Wien, Wiener Staatsoper, Spielplan 2017/18 – Im Olymp der Musiktheater, IOCO Aktuell, 14.04.2017

April 15, 2017 by  
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Wiener Staatsoper © Wiener Staatsoper / Michael Poehn

Wiener Staatsoper © Wiener Staatsoper / Michael Poehn

Die Wiener Staatsoper – Olymp der Musiktheater

2017/18 – 600.000 Besucher, 350 Vorstellungen: 227 Oper, 53 Ballett,….
54 Opernwerke, 9 Ballette, 4 Kinderopern

Die Wiener Staatsoper ist der Olymp der Musiktheater, weltweit. Die Weltgeltung der Staatsoper hält der Franzose Dominique Meyer seit 2011 auf hohem Niveau: 600.000 Besucher jährlich, eine Auslastung von 99% auf 2.284 Plätzen: Normalität in Wien, doch auch weltweit einzigartig. Die Spielzeit 2017/18 beginnt am 3. September 2017 mit einem Tag der Offenen Tür. Am 4.9. nimmt mit der Repertoire-Oper Il Trovatore, Regie Daniele Abbado, mit Anna Netrebko als Leonora und Marcelo Alvarez als Manrico das künstlerische Geschehen 2017/18 seinen Lauf auf.

Wiener Staatsoper / Legris - Meyer - Platzer © IOCO

Wiener Staatsoper / Legris – Meyer – Platzer © IOCO

Die kommende Spielzeit präsentierten Dominique Meyer, Ballettchef Manuel Legris und Finanzchef Thomas Platzer im April 2017 sympathisch entspannt. Traditionell beginnt Meyer die Spielplan-Pessekonferenz mit der Präsentation von Zahlen zur laufenden Spielzeit und betont die Bedeutung hoher Auslastung („…es gibt Leute die sagen, Auslastung sei nicht wichtig; doch was würden diese Leute sagen, wenn die Auslastung niedrig wäre..„) und positioniert damit die Wiener Staatsoper als realitätsorientierten Kulturtempel, welcher jenseits verzaubernden Bühnengeschehens seine Aufgaben real wie professionell umsetzt. Die Gesamt Auslastung der laufenden Saison lag per 3.4.2017 bei 98,70%, die Auslastung der Oper bei 99,26%, des Ballett bei 97,21%. Auch negativ erscheinende Zahlen erklärt Meyer im Detail: Der Rückgang der Besucherzahl zum 3.4.2017 von 403.000 gegenüber 410.000 im Vorjahr ist dem Schaltjahr 2016 und Kinderoper-Vorstellungen auf der Hauptbühne zuzuschreiben. Auffällig im Zahlenmarathon: Ein drittel aller Besucher der Staatsoper, 200.000, sind Zugereiste! Eine Zahl, welche das hohe internationale Ansehen der Wiener Staatsoper wie deren herausragende Bedeutung für die einheimische Wirtschaft griffig dokumentiert.

Wiener Staatsoper / Anna Netrebko und Dominique Meyer © Wiener Staatsoper GmbH / Ashley Taylor

Wiener Staatsoper / Anna Netrebko und Dominique Meyer © Wiener Staatsoper GmbH / Ashley Taylor

