München, Bayerische Staatsoper, Premiere Andrea Chénier, 12.03.2017

Bayerische Staatsoper München

Bayerische Staatsoper München Foto: © Wilfried Hösl

Bayerische Staatsoper München Foto: © Wilfried Hösl

  Andrea Chénier von Charles Gounod

Premiere Andrea Chenier 12.3.2017, weitere Vorstellungen 15.3.2017, 18.3.2017, 22.3.2017, 30.3.2017, 2.4.2017, 28.7.2017, 31.7.2017

Am 12. März feiert Andrea Chénier an der Bayerischen Staatsoper Premiere; die erste Neuinszenierung dieser Oper in der Geschichte des Hauses. Regisseur Philipp Stölzl gibt sein Hausdebüt, die musikalische Leitung liegt bei Omer Meir Wellber. Die Titelpartie singt Jonas Kaufmann, an seiner Seite gibt Anja Harteros ihr Rollendebüt als Maddalena.

Baerische Staatsoper München / Jonas Kaufmann © Gregor Hohenberg.

Baerische Staatsoper München / Jonas Kaufmann © Gregor Hohenberg.

Philipp Stölzl ist als Regisseur von Musikvideos und Spielfilmen wie Der Medicus, Goethe! und Winnetou bekannt. Zu seinen Musiktheater-Inszenierungen gehören zum Beispiel Il trovatore an der Berliner Staatsoper, Cavalleria rusticana / I Pagliacci bei den Osterfestspielen in Salzburg oder Parsifal an der Deutschen Oper Berlin. „In Andrea Chénier wird das Bedürfnis nach dem großen Bild bedient, es gibt eigentlich kein filigranes Spiel. Mich erinnert das alles an gigantomanische Superfilme wie Gone with the wind“, so Stölzl. Im Handlungsgeschehen von Andrea Chénier wird ein Phänomen deutlich, das sich auch in unserer heutigen Gesellschaft andeutet: „Es geht um das Gefühl von Zeitenwende, um die Umkehrung von Machtverhältnissen. Und die, denen es – wie in der Oper – an den Kragen geht, wollen die Veränderung nicht wahrhaben. Sie werden von ihr überrumpelt. Das ist eine Situation, in der wir uns und unsere Furcht vor Veränderungen wiedererkennen können.“

„Unser Tod ist der Triumph der Liebe“ versprechen sich in Andrea Chénier Jonas Kaufmann und Anja Harteros in den Hauptpartien. Jonas Kaufmann gab sein Rollendebüt 2015 am Londoner Royal Opera House Covent Garden. Er sieht in Andrea Chénier eine leidenschaftliche Oper, die ihn dazu bringt, sich „die Seele aus dem Leib zu singen“. „Es gibt nur wenige Stücke in der Opernliteratur, die sich so sehr steigern.“, schwärmt Jonas Kaufmann. Für Anja Harteros ist die Partie ein Rollendebüt. Harteros und Kaufmann gestalten nach Lohengrin, Il trovatore und La forza del destino ihre vierte gemeinsame Premiere an der Bayerischen Staatsoper. Des Weiteren singen Doris Soffel (La Contessa di Coigny) und Luca Salsi (Charles Gérard).


Handlung : Der Handlungsrahmen der Oper spielt zur Zeit der Französischen Revolution und der Schreckensherrschaft der Jakobiner in Paris. Die Geschichte beruht nur in geringem Umfang auf den bekannten Fakten aus der Biografie Chéniers. Der historische André Chénier vermittelt das Bild eines unscheinbaren, aber literarisch und politisch ambitionierten jungen Mannes, dessen Wirkung „etwas verschroben“ gewesen sein mag, wie es im Opernlibretto Luigi Illicas heißt. André Chénier hatte für eine konstitutionelle Monarchie gekämpft, bevor er durch einen ungünstigen Zufall in die Hände der radikal-revolutionären Jakobiner fiel und unter der Guillotine sein Leben lassen musste. Die politischen Ambitionen Chéniers werden in der Oper ausgespart und der Dichter bleibt in seiner moralischen Ausrichtung eher vage. Er träumt vielmehr von einem Leben voll Liebe und nimmt dafür auch seinen Tod in Kauf.

