Leipzig, Oper Leipzig, Spielplan Januar 2018 – Der Ring, Puccini und mehr, IOCO Aktuell

Dezember 13, 2017 by  
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Oper Leipzig

Oper Leipzig © Kirsten Nijhof

Oper Leipzig © Kirsten Nijhof

Highlights der Oper Leipzig im Januar 2018

  • DER RING DES NIBELUNGEN – JAHRESAUFTAKT MIT TOPBESETZUNG
  • LIEBE IN ZEITEN DER REVOLUTION: DEUTSCHSPRACHIGE ERSTAUFFÜHRUNG DES MUSICALS DOKTOR SCHIWAGO
  • STRAUSS MEETS KORNGOLD: DES OPERETTENWORKSHOPS MIT DER
  • OPERETTE DAS LIED DER LIEBE
  • PUCCINI-WOCHENENDE
  • SALUT D’AMOUR: MUSIKALISCHER SALON

DER RING DES NIBELUNGEN von Richard Wagner

ZUM JAHRESAUFTAKT MIT TOPBESETZUNG

Richard Wagner Büste in Bayreuth © IOCO

Richard Wagner Büste in Bayreuth © IOCO

Auch 2018 sind Wagners epische Themen von Liebe und Hass zwischen alten Göttern und neuen Helden nicht von der Leipziger Opernbühne wegzudenken. Gleich zum Auftakt des Jahres 2018 präsentiert die Oper Leipzig Wagners Ring des Nibelungen als geteilten Zyklus. Die Aufführungen finden am 6./7. Januar sowie am 13./14. Januar jeweils um 16 Uhr auf der Opernbühne statt. Am Pult des Gewandhausorchesters steht für alle vier Teile Prof. Ulf Schirmer, Generalmusikdirektor und Intendant der Oper Leipzig.

Die Besetzung für den Ring-Zyklus 2018 weist namhafte Gäste des internationalen Opernparketts auf, darunter Stefan Vinke (Titelpartie in »Siegfried«), Christiane Libor (Brünnhilde in der »Götterdämmerung«), Daniela Köhler (Sieglinde), Thomas J. Mayer (Wotan), Thomas Mohr (Siegfried in der »Götterdämmerung«) und Peter Sidhom (Alberich in »Götterdämmerung«). Die szenische Umsetzung lag in den Händen des Regieteams Rosamund Gilmore (Inszenierung), Carl Friedrich Oberle (Bühne) und Nicola Reichert (Kostüme).

Termine:

Rheingold, Samstag, 6. Januar 2018, 16 Uhr
Walküre, Sonntag, 7. Januar 2018, 16 Uhr
Siegfried, Samstag, 13. Januar 2018, 16 Uhr
Götterdämmerung, Sonntag, 14. Januar 2018, 16 Uhr


LIEBE IN ZEITEN DER REVOLUTION:

DEUTSCHSPRACHIGE ERSTAUFFÜHRUNG DES MUSICALS »DOKTOR SCHIWAGO«

Am Samstag, 27. Januar 2018, 19 Uhr feiert das Musical Doktor Schiwago in der Musikalischen Komödie seine deutschsprachige Erstaufführung. Mit Doktor Schiwago schuf Boris Pasternak nicht nur einen epochalen Roman von Weltrang, sondern auch die Vorlage für David Leans oscarprämierte Hollywood-Verfilmung mit Omar Sharif. Mit ihrem Broadway-Musical erweckte die zweifache Grammy- Gewinnerin Lucy Simon sein größtes Werk 2006 wieder zum Leben und entwarf dafür einen zeitgemäßen Sound voll emotionaler Balladen und russischer Klänge.