2019, zum 150 – jährigen Jubiläum der 1869 eröffneten Staatsoper soll, so Meyer, die Staatsoper saniert sein; es besteht erheblicher Sanierungsbedarf. Beginn im Sommer 2017 mit dem Schwind-Foyer und Loggia. Auch soll die Untertitelanlage des Theaters auf ein System mit Tablets umgestellt werden und sechs Sprachen. u.a. Japanisch, bedienen; Meyer sieht mit Blick auf komplexe Operntexte noch erhebliche Probleme. Doch das Augenmerk Meyers gilt ebenso den im Theatergeschehen erheblich unterrepräsentierten Weiblichkeit: Bei Dirigenten, Regisseuren und Komponisten sind Frauen noch Ausnahmen; Taten folgen der Ansage: Die erste Premiere der neuen Spielzeit, Der Spieler von Sergej Prokofjiew, 4. Oktober 2017, wird von Simone Young dirigiert und von Karoline Gruber inszeniert. Auch die Steigerung von Kinderprojekten ist ein Anliegen. In zahlreichen Produktionen, von Wagners Nibelungenring für Kinder (8. Oktober 2017) bis zur kultigen Zauberflöte für Kinder am 9.2.2018 (Tag nach dem Opernball 2018) bietet die Wiener Staatsoper zahrleiche Musik- wie Ballettprojekte für Kinder. Jonas Kaufmann und Anja Harteros: Sie werden nach der erfolgreichen Premiere von Andrea Chénier an der Bayerischen Staatsoper diese Partien an der Wiener Staatsoper (23.4., 26.4., 29.4., 2.5.2018) singen. Anna Netrebko, so Dominique Meyer, gefiel die Partie der Adriana Lecouvreur so gut, daß sie diese neu einstudierte und ab 9.12.2017 ihr Adriana Rollendebut an der Staatsoper  geben wird. Kein großer Name der Musikwelt fehlt an der Staatsoper in 2017/18: Roberto Alagna und Dmitri Hvorostovsky ab 12.3.2018 in Otello, Kristine Opolais als Cio-Cio-San ab 21.11.2017, Placido Domingo, Anja Kampe, Diego Florez, Aida Garifullina, .

6 Opernpremieren – 1 Kinderopern-Premiere

54 Opern – 9 Ballette – 4 Kinderopern

Wie gewohnt bietet der Opernspielplan eine international konkurrenzlose Bandbreite und Vielfalt: 54 verschiedene Opernwerke (einzigartig in der Welt), 9 verschiedene Ballettprogramme und 4 Kinderopern zu erleben. Hinzu kommen zahlreiche Konzerte, Matineen und Sonderveranstaltungen. Sechs Opernpremieren im Großen Haus sowie eine Kinderopern-Premiere in der AGRANA STUDIOBÜHNE | WALFISCHGASSE angesetzt:

Paris / Familiengrab von Camille Saint-Saens © IOCO

Paris / Familiengrab von Camille Saint-Saens © IOCO

–  Sergej Prokofjew: Der Spieler (4. Oktober 2017 – D: Simone Young; R: Karoline Gruber; mit: Dan Paul Dumitrescu, Elena Guseva, Misha Didyk, Linda Watson, Thomas Ebenstein, Elena Maximova, Morten Frank Larsen);
–  Alban Berg: Lulu in der dreiaktigen Fassung (3. Dezember 2017 – D: Ingo Metzmacher; R: Willy Decker; mit: Agneta Eichenholz, Angela Denoke, Bo Skovhus, Herbert Lippert, Franz Grundheber);
–  Georg Friedrich Händel: Ariodante (24. Februar 2018 – D: William Christie; R: David McVicar; mit: Sarah Connolly, Chen Reiss, Hila Fahima, Christophe Dumaux, Rainer Trost, Pavel Kolgatin, Wilhelm Schwinghammer);
–  Gottfried von Einem: Dantons Tod (24. März 2018 – D: Susanna Mälkki; R: Josef Ernst Köpplinger; mit: Wolfgang Koch, Herbert Lippert, Jörg Schneider, Thomas Ebenstein, Olga Bezsmertna);
–  Camille Saint-Saëns Samson et Dalila (12. Mai 2018 – D: Marco Armiliato; R: Alexandra Liedtke; mit: Elena Garanca, Roberto Alagna, Carlos Álvarez, Sorin Coliban);
–  Carl Maria von Weber: Der Freischütz (11. Juni 2018 – D: Tomáš Netopil, R: Christian Räth; mit Adrian Eröd, Camilla Nylund, Alan Held, Andreas Schager, Daniela Fally, Albert Dohmen) sowie
–  Alma Deutscher: Cinderella (28. Jänner 2018 in der AGRANA STUDIOBÜHNE| WALFISCHGASSE; D: N. N.; R: Birgit Kajtna)

Ballettdirektor Manuel Legris präsentiert in der Wiener Staatsoper drei Premieren:
–  den dreiteiligen Abend MacMillan | McGregor | Ashton (31. Oktober 2017 – D: Valery Ovsyanikov) mit Concerto von Kenneth MacMillan, Eden | Eden von Wayne McGregor und Marguerite and Armand von Frederick Ashton;
–  Edward Clug:  Peer Gynt (21. Jänner 2018 – D: Simon Hewett) sowie die
–  Nurejew Gala 2018 (29. Juni 2018 – D: Kevin Rhodes).

