Bayreuth, Bayreuther Festspiele 2017, Tristan – Parsifal – Festspiel-Erlebnisse, IOCO Aktuell, 20.08.2017

August 19, 2017 by  
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Festspielhaus Bayreuth © Patrik Klein

Festspielhaus Bayreuth © Patrik Klein

Bayreuther Festspiele

 Bayreuther Festspiele 2017 – Mitreißende IOCO Erfahrungen

Tristan und Isolde, Götterdämmerung, Parsifal, IOCO – Redaktionstreffen, Begegnung mit Richard Wagners Urenkelin Katharina Wagner

Von  Patrik Klein

Seit beinahe 30 Jahren reisen meine Frau und ich regelmäßig nach Bayreuth zu den Festspielen, so auch in diesem Jahr. Doch 2017 ist anders als die vielen Jahre zuvor: Erstmals fungiere ich in Bayreuth offiziell als IOCO Koordinator: IOCO Redaktionsmitglied Dr. Hanns Butterhof, besuchte die vier Vorstellungen des Ring des Nibelungen, den Castorf – Ring 2017 und veröffentlichte bei www.ioco.de seine packende Rezension. IOCO – Kollege Dr. Albrecht Schneider wird die Meistersinger, inszeniert von Barrie Kosky, noch besuchen und ebenso bei IOCO berichten. Als IOCO – Koordinator für die Bayreuther Festspiele nahm ich gerne die Gelegenheit wahr, das Kulturportal IOCO, meine Kollegen und mich bei Peter Emmerich, Leiter Marketing und Presse der Bayreuther Festspiele, vorzustellen. In seinem Büro sitzend, IOCO vorstellend, trat plötzlich und völlig unerwartet Katharina Wagner herein, setzte sich zu uns und nahm interessiert wie aktiv an unserem Gespräch teil. Da meine Frau und ich Karten für Tristan und Isolde hatten, Petra Lang (Isolde) aber wegen Indisposition durch Ricarda Merbeth ersetzt wurde, unterhielten wir uns mit Katharina Wagner angeregt über Nöte kurzfristiger Umbesetzungen, die Bayreuther Festspiele allgemein wie auch Ziele und Schwerpunkte des Kulturportales www.ioco.de, IOCO – Kultur im Netz GmbH. Eine für mich wunderbare Erfahrung, all dies im Herzen der Festspiele persönlich wie intensiv kommunizieren zu können.

Bayreuther Festspiele / Katharina Wagner © Matthias Balk

Bayreuther Festspiele / Katharina Wagner © Matthias Balk

Die folgenden Tage in Bayreuth bestanden aus dem Besuch von Tristan und Isolde, Götterdämmerung und dem Spätwerk des Meisters, Parsifal. Dazu im Hotel Goldener Löwe eine kleine Redaktionssitzung zu aktuellen wie zukünftigen Zielen von IOCO; mit Viktor Jarosch und Dr. Hanns Butterhof. Dr. Butterhof besuchte und rezensierte bereits den Bayreuther  Castorf – Ring 2017 (link hier).

Vor dem Festspielhaus Bayreuth: IOCO Bayreuth Koodinator Patrik Klein, Viktor E. Jarosch, Dr. Hanns Butterhof Festspielhaus Bayreuth © Patrik Klein

Vor dem Festspielhaus Bayreuth: IOCO Bayreuth Koodinator Patrik Klein, Viktor E. Jarosch, Dr. Hanns Butterhof Festspielhaus Bayreuth © Patrik Klein

Tristan, Götterdämmerung, Parsifal – Kurze Eindrücke

Tristan und Isolde: Die Musik Richard Wagners geht über Alles. Seine Musik geht durch Mark und Bein; sie regt auf; sie regt an zum Nachdenken, zum Träumen und zum Weinen. Katharina Wagner, Leiterin der Bayreuther Festspiele und Urenkelin Richard Wagners, versteht es blendend in Ihrer Inszenierung von Tristan und Isolde Spannung aufzubauen, Spannung welche fasziniert. Sie schafft es, innere Seelenbilder „sichtbar“ zu machen. Ähnlich der Ruth Berghaus Inszenierung in Hamburg setzt sie an bei der Vorgeschichte.

