Berlin, Komische Oper, Barrie Kosky, IOCO Aktuell, Dezember 2015

Dezember 7, 2015 by  
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Komische Oper Berlin

Komische Oper Berlin / Barrie Kosky © Jan Windszus Photography

Komische Oper Berlin / Barrie Kosky © Jan Windszus Photography

Ein neues Feature von der australischen Rundfunkanstalt ABC über die Komische Oper und seinen Intendanten, Regisseur Barrie Kosky.

Der Beitrag berichtet aus dem „Backstage“ des Berliner Opernhauses, mit einem Gespräch mit Barrie Kosky, sowie mit beitreten Interviews verschiedener Sänger.

Das Radio-Feature wurde von dem australischen Musiker und Journalisten Breandáin O’Shea für die ABC produziert und ist in englischer Sprache.

Livestream und Podcast hier:

Radio-Feature Barrie Kosky Komische Oper Berlin

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Essen, Aalto Theater Essen, Sylvester-Fledermaus: Merkwürdigkeiten eines Intendanten, IOCO Aktuell, 05.01.2013

Januar 5, 2013 by  
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Aalto Theater Essen

Aalto Theater, Essen © IOCO

Aalto Theater Essen © IOCO

Aalto Sylvester-Fledermaus ohne Intendant:
Stefan Soltesz zieht Fledermaus an Wiener Staatsoper vor

Sylvester steht bei den meisten Theatern Schwungvolles auf dem Programm. Die Fledermaus von Johann Strauss ist unbestrittener Publikumsliebling dieses Abends. So auch am Aalto Theater Essen, wo Stefan Soltesz seit 1997  Intendant und GMD ist. Zu Sylvester 2012 wurde die packende Gil Mehmert Produktion der Fledermaus erneut vor einem begeisterten Publikum aufgeführt.
Aalto  Managent Stefan Soltesz, Cauwenbergh, PK 2011, ©IOCO

Aalto Theater Management, Mitte Stefan Soltesz © IOCO

Doch einer fehlte an diesem Abend im Essener Aalto Theater: Der langjährige Intendant und Generalmusik-direktor Stefan Soltesz. Auf der ersten Seite der Besetzungsbeilage zum Abendprogramm preist sich Soltesz noch in endlos epischer Breite: „Österreichischer Dirigent (?) mit ungarischer Herkunft….seit 1997 GMD und Intendant des Hauses..“ Entgegen der mit Eigenwerbung  überfrachteten Besetzungsbeilage glänzte der langjährige Chef des Aalto Theaters in der Abendvorstellung nur durch Abwesenheit. Ein denkwürdiger Wermutstropfen zum ansonsten gelungenen heiteren Jahresausklang 2012 im Aalto Theater.
Krank, Urlaub? Wo war Soltesz? Der Grund sehr profan: Stefan Soltesz verdiente anderswo, dirigierte genau an diesem Abend in Wien eine Fledermaus, an der illustren Wiener Staatsoper.  Intendant Soltesz, sich anscheinend zu Höherem als Aalto berufen fühlend, verordnete das Dirigat zur Essener Fledermaus großzügig dem Kapellmeister Volker Perplies, welcher tatsächlich mit seinen Philharmonikern eine rundum begeisternde, fetzige Vorstellung ablieferte.

Juristisch und vertraglich ist gegen Soltesz´ Gastdirigate vermutlich nichts einzuwenden. Auch wurde Stefan Sotesz an diesem Abend als Dirigent nicht vermisst. Sehr wohl bleibt ein bitterer Nachgeschmack, wenn der Intendant des großen  Aalto Theaters Essen, in Wien dirigierend „fremd geht“, statt den identifikationsstiftenden Sylvester Abend aktiv an seiner Essener Hauptwirkungsstätte mit seinem dortigen Theaterpublikum zu gestalten.  Das Selbstverständnis eines Intendanten sollte aus anderem Holz gemacht sein. Das Aalto-Theater Essen darf sich glücklich schätzen, mit  Hein Mulders ab Herbst 2013 einen neuen Intendaten zu besitzen.

IOCO / Viktor Jarosch / 5.1.2013

Basel, Theater Basel, Podium – WIEVIEL KUNST BRAUCHT DIE STADT, 16.10.2012

Oktober 4, 2012 by  
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Theater Basel

„WIEVIEL KUNST BRAUCHT DIE STADT oder 770 FRANKEN“

Ein Podium mit Politik und Kunst im Theater Basel

„Dann instrumentalisieren Sie die Kultur!“ – so kritisierte der amtierende Regierungspräsident Guy Morin unlängst in der Presse die Ideen zur Kulturpolitik, die sein Herausforderer Baschi Dürr formulierte.

Steht also ein kultureller Kahlschlag zu befürchten, sollte Dürr Regierungspräsident werden? Oder ist es eine dringend notwendige Neustrukturierung der bisherigen Förderpraxis, was ihm vorschwebt? Und welche Position der Kulturaktivist und Sänger Elia Rediger, ein weiterer Herausforderer?