Wiener Staatsoper Innen © Wiener Staatsoper / Michael Poehn

Wiener Staatsoper Innen © Wiener Staatsoper / Michael Poehn

In der AGRANA STUDIOBÜHNE | WALFISCHGASSE wird in der Spielzeit 2017/2018 neben der Premiere von Cinderella, Juan Crisóstomo de Arriagas Die arabische Prinzessin und Wagners Nibelungenring für Kinder (Hirofumi Misawa nach Richard Wagner) auch wiederum ein breites Programm mit u. a. von Staatsoperndirektor Dominique Meyer moderierten Künstlergesprächen, musikalischen Einführungsveranstaltungen, Meisterklassen, Konzerten, Lesungen, Vorträgen u. a. zu Operngeschichte, Veranstaltungen der Opernschule und Ballettakademie angeboten.

Die neue Saison bringt auch zahlreiche Künstler-Debüts am Haus, so etwa der Dirigentin Susanna Mälkki, der Dirigenten Giampaolo Bisanti, William Christie (mit dem Orchester Les Arts Florissants), Tomáš Hanus, Alexander Soddy, Ramón Tebar sowie der Regisseure Josef Ernst Köpplinger und Alexandra Liedtke. Zu den Sängerinnen und Sängern, die sich 2017/2018 dem Staatsopernpublikum vorstellen, zählen u. a. Hrachuhí Bassenz, Sarah Connolly, Annette Dasch, Lise Davidsen, Sabine Devieilhe, Agneta Eichenholz, Venera Gimadieva, Nora Gubisch, Elena Guseva, Christiane Karg, Anita Rachvelishvili, Simone Schneider; Benjamin Bernheim, Christophe Dumaux, Robert Gleadow, Murat Karahan, Bernard Richter, Andreas Schager, Wilhelm Schwinghammer, Thomas Tatzl.

Wichtige Sängerinnen und Sänger geben 2017/2018 ihre persönlichen Rollendebüts an der Wiener Staatsoper: KS Elena Garanca und KS Roberto Alagna sind weltweit erstmals in den Titelpartien von Samson et Dalila zu erleben, Piotr Beczala gestaltet erstmals den Maurizio in Adriana Lecouvreur – an der Seite von Anna Netrebko – und den Don José in Carmen, Wolfgang Koch die Titelpartie in Dantons Tod, Christopher Maltman den Ford (Falstaff) und den Mandryka (Arabella), Marina Rebeka die Amelia in Simon Boccanegra, KS Angela Denoke die Gräfin Geschwitz in Lulu, Aleksandra Kurzak die Desdemona (Otello) – um nur einige zu nennen.

 Wien / Antonio Vivaldi - In Venedig vergessen -Lebendig in Wien_ Bildhauer: Gianni Arico © IOCO

Wien / Antonio Vivaldi – In Venedig vergessen -Lebendig in Wien_ Bildhauer: Gianni Arico © IOCO

