Wien, Wiener Staatsoper, Spielplan 2017/18 – Im Olymp der Musiktheater, IOCO Aktuell, 14.04.2017

April 15, 2017 by  
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Wiener Staatsoper © Wiener Staatsoper / Michael Poehn

Wiener Staatsoper © Wiener Staatsoper / Michael Poehn

Die Wiener Staatsoper – Olymp der Musiktheater

2017/18 – 600.000 Besucher, 350 Vorstellungen: 227 Oper, 53 Ballett,….
54 Opernwerke, 9 Ballette, 4 Kinderopern

Die Wiener Staatsoper ist der Olymp der Musiktheater, weltweit. Die Weltgeltung der Staatsoper hält der Franzose Dominique Meyer seit 2011 auf hohem Niveau: 600.000 Besucher jährlich, eine Auslastung von 99% auf 2.284 Plätzen: Normalität in Wien, doch auch weltweit einzigartig. Die Spielzeit 2017/18 beginnt am 3. September 2017 mit einem Tag der Offenen Tür. Am 4.9. nimmt mit der Repertoire-Oper Il Trovatore, Regie Daniele Abbado, mit Anna Netrebko als Leonora und Marcelo Alvarez als Manrico das künstlerische Geschehen 2017/18 seinen Lauf auf.

Wiener Staatsoper / Legris - Meyer - Platzer © IOCO

Wiener Staatsoper / Legris – Meyer – Platzer © IOCO

Die kommende Spielzeit präsentierten Dominique Meyer, Ballettchef Manuel Legris und Finanzchef Thomas Platzer im April 2017 sympathisch entspannt. Traditionell beginnt Meyer die Spielplan-Pessekonferenz mit der Präsentation von Zahlen zur laufenden Spielzeit und betont die Bedeutung hoher Auslastung („…es gibt Leute die sagen, Auslastung sei nicht wichtig; doch was würden diese Leute sagen, wenn die Auslastung niedrig wäre..„) und positioniert damit die Wiener Staatsoper als realitätsorientierten Kulturtempel, welcher jenseits verzaubernden Bühnengeschehens seine Aufgaben real wie professionell umsetzt. Die Gesamt Auslastung der laufenden Saison lag per 3.4.2017 bei 98,70%, die Auslastung der Oper bei 99,26%, des Ballett bei 97,21%. Auch negativ erscheinende Zahlen erklärt Meyer im Detail: Der Rückgang der Besucherzahl zum 3.4.2017 von 403.000 gegenüber 410.000 im Vorjahr ist dem Schaltjahr 2016 und Kinderoper-Vorstellungen auf der Hauptbühne zuzuschreiben. Auffällig im Zahlenmarathon: Ein drittel aller Besucher der Staatsoper, 200.000, sind Zugereiste! Eine Zahl, welche das hohe internationale Ansehen der Wiener Staatsoper wie deren herausragende Bedeutung für die einheimische Wirtschaft griffig dokumentiert.

Wiener Staatsoper / Anna Netrebko und Dominique Meyer © Wiener Staatsoper GmbH / Ashley Taylor

Wiener Staatsoper / Anna Netrebko und Dominique Meyer © Wiener Staatsoper GmbH / Ashley Taylor

2019, zum 150 – jährigen Jubiläum der 1869 eröffneten Staatsoper soll, so Meyer, die Staatsoper saniert sein; es besteht erheblicher Sanierungsbedarf. Beginn im Sommer 2017 mit dem Schwind-Foyer und Loggia. Auch soll die Untertitelanlage des Theaters auf ein System mit Tablets umgestellt werden und sechs Sprachen. u.a. Japanisch, bedienen; Meyer sieht mit Blick auf komplexe Operntexte noch erhebliche Probleme. Doch das Augenmerk Meyers gilt ebenso den im Theatergeschehen erheblich unterrepräsentierten Weiblichkeit: Bei Dirigenten, Regisseuren und Komponisten sind Frauen noch Ausnahmen; Taten folgen der Ansage: Die erste Premiere der neuen Spielzeit, Der Spieler von Sergej Prokofjiew, 4. Oktober 2017, wird von Simone Young dirigiert und von Karoline Gruber inszeniert. Auch die Steigerung von Kinderprojekten ist ein Anliegen. In zahlreichen Produktionen, von Wagners Nibelungenring für Kinder (8. Oktober 2017) bis zur kultigen Zauberflöte für Kinder am 9.2.2018 (Tag nach dem Opernball 2018) bietet die Wiener Staatsoper zahrleiche Musik- wie Ballettprojekte für Kinder. Jonas Kaufmann und Anja Harteros: Sie werden nach der erfolgreichen Premiere von Andrea Chénier an der Bayerischen Staatsoper diese Partien an der Wiener Staatsoper (23.4., 26.4., 29.4., 2.5.2018) singen. Anna Netrebko, so Dominique Meyer, gefiel die Partie der Adriana Lecouvreur so gut, daß sie diese neu einstudierte und ab 9.12.2017 ihr Adriana Rollendebut an der Staatsoper  geben wird. Kein großer Name der Musikwelt fehlt an der Staatsoper in 2017/18: Roberto Alagna und Dmitri Hvorostovsky ab 12.3.2018 in Otello, Kristine Opolais als Cio-Cio-San ab 21.11.2017, Placido Domingo, Anja Kampe, Diego Florez, Aida Garifullina, .