Andrea Chénier sollte bereits mehrere Male an der Bayerischen Staatsoper zur Aufführung gebracht werden, doch die Initiativen blieben immer ohne Erfolg. Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges interessierte man sich ernsthaft für Andrea Chénier und bestellte Notenmaterial. Der Aufführungstermin wurde jedoch hinausgezögert und letztendlich scheiterte es an den während des Krieges beschränkten Mitteln. Am 12. März 2017 hebt sich nun erstmals der Vorhang der Bayerischen Staatsoper für Andrea Chénier.


Die Premiere wird live auf BR-Klassik übertragen. 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn live aus dem Foyer des Nationaltheaters: Foyer, die Sendung zur Neuproduktion mit Gesprächen und Reportagen. PMBaStoM

Andrea Chenier an der Bayerischen Staatsoper: Premiere 12.3.2017, weitere Vorstellungen 15.3.2017, 18.3.2017, 22.3.2017, 30.3.2017, 2.4.2017, 28.7.2017, 31.7.2017

 

Wien, Wiener Staatsoper, 61. Wiener Opernball – Kulturelles Weltereignis, IOCO Aktuell, 23.2.2017

Februar 12, 2017 by  
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Wiener Staatsoper zum Opernball © Michael Poehn

Wiener Staatsoper zum Opernball © Michael Poehn

Der 61. Wiener Opernball – 23. Februar 2017

Mediales Weltereignis, Geliebte Tradition, Laufsteg von Eitelkeiten

Wien Staatsoper / Plakat Wiener Opernball 2017 © DASUNO

Wien Staatsoper / Plakat Wiener Opernball 2017 © DASUNO

Der Wiener Opernball findet immer am Gründonnerstag und Altweiberfastnacht statt. Zum 61. Wiener Opernball werden am 23. Februar 2017 5.500 Gäste in der Staatsoper feiern: Der neu ins Amt gewählte österreichische Bundespräsident Dr. Van der Bellen eröffnet den Ball. Ebenso dabei Wirtschaftsbosse, Minister, Medienstars, Sternchen, Parvenüs oder Spaßvögel. Die meisten Besucher des Opernball jedoch, man glaubt es kaum, sind Normalbürger aus Wien. Spätentschlossene haben keine Chance: Der 61. Wiener Opernball seit langem ausverkauft.

Alljährlich ist der Wiener Opernball spektakuläres, internationales Medienereignis; Weltkriege, Skandale wie andere Widrigkeiten hat er überlebt. Dabei ist der Opernball nur eine Facette der weit gefächerten Wiener Balltradition, welche ihren Ursprung im Wiener Kongress von 1814/15 hat. Der Wiener Opernball ist medialer Höhepunkt der   prächtigen Wiener Ballsaison, welche jedes Jahr zur Zeit des Fasching stattfindet. Ob Akademikerball, das fröhliche Kostümfest genannt Gschnas, Bürgerball, Polizeiball, Bonbonball, Ball der Tiroler in Wien, Regenbogenball: 450 großartige  Bälle einigt die große Wiener Tradition. Der Wiener Opernball verstand sich ursprünglich als „Ball der Künstler für Künstler“. Nach vielen Wirrungen gab 1877 Kaiser Franz Joseph seine persönliche, 1869 noch verweigerte Zustimmung zu einer Soirée im Festsaal der damaligen Hofoper. Aus dieser Soirée entand der heutige Opernball, Die offizielle Bezeichnung Wiener Opernball wie seine verzaubernden Rituale erhielt das Künstlerfest erst 1935.

Wiener Staatsoper / Opernball - Jungdamen- und Jungherren Komittee © Michael Poehn

Wiener Staatsoper / Opernball – Jungdamen- und Jungherren Komittee © Michael Poehn

