Essen, Philharmonie Essen, Philippe Herreweghe dirigiert Beethoven, 30.11.2017

November 23, 2017 by  
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Philharmonie Essen

Philharmonie Essen / Philippe Herreweghe  © Sven Lorenz

Philharmonie Essen / Philippe Herreweghe © Sven Lorenz

Philippe Herreweghe dirigiert Beethoven

Collegium Vocale Gent und Orchestre des Champs-Élysées am Donnerstag, 30. November 2017, um 19:30 Uhr zu Gast

Philippe Herreweghe und Ludwig van Beethoven – von dieser Kombination konnte sich das Publikum in der Philharmonie Essen in den vergangenen Jahren mehrfach mitreißen lassen. Nach dem fulminanten Sinfonien-Zyklus über zwei Spielzeiten kommen am Donnerstag, 30. November 2017, um 19:30 Uhr nun drei weitere Werke des Komponisten zur Aufführung: die Ouvertüre zu „Die Weihe des Hauses“, die „Chorfantasie“ c-Moll für Klavier, Chor und Orchester sowie die Messe C-Dur, op. 86. Für eine herausragende Interpretation sorgen Herreweghes Spitzen-Ensembles: das Collegium Vocale Gent und das Orchestre des Champs-Élysées. Außerdem wirken der Pianist Kristian Bezuidenhout sowie als Gesangssolisten Ana Maria Labin (Sopran), Elisabeth Kulman (Mezzosopran), Maximilian Schmitt (Tenor) und Kresimir Strazanac (Bass) mit.

Der aus dem belgischen Gent stammende Philippe Herreweghe zählt zu den bedeutendsten Dirigenten unserer Zeit und gehört zu den wichtigsten Protagonisten der historischen Aufführungspraxis. 1970 gründete er das Collegium Vocale Gent, das er seitdem leitet. Das Orchestre des Champs-Élysées wurde 1991 ebenfalls von Herreweghe selbst ins Leben gerufen, zur Interpretation des romantischen und vorromantischen Repertoires auf Originalinstrumenten. Außerdem ist er ein sehr gefragter Gastdirigent bei Orchestern wie dem Royal Concertgebouw Orchestra, dem Leipziger Gewandhausorchester oder dem Mahler Chamber Orchestra.

„Die Kunst des Hörens“:

Der Konzertabend beginnt mit einer Einführung durch Philippe Herreweghe mit Chor und Orchester um 19:30 Uhr, Konzertbeginn ist um 20:00 Uhr.

Pressemeldung Philharmonie Essen

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Cottbus, Staatstheater Cottbus, 3. Philharmonischen Konzert, 17. und 19.11.2017

November 15, 2017 by  
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Staatstheater Cottbus

Staatstheater Cottbus © Marlies Kross

Staatstheater Cottbus © Marlies Kross

Von Rio bis Kentucky

Volksmusik aus drei Ländern im 3. Philharmonischen Konzert

Volksmusik aus drei Ländern steht im Mittelpunkt beim 3. Philharmonischen Konzert des Staatstheaters Cottbus unter Leitung von Evan Alexis Christ am Freitag, 17. November 2017, 20.00 Uhr, und Sonntag, 19. November 2017, 19.00 Uhr, jeweils im Großen Haus.

Der französische Komponist Darius Milhaud ließ sich von Melodien aus Frankreich, Brasilien und den USA zu seiner lebensfrohen und unterhaltsamen Musik inspirieren. Als junger Mann lebte er zwei Jahre in Rio de Janeiro. Die lateinamerikanisch beschwingten Melodien der pulsierenden Metropole und die Klänge der ungewöhnlichen Schlaginstrumente ließ er einfließen in die temperamentvollen „Saudades do Brasil“, auf Deutsch: Sehnsucht nach Brasilien. Mitte der 30er Jahre schuf er die „Suite Provençale“. In dieser Ballettmusik setzte er der Provence ein Denkmal, jener Provinz, in der er in einer jüdischen Familie aufwuchs. Das farbige, äußerst vielseitige Werk klingt an vielen Stellen nach Renaissancemusik, neoklassizistisch aufbereitet.

Staatstheater Cottbus / Timo Andres  © Michael Wilson

Staatstheater Cottbus / Timo Andres © Michael Wilson

Nach Ausbruch des 2. Weltkriegs emigrierte der Komponist nach Amerika, wo er 1948 „Kentuckiana“ schrieb. In dieser 8-minütigen Hommage an die Musik der Vereinigten Staaten zitiert er 21 amerikanische Volkslieder. Milhauds offenkundige Freude beim Komponieren überträgt sich unmittelbar auf das Publikum.

Als Solist des Abends ist der Amerikaner Timo Andres zu erleben. Der Mittdreißiger interpretiert sein mittlerweile drittes Klavierkonzert „The Blind Banister“. In ihm setzt er sich kreativ und spielerisch mit einem Konzert Ludwig van Beethovens auseinander. Evan Alexis Christ und Dorothea Hennigs-Holtmann hörten Timo Andres live in der Berliner Philharmonie und verpflichteten ihn auf der Stelle für Cottbus. Sein Auftritt hier wird durch ein Stipendium der C.F. Holtmann-Stiftung gefördert, die sich für den deutsch-amerikanischen Kulturaustausch einsetzt.

