Bonn, Theater Bonn, Premiere EVITA von Andrew Lloyd Webber, 04.09.2016

Juli 5, 2016 by  
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Theater Bonn

Theater Bonn © Thilo Beu

Theater Bonn © Thilo Beu

EVITA – Musical von Andrew Lloyd Webber

Premiere 4. September 2016 18 Uhr, weitere Termine 8.9.2016, 24.9.2016, 3.10.2016, 14.10.2016, 29.10.2016, 5.11.2016, 13.11.2016, 26.11.2016, 16.12.2016 und mehr..

Dieses Musical bringt die dynamische, überlebensgroße Gestalt von Eva Peron auf die Bühne. Beginnend mit dem jungen, ehrgeizigen Mädchen, zeichnet das Stück Evas Aufstieg zur von den Armen verehrten Heiligen nach, der mit Krankheit und Tod endet. Der Hit  Don ’t Cry For Me Argentina wurde 1976 zunächst als Single veröffentlicht, der ein preisgekröntes Doppelalbum mit Andrew Lloyd Webbers Musik und den Texten von Tim Rice folgte. Die Bühnenversion kam 1978 in London mit Elaine Paige in der Titelrolle heraus. 1979 erschien EVITA am Broadway, wurde dort 1.567 Mal gespielt und erhielt mehrere Auszeichnungen, darunter den Tony Award als bestes Musical und einen Grammy für die Aufnahme der New Yorker Produktion. Seitdem ist EVITA in aller Welt gezeigt worden, sowohl in großen Produktionen (darunter das London Revival 2006) als auch in Repertoiretheatern.

Die Bühnenversion kam 1987 in London heraus, 1979 erschien EVITA am Broadway, wo das Musical 1.567 Mal gespielt wurde und mehrere Auszeichnungen erhielt. Die Bonner Inszenierung wird Musical-Spezialist Gil Mehmert übernehmen, der mit großem Erfolg JESUS CHRIST SUPERSTAR auf die Bühne brachte. Die musikalische Leitung liegt in den Händen von Jürgen Grimm, der bereits DER KLEINE HORRORLADEN in der Spielzeit 2015/16 dirigierte. In der Titelrolle ist Musicalstar Bettina Mönch zu erleben.

Premiere 4. September 2016 18 Uhr, weitere Termine 8.9.2016, 24.9.2016, 3.10.2016, 14.10.2016, 29.10.2016, 5.11.2016, 13.11.2016, 26.11.2016, 16.12.2016 und mehr..

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Pressemeldung Theater Bonn

Osnabrück, Theater Am Domhof, Elektra: Leben für den Augenblick der Rache, IOCO Kritik, 10.06.2016

Juni 9, 2016 by  
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Theater Osnabrück

Osnabrück / Theater am Domhof © Marius Maasewerd

Osnabrück / Theater am Domhof © Marius Maasewerd

Elektra von Richard Strauss, konzertant

Ein Leben für den Augenblick der Rache

Die konzertante Strauss-Oper „Elektra“ ist von musikalisch-emotionaler Wucht. Von Hanns Butterhof.

Strauss’ „Elektra“ ist wie für eine konzertante Aufführung geschaffen. Das Libretto Hugo von Hofmannsthals um Elektra, die Tochter des griechischen Fürsten Agamemnon, ist von solcher Dichte, dass man an den Lippen der drei die Oper tragenden Sängerinnen hängt und nur Strauss’ kongeniale Musik wichtig wird.

 Osnabrück / Rachael Tovey als Elektra © Jörg Landsberg

Osnabrück / Rachael Tovey als Elektra © Jörg Landsberg

Richard Strauss’ „Elektra“ ist die letzte, die erschütterndste Oper der laufenden Spielzeit. In der konzertanten Aufführung im Theater am Domhof  schaffen Orchester und Sängerensemble eine derart fesselnde Dramatik, dass ein einziger Stuhl als Requisit ausreicht.

