Görlitz, Gerhart Hauptmann Theater, Ewa Strusinska neue Generalmusikdirektorin, IOCO Aktuell, 20.12.2017

Dezember 21, 2017 by  
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Gerhart Hauptmann Theater

Goerlitz / Theater Goerlitz © Peter Hennig

Goerlitz / Theater Goerlitz © Peter Hennig

Neue Lausitzer Philharmonie mit Ewa Strusinska 

Die Neue Lausitzer Philharmonie spielt künftig unter weiblicher Leitung. Ewa Strusinska (*1976) folgt als Generalmusikdirektorin am Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau auf Andrea Sanguineti, der das Haus zum Ende der Spielzeit 2017/18 verlässt.

Mit Beginn der kommenden Spielzeit übernimmt Ewa Strusinska als Generalmusikdirektorin die Leitung der Neuen Lausitzer Philharmonie. Vor wenigen Minuten unterzeichnete die polnische Dirigentin ihren Vertrag für vier Spielzeiten in Görlitz. Damit endet ein langwieriges Auswahlverfahren, bei dem sich Frau Strusinska gegen eine Vielzahl von Bewerbern durchsetzte.

Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau / Ewa Strusinska © PR

Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau / Ewa Strusinska © PR

Strusinska selbst zeigte sich sichtlich erfreut über die Entscheidung: »Die Nachricht hat mich bewegt und beglückt, und ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit der Neuen Lausitzer Philharmonie und mit allen Künstlern des Gerhart-Hauptmann-Theaters. Genauso freue ich mich auf unsere Begegnungen mit dem Publikum in einer der schönsten Städte und schönsten Regionen Deutschlands – mitten in Europa. >Wo die Sprache aufhört, fängt die Musik an< (E.T.A.Hoffmann).«

Eifrigen Musiktheater- und Konzertbesuchern dürfte die 41-jährige bereits bestens bekannt sein: In der vergangenen Spielzeit stand sie in der letzten Vorstellung von Puccinis Manon Lescaut am Pult der Neuen Lausitzer Philharmonie und präsentierte sich im 1. Philharmonischen Konzert der aktuellen Spielzeit unter dem Titel »Beethoven-Zyklus III« einem breiten Publikum im gesamten Kulturraum.

Dieses überzeugte sie genauso, wie ihre neuen Görlitzer Kollegen in Intendanz, Orchester, Chor und Ensemble, die die Entscheidung für die künftige GMD gemeinsam auf eine breite Basis der Befürwortung stellten.

Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau / Orchester - Lausitzer Philharmonie © Marlies Kross

Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau / Orchester – Lausitzer Philharmonie © Marlies Kross

Nach ihrem Abschluss an der Fryderyk Chopin University of Music in Warschau machte Ewa Strusinska als Preisträgerin beim renommierten Bamberger Symphoniker Gustav-Mahler-Dirigentenwettbewerbs 2007 auf sich aufmerksam. Von 2008 bis 2010 war sie als erste weibliche Dirigentin als Assistentin des GMD eines englischen Orchesters tätig. Beim Hallé Orchestra in Manchester arbeitete sie eng mit Sir Mark Elder zusammen und übernahm die musikalische Leitung des dortigen Jugendorchesters. Anschließend wechselte sie als Assistentin bzw. Gastdirigentin an die Nationaloper Warschau, wo sie sowohl das bekannte polnische als auch internationale Opernrepertoire dirigierte.

Zwischen 2013 und 2016 prägte sie als Generalmusikdirektorin der Stettiner Philharmonie das Musikleben der Stadt nachhaltig und wurde binnen kürzester Zeit zur treibenden Kraft der künstlerischen Verwandlung des Orchesters. Unter ihrer Leitung entwickelte das Orchester einen bislang unbekannten Glanz, der sich in Stettins akustisch brillanter neuer Philharmonie bestens entfalten konnte. Nach dieser Aufbauleistung ist Strusinska derzeit freischaffend tätig.

Musikalisch fokussiert ihr Interesse klar auf die Musik des 20. und 21. Jahrhunderts, aber auch in der klassischen und romantischen Musik fühlt sie sich zu Hause, genau wie in den großen, chorsinfonischen Werken, Programm mit lateinamerikanischer Musik und Crossover-Projekten. Einen weiteren Schwerpunkt ihres Engagements stellt die musikalische Nachwuchsförderung dar.