Steffen Wick schließlich lässt im Auftragswerk „Autobiography“ Stationen eines Lebens wie in einem Blitzlicht aufleuchten.

Das 3. Philharmonische Konzert wird am Freitag, 17. November 2017, 20.03 Uhr, vom Deutschlandfunk Kultur live übertragen.

Pressemeldung Staatstheater Cottbus

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Halle, Theater Halle, Fidelio von Ludwig van Beethoven, IOCO Kritik, 20.09.2017

September 21, 2017 by  
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Theater und Orchester Halle

Oper Halle © Bühnen Halle / Falk Wenzel

Oper Halle © Bühnen Halle / Falk Wenzel

Fidelio von Ludwig van Beethoven

„Das „narzistische“ Stadttheater. Volten über das Thema Freiheit“

Von Guido Müller

Ludwig van Beethoven in Bonn © IOCO

Ludwig van Beethoven in Bonn © IOCO

Wenn es im Fidelio was zu Lachen gibt, Slapstick, humanistischer und kapitalismuskritischer Ernst um einen diffizilen Freiheitsbegriff nebeneinander liegen, dann hat sich das derzeitige Enfant terrible des Kulturlebens der Händelstadt und Opern-Intendant Florian Lutz der feierlichen Sache von Beethovens musikalisch heterogener, mit dramaturgischen und textlichen Schwächen behafteter Hymne auf Gattentreue und Freiheit angenommen.

Diese Inszenierung stellt das sonst kaum reflektierte abstrakte Problem der Endfassung von Fidelio ins Zentrum, dass die Rettung des Individuums (Staatsgefangener Florestan) und die Erringung der Freiheit nicht durch die Frau (Leonore bzw. Fidelio) sondern letztlich in fast religiöser Überhöhung („Heil!“) nur durch eine höhere politische Macht (der Auftritt des „Ministers“) und Gerechtigkeit wie Wiederherstellung der (alten?) Ordnung ermöglicht wird.

Die „Große Oper“ Fidelio befragt den Freiheitsbegriff in allen Facetten. Und das gelingt dem Team um Florian Lutz durch eine sehr sinnliche, kurzweilige, vor Einfällen sprühende, überaus opulent ausgestattete und vor allem zum Schluß der Oper oft die Aufmerksamkeit durch die Reizüberflutung der Video- und Texteinspielungen überfordernde Inszenierung.

Im zweiten Aufzug tritt das selbstironisch gezeichnete Ebenbild des in seinem Büro Akten und Bilanzen wälzenden und zugleich die Oper Fidelio mit der Darstellerin der Leonore inszenierenden Intendanten Florian Lutz gleich selber auf als Florestan, zusammen mit Kopien seiner beiden Dramaturgen im Kerker des kapitalistischen Effizienz- und Spardrucks auf die Kultur: „Oh welch Dunkel hier“. Der singende, inszenierende und managende Intendant in einer Person. Ironischer Stadttheater-Narzismus. Von Depression keine Spur.

Theater Halle / Fidelio © Falk Wenzel

Theater Halle / Fidelio © Falk Wenzel

Bereits zu Beginn der Oper hatte der kulturpolitische Manager-Geschäftsführer im üppigen Ancien-Regime-Kostüm mit Allonge-Perücke (Don Pizzaro: Gerd Vogel) über Video seine neoliberale Botschaft vom Ende des Wohlfahrts- und Kulturstaats verkündet: und somit auch vom Ende des „narzistischen Stadttheaters“ – ein Seitenhieb auf den Aufsatz des Geschäftsführers der Theater, Oper und Orchester Halle GmbH Rosinski über das „depressive Staatstheater“. Anschließend beim Gefängnispersonal vulgo Sängerpersonal des Stadttheaters setzt er es gleich auf der Bühne durch Freistellungen in die Praxis um

Mit diesem Kunstgriff der aktualisierten Zwischentexte, teilweise auf Videos, die sich im Subtext der kulturpolitischen Diskussion um die Oper Halle und die neue künstlerische Leitung beziehen, umgeht der Regisseur die Peinlichkeiten des Urtextes der Oper. Allerdings thematisiert Lutz bewußt mit einer Parodie auf die TV-Sendung „Bares für Rares“ neue Peinlichkeiten des öffentlich-rechtlichen Fernsehens im marktbestimmten Zeitalter des Ausverkaufs von Kultur und Geschichte.