Es ist vor allem Rachael Tovey, deren Elektra das Publikum mit ihrer kräftezehrenden Partie durch eine ganze Gefühlswelt mitreißt. Mit strähnigem Haar und schwarzem kittelartigem Gewand (Kostüme: Linda Schnabel) hat sie auf alle Fraulichkeit verzichtet. Aus ihrer unendlich tiefen Trauer um den Vater Agamemnon zieht sie den unstillbaren Rachedurst gegen dessen Mörder, ihre Mutter Klytämnestra und deren Liebhaber Ägisth. Mit kalter Bosheit begegnet sie ihrer Mutter, kann aber auch süß schmeichelnd um ihre Schwester werben. Erschütternd ist ihr Bekenntnis, dass ihr Leben auf den Tag der Rache hin sie selber zerstört hat. Wie viel authentischer ist ihre fundamentale Ablehnung der dekadenten Umwelt als die junger Männer, die fahnenschwingend mit testosteronbasiertem Lachen auf Pickups durch die Wüste brettern! Dass die Regie (Szenische Einrichtung: Ralf Waldschmidt) sie nach dem von ihrem Bruder Orest vollbrachten Mord nicht im triumphalen Tanz sterben, sondern wie ausgebrannt verlöschen lässt, ist eine zu Recht gnädige Humanisierung Elektras.

Osnabrück / Elektra wirbt um Chrysothemis’ Hilfe © Jörg Landsberg

Osnabrück / Elektra wirbt um Chrysothemis’ Hilfe © Jörg Landsberg

Ihr positives Gegenstück ist ihre jüngere Schwester Chrysothemis. In Weiß gekleidet ist Lina Liu mit ihrem jugendlichen Sopran ganz unreflektierte Lebenslust und liebesbedürftige Fraulichkeit, die vom Orchester mit den Klangfarben des Frühlings geziert wird.

In ihrer edlen Robe ist die Klytämnestra Martina Dikes eine durch Furcht vor Bestrafung zerrüttete Frau. Fahl klagt sie, nicht mehr schlafen und an der höfischen Spaßgesellschaft keine Freude mehr finden zu können. Sie ist lebend schon tot.

Neben den drei Frauen ist für Orest (Rhys Jenkins) kaum Raum für eine ausgeprägtere Charakterzeichnung. Sein Mord an Klytämnestra und Ägisth (Mark Hamman) vollzieht sich hinter den Kulissen und ist nur in der Musik grausig hörbar.

Das auf der Bühne plazierte Osnabrücker Symphonieorchester unter Andreas Hotz zeichnet die überhitzte Psychologie der Figuren häufig mit dramatisch schreienden Dissonanzen, aber auch lyrisch sinnlichem Wohlklang. Es macht eindrucksvoll hörbar, was an Handlung nicht zu sehen ist – ein vollendetes musikdramatisches Ereignis, das nach knapp zwei Stunden forderndsten Gesangs alle stehend dargebrachten Ovationen verdient hat.  IOCO / Von Hanns Butterhof / 10.06.2016

Theater am Domhof, Elektra von Richard Strauss, die nächsten Vorstellungen: 14. und, zum letzten Mal, 17.6., jeweils 19.30 Uhr.

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Görlitz, Theater Görlitz, Premiere: Into the Woods – Musical von Stephen Sondheim, 11.06.2016

Juni 6, 2016 by  
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Goerlitz / Theater Goerlitz © Peter Hennig

Goerlitz / Theater Goerlitz © Peter Hennig

 Musical Into the Woods – Ab in den Wald

Von Stephen Sondheim | Buch von James Lapine

Premiere  Sa., 11.06.2016, weitere Vorstellungen 19:30 Uhr; 18.6.2016; 24.6.2016; 26.6.2016; 02.7.2016; 03.7.2016

Theater Görlitz / Plakat Into the Woods © Theater Görlitz

Theater Görlitz / Plakat Into the Woods © Theater Görlitz

»Es war einmal…«, so beginnen alle Märchen, »Und sie lebten glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende.« so enden sie.