6 Opernpremieren – 1 Kinderopern-Premiere

54 Opern – 9 Ballette – 4 Kinderopern

Wie gewohnt bietet der Opernspielplan eine international konkurrenzlose Bandbreite und Vielfalt: 54 verschiedene Opernwerke (einzigartig in der Welt), 9 verschiedene Ballettprogramme und 4 Kinderopern zu erleben. Hinzu kommen zahlreiche Konzerte, Matineen und Sonderveranstaltungen. Sechs Opernpremieren im Großen Haus sowie eine Kinderopern-Premiere in der AGRANA STUDIOBÜHNE | WALFISCHGASSE angesetzt:

Paris / Familiengrab von Camille Saint-Saens © IOCO

Paris / Familiengrab von Camille Saint-Saens © IOCO

–  Sergej Prokofjew: Der Spieler (4. Oktober 2017 – D: Simone Young; R: Karoline Gruber; mit: Dan Paul Dumitrescu, Elena Guseva, Misha Didyk, Linda Watson, Thomas Ebenstein, Elena Maximova, Morten Frank Larsen);
–  Alban Berg: Lulu in der dreiaktigen Fassung (3. Dezember 2017 – D: Ingo Metzmacher; R: Willy Decker; mit: Agneta Eichenholz, Angela Denoke, Bo Skovhus, Herbert Lippert, Franz Grundheber);
–  Georg Friedrich Händel: Ariodante (24. Februar 2018 – D: William Christie; R: David McVicar; mit: Sarah Connolly, Chen Reiss, Hila Fahima, Christophe Dumaux, Rainer Trost, Pavel Kolgatin, Wilhelm Schwinghammer);
–  Gottfried von Einem: Dantons Tod (24. März 2018 – D: Susanna Mälkki; R: Josef Ernst Köpplinger; mit: Wolfgang Koch, Herbert Lippert, Jörg Schneider, Thomas Ebenstein, Olga Bezsmertna);
–  Camille Saint-Saëns Samson et Dalila (12. Mai 2018 – D: Marco Armiliato; R: Alexandra Liedtke; mit: Elena Garanca, Roberto Alagna, Carlos Álvarez, Sorin Coliban);
–  Carl Maria von Weber: Der Freischütz (11. Juni 2018 – D: Tomáš Netopil, R: Christian Räth; mit Adrian Eröd, Camilla Nylund, Alan Held, Andreas Schager, Daniela Fally, Albert Dohmen) sowie
–  Alma Deutscher: Cinderella (28. Jänner 2018 in der AGRANA STUDIOBÜHNE| WALFISCHGASSE; D: N. N.; R: Birgit Kajtna)

Ballettdirektor Manuel Legris präsentiert in der Wiener Staatsoper drei Premieren:
–  den dreiteiligen Abend MacMillan | McGregor | Ashton (31. Oktober 2017 – D: Valery Ovsyanikov) mit Concerto von Kenneth MacMillan, Eden | Eden von Wayne McGregor und Marguerite and Armand von Frederick Ashton;
–  Edward Clug:  Peer Gynt (21. Jänner 2018 – D: Simon Hewett) sowie die
–  Nurejew Gala 2018 (29. Juni 2018 – D: Kevin Rhodes).