Theater Halle / Fidelio © Falk Wenzel

Theater Halle / Fidelio © Falk Wenzel

Diese Inszenierung nimmt zunächst nichts ernst außer der totalen Kunstform Oper, verkörpert in erster Linie durch die ergreifend und differenziert gerade auch im Lyrischen singende und die Lichtgestalt der Oper bravourös verkörpernde Anke Berndt als Leonore. Wie schon in ihren Wagner-Partien gefällt mir an dieser seit vielen Jahren dem Ensemble der Oper Halle angehörenden Sängerin ganz besonders, dass ihre Stimme nie dramatisch drückt sondern immer im Belcanto bleibt.

Zur Ouvertüre bricht sie im auf den Vorhang projezierten Video (Iwo Kurze) aus dem Opernhaus Halle aus in ihrer 30 Kilo schweren Rokoko-Prachtrobe (Kostüm: Andy Besuch) und mit riesigem Haaraufbau und irrt durch Halle und Schloßparks auf der Suche nach ihrem Mann Florestan im Gefängnis.

Das naturalistische Bühnenbild von Martin Miotk zeigt im ersten Aufzug ein schönes malerisches Piranesi-mäßiges Gebäude mit großer Treppe, Eisentoren und herumliegenden Skeletten. Eine Augenweide als wirklich prächtiges Staatsgefängnis! Leonore entschlüpft dem tollen Rokokokostüm, das in den Schnürboden gezogen wird und später zur Rettung der Kultur versteigert wird. Sie verkleidet sich als Mann um im Gefängnis arbeiten zu können.

Zur Rettung ihres Mannes sollte Leonore als Fidelio dann später im eleganten Gehrock der Beethoven-Napoleon-Zeit im zweiten Aufzug in den Kerker des im Untergeschoss liegenden Intendantenbüros eindringen. Dort zeigt sie sich durch die heutigen Interieurs von laufendem TV und Smartphone stark verstört. Oper nicht nur mit doppeltem Boden.

Theater Halle / Fidelio © Detlef Kurth

Theater Halle / Fidelio © Detlef Kurth

Schließlich erschießt Leonore dort im wehenden Negligé à la Wilhelmine Schröder-Devrient, einer berühmten Verkörperung der Rolle im 19. Jahrhundert, nicht nur den Tyrannen Pizarro sondern gleich danach alle Darsteller auf der Bühne einschließlich des Intendanten Florian ( Lutz ) alias Florestan. Ende der Oper?

Nein, dies ist nur eine der zahlreichen dialektischen und spielerischen Volten, die der Regisseur zunächst zum Amüsement und dann zur wachsenden Verwunderung und Empörung von Teilen des Publikums in dieser Inszenierung schlägt.

Florian Lutz zitiert damit sowohl ironisch das optisch opulente alte Opernspektakel eines Jean-Pierre Ponnelle, Otto Schenk oder Michael Hampe, das gar als verstaubtes Totengerippe auch Marzelline mal zum Tänzchen im wunderschön gemalten Kulissengefängnishof dient. Genauso nimmt er auch die Mätzchen des Regietheaters beispielsweise mit dem hundertfach abgedroschenen Chor der Herren im taubenblauen Blazern mit Smartphone und Aktenkoffer auf die Schippe, der als Touristengruppe den Gefangenenchor mit Kopfhörern und Textblättern singend und staunend das Gefängnis besichtigt. Eine Parodie auf die vielen Männerchor-Festkonzerte, in denen die „Hits“ der Gefangenenchöre von Beethoven oder Verdi so schmalzig wie gedankenlos zum Besten gegeben werden

Florian Lutz ist ein dezidierter Gegner des überintellektuellen Dramaturgen-Regietheaters. Ich würde ihn eher als post-postmodernen Regisseur mit fast barock-rheinischer Lust an Sinnlichkeit und intellektuellem Spiel bezeichnen, wenn es denn eine Schublade sein soll. Bereits 2012 schrieb in der „Deutschen BühneDetlev Brandenburg anlässlich der Bonner „Norma“ Inszenierung von Florian Lutz über diesen Inszenierungsstil: Frank Castorf begann früh damit, Stadttheater-Inszenierungen zu Theaterspektakeln von so radikaler Unmittelbarkeit zu machen, dass der Text nur noch sehr weit im Hintergrund das Geschehen inspirierte. Und Regisseure wie Christoph Marthaler, Nicolas Stemann, Stefan Pucher, Matthias Hartmann oder in der Oper Hans Neuenfels, Peter Konwitschny, Sebastian Baumgarten oder Florian Lutz sprengen das Erzählkontinuum durch heftig und unverhofft über die Zuschauer hereinbrechende ästhetische Ereignisse, die ihre Inszenierungen gleichsam performativ aufladen.“ Ich sehe Florian Lutz durchaus in diesem Zusammenhang, auch wenn manche ihn gerade in Mitteldeutschland nicht in einer Linie mit dem „guten“ „alten“ Peter Konwitschny sehen wollen.