Neben den genannten und den Ensemblesängern treten weiters u. a. folgende Gastsolisten auf: Laura Aikin, Gun-Brit Barkmin, Luciana D’Intino, Danielle de Niese, Angela Gheorghiu, Carmen Giannattasio, KS Edita Gruberova, Anja Harteros, Anita Hartig, Evelyn Herlitzius, Anja Kampe, KS Angelika Kirchschlager, Isabel Leonard, Kristin Lewis, Lise Lindstrom, KS Marjana Lipovšek, Irina Lungu, KS Waltraud Meier, KS Ricarda Merbeth, Erin Morley, Catherine Naglestad, Camilla Nylund, Kristine Opolais, Olga Peretyatko-Mariotti, KS Adrianne Pieczonka, Dorothea Röschmann, Michaela Schuster, Tatiana Serjan, Maria José Siri, Ekaterina Siurina, KS Krassimira Stoyanova, Iréne Theorin, Iris Vermillion, Linda Watson, Sonya Yoncheva, Elena Zhidkova; Wolfgang Ablinger-Sperrhacke, Nicola Alaimo, KS Carlos Álvarez, Marcelo Álvarez, Ain Anger, Aleksandrs Antonenko, Dmitry Belosselskiy, Jean-François Borras, Pavol Breslik, Javier Camarena, Marco Caria, Mario Cassi, Alessandro Corbelli, Jorge de León, Misha Didyk, Andrzej Dobber, Albert Dohmen, KS Plácido Domingo, Norbert Ernst, Paolo Fanale, KS Juan Diego Flórez, Roberto Frontali, KS Ferrucio Furlanetto, Massimo Giordano, Renato Girolami, Matthias Goerne, KS Stephen Gould, Vittorio Grigolo, Günther Groissböck, KS Franz Grundheber, Eric Halfvarson, KS Thomas Hampson, Alan Held, Ioan Hotea, Dmitri Hvorostovsky, Jonas Kaufmann, Simon Keenlyside, Tomasz Konieczny, Dmitry Korchak, Mariusz Kwiecien, Yonghoon Lee, Željko Lucic, Ambrogio Maestri, KSCH Peter Matic, Maxim Mironov, Tomislav Mužek, René Pape, George Petean, Massimiliano Pisapia, Luca Pisaroni, Dmytro Popov, Piero Pretti, Jukka Rasilainen, Johan Reuter, Peter Rose, KS Kurt Rydl, Fabio Sartori, KS Michael Schade, Erwin Schrott, KS Peter Seiffert, KSCH Peter Simonischek, Antonino Siragusa, KS Bo Skovhus, Pietro Spagnoli, Ludovic Tézier, Rainer Trost, Christopher Ventris, Rolando Villazón, Martin Winkler, Lars Woldt, Kwangchul Youn.

 Wien / Johann Strauss Vater © IOCO

Wien / Johann Strauss Vater © IOCO

2017/2018 stehen – neben den genannten Hausdebütanten – wieder am Pult der Wiener Staatsoper: Alain Altinoglu, Marco Armiliato, Pavel Baleff, Michael Boder, Semyon Bychkov, Frédéric Chaslin, James Conlon, Jonathan Darlington, KS Plácido Domingo, Dan Ettinger, Adam Fischer, James Gaffigan, Guillermo García Calvo, Sascha Goetzel, Eivind Gullberg Jensen, Michael Güttler, Daniel Harding, Graeme Jenkins, Patrick Lange, Louis Langrée, Jesús López Cobos, Cornelius Meister, Ingo Metzmacher, Tomáš Netopil, Yannick Nézet-Séguin, Evelino Pidò, Speranza Scappucci, Peter Schneider, Jean-Christophe Spinosi, Jeffrey Tate, Sebastian Weigle, Simone Young.

Der vielfältige Opern- und Ballettspielplan wird ergänzt von etablierten Veranstaltungsreihen:
–  Solistenkonzerte: An 5 Abenden stellen international herausragende Interpretinnen und Interpreten attraktive Konzertprogramme vor.
–  Matinee-Reihe Ensemblematinee im Mahler-Saal: An insgesamt 7 Terminen präsentieren sich junge Ensemblesängerinnen und -sänger abseits des Vorstellungsbetriebes. Am Klavier begleitet werden sie von den Korrepetitoren des Hauses.
–  Kammermusik-Reihe der Wiener Philharmoniker: In 10 Matineen präsentieren Mitglieder des Orchesters in wechselnden Ensembles unterschiedliche Kammermusik-Programme.
–  Kontrapunkte – Gesprächsmatineen von und mit Clemens Hellsberg: Dr. Clemens Hellsberg leitet zwei Diskussionsrunden zu aktuellen kulturellen Themen.
Am 23. Juni 2018 findet ein Galakonzert mit KS Edita Gruberova statt, die seit fast fünf Jahrzehnten der Wiener Staatsoper eng verbunden ist.
Abgerundet werden die umfangreichen Aktivitäten durch verschiedene weitere Matineen. Den beliebten Tag der offenen Tür begeht das Haus am 3. September 2017.
Insgesamt stehen in der Spielzeit 2017/2018 über 350 Vorstellungen auf dem Programm, davon 227 Opernvorstellungen (inkl. Kinderzauberflöte), 53 Ballettvorstellungen, 7 Konzerte, 7 Gesangsmatineen, 10 Kammermusik-Matineen, 8 weitere Matineen sowie in der AGRANA STUDIOBÜHNE | WALFISCHGASSE zahlreiche Kinderopernvorstellungen, Tanzdemonstrationen der Ballettakademie sowie weitere Veranstaltungen.