Eins ist jedenfalls sicher: Für die Künstler und Kulturschaffenden in Basel könnte der 28. Oktober 2012 zu einem wichtigen Datum werden – und deshalb lädt Georges Delnon, Direktor des Theater Basel, am Montag, den 15. Oktober 2012, um 19.30 Uhr, Baschi Dürr, Guy Morin und Elia Rediger zu einer etwas anderen Podiumsdiskussion ins Foyer Grosse Bühne ein. Als Gesprächspartner mit von der Partie ist Stephan Märki, Direktor des Konzert Theater Bern, kulturpolitisch kampferprobt aus seiner Zeit als Intendant in Weimar. Ariane Andereggen, Paul Grill und andere Mitglieder des Ensembles gestalten das künstlerische Programm.

„WIEVIEL KUNST BRAUCHT DIE STADT oder 770 FRANKEN“

Ein Podium mit Politik und Kunst im Theater Basel

Montag, 15. Oktober 2012, 19.30 Uhr, Foyer Grosse Bühne, Eintritt frei!

Pressemeldung Theater Basel

Leipzig, Oper Leipzig, Intendant Schirmer kommt, Regisseur Konwitschny geht, Teil 2, IOCO Aktuell, 24.01.2012

Februar 7, 2012 by  
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Aktuell

Oper Leipzig

Der Abgang eines kontroversen Regisseurs,  Teil 2

lesen Sie Teil 1

Der umstrittene Chefregisseur der Oper Leipzig Peter Konwitschny verläßt zum 1. Januar 2012 das Haus. Peter Konwitschny hat, wie die Oper Leipzig erklärt, zum 1. Januar 2012 um Auflösung seines Vertrages gebeten. Die Amtszeit des erst am 1.8.2011 zum Intendanten der Oper Leipzig bestellten Ulf Schirmer beginnt mit einem markanten personellen Paukenschlag.

Peter Konwitschny steht für moderne, klischeefremde, oft wenig „besucherfreundliche“ und skandalbehaftete Inszenierungen. Doch auch unter Anhängern ist Konwitschnys Position in Leipzig nicht unumstritten. Öfter wurde die Vermutung laut, dort würde zu Lebzeiten ein Museum seiner Inszenierungen eingerichtet und zuwenig Neues geschaffen.

Seine Kündigungsgründe äußerte Peter Konwitschny am 27.12.2011 in einem Interview mit dem MDR. Darin kritisiert Konwitschny das Verhalten von Oberbürgermeister Burkhard Jung, der ihm bei Vertragsunterzeichnung Alexander von Maravic als kommenden Intendanten zugesagt habe („dies war quasi eine Bedingung von mir. Und dann sahen wir einen Intendanten, den wir zwar kannten, aber nicht was seine Auffassung….“). Auch seien er und Riccardo Chailly in der Leipziger Volkszeitung gegeneinander ausgespielt worden. Neu-Intendant Schirmer sei ohne vorheriges Gespräch über gemeinsame Ziele eingestellt worden. Im Sommer 2012 habe Schirmer bereits den Spielplan 2012/13 und Regiepositionen neu zusammengestellt ohne ihn als Chefregisseur einzubinden.

Unvereinbare weltanschauliche und ästhetische Standpunkte zieht auch Konwitschny zur Begründung seiner Kündigung heran. „Oper muß unterhalten, aber primär Kunst sein, welche weiterbringt, verändert. Wir können nicht“, so Konwitschny seine Arbeiten zum Thema Werktreue begründend, „althergebrachte Dinge wieder original auf die Bühne bringen…. Ich muß manche Buchstaben verändern, um den Sinn zu erhalten. Die Politiker müssen begreifen, daß die Oper wichtig zum Erhalt unserer Zivilisation sei“, so Konwitschnys´ etwas verbitterter Rundumschlag.  „Das stimmt nicht, da soll man sich nicht täuschen“, Konwitschnys resignative Reaktion auf die Erwartung, daß mit Konzepten des neuen Intendanten mehr Zuschauer in die Oper kommen. „Ich will nicht schwarz malen….“ so die unausgesprochene Einsicht, daß der Erfolg seiner Stücke an der Oper Leipzig nicht zufriedenstellend war.

Konwitschny abschließend zu den Gegensätzen mit Neu-Intendant Ulf Schirmer: „Es ist eine krank machende Situation. In einer solchen Atmosphäre in der ich reglementiert werde, wo meine Ideen nicht gemocht werden, da kann ich nicht schöpferisch tätig sein“,

Reflektionen zu Sparzwängen und Quotendruck mied Konwitschny in dem MDR Interview ebenso wie Auslastungszahlen oder die Höhe von Zuschüssen seiner oft umstrittenen Aufführungen.

IOCO / Viktor Jarosch / 24.1.2012

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