillig erfüllt ihr Herodes den Wunsch. Mit Entsetzen muss er ansehen, wie Salome den abgeschlagenen Kopf küsst. Daraufhin befiehlt Herodes seinen Soldaten, Salome zu töten.

Teile des Publikums der Uraufführung in Dresden hatten im Jahre 1905 doch so ihre Einwände – nach ersten Aufführungsverboten fielen diese allmählich, und SALOME fand den Platz auf den Opernbühnen der Welt.

Musikalische Leitung: Stefan Blunier, Inszenierung und Ausstattung: MagdolnaParditka, Alexandra Szemerédy
Licht: Thomas Roscher, Regieassistenz: Barbara Schröder
Musikalische Assistenz: Johannes Pell, Bühnenbildassistenz: Ansgar Baradoy
Kostümassistenz: Dieter Hauber
Musikalische Einstudierung: Christopher Arpin, Christopher Sprenger, Adam Szmidt, Thomas Wise, Choreographie: Olaf Reinecke, Inspizienz: Karsten Sandleben

BESETZUNG:
Roman SadnikHerodes, Anjara I. Bartz Herodias, Nicola Beller CarboneSalome
Mark Morouse – Jochanaan, Tamás Tarjányi – Narraboth
Kathrin Leidig – ein Page der Herodias, Martin Koch – 1. Jude
Christian Georg – 2. Jude, Taras Ivaniv – 3. Jude, Johannes Marx – 5. Jude
Priit Volmer – 1. Nazarener, Christian Specht – 2. Nazarener
Rolf Broman – 1. Soldat, Martin Tzonev – 2. Soldat, Algis Lunskis – ein Cappadocier
Martina Kellermann – ein Sklave, Nathalie Brandes, Olaf Reinecke – Tanzpaar

Weitere Vorstellungen:  05 Februar 2015, 19:30 Uhr;  08 Feb 18:00 H, 21 Feb 19:30 H,
08 Mrz 16:00 H, 20 Mrz 19:30 H, 11 Apr 19:30 H, 02 Mai 18:00 H, 06 Mai 19:30 H
15 Mai 19:30 H, 24 Mai 18:00 H, 14 Jun 18:00 H

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