Salzburg, Salzburger Festspiele 2017, Belcanto zum Festspiel-Ende – Lucrezia Borgia, IOCO Kritik, 10.09.2017

September 12, 2017 by  
Filed under Hervorheben, Konzert, Oper, Salzburger Festspiele

salzbuerger_festspiele.gif

Salzburger Festspiele

Salzburg / Grosses Festspielhaus © Salzburger Festspiele / Luigi Caputo

Salzburg / Grosses Festspielhaus © Salzburger Festspiele / Luigi Caputo

Belcanto beendet die Salzburger Festspielsaison 2017

Lucrezia Borgia von Gaetano Donizetti

Von Daniela Zimmermann

BELCANTO in reinster Form beendete im Großen Festspielhaus die Salzburger Festspiele 2017; Schöngesang, leider verpackt in einer grausigen Giftmischertragödie. In alter Tradition begannen die Festspiele 2017 am 21. Juli mit dem Mysterienspiel Jedermann von Hugo von Hoffmannsthal,

um über großartige Opern wie La clemenza di Tito, Ariodante, Wozzeck, mit hinreißendem Schauspiel wie Kasimir und Karoline oder Rose Bernd, begleitet von Meisterklassen oder Konzerten am 30.8. mit Lucrezia Borgia von Gaetano Donizetti (1797 – 1848) konzertant auszuklingen.

Lucrezia Borgia wurde 1833, in der Hoch-Zeit des Belcanto, am Teatro alla Scala in Mailand uraufgeführt. Das Libretto schrieb Felice Romani nach dem ebenfalls 1833 erschienenen Buch von Victor Hugo. Donizetti und Romani halten sich in der Oper streng an die zu ihrer Zeit bestehenden Vorurteile über Lucrezia Borgia, der Tochter von Papst Alexander VI., bürgerlich italienischer Name Rodrigo Borgia. Lucrezia war als gefährliche Intrigantin, Giftmischerin und Ehebrecherin gebrandmarkt, der nichts heilig war. (Ein maßgeblich von Hugo, Dumas und anderen Männern unkritisch gefördertes Vorurteil; durch neuere Forschung weitgehend widerlegt.) Doch Victor Hugo und der Belcanto dominierten, waren 1833 höchst populär. Das Ergebnis: Lucrezia Borgia. Szenische Produktionen sind wegen der psychogenen Windungen problematisch. Konzertante Aufführungen dagegen geben dem Belcanto, der herrlichen Musik, virtuoser Vokalkunst freien Raum. So geschehen in Salzburg, wo die Sommerfestspiele 2017 mit wunderbarem Gesang, in vollkommener Tongebung und Klangschönheit endeten.

 Salzburger Festspiele / Lucrezia Borgia mit vlnr Krassimira Stoyanova, Marco Armiliato, Juan Diego Florez © Salzburger Festspiele / Marco Borrelli

Salzburger Festspiele / Lucrezia Borgia mit vlnr Krassimira Stoyanova, Marco Armiliato, Juan Diego Florez © Salzburger Festspiele / Marco Borrelli

Felice Romani verlegt die Handlung ins karnevalistischen Treiben von Venedig, wo sich die in der Bevölkerung unbeliebte Lucrezia Borgia mit Maske und Hauptmann Gennaro, über die gegenseitige Herkunft wenig wissend, treffen und verlieben. Lucrecias Gatte, Don Alfonso d’Este erfährt von der Zuneigung seiner Frau zu diesem jungen Mann und beabsichtigt, diesen zu töten. Lucrezia versucht vergeblich ihren eifersüchtigen Mann umzustimmen. Lucrezia wiederum vergiftet die Freunde von Gennaro, aus Rache für deren Schmähungen. Unerwartet ist Gennaro auch unter den Freunden und trinkt mit ihnen den vergifteten Wein, will mit seinen Freunden sterben, verweigert das Gegengift. Jetzt gibt sie sich Gennaro als seine Mutter zu erkennen, in deren Armen er stirbt. Sie selbst stirbt am gebrochenen Herzen.

Festliches und Makabres, Tragisches oder Komisches: Gegensätze konzertant, allein mit der Stimme auszudrücken, zeichnet Lucrezia Borgia in Salzburg. Krassimira Stoyanova überzeugt in der mörderischen wie zwiespältigen Partie der Lucrecia Borgia; einerseits liebende Mutter andererseits das vor keiner schrecklichen Bösartigkeit zurückschreckende Teufelsweib. Stoyanova beseelt das Menschliche der Lucretia mit sicherem Sopran und satten Timbre; die facettenreichen Koloraturen bringt sie ausdrucksstark, ohne in überzeichnende Koloraturartistik zu verfallen. Der Besucher empfand so, dank Stoyanova, mit der zerrissenen Lucrezia, einer von der Rache des Himmels getroffenen Frau.