Am 8. Februar 2018 findet zum 62. Mal der Wiener Opernball statt: Das Haus wird wiederum in einen großen Ballsaal verwandelt, wo am darauffolgenden Tag zwei Vorstellungen von Die Zauberflöte für Kinder stattfinden.
Im Rahmen zweier konzertanter Gastspiele ist die Wiener Staatsoper auch in der nächsten Saison wieder im Ausland zu erleben: Am 22. Januar 2018 wird Don Giovanni in Abu Dhabi gespielt, am 2. April 2018 Le nozze di Figaro in Aix-en-Provence. In der Spielzeit 2017/2018 werden im Rahmen von WIENER STAATSOPER live at home insgesamt 45 Vorstellungen in exzellenter Bild- und Tonqualität über Internet live übertragen.

 Wiener Staatsoper / Videoleinwand am Herbert von Karajan Platz © IOCO

Wiener Staatsoper / Videoleinwand am Herbert von Karajan Platz © IOCO

Neben dem eigenen Portal www.staatsoperlive.com ist das Angebot auch über folgende Plattformen direkt abrufbar: Amazon Fire TV (Box oder Stick – App: WIENER STAATSOPER LIVE); Apple TV (Generation 4 seit Ende 2015 – App-Suche: WIENER STAATSOPER); A1TV Mediabox (Menüpunkt Internet Apps: WIENER STAATSOPER LIVE), Samsung SmartTV (App: WIENER STAATSOPER); und in Kürze auch SmartTVs anderer Hersteller.
Um ihr Angebot einer Vielzahl junger Menschen in ganz Österreich und darüber hinaus zugänglich zu machen, setzt die Wiener Staatsoper diese Technik für ein Live-Schulprogramm zu ausgewählten Terminen ein: Wiener Staatsoper live at school. Schülerinnen und Schüler entdecken das Haus samt seinen vielen Berufen, sie erleben live bei einer Probe den Entstehungsprozess mit und können durch zeitversetzte Ausstrahlung zur Schulzeit am Vormittag eine der Live-Übertragungen einer Opern- oder Ballettvorstellung gemeinsam erleben.
Im Rahmen von Oper live am Platz werden in den Monaten September, April, Mai und Juni wiederum jeweils rund 20 ausgewählte Opern- und Ballettvorstellungen live auf den Herbert von Karajan-Platz übertragen. Darüber hinaus werden alle Vorstellungen vom 27. Dezember 2017 bis 1. Jänner 2018 und das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker live am Platz gezeigt, Die Fledermaus am 31. Dezember als Beitrag zum „Silvesterpfad“ der Stadt Wien.

Zürich, Opernhaus Zürich, Premiere: WOZZECK, 13.09.2015

August 31, 2015 by  
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Opernhaus Zürich

Opernhaus Zürich © Dominic Büttner

Opernhaus Zürich © Dominic Büttner

Premiere: WOZZECK

PREMIERE: 13 Sep 2015, 19:00
Oper in drei Akten (15 Szenen) nach Georg Büchners «Woyzeck»
In deutscher Sprache mit deutscher und englischer Übertitelung

Irrlichternd hetzt der Soldat Wozzeck durch eine Welt, die er nicht zu enträtseln vermag. Vom Doktor wird er mit absurden medizinischen Experimenten gequält, vom Hauptmann gedemütigt und verhöhnt. Und seine Geliebte Marie, mit der er ein Kind hat, betrügt ihn mit dem Tambour­major. Wozzeck wird zum Mörder und ersticht Marie.