Theater Halle / Fidelio © Detlef Kurth

Theater Halle / Fidelio © Detlef Kurth

Zum großen feierlich oratorienmässigen Schlußtableau des Fidelio (Chor und Extrachor grandios einstudiert von Rustam Samedov) tritt der Deus-ex-machina-Minister Don Fernando auf, verkörpert vom sowohl balsamisch wie auch autoritär markant singenden und in der Oper Halle in vielen Rollen bewährte Bass Ki-Hyun Park. Da denkt man unverzüglich, ob auch die in argen finanziellen Nöten steckende Theater-Opern-Orchester-Halle-GmbH am Ende durch ein Eingreifen des Landes Sachsen-Anhalt gerettet wird.

Dazu werden ununterbrochen vor dem Chor, der in eleganter und opulenter Ancien-Regime-Garderobe mit hohen Perücken auf dem Podest gestaffelt ist, und vor den davor posierenden Solisten auf den durchsichtigen Gazevorhang in Videosequenzen Stimmen und Texte von Bürgern in Halle zu ihren individuellen Begriffen und Erfahrungen von und mit Freiheit und Beziehungen eingespielt. Diese starke Collage zur Musik hat mich in der Wechselwirkung ganz stark berührt.

Das löste sichtlich bei einem Teil der Zuschauer ganz andere emotionale Reaktionen aus, die empört brüllen „Wir wollen Musik hören!“ oder „Das ist nicht Beethoven!“ Einen solchen Opernskandal hat das Opernhaus Halle schon lange nicht mehr erlebt. Mit diesem Spiegel der sehr persönlichen Meinungen von Menschen auf den Straßen von Halle in den Videos entwickeln einige Besucher sichtlich großes Unbehagen. Als sich das Regieteam um Florian Lutz daher zum Schlußapplaus dem Publikum stellt, wird es mit zahlreichen Buh-Rufen empfangen, auf die laute Bravo-Rufe und starker Beifall antworten.

Christopher Sprenger leitet die Staatskapelle Halle mit frischem und geschwinden Zugriff passend zur Inszenierung. Das Pathetische wird durchgängig vertrieben, schon indem auf die sonst immer als Zwischenmusik vor dem Schlußbild verwandte dritte Leonoren-Ouvertüre mit dem berühmten Trompetensignal verzichtet wird. Während zu Beginn die Bläser schon mal leicht wackeln gelingt der Schlußchor mit dem Orchester trotz schwieriger Sichtverhältnisse grandios abgestimmt und überwältigend schön musiziert. Das zeigt Sprengers Begabung in der Koordinierung großer Chorszenen mit den Solisten und dem Orchester, die er schon im Luther-Projekt mit den Bach-Kantaten an der Oper Halle gezeigt hatte.

Theater Halle / Fidelio © Falk Wenzel

Theater Halle / Fidelio © Falk Wenzel

Ines Lex als Marzelline singt sich mit ihrem glockenhellen Sopran und ihrer Spielfreude in die Herzen der Zuschauer und erhält den stärksten Beifall – sicherlich nicht zuletzt auch dank ihres entzückenden Zofenkostüms.  Jaquino wird von Robert Sellier sowohl als Liebhaber wie in einer akrobatischen Paketnummer als DHL-Bote sehr präsent dargestellt und differenziert gesungen. Gerd Vogel im Prachtkostüm des Pizarro und als gefährlicher kalter Geschäftsführer vermag nach leichter Unsicherheit in der Auftrittsarie, die der Premierennervosität geschuldet sein mag, das dunkle und bedrohliche Profil seiner Rolle prägnant und präsent zu verkörpern. Der einzige Gast Hans-Georg Priese in der Rolle des Florestan strahlt vor allem in seiner Auftrittsarie mit eindrucksvollem tenoralen Glanz und lyrischer Differenzierung. Er fügt sich sehr gut ins Ensemble ein.

Der Rocco von Vladislav Solodyagin liefert mit flexiblem und tonschönem Bass nicht nur eine beeindruckende Studie eines Goya-mässigen Gefängniswärters sondern auch die eines zeitgenössischen Sicherheitsbeamten.

Zum Spielzeitauftakt zeigt die Oper Halle einen unterhaltsamen und stellenweise witzigen, opulenten Fidelio, voller ironischer Anspielungen auf die kulturpolitische Gefährdung der Oper in der Saalestadt und kluger Überlegungen zum Thema Freiheit und was Kunst im 21. Jahrhundert darf. Die musikalische Qualität ist solide und zeigt die hohe Qualität des Ensembles und wird sich in den Folgevorstellungen sicher noch steigern. Unbedingte Besuchsempfehlung!