Zum 58. Wiener Opernball 2014 konstatierte  der ehemalige UN-Generalsekretär Kofi Annan, den damaligen Bundespräsident Fischer begleitend: „Jeder muss einmal im Leben auf dem Wiener Opernball gewesen sein“. Der Opernball zieht allein in Österreich alljährlich 1,5 Mio. Menschen vor die Fernseher. Weltweit sind es viele Millionen. Dominique Meyer, Chef der Wiener Staatsoper möchte künstlerische Ansprüche hochhalten und präsentiert „eine Galerie an hochbegabten Künstlern auf einem hohen Niveau“. Dabei war Begeisterung für den Opernball bei den Wiener Opern-Chefs nicht immer so eindeutig: Meyer-Vorgänger, der knorrige Ioan Holender zeigte wenig Sympathie: “Ich stelle die Sinnhaftigkeit zur Diskussion, dass man 2 Millionen Euro investiert, um ein Gebäude zweckentfremdend zu nutzen.“ Doch Meyer, seit 2011 neuer Opern-Chef, outet sich offensiv entspannt als Wiener Opernball-Fan. So verwandelt sich die Wiener Staatsoper am 23. Februar 2017 zum schönsten Ballsaal der Welt. Ein überdachter roter Teppich vor dem Eingang der Staatsoper trägt den Glamour des Ball-Events sichtbar in die Öffentlichkeit. 19 Kameras von ORF und 3sat und zahllose Moderatoren berichten live in alle Welt.

Maria Großbauer (36) aus Grafenbach ist neue „Ball-Mutter“. Sie organisiert 2017 zwar erstmals den Wiener Opernball, doch zur Staatsoper hat sie schon immer eine enge Beziehung: Vater Karl Jeitler stieß 1978 zu den Wiener Philharmonikern, als Posaunist; Ehemann Andreas Großbauer ist seit 2005 erster Geiger im Orchester der Wiener Staatsoper.
Maria Großbauers Kreativkonzept für 2017 zieht sich wie ein roter Faden durch das ganze Haus – von den Blumen bis zur Damenspende: „Alles Oper!“. Blumenschmuck bezieht sich etwa auf Die Zauberflöte von Wolfgang Amadeus Mozart. Bunte und üppige Arrangements, zusammengesetzt aus Ginster, Rosen und blühenden Zweigen, thematisieren den „Zauberwald und seine bunten Vögel“. Die ehemaligen Heurigen-Säle werden 2017 zu einer Wolfsschlucht mit Waldtieren und Geistern: „Gefährlich gemütlich“, so Maria Großbauer.

Wiener Staatsoper / Opernball 2017 - Intendant Meyer, Pier Paolo Righi, Hanna Gumpinger (Debütantin), Langes-Swarovski, Großbauer © Wiener Staatsoper GmbH Ashley Taylor

Wiener Staatsoper / Opernball 2017 – Intendant Meyer, Pier Paolo Righi, Hanna Gumpinger (Debütantin), Langes-Swarovski, Großbauer © Wiener Staatsoper GmbH Ashley Taylor

Das Eröffnungsprogramm des 61. Wiener Opernball: Um 20.15 Uhr ertönt die FANFARE von Karl Rosner, es folgt die ÖSTERREICHISCHE BUNDESHYMNE, die EUROPAHYMNE von Ludwig van Beethoven. Der folgende Einzug und Tanzdarbietungen der 144 Paare des Jungdamen- und Jungherren-Komitees stellt einen der reizvollsten wie populärsten Höhepunkte des Wiener Opernball dar, zur POLONAISE aus der Oper EUGEN ONEGIN. Der Einzug endet traditionell zu den Klängen des Donauwalzers und mit dem gemeinsamen Ausruf aller Staatsopernkünstler „Alles Walzer!“ als Aufforderung an die Ballgäste, nun zum Tanz das Parkett zu übernehmen. 120 Musiker sorgen dann bis 5 Uhr in der Früh für Unterhaltung. Im 4. Stock geht die Post ab. Die Ballnacht endet traditionell um 5.00 Uhr früh mit Brüderlein fein im 50 m langen Ballsaal. Dort werden wenige Stunden später 7.000 Kinder aus allen österreichischen Bundesländern zwei Vorstellungen von Die Zauberflöte für Kinder besuchen.