Wiener Staatsoper Innen © Wiener Staatsoper / Michael Poehn

Wiener Staatsoper Innen © Wiener Staatsoper / Michael Poehn

In der AGRANA STUDIOBÜHNE | WALFISCHGASSE wird in der Spielzeit 2017/2018 neben der Premiere von Cinderella, Juan Crisóstomo de Arriagas Die arabische Prinzessin und Wagners Nibelungenring für Kinder (Hirofumi Misawa nach Richard Wagner) auch wiederum ein breites Programm mit u. a. von Staatsoperndirektor Dominique Meyer moderierten Künstlergesprächen, musikalischen Einführungsveranstaltungen, Meisterklassen, Konzerten, Lesungen, Vorträgen u. a. zu Operngeschichte, Veranstaltungen der Opernschule und Ballettakademie angeboten.

Die neue Saison bringt auch zahlreiche Künstler-Debüts am Haus, so etwa der Dirigentin Susanna Mälkki, der Dirigenten Giampaolo Bisanti, William Christie (mit dem Orchester Les Arts Florissants), Tomáš Hanus, Alexander Soddy, Ramón Tebar sowie der Regisseure Josef Ernst Köpplinger und Alexandra Liedtke. Zu den Sängerinnen und Sängern, die sich 2017/2018 dem Staatsopernpublikum vorstellen, zählen u. a. Hrachuhí Bassenz, Sarah Connolly, Annette Dasch, Lise Davidsen, Sabine Devieilhe, Agneta Eichenholz, Venera Gimadieva, Nora Gubisch, Elena Guseva, Christiane Karg, Anita Rachvelishvili, Simone Schneider; Benjamin Bernheim, Christophe Dumaux, Robert Gleadow, Murat Karahan, Bernard Richter, Andreas Schager, Wilhelm Schwinghammer, Thomas Tatzl.

Wichtige Sängerinnen und Sänger geben 2017/2018 ihre persönlichen Rollendebüts an der Wiener Staatsoper: KS Elena Garanca und KS Roberto Alagna sind weltweit erstmals in den Titelpartien von Samson et Dalila zu erleben, Piotr Beczala gestaltet erstmals den Maurizio in Adriana Lecouvreur – an der Seite von Anna Netrebko – und den Don José in Carmen, Wolfgang Koch die Titelpartie in Dantons Tod, Christopher Maltman den Ford (Falstaff) und den Mandryka (Arabella), Marina Rebeka die Amelia in Simon Boccanegra, KS Angela Denoke die Gräfin Geschwitz in Lulu, Aleksandra Kurzak die Desdemona (Otello) – um nur einige zu nennen.

 Wien / Antonio Vivaldi - In Venedig vergessen -Lebendig in Wien_ Bildhauer: Gianni Arico © IOCO

Wien / Antonio Vivaldi – In Venedig vergessen -Lebendig in Wien_ Bildhauer: Gianni Arico © IOCO

Neben den genannten und den Ensemblesängern treten weiters u. a. folgende Gastsolisten auf: Laura Aikin, Gun-Brit Barkmin, Luciana D’Intino, Danielle de Niese, Angela Gheorghiu, Carmen Giannattasio, KS Edita Gruberova, Anja Harteros, Anita Hartig, Evelyn Herlitzius, Anja Kampe, KS Angelika Kirchschlager, Isabel Leonard, Kristin Lewis, Lise Lindstrom, KS Marjana Lipovšek, Irina Lungu, KS Waltraud Meier, KS Ricarda Merbeth, Erin Morley, Catherine Naglestad, Camilla Nylund, Kristine Opolais, Olga Peretyatko-Mariotti, KS Adrianne Pieczonka, Dorothea Röschmann, Michaela Schuster, Tatiana Serjan, Maria José Siri, Ekaterina Siurina, KS Krassimira Stoyanova, Iréne Theorin, Iris Vermillion, Linda Watson, Sonya Yoncheva, Elena Zhidkova; Wolfgang Ablinger-Sperrhacke, Nicola Alaimo, KS Carlos Álvarez, Marcelo Álvarez, Ain Anger, Aleksandrs Antonenko, Dmitry Belosselskiy, Jean-François Borras, Pavol Breslik, Javier Camarena, Marco Caria, Mario Cassi, Alessandro Corbelli, Jorge de León, Misha Didyk, Andrzej Dobber, Albert Dohmen, KS Plácido Domingo, Norbert Ernst, Paolo Fanale, KS Juan Diego Flórez, Roberto Frontali, KS Ferrucio Furlanetto, Massimo Giordano, Renato Girolami, Matthias Goerne, KS Stephen Gould, Vittorio Grigolo, Günther Groissböck, KS Franz Grundheber, Eric Halfvarson, KS Thomas Hampson, Alan Held, Ioan Hotea, Dmitri Hvorostovsky, Jonas Kaufmann, Simon Keenlyside, Tomasz Konieczny, Dmitry Korchak, Mariusz Kwiecien, Yonghoon Lee, Željko Lucic, Ambrogio Maestri, KSCH Peter Matic, Maxim Mironov, Tomislav Mužek, René Pape, George Petean, Massimiliano Pisapia, Luca Pisaroni, Dmytro Popov, Piero Pretti, Jukka Rasilainen, Johan Reuter, Peter Rose, KS Kurt Rydl, Fabio Sartori, KS Michael Schade, Erwin Schrott, KS Peter Seiffert, KSCH Peter Simonischek, Antonino Siragusa, KS Bo Skovhus, Pietro Spagnoli, Ludovic Tézier, Rainer Trost, Christopher Ventris, Rolando Villazón, Martin Winkler, Lars Woldt, Kwangchul Youn.