Fidelio an der Oper Halle: Nächste Vorstellungen am 24.9., 22.10., 28.10., 15.11., 9.12., 25.12.2017, 5.1., 14.1.2018

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Hannover, Staatsoper Hannover, Wilhelm Tell, Figaro und viel mehr: Spielplan Oktober 2017

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Staatsoper Hannover 

Staatsoper Hannover © Marek Kruszewski

Staatsoper Hannover © Marek Kruszewski

Die Staatsoper Hannover

 Spielplan Oktober 2017

Rossinis letzte Oper Wilhelm Tell steht als konzertante Premiere am Reformationstag auf dem Spielplan; Alessandro De Marchi, Spezialist für die Musik des ausgehenden 18. und frühen 19. Jahrhunderts, dirigiert das Ensemble der Staatsoper Hannover (31.10.). Vier weitere Aufführungen folgen im weiteren Verlauf der Spielzeit. – Eine weitere Premiere findet am 20.10. im Ballhof statt, wenn die Zuschauer Cherubino in den Club Figaro, begleiten, eine Produktion der Jungen Oper frei nach Mozarts Die Hochzeit des Figaro in der Regie von Friederike Karig. – Wer die tragische Geschichte um Violetta Valéry in der Kultinszenierung Benedikt von Peters erleben möchte, sollte den Oktober nutzen: Am 7. und 11.10. finden die beiden letzten Aufführungen dieser Spielzeit von La traviata statt. – Beeilen sollte man sich auch, um Der junge Lord noch einmal zu erleben, bereits am 19.10. ist die letzte Vorstellung der Henze-Oper. – Ein Wiedersehen gibt es dafür mit Puccinis Manon Lescaut: Am 18.10. kehrt die armenische Starsopranistin Karine Babajanyan in der Titelrolle auf die Bühne der Staatsoper zurück. – Wieder im Ballhof 2 zu sehen ist ab 27.10. das ebenso unterhaltsame wie lehrreiche Märchen vom Märchen im Märchen. – Am 8. und 9.10. musiziert Generalmusikdirektor Ivan Repušic beim 2. Sinfoniekonzert mit dem Niedersächsischen Staatsorchester Hannover Beethovens Sinfonie Nr. 5 sowie Werke von Richard Strauss, darunter die Vier letzten Lieder mit Kelly God als Solistin – Eine neue Heimat haben die Kammerkonzerte gefunden: Ab sofort finden sie im Landesmuseum (Willy-Brandt-Allee 5) statt. Beim 1. Kammerkonzert »Oboe plus Streicher« kommen Werke von Françaix, Britten, Fauré und Bax zur Aufführung (15.10.). – Der ehemalige Solo-Cellist des Staatsorchesters, Rainer Pehrisch, spielt zusammen mit der Pianistin Tatiana Bergh im Kammerkonzert Extra: Cellosonaten Werke von Mjaskowski, Beethoven und Schostakowitsch (24.10.).

 


>> PREMIERE OPER

WILHELM TELL (KONZERTANT)  von Gioacchino Rossini
Libretto von Étienne de Jouy und Hippolyte Bis, nach Friedrich Schiller
In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln,  Premiere Di, 31.10.17, 18:30 Uhr

Das Grabmal von Gioacchino Rossini in Paris © IOCO

Das Grabmal von Gioacchino Rossini in Paris © IOCO

Wenn er Rossinis Oper Guillaume Tell höre, so fühle er sich glücklich und vollauf zufrieden, vergesse alle Sorgen; in dieser Art äußerte sich Georges Bizet über das Werk seines Komponistenkollegen Gioacchino Rossini, der seine 1829 uraufgeführte Oper dem Schweizer Nationalhelden widmete.

Im Stile einer Grand opéra präsentiert Rossini den Befreiungsschlag gegen die habsburgischen Besatzer sowie die Gründung der Schweizer Eidgenossenschaft und verknüpft die Tell-Legende in der Nebenhandlung mit Arnolds unglücklicher Liebe zu Mathilde. Sowohl Tells tragischer Konflikt als auch Arnolds Zwiespalt erfahren eine positive Wendung. Das berühmte Geschehen rund um Rütlischwur und Apfelschuss entfaltet Rossini in einem musikalisch eindrucksvollen Naturidyll, das gleichzeitig als identitätsstiftender Lokalkolorit fungiert. Meisterhaft fasst Rossini die Befreiung der Unterdrückten in Töne und lässt in seiner Partitur sowohl Bevölkerung als auch Natur aufatmen.

Für die konzertante Aufführungsserie konnte Alessandro De Marchi gewonnen werden – renommierter Spezialist für die Musik des 18. und frühen 19. Jahrhunderts.

MUSIKALISCHE LEITUNG Alessandro De Marchi CHOR Lorenzo Da Rio

WILHELM TELL Stefan Adam, ARNOLD Sung-Keung Park, WALTER Tobias Schabel, MELCTHAL Michael Dries JEMMY Ania Vegry GESSLER Shavleg Armasi RODOLPHE Edward Mout RUODI Pawel Brozek LEUTHOLD Daniel Eggert MATHILDE Dorothea Maria Marx HEDWIG Monika Walerowicz,  Chor und Extrachor der Staatsoper Hannover, Niedersächsisches Staatsorchester Hannover


>> PREMIERE JUNGE OPER


CLUB FIGAROJugendproduktion frei nach Wolfgang Amadeus Mozarts Die Hochzeit des Figaro,  Mit Musik von Wolfgang Amadeus Mozart, Ludger Nowak u.a.
Premiere Fr, 20.10.17, 19:30 UHR