Juan Diego Florez als Gennaro erfüllte dagegen die Belcanto-Träume des Publikums. Mit hellem Klang und virtuoser Beweglichkeit in hohen Tenorlagen beherrschte Diego Florez seine anspruchsvolle Partie und begeisterte das Publikum. Seine große, von der großen Liebe zu der unbekannten Frau erfüllten Arie zu Beginn des 2. Aktes „T’amo qual dama un angelo…..“ (Ich liebe dich wie einen Engel), wurde ebenso enthusiastisch gefeiert wie sein sterbendes „Sono un Borgia? O ciel!”. Florez gab mit seiner hellen Tenorstimme und auffälliger Leichtigkeit dem Belcanto wunderbaren Ausdruck; doch auch dem jungen Gennaro verlieh er Charakter, wenn auch über den Belcanto der Ausdruck, Leidenschaft etwas kurz kam.

Salzburger Festspiele / Lucrezia Borgia mit Solisten, dem Wiener Staatsopernchor und dem Mozarteumorchester © Salzburger Festspiele / Marco Borrelli

Salzburger Festspiele / Lucrezia Borgia mit Solisten, dem Wiener Staatsopernchor und dem Mozarteumorchester © Salzburger Festspiele / Marco Borrelli

 

Doch auch die anderen Partien der Oper waren in Salzburg blendend besetzt: Maffio Orsini, eine Hosenrolle, Gennaros engster Freund und Gegner der Lucrezia, sang die junge, italienischen Mezzosopranistin Tersea Lervolino unbekümmert leicht, mit warmen Mezzosopran. In der nächsten Saison wird Lervolino in dieser Partie an der Bayerischen Staatsoper  (ich freue mich!) zu hören sein. Aber auch Ildar Abdrazakov als Don Alfonso d´Este wurde für einen breiten schweren Bass bejubelt, wie die Interpreten der anderen kleineren Partien. Mingjie Lei als Jeppo Liverotto, Ilker Arcayürek als Oloferno Vitellozzo, Gleb Peryazev als Apostolo Gazella, Ilya Kutyukin als Ascanio Petrucci, Andrzej Filonczyk als Gubetta, Andrew Haji als Rustighello sowie Gordon Bintner als Astolfo. Marco Armillato führte Ensemble, den Wiener Staatsopernchor und das Mozarteumorchester sängerfreundlich, den Stimmen, dem Belcanto  „Vorfahrt zu geben“.

Der Applaus des Publikums goutierte Dirigat, Orchester, Solisten wie Chor: Begeistert wie einhellig. Doch der große Applaus galt wohl nicht nur dem berührenden Belcanto, sondern, an diesem finalen Theaterabend, auch den Verantwortlichen des so spannenden Salzburger Festspielsommers 2017.

Frankfurt, Oper Frankfurt, Liederabend: EDITA GRUBEROVA mit PETER VALENTOVIC, 28.04.2015

März 25, 2015 by  
Filed under Oper Frankfurt, Pressemeldung

logo_oper_ffm.gif

Oper Frankfurt

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Dienstag, 28. April 2015, 20.00 Uhr  

EDITA GRUBEROVA Sopran,  PETER VALENTOVIC  Klavier

Peter Tschaikowski, Nikolai Rimski-Korsakow, Antonín Dvorák, Richard Strauss, Gustav Mahler

Oper Frankfurt / Edita Gruberova © Wiener Staatsoper Michael Poehn

Oper Frankfurt / Edita Gruberova © Wiener Staatsoper Michael Poehn

Edita Gruberovas internationale Karriere begann an der Wiener Staatsoper als Zerbinetta (Ariadne auf Naxos) unter Karl Böhm. In kürzester Zeit gelangte die slowakische Sopranistin zu Weltruhm und wurde zu einer der gefragtesten Interpretinnen der Partien Konstanze (Die Entführung aus dem Serail), Donna Anna (Don Giovanni), Rosina (Der Barbier von Sevilla), Gilda (Rigoletto), Violetta (La Traviata) und Lucia (Lucia di Lammermoor), die sie an den berühmtesten Opernhäusern wie dem Teatro alla Scala Mailand, ROH Covent Garden London, Metropolitan Opera New York und Grand Opéra Paris interpretierte. Selten aufgeführte Belcanto-Opern wie I Puritani, Roberto Devereux, Lucrezia Borgia oder La Straniera wurden für sie auf den Spielplan gesetzt. Edita Gruberova, die auch als Konzert- und Liedsängerin international geschätzt wird, wurde mit zahlreichen Preisen und Ehrungen ausgezeichnet, u.a. ist sie Ehrenmitglied der Wiener Staatsoper. Zudem erhielt sie den Franco-Abbiati-Kritikerpreis in Italien, den Laurence Olivier Award, den Bellini d’oro, den Karajan-Preis 2013 und den Goldenen Schikaneder Preis für hervorragende Gesangsleistungen. Die Staatsopern München und Wien verliehen Edita Gruberova der Titel der Kammersängerin.