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Lübeck, Theater Lübeck, Musical Sunset Boulevard – Mit Gitte, IOCO Kritik, 10.12.2017

Dezember 11, 2017 by  
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Theater Lübeck

Theater Lübeck © Olaf Malzahn

Theater Lübeck © Olaf Malzahn

 SUNSET  BOULEVARD von Andrew Lloyd-Webber

 Prickelnde Wiederaufnahme mit Gitte Haenning

Von  Rolf Brunckhorst

Das Theater Lübeck hat dankenswerterweise sein Erfolgsstück aus der letzten Spielzeit, das Musical Sunset Boulevard  von Andrew Lloyd-Webber, wieder aufgenommen, und das in der exakt selben Besetzung wie vor einem Jahr. Die Inszenierung mit einer großen Multifunktionstreppe bietet immer noch einen vorzüglichen Rahmen für die Ereignisse am Sunset Boulevard. Ein kleines Highlight stellte der Luxus-Oldtimer dar, den Norma Desmond am Paramount Studio abliefern soll und der sich als einfaches Gestell entpuppt, das die Sänger sich quasi unter den Arm klemmen konnten, um eine Autofahrt zu simulieren –  Applaus auf offener Szene!

youtube Video zu Sunset Boulevard mit Gitte Haenning am Theater Lübeck

Zur Handlung: Im Pool einer luxuriösen Villa treibt ein Leichnam. Es ist der junge Drehbuchautor Joe Gillis, erschossen nach einer verhängnisvollen Affäre mit der früheren Stummfilmdiva Norma Desmond. Im Rückblick erzählt Joe, wie es zu dem tragischen Vorfall kam: Norma lebt zurückgezogen auf ihrem Anwesen am Sunset Boulevard. Ihre goldenen Zeiten als Filmstar sind vergangen, die Ära des Stummfilms ist vorbei und Normas Ruhm längst verblasst. Doch sie, süchtig nach dem Scheinwerferlicht, lebt in der Erinnerung an ihre schillernde Vergangenheit und glaubt fest an ein Comeback. Als sie die Bekanntschaft mit Joe Gillis macht, keimt ihre Hoffnung auf einen neuen Film auf. Doch der Schein trügt – es entspinnt sich ein Netz von Abhängigkeiten……..

Theater Lübeck / Sunset Boulevard hier Ensemble © Olaf Malzahn

Theater Lübeck / Sunset Boulevard hier Ensemble © Olaf Malzahn

Den ersten großen Applaus hatte GITTE HAENNING schon für ihre Auftrittsarie „Nur ein Blick“ entgegennehmen können, und Gitte erwies sich auch in dieser Spielzeit wieder als Top-Besetzung der Norma Desmond. Es war faszinierend anzusehen, wie sie die zentrale Freitreppe in immer neuen Bewegungsabläufen auf und ab eilte. Man vergleiche z.B. den ersten Auftritt auf der Treppe, den sie mit ihrem neuen Scriptboy noch scheinbar unbeteiligt und ungerührt absolviert, mit dem letzten Auftritt, wenn die total verwirrte Norma Desmond sich auf den Treppenstufen (ihrer Bühne) präsentiert. Gitte konnte alle diese unterschiedlichen Seelenzustände überzeugend ausdrücken. Auch stimmlich bot Gitte eine exzellente Leistung, ihr unverkennbares Timbre kann sich in den Soloszenen prächtig entfalten. Gittes Intensität in dramatischen Höhepunkten ist schier unglaublich.

Theater Lübeck / Sunset Boulevard hier Ensemble © Olaf Malzahn

Theater Lübeck / Sunset Boulevard hier Ensemble © Olaf Malzahn

Darin war ihr Bühnenpartner RASMUS BORKOWSKI als Joe Gillis ebenbürtig, wenn er singt, kann man sich im Sessel zurücklehnen und entspannen, alle schwierigen Passagen und Spitzentöne kommen tonschön zu Gehör. Darüber hinaus ist er ein gewandter Darsteller, der fast schon zu freundlich erscheint, wenn er Norma zum Abschied sagt: „Ich habe Dir nie weh tun wollen“KATRIN HAUPTMANN in der Rolle der Betty Schaefer entspricht dem äußeren Idealbild eines amerikanischen Möchtegern-Glamourgirls, ihre Stimme ist durchweg präsent und allen technischen Schwierigkeiten singt sie sicher entgegen. Vierter im Quartett der Publikumslieblinge ist STEFFEN KUBACH als Max von Mayering, der einen sonoren Kavaliersbariton vorführte, dem weder in der Höhe noch in der Tiefe irgendwelche Grenzen anzumerken waren. Wohl besetzt waren auch die Rollen des Cecil B. DeMille (MICHAEL WALLNER), Sheldrake (RUDOLF KATZER), Artie Green (GRZEGORZ SOBCZAK), sowie GUILLERMO VALDES, der in gleich drei kleineren Rollen zu gefallen wußte.

