Halle, Oper Halle, Anna Bolena von Gaetano Donizetti, IOCO Kritik, 06.11.2017

November 7, 2017 by  
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Theater und Orchester Halle

Oper Halle © Falk Wenzel

Oper Halle © Falk Wenzel

Anna Bolena von Gaetano Donizetti  

Opulentes konzertantes Sängerfest

Von Guido Müller

Die 1830 in Mailand uraufgeführte Tragedia  lirica um die historisch bekannte Geschichte der unglücklichen Anna Bolena, Ehefrau König Heinrichs VIII., ihre Rivalin Giovanna Seymour (hier wird die italienische Schreibweise benutzt) und den ehemaligen Geliebten Lord