Oper Frankfurt und mehr – Alle Karten Hier!
Karten Kaufen

Pressemeldung Oper Frankfurt

München, Bayerische Staatsoper München, Premiere LUCIA DI LAMMERMOOR, 26.01.2015

Januar 14, 2015 by  
Filed under Bayerische Staatsoper, Premieren, Pressemeldung

Bayerische Staatsoper München

Nationaltheater München © Wilfried Hösl

Nationaltheater München © Wilfried Hösl

Premiere 26. Januar 2015:

Lucia di Lammermoor von Gaetano Donizetti

Libretto von Salvatore Cammarano nach dem Roman The Bride of Lammermoor von Walter Scott In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln | Neuproduktion.

Weitere Vorstellungen Lucia di Lammermoor:  29. Januar 2015; 1.02.2015; 5.02.2015; 8.2.2015; 11.02.2015; 22.07.2015, 25.07.2015.

Barbara Wysocka hält Oper für die zeitgenössischste aller Künste. Für Wysocka ist die Hauptfigur in Lucia di Lammermoor kein prädestiniertes Opfer: „Ich sehe sie als starke Frau, die versucht, sich aus einem Netz, in dem sie gefangen ist, zu befreien. Lucia ist ein Opfer der von Männern dominierten Gesellschaft, will sich aber von dieser Opferrolle befreien und kämpft dagegen an. Eine Lucia, die kein Opfer sein will, kann spannend sein: Dann beobachten wir einen Kampf ums Leben. Dieser Kampf endet mit dem Tod, der in diesem Fall Befreiung bedeutet.“ Lucias physischer und psychischer Verfall gipfelt in ihren Wahnsinns-Attacken, die für Wysocka nicht einfach subjektiver Ausdruck einer einzelnen Figur, sondern die Spiegelung von einhundertjähriger Familiengeschichte und -politik sind.

Wysocka rückt in ihrer Interpretation besonders das Verhältnis zwischen Macht und Liebe ins Schlaglicht, da der Stoff für sie genauso Politdrama wie Liebesgeschichte ist. Die zentrale Verknüpfung von Politik und Liebesskandal führte sie bei ihrer Auseinandersetzung mit Lucia di Lammermoor zur Familiengeschichte der Kennedys. In ihrer Inszenierung spielt die amerikanische High Society der 1950er und 1960er Jahre eine wesentliche Rolle: „Die fünfziger und sechziger Jahre sind in unserer Gesellschaft die Zeit eines großen sittlichen Konfliktes und einer weitreichenden Verlogenheit – und die Kennedys sind hier ein gutes Beispiel.“ Motive wie Glamour, Macht, Lügen sowie erzwungene Ehen spielen in beiden Familiengeschichten folgenschwere Rollen und werden so zum Angelpunkt zwischen Lucia di Lammermoor und der Familie Kennedy.

Wysockas Lucia di Lammermoor spielt im Ballsaal eines verlassenen und halbverfallenen amerikanischen Grandhotels. Das Bühnenbild zeigt einen verwüsteten Raum voller Vergangenheit, in dem einst die Society verkehrte, Bälle und Gesellschaften stattfanden. Von Anfang ist das tragische Ende der Geschichte für den Zuschauer präsent – für Lucia und ihren Liebhaber Edgardo kann es keinen Ausweg, kein Happy End geben. Dabei legt die Regisseurin auch großen Wert auf die Rolle des Publikums, das zum passiven Zeugen einer grausamen Geschichte wird: „Die Zuschauer beobachten, wie das Schicksal die Figuren frisst.“

Die polnische Regisseurin gehört zu den kreativsten jungen Theaterkünstlern in Europa. 1978 geboren, studierte sie zunächst Violine an der Staatlichen Hochschule für Musik in Freiburg und dann Regie und Schauspiel an der Theaterhochschule Krakau. An den Münchner Kammerspielen erarbeitete Wysocka im Jahr 2012 Woyzeck/Wozzeck nach Georg Büchner und Alban Berg; weiterhin inszenierte sie am Warschauer Opernhaus Philip Glass’ Kammeroper The Fall of the House of Usher (2009) sowie Eugeniusz Knapiks Moby Dick (2014).