Georg Büchners Dramenfragment, das Alban Berg als Vorlage für seine erste Oper nahm, ist eine erbarmungslose Fallstudie über soziales Unrecht und menschliches Leid. Aber es ist auch eine Groteske, die von der Überzeichnung lebt; das Abgründige und das Lächerliche liegen ganz nahe bei­einander. In diesem Panoptikum erschei­nen die Figuren wie Marionetten, die letztendlich alle durch dieselbe existentielle Angst zum Zappeln gebracht werden. Alban Bergs Wozzeck, 1925 ur­aufgeführt und rund hundert Jahre nach Georg Büchners Drama entstanden, gehört zu den Gipfelwerken der Operngeschichte. Bergs expressionistischer Tonfall ist formal genial gefasst. Seine Partitur, so schrieb der Musikwissenschaftler Alfred Einstein, gleiche einem Nervenbündel: «Man meint zuerst, es seien nur wirre Drähte, aber es ist ein lebendiger Organismus. Die Vorgänge sind traumhaft; sie sind verzerrt wie in einem wüsten Traum. Auch alles Volkslied­hafte ist verzerrt, selbst das Geräusch wird Aus­druck, und der Naturalismus wird Stil.»

Bergs Wozzeck darf im Repertoire keines Opernhauses fehlen. In Zürich nehmen sich Regisseur Andreas Homoki und Generalmusikdirektor Fabio Luisi der Jahrhundertoper an. Der charismatische deutsche Bariton Christian Gerhaher gibt sein Rollendebüt als Wozzeck.

Musikalische Leitung Fabio Luisi Inszenierung Andreas Homoki Bühne und Kostüme Michael Levine Kostüme-Mitarbeit Meta Bronski Lichtgestaltung Franck Evin Choreinstudierung Jürg Hämmerli Dramaturgie Kathrin Brunner

BESETZUNG:
Wozzeck: Christian Gerhaher
Tambourmajor: Brandon Jovanovich
Andres: Mauro Peter
Hauptmann: Wolfgang Ablinger-Sperrhacke
Doktor: Lars Woldt
1. Handwerksbursch: Pavel Daniluk
2. Handwerksbursch: Cheyne Davidson
Der Narr: Martin Zysset
Marie: Gun-Brit Barkmin
Margret: Irène Friedli

Philharmonia Zürich
Chor der Oper Zürich
Kinderchor
Statistenverein am Opernhaus Zürich

PREMIERE: 13 Sep 2015, 19:00

Weitere Vorstellungen:
16 Sep 2015, 19:00
19 Sep 2015, 19:00
22 Sep 2015, 19:30 AMAG-VOLKSVORSTELLUNG
25 Sep 2015, 19:30
29 Sep 2015, 19:30
06 Okt 2015, 19:30 OPERNHAUSTAG

Pressemeldung Opernhaus Zürich

Wien, Wiener Staatsoper, Der Ring des Nibelungen mit Nina Stemme – Thomasz Konieczny – Peter Seifert, 30.05.2014

Mai 30, 2014 by  
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Wiener Staatsoper

Wiener Staatsoper © Starke

Der Ring des Nibelungen  an der Wiener Staatsoper

„Das Rheingold“ am Freitag, 30. Mai 2014 bildet den Auftakt zu zwei Zyklen von Richard Wagners Der Ring des Nibelungen  an der Wiener Staatsoper.

Erstmals dirigiert Jeffrey Tate die Tetralogie (Inszenierung: Sven-Eric Bechtolf) im Haus am Ring. Jochen Schmeckenbecher gibt seine Alberich-Hausdebüts, KS Nina Stemme ist erneut in allen drei Brünnhilde-Partien („Die Walküre“, „Siegfried“, „Götterdämmerung“) zu erleben, Tomasz Konieczny als Wotan bzw. Wanderer („Das Rheingold“, „Die Walküre“, „Siegfried“), Stephen Gould als Siegfried („Siegfried“, „Götterdämmerung“), Elisabeth Kulman als Fricka („Das Rheingold“, „Die Walküre“) und KS Peter Seiffert als Siegmund („Die Walküre“ * Rollendebüt am Haus). Beide Ring-Zyklen werden im Rahmen von *Oper live am Platz“ live auf den Herbert von Karajan-Platz übertragen.