Prominent besetzt ist das von Staatsoperndirektor Dominique Meyer zusammen-gengestellte künstlerische Eröffnungsprogramm von 22.00 bis ca. 23.00 Uhr: Startenor Jonas Kaufmann singt erstmals am Wiener Opernball: „La fleur que tu m’avais jetée“ aus Carmen und „Dein ist mein ganzes Herz“ aus Das Land des Lächelns. Es spielen das Wiener Staatsopern-orchester / Wiener Philharmoniker unter der Leitung von Semyon Bychkov (Carmen-Ouvertüre und Gesangseinlagen) und Sascha Goetzel (Balletteinlage), das Bühnenorchester der Wiener Staatsoper unter Witolf Werner (Fanfare) sowie das Wiener Opernball Orchester unter Andreas Spörri (Hymnen, Komiteedarbietungen); das Wiener Staatsballett – mit den Ersten Solotänzern Nina Poláková, Maria Yakovleva, Denys Cherevychko, Davide Dato und Roman Lazik an der Spitze – und die Ballettakademie der Wiener Staatsoper tanzen eine von Lukas Gaudernak eigens für den Opernball kreierte Choreographie (Künstlerleben, Walzer).

Wiener Staatsoper / Opernball - Entwurf Svarowsky Tiara für Jungdamen © Karl Lagerfeld

Wiener Staatsoper / Opernball – Entwurf Svarowsky Tiara für Jungdamen © Karl Lagerfeld

Für das Jungdamen- und Jungherren-Komitee mussten sich die Paare Walzer drehend qualifizieren! Die Aufnahmevorschrift in das Komitee verlangt: Gute Linkswalzer-Kenntnis, Alter 17 bis 24 Jahre, maximal 1 Teilnahme, € 120 Gebühr, schriftliche Bewerbung mit aktuellem Bild. Die Bekleidungs-vorschrift. Damen: Schneeweißes langes, Ballkleid (ohne Reifrock oder glitzernde Applikationen), weiße lange Handschuhe, weiße Schuhe, Haare hochgesteckt. Herren: Schwarzer Frack, weiße Fliege, weiße Weste, weiße Handschuhe, schwarze Lackschuhe.
Auffällige Besonderheit ist die Swarovski Tiara, welche die Jungdamen tragen: Für den 2017 schuf Stardesigner Karl Lagerfeld, vom Eröffnungswalzer des Opernballes inspiriert, die „Le beau Danube bleu“ Tiara, welche in 394 klare und saphirblaue Swarovski Kristalle sowie fünf Swarovski Kristallperlen klassische wie moderne Elemente vereint. Nadja Swarovski, Mitglied des Swarovski Executive Board. „Die Geschichte von Swarovski und dem Opernball geht auf die 1950er zurück. Bei so vielen gemeinsamen Werten und Traditionen ist es fantastisch, unsere Unterstützung für diese Institution fortzusetzen. Die Debütantinnen werden begeistert sein, wenn sie mit einer von Karl Lagerfeld gestalteten Tiara gekrönt werden.

Wiener Staatsoper/ Opernball - Jungdamen und Jungherren Komittee auf dem Parkett © Michael Poehn

Wiener Staatsoper/ Opernball – Jungdamen und Jungherren Komittee auf dem Parkett © Michael Poehn

Eine einfache Eintrittskarte zum Opernball kostet €290. Vielleicht mietet man sich eine Rangloge für €10.000 bis €20.500 oder doch nur einen Tisch für 6 Personen um €1.200. Aber es geht auch preiswerter: Dem Frackzwang des Abends begegnen Geübte mit gemieteten Utensilien. Den „kleinen Opernball“ feiern Geübte im ersten Souterrain in der Wolfsschlucht, auf der Hinterbühne, in moderner, reduzierter Architektur in Holz und Kupfer oder in den zahlreichen Bars auf dem Balkon.

Die Boulevardpresse dagegen zelebriert zum Opernball gerne schräge Seiteneinsteiger: Alt-Bauunternehmer “Mörtel” Richard Lugner, 85, ist seit Jahren mit seinen Gästen schrulliger Medienstar des Balles. Der Einladung in die Lugner-Loge folgten in letzten Jahren bereitwillig Stars und Sternchen wie Brigitte Nielsen, Ruby Rubacuori, Paris Hilton, Pamela Anderson oder Stripperin Ditta von Teese (Slogan: “Der Ball ist nackt”), deren Leidenschaften bekanntlich weniger dem Tanz oder klassischer Musik gelten. Doch 2017 ist anders. Ein junges Wiener Mädel, Beata Decsei, (20), von einer prominenten Jury aus vielen Bewerbern gewählt, und die US-Schauspielerin Goldie Hawn (71) werden offizielle Promi-Gäste in der Lugner-Loge sein.