Die tragische Lovestory rund um den dichtenden Arzt Jurij Schiwago wird nun unter der Regie von Cusch Jung, Chefregisseur der Musikalischen Komödie, erstmalig als Musical in Deutschland zu erleben sein. Die Besetzung der Titelpartie mit Jan Ammann, einem der gefragtesten Musical-Stars unserer Zeit, lässt die Herzen zahlreicher Musical-Fans schon jetzt höher schlagen.
Aufgewachsen im russischen Zarenreich, gerät Jurij Schiwago in den Wirren von Krieg und Revolution zwischen die Fronten. So steht er als unabhängiger Freigeist nicht nur zwischen zwei Regimen, sondern auch zwischen zwei Frauen – seiner Ehefrau Tonia und der geheimnisvollen Lara. Aber Jurij ist nicht Laras einziger Verehrer: Neben ihm kämpfen auch Laras Jugendfreund Viktor Komarovskij und ihr Ehemann Pascha Antipov, Führer der Roten Armee, um ihr Herz… Cusch Jung inszeniert die ergreifende Dreiecksgeschichte vor dem Hintergrund einer jede Individualität hinwegfegenden Revolution, in der Liebe und Poesie als Zeichen der Menschlichkeit umso stärker leuchten.

Premiere: Samstag, 27. Januar, 19 Uhr, Musikalische Komödie
Weitere Aufführungen: 28. & 30. Jan. / 6., 8. & 9. Feb. / 10. & 11. Mär. / 19. & 20. Mai / 26. & 27. Jun. 2018


STRAUSS MEETS KORNGOLD

ABSCHLUSSKONZERT DES OPERETTENWORKSHOPS MIT DER OPERETTE »DAS LIED DER LIEBE«

Der Deutsche Musikrat richtet nach einjähriger Pause im Jahr 2018 gemeinsam mit der Musikalischen Komödie erneut den »Operettenworkshop für junge Dirigenten« aus. Drei junge Kollegen des Dirigentenforums des Deutschen Musikrates erhalten dabei die Möglichkeit, sich als Dirigenten zu präsentieren. Am Ende des Workshops steht das öffentliche Abschlusskonzert am Samstag, 6. Januar 2018, 19:30 Uhr, und Sonntag, 7. Januar 2018, 15 Uhr.
Bis heute ist die Musikalische Komödie eines der führenden Häuser im Bereich Operette und Musical im deutschsprachigen Raum. Nach dem Abschied von Ehrendirigent Roland Seiffarth als langjähriger Leiter des Operettenworkshops liegt die künstlerische Leitung nun in den Händen von Chefdirigent Stefan Klingele, der gemeinsam mit dem Musikrat ein neues Konzept für den Workshop entwickelt hat. Im Zentrum steht dabei die Erarbeitung eines kompletten Werks, das sowohl für die Dirigenten als auch für das Orchester neu ist. Es ist also für beide Seiten – und ebenso für das Publikum – eine Entdeckungsreise.
Auf dem Programm steht Erich Wolfgang Korngolds Operette Das Lied der Liebe nach Melodien aus »Das Spitzentuch der Königin« von Johann Strauß (Sohn) als konzertante Aufführung. Die Musik des Komponisten, der zahlreiche Operetten instrumentierte, steht für Klangsinnlichkeit in der Orchesterbehandlung und ist damit prädestiniert für den Operettennachwuchs. Um seine Spielschulden zu begleichen, geht Frauenschwarm und Herzensbrecher Graf Richard von Auerspach (Adam Sanchez) mit seinem Vetter Fürst Franz von Auerspach einen Deal ein: Während sich Franz aus dynastischen Gründen mit Baronin Paulette (Lilli Wünscher) zu vermählen gedenkt, soll
Richard dessen Ex-Geliebte, die Hofschauspielerin Lotte Hohenberg, für eine Zeit aus dem Verkehr ziehen und mit ihr eine kleine Vergnügungsreise nach Capri unternehmen. Als sich Richard jedoch Hals über Kopf in eine schöne Unbekannte (Paulette!) verliebt, kommt schließlich doch alles anders als geplant. Paulettes Schwager Gigi (Andreas Rainer) nimmt die Liebe eher von der leichten Seite und vergnügt sich währenddessen abwechselnd mit dem Stubenmädchen Tini (Nora Lentner) und der Tänzerin Lori (Mirjam Neururer).