 Theater Lübeck / Sunset Boulevard hier Applausfot mit Gitte Haenning © Patrik Klein

Theater Lübeck / Sunset Boulevard hier Applausfot mit Gitte Haenning © Patrik Klein

Das faszinierende dieser Auflistung ist, daß der Rezensent bei keinem der Solisten Einschränkungen machen oder Einwände erheben muß, es war eine vorbildlich geschlossene Ensembleleistung, an der selbstverständlich LUDWIG PFLANZ am Dirigentenpult mit seinem Philharmonischen Orchester der Hansestadt Lübeck einen großen Anteil hatte. Von der Klangqualität des Orchesters konnte man sich in den zahlreichen Zwischenspielen und den Akt-Einleitungen überzeugen. Ein Pauschallob auch für die Mitglieder des Chores und des Balletts, die die Massenszenen stimmlich und tänzerisch vorbildlich im Griff hatten. Falls Sunset Boulevard keine dritte Auflage erleben sollte, könnte die Intendanz vielleicht ein anderes Top-Musical in Betracht ziehen. Das Publikum schien derselben Meinung zu sein, denn es gab am Ende Jubel für alle Beteiligten, Standing Ovations und zahlreiche Bravos – ein wirklich Abend.

Sunset Boulevard am Theater Lübeck: Weitere Vorstellungen 31.12.2017 15.00 und 19.30 Uhr; 13.01.2018                                             

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Hannover, Staatsoper Hannover, Salome von Richard Strauss, IOCO Kritik, 28.11.2017

November 28, 2017 by  
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Staatsoper Hannover

Staatsoper Hannover © Marek Kruszewski

Staatsoper Hannover © Marek Kruszewski

Salome von Richard Strauss

Der Traum vom liebenden Blick

Von Hanns Butterhof

Wenn zu Beginn Salome in blauem, geschlitztem Kleid aus dem Fransenvorhang, hinter dem ihr Stiefvater Herodes ein Fest feiert, ins Licht tritt, entzieht sie sich dessen lüsternem Blick. Am Ende tritt sie in den Vorhang zurück und entzieht sich, nach seinem Befehl, sie zu töten, diesem Blick für immer. Ihr kurzer Traum, von einem anderen, liebenden Blick berührt zu werden, ist ergreifend gescheitert.

youtube Trailer zu Salome an der Staatsoper Hannover

An der Staatsoper Hannover haben Regisseur Ingo Kerkhoff  und seine Bühnenbildnerin Anne Neuser für Richard Strauss’ Oper „Salome“ die Bühne fast völlig frei gelassen. Nach hinten wird sie von einem silbrigen Fransenvorhang abgeschlossen, hinter dem der lärmend feiernde Hof des Herodes liegt, dem König der Juden. Wenn Salome nach vorne kommt, senkt sich knapp hinter ihr eine goldene Wand. Dadurch wird die Aufmerksamkeit auf sie konzentriert und trefflich betont, dass alles, was dann dicht an der Rampe zwischen ihr und dem gefangenen Propheten Jochanaan geschieht, von einer anderen Welt, fast ein Traum ist.

Staatsoper Hannover / Salome - Annemarie Kramer als Salome © Thomas M. Jauk

Staatsoper Hannover / Salome – Annemarie Kramer als Salome © Thomas M. Jauk

Zu dem silbrigen Klarinettenlauf, der deutlich freundlich von Salome spricht, warnt der Page (Hanna Larissa Naujoks) davor, Menschen mit einem Blick anzusehen, der sie zu Objekten macht. Er steht mit dem verliebten Narraboth (Simon Bode) bei den Zuschauern im Rang, beide für einen abendlichen Opernbesuch angemessen gekleidet (Kostüme: Inge Medert). Es ist der dann glücklich eingelöste Hinweis darauf, dass nicht die mit der „Salome“ meistens verknüpfte sinnliche Sensation in exotischen Fernen zu erwarten ist, sondern dass es ums Hier und Jetzt geht.

Die Sensation besteht dann in der fesselnden Deutung der Oper, die in das innere Geschehen der Figuren musiktheatralisch hineinzieht, ohne groß etwas von außen an sie heranzutragen. In der kargen Inszenierung wird so vieles deutlich, was sonst im Gewitter der Regie-Geistesblitze untergeht.

 Staatsoper Hannover / Salome - hier: Annemarie Kremer als Salome und Brian Davis als Jochanaan © Thomas M. Jauk

Staatsoper Hannover / Salome – hier: Annemarie Kremer als Salome und Brian Davis als Jochanaan © Thomas M. Jauk

Annemarie Kremer, die holländische Sopranistin als Gast am Staatstheater, ist gesanglich und darstellerisch beeindruckend. Ihr kräftiger Sopran glänzt in den Höhen, angesichts der Gruft des Jochanaan taucht sie in abgründige Tiefen. Ihre Salome will heraus aus der schwülen Luft des Palastes. Sie ist begierig nach der Reinheit, die ihr der gefangene Prophet zu verkörpern scheint. Sie drängt sich ihm stürmisch auf, sinnlich an ihn heran in der einzigen Art, in der sie am Hof Liebe kennengelernt hat, und der sie eigentlich entkommen möchte. Als sie damit bei Jochanaan keinen Erfolg hat, bleibt ihr nur der verzweifelte Weg, ihn als Leiche in ihren Besitz zu bringen. Ihr Werben um den Propheten, dass er sie liebend ansehen möge, und ihr finaler Gesang mit dem blutigen Haupt entsetzen nicht nur, sondern rühren zu Tränen.