Mozart Denkmal in Wien © IOCO

Mozart Denkmal in Wien © IOCO

Mittendrin ist man im Club Figaro – frei von der Aufsicht durch Eltern, Lehrer und sonstige Aufpasser. Sein, wer man ist, sich treffen, mit wem man will, Freundschaften pflegen und neue Kontakte knüpfen – all das kann man hier. Mittendrin ist auch Cherubino: und zwar mitten auf der Suche nach Antworten auf die Fragen, wohin man gehört, wohin die Zukunft führen wird. Wie weit geht man, um dazu zu gehören – und was steckt eigentlich hinter der Fassade von »Peace, Love and Happiness«, hinter der sich so viele verstecken? Im Nachtleben blühen Träume auf und kommen Sehnsüchte hoch, doch wird auch unsicher über sich selbst und die Zukunft gegrübelt – auf und um den Dancefloor herum wachsen sich Sorgen und Konflikte zu kleinen und großen Dramen aus. Das Motto »dance like nobody’s watching« zu erfüllen, wird immer schwerer, wenn jeder Move einen auch einen Schritt näher ans Erwachsensein bringt.

Diesen verrückten Tanz in die Nacht und ins Leben wagt das Ensemble der Jungen Oper gemeinsam mit jugendlichen Darstellern, Musikern und Tänzern aus Hannover und Umgebung. Den Soundtrack dazu liefern originale und bearbeitete Klänge aus Mozarts Oper Die Hochzeit des Figaro: Mozart trifft Band trifft Club-Musik; eine Synthese, die ebenso verrückt sein kann, wie der legendäre Komponist selbst.

MUSIKALISCHE LEITUNG Daniel Klein MUSIKALISCHE BEARBEITUNGEN, ORIGINALKOMPOSITIONEN UND BANDEINSTUDIERUNG Ludger Nowak INSZENIERUNG Friederike Karig BÜHNE Anja-Katharina Lütgens KOSTÜME Dennis Ennen LICHT Uwe Wegner DRAMATURGIE Christopher Baumann MUSIKTHEATERPÄDAGOGIK Maike Fölling

MIT Ula Drescher, Marlene Gaßner, Ylva Stenberg; Gihoon Kim, Hyun-Joong Kim, Yannick Spanier sowie jugendlichen Darstellern und Musikern aus Hannover,  Niedersächsisches Staatsorchester Hannover


>> REPERTOIRE JUNGE OPER, OPER UND BALLETT


DER FLIEGENDE HOLLÄNDER von Richard Wagner

Der Holländer hat sich einst in die Stürme geworfen und das Schicksal, die Natur und Gott herausgefordert. Der Lohn für seine Hybris ist ein Fluch, der es ihm nur noch alle sieben Jahre gestattet, an Land zu gehen. Nur eine Frau, die einen Schwur auf ewige Treue einlösen kann, vermag ihn davon zu befreien. Könnte Senta die Erlösung des Holländers sein? Obsessiv träumt sich Senta einen Mann wie den Holländer herbei – einen Mann, wie es der Jäger Erik niemals sein kann. Und tatsächlich: als sich der Holländer und Senta begegnen, tritt zum ersten Mal Stille in die Herzen der beiden Suchenden. Doch ist es der stille Einklang zweier Herzen, die ihre Bestimmung gefunden haben – oder die dräuende Stille im Auge des Sturms, dem Unheil folgen wird? »Mensch gegen Natur, Bernd Mottl stellt das große Ganze in den Mittelpunkt.« Neue Presse

VORSTELLUNGEN AM 10.10. UND 20.10.17


HENRY VIII

Als König Heinrich der Achte von England mit 55 Jahren stirbt, ist er ein kranker, fettleibiger Despot. Der ehemals glänzende Hoffnungsträger entwickelt sich zum Schrecken seines Volkes: Zehntausende werden durch ihn zum Tode verurteilt – darunter zwei seiner sechs Ehefrauen. Seinem lang ersehnten Thronerben Edward hinterlässt Henry ein ausgeblutetes Land und leere Staatskassen. Jörg Mannes rückt die imposante Gestalt dieser historischen Figur ins Zentrum seines Balletts. Mark Polscher hat für Henry VIII eigens einen Klangraum für Orchester und Elektronische Musik geschaffen. Die Komposition erklingt gemeinsam mit Werken von Edward Elgar und Johann Sebastian Bach. »Wunderbar verdeutlicht Mannes in seiner Choreographie die Beziehungen Henrys zu seinen Frauen.« HAZ

VORSTELLUNGEN AM 06.10. UND 15.10.17


DER JUNGE LORD

Der im kleinen Hülsdorf-Gotha mit großer Neugier erwartete englische Sir Edgar zieht in die Stadt, eckt mit seiner distanzierten Art jedoch bei den braven Hülsdorf-Gothaern an. Eine Versöhnung scheint zu gelingen, als Sir Edgar ein Fest zur Vorstellung seines Neffen, des jungen Lord Barrat, ankündigt: Der junge Lord macht großen Eindruck – allen voran auf die junge Luise, die bisher dem Studenten Wilhelm zugetan war. Wird dieser sie in der allgemeinen Begeisterung für Barrat noch umstimmen können? Und führt Sir Edgar sonst noch etwas im Schilde? – Hans Werner Henze schuf mit dem Jungen Lord auf ein Libretto von Ingeborg Bachmann 1964 eine der erfolgreichsten komischen Opern des 20. Jahrhunderts.

