Berlin, Staatsoper Unter den Linden, Hänsel und Gretel von Engelbert Humperdinck, 08.12.2017

Staatsoper unter den Linden

Staatsoper Unter den Linden - Im Traum © Max Lautenschläger

Staatsoper Unter den Linden – Im Traum © Max Lautenschläger

Nach vielen Jahren – Hänsel und Gretel an der Lindenoper

8. Dezember 2017: Nach 54 Jahren gibt es erstmals wieder eine Neuproduktion von Engelbert Humperdincks Hänsel und Gretel an der Staatsoper Unter den Linden – in einer Inszenierung von Achim Freyer und unter der musikalischen Leitung von Sebastian Weigle

Regisseur Achim Freyer © Monika Rittershaus

Regisseur Achim Freyer © Monika Rittershaus

Am 8. Dezember steht mit Engelbert Humperdincks Märchenspiel in drei Bildern Hänsel und Gretel in der Regie von Achim Freyer die zweite Premiere der Spielzeit an der Staatsoper Unter den Linden auf dem Programm. Die musikalische Leitung der Staatskapelle Berlin übernimmt Sebastian Weigle. In den Titelpartien sind Katrin Wundsam und Elsa Dreisig zu erleben. Die letzte Neuproduktion von Hänsel und Gretel, eine Inszenierung von Erich-Alexander Winds, feierte am 23. November 1963 Premiere an der Staatsoper Unter den Linden. Die 234. und letzte Vorstellung fand 33 Jahre später am 23. Dezember 1996 statt – seitdem wurde das Stück an der Staatsoper nicht mehr aufgeführt.

Humperdincks Werk überführt das bekannte Märchen in eine humorvolle Erzählung, die auch dank ihres kompositorischen Tiefgangs weit über die Ansprüche einer einfachen Kinderoper hinaus geht. Mit großer Poesie thematisiert sie die Ängste und Wünsche einer in ärmlichen Verhältnissen lebenden Familie, deren jüngste Mitglieder den Verlockungen der bösen Hexe widerstehen. Ein Stoff, der für den großen Künstler Achim Freyer geradezu wie gemacht scheint: In seiner kunstvoll-bunten Inszenierung für alle Altersklassen zeichnet er phantasiereich und mit Humor die Charaktere nach – nicht ohne darin auch Querverweise für die Erwachsenen zu verstecken und u. a. die Verführung von Kindern zum Konsum durch weltumspannende Konzerne zu thematisieren.

Staatsoper Unter den Linden Berlin / Figurinenentwurf der Knusperhexe zu Hänsel und Gretel © Achim Freyer

Staatsoper Unter den Linden Berlin / Figurinenentwurf der Knusperhexe zu Hänsel und Gretel © Achim Freyer

Achim Freyer ist Maler, Regisseur, Bühnen- und Kostümbildner. Als Schauspielregisseur arbeitete Achim Freyer u. a. am Berliner Schlossparktheater, am Schiller Theater, am Berliner Ensemble sowie am Wiener Burgtheater. 1988 gründete er das Freyer-Ensemble, mit dem er eine vollkommen eigenständige Theatersprache entwickelte und zahlreiche eigene Stücke realisierte. Darüber hinaus wurden ihm u. a. der Nestroy Theaterpreis, der Hein-Heckroth-Bühnenbildpreis und das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen. Mit seinem bildnerischen Werk ist er regelmäßig auf internationalen Ausstellungen vertreten, dazu zählten u. a. die documenta 6 und 8 in Kassel. An der Staatsoper Unter den Linden führte Achim Freyer u. a. 2008 Regie bei Peter Tschaikowskys Eugen Onegin sowie 2012 bei Rappresentatione di Anima et di Corpo von Emilio de’ Cavalieri. Bei der Inszenierung von »Il barbiere di Siviglia« von Ruth Berghaus, die 1968 Premiere an der Staatsoper feierte, bis heute auf dem Spielplan steht und im April 2018 wieder aufgenommen wird, zeichnete Achim Freyer für das genial-einfache Bühnenbild und die Kostüme verantwortlich. Auch bei der Neuproduktion von »Hänsel und Gretel« ist Achim Freyer nicht nur als Regisseur, sondern auch für das Bühnenbild und die Kostüme verantwortlich.