Auch der Prophet Jochanaan, dem Brian Davis eine eindrücklich menschliche Statur gibt, überzeugt mit seinem warmen und gut geführten,  triumphierenden Bariton. Sein in einen schwarzen Anzug gekleideter Jochanaan äußert sich gegenüber Salome prophetisch korrekt abwehrend, lässt sich aber doch von ihren sinnlichen Reizen, ihrem Liebeswollen ansprechen. Als er sie mit donnernder Orchesterverstärkung verflucht, ist das auch ein gegen sich selbst gerichteter Gewaltakt zur Selbstrettung.

Der Schleiertanz, mit dem Salome daraufhin dem zögernden Herodes (Robert Künzli) den Befehl abringt, Jochanaan köpfen zu lassen, ist ein überaus glücklicher Regieeinfall. Statt des von Strauss immer gefürchteten exotischen Tingeltangels beschreibt die Szene mehr die Phantasien des Herodes als den Tanz der Salome. Die steht sogar manchmal, ein Glas Wein in der Hand, beobachtend daneben, wenn ihr Stiefvater, blind vor Gier, in die Arme eines der mit Frauenkleidern locker behangenen Festgäste taumelt. Dann stachelt sie ihn wieder kurz an, selber tanzend, wenn auch vergeblich, nach ihr zu haschen.

 Staatsoper Hannover / Salome - hier Robert Künzli als Herodes Ensemble © Thomas M. Jauk

Staatsoper Hannover / Salome – hier Robert Künzli als Herodes Ensemble © Thomas M. Jauk

Nur in dieser Szene erscheint Herodes als lächerliche Figur. Sonst gibt ihm Robert Künzli überzeugend mit messerscharfem Tenor die Statur eines statusunsicheren Mannes, der posiert und sich immer größer machen möchte, als er ist. Kühl beobachtet ihn seine mit schlichter Eleganz gekleidete Frau Herodias, von Khatura Mikaberidze mit feinem Mezzosopran zurückhaltend gegeben. Nur als Herodes den Befehl zum Töten des Jochanaan ausspricht, bricht ein erleichterter Triumphschrei aus ihr heraus.

Das Ensemble bietet eine ansprechende Leistung. Vor allem gefällt Simon Bode als stimmstarker Narraboth, dessen theaterblutiger Selbstmord etwas störend naturalistisch inszeniert ist. Wie die streitenden Juden mit ihren Karnevalshütchen muss man sich unwillkürlich die Sondierungsgespräche in Berlin vorstellen.

Hannovers GMD Ivan Repušic entfaltet mit dem Niedersächsischen Staatsorchester begeisternd die gesamte Bandbreite dieser Strauss’schen Wahnsinnspartitur, von den mit graziler Feinarbeit herausgearbeiteten lyrischen Passagen bis hin zu den expressiv gewaltigen Motivballungen von krachender Größe. Dabei gelingt ihm das Kunststück, hörbar zu machen, was in den Figuren vor sich geht. Er schafft es vor allem im Schluss, im Entsetzen über Salomes schreckliche Tat vor allem auch den Schmerz und die unendliche Sehnsucht der Salome nach dem vielleicht unerreichbar reinen Blick der Liebe deutlich zu machen, dass einem fast das Herz bricht; ist es doch die Sehnsucht, die das Publikum auch als eigenen Traum kennt.

Salome an der Staatsoper Hannover: Die nächsten Termine: 1., 10., 13., und 22.12.2017, jeweils 19.30 Uhr.

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Wien, Franz Grundheber – Die lange Karriere eines großen Sängers, IOCO Portrait, 23.11.2017

November 24, 2017 by  
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 Franz Grundheber 1998 als Rigoletto an der Wiener Staatsoper © Wiener Staatsoper / Axel Zeininger

Franz Grundheber 1998 als Rigoletto an der Wiener Staatsoper © Wiener Staatsoper / Axel Zeininger

Franz Grundheber – Leben im Gesang

Wozzeck, Holländer, Boccanegra – Wien, Hamburg, New York

Von  Susanne Resperger

Nachdem der Vorhang der Oper Leipzig sich nach der Vorstellung der Frau ohne Schatten langsam gesenkt hatte, ein kurzer Augenblick Stille – dann großer Jubel. Franz Grundheber hatte an diesem Abend als Barak Unglaubliches geleistet: Hatte es im Vorfeld Zweifler gegeben, ob er denn diese Partie wenige Monate vor seinem 80.Geburtstag noch würde bewältigen können, so bewies er diesen das Gegenteil. Mit Leichtigkeit, kraftvoll, berührend, mit klarer Stimme, jeder Ton, jedes Wort bedeutungsvoll, vermochte er die Rolle innig und intensiv zu gestalten – ohne jegliche Ermüdungserscheinungen. Nicht nur vom Publikum wurde er gefeiert, sondern auch seine Kollegen waren voller Bewunderung für diese Leistung.