Detailliertere Besetzung bzw. Rollendebüts:
Ihre Staatsopern-Rollendebüts in „Das Rheingold“ am Freitag, 30. Mai 2014 geben Jochen Schmeckenbecher als Alberich und Sebastian Kohlhepp als Froh. Tomasz Konieczny verkörpert den Wotan, Norbert Ernst den Loge, KS Herwig Pecoraro den Mime, Elisabeth Kulman die Fricka, Janina Baechle die Erda, Boaz Daniel den Donner, Sorin Coliban den Fasolt, Ain Anger den Fafner und Caroline Wenborne die Freia. Reprise: 19. Juni

In „Die Walküre“ am Samstag, 31. Mai 2014 geben KS Peter Seiffert als Siegmund und Gun-Brit Barkmin als Sieglinde ihre Rollendebüts am Haus. Tomasz Konieczny ist als Wotan zu erleben, KS Nina Stemme als Brünnhilde, Elisabeth Kulman als Fricka und Ain Anger als Hunding. Weitere Rollendebüts geben Olga Bezsmertna als Gerhilde, Hyuna Ko als Ortlinde und Regine Hangler als Helmwige.

Reprise: 22. Juni Jochen Schmeckenbecher gibt in „Siegfried“ am Donnerstag, 5. Juni 2014 als Alberich sein Staatsopern-Rollendebüt. Stephen Gould verkörpert den Siegfried, KS Nina Stemme die Brünnhilde, Tomasz Konieczny den Wanderer, KS Herwig Pecoraro den Mime, Janina Baechle die Erda und Ain Anger den Fafner.

Reprise: 25. Juni In „Götterdämmerung“ am Sonntag, 8. Juni 2014 gibt Jochen Schmeckenbecher als Alberich sein Rollendebüt an der Wiener Staatsoper. Stephen Gould singt den Siegfried, KS Nina Stemme die Brünnhilde, Attila Jun den Hagen, Markus Eiche den Gunther, Caroline Wenborne die Gutrune und Janina Baechle die Waltraute. Reprise: 29. Juni.   PMWSto

Essen, Aalto-Musiktheater, Macbeth von Giuseppe Verdi, IOCO Kritik, 27.10.2013

Oktober 30, 2013 by  
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Aalto Theater Essen


Kritik

Giuseppe Verdi “Macbeth“

Aalto theater Essen / Macbeth © Matthias Jung

Aalto theater Essen / Macbeth © Matthias Jung

Premiere am 19.10.2013, Besuchte Vorstellung am 27.10.2013

Das Essener Aalto-Musiktheater eröffnete die Spielzeit 2013/14 (auch als Beitrag zum Verdi-Jahr gedacht) mit Verdis nicht übermäßig auf den Spielplänen präsenter Oper “Macbeth“.

Das Werk kam 1847 in Florenz zur Uraufführung. Es war Verdis erste Bekanntschaft mit einem Stoff von William Shakespeare. Der Erfolg dieser Schotten-Tragödie war verhalten und nicht übermäßig. Der Komponist nahm Änderungen, Kürzungen und Umstellungen vor und die nun endgültige Fassung ging in Paris 1865 zum ersten Mal über die Bühne. In dieser Fassung hat die Oper auf den internationalen Spielplänen ihren Platz gefunden.

Aalto theater Essen / Macbeth © Matthias Jung

Aalto theater Essen / Macbeth © Matthias Jung

Das Werk stellt kolossale Anforderungen an die Sänger. Die drei Hauptpartien haben es in sich. Allein die Partie der Lady Macbeth ist eine der schwersten im dramatischen Sopranfach, was Länge und Umfang angeht. Aber auch die Bariton-Titelpartie, sowie die Basspartie des Banquo brauchen Solisten, die überdurchschnittliches gesanglich und darstellerisch zu leisten imstande sind.

Das Aalto-Musiktheater konnte mit diesen Sängern aufwarten. Tommi Hakala kann man ohne weiteres als einen idealen Titelhelden bezeichnen. Er gestaltete den Macbeth mit vorzüglicher Diktion und plausibler Interpretation. Sein flexibler, höhensicherer Bariton erfüllte die Rolle mit einem Höchstmass an musikalischer Formung und verhalf diesem Negativhelden zu einer enormen Bühnenpräsenz.

Seine Lady war Gun-Brit Barkmin. Die Stimme der Sängerin ist schlank, hat einen enormen Biss und Barkmin kann sehr gut mit ihr umgehen. Diese ist für sie ein williges, perfekt geführtes Instrument um Akzente zu setzen, die vergessen machen, dass die Lady Macbeth in der Regel mit schwereren Stimmen besetzt wird. Einige Höhenschärfen konnten ihre Leistung aber nicht schmälern. Darstellerisch formte sie die vom Machtrausch besessene Figur mit großer Intensität. Sie machte überzeugend deutlich, dass ihre Rolle die treibende Kraft der Handlung ist.