 Wien / Johann Strauss Vater © IOCO

Wien / Johann Strauss Vater © IOCO

2017/2018 stehen – neben den genannten Hausdebütanten – wieder am Pult der Wiener Staatsoper: Alain Altinoglu, Marco Armiliato, Pavel Baleff, Michael Boder, Semyon Bychkov, Frédéric Chaslin, James Conlon, Jonathan Darlington, KS Plácido Domingo, Dan Ettinger, Adam Fischer, James Gaffigan, Guillermo García Calvo, Sascha Goetzel, Eivind Gullberg Jensen, Michael Güttler, Daniel Harding, Graeme Jenkins, Patrick Lange, Louis Langrée, Jesús López Cobos, Cornelius Meister, Ingo Metzmacher, Tomáš Netopil, Yannick Nézet-Séguin, Evelino Pidò, Speranza Scappucci, Peter Schneider, Jean-Christophe Spinosi, Jeffrey Tate, Sebastian Weigle, Simone Young.

Der vielfältige Opern- und Ballettspielplan wird ergänzt von etablierten Veranstaltungsreihen:
–  Solistenkonzerte: An 5 Abenden stellen international herausragende Interpretinnen und Interpreten attraktive Konzertprogramme vor.
–  Matinee-Reihe Ensemblematinee im Mahler-Saal: An insgesamt 7 Terminen präsentieren sich junge Ensemblesängerinnen und -sänger abseits des Vorstellungsbetriebes. Am Klavier begleitet werden sie von den Korrepetitoren des Hauses.
–  Kammermusik-Reihe der Wiener Philharmoniker: In 10 Matineen präsentieren Mitglieder des Orchesters in wechselnden Ensembles unterschiedliche Kammermusik-Programme.
–  Kontrapunkte – Gesprächsmatineen von und mit Clemens Hellsberg: Dr. Clemens Hellsberg leitet zwei Diskussionsrunden zu aktuellen kulturellen Themen.
Am 23. Juni 2018 findet ein Galakonzert mit KS Edita Gruberova statt, die seit fast fünf Jahrzehnten der Wiener Staatsoper eng verbunden ist.
Abgerundet werden die umfangreichen Aktivitäten durch verschiedene weitere Matineen. Den beliebten Tag der offenen Tür begeht das Haus am 3. September 2017.
Insgesamt stehen in der Spielzeit 2017/2018 über 350 Vorstellungen auf dem Programm, davon 227 Opernvorstellungen (inkl. Kinderzauberflöte), 53 Ballettvorstellungen, 7 Konzerte, 7 Gesangsmatineen, 10 Kammermusik-Matineen, 8 weitere Matineen sowie in der AGRANA STUDIOBÜHNE | WALFISCHGASSE zahlreiche Kinderopernvorstellungen, Tanzdemonstrationen der Ballettakademie sowie weitere Veranstaltungen.