Franz Grundheber als Gérard in Andrea Chenier

Wo aber liegt nun das Geheimnis einer so vollkommenen, intakten Stimme in diesem Alter? Diese Frage bekommt Franz Grundheber (*1937) oft gestellt und darauf gibt es auch eine klare Antwort: die Stimmtechnik zu perfektionieren, die Rollenauswahl ganz bewusst der Stimme anzupassen, Fleiß und Disziplin, auch im Privatleben. Gattin Angelika ist die ideale Ergänzung und der notwendige Rückhalt für diesen Beruf. Ohne sie wäre vieles nicht möglich gewesen. Aber auch seine persönliche Geschichte und die Umstände, wie sich alles in frühen Jahren entwickelte, trugen dazu bei.

Erste Offenbarungen in der Jugend

Aufgewachsen in einem Dorf vor Trier, in einfachen Verhältnissen, war es seine Mutter, die etwas „Besseres“ für ihn wollte. Sie setzte es durch, dass er aufs Gymnasium ging. Dort waren es die Deutschlehrer, die ihn für Literatur begeisterten, und er ging sehr gerne und viel ins Theater. Ein Zufall wollte es dann, dass er eines Abends – er war 18 Jahre alt – eine Karte für die Zauberflöte bekam und – sich zuerst extrem langweilte. Erst die „Sprecherszene“ begann ihn zu interessieren und als dann Peter Roth-Ehrang als Sarastro auftrat (in Trier gastierend, da er seine Eltern besuchte) erlebte der junge Mann erstmalig, welche Gefühle ein Sänger mit den Schwingungen seiner Stimme auslösen kann. Die Erhöhung der Sprache durch die Musik, wie der Künstler es selbst definiert, faszinierte ihn.

Zu Hause angekommen, versuchte er diesen Klang des Sarastro nachzuahmen und es gelang ihm so gut, dass der nebenan schlafende Vater polterte: „Ruhe, ich muss morgens um 5 aufstehen!“  Der Wunsch, Opernsänger zu werden, nahm damit seinen Anfang.

Franz Grundheber 1991 als Fliegender Holländer an der Hamburger Staatsoper © Peter Schünemann

Franz Grundheber 1991 als Fliegender Holländer an der Hamburger Staatsoper © Peter Schünemann

Flug und Landung – Als Pilot

Franz Grundheber musste damals zur Bundeswehr und wollte sich als Offizier auf Zeit bei der Luftwaffe bewerben, bestand alle Prüfungen, war auch flugtauglich. Er verpflichtete sich auf 3 Jahre für die Pilotenausbildung. Peter Roth-Ehrang wurde in dieser Zeit nach Hamburg engagiert und setzte sich sehr stark dafür ein, dass Grundheber sich ausbilden ließ. Er war von seinem Talent überzeugt. Nach einer beantragten Versetzung als Sportoffizier nach Hamburg besuchte er, wann immer er Zeit hatte, die Oper. Nach 3 Jahren verließ er die Bundeswehr, ließ sich abfinden und neben einem Halbtagsjob im Büro bildete er sich, ohne auf die Hochschule zu gehen, selbst aus, nahm Stunden bei Gesangs- und Sprachlehrer sowie Korrepetionsstunden. Nach zwei Jahren wollte er schon aufgeben, doch war es wieder der „Zufall“, der aushalf – er hörte von einem Stipendium der Hamburger Staatsoper in Amerika. Er sang vor, erhielt es für ein Jahr und konnte es in Amerika auf ein zweites Jahr verlängern. Das Studium an der Indiana University in Bloomington mit einem kleinen angeschlossenen Opernhaus wurde prägend für sein Leben. Wichtig dabei auch seine Lehrerein Margaret Harshaw. Ihre Gesangsgrundlagen und die Arbeit mit ihr waren eine exzellente Basis für seine Karriere. In seinen Meisterklassen gibt er dieses Wissen mit Leidenschaft und Überzeugung an Studenten weiter.

Hamburgische Staatsoper © IOCO

Hamburgische Staatsoper © IOCO

Hamburg:  Seit 1966 Fixpunkt der Karriere

1966 bekam er nach vielen erfolglosen Versuchen dann doch noch ein Vorsingen. Man wollte eigentlich keine Stipendiaten mehr aufnehmen, aber er wollte unbedingt zeigen, was er sich erarbeitet hatte.  Rolf Liebermann war begeistert und engagierte ihn. Er bekam keinen Ein-Jahresvertrag, wie er gerne schmunzelnd erzählt, sondern gleich einen Zwei-Jahresvertrag.