Sebastian Weigle studierte Horn, Klavier und Dirigieren an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin. 1982 wurde er zum 1. Solohornisten der Staatskapelle Berlin ernannt. Nach 15 Jahren als Orchestermitglied war er von 1997 bis 2002 Staatskapellmeister an der Berliner Staatsoper. Von 2004 bis 2009 war er als Chefdirigent am Gran Teatre del Liceu in Barcelona tätig.Nach mehreren erfolgreichen Produktionen an der Oper Frankfurt wurde Sebastian Weigle mit Beginn der Spielzeit 2008/09 dort zum Generalmusikdirektor berufen. An der Staatsoper Unter den Linden dirigierte Sebastian Weigle zuletzt 2015 die Premiere von Der Freischütz in der Regie von Michael Thalheimer.

Die Rolle des Hänsel übernimmt die österreichische Mezzosopranistin Katrin Wundsam, als Gretel ist Elsa Dreisig zu erleben, die seit dieser Spielzeit fest zum Ensemble der Staatsoper Unter den Linden gehört und in der Saisoneröffnungspremiere »Zum Augenblicke verweile doch! Szenen aus Goethes Faust« als Gretchen auf der Bühne stand. Zum weiteren Ensemble zählen in wechselnder Besetzung  Natalia Skrycka, Evelin Novak sowie Roman Trekel, Arttu Kataja, Marina Prudenskaya, Anna Samuil, Jürgen Sacher, Stephan Rügamer, Corinna Scheurle und Sarah Aristidou. Es singt darüber hinaus der Kinderchor der Staatsoper Unter den Linden (Einstudierung: Vinzenz Weissenburger).

Zur Einstimmung auf die Premiere findet am Sonntag, den 26. November um 11 Uhr im Apollosaal der Staatsoper Unter den Linden ein Künstlergespräch statt – mit Achim Freyer, Sebastian Weigle und Elena Garcia Fernandez (Dramaturgie). Katrin Wundsam und Elsa Dreisig werden einen musikalischen Einblick in das Werk geben, begleitet von Pianist Markus Appelt. Die Matinee wird moderiert von der Dramaturgin Larissa Wieczorek. Der Eintritt ist frei.

Am 16. Dezember veranstaltet die Junge Staatsoper um 14 Uhr anlässlich der Premiere einen Familienworkshop, bei dem sich Kinder von 8 bis 14 Jahren und ihre Eltern (bzw. Großeltern oder Paten) gemeinsam auf den Besuch einer Vorstellung vorbereiten können. Am 23. und 29. Dezember finden jeweils um 15 Uhr zwei Familienvorstellungen von Hänsel und Gretel statt, bei denen Kinder und junge Erwachsene unter 18 Jahren auf allen Plätzen nur 10 Euro zahlen, für die Eltern gilt der Originalpreis. PMStUdL

Hänsel und Gretel an der Staatsoper Unter den Linden: Premiere 8.12.2017, weitere Vorstellungen 11.12.2017, 12.12.2017, 23.12.2017, 25.122.2017, 29.12.2017

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Mainz, Staatstheater Mainz, Uraufführung TAMÁSS – Hörtheater, 03.06.2017

Mai 30, 2017 by  
Filed under Konzert, Pressemeldung, Staatstheater Mainz

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Staatstheater Mainz

Staatstheater Mainz © Andreas Etter

Staatstheater Mainz © Andreas Etter

TAMÁSS Uraufführung – HÖRTHEATER

3. Juni um 19.30 Uhr im Großen Haus, weitere Termine  5.06.2017, 16.06.2017, 19.06.2017, 21.06.2017

Was macht eigentlich die (künstlerische) Identität aus? Über zwei Jahre hinweg haben das Musiktheater des Staatstheater Mainz und das Mannheimer Oriental-Jazz-Ensemble LebiDerya unter dem Stichwort Tamáss praktisch an dieser Fragestellung geforscht: Grenze, aber auch Berührung kann der arabisch-persische Begriff umfassen und bringt damit die Spannweite von (musikalischen) Begegnungen auf den Punkt. Wie prägen uns nun Kultur, Herkunft und Sozialisation und beeinflussen unsere (künstlerische) Identitätsfindung?