Am 8. Februar 2018 findet zum 62. Mal der Wiener Opernball statt: Das Haus wird wiederum in einen großen Ballsaal verwandelt, wo am darauffolgenden Tag zwei Vorstellungen von Die Zauberflöte für Kinder stattfinden.
Im Rahmen zweier konzertanter Gastspiele ist die Wiener Staatsoper auch in der nächsten Saison wieder im Ausland zu erleben: Am 22. Januar 2018 wird Don Giovanni in Abu Dhabi gespielt, am 2. April 2018 Le nozze di Figaro in Aix-en-Provence. In der Spielzeit 2017/2018 werden im Rahmen von WIENER STAATSOPER live at home insgesamt 45 Vorstellungen in exzellenter Bild- und Tonqualität über Internet live übertragen.

 Wiener Staatsoper / Videoleinwand am Herbert von Karajan Platz © IOCO

Wiener Staatsoper / Videoleinwand am Herbert von Karajan Platz © IOCO

Neben dem eigenen Portal www.staatsoperlive.com ist das Angebot auch über folgende Plattformen direkt abrufbar: Amazon Fire TV (Box oder Stick – App: WIENER STAATSOPER LIVE); Apple TV (Generation 4 seit Ende 2015 – App-Suche: WIENER STAATSOPER); A1TV Mediabox (Menüpunkt Internet Apps: WIENER STAATSOPER LIVE), Samsung SmartTV (App: WIENER STAATSOPER); und in Kürze auch SmartTVs anderer Hersteller.
Um ihr Angebot einer Vielzahl junger Menschen in ganz Österreich und darüber hinaus zugänglich zu machen, setzt die Wiener Staatsoper diese Technik für ein Live-Schulprogramm zu ausgewählten Terminen ein: Wiener Staatsoper live at school. Schülerinnen und Schüler entdecken das Haus samt seinen vielen Berufen, sie erleben live bei einer Probe den Entstehungsprozess mit und können durch zeitversetzte Ausstrahlung zur Schulzeit am Vormittag eine der Live-Übertragungen einer Opern- oder Ballettvorstellung gemeinsam erleben.
Im Rahmen von Oper live am Platz werden in den Monaten September, April, Mai und Juni wiederum jeweils rund 20 ausgewählte Opern- und Ballettvorstellungen live auf den Herbert von Karajan-Platz übertragen. Darüber hinaus werden alle Vorstellungen vom 27. Dezember 2017 bis 1. Jänner 2018 und das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker live am Platz gezeigt, Die Fledermaus am 31. Dezember als Beitrag zum „Silvesterpfad“ der Stadt Wien.

Baden Baden, Festspielhaus, Tosca – Kristine Opolais – Marcelo Álvarez – Sir Simon Rattle, 10.-13.-17.04.2017

August 2, 2016 by  
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Festspielhaus Baden – Baden

Festspielhaus_Baden-Baden, Foto FestspielhausFestspielhaus Baden-Baden © Festspielhaus Baden-Baden

Tosca von Giacomo Puccini

Kristine Opolais – Marcelo Álvarez – Sir Simon Rattle, 10.-13.-17.04.2017

Kunst und Krimi. Kein Wunder, dass Sir Simon Rattle und die Berliner Philharmoniker für Tosca entflammten, entflammen mussten, ist doch das Werk die genialste aller Opern von Puccini. Das Stück wird landauf, landab gespielt und gerade deshalb setzen wir es mit den Berlinern aufs Programm: Denn Tosca ist nicht nur Krimi, Tosca ist auch Kunst. Gerade weil hier jede einzelne Nummer zündet, kommt es darauf an, endlich einmal den unzähligen Feinheiten der Partitur gerecht zu werden. Dass hier alle Themen miteinander verwandt sind, dass Puccini nicht nur sein Füllhorn ausschüttet, sondern auch überaus ökonomisch komponiert – konnte man das je wirklich hören? Man sollte es. Dann wird man hinter der Oberfläche einer altbekannten Musik ein neues Meisterwerk entdecken.

In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln.