Von 1966 bis 1988 blieb er dem Hamburger Ensemble treu und sang alles, von den kleinsten Rollen bis zu den großen Fachpartien und war oft Einspringer, wenn prominente Sänger absagten. Für Rolf Liebermann war es wichtig, auch kleine und mittlere Rollen sehr gut zu besetzen. Dafür bekamen die jungen Sänger auch jedes Jahr die Chance,  ein oder zwei größere Rollen zu übernehmen. Im ersten Jahr sang er bereits Donner, Masetto und Figaro folgten sehr bald.  Auch viele Uraufführungen konnte er mitgestalten, ganz normal für die Ära Liebermann.

Franz Grundheber als Dr. Schön - Lulu an der Wiener Staatsoper © Wiener Staatsoper / Axel Zeininger

Franz Grundheber als Dr. Schön – Lulu an der Wiener Staatsoper © Wiener Staatsoper / Axel Zeininger

Aber im Repertoirebetrieb musste man Rollen einfach ohne Proben übernehmen. Als die ersten Engagements für Produktionen mit langer Probenzeit kamen, reifte langsam der Entschluss, das Ensemble zu verlassen. Es war viel interessanter und effektiver, Rollen einige Wochen zu erarbeiten, und er wusste, wieviel besser er damit sein konnte. Außerdem wollte er angefragt werden und sich Rollen selbst auswählen können.

Die Hamburger Staatsoper ließ ihn aber nicht einfach ziehen, wollte ihn unbedingt binden. Peter Ruzicka, Nachfolger von Rolf Liebermann gab ihm einen permanenten Gastvertrag. Bei vielen Produktionen der Hamburger Staatsoper, die immer noch im Repertoire sind, war er Premierensänger: Fliegender Holländer (unter Marelli) , Rigoletto  (Homoki), Macbeth (Pimlott), Tosca (Carsen) und Simone Boccanegra (Guth). Er trat über 2050 Mal im Haus am Dammtor auf, im Februar 2012 feierte man mit ihm seine 2000. Aufführung (er war Amonasro). Der Kontakt zu Hamburg blieb immer sehr gut und er sang weiterhin 10 bis 20 Vorstellungen pro Saison. Bis zu dem Zeitpunkt, als die neue Direktion Nagano /Delnon antrat und dieser Kontakt abrupt endete. Aber nicht von Seiten des Künstlers.

Herbert von Karajan

 Herbert von Karajan in Salzburg © IOCO

Herbert von Karajan in Salzburg © IOCO

Besonders prägend war in der Zeit, in der er sich die Trennung vom Ensemble überlegte, die Zusammenarbeit mit Herbert von Karajan. Neben zahlreichen gemeinsamen Konzerten erarbeitete er sich mit ihm im März 1988 in Salzburg seinen ersten Scarpia. Erstaunlich war, dass er trotz seines deutschen Namens immer wieder interessante Engagements im italienischen Fach bekam. Viele Jahre sang er immer wieder in Italien nicht nur das deutsche Fach. Mit dem Amonasro war er auch der erste Deutsche in der Arena di Verona. Im Alter von 62 Jahren gab er schließlich sein Debüt an der New Yorker Metropolitan Opera als Rigoletto. Damit war er der erste Deutsche, der diese Partie an der MET sang. Auch an der Wiener Staatsoper oder in Covent Garden war er in vielen italienischen Rollen erfolgreich.

Die Kollegen

Am Beginn seiner Karriere hat ein Kollege, Mathieu Ahlersmeyer, ihn in die Garderobe geholt, ihn sehr gelobt, aber gleichzeitig auch einen wichtigen Rat gegeben: er solle das schwere italienische und deutsche Fach nicht vor 40-45 singen. Und wenn, dann mit 50, wenn all die Technik erlernt wurde und die Stimme noch da ist: „Dann wissen Sie, wovon Sie singen“. Dann wird bei jedem Ton mitschwingen, was man bis dahin erlebt hat: Liebe, Trennung, Verlust, Schmerz oder Trauer. Erst dann wird ein Sänger glaubhaft, wird die Persönlichkeit des Künstlers interessant, berührt er die Zuhörer.  Da käme alles von selbst und der Beruf mache dann erst richtig Spaß. Diesen Tipp nahm sich Franz Grundheber zu Herzen und verfolgte ihn sehr konsequent.

Er beobachtete seine Kollegen auf der Bühne, stand in Hamburg sehr oft auf der Hinterbühne, hörte genau zu und überlegte, wie diese es schafften, einen bestimmten Klang zu erzeugen. Sehr oft diskutierte er mit seinen Kollegen darüber, fragte bei großen Kollegen wie z.B. James King nach, arbeitete auch oft mit ihm, holte sich von vielen Ratschläge. Und – für ihn besonders wichtig: jede seiner Vorstellungen wurde von ihm kontrolliert, denn sein „Prof. Walkman“ blieb, von Margaret Harshaw abgesehen, sein einziger Gesangslehrer. Nur beim selbst Nachhören erfährt er die Wahrheit, eine Erfahrung, die er auch jungen Sängern immer wieder ans Herz legt. Kein Freund, kein Zuhörer wird einem die Wahrheit sagen (wie er selbst immer wieder in Interviews erwähnt).