Termine: Samstag, 6. Januar 2018, 19:30 Uhr, Musikalische Komödie
Sonntag, 7. Januar 2018, 15:00 Uhr, Musikalische Komödie


KLEINE KOMÖDIE: IVAN UND DIE FRAUEN

SOLOPROGRAMM MIT CUSCH JUNG  IM JANUAR 2018

Cusch Jung ist nicht nur Regisseur, Choreograf, Darsteller, sondern im Rahmen der Reihe »Kleine Komödie« im Venussaal der Musikalischen Komödie auch Autor seiner eigenen One-Man-Show. In der Realsatire Ivan und die Frauen spielt Jung einen verzweifelten Junggesellen, der anscheinend noch immer nicht die richtige Frau in seinem Leben gefunden hat und stattdessen gehörig unter dem Pantoffel seiner Mutter steht. Diese hat ihm schon so manche Liebesaffäre vereitelt. Auf einer zweistündigen Reise durch sein missglücktes Liebesleben erzählt Ivan auf humorvolle Weise von seinen Liebesabenteuern und lässt seine verflossenen Frauen in bekannten Hits, Schlagern und Chansons wieder auferstehen. Am Piano begleitet wird Cusch Jung dabei von dem virtuosen australischen Pianisten und Komponisten Paul Hankinson. Ein Abend voller Witz, Humor, Melancholie und weltbekannten Melodien.

Termine: Samstag, 20. Januar 2018, 19 Uhr, Venussaal, Musikalische Komödie
Sonntag, 21. Januar 2018, 15 Uhr, Venussaal, Musikalische Komödie


PUCCINI – WOCHENENDE

Die Opern von Giacomo Puccini ziehen seit mehr als 100 Jahren ein Riesenpublikum in ihren Bann. Die Oper Leipzig widmet dem Werk des Komponisten vom 26. bis 28. Januar 2018 ein ganzes Wochenende. Drei der schönsten und tragischsten Frauengestalten Puccinis sind an drei aufeinanderfolgenden Abenden an der Oper Leipzig zu erleben: Tosca, Turandot und Madama Butterfly. Seinen weiblichen Opernfiguren gehörte Puccinis ganzes Mitgefühl. Es heißt, er habe um sie geweint, wenn er ihre Arien komponierte.

Termine:

Tosca«, Freitag, 26. Januar 2018, 19:30Uhr, Opernhaus
Turandot, Samstag, 27. Januar 2018, 19 Uhr, Opernhaus
Madama Butterfly, Sonntag, 28. Januar 2018, 18 Uhr, Opernhaus


SALUT D’AMOUR: MUSIKALISCHER SALON

Salonmusik ist Kult. Bis heute hat die leicht verschmitzte und doch elegante Unterhaltungsmusik des jungen 20. Jahrhunderts nichts von ihrem Charme und Glanz verloren. Das Neue-SalonOrchester-Leipzig, ein Zusammenschluss experimentierfreudiger Musiker des Gewandhausorchesters und des MDRSinfonieorchesters, hat sich diesem Genre mit Leib und Seele verschrieben. Vor genau zehn Jahren veröffentlichten die Musiker um Sebastian Ude unter dem Titel Salut d’Amour ihre erste gemeinsame CD, eine wahre Liebeserklärung an die Salonmusik. Anlässlich des Jubiläums lädt das Orchester am Samstag, 27. Januar, 15 Uhr zu einem Konzert zwischen Tango und Walzer, Swing und Jazz. Komplettiert wird das Ensemble wie schon auf der CD durch das Gesangsduo Jana Hruby und Stephan Gogolka. Gewandhausbratschist Henry Schneider weiß in seinen augenzwinkernden Moderationen so manches Histörchen zu berichten. Der Eintritt kostet 10 €. Vor dem Konzert besteht die Möglichkeit zu Kaffee und Kuchen.
Termin: Samstag, 27. Januar 2018, 15 Uhr, Konzertfoyer Opernhaus

Pressemeldung Oper Leipzig

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Dresden, Semperoper, Premiere Die tote Stadt von E.W. Korngold, 16.12.2017

November 2, 2017 by  
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Semperoper

Dresden / Semperoper im Sonnenschein © Matthias Creutziger

Dresden / Semperoper im Sonnenschein © Matthias Creutziger

 Die tote Stadt von Erich Wolfgang Korngold

16.12.2017: Dmitri Jurowski debütiert mit Dirigat, David Bösch inszeniert.