Gemeinsam mit Ensemblemitgliedern, Musikern des Philharmonischen Staatsorchesters, Gästen aus Deutschland und dem arabischen Raum erkundet dieses Hörtheater den Themenkomplex mit musikalischen und szenischen Collagen. Das Publikum nimmt auf der Bühne des Staatstheater Mainz Platz und wird ganz unterschiedliche künstlerische Persönlichkeiten kennenlernen, die ihre Musiken miteinander konfrontieren lassen. Keine Fusion-Weltmusik steht hierbei im Zentrum, sondern das harte Neben- und Miteinander von starken musikalischen Identitäten, die zu neuen und ungehörten Schichtungen führen werden.

Das musikalische Material der Mitwirkenden:

Franz Schubert
2. Satz (aus Streichquartett Nr. 14 Der Tod und das Mädchen)

Béla Bártok
5. Satz Allegro pizzicato (aus Streichquartett Nr. 4)

Georges Aperghis
Retrouvailles
Lord how come me here (Traditional)

Lucia Ronchetti
La fuga degli organi (aus Esame di Mezzanotte)
Drammaturgia für Tenor solo. Text von Ermanno Cavazzoni.

Enno Poppe
Wespe
Text von Marcel Bayer

Alban Berg
Arie der Lulu (aus Lulu)

Karim Haddad
Ficus vitis

Wolfgang Amadeus Mozart
Andrò ramingo e solo (aus Idomeneo)

Kaaja Saariaho
I am (aus From the grammar of dreams)

Giacinto Scelsi
Sauh I
Halleluja (aus Latin Prayers)

Johannes Stange
Graublau

Dietrich Buxtehude
Quemadmodum desiderat cervus

Ghassan Sahhab
Khawtet Hijez

Künstlerische Leitung: Anselm Dalferth und Joss Turnbull, Inszenierung: Anselm Dalferth, Ausstattung: Lisa Maline Busse, Licht: Peter Maier, Dramaturgie: Lars Gebhardt, Sorpran: Alexandra Samouilidou, Sopran: Maren Schwier (Opernstudio)
Mezzosopran: Geneviève King, Tenor: Ziad Nehme, Arabischer Gesang: Abdel Karim Shaar, Kanun: Ghassan Sahhab, Arabische Percussion: Joss Turnbull, Jazztrompete: Johannes Stange, Jazzposaune: Stephan Kirsch, Jazzgitarre / Jazzbass: Nicola Hein
Violine 1: Mihail Katev, Violine 2: Victor Bustamante, Bratsche: Malte Schaefer, Cello: Judith Falzerano, Oud: Abdalhadi Deep.  PMStthMz

 

Dresden, Semperoper Dresden, Premiere: L’IMPRESARIO DELLE CANARIE/SUB-PLOT, 06.04.2014

April 2, 2014 by  
Filed under Premieren, Pressemeldung, SemperOper

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Semperoper Dresden

Dresden Semperoper © IOCO

Dresden Semperoper © IOCO

Das Intermezzo »L’impresario delle Canarie/Sub-Plot« von Giambattista Martini und Lucia Ronchetti feiert am 6. April Premiere

 
 
Die allürenreiche Sängerin Dorina und ihr zudringlicher Impresario aus »Dorina e Nibbio« sind zurück – diesmal in der musikalischen Version von Giovanni Battista Martini, der wie sein Kollege Domenico Sarro das heitere Libretto von Pietro Metastasio vertonte. Und auch für dieses Intermezzo hat die italienische Komponistin Lucia Ronchetti ein neues Zwischenspiel komponiert, »Sub-Plot«. Axel Köhler inszeniert »L’impresario delle Canarie/Sub-Plot« zwischen den Holzwänden einer barocken Kulissenbühne, die Bühnenbildner Arne Walther von ihrer Rückseite zeigt. Die in historische Kostüme von Frauke Schernau gewandeten Figuren bedienen sich hier – durchaus parodistisch – der barocken Gestensprache, die der Barocktheaterspezialist Nils Niemann mit ihnen erarbeitet.
 