Bayreuther Festspiele / Tristan und Isolde © Enrico Nawrath

Bayreuther Festspiele / Tristan und Isolde © Enrico Nawrath

Tristan und Isolde lieben sich seit langem, bereits seit der Vorgeschichte in Irland (1. Akt „Dein Elend jammerte mich“ in Liebe-unterstreichender Tonart). König Marke wird nicht als etwas dümmlicher Opa charakterisiert, sondern ist Diktator, Schurke, Egoist. Die Handlung der Katharina Wagner – Inszenierung ist folgerichtig und klug durchdacht. Tristan und Isolde  brauchen keinen Liebestrank (mir klopft das Herz). Sie schütten ihn sogar weg u.v.m. Im zweiten Akt wird deutlich, dass sie wissen, dass dies ihre letze Nacht (Liebesnacht) werden wird. Der dritte Akt endet nicht wie so oft mit einem verklärten Liebestod (Wagner hat nie geschrieben, dass sie stirbt); Isolde spielt noch ein wenig mit der Leiche ihres Geliebten und wird dann schroff von Marke in ihre Kammer gezerrt. Atemberaubend und großartig dargestellt. Das Orchester der Bayreuther Festspiele ist „des Wahnsinns fette Beute“. Am Beginn des dritten Aktes kann man die Tränen angesichts der Schönheit der Musik nicht mehr zurückhalten. Warum auch?

Bayreuther Festspiele / Tristan und Isolde - Schlussapplaus © Patrik Klein

Bayreuther Festspiele / Tristan und Isolde – Schlussapplaus © Patrik Klein

Christian Thielemann dirigiert perfekt; flüssig; an manchen Stellen innehaltend; wuchtig; solide; abenteuerlich. Es ist eine Freude. Der Gesang ist besser als befürchtet. Grandios mit allesüberstrahlendem Bass René Pape. Kraftvoll bis zum letzten Atemzug der Tristan von Stephen Gould. Ricarda Merbeth singt ordentlich von der Seite für die erkrankte Petra Lang. Frau Lang spielt stumm. Die Brangäne wird von der wohlklingenden Christa Mayer dargestellt. Insgesamt sind die Stimmen bis auf René Pape wenig textverständlich. Obwohl ich den Text der Oper Tristan und Isolde recht gut kenne, sehnt man die fehlenden Übertitel herbei. Großer Jubel und Getrampel nach sechs Stunden spannendem Musiktheater.

Bayreuther Festspiele / Götterdämmerung - Finale © Enrico Nawrath

Bayreuther Festspiele / Götterdämmerung – Finale © Enrico Nawrath

Götterdämmerung: Da Dr. Hanns Butterhof bereits ausführlich über den Ring berichtete, hier mein kurzer Eindruck von der Castorfschen Apokalypse des Kapitalismus. Die Vorstellung gerät, wenn man die drei vorherigen Teile nicht sehen konnte, leicht zu einer Reizüberflutung größten Ausmaßes. Nie zuvor war ich nach einer Götterdämmerung emotional so fertig und scheinbar überrannt. Doch die Musik war umso erstaunlicher. Marek Janowski dirigierte vor Kurzem mit dem NDR Elbphilharmonieorchester und Weltklassesängern ein großartiges Rheingold in der Elbphilharmonie Hamburg. Die musikalisch hohe Qualität setzte sich hier in Bayreuth   nahtlos fort.

Bayreuther Festspiele / Götterdämmerung - Schlussapplaus © Patrik Klein

Bayreuther Festspiele / Götterdämmerung – Schlussapplaus © Patrik Klein

Janowski dirigiert zügig; sehr zügig, aber spannend und facettenhaft. Das machte Spaß. Die Sängerriege kurzum großartig erhielt Zuspruch ohne Einschränkungen. Es ist wunderbar, ein solches gleichförmiges Niveau erleben zu dürfen. Der Chor unter Eberhard Friedrich singt im Weltklassemodus. Man wünscht sich als Hamburger an dieser Stelle, dass es ihm gelänge, dies auch an der Hamburgischen Staatsoper häufiger umzusetzen.