 Franz Grundheber als Jago an der Wiener Staatsoper © Wiener Staatsoper / Axel Zeininger

Franz Grundheber als Jago an der Wiener Staatsoper © Wiener Staatsoper / Axel Zeininger

Das Wort  –  „Ein Geheimnis“

Ein weiteres „Geheimnis“ von Franz Grundheber: das Wort! Von jeher interessierte ihn Literatur und Theater ganz besonders, daher meint er dazu immer wieder: Die Worte eines Dichters wurden von einem genialen Komponisten interpretierenderweise in Musik umgesetzt, um diese Worte zu erhöhen und mit der Musik zu intensivieren. Aber die Basis bleibt immer das Wort. Grundheber hat sich jede Rolle zuerst vom Text her erarbeitet, ihn auswendig gelernt und dann den Sprachrhythmus des Komponisten analysiert, um nach der Bedeutung der Noten zu suchen. Er überlegte, warum der Komponist diese so geschrieben hatte, suchte, was er damit ausdrücken wollte.

Genau das macht die Faszination seiner Auftritte aus. Seine Rollen sind bis ins Detail durchdacht. Gestik, Blick, jede Betonung hat Sinn, ist überlegt und ganz bewusst gewählt. Seine Figuren werden dadurch plastisch, verständlich und unglaublich menschlich. In einem Interview sagte er einmal, es sei auch sehr menschlich, böse zu sein. Ebenfalls wichtig in diesem Zusammenhang: Er betont immer wieder, nur in den Sprachen zu singen, die er selbst auch beherrscht, denn nur so könne er den gesungenen Worten die richtige Bedeutung mitgeben. Auch wenn es ihm die Zusammenarbeit mit Claudio Abbado gekostet hatte, der ihn unbedingt für Aus einem Totenhaus gewinnen wollte.

youtube:  Franz Grundheber 1986 als Jago an der Semperoper

Die Lieblingsrollen von Franz Grundheber

Grundhebers Barak in Leipzig war auch deshalb ein besonderes Ereignis, weil es ja eine seiner drei Lieblingsrollen ist.

Die zweite für ihn besondere Rolle ist jene des Wozzeck. Für ihn ist Alban Bergs Werk die perfekteste aller Opern, die er in insgesamt 11 Inszenierungen gestalten durfte. Darunter Auftritte in Paris, Berlin, Brüssel, Amsterdam, Chicago, an der Scala (unter Jürgen Flimm)  aber auch an der Met. Den bedeutendsten Erfolg hatte er damit 1987 unter Claudio Abbado in der Regie von Adolf Dresen an der Wiener Staatsoper. Der Mitschnitt auf DVD brachte ihm nicht nur den „Prix George Till“, sie gilt vielmehr als eine der Referenzaufnahmen, die viele Sänger beim Lernen dieser Partie verwenden. Spricht man mit jungen oder auch sehr renommierten Baritonen, gilt Franz Grundheber für viele als DAS Vorbild für Wozzeck.

2007 inszenierte er diese Oper für seine Heimatstadt Trier, die dort noch nie aufgeführt worden war. Es blieb seine bisher einzige Regiearbeit. Um das Werk dem Publikum näher bringen zu können, hat er mit dem Trierer Journalisten Dieter Lintz ein umfangreiches Rahmenprogramm um die Premiere gestaltet. Die Serie wurde zu einem außergewöhnlichen Erfolg.

 Simone Young © IOCO

Simone Young © IOCO

In seiner 3. Lieblingsrolle, dem Simone Boccanegra, debütierte er 1995 in München und begeisterte mit seiner intensiven, menschlichen Umsetzung. Wer ihn in dieser Rolle erleben durfte, wird seinen Dogen nie wieder vergessen. In Chile erhielt er für seine Darstellung den Kritikerpreis und Simone Young hatte sich für ihren Antritt als Intendantin an der Hamburgischen Staatsoper (im Februar 2006) Franz Grundheber als Boccanegra gewünscht –  einer der Höhepunkte seiner Karriere. Mit 68 Jahren sorgte er für Furore und wurde damit für den ersten Theaterpreis „FAUST“ als bester Sängerdarsteller nominiert.