Sir Simon Rattle Musikalische Leitung, Philipp Himmelmann Regie
Raimund Bauer Bühnenbild, Berliner Philharmoniker
Kristine Opolais Floria Tosca, Marcelo Álvarez Mario Cavaradossi
Evgeny Nikitin Baron Scarpia, Alexander Tsymbalyuk Cesare Angelotti
Peter Rose Il Sagrestano, Peter Dijkstra Spoletta
Douglas Williams Sciarrone, Walter Fink Un carceriere
Philharmonia Chor Wien Einstudierung: Walter Zeh
Cantus Juvenum Karlsruhe Einstudierung: Anette Schneider, PMFspBB

Festspielhaus Baden-Baden – Karten Hier:
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Essen, Philharmonie Essen, Boston Symphony Orchestra – Andris Nelsons – Kristine Opolais, IOCO Kritik, 04.05.2016

Mai 9, 2016 by  
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Philharmonie Essen

Philharmonie Essen / Kristine Opolais © Marco Borggreve

Philharmonie Essen / Kristine Opolais © Marco Borggreve

Boston Symphony Orchestra, Andris Nelsons

Kristine Opolais, Sopran

Im Rahmen einer umfangreichen Europa-Tournee, mit neun Konzerten in acht Städten, gastierte das Boston Symphony Orchestra auch in Essen.

Das Orchester, 1881 durch Georg Henschel gegründet, gehört zu den führenden Klangkörpern der USA, den sogenanntenBig Five (Boston, Chicago, Cleveland, New York und Philadelphia). Es wurde geprägt durch deutsche Dirigenten-Persönlichkeiten wie Arthur Nikisch, Max Fiedler und Karl Muck.

Fast ein Vierteljahrhundert stand Serge Koussevitsky dem Orchester vor. Die längste Amtszeit erreichte der Japaner Seiji Ozawa (1973 – 2002). Ihm folgte, als erster gebürtiger Amerikaner, James Levine (2004- 2011). Nun ist, seit 2014, der junge lettische Dirigent Andris Nelsons, Music Director des Boston Symphony Orchestra, kurz BSO genannt, nachdem er schon 2013 designiert wurde.

Philharmonie Essen / Andris Nelsons © Marco Borggreve

Philharmonie Essen / Andris Nelsons © Marco Borggreve

Der bereits international gefeierte Nelsons ist ein charismatischer Vollblutmusiker und ein sehr fleißiger dazu. Er ist regelmäßig zu Gast bei fast allen renommierten Orchestern und in vielen Opernhäusern von Rang.

Bei den diesjährigen Bayreuther Festspielen wird er den neuen Parsifal dirigieren. In der Saison 17/18 wird er zusätzlich auch Gewandhaus-kapellmeister in Leipzig werden. Für den Essener Konzertabend hatte Nelsons russische und französische Werke ausgesucht.

Er begann den Abend mit einer Auswahl von Orchesterstücken aus der Schauspielmusik zu Hamlet von Dmitri Schostakowitsch. Es ist eine effektvolle Musik, die da zu hören war und die Nelsons und das stark aufgestellte Orchester ebenso effektvoll wie mit funkelndem Glanz zum Klingen brachte.

Darauf folgte ein Lied von Rachmaninow (aus op. 21/Nr.7) in der Orchesterfassung von Michael Roth. Nelsons Ehefrau Kristine Opolais, aus Lettland stammend wie ihr Gemahl und inzwischen auch weltweit tätig, sang das Stück mit feinen lyrischen Abstufungen und immer auf Schönklang bedacht.

Kristine Opolais gestaltete danach die große Arie der Tatyana, die sogenannte Briefszene aus Eugen Onegin vom Tschaikowski, in dem das junge Mädchen Onegin seine leidenschaftliche Liebe zu ihm gesteht. Hier bestach Kristine Opolais durch stupende vokale Gestaltung, höhensicher und mit gestischer Vielfalt. Das Publikum feierte sie frenetisch.

Nach der Pause wurde es französisch. Da breiteten Nelsons und das glänzende Orchester einen Klangteppich aus mit Debussys La Mer und vermittelten die Komposition als musikalische Delikatesse. Sie trafen in fein abgestuften Klangnuancen den Duktus dieser breit gefächerten Farbpalette genau.

Der Abend endete mit einem rasanten, orchestralen Inferno. Ravels La Valse ist ein grelles Stück, brutal in der Orchestrierung und im stampfenden ¾ -Takt.

Nelsons und das Orchester begeisterten mit einer fulminanten Wiedergabe, deren bestürzende Intensität sprachlos machte. Das Publikum tobte und feierte das exzellente Orchester und seinen außerordentlichen Dirigenten mit starkem Beifall. Es gab eine Zugabe (Bizet, aus der “Carmen –Suite“).