Mit Gaetano Donizettis Lucia di Lammermoor präsentiert die Bayerische Staatsoper Kirill Petrenkos erstes Premierendirigat der Saison. Für die Inszenierung zeichnet die polnische Regisseurin Barbara Wysocka verantwortlich. Diana Damrau singt die Titelpartie, an ihrer Seite ist Pavol Breslik als ihr Geliebter Edgardo di Ravenswood zu erleben.

Für Generalmusikdirektor Kirill Petrenko ist die Premiere von Lucia di Lammermoor die erste Auseinandersetzung mit einem Bühnenwerk des Belcanto. An diesem Werk fasziniert ihn vor allem die Vielschichtigkeit der Partitur, die trotz aller Dramatik doch nicht nur düster ist: „Bei aller dramaturgischen Tiefe und allen katastrophalen Wendungen der Handlung macht die Musik Hoffnung – dieser Wohlklang, der noch die schlimmsten Begebenheiten abfedert, ist ein geradezu Mozart’scher Zug in diesem Werk.“ Die besondere Herausforderung stellt für Petrenko vor allem die Flüchtigkeit der eigenhändigen Partitur Donizettis dar: „Diese Niederschrift wirft viele Fragen auf. Manchmal ist der Notentext nicht eindeutig, Begleitfiguren sind abgekürzt oder nur skizziert, andere Passagen gestrichen und revidiert.“ Die Petrenkos Interpretation zu Grunde liegende kritische Edition (von Gabriele Dotto und Roger Parker, Ricordi) „versucht unter Einbeziehung einer großen Zahl zeitgenössischer Quellen auf alle diese Fragen einen Antwort zu geben. Das Spannende ist in diesem Fall, dass wir uns nicht auf die Lösungen der Herausgeber zu verlassen, sondern diese Stellen selbst abzuwägen haben und, weil im Autograph eben oft die letzte Konsequenz fehlt, hier eigene Entscheidungen treffen können und müssen.“

Koloratursopranistin Diana Damrau ist in der Partie der Lucia in einer ihrer Paraderollen zu erleben. Seit ihrem Rollendebüt an der New Yorker Met 2008 kehrt sie immer wieder zu dieser Partie zurück, an der sie besonders Lucias Kraft und Kampfbereitschaft fasziniert. Für Diana Damrau ist es nach Rigoletto (Doris Dörrie, 2005), Ariadne auf Naxos (Robert Carsen, 2008), Die schweigsame Frau (Barrie Kosky, 2010) und Les contes d’Hoffmann (Richard Jones, 2011) die fünfte Premiere an der Bayerischen Staatsoper.

Pavol Breslik gibt als Lucias Geliebter Sir Edgardo di Ravenswood sein Rollendebüt. Der slowakische Tenor war an der Bayerischen Staatsoper u.a. bereits als Alfredo in La traviata, als Nemorino in L’elisir d’amore, als Lenski in Eugen Onegin und als Gennaro in Lucrezia Borgia zu erleben.

Gaetano Donizettis „Dramma tragico“ Lucia di Lammermoor wurde im September 1835 im Teatro San Carlo in Neapel uraufgeführt. Das Libretto stammt von Salvadore Cammarano, der sich von Walter Scotts Roman The Bride of Lammermoor inspirieren ließ. Von Zeitgenossen mit heftigen Begeisterungsstürmen gefeiert, gilt das Werk heute noch als herausragendes Werk des Belcanto, in welchem Donizetti seine dramatische Charakterisierungskunst vor allem in den Arien der Titelpartie unter Beweis stellen konnte. Lucia ist eine durch und durch romantische Heldin, die trotz ihres starken Willens und ihrer Durchsetzungskraft an der von Männern beherrschten Gesellschaft zugrunde geht. Ihr im Wahnsinn und schließlich im Tod endendes Drama ist eines der exemplarischsten und spannendsten Frauenschicksale der Operngeschichte. Die letzte Neuinszenierung der Oper in München feierte 1991 mit Edita Gruberova in der Titelpartie und Francisco Araiza als Edgardo Premiere (Michel Plasson / Robert Carsen). Bei dieser Aufführung spielte Sascha Reckert erstmals die in der Urfassung komponierte Glasharmonika-Begleitung der „Wahnsinnsszene“ auf seinem eigens gebauten Röhren-Verrophon. Reckert ist in dieser Funktion auch 2015 tätig.