VORSTELLUNGEN AM 04.10. UND ZUM LETZTEN MAL AM 19.10.17


DER LIEBESTRANK

Nemorino verzehrt sich nach Adina, die ihn jedoch nicht ernst nimmt. Wie gut, dass Dulcamara einen Liebestrank für derartige hoffnungslose Fälle im Sortiment hat. Der feste Glaube an die baldige Wirkung des Tranks steigert Nemorinos Selbstbewusstsein, was wiederum Adina ärgert. Aus Trotz entschließt sie sich zur Hochzeit mit dem Soldaten Belcore. Um eine weitere Flasche des wundertätigen Elixiers kaufen zu können, lässt sich Nemorino von Belcore als Soldat anwerben. Erst als Adina hiervon erfährt, erkennt sie die Aufrichtigkeit von Nemorinos Gefühlen. »So macht Belcanto Spaß!« Neue Presse

VORSTELLUNGEN AM 13.10. UND 22.10.17


MANON LESCAUT

Im Mittelpunkt von Puccinis erstem Welterfolg steht die fatale Liebesbeziehung zwischen dem Adeligen Des Grieux und der jungen Manon Lescaut. Der Zwiespalt zwischen der Sehnsucht nach Liebe und den Vorzügen eines Lebens im Luxus wird Manon zum Verhängnis. Ihr Weg treibt sie gemeinsam mit ihrem Geliebten in die Verelendung und in einen einsamen Tod. Mit Manon Lescaut nach Die Geschichte des Chevalier Des Grieux und der Manon Lescaut von Abbé Prévost gelang Puccini der internationale Durchbruch.

»Ein nicht nur musikalisch hinreißender Abend, der beweist, dass spannende und emotional packende Personenregie nicht nur möglich ist, sondern optisch genussvoll zum Nachdenken anregen kann.« Online Musik Magazin

WIEDERAUFNAHME AM 18.10., WEITERE VORSTELLUNGEN AM 21.10. UND 29.10.17


DAS MÄRCHEN VOM MÄRCHEN IM MÄRCHEN,    AB 5 JAHREN

Nachdem er seine Mutter verloren hat, muss der kleine Mahmut für sich selbst sorgen. Bei einer Reihe von Abenteuern steht ihm ein Glücksvogel bei und wendet alles zum Guten. Auf poetische Weise führt die Geschichte nach Kemal Kurt den jungen Helden durch vier Episoden, in denen der kleine Waisenjunge nach wiederholten Neuanfängen seine schmerzvollen Erfahrungen zu bewältigen lernt und seinen Platz innerhalb der Gesellschaft findet. Traditionelle türkische Lieder reichern die Handlung an und bekräftigen dieses Plädoyer für die kindliche Phantasie. In den farbenprächtigen Kostümen finden sich Anklänge an den orientalischen Kontext des Märchens. »Toll: Deutsche, türkische oder sonst woher stammende Kinder versanken gemeinsam in dem Märchen vom Märchen, bei dem Sprachbarrieren keine Rollen spielen.« Neue Presse

WIEDERAUFNAHME AM 27.10., WEITERE VORSTELLUNG AM 29.10.17, BALLHOF ZWEI


LA TRAVIATA von Giuseppe Verdi

Die Kult-Inszenierung von Benedikt von Peter steht wieder auf dem Spielplan! Nicole Chevalier singt erneut Violetta Valéry, die auf die Liebe ihres Lebens verzichtet. Erst als es zu spät ist, begreift ihr Geliebter Alfredo, welches Opfer sie für ihn gebracht hat. »Sensationell ist die Violetta der Nicole Chevalier – vokal ohne Tadel, darstellerisch rückhaltlos und damit schlichtweg ergreifend.« omm.de. »Atemberaubend.« Mitteldeutsche Zeitung. »Singuläres Opernereignis.« Weser-Kurier. »Umwerfend und erschütternd.« Süddeutsche Zeitung

VORSTELLUNGEN AM 07.10. UND ZUM LETZTEN MAL IN DIESER SPIELZEIT AM 11.10.17


WEST SIDE STORY

Im Zentrum von Leonard Bernsteins Musical-Welterfolg West Side Story von 1957 steht die tragische Geschichte des Liebespaars Tony und Maria, die verfeindeten Lagern angehören. Tony fällt dem Bandenkrieg zwischen den Jets, einer Straßengang amerikanischer Jugendlicher, und den aus Puerto Rico stammenden Sharks zum Opfer. Erst als Marias Trauer um den ermordeten Geliebten in Empathielosigkeit umzuschlagen droht, erkennen die Jugendlichen die Folgen ihrer sinnlosen Gewalt. Das Stück ist von beklemmender Aktualität; viele seiner musikalischen Nummern – etwa »Tonight«, »Maria« oder »I like to be in America« – wurden zu Evergreens.