Doch was passiert, wenn die Erfüllung ihrer Wünsche den Märchenhelden nicht das Glück bringt, dass sie sich ersehnt haben? Dieser Frage nahmen sich auch Stephen Sondheim und James Lapine an und schrieben Musik und Texte zu einem Musical, in dem sich die Geschichten von vier Märchengestalten miteinander verflechten: Aschenputtel, Rapunzel, Rotkäppchen und Hans aus »Hans und die Bohnenranke«. Was als lebendige, fröhliche Märchenerzählung beginnt, endet in einer Geschichte, deren Charaktere auf einmal nicht mehr nur Märchenfiguren sind, sondern reale Personen mit Fehlern und Schwächen, denen klar wird, welche Konsequenzen Wünsche haben können…

Regie und Ausstattung übernimmt GHT-Musicalspezialist Sebastian Ritschel, der diesmal auch vermehrt Videoeinspielungen verwenden wird. Es dirigiert der stellvertretende Generalmusikdirektor der Neuen Lausitzer Philharmonie, Ulrich Kern. Mit dabei sind zahlreiche musicalerprobte Gäste: Manuel Stoff als Hans, Anna Preckeler als Aschenputtel, Jennifer Caron als Hans Mutter und Maike Katrin Merkel in mehreren Rollen.

BESETZUNG
Musikalische Leitung: Ulrich Kern, Inszenierung, Ausstattung, Licht: Sebastian Ritschel
Video: Steffen Cieplik, Dramaturgie: Ronny Scholz, Musikalische Einstudierung: Olga Dribas, Francesco Fraboni

Erzähler | Geheimnisvoller Mann: Stefan Bley, Bäcker: Michael Berner, Bäckerin: Antje Kahn, Hexe: Yvonne Reich, Hans: Manuel Stoff, Rotkäppchen: Mirjam Miesterfeldt
Wolf: Ji-Su Park, Aschenputtel: Anna Preckeler, Aschenputtels Prinz: Ji-Su Park
Rapunzel: Cristina Piccardi, Rapunzels Prinz: Thembi Nkosi, Hansis Mutter: Jennifer Caron, Rotkäppchens Großmutter: Maike Katrin Merkel
Riesin: Maike Katrin Merkel, Aschenputtels Stiefmutter: Adrienn Balász, u.a.m.
Premiere  Sa., 11.06.2016, weitere Vorstellungen 19:30 Uhr; 18.6.2016; 24.6.2016; 26.6.2016; 02.7.2016; 03.7.2016

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Pressemeldung Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau

Hamburg, Staatsoper Hamburg, Othello – Ballett von John Neumeier, IOCO Kritik, 26.4.2016

April 26, 2016 by  
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Staatsoper Hamburg © Kurt Michael Westermann

Staatsoper Hamburg © Kurt Michael Westermann

Othello:  Zerbrochen am Bild vom Anderen
John Neumeiers erschütterndes Ballett an der Staatsoper Hamburg

„Du sollst Dir kein Bild machen!“  Wie schwer dieses Gebot einzuhalten ist und wie tödlich es sein kann, wenn man es verletzt, zeigt John Neumeier mit dem HAMBURG BALLETT auch in der 159. Vorstellung des Othello erschütternd an der Hamburgischen Staatsoper vor ausverkauftem Haus.  Von Hanns Butterhof

Sein Othello ist ein allgemein menschliches Seelenstück, das keiner realistischen Kulisse bedarf. Neumeier, der auch die Bühne und Kostüme entworfen hat, deutet den Ort der Handlung, Venedig, nur durch einige Gobelin-Fahnen an. Die Bahnen des Zeltes im Bühnenhintergrund blähen sich im 2. Akt für den Aufbruch ins kretische Irgendwo wie die Segel eines Schiffs, auf dessen Oberdeck die Hamburger Symphoniker unter dem  Dirigenten  Garrett Keast  das Geschehen musikalisch ausdeuten.