Bayreuther Festspiele / Parsifal 1. Akt © Enrico Nawrath

Bayreuther Festspiele / Parsifal 1. Akt © Enrico Nawrath

„Ich denke an manchen Tagen, dass es besser wäre, wenn wir gar keine Religionen mehr hätten“, so der Dalai Lama. Parsifal bei den Bayreuther Festspiele 2017: Ein Ereignis.  Regisseur Uwe Eric Laufenberg gibt zu denken; er provoziert mit sanften Bildern, nicht wie gestern der Chef des aktuellen Ringes. Seine Bilder rauben mir den Atem. Wir befinden uns in Mossul, wenn ich die Raumfahrt über google earth richtig gedeutet habe. In einer beschädigten Kirche, die nachts Flüchtlingen Unterschlupf gewährt. Soldaten queren und in der Kuppel sitzt eine Gestalt auf einem Stuhl, blau gekleidet mit schwarzen Locken…starr und stumm…sie wird uns die ganzen 4 Musikstunden begleiten, nichts sagen, nichts tun, nur ab und an mal angestrahlt; die machtlose Mutter Gottes? Die Gralsritter wirken hektisch und es lauert Gefahr. Gurnemanz (überragend Gerd Zeppenfeld) weist den schwantötenden Parsifal (Andreas Schagerl in Bestform) in seine Schranken. Die Verwandlungsmusik wird bebildert durch eine Videowand in voller Bühnenbreite. Durch das Kuppeldach der Kirche fliegen wir in den Weltraum und sehen Sterne, Chaos und wilde Schönheit. Und wir landen wieder dort, im Irak, an der Grenze zur Türkei. Amfortas (großartig Ryan McKinny) leidet und durchlebt eine Tortur des Rituals der Gralsenthüllung. Der Chor unter Eberhard Friedrich klingt erschütternd. Amfortas wird die Wunde gewaltsam geöffnet, Blut entnommen und in den Kelch gefüllt. Verrohen die Gralshüter angesichts der brutalen Ereignisse? Im zweiten Aufzug im Reich des Klingsors (Werner Van Mechelen mit einem kraftvollen Bayreuthdebut) findet in einem Hamam statt. Die Blumenmädchen sind als Muslima getarnt und unter Burkas verhüllt. Erst als Parsifal erscheint, entledigen sie sich der Kleidung und erscheinen in farbenfrohen Gewändern. Parsifal im Dialog mit der großartigen Kundry, Elena Pankratova, wird durch Mitleid wissend und nimmt sich Kundry ordentlich zur Brust.

Bayreuther Festspiele / Parsifal - Schlussapplaus © Patrik Klein

Bayreuther Festspiele / Parsifal – Schlussapplaus © Patrik Klein

Ein gefangen gehaltener Gralshüter tut es ihm gleich, während Klingsor sich in einem Kuppelraum vollgestopft mit Kreuzen mit einer Peitsche malträtiert. Im dritten Akt befinden wir uns viele Jahre später wieder im Dunstkreis Amfortas. Gurnemanz im Rollstuhl, kaum noch gehfähig, Kundry eine Greisin. Der Ort ist verwildert mit riesigen Pflanzen, die das Mauerwerk längst durchstoßen haben. Ersehntes Wasser regnet in Strömen aus den Wolken während beim Karfreitagszauber wieder ein Videoausflug stattfindet, bei dem Kundry, Amfortas und Wagners Totenmaske „erlöst“ werden. Die Schlussszene wiederholt sich wie am Anfang. Die wütenden Gralshüter fordern massiv ein letztes Mal die Enthüllung von Amfortas (der Chor sehr ausdrucksstark!). In offenem Sarg werden die religiösen Attribute der großen Weltreligionen versenkt, währenddem die Kirche aufreißt, das Licht im Zuschauerraum anschwillt und das Ensemble friedvoll in der Hinterbühne verschwinden. Der Vorhang fällt NICHT! Jubel ohne Ende für alle Beteiligten und ganz besonders für das atemberaubende Dirigat Hartmut Haenchens.

Hamburg, Staatsoper Hamburg, Spielplan über Ostern, 14. – 20.04.2017

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Staatsoper Hamburg

Hamburgische Staatsoper © Kurt Michael Westermann

Hamburgische Staatsoper © Kurt Michael Westermann

Ostern in der Hamburgischen Staatsoper

Die Hamburgische Staatsoper hat auch in diesem Jahr über die Osterfeiertage ein vielfältiges Angebot im Spielplan.

Am Karfreitag 14. April, Karsamstag 15. April und Ostermontag 17. April um 18.00 Uhr sowie am 18. April um 18.30 Uhr steht das Ballett von John Neumeier Matthäus-Passion auf dem Spielplan der Hamburgischen Staatsoper. Johann Sebastian Bachs monumentales Sakralwerk ist für John Neumeier zugleich dramatisch und episch, bildhaft und abstrakt. Es vereint emotionsgeladene Schilderungen mit musikalischen Formulierungen, die über das rein Sinnliche hinausgehen. Bachs Vertonung des Passionsgeschehens nach Matthäus veranlasste John Neumeier 1981 zu einer choreografischen Vergegenwärtigung. Am Karfreitag findet ein Jubiläum statt: Das Hamburg Ballett tanzt zum 200. Mal John Neumeiers beliebtes Werk Matthäus-Passion.

Am Ostersonntag 16. April um 18.00 Uhr hat Richard Strauss‘ Oper Die Frau ohne Schatten Premiere an der Dammtorstrasse. Unter der musikalischen Leitung des Hamburgischen Generalmusikdirektors Kent Nagano inszeniert Andreas Kriegenburg. Als Kaiser ist Roberto Saccà, als Kaiserin Emily Magee und als Amme Linda Watson (Rollendebut) besetzt.

Ab dem 19. April präsentiert das Hamburg Ballett in vier Vorstellungen das Ballett von John Neumeier Duse – Choreografische Phantasien über Eleonora Duse. Fasziniert von der legendären Ausstrahlung der Eleonora Duse und ihrer bedingungslosen Suche nach einem idealen Theater entwickelte John Neumeier „choreografische Phantasien“, die seinen persönlichen Zugang zu ihrer Biographie widerspiegeln. Die ausdrucksvolle Titelfigur wird in je zwei Vorstellungen von Stargast Alessandra Ferri und der Ersten Solistin Silvia Azzoni verkörpert.

Am Donnerstag nach Ostern 20. April feiert die diesjährige opera piccola um 19.00 Uhr auf der Probebühne 1 ebenfalls Premiere. Das Musiktheater für Jugendliche nach W. A. Mozart trägt den Titel Erzittre, feiger Bösewicht!. Die Neufassung der „Zauberflöte“ von Johannes Harneit wird von Kent Nagano musikalisch geleitet und von Staatsopernintendant Georges Delnon inszeniert. Das Mozart-Happening von jungen Künstlern für junges Publikum ab 12 Jahren wird ermöglicht durch die Michael Otto Stiftung. Beteiligt sind Sängerinnen und Sängern des Internationalen Opernstudios und des Solisten-Ensemble The Young ClassX. Die „opera piccola“ wird seit der Spielzeit 2009/10 von der Stiftung zur Förderung der Hamburgischen Staatsoper gefördert. In Zusammenarbeit mit der Nordakademie Hochschule der Wirtschaft.

Unter dem Dirigat von Kent Nagano steht ab 21. April Francis Poulencs Oper Dialogues des Carmélites in der Inszenierung von Nikolaus Lehnhoff für vier Vorstellungen wieder auf dem Spielplan der Hamburgischen Staatsoper. Als Madame de Croissy ist Doris Soffel wieder an der Dammtorstrasse zu erleben.

Informationen und Kartenreservierung unter Tel. (040) 35 68 68
www.staatsoper-hamburg.de, PMStOHH

 

Gera, Theater und Philharmonie Thüringen, Theatertipps zu Ostern – 13 – 17.04.2017

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Theater und Philharmonie Thüringen

Theater und Philharmonie Thüringen (Gera) © Stephan Walzl

Theater und Philharmonie Thüringen (Gera) © Stephan Walzl

Theatertipps zu Ostern

Ein buntes Osterprogramm bietet Theater&Philharmonie Thüringen von Gründonnerstag bis Ostermontag in Altenburg und Gera. Dabei ist vom Puppenspiel über Operette und Musical bis zu den Schauspiel- und Konzertfreunden an alle gedacht.


Gründonnerstag

Wer den Abend „Junge Choreografen“ zur Festwoche des Thüringer Staatsballetts Anfang des Jahres verpasst hat, bekommt jetzt noch eine Chance. Aufgrund der großen Nachfrage stellen Tänzerinnen und Tänzer des Thüringer Staatsballetts nochmals am Gründonnerstag, 13. April, um 19.30 Uhr in der Bühne am Park Gera ihre eigenen Choreografien vor.

Ob Soli, Duette oder Gruppenchoreografien – den jungen Tanzschaffenden waren weder formal noch inhaltlich Grenzen gesetzt. In acht jeweils für sich stehenden Choreografien zeigen Stefania Mancini, Yuri Hamano, Hudson Oliveira, Yi Han und Fabio Boccalatte ihre Kreativität und individuelle Bewegungssprache. Dabei bedienen sie sich tänzerisch wie musikalisch einer großen Vielfalt: von intimen Pas de deux zur sphärischen Musik des isländischen Komponisten Ólafur Arnalds über elegante Spitzentanz-Variationen zu Chopin, bei denen die Tänzerinnen live am Klavier begleitet werden, bis hin zum getanzten Leben einer alleinstehenden Frau zu den Klängen der portugiesischen Band Madredeus und der Pop-Ikone Whitney Houston.


Karfreitag

Unter dem Titel „… denn sie wissen nicht, was sie tun“ präsentiert das ensemble diX an Karfreitag anlässlich des Lutherjahres 2017 ein musikalisch-literarisches Programm, in dem der unbequeme, aber erhellende Blick des expressionistischen Malers Otto Dix auf das Leben des Jesus von Nazareth im Mittelpunkt steht: „Dieses Leben dieses Jesus, das ist eine ganz tragisch kümmerliche Angelegenheit gewesen. Ein armer Mensch, der wenig Anhänger gehabt hat. Ein ganz verachteter, lächerlicher Mensch und jetzt stellen wir ihn dar, als kolossal geleckten Bärtling, nicht wahr, der da mit seinen Jüngern durchs Kornfeld geht … so ne Scheiße. Große Scheiße.“ (Otto Dix)

Luthers Übersetzung in ihrer archaischen Direktheit, Dix‘ Bilder in ihrer verstörenden Klarheit und Musik vom Barock bis zur Moderne erlauben im Zusammenspiel einen eindrücklichen Einblick in das Buch der Bücher – die Bibel. Das ensemble diX (Flöte: Andreas Knoop, Oboe: Albrecht Pinquart, Klarinette: Hendrik Schnöke, Fagott: Roland Schulenburg) offeriert Kompositionen von Johann Sebastian Bach, Jacques Ibert, Henri Tomasi, Arvo Pärt, Charles Koechlin, Ralf Kubicek, Rudolf Hild und Peter Helmut Lang. Der Schauspieler Manuel Kressin spricht Texte von Matthäus, Martin Luther, Klaus Kinsky sowie Otto Dix.

Das Konzert findet nur um 20:00 Uhr im Konzertsaalfoyer der Bühnen der Stadt Gera statt, das Konzert um 17:00 Uhr im Landestheater Altenburg wurde mangels Vorverkauf abgesagt.


Altenburg und Gera

Thomas Wicklein als Dirigent und Moderator lädt zum nächsten Konzert in der beliebten Reihe „Klassik bei Kerzenschein“ am Samstag, 15. April, um 18 Uhr, in die Bühne am Park Gera und am Ostermontag, 17. April, um 15 Uhr, ins Große Haus des Landestheaters Altenburg ein. Im Rahmen der Orchesterpatenschaft „tutti pro“ des Philharmonischen Orchesters Altenburg-Gera mit der Musikschule „Heinrich Schütz“ Gera musizieren in diesem Konzert junge Solisten der Musikschule gemeinsam mit dem Philharmonischen Orchester. „tutti pro“ ist eine Initiative von Jeunesses Musicales Deutschland, der Deutschen Orchestervereinigung und dem Verband deutscher Musikschulen.

Bereits beim 56. Konzert der Reihe Klassik bei Kerzenschein konnten junge Musiker der Musikschulen ihre große musikalische Begabung unter Beweis stellen. Freuen Sie sich auf ein anspruchsvolles und abwechslungsreiches Programm: Während das Cellokonzert von Antonio Vivaldi (1678-1741) ein Paradebeispiel für diese Gattung ist, begeistert das Konzert für zwei Mandolinen mit seinen für heutige Ohren eher ungewohnten Klängen. Ein ähnliches Juwel ist das Märchen von Václav Trojan (1907-1983), in dem das Akkordeon mit seinem lustigen Klang zum Geschichtenerzähler mutiert. Das heitere Klarinettenkonzert von Carl Stamitz (1745-1801)  ist von großer Bedeutung für die Musikgeschichte, denn für das damals noch sehr junge Instrument gab es bis dato kaum eigene Solokonzerte. Als packendes Finale erklingt das fulminante erste Cellokonzert von Schostakowitsch (1906-1975), das sich durch seine Bewegung und Heiterkeit auszeichnet. Darüber hinaus erklingen Kompositionen der Brüder Joseph (1732-1809) und Michael Haydn (1737-1806).

Unter der bewährten Stabführung von Thomas Wicklein spielt das Philharmonische Orchester Altenburg-Gera, als Solisten sind Julia Rotter (Querflöte), Johannes Deutsch (Klarinette), Anna Herrmann, Dora-Marie Henschelmann, Emily Waldenmaier (Violoncello), Sina Jander, Nico Sonack (Mandoline), Konrad Gustav Schopplich (Akkordeon) und Guilia Marie Schober (Klavier) zu erleben.


Altenburg

Theater und Philharmonie Thüringen / ZWEI MÄNNER GANZ NACKT - Alain Kramer (Bruno Beeke - links) ist schockiert, als er nachmittags nackt in seiner Wohnung erwacht und neben sich seinen Angestellten Nicolas Prioux (Ulrich Milde) vorfindet - ebenfalls nackt... © Sabina Sabovic

Theater und Philharmonie Thüringen / ZWEI MÄNNER GANZ NACKT – Alain Kramer (Bruno Beeke – links) ist schockiert, als er nachmittags nackt in seiner Wohnung erwacht und neben sich seinen Angestellten Nicolas Prioux (Ulrich Milde) vorfindet – ebenfalls nackt… © Sabina Sabovic

Wenn Sie noch immer nicht wissen was es mit „Zwei Männern ganz nackt“ auf sich hat, müssen Sie am Samstag, 15. April, um 19.30 Uhr ins Heizhaus gehen. Dort wird die französische Komödie von Sébastien Thiéry (*1970) aufgeführt. Regie führte Schauspieldirektor Bernhard Stengele.

Der etablierte Anwalt Alain Kramer (Bruno Beeke) ist schockiert, als er in seiner Wohnung erwacht und neben sich im Bett seinen Kollegen Nicolas Prioux (Ulrich Milde) vorfindet – ebenfalls nackt. Beide können sich an nichts erinnern. Wie sind die beiden Männer in diese Situation geraten, die sie sich nicht erklären können? Alains Frau Cathérine (Christiane Nothofer) zieht den einzig logischen Schluss: Ihr Mann ist schwul und hat sie betrogen. Alain unternimmt deshalb allerlei abwegige Versuche seine Frau davon zu überzeugen, dass er heterosexuell ist. Doch bald entdeckt er weitere Gedächtnislücken und gerät vor seiner Frau und sich selbst in immer größere Erklärungsnot….. Der Abend hat Tempo und Witz, aber nicht für alles eine Lösung!

Das Rahmenprogramm der internationalen Schauspielproduktion „Cohn Bucky Levy – Der Verlust“ verheißt am Ostersonntag ab 14 Uhr im Paul-Gustavus-Haus beim Kaffeeklatsch Begegnungen und Informationen. Der Eintritt ist frei!

Theater und ;Philharmonie Thüringen / Der Hauptmann von Köpenick - Ouelgo Téné (Wilhelm Voigt) und Thorsten Dara (Hoprecht) © Sabina Sabovic

Theater und ;Philharmonie Thüringen / Der Hauptmann von Köpenick – Ouelgo Téné (Wilhelm Voigt) und Thorsten Dara (Hoprecht) © Sabina Sabovic

Letzte Gelegenheit Bernhard Stengeles Inszenierung von Carl Zuckmayers Stück „Der Hauptmann von Köpenick“ mit Ouelgo Téné in der Titelrolle in Altenburg zu sehen, ist am Ostersonntag um 18.00 Uhr. Ab 12. Mai ist die Inszenierung, die deutschlandweit für mediale Aufmerksamkeit gesorgt hat und von den Kritikern durchweg gelobt wurde, in Gera zu sehen. Die Geschichte nach einer wahren Begebenheit aus dem Jahr 1906 berührt auch heute; ihr Gegenstand ist der blamabelste Kriminalfall der wilhelminischen Ära, über den einst die ganze Welt lachte. Die Story ist unvergessen. Zuckmayer machte aus dem Stoff eine bissige Satire. Sein Stück wurde sein größter Erfolg, uraufgeführt 1931 in Berlin, nachgespielt überall.


Gera

Paul Abrahams schwungvolle Operette „Viktoria und ihr Husar“ steht am Ostersonntag um 14.30 Uhr zum letzten Mal auf dem Spielplan im Großen Haus Gera. Die selten gespielte Operette ist eine anrührende Liebesgeschichte, die eine Frau zwischen zwei Männern zeigt. Handlungszeit ist nach 1918. Die Handlungsorte wechseln in rasendem Tempo, sind kontrastreich und exotisch: so führt die Reise aus der sibirische Steppe über St. Petersburg und Japan schließlich in die Heimat von Viktoria und ihrem Rittmeister Koltay nach Ungarn in das schöne Dorf Doroszma.

Dabei ist sie gespickt mit Ohrwürmern wie „Mausi, süß warst du heute Nacht“, „Meine Mama war aus Yokohama“, „Reich’ mir zum Abschied noch einmal die Hände“ oder „Ja, so ein Mädel, ungarisches Mädel“, die geradezu zum Mitsingen verführen und zum Tanzen verlocken. Folgerichtig tanzt in der Inszenierung von Winfried Schneider nicht nur das Ballettensemble, sondern alle Solisten und der Opernchor können zeigen, welche Fähigkeiten da in ihnen stecken.

1930 in Budapest mit großem Erfolg uraufgeführt, wurde „Viktoria und ihr Husar“ zum ersten Welterfolg von Paul Abraham (1892-1960).

Die Rockerette „Barbarossa ausgeKYFFt“ von Olav Kröger (Musik) und Manuel Kressin (Libretto) in der Regie von Schauspieldirektor Bernhard Stengele ist eine musikalische Satire, die auf Mythen, Legenden und historischen Ereignissen um den Staufferkaiser Friedrich II. beruht, der bekanntlich noch im Kyffhäuser sitzt und auf seine Wiedererweckung wartet, um Deutschland zu einen. Am Ostermontag um 18 Uhr ist sie zum letzten Mal im Großen Haus in Gera zu sehen. Dazu gilt die Offerte THEATERJOKER, d.h. jede Karte ist für 16,- Euro zu haben, Schüler, Studenten, Azubis zahlen die Hälfte.

Nach über 800 Jahren Schlaf gelingt es der Partei „Deutschland Voran“ tatsächlich Barbarossa aus dem Kyffhäuserstein zu erwecken, um ihn als Kanzlerkandidaten für die nächste Wahl aufzustellen. Der aufgeweckte Altkaiser aber lässt sich nicht einfach wie gedacht benutzen. Er hat ganz anderes im Sinn: er sehnt sich nach seiner Liebe von einst und findet Freunde, die ihm helfen, Agathe wiederzu finden …. Das Schauspielensemble von Theater&Philharmonie Thüringen erweist sich als flotte Musicaltruppe mit kabarettistischen Qualitäten.


Puppentheater in Altenburg und Gera

Mit seinem selbstinszenierten Solo „Die Werkstatt der Schmetterlinge“ ist Tobias Weishaupt am Samstag, 15. April, um 16 Uhr und am Ostersonntag, 16. April, um 10 Uhr im Puppentheater Gera zu erleben. Nach dem gleichnamigen Kinderbuch von Gioconda Belli und Wolf Erlbruch schuf er eine Fassung fürs Puppentheater für Kinder ab 5 Jahren.

Er spielt darin den Erfinder Rodolfo, der bei den Gestaltern aller Dinge arbeitet und in die Fußstapfen seines berühmten Großvaters treten möchte, der den Regenbogen erfand. Rodolfo träumt von einem Baum, der wie ein Vogel singt oder von einem Tier, das wie die Sonne strahlt. Leider sind die Welt der Pflanzen, der Tiere, der Mineralien und der Gestirne streng voneinander getrennt. Wegen seiner übersprudelnden Ideen, die das Gleichgewicht der Erde ins Wanken bringen könnten, wird Rodolfo in die Insektenwerkstatt verbannt. Dort werden nur kleine, krabbelnde Tierchen erfunden, weshalb diese Abteilung ziemlich unbeliebt ist. Dennoch gibt Rodolfo nicht auf. Er träumt davon, ein Tier zu erfinden, das leicht wie ein Vogel, lebendig wie ein Insekt und schön wie eine Blume ist.

Theater und Philharmonie Thüringen / Marcella von Jan spielt DORNRÖSCHEN © Stephan Walzl

Theater und Philharmonie Thüringen / Marcella von Jan spielt DORNRÖSCHEN © Stephan Walzl

Marcella von Jan spielt am Ostersonntag und am Ostermontag um 10 Uhr im Theater unterm Dach Altenburg für Kinder ab 5 Jahre das Märchen „Dornröschen“. Aus einem aufklappbaren Bilderbuch quillt das bekannte Märchen der Brüder Grimm hervor: Das Wunschkind Dornröschen bekommt die besten Wünsche der Feen, doch leider hat man die 13. Fee vergessen. Die rächt sich mit einem Fluch, der nur durch die 12. Fee mit einem 100-jährigen Schlaf gemildert werden kann. Aber zum Glück wissen wir ja: Erwecken wird das liebliche Königskind Dornröschen ein Prinz…

Der renommierte Grafiker und Bilderbuchillustrator Franz Zauleck (Lucie und Karl-Heinz) hat die Bühne und das fantasievolle Klappbilderbuch entworfen.

Karten sind an der Theaterkasse erhältlich, telefonische Reservierungen unter 0365-8279105 oder 03447-585177, online buchen unter www.tpthueringen.de

Pressemeldung Theater und Philharmonie Thüringen

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Leipzig, Musikalische Komödie, MUKO.HÖR.SAAL – Spanische Musik, 14.04.2017

April 13, 2017 by  
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Oper Leipzig

Oper Leipzig / MUKO.HÖR.SAAL - Konzert des Orchesters der Musikalischen Komödie in Leipzig ©Tom Schulze

Oper Leipzig / MUKO.HÖR.SAAL – Konzert des Orchesters der Musikalischen Komödie in Leipzig ©Tom Schulze

SPANISCHES FLAIR VOM RANG

»MUKO.HÖR.SAAL« MIT MUSIK UND LYRIK AUS SPANIEN

Für die Konzertreihe muko.hör.saal wechseln Chor und Orchester der Musikalischen Komödie am Karfreitag, 14. April, 15 Uhr aus dem Orchestergraben auf den Rang des Hauses und loten weit über den Zuhörern die spezielle Klangarchitektur des Theatersaals aus. So entsteht ein Surround-Soundpanorama, das die Musik für den Zuhörer immer wieder neu und anders erlebbar macht. Im April erklingt ein spanisches Programm mit Chor- und Orchesterwerken vom 16. bis 20. Jahrhundert. Zusammen mit originalsprachigen Gedichten aus Spanien entsteht so ein Hauch poesía española. Es erklingt u.a. Musik des baskischen Komponisten Jesús Guridi, die Fünf Zigeunertänze von Joaquín Turinas, das Intermezzo aus Enrique Granados’ Oper Goyesca – inspiriert von Gemälden des spanischen Malers Francisco de Goya – und Auszüge aus Isaac Albéniz’ populärer Suite española. Die Musikalische Leitung liegt in den Händen des Musikdirektors Stefan Klingele. Die spanischen Gedichte werden von der spanisch-deutschen Schauspielerin und Opernsängerin Isabel Hindersin vorgetragen.

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