VORSTELLUNGEN AM 01.10., 03.10., 05.10., 14.10., 17.10., 25.10. UND 27.10.17


 >> KONZERTE


2. SINFONIEKONZERT
LUDWIG VAN BEETHOVEN Sinfonie Nr. 5 c-Moll op. 67 (1803–08)
RICHARD STRAUSS Vier letzte Lieder (1948) und Tod und Verklärung op. 24 (1888/89)

»Durch die Nacht zum Licht« ist das Motto, das GMD Ivan Repušic über dieses Konzert gesetzt hat: Geradezu idealtypisch wendet Ludwig van Beethoven die düstere Grundtonart seiner 5. Sinfonie, c-Moll, im Finale in strahlendes C-Dur. Doch auch das prägnante Anfangsmotiv, mit dem Beethoven das Schicksal an die Tür klopfen lässt, hat sie zur vermutlich bekanntesten Sinfonie der Musikgeschichte gemacht. Parallel zur 6. Sinfonie entstanden, erreicht Beethoven in ihr formal und inhaltlich unerhört Neues.

»Durch die Nacht zum Licht«: Der junge Richard Strauss greift mit seiner dritten Tondichtung Tod und Verklärung das große Beethoven’sche Vorbild auf. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass der aufstrebende Komponist bei seiner ausdifferenzierten Programmmusik über den Todeskampf bis zur Todesstunde mit anschließender Verklärung in C-Dur nicht Beethovens Tonartenplan im Kopfgehabt hat.

Sechzig Jahre später schrieb Strauss wunderbar instrumentierte Orchesterlieder auf Texte von Hermann Hesse und Joseph von Eichendorff. Ein Jahr vor seinem Tod entstanden, wurden sie posthum als Vier letzte Lieder zusammengefasst und werden nun im Opernhaus von der Sopranistin Kelly God zum Klingen gebracht.

SOLISTIN Kelly God (Sopran) DIRIGENT Ivan Repušic, Niedersächsisches Staatsorchester Hannover
SO, 08.10.17, 17 UHR,  MO, 09.10.17, 19.30 UHR
Kurzeinführung mit Ivan Repušic jeweils 45 Minuten vor dem Konzert


1. KAMMERKONZERT: OBOE PLUS STREICHER
JEAN FRANÇAIX Streichtrio (1933)
BENJAMIN BRITTEN Phantasy Quartet op. 2 für Oboe und Streichtrio (1932)
GABRIEL FAURÉ Streichquartett e-Moll op. 121 (1924)
ARNOLD BAX Oboenquintett (1922)

Die Kammerkonzerte des Niedersächsischen Staatsorchesters haben eine neue Heimat gefunden: den Vortragssaal des Landesmuseums. Die Eintrittskarte berechtigt am Konzerttag auch zum Besuch des weitläufigen Museums mit Landesgalerie, naturkundlicher, völkerkundlicher und archäologischer Sammlung. Den Auftakt der neuen Kammerkonzert-Saison macht die reizvolle Besetzung von Oboe mit Streichern mit Werken der 1920er und 1930er Jahre aus England und Frankreich.

MIT Juri Schmahl (Oboe), Annette Mainzer-Janczuk (Violine), Stefanie Dumrese (Viola), Marion Zander (Violoncello) u.a.

SO, 15.10.17, 11 UHR, NIEDERSÄCHSISCHES LANDESMUSEUM HANNOVER


KAMMERKONZERT EXTRA: CELLOSONATEN
NIKOLAI MJASKOWSKI Sonate für Violoncello und Klavier Nr. 1 D-Dur op. 12 (1911)
LUDWIG VAN BEETHOVEN Sonate für Klavier und Violoncello Nr. 3 A-Dur op. 69 (1808)
DMITRI SCHOSTAKOWITSCH Sonate für Violoncello und Klavier d-Moll op. 40 (1934)

Der frühere Solo-Cellist des Staatsorchesters, Rainer Pehrisch, kehrt zum zweiten Mal für einen Sonatenabend aus dem Ruhestand ins Opernhaus zurück. Gemeinsam mit der Pianistin Tatiana Bergh präsentiert er mit der 3. Cellosonate von Beethoven und der Sonate von Schostakowitsch zwei große Werke des Repertoires. Außerdem auf dem Programm: die erste, noch spätromantische Cellosonate des unbekannteren russischen Komponisten Nikolai Mjaskowski, Kommilitone von Sergei Prokofjew am St. Petersburger Konservatorium.

MIT Rainer Pehrisch (Violoncello) und Tatiana Bergh (Klavier)
DI, 24.10.17, 19.30 UHR, LAVES-FOYER, PMStOH

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