BR-Klassik
Die Premiere von Lucia di Lammermoor wird am 26. Januar live auf BR-Klassik übertragen. Zuvor führt die Sendung Foyer mit Informationen, Interviews und Live-Gesprächen in das Werk ein.

STAATSOPER.TV
Kostenloser Live-Stream der Vorstellung auf www.staatsoper.de/tv am Sonntag, 1. Februar 2015 ab 19.00 Uhr

Pressemeldung Bayerische Staatsoper München

München, Bayerische Staatsoper München, Meistersinger-Medaille an Edita Gruberova, 22.01.2013

Januar 22, 2013 by  
Filed under Bayerische Staatsoper, Pressemeldung

Bayrische Staatsoper.jpg

Bayerische Staatsoper München

Die Meistersinger-Medaille der Bayerischen Staatsoper geht an Edita Gruberova

Bayerische Staatsoper München  /  Wolfgang Heubisch, Berthold Eichwald, Edita Gruberova, Nikolaus Bachler   © Wilfried Hösl

Bayerische Staatsoper München / Wolfgang Heubisch, Berthold Eichwald, Edita Gruberova, Nikolaus Bachler © Wilfried Hösl

Im Anschluss an eine Vorstellung von Gaetano Donizettis Lucrezia Borgia am vergangenen Sonntag erhielt Kammersängerin Edita Gruberova die Meistersinger-Medaille. Von den Freunden des Nationaltheaters gestiftet, wird diese Auszeichnung in unregelmäßigen Abständen von der Bayerischen Staatsoper für herausragende künstlerische Leistungen verliehen.
 
Gruberova empfing die Medaille im Rahmen eines festlichen Abendessens im Königssaal des Nationaltheaters. Nach den Begrüßungsworten von Prof. Berthold Eichwald, Vorstand der Freunde des Nationaltheaters, betonte Staatsintendant Nikolaus Bachler: „Wenn man eine solch einzigartige künstlerische Persönlichkeit ist wie Edita Gruberova, hat man viele Ehrungen hinter sich. Diese ist aber deshalb eine besondere, da es eine Auszeichnung einer Kunstinstitution ist, die bisher nur fünf Künstler erhalten haben. „Meistersinger-Medaille“ passt zu Edita – wenn Richard Wagner Frau Gruberova gekannt hätte, hätte er wohl eine Oper „Die Meistersängerin“ für sie komponiert. Edita Gruberova ist die Primadonna assoluta, die Einzigartige, die große Diva, und ich bin froh, dass München eines ihrer wichtigsten Häuser ist und bleiben wird.“ Die anschließende Laudatio hielt der Bayerische Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Dr. Wolfgang Heubisch: „Sie ist ein einzigartiges Aushängeschild der Bayerischen Staatsoper und des Münchner Kulturlebens.“
 
Die Meistersinger-Medaille aus Nymphenburger Porzellan wurde erstmals 1999 von den Freunden des Nationaltheaters, einer Vereinigung von Münchner Mäzenen, gestiftet. In Erinnerung an die Uraufführung von Richard Wagners Die Meistersinger von Nürnberg im Jahr 1868 am Münchner Hof- und Nationaltheater hat die Bayerische Staatsoper diese Auszeichnung für herausragende künstlerische Leistungen nun zum sechsten Mal verliehen. Die bisherigen Preisträger waren Kammersänger Hans Hotter (1999), Kammersängerin Inge Borkh (2001), Kammersängerin Astrid Varnay (2003), Kammersänger Dietrich Fischer-Dieskau (2005) und zuletzt Kammersängerin Hertha Töpper (2009).
 
Edita Gruberova wurde in Bratislava geboren, studierte am Konservatorium ihrer Heimatstadt und debütierte am dortigen Nationaltheater in Il barbiere di Siviglia als Rosina. 1970 wurde sie an die Wiener Staatsoper engagiert und startete von dort ihre internationale Karriere als eine der führenden Koloratursopranistinnen unserer Zeit. In München debütierte sie 1974 als Einspringerin in Mozarts Die Zauberflöte als Königin der Nacht. Mit dieser Rolle hat sie ebensolche Maßstäbe gesetzt wie als Zerbinetta in Ariadne auf Naxos, Lucia di Lammermoor oder in weiteren Titelpartien Donizettis. Gastspiele führten sie an alle großen Opernhäuser und Festivals der Welt. Sie ist Bayerische und Österreichische Kammersängerin und erhielt zahlreiche Auszeichnungen. Auch als Konzertsängerin und Liedinterpretin ist sie international geschätzt.
 
 
 
Pressemeldung Bayerische Staatsoper München