»Ein Traum hat mir den Traum zerstört …« resümiert Paul am Ende der Oper Die tote Stadt. Verfangen im Gestrigen lebt Paul in Zurückgezogenheit und ergießt sich in Trauer um seine verstorbene Frau Marie. Schafft er den Schritt zurück ins Leben? Durch die Bekanntschaft mit Marietta, einer Tänzerin, setzt sich sein gelähmtes Seelenleben in Bewegung, doch erst das Erwachen aus einem Albtraum lässt ihn in der Realität ankommen. Die tote Stadt wurde nach ihrer Uraufführung im Jahr 1920 in kürzester Zeit weltweit nachgespielt und kehrt nun nach fast 100 Jahren an die Semperoper Dresden zurück.

»Die Musik zur ›Toten Stadt‹ ist wesentlicher Bestandteil der dramatischen Entwicklung, auch der kinomäßigen Sensation in der Steigerung des Grauens.« Was hier Eugen Thari im Dresdner Anzeiger im Dezember 1921 über die Musik zur Dresdner Erstaufführung von Erich Wolfgang Korngolds Sensationserfolg schreibt, dockt am damaligen Ankommen in einer neuen Zeit an: Es sind die zum Teil auf cineastische Art verzerrten Seelenwelten des Protagonisten, zu denen der Komponist eine bestechende Partitur geschrieben hat. Diese drängt die Zuschauer zu einer beklemmenden Reise in emotionale Tiefenregionen. Der in Zurückgezogenheit lebende Paul ergießt sich in Trauer um seine verstorbene Frau Marie. Doch das Kennenlernen einer Tänzerin, Marietta, setzt sein gelähmtes Seelenleben in Bewegung: Die junge Frau wird ihm zum Spiegel seiner Sehnsüchte, so dass er auf sie eine »Wiederkehr« seiner verstorbenen Gattin projiziert. Immer stärker zieht es Paul in verschüttete Schichten seiner Psyche. Erst das Erwachen aus einem Albtraum, in dem Paul eine Bluttat begeht, lässt ihn in der Realität ankommen. Kann er den Weg in ein von psychischen Altlasten befreites Leben gehen?

Mit dem musikalischen Leiter Dmitri Jurowski und dem Regisseur David Bösch stellen sich gleich zwei Künstler erstmals dem Dresdner Publikum vor. David Bösch gehört zu den führenden Regisseuren seiner Generation und ist sowohl in der Oper als auch im Schauspiel zuhause. Mit Dmitri Jurowski ist der jüngste Vertreter einer berühmten russischen Musikerdynastie in Dresden zu Gast. Seit 2005 arbeitet Jurowski als Dirigent sowohl im Opern- als auch im symphonischen Repertoire mit renommierten Orchestern auf der ganzen Welt. Das Bühnenbild zu Die tote Stadt entwirft Patrick Bannwart, die Kostüme stammen von Falko Herold.

In der Rolle des Paul ist Burkhardt Fritz zu erleben, Manuela Uhl ist Marietta, Christoph Pohl verkörpert die Rollen des Frank und Fritz und Christa Mayer gibt die Partie der Brigitta. Es singt der Sächsische Staatsopernchor Dresden. Es spielt die Sächsische Staatskapelle Dresden.PMSeDr

Am 16. Dezember 2017 wird die Belcanto-Oper an der Semperoper ihre Premiere erleben, Beginn 18 Uhr. Eine Premierenkostprobe am 11. Dezember 18 Uhr gibt erste Einblicke in das Werk. Weitere Vorstellungen am 20.12.2017, 2.01.; 7.01.; 21.01.2018

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Annaberg-Buchholz, Eduard von Winterstein Theater, Spielplan September 2017

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Eduard von Winterstein Theater


 Naturbühne Greifensteine


Sa 2.9. 15.00 Die Geschichte vom Kleinen Muck
Ein Musiktheaterstück für Kinder nach Wilhelm Hauff
von Hans-Hermann Krug
Musik von Hans Auenmüller


So 3.9. 10.30 Ronja Räubertochter
von Astrid Lindgren
für die Bühne bearbeitet von Barbara Hass

17.00 Sissy
Singspiel von Ernst und Hubert Marischka
Musik von Fritz Kreisler


Eduard-von-Winterstein-Theater


Sa 16.9. 14.00 Theaterfest zur Eröffnung der 125. Spielzeit rings ums Theater

15.00 spielraum Studiobühne
Märchenpuzzel mit der Theaterratte Ursula
Figurentheater Cornelia Fritzsche – ab 4 Jahren