Staatsoper Hamburg

 Hamburg / HAMBURG BALLETT-Othello und Desdemona © Kiran West

Hamburg / HAMBURG BALLETT – Othello und Desdemona © Kiran West

Die Dramatik des Othello spielt sich wesentlich im Inneren und zwischen der venezianischen Senatorentochter Desdemona und ihrem aus Afrika stammenden Geliebten Othello ab, der Feldherr in venezianischen Diensten ist. Sie sind ein ideales Paar, das eigentlich an sich selber genug haben müsste: Hélène Bouchet ist die wunderschöne, ätherisch zarte Desdemona in ihrem langfließenden weißen Kleid, und Amilcar Moret Gonzales ist ihr elegant männliches Pendant Othello. Und doch tanzt schon beim Kennenlernen der beiden durch ihre Gedanken ein Bild des je anderen: Eine lüsterne Primavera (Emilie Mazon), aufreizend gekleidet wie Botticellis Ikone, geistert durch Othellos Unterbewusstes. Und der schwarz und rot bemalte Wilde Krieger (Marcelino Libao) im Lendenschurz irritiert nicht nur blitzartig Desdemonas Gefühle; in abgeschwächter Form zeigt sich dessen uneuropäisch atavistisches Bewegungsrepertoire auch bei Othello.

Hamburg / HAMBURG BALLETT - Ivan Urban als Jago © Kiran West

Hamburg / HAMBURG BALLETT – Ivan Urban als Jago © Kiran West

So hat der narzisstisch gekränkte, böse Jago leichtes Spiel, um in Othello Zweifel an Desdemonas Treue zu wecken. Ivan Urban lenkt als falscher Männerfreund Othellos Blick auf Desdemonas leichtfüßigen, fast leichtfertig erscheinenden Umgang mit dem naiven Cassio (Alexandr Trusch). Seine Frau Emilia (Carolina Agüero) dressiert er mit Tritten zur Komplizin seiner Intrige und zeigt sich mit raumgreifendem Stampfschritt von militarisierter, ins Brutale entgrenzter Männlichkeit.

Es sind großartige, so psychologisch überzeugende wie tänzerisch eindringliche Ensemble-, Paar- und Solo-Szenen, in denen sich die Tragödie entwickelt. Vor allem die liebende Begegnung Desdemonas und Othellos zu Arvo Pärts zärtlich schwebender „Mirror in a Mirror“ – Musik für Geige und Klavier ist ein eindringlich beglückender, zeitlupenartiger Paartanz, für den man sich kein Ende wünscht. Und man ahnt es doch schon voraus, wenn Desdemona den fast nackten Othello aus seinem weißen Hüfttuch wickelt und es dann, wie ein Unterpfand ihrer Liebe, um die eigenen Hüften schnürt.

Was am Anfang dieser Liebe so leicht, so in sich ruhend erscheint, verkehrt sich am Ende erschütternd in Gewalt. Othello schlägt Desdemona, hält sie fest, als sie sich ihm entziehen will, und erdrosselt sie mit dem Hüfttuch. In der Opfer-Position des Gekreuzigten sinkt sie leblos nieder.

Jagos höllisches Gelächter, nach dem sich Othello tötet, entspricht Othellos verzweifelter Erkenntnis, dass er seinem selber produzierten Primavera-Bild einer lüsternen Desdemona  mehr geglaubt hat als ihrer Wirklichkeit. Und dass er nun dem Bild vom wilden Mann entsprochen hat, das die anderen von ihm hatten. John Neumeiers Othello gewinnt seine erschütternde Kraft daraus, dass er an das schmerzliche und so oft zerstörerisch scheiternde Ringen zwischen der Realität und den Bildern rührt, die wir uns von ihr machen.  IOCO / Hanns Butterhof / 26.4.2016

Othello – Ballett von John Neumeier:  Die weiteren Termine dieser Spielzeit:  15.5.2016 um 14.30 und 19.30 Uhr; am 9.6.2016 um 19.30 Uhr.

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