Tonträger und DVDs

Wie bei vielen seiner Auftritte gibt es auch von dieser Vorstellung keinen Mitschnitt auf DVD. Wie es auch um CD`S und DVD`S von ihm eher mager aussieht. Lediglich ein paar seiner Richard Straus-Partien wurden auf CD dokumentiert: Mandryka (Arabella), Orest (Elektra), Faninal (Der Rosenkavalier), Olivier (Capriccio) und vor allem sein Jupiter in Die Liebe der Danae, welchen er bei den Salzburger Festspielen 2002 als erster Sänger in der für einen Bariton sehr hohen Originalnotation sang. Diese Oper wurde in einer konzertanten Aufführung in Kiel für eine CD Produktion aufgenommen. Die Salzburger Aufführungsserie blieb undokumentiert. Sein Orest in der legendären Harry-Kupfer-Produktion an der Wiener Staatsoper ist ebenso auf DVD erschienen wie der Faninal der Salzburger Festspiele 2004 und in Baden Baden 2009. Seinen Holländer aus Savonlinna gibt es ebenfalls auf DVD.

Richard Wagner

 spielte in seiner Karriere natürlich auch eine große Rolle. Hier war Franz Grundheber bei der Auswahl der Partien aber sehr viel wählerischer und beschränkte sich später auf Amfortas und den Holländer. In diesen Rollen, meinte er immer wieder, könne er die Vorzüge seiner Stimme, eine gewisse Italienità, einbringen.  Natürlich sang er im Laufe seiner Karriere auch Heerrufer, Kurwenal und in Hamburg den Donner, später auch wenige Male Gunther. Wotan wollte er jedoch nie machen. Immer wieder auf das Thema angesprochen, meinte er, er hätte seine Stimme verändern müssen, um einen Klang zu erzeugen, den er sich für diese Partie vorstellt, der aber nicht sein natürlicher Klang war. Genau das wollte er vermeiden. Auch ein Hans Sachs kam nie zustande. Eine geplante Produktion der „Meistersinger“ musste mehrmals verschoben werden, danach war es Franz Grundheber selbst schon zu spät für diese fordernde Rolle. Schade!

27. September 2017 – Runder Geburtstag

Am 27. September 2017 ist Franz Grundheber 80 Jahre alt geworden. Hört man ihn singen, mag man es kaum glauben. Sein Leben ist die Opernbühne. Wenn er uns die Musik näherbringen kann, wenn er zeigt, dass Jago nicht von Grund auf böse ist, dass Scarpia in der Brutalität seines Berufes so gefangen ist, dass diese das einzige ist, was noch Gefühle in ihm zu wecken vermag. Oder aber, wenn Amonasro die Hand gegen seine Tochter Aida erhebt und plötzlich entsetzt darüber ist. Diesen seinen Blick vergisst man nicht. Dieser Augenblick unterstreicht die Musik und bringt den Zuhörern ungleich mehr als schöne Töne, vielmehr Verständnis für diese komplexen Figuren, die nicht immer durchschaubar sind.

Abseits der Bühne ist er ein vielgeliebter Kollege, immer hilfsbereit und geduldig. Langsam,  hat er sich in den letzten Jahren von den meisten seiner großen Rollen verabschiedet. 2011 sang er seinen letzten Simone Boccanegra und Angebote, diese Rolle noch zu singen, schlug er aus, da er sich nicht mehr sicher war, diese Partie noch den eigenen Erwartungen entsprechend bewältigen zu können.

Ehrenmitglied der Wiener Staatsoper + Kommendes

Zu seinem 80er wollen wir Wiener Franz Grundheber, Ehrenmitglied der Wiener Staatsoper seit 2010, nun ganz herzlich gratulieren und ihm für mehr als 250 wunderbare Vorstellungen am Hause danken! Dazu zählen die Premieren von Wozzeck (1987), Elektra (1989), Cardillac (1994), Palestrina (1999), Lulu (2000), Le Villi (2005) und Moses und Aron (2006), sowie Repertoire-Vorstellungen als Jago, Macbeth, Rigoletto, Scarpia, Amonasro, Faninal, Barak, Holländer, Amfortas …

Im Dezember 2017 kehrt Franz Grundheber in die von ihm geschätzte Stadt Wien zurück. Er wird in der Lulu-Inszenierung von Willy Decker den Schigolch verkörpern. Eine Rolle, die er mittlerweile in Madrid, Barcelona, bei den Salzburger Festspielen, in Amsterdam und 2015 an der Met erfolgreich gestaltet hat.

Nach dem euphorisch gefeierten Auftritt als Moses in Moses und Aron in der Elbphilharmonie im Jänner 2017 und den schon erwähnten Barak-Auftritten in Leipzig gab es im September 2017 eine umjubelte Semi-konzertante Aufführung des Fliegenden Holländers in der Heimatstadt Trier. Nach Wien gibt es Auftritte als Peter Besenbinder (Hänsel und Gretel) in Hamburg und Düsseldorf.

Wir wünschen Franz Grundheber anhaltende Gesundheit, auf dass er nach vielen Jahren Wanderschaft durch die Opernhäuser der Welt sein Zuhause genießen kann. Eigentlich ist er ja auch recht gern zuhause…Aber wer weiß…

Buch Franz Grundheber und Wozzeck © Armin Lücke

Buch Franz Grundheber und Wozzeck © Armin Lücke

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