20.00 Warum die Zitronen sauer sind Studiobühne
Ein Heinz-Erhadt-Abend


So 17.9. 15.00 Wie im Himmel
Schauspiel nach dem Film von Kay Pollak
Deutsch von Jana Hallberg


Mo 18.9. 19.30 1. Philharmonisches Konzert
Bed?ich Smetana: Mein Vaterland
Sechs sinfonische Dichtungen


Fr 22.9. 20.00 Jacques Brel Studiobühne
Eine Hommage


Sa 23.9. 19.30 Peter Pan – Fliege deinen Traum!
nach James M. Barrie – von Christian Berg und Melanie Herzig
Musik von Konstantin Wecker


So 24.9. 19.00 Saison in Salzburg – Salzburger Nockerln
Operette in fünf Bildern von Max Wallner und Kurt Feltz
Musik von Fritz Raymond


Fr 29.9. 19.30 Saison in Salzburg – Salzburger Nockerln


Sa 30.9. 19.30 Wie im Himmel


Veranstaltungen außerhalb des Eduard-von-Winterstein-Theaters


Fr 1.9. 20.00 Martin Luther Bergmannssohn Kulturhaus Aue
Das Spiel vom Werden des freien Mannes


Konzertplan der Erzgebirgischen Philharmonie Aue 


So 3.9. 14.30 Märchen sagenhaft Bad Schlema
Sommer-Open-Air-Konzert


Sa 9.9. 19.30 1. Philharmonisches Konzert Kulturhaus Aue
Bed?ich Smetana: Mein Vaterland
Sechs sinfonische Dichtungen


Sa 30.9. 19.30 Gruselromantik Stadtsaal Fulda
Werke von Erich Wolfgang Korngold, Hugo Wolf,
Robert Schumann und Felix Mendelssohn Bartholdy


Pressemeldung Eduard von Winterstein Theater

 

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Hamburg, Elbphilharmonie, Philharmonisches Staatsorchester – Strauss, Korngold, Dvorak, IOCO Kritik, 31.03.2017

März 31, 2017 by  
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Elbphilharmonie Hamburg

Elbphilharmonie Hamburg / Lasershow zur Eröffnung © Ralph Lehmann

Elbphilharmonie Hamburg / Lasershow zur Eröffnung © Ralph Lehmann

 Don Juan  von Richard Strauss, Korngold…

Philharmonisches Staatsorchester  und Lorenzo Vietti begeistern

Von Sebastian Koik

 Richard Strauss rechts und Hugo von Hofmannsthal um 1915

Richard Strauss rechts und Hugo von Hofmannsthal um 1915

Das Konzert des Philharmonischen Staatsorchester Hamburg am 26.3.2017 in der Elbphilharmonie beginnt mit der Tondichtung Don Juan, dem Versdrama von Nikolaus Lenau symphonisch nachempfunden. Mit Don Juan gelang dem erst 25-jährigen Hofkapellmeister Richard Strauss (1864 – 1949) 1889 in Weimar der Durchbruch als Komponist; mit Don Juan hatte er zu seinem eigenen Stil gefunden.

Angeleitet wird das Orchester vom jungen Schweizer Dirigenten Lorenzo Vietti, der für den im Oktober 2016 im hohen Alter von 92 Jahren verstorbenen Sir Neville Marriner einsprang. Im Jahr 2016 leitete Vietti öfter als Vertretung renommierte Klangkörper wie beispielsweise das Royal Concertgebouw-Orchester so gut, dass er jetzt auch von vornherein für große Häuser wie die Staatskapelle Dresden engagiert wird.

Und dieser junge Vietti beginnt das Konzert furios! Extrem expressiv, überaus energisch gestikulierend und sich regelrecht in die Musik werfend treibt er das Orchester zu Höchstleistungen an. Einen solch wilden Tanz eines Dirigenten habe ich noch nicht erlebt. Und das sieht nicht nur spektakulär aus, sondern ist auch hoch wirksam: Vom ersten Ton an spielt das Orchester mit größtem Feuer und Leidenschaft. Spritzig, hochpräzise und mit großer musikalischer Spannung. Das Orchester bringt einerseits eine gewaltige Energie auf die Bühne und trifft trifft andererseits auch die zärtlich-sanften Töne ganz exzellent. Der erste Satz ist eine so gut wie perfekte Vorstellung, besser kann man diese großartige Musik kaum spielen! Das macht enormen Spaß und ist eine weitere Sternstunde im neuen Hamburger Musiktempel.

Elbphilharmonie Hamburg / Eröffnungskonzert © Michael Zapf

Elbphilharmonie Hamburg / Eröffnungskonzert © Michael Zapf

Nach diesem wilden Ritt spielt das Orchester als zweites Stück Antonín Dvoráks Konzert für Violoncello und Orchester h-Moll op. 104. Das Konzert schrieb Dvorák zwar in Amerika, doch es sollte keine „amerikanische“ Musik werden wie seine Symphonie aus der Neuen Welt, sondern ist geprägt von seiner übergroß gewordenen Sehnsucht nach seiner Heimat in Böhmen, in die er dann nach drei Jahren in Amerika im Jahre 1995 zurückkehren sollte. Auch dieses zweite Stück beginnt das Orchester mit viel Leidenschaft und großer musikalischer Spannung. Den Solo-Part spielt der vielfach ausgezeichnete Julian Steckel mit flinken Fingern und großer Präzision. Vietti dirigiert nicht mehr so unfassbar energisch wie beim Don Juan im vorigen Stück und die Musik könnte auch eine Winzigkeit schneidiger und spritziger gespielt werden.

Auch den langsam-leisen zweiten Satz spielen Orchester und Solist sehr, sehr gut, können aber nicht mehr das mitreißende Feuer vom ersten Stück des Abends entfachen. – Dass in der Elbphilharmonie regelmäßig das Gruppenhusten zelebriert wird, sehr oft zwischen den Sätzen geklatscht und während des Konzerts fotografiert wird ist man inzwischen gewohnt und hofft einerseits auf bessere allgemeine Gesundheit des Publikums und einen Lerneffekt bei den Besuchern, doch als mitten in diesem leisen Satz plötzlich ein Baby zu schreien anfängt, ist man dann doch überrascht. Glücklicherweise verlässt die Mutter mir ihrem Kind zügig den Saal.

Glänzender Höhepunkt des dritten Satzes ist das exzellente und begeisternde solistische Geigenspiel des Konzertmeisters Konradin Seitzer! Der ebenfalls sehr gute, aber über weite Strecken nicht wirklich packende Schlusssatz endet mit einem sehr schönen Finale. Als Zugabe vor der Pause spielt Julian Steckel den Marsch Musik für Kinder von Sergej Prokofjew.

Hamburg und die Elbphilharmonie © Michael Zapf

Hamburg und die Elbphilharmonie © Michael Zapf

Als drittes Stück des Programms gibt das Philharmonische Staatsorchester Erich Wolfgang Korngolds Sinfonietta H-Dur op. 5. Korngold war musikalisch frühreif, galt als Genie und Phänomen und versetzte schon als Kind Größen wie Gustav Mahler und Richard Strauss mit seinen Kompositionen in Erstaunen. Die Sinfonietta op. 5 verfasste er als Vierzehnjähriger. Sowohl mit diesem Stück als auch mit mehreren Uraufführungen feierte Korngold große Erfolge in Hamburg. Einen Teil der frühen Bewunderung verdankte Korngold allerdings sicher seinem jungen Alter. Vielleicht nicht ganz ohne Grund gab es bis zum heutigen Abend fast 100 Jahre lang keine symphonische Darbietung dieses Stückes in Hamburg. Auch werden keine Aufnahmen des Stückes angeboten. Die Komposition vermag mich über den Großteil der Spielzeit kaum zu berühren und mitzunehmen. Das Orchester spielt gut. Der Konzertmeister hat im 5. Satz ein paar sehr schöne Solo-Passagen, in denen er wieder zu begeistern weiß. Wirklich sehr gelungen finde ich dann aber das Finale, in welchem das Orchester das Publikum mit enorm viel Kraft und herrlich schönem Spiel berauscht.

 

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