Christel Loetzsch ist Dorina, Matthias Rexroth singt Nibbio, Norma Nahoun die Didone, Pavol Kubán den Enea und Julian Arsenault den Iarba.
 
 
Es musizieren bei dieser Koproduktion des Opernhauses Halle Mitglieder des Händelfestspielorchesters Halle unter der Leitung von Felice Venanzoni.
 
Weitere Vorstellungen finden am 13., 20. April, 1. Mai und 1. Juni statt.
 
 

Pressemeldung Semperoper Dresden

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Berlin, Staatsoper im Schiller Theater, Premiere: Lezioni di Tenebra, 30.01.2014

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Staatsoper im Schiller Theater

Staatsoper im Schillertheater © Thomas Bartilla

Staatsoper im Schillertheater © Thomas Bartilla

Lezioni di Tenebra von Lucia Ronchetti; nach Giasone von Francesco Cavalli

Premiere 30. Januar 2014  20:00 Uhr,  Weitere Vorstellungen: 31. Januar, 2., 7. und 10. Februar sowie 27. und 29. Juni 2014
 
Lucia Ronchettis Kammeroper Lezioni di Tenebra ist am 30. Januar 2014 die nächste Premiere in der Werkstatt der Staatsoper im Schiller Theater. Es ist nach Last Desire (2011) das zweite Werk der 1963 geborenen Kompo­nistin, das in der Werkstatt zur Aufführung kommt. Lucia Ronchetti selbst begleitet die Proben an der Staatsoper. Die Opernwelt notierte im letzten Jahr: »Kein Zweifel, Ronchetti, die unter anderem bei Salvatore Sciarrino und Tristan Murail studierte, ist die interessanteste, gescheiteste, vielseitigste Komponistin Italiens«.
 
Als Grundlage für die erstmals 2011 aufgeführten Lektionen der Finsternis diente Francesco Cavallis Erfolgsoper Giasone, die 1649 im Auftrag des Teatro di San Cassiano in Venedig entstand und frei auf dem Mythos von Jason, Medea und dem Goldenen Vlies basiert. Lucia Ronchetti »übermalte« Cavallis Partitur, zerlegte selbige in ihre Grundelemente und kompo­nierte neue Musik hinzu. Die barocke Musik schimmert dabei stets durch und beide Klang­welten fügen sich zu einer originellen Symbiose.
 
Die vielen Rollen der barocken Vorlage verteilen sich bei Ronchetti auf zwei virtuose Gesangs­­solisten. Der Countertenor Daniel Gloger und die Sopranistin Olivia Stahn sind nicht nur als Jason und Medea zu erleben, sondern singen ebenfalls die Partien der Liebhaber und der Boten. Unterstützt werden sie von einem vierköpfigen Chorensemble (Sónia Grané, Lena Haselmann, Martin Gerke und Christian Oldenburg) sowie Musikern der Staatskapelle Berlin (Streichquartett, Schlagwerk, Klavier) unter der musikalischen Leitung von Max Renne. Inszeniert wird die Kammeroper von Reyna Bruns. Den Raum und die Kostüme gestaltet Stephan von Wedel.
  
Premiere am 30. Januar 2014 um 20:00 Uhr
Weitere Vorstellungen: 31. Januar, 2., 7. und 10. Februar sowie 27. und 29. Juni
 
Staatsoper im Schillertheater – Werkstatt
Werkeinführung 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn
 
 
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