IOCO / UGK / 04.05.2016

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Hamburg, Staatsoper Hamburg, Spielzeit 2013/14: Zentrum hamburgischer Kultur, IOCO Aktuell, Juli 2013

April 21, 2013 by  
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Staatsoper Hamburg

Hamburg / Hamburgische Staatsoper © Kurt Michael Westermann

Hamburg / Hamburgische Staatsoper © Kurt Michael Westermann

Simone Young, John Neumeier, Detlef Meierjohann
Auslastung: Oper 78%,
Ballett 97%; 350.000 Besucher

Die Hamburgische Staatsoper, mit 1670 Plätzen drittgrößtes Musiktheater Deutschlands stellte ihren Spielplan 2013/14 vor. Das Haus wurde vor über 300 Jahren, am 2. Januar 1678, unter dem Namen Opern-Theatrum als erstes öffentliches Opernhaus in Deutschland gegründet. 350.000 Zuschauern besuchen die Staatsoper jährlich. Der Gesamtetat der Staatsoper beträgt für die Spielzeit 2013/14 €65,7 Mio; die öffentlichen Zuschüsse €49 Mio. Eigeneinnahmen von 23,3% des Etats, €15,3 Mio in Hamburg, sind ein Spitzenwert in der deutschen Theaterlandschaft und verraten erfolgreiches Wirtschaften. Die meisten kommunalen Musiktheater Deutschlands erreichen Eigeneinnahmen von nur 8 – 13% ihrer jährlichen Etats. Die Hamburgische Staatsoper zeigt in der Auslastung Besonderheiten: Die gute Gesamtauslastung von 84% wird maßgeblich durch die extrem hohe Auslastung des HAMBURG BALLETT von 97% erzielt. Opernvorstellungen sind in Hamburg mit 78% ordentlich, aber nicht auffällig ausgelastet.

IOCO – Video zur Spielzeit 2013/14 – HIER!

Simone Young und Ballettintendant John Neumeier stellten im April 2013 ihr Programm für die Spielzeit 2013/14 vor, Detlef Meierjohann formulierte die wirtschaftlichen Eckpunkte. Die neue Saison an der Hamburgischen Staatsoper verspricht erneut viele künstlerische Höhepunkte: Simone Young wird mit acht Premieren, drei Wiederaufnahmen, einer konzertanten Aufführung und einem 21 Opern fassenden Repertoire einen Schwerpunkt auf das Werk der Jubilare Verdi, Wagner und Britten legen und wartet mit einem reizvollen Verdi-Projekt auf. John Neumeier und sein HAMBURG BALLETT dominiert 2013/14 mit 90 Ballett-Abenden, zwei Uraufführungen, einer Wiederaufnahme und einem Repertoire von 10 Produktionen erneut die europäische Ballettlandschaft. Zum Vergleich: Die altehrwürdige Wiener Staatsoper bietet 2013/14 „nur“ 51 Ballettabende; die Auslastung bewegt sich auf Augenhöhe mit Hamburg: 98%.
Hamburg / Intendantin und GMD Simone Young © IOCO

Hamburg / Intendantin und GMD Simone Young © IOCO

Wagner – Verdi – Britten 2013 feiert die Staatsoper Hamburg auch in der zweiten Jahreshälfte die drei großen Komponisten. Rund um den 200. Geburtstag von Giuseppe Verdi fasst Opernintendantin Simone Young drei seiner selten gespielten Frühwerke zu einem Projekt zusammen: Verdi im Visier. Regisseur David Alden inszeniert La Battaglia di Legnano, I due Foscari und I Lombardi innerhalb von drei Wochen (20. und 27. Oktober, 10. November 2013).
York Höllers Der Meister und Margarita nach dem Kultroman von Michail Bulgakow. Jochen Biganzoli gibt mit dieser Arbeit sein Regiedebüt an der Staatsoper, die musikalische Leitung übernimmt Marcus Bosch, Dietrich Henschel singt die Titelpartie. Im Januar 2014 wird ein Klassiker des Repertoires neu gedeutet: Jens-Daniel Herzog zeigt seine Sichtweise auf Georges Bizets Carmen, Premiere ist am 19. Januar 2014. Die Titelpartie singt Elisabeth Kulman, am Pult steht Alexander Soddy. Nach seiner erfolgreichen La Traviata kehrt Johannes Erath an die Staatsoper zurück. Am 9. März hat er mit Leoš Janáceks Das schlaue Füchslein Premiere, die musikalische Leitung hat Lawrence Foster. Kurz darauf folgt ein Leckerbissen für die Freunde des Belcanto: Edita Gruberova singt in einer konzertanten Aufführungsserie Lucrezia Borgia (Premiere: 26. März 2014, dann 30. März und 3. April 2013). Die Beschäftigung mit der reichen Musikgeschichte Hamburgs führt zurück zur Gänsemarktoper und zu Georg Friedrich Händels Frühwerk Almira. Die Neuinszenierung – Premiere ist am 25. Mai 2014 – liefert Jetske Mijnssen, am Pult steht Barockspezialist Alessandro De Marchi.
Grabplatte-Georg-Friedrich-Haendel-in-Westminster-Abbey © IOCO