Aalto theater Essen / Macbeth © Matthias Jung

Aalto theater Essen / Macbeth © Matthias Jung

Mit prächtigem, sonorem und kraftvollem Bass sang Liang Li den Feldherren Banquo, den er auch sehr überzeugend darstellte.

Vorzüglich besetzt waren die vielen kleineren Rollen.

Mit kolossaler spielerischer Brillanz erfreuten die Essener Philharmoniker, die von Tomás Netopil am Pult gnadenlos angetrieben wurden. Das Tempo war enorm vorwärts drängend. Aber nichts ging verloren, weder federndes Brio noch Durchsichtigkeit und farbliche Vielfalt.

Ganz großartig klang der Chor, den Alexander Eberle, wie immer umsichtig, einstudiert hatte. Die Homogenität des Essener Opernchores ist schwerlich zu toppen.

Für alle Opernfreunde, die dieses Werk Verdis noch nie gesehen haben, sei kurz die Handlung umrissen. Dem Feldherrn Macbeth wird von Hexen prophezeit, er würde König von Schottland. Doch auch aus Banquos Nachkommenschaft würden Könige auf dem schottischen Thron sitzen.

Aalto theater Essen / Macbeth © Matthias Jung

Aalto theater Essen / Macbeth © Matthias Jung

Angestachelt von seiner machtbesessenen Ehefrau lässt Macbeth den König umbringen, als dieser bei ihm zu Gast weilt. Das nächste Opfer ist Banquo. Bei einem Festmahl erscheint dem schon dem Wahnsinn verfallenen Macbeth der Geist Banquos.

Nochmals befragt Macbeth die Hexen. Die Antwort: er werde herrschen und es würde ihn keiner überwinden, der von einem Weibe geboren sei. Immer öfter hat Macbeth Erscheinungen und auch seine Lady hat Gewissensbisse und Wahnvorstellungen.

Die nach England geflohenen Feinde Macbeth’s kehren über den Wald von Birnam zurück. Ihr Anführer Macduff, der nicht vom Weibe geboren wurde, sondern aus dem Mutterleib geschnitten, erschlägt Macbeth im Kampf. Die Prophezeiungen der Hexen haben sich erfüllt.

Diese blutrünstige Geschichte aus grauer schottischer Vorzeit verständlich auf die Bühne zu bringen, ist für ein Regieteam keine einfaches Unterfangen. Dem Team, das hier in Essen zu Werke ging, gelang es im Großen und Ganzen.

Aalto theater Essen / Macbeth © Matthias Jung

Aalto theater Essen / Macbeth © Matthias Jung

Was zunächst beeindruckte, war die Bühnenausstattung (Christof Hetzer). Der Boden war bedeckt mit Blättern. Eine, einem Brunnen ähnliche, Öffnung in der Bühnenmitte wurde dominiert von einem Baumstumpf mit gewaltigem Wurzelwerk, der hoch gehievt auf halber Bühnenhöhe hängen blieb. Die Hexen, die wohl darunter hausten, bekam man nicht zu Gesicht. Man hörte nur ihre Prophezeiungen.

Dominierend war eine dreh- und verschiebbare Brücke, über die, wenn ein Szenenwechsel war, ein großer weißer Kubus niedergelassen wurde. Lösungen, die für den reibungslosen Ablauf der vier Akte ebenso sorgten, wie für die konsequente Unterstützung der Inszenierung. Also ein ideales Terrain für die Regiearbeit von David Herrmann.

Seine dichte, fast klinisch nüchterne, auf jedes schnörkelnde Beiwerk verzichtende Inszenierung, erzählt die Geschichte gradlinig. Doch einiges bleibt im Dunkeln, wirkt diffus und unverständlich. Herrmanns Personenführung ist

schlüssig und durchdacht. Aber er neigt auch manchmal zu Übertreibungen, wie das makabre Spiel des wahnsinnigen Macbeth mit den Leichen seiner Opfer im Bankettbild zeigt.

Der Beifall war an diesem Abend, der dritten Vorstellung nach der Premiere, herzlich, verebbte aber schnell.

IOCO / UGK / 27.102013

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