Manch traditionsorientierte Wiener Einheimische meiden das in ihren Augen leicht verrufene Klatschspektakel Wiener Opernball. Doch bricht die Medialisierung des Wiener Opernballes alte Wiener Balltraditionen auf, gibt neue Impulse. Außerhalb Österreichs ist der Wiener Opernball seit Jahrzehnten bewunderter Ausdruck eines lebensfrohen und kulturstarken Österreichs. Der 61. Wiener Opernball: Am 23. Februar 2017. IOCO / Viktor Jarosch / 12.02.2015

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Sydney, Opera House – Concert Hall – Parsifal konzertant mit Jonas Kaufmann, 09. – 14.08.2017

August 24, 2016 by  
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Sydney / Opera House © IOCO

Sydney / Opera House © IOCO

www.opera-australia.org.au

Parsifal mit Jonas Kaufmann

CONCERT HALL, SYDNEY OPERA HOUSE AUGUST 9 – 14, 2017

CONCERT PERFORMANCE Jonas Kaufmann is the greatest tenor of our time, and he returns to the Sydney Opera House to perform one of opera’s most challenging roles in a rare concert performance of Wagner’s final opera.

The power and majesty of Wagner’s music needs massive orchestral forces. Released from the orchestra pit to fill the stage, the Australian Opera and Ballet Orchestra, under the conductor Pinchas Steinberg, will be something to behold.

In a story drawn from the Arthurian legends of holy relics, enchanted maidens and faithful knights, the fate of the knights rest on the shoulders of a pure fool, Parsifal. Kaufmann describes the opera as a „transcendent journey led by the music“.

From the first, unsettling notes of the prelude, the music makes you believe in something, he says, and it doesn’t really matter what. „It’s written perfectly. Wagner takes your hand and leads you into this mysterious world, and you stay there for hours but you don’t realise the time has gone by.“

Lean back, give in to the music, and something extraordinary can happen, Kaufmann says.

CONDUCTOR : Pinchas Steinberg
PARSIFAL : Jonas Kaufmann
KUNDRY : Jacqueline Dark
AMFORTAS : Michael Honeyman
KLINGSOR : Warwick Fyfe
GURNEMANZ : Kwangchul Youn
TITUREL : David Parkin
FLOWER MAIDENS : Stacey Alleaume, Anna Dowsley, Eva Kong, Julie Lea Goodwin, Dominica Matthews
ALTO SOLO : Anna Yun
ESQUIRES : Eva Kong, Anna Dowsley, Graeme Macfarlane, Simon Kim
KNIGHTS : Dean Bassett, Adrian Tamburini
Opera Australia Chorus

Australian Opera and Ballet Orchestra

Pressemeldung Sydney Opera House

Berlin, Staatsoper im Schiller Theater, 2016/17: Letzte Spielzeit im Notbehelf? IOCO Aktuell, 15.08.2016

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Staatsoper im Schiller Theater

Staatsoper im Schillertheater © Thomas Bartilla

Staatsoper im Schillertheater © Thomas Bartilla

Spielplan 2016/17: Große Namen im Notbehelf

 Bartoli, Kaufmann, Hampson, Nylund, LangLang ….

Eröffnungsfest am 10. September 2016

Staatsoper Berlin / Barenboim - Flim - Spielplan 16/17 © IOCO

Staatsoper Berlin / Barenboim – Flim – Spielplan 16/17 © IOCO

Sieben Jahre Notbehelf, Staatsoper im Schillertheater, so von Jürgen Flimm im April 2016 offiziell verkündet, gehen im Sommer 2017 zu Ende. Die sanierte Staatsoper Unter den Linden soll am 3. Oktober 2017 wieder für den Spielbetrieb geöffnet sein. 108 Premieren, über 2000 Veranstaltungen werden bis Herbst 2017 im Notbehelf Schillertheater gegeben worden sein. Eine Mammutaufgabe für alle in diesem Notbehelf tätigen Menschen. Auffällig, dass große Künstler aus aller Welt ihren Weg nach Berlin, in das lütte Schillertheater gefunden haben. Ein großes Verdienst, nicht nur von Daniel Barenboim und Jürgen Flimm. Alle Mitarbeiter des Hauses, von der Logistik bis zur Beleuchtung haben Großes geleistet.