Grabplatte-Georg-Friedrich-Haendel-in-Westminster-Abbey © IOCO

Opera stabile setzen Francis Hüsers und Kerstin Schüssler-Bach ihre spannende Reihe Black Box 20_21 mit USA: poetry on stage und Ophelia fort. Auch die Kinderopernreihe Opera piccola geht mit der Uraufführung von Zwerg Nase von Samuel Hogarth in die nächste Runde. Das Internationale Opernstudio zeigt 2014 mit Antonio Cestis Orontea wieder eine Barockproduktion, die musikalische Leitung hat Nicholas Carter.

Benjamin Brittens 100. Geburtstag dirigiert Simone Young ab dem 24. November 2013 die Wiederaufnahme seiner Oper Peter Grimes. Als zweite große Wiederaufnahme zeigt die Staatsoper Hamburg im Februar 2014 Ludwig van Beethovens Fidelio in der Inszenierung von Hans Neuenfels.
Edita Gruberova, Kristine Opolais, Olga Peretyatko, Sumi Jo, Alexia Voulgaridou, Elza van den Heever, Michael Schade, Nikolai Schukoff, Leo Nucci, Paata Burchuladze, Giuseppe Filianoti und Stephen Gould.
Das HAMBURG BALLETT  2013/14
John Neumeier,  seit 40 Jahren Ballettdirektor, Chefchoreograf und warmherziger Übervater des HAMBURG BALLETT,  präsentierte die zwei Uraufführungen der Spielzeit 2013/14. In der Premiere im Dezember 2013 beschäftigt sich John Neumeier mit den noch ausstehenden Teilen IV – VI des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach. Im Premierenabend fügt er die bereits choreografierten sowie die neu kreierten Teile zusammen. Der zweiten Premiere Tatjana im Juni 2014 liegt Puschkins Onegin-Stoff zugrunde. Die Musik ist ein Auftragswerk der Hamburgischen Staatsoper an Lera Auerbach.

Die Spielzeit wird im September 2013 mit der Wiederaufnahme von John Neumeiers Ballett Othello eröffnet. Das 1985 auf Kampnagel in Hamburg uraufgeführte Ballett ist dann erstmals auf der Bühne der Hamburgischen Staatsoper zu sehen. Gemeinsam mit Romeo und Julia und Shakespeare Dances, die weiter im Repertoire bleiben, bildet es einen Shakespeare-Schwerpunkt der Spielzeit. Zu Ostern steht am Karfreitag 2014 die Wiederaufnahme von John Neumeiers sakralem Ballett Messias zur Musik von Georg Friedrich Händel auf dem Spielplan.
Intendantin Simone Young , Geschäftsführender Direktor Detlef Meierjohann ,Ballettintendant John Neumeier © ioco

Intendantin Simone Young , Geschäftsführender Direktor Detlef Meierjohann ,Ballettintendant John Neumeier © ioco

Der Spielplan 2013/14 der Staatsoper Hamburg steht. Qualität, Authentizität, Ausdruck sind garantiert. 350.000 Besucher werden von der Arbeit der sympathischen Simone Young und des überaus erfolgreichen Ballettchefs John Neumeier erneut begeistert sein. Und doch schwebt spürbar, perspektivische Unsicherheit im Raum, seit die Nachfolger der 2015 ausscheidenden Intendantin Simone Young feststehen, der Schweizer Georges Delnon und der Japaner Kent Nagano. IOCO berichtete.        
IOCO / Viktor Jarosch