Linz, Landestheater Linz, Österreichische Tanzgala, 05.05.2013

Mai 3, 2013 by  
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Landestheater Linz

Österreichische Tanzgala

Landestheater Linz / Black Cake  © Michael Pöhn

Landestheater Linz / Black Cake © Michael Pöhn

 
Die Österreichische Tanzgala zeigt ein Panoptikum der heimischen Tanzszene. Am 5.
Mai 2013 treffen sich Landestheater Kompanien aus allen Himmelsrichtungen und
Solisten des Wiener Staatsballetts im neuen Musiktheater an Volksgarten. Last-
Minute- Tickets sind am Sonntag, 5. Mai im Rahmen des „Tag des Tanzes“ ab 11 Uhr im
Kartenservice des Musiktheaters erhältlich!
 
Initiiert von Jochen Ulrich, dem im vergangenen November verstorbenen Ballettdirektor des Landestheaters Linz, und nun in der künstlerischen Verantwortung von Fabrice Jucquois, zeigen die Kompanien der österreichischen Landestheater sowie Solisten des Wiener Staatsballetts die Vielfalt der österreichischen Tanzlandschaft.
 
Die Tanzkompanie des Tiroler Landestheaters unter Enrique Gasa Valgawird u.a. Ausschnitte aus seiner Produktion Faust präsentieren, das Ballettensemble des
Landestheaters 
Salzburg zeigt Ravels Bolero in der Choreografie seines Ballettdirektors Peter Breuer. Die Tanzkompanie der Oper Graz tanzt ausgewählte Szenen aus Daphnis et Chloé seines Chefchoreografen Darrel Toulon sowie Debussys Faun in der Choreografie von Vasco Wellenkamp. Mit Dagmar Kronberger und Eno Peci stellen Solisten des Wiener Staatsballetts ihre Vielseitigkeit unter Beweis: mit dem hinreißenden Pas de deux aus Boris Eifmans Anna Karenina sowie Ausschnitten aus Black Cake von Hans van Manen.
Ein Vorgeschmack auf die nächste Linzer Ballettpremiere bildet den Schlusspunkt der Gala: Mit Ausschnitten aus Romeo und Julia (in einer Neueinstudierung einer Kölner Produktion von Jochen Ulrich) wird dem verstorbenen Linzer Ballettdirektor die Ehre erwiesen. Am Sonntag, 5. Mai 2013 ab 11 Uhr sind Last-Minute-Tickets an der Musiktheater Kassa erhältlich.
 
 
Pressemeldung Landestheater Linz

 

Dresden, Semperoper Dresden, Uraufführung des Requiems „Dresden“ von Lera Auerbach, 13./14.02.2012

Januar 31, 2012 by  
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Semperoper Dresden

Ode an den Frieden _ Lera Auerbachs Requiem »Dresden« wird in den Gedenkkonzerten der Staatskapelle uraufgeführt

Staatskapelle Dresden / Lera Auerbach  © F. Reinhold

Staatskapelle Dresden / Lera Auerbach © F. Reinhold

Alljährlich musizieren die Sächsische Staatskapelle und der Staatsopernchor am 13. und 14. Februar ein Konzert im Gedenken an die Zerstörung Dresdens im Zweiten Weltkrieg. In diesem Jahr stehen diese Konzerte unter einem besonderen Vorzeichen: Zum ersten Mal seit über 50 Jahren erklingt zu diesem Anlass ein neu komponiertes Requiem, das neben der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit auch das heutige Leid thematisiert und den Gedanken der Hoffnung mit einschließt. Mit dem von der Sächsischen Staatskapelle und der Stiftung Frauenkirche Dresden gemeinsam beauftragten Requiem »Dresden« stellt die Capell-Compositrice Lera Auerbach zugleich das umfangreichste Werk im Rahmen ihrer Dresdner Residenz vor. Uraufgeführt wird es am 11. Februar in der Dresdner Frauenkirche – dem Ort, an dem die künstlerische Idee entstand und der die Komponistin zu diesem Werk inspirierte.
Lera Auerbach stand in den vergangenen Monaten in besonderer Weise im Fokus der Medien: Im August und September 2011 eröffnete die Komponistin mit der Aufführung ihrer »Dialogues on Stabat Mater« und der Uraufführung ihres neuen Streichquartettes »Songs of Alkonost«, das in der Semperoper und bei den Internationalen Schostakowitsch Tagen Gohrisch zu hören war, ihre Residenz als diesjährige Capell-Compositrice der Sächsischen Staatskapelle. Im November 2011 folgte die Uraufführung ihrer Oper »Gogol« am Theater an der Wien – ein Erfolg, der die Opernwelt aufhorchen ließ und Publikum wie auch zahlreiche Kritiker in Begeisterung versetzte. »Auerbach ist primär eine Melodikerin«, schwärmte Reinhard Brembeck in der Süddeutschen Zeitung. »Wer so fest an die Melodie glaubt, wer nichts anderes im Instrumentalen sucht, der kann auch brillant für Singstimmen schreiben.«
In den diesjährigen Konzerten zum Dresdner Gedenktag steht die nächste Uraufführung eines vokalen Auerbach-Werkes an: das Requiem »Dresden«, das wie die Gogol-Oper abendfüllend sein wird und damit den größten Auftrag darstellt, den die Staatskapelle bislang an einen ihrer Capell-Compositeure vergeben hat. Hierfür kooperierte sie mit der Stiftung Frauenkirche Dresden. Gemeinsamer Wunsch der Auftraggeber und der Komponistin war eine Uraufführung im wieder aufgebauten Dresdner Gotteshaus, das für die Überwindung von Trauer und Tod durch Hoffnung und Versöhnung steht. So erklingt das Werk nun erstmals im direkten zeitlichen Vorfeld des Dresdner Gedenktages am 11. Februar und nachfolgend am 13. und 14. Februar auch in der Semperoper.

Für die in New York lebende russisch-amerikanische Komponistin ist das Requiem eine Herzensangelegenheit. Bei ihren bisherigen Aufenthalten in Dresden habe sie sich zwangsläufig mit der Historie der Stadt auseinandergesetzt. »Dresden ist durch die schreckliche Zerstörung im Zweiten Weltkrieg zu einem Symbol für unglaubliches Leid geworden, aber es ist heute eine Stadt, die ebenso für den friedlichen Wiederaufbau und für Erneuerung steht.« Deshalb ergänzte Lera Auerbach den Titel des Werkes im Laufe des Kompositionsprozesses durch den Untertitel »Ode to Peace« – »Ode an den Frieden«, womit sie den zentralen Gedanken der Versöhnung und der Hoffnung unterstreicht. Wichtig war ihr außerdem der Bezug zu Schillers Menschheits-Ode »An die Freude«, die zumindest in Teilen am Dresdner Elbufer entstanden ist.

Erste Requiem-Uraufführung seit 56 Jahren
Auerbach stellt mit dem Werk bereits ihre dritte Requiem-Komposition vor. 2007 entstand ihr in Bremen uraufgeführtes »Russian Requiem«, und bereits ein Jahr zuvor schrieb sie mit ihrer zweiten Symphonie ebenfalls ein vokal-symphonisches Werk, dem sie den Untertitel »Requiem for a Poet« gab. Beide Werke sind einer vergleichsweise traditionellen und dennoch individuellen Musiksprache verpflichtet, die den Hörer unmittelbar berührt und überwältigt. Dies dürfte sicher auch für das »Dresden«-Requiem zutreffen.
Neben der historischen Auseinandersetzung mit der Dresdner Geschichte ging diesem Werk auch eine umfassende theologische und linguistische Vorbereitung voraus: Für das insgesamt 18-sätzige Libretto griff Lera Auerbach neben dem Text der lateinischen Totenmesse auch auf eine Vielzahl anderer Texte zurück, darunter Psalmen, das »Vater unser« wie auch zentrale Gebete der jüdischen Liturgie, die der jüdisch-stämmigen Komponistin in besonderer Weise vertraut sind. So ist es zum einen der überkonfessionelle Charakter, der das Werk auszeichnet, zum anderen aber auch ein überzeitlicher: Den Jahrhunderte alten Gebetstexten stellt Auerbach Texte aus der Gegenwart gegenüber, etwa das Gebet von Father Judge, dem Kaplan der New Yorker Feuerwehr und ersten dokumentierten Opfer der Terroranschläge vom 11. September, oder ein Gedicht des Dresdner Autors Christian Lehnert, das dieser 2003 für die Glockenweihe der damals im Wiederaufbau begriffenen Frauenkirche schrieb. Das »Kyrie«, die Bitte um Erbarmen, wird in über 20 verschiedenen Sprachen gesungen – Ausdruck des universalen Anspruchs, den die Komponistin mit ihrem Werk verfolgt.

Lera Auerbachs »Ode an den Frieden« ist also in vielfacher Hinsicht eine Herausforderung. Auch in den Gedenkkonzerten der Staatskapelle nimmt das Requiem eine Sonderstellung ein: Seit 1956 ist in diesen Konzerten, in denen in der Regel die »klassischen« Totenmessen von Mozart, Brahms, Verdi oder auch Berlioz und Dvo?ák auf dem Programm stehen, keine Uraufführung mehr erklungen. 1956 dirigierte der damalige Kapellmeister Kurt Striegler ein eigenes Requiem, das er den elf Jahre zuvor in Dresden Umgekommenen widmete. Lera Auerbach schrieb ihr Werk – die aktuellen politischen und ideologischen Konflikte vor Augen – »im Gedenken an die Opfer nationalistischer Bewegungen auf der ganzen Welt«.
Musikalische Völkerverständigung
Dem Gedanken der Völkerverständigung ist auch die Auswahl der Interpreten des Dresdner Requiems verpflichtet, die das Werk in der Frauenkirche und in der Semperoper zur Aufführung bringen. »Wir haben sehr bewusst Künstler aus jenen Ländern ausgewählt, die im Zweiten Weltkrieg unter den Deutschen gelitten haben«, erläutert Jan Nast, Orchesterdirektor der Sächsischen Staatskapelle. So sind an den Konzerten – neben den Mitgliedern der Staatskapelle und den Männern des Staatsopernchors – ein russischer Dirigent (Vladimir Jurowski), ein englischer Bariton (Mark Stone), ein holländischer Countertenor (Maarten Engeltjes) sowie Knabenchöre aus London (St. Paul’s Cathedral Choir) und New York (Saint Thomas Choir of Boys) beteiligt. Damit steht das Werk auch in einer Traditionslinie mit dem »War Requiem« von Benjamin Britten, der 1962 mit einer ähnlichen Wahl der Interpreten die Versöhnung zwischen den im Krieg verfeindeten Völkern unterstrich. Im Unterschied zu Britten sieht die Partitur des Requiems »Dresden« aber ausschließlich männliche Gesangsstimmen vor: »Es sind die Männer und Knaben, die als Soldaten bis heute die kriegerischen Auseinandersetzungen führen. Doch so lange Knaben singen, gibt es Hoffnung, dass die Spirale des Leids irgendwann ein Ende findet«, so die Komponistin.
Mit Vladimir Jurowski konnte für die Uraufführung ein Dirigent gewonnen werden, der biographisch eng mit Dresden verbunden ist und als ein profunder Anwalt nicht zuletzt der zeitgenössischen russischen Musik gilt. Der Principal Conductor des London Philharmonic Orchestra, der als Gastdirigent der Sächsischen Staatskapelle bereits seit mehreren Jahren regelmäßig für Höhepunkte des Dresdner Musiklebens sorgt, begann seine Ausbildung an der Dresdner Musikhochschule und ist heute einer der gefragtesten Dirigenten weltweit. Auch für ihn ist die Requiem-Uraufführung in den Dresdner Gedenkkonzerten, die traditionell ohne Beifall stattfinden und in einer Schweigeminute enden, etwas »sehr Bewegendes und Außergewöhnliches«.
Bereits am 10. Februar gibt Lera Auerbach in einem Künstlergespräch im Foyer der Semperoper Auskunft über ihr neues Werk und ihre ästhetischen Überzeugungen. Unmittelbar vor der Uraufführung am 11. Februar findet im Hauptraum der Frauenkirche zudem eine Konzerteinführung in Anwesenheit der Komponistin statt.

(Textautor: Tobias Niederschlag)
Konzert in der Frauenkirche III
Samstag, 11. Februar 2012, 20 Uhr*
Frauenkirche Dresden
6. Symphoniekonzert
Montag, 13. Februar 2012, 20 Uhr
Dienstag, 14. Februar 2012, 20 Uhr
Semperoper Dresden
Zum Gedenken an die Zerstörung Dresdens am 13. Februar 1945
Vladimir Jurowski Dirigent
Maarten Engeltjes Countertenor
Mark Stone Bariton
Saint Thomas Choir of Boys (New York)
St. Paul’s Cathedral Choir (London)
Herren des Sächsischen Staatsopernchors Dresden
Einstudierung: Pablo Assante
Lera Auerbach
Requiem »Dresden – Ode an den Frieden« [2012]
Uraufführung
Auftragswerk der Stiftung Frauenkirche Dresden und der Sächsischen Staatskapelle Dresden
Am 14. Februar Live-Übertragung auf MDR Figaro
* Um 19 Uhr Konzerteinführung in Anwesenheit der Komponistin im Hauptraum der Frauenkirche. Für Konzertbesucher ist diese kostenlos (Einlass ab 18.45 Uhr).
Pressemeldung Semperoper Dresden

Essen, Philharmonie Essen, Streichquartett Meta4, 29.01.2012

Januar 23, 2012 by  
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Philharmonie Essen

Streichquartett Meta4 stellt sich vor

Konzert in der Reihe „Essener Jugendstil“ am Sonntag, 29. Januar 2012, um 11 Uhr

 Das junge finnische Streichquartett Meta4 stellt sich am Sonntag, 29. Januar 2012, um 11:00 Uhr in der Philharmonie Essen vor. Im Gepäck haben Antti Tikkanen (Violine), Minna Pensola (Violine), Atte Kilpeläinen (Viola) und Tomas Djupsjöbacka (Violoncello) ein ebenso unkonventionelles wie spannendes Programm: Jouni Kaipainens Streichquartett Nr. 6, op. 92 „The Terror Run“, Gabriel Faurés Streichquartett e-Moll, op. 121 und Béla Bartóks Streichquartett Nr. 1 a-Moll, Sz 40.

Der selbstverständliche Umgang mit zeitgenössischer Musik ist eines der Markenzeichen des Ensembles, was sich nicht zuletzt im Konzert im Alfried Krupp Saal widerspiegelt. Weitere Belege für die musikalische Offenheit des Ensembles: Seit einigen Jahren spielt das Quartett im Stehen. „Es macht einen freier und man fühlt sich freier“, erläutert Antti Tikkanen. Zudem sitzt seit Kurzem, fürwahr ungewöhnlich, das Cello neben der zweiten Violine, die Bratsche neben der ersten – das klinge besser. Mit solchen Akzenten sorgt Meta4 seit 2004, als die damals ganz junge Formation beim Moskauer Schostakowitsch-Wettbewerb als Sieger hervorging, für Furore. Sein rasanter Aufstieg führte Meta4 bereits u.a. in die Londoner Wigmore Hall, das Concertgebouw  Amsterdam und die berühmte Carnegie Hall in New York.

Im Anschluss an das Konzert findet ein Künstlergespräch im Foyer statt. Jeder Besucher erhält dazu ein kostenloses Softgetränk.

Karten (Einheitspreis (€): 16,- zzgl. Systemgebühr) und Infos unter T 02 01 81 22-200 und www.philharmonie-essen.de.

Köln, Oper Köln, Norma von Vincenzo Bellini in Starbesetzung, IOCO Kritik, 20.01.2012

Januar 20, 2012 by  
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Kritik

Oper Köln

Norma assoluta:  Edita Gruberova, Regina Richter, Zoran Todorovich

Hörprobe :

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Oper Köln © IOCO

Oper Köln © IOCO

Die Kölner Oper ist künstlerisch wie logistisch höchst leistungsfähig. Unter der mühsamen Sanierung des Opernhauses (Kosten € 250 Mio) müssen künstlerische Leistungen nicht leiden beweist Intendant Uwe Laufenberg immer wieder. Die Höhepunkte der bisherigen Spielzeit 2011/12  La Clemenza di Tito im Oberlandesgericht, Messa da Reqiem im Palladium, Ariadne auf Naxos mit Daniela Fally als Ariadne und nun Norma von Vincenzo Bellini mit Edita Gruberova  und Zoran Todorovich  im Opernhaus stellen die Oper Köln trotz sanierungsbedingter Behinderungen in die erste Reihe deutscher Musiktheater.

„Bellini ist reich an Empfindung und besitzt eine nur ihm eigene Melancholie. Welche Wahrheit und Macht der Deklamation..!“  so Giuseppe Verdi 1898, wissend, daß mit Vincenco Bellini um 1820 jene Entwicklung begann, die den Gesang von Kehlfertigkeit und Technik mehr zum Ausdruck von Seele, des Gemütes, von Stimmungen wandelte. Auch Richard Wagner, ansonsten eher musikalische Antipode Verdis, teilte dessen Begeisterung für Bellini.  Der zur gleichen Zeit wie Bellini  lebende Gaetano Donizetti mag der modernere Komponist gewesen sein. Im Zarten wie im Romantischen gilt der „Petrarca der Musik“, wie Bellini auch beschrieben wird, als unübertroffen.  

Und so wurde die konzertante Aufführung von Bellinis wohl herausragendster Oper Norma  am 18.1.2012 in der ausverkauften  Oper Köln zu der erwarteten musikalischen Sternstunde. Dirigent Andriy Yurkevych ist Norma-erfahren: Am Teatro Massimo in Palermo und der Staatsoper Berlin. Nun dirigiert Yurkevych in Köln: Konzertante Aufführungen projizieren die Aufmerksamkeit der Besucher verstärkt auf Dirigent, Stimmen und Klangfarben. Die sichtbare Präsenz zwingt den Dirigenten zu deutlich größerer Mitgestaltung. Welche Yurkevych in Köln voll erfüllte: Bereits die spritzig und geschmeidig servierte Ouvertüre kündigt die Schönheit des kommenden Belcanto-Abends an. Yurkevych läßt die Melodien lyrisch fließen, formt weite Kantilenen ohne Tempi zu verschleppen, treibt mit elegant differenzierendem Klang die Spannung.  Mit Gespür für Abstimmung zwischen Solisten, dem von Andrew Ollivant gut einstudierten Chor der Oper Köln und dem  Gürzenich-Orchester  führt  Yurkevych  sanft aber präzise.

Norma ist ein von romantischen Klangfarben durchsetzter „Liebeshymnus“, mit höchsten Ansprüchen an die Solisten. Ioan Holender, einst hinsichtlich der Norma Besetzung an der Wiener Staatsoper befragt, rühmte Edita Gruberova als seine unstrittige Preferenz. Seit Jahren bestätigt  Edita Gruberova diese hohe Wertung als weltweit gesuchte Norma, lebende Nachfolgerin der großartigen Maria Callas. So auch in Köln: Edita Gruberova gestaltete die Partie der zerrissenen Druiden-Priesterin mimisch, gestisch und stimmlich ausdrucksvoll mitreißend: Drohende Untertöne wechseln in höchsten Tonlagen mit kultiviertem Pianissimo. Ihr  Atem schien unendlich. Die große Casta Diva – Arie lebt, gestaltet, formt Edita Gruberova. Kein deutliches Zeichen von Überforderung ist hörbar, nur in Timbre und Mimik sind gelegentlich „Spannungen“ zu ahnen. Regina Richter, Ensemblemitglied der Oper Köln, glänzte erneut in einem schwierigen Rollendebut. Mit wohltimbrierten Messa di Voce  und glühendem Mezzosopran gab sie der Rivalin Adalgisa authentisch Stimme und Persönlichkeit. Die unendlich wirkenden Duette von Norma und Adalgisa demonstrierten an diesem Abend lyrisches Belcanto reinster Form. Beeindruckend, mit welcher Ebenbürtigkeit zu Weltstars Regina Richter den Erfolg dieses Abend mitgestaltete. Zoran Todorovich besitzt natürliche Bühnenpräsenz. Er bildet einen sicheren Prokonsul Pollione ab. Sein tenoraler Schmelz ist kraftvoll und bruchlos, wenn auch ein wenig unflexibel im Ausdruck. Wunderbar ergänzt er die reinen Frauenstimmen im Finale des ersten und zweiten Aktes. Auffällig, wenn auch vom Beifall  zu Unrecht etwas vernachlässigt, der junge  Nikolai Didenko als Druide Orovese, Normas Vater, dessen wohltönender und ausdrucksstarker russischer Bass den Belcanto-Ansprüchen des Abends traumhaft gerecht wird. Die kleineren Partien dieser Norma-Produktion waren von Rollendebüttanten gut besetzt: Jeongki Cho verlieh mit hellem, glatten Tenor dem Flavio Persönlichkeit. Auch Machiko Obata  meisterte ihre Clotilde – Partie gut.

Standing Ovations, lautstark und ausdauernd, passten zu dem Stimmenfest des Abends. Die Oper Köln bestätigt mit dieser Norma-Produktion erneut ihre Position in der ersten Reihe deutscher Musiktheater.

IOCO / Viktor Jarosch / 20.01.2012

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