Anekdotisches 2016/17: Die Staatskapelle Berlin besteht 175 Jahre (Giacomo Meyerbeer damals Generalmusikdirektor), seit 25 Jahren wird sie von Daniel Barenboim geleitet

Die neue Staatsoper Unter den Linden wird vollständig barrierefrei sein, verbesserte Akustik besitzen und mit moderner Logistik den Anforderungen eines modernen Repertoiretheaters besser gerecht werden. 2010 genannte Sanierungskosten der Staatsoper Unter den Linden von € 250 Mio werden, von IOCO geschätzt, auf weit über € 500 Mio gestiegen sein. Die Sanierung der Staatsoper wird damit, wie die Elbphilharmonie Hamburg oder die Oper Köln, zum finanziellen Großdesaster geworden sein. Die Steuerzahler Deutschlands müssen dafür gerade stehen, andere Projekte werden gekürzt werden.

Für die letzte Spielzeit 2016/17 im Schillertheater sind die Akzente der Staatsoper auf acht Premieren auf der großen Bühne, fünf in der Werkstatt, sowie ein Abschiedsprojekt Schillertheater im nebenan gelegenen Café Keese. Dazu kommen 20 Musiktheaterwerke aus dem Repertoire, mehr als 80 Konzerte, die 22. Ausgabe der FESTTAGE sowie zum 7. Mal INFEKTION! Festival für Neues Musiktheater. Insgesamt über 280 Veranstaltungen plus Projekte der Jungen Staatsoper.

PREMIEREN…:  3. Oktober 2016  Fidelio, Regie Harry Kupfer

Die Eröffnungspremiere der Spielzeit am 3. Oktober 2016 ist eine Neuproduktion von Ludwig van Beethovens Fidelio unter der musikalischen Leitung von Daniel Barenboim und in der Regie von Harry Kupfer, der erstmals seit 15 Jahren wieder an der Berliner Staatsoper inszeniert. Die künstlerische Zusammenarbeit von Harry Kupfer und Daniel Barenboim begann 1992 mit Parsifal, es folgten bis 2001 neun weitere gemeinsame Wagner-Neuproduktionen. Den bisherigen Höhepunkt der gemeinsamen Zusammenarbeit bildete die Aufführung des Wagner-Zyklus’ zu den FESTTAGEN 2002.

 Georges Bizet © IOCO

Georges Bizet © IOCO

Daniel Barenboim dirigiert Richard Strauss’ Elektra, die letzte Operninszenierung von Patrice Chéreau, die nun als Koproduktion mit u. a. der Mailänder Scala, der Met Opera und Aix-en-Provence erstmals in Berlin zu sehen sein wird, mit u. a. Evelyn Herlitzius in der Titelpartie. Gemeinsam mit Wim Wenders, der damit sein Opernregiedebüt gibt, erarbeitet Daniel Barenboim Georges Bizets Les pêcheurs de perles | Die Perlenfischer.

Café Keese © IOCO

Café Keese © IOCO

Zu den weiteren Premieren der Spielzeit 2016/17 zählen Jürgen Flimms Inszenierung von Giacomo Puccinis Manon Lescaut, eine Koproduktion mit dem Mikhailovsky Theater Sankt Petersburg (ML: Mikhail Tatarnikov) und Hector Berlioz’ La damnation de Faust, inszeniert von Monty Python-Mitbegründer Terry Gilliam und dirigiert von Sir Simon Rattle. Magdalena Kozena begleitet Ehemann Rattle auch in dieser Produktion, hier in der Partie der Marguerite. Sven-Eric Bechtolf  deutet Henry Purcells King Arthur mit Sängern und Schauspielern neu, musikalisch geleitet von René Jacobs, der damit seine 24. Produktion an der Staatsoper realisiert. Erstmals in Berlin zu sehen ist die Koproduktion mit der Staatsoper Stuttgart von Wolfgang Rihms Jakob Lenz in der Regie von Andrea Breth mit Georg Nigl in der Titelpartie (ML: Franck Ollu). Die FESTTAGE-Premiere 2017 ist Richard Strauss’ Die Frau ohne Schatten, inszeniert von Claus Guth und musikalisch geleitet vom Ehrendirigenten der Staatskapelle Berlin, Zubin Mehta.
Im Rahmen von INFEKTION! gestalten Jürgen Flimm und Isabel Ostermann darüber hinaus einen Musiktheaterabend unter dem Titel Ort der Sehnsucht im Café Keese in der Bismarckstraße 108, mit Sängern des Staatsopernchors, Musikern, Tänzern und Schauspielern.

Wolfgang A Mozart © IOCO

Wolfgang A Mozart © IOCO

Daniel Barenboim wird 2016/17 neben den drei Premieren bei Giuseppe Verdis Macbeth mit Plácido Domingo in der Titelrolle sowie bei Richard Wagners Parsifal als FESTTAGE-Wiederaufnahme am Pult der Staatskapelle Berlin zu erleben sein. Vier Wiederaufnahmen von Inszenierungen von Jürgen Flimm stehen mit Glucks Orfeo ed Euridice, Mozarts Le nozze di Figaro, Händels Il trionfo del Tempo e del Disinganno und der Werkstatt-Produktion »Wissen Sie, wie man Töne reinigt? Satiesfactionen« auf dem Programm. Weitere Highlights aus dem Repertoire sind u. a. Janáceks Katja Kabanowa mit Simon Rattle am Pult, Wagners Tannhäuser, geleitet von Simone Young, und Puccinis Tosca mit Angela Gheorghiu in der Titelpartie.

Zu den großen Sängerpersönlichkeiten der kommenden Spielzeit gehören u. a. Cecilia Bartoli, Piotr Beczala, Johan Botha, Ildebrando D’Arcangelo, Plácido Domingo, Burkhard Fritz, Angela Gheorghiu, Thomas Hampson, Evelyn Herlitzius, Jonas Kaufmann, Wolfgang Koch, Magdalena Kožená, Christopher Maltman, Waltraud Meier, Liudmyla Monastyrska, Georg Nigl, Camilla Nylund, René Pape, Olga Peretyatko, Adrianne Pieczonka, Anna Prohaska, Dorothea Röschmann, Matti Salminen, Fabio Sartori, Andreas Schager, Erwin Schrott, Falk Struckmann, Iréne Theorin, Michael Volle und Eva-Maria Westbroek.

Berliner DOM © IOCO

Berliner DOM © IOCO

KONZERTE:   16 große Sinfoniekonzerte

Die Staatskapelle Berlin spielt in Berlin 16 große Sinfoniekonzerte mit acht Programmen in der Philharmonie und im Konzerthaus. Zehn von ihnen stehen unter der Leitung von Daniel Barenboim, der 2016/17 seit 25 Jahren an der Spitze des Orchesters steht. Die weiteren großen Orchesterkonzerte werden geleitet von Paavo JärviZubin Mehta und Lahav Shani. Als Solisten sind Lang Lang, Radu Lupu, Piotr Anderszewski (Klavier), Lisa Batiashvili (Violine) sowie die Sopranistin Julia Kleiter, Tenor Benjamin Bernheim und Bass René Pape zu erleben.

Einen besonderen Auftakt bildet das I. Abonnementkonzert in Zusammenarbeit mit dem Musikfest Berlin, bei dem Edward Elgars monumentales Oratorium The Dream of Gerontius unter der Leitung von Daniel Barenboim zur Aufführung gelangt, mit den Gesangssolisten Sarah Connolly, Jonas Kaufmann und Thomas Hampson, der Staatskapelle Berlin und über 200 beteiligten Sängern des Staatsopernchors, des Konzert- und Jugendchors der Staatsoper und des RIAS Kammerchors.

Simone Young © IOCO

Simone Young © IOCO

Mezzosopranistin Cecilia Bartoli wird bei einem Benefizkonzert zugunsten der Sanierung der Staatsoper Unter den Linden gemeinsam mit der Staatskapelle Berlin und Daniel Barenboim Werke von Wolfgang Amadeus Mozart und Joseph Haydn aufführen. Die FESTTAGE umfassen ein Konzert der Wiener Philharmoniker (mit einem Mozart-Schönberg-Programm), zwei Konzerte der Staatskapelle Berlin mit den Solisten Anne-Sophie Mutter und Radu Lupu sowie ein Duo Recital mit Martha Argerich und Daniel Barenboim. Die Konzerte zum Jahreswechsel setzen 2016/17 einen besonderen Akzent mit einem gemeinsamen Programm von Violinistin Lisa Batiashvili, Trompeter Till Brönner, Daniel Barenboim, der Staatskapelle Berlin sowie dem Till Brönner Orchestra. Unter der Leitung von Simone Young findet eine Wagner-Gala statt, bei der u. a. Waltraud Meier, Camilla Nylund, Anne Schwanewilms, Johan Botha, Burkhard Fritz, Wolfgang Koch, René Pape sowie der Staatsopernchor zu erleben sind.

Staatsoper Berlin / Staatsoper unter den Linden - Eröffnung 3. Oktober 2017 © IOCO

Staatsoper Berlin / Staatsoper unter den Linden – Eröffnung 3. Oktober 2017 © IOCO

Im neuen Pierre Boulez Saal steht ein Zyklus mit sämtlichen Schubert-Sinfonien, gespielt von der Staatskapelle Berlin unter der Leitung von Daniel Barenboim, auf dem Programm.  Darüber hinaus werden ein Weihnachtskonzert mit dem Kinderchor der Staatsoper und der Staatskapelle, »Klimakonzerte« des »Orchester des Wandels«, Kammerkonzerte mit Mitgliedern der Staatskapelle und ihren Gästen im Bode-Museum und im Gläsernen Foyer des Schiller Theaters stattfinden. Das Gläserne Foyer ist überdies der Ort für Liedrecitals mit Solisten des Hauses, für Kinderkonzerte sowie für das zweite Symposion 450 Jahre Staatskapelle Berlin. Die Konzertreihe Preußens Hofmusik ist an einer neuen Spielstätte, dem Weißen Saal im Schloss Charlottenburg, angesiedelt.
Alle Konzerttermine der Staatskapelle Berlin finden Sie nun auf einen Blick auf der neuen Website des Orchesters, die seit heute unter www.staatskapelle-berlin.de online ist.

STAATSKAPELLE BERLIN ON TOUR

Die Staatskapelle Berlin und Daniel Barenboim setzen 2016/17 ihre intensive Beschäftigung mit Anton Bruckner fort und bringen den Zyklus aller Bruckner-Sinfonien sowohl in der Pariser Philharmonie (in drei Etappen von September 2016 bis September 2017) als auch in der New Yorker Carnegie Hall (16. bis 29. Januar 2017) zur Aufführung. Weitere Gastspiele führen das Orchester und ihren Generalmusikdirektor im Rahmen der Proms nach London, zum Lucerne Festival, in den Wiener Musikverein sowie in die neue Elbphilharmonie Hamburg.

WERKSTATT:  Uraufführung  Comeback von Oscar Strasnoy

Die Werkstatt wird 2016/17 mit einer Uraufführung von Oscar Strasnoys Comeback nach einem Libretto von Christoph Hein eröffnet. Zu den weiteren Premieren zählen La Douce nach einer Dostojewski-Novelle von Emmanuel Nunes, Nicola Sanis Il tempo sospeso del volo, eine Kammeroper über die Geschichte des Mafia-Jägers Giovanni Falcone, sowie Aribert Reimanns Die Gespenstersonate nach dem Drama von Strindberg.
Die Junge Staatsoper ist u. a. mit dem vom Jugendclub und Jugendchor der Staatsoper gestalteten Musiktheaterprojekt »Ouropera« in der Werkstatt präsent.

Den Beginn der neuen Spielzeit feiert die Berliner Staatsoper am 10. September 2016 wieder mit einem Eröffnungsfest für kleine und große Gäste. Dazu laden wir Sie schon jetzt ganz herzlich ein!

Das komplette Programm der Spielzeit 2016/17 mit weiteren Informationen zur neuen Saison finden Sie ab sofort unter www.staatsoper-berlin.de.

Staatsoper im Schillertheater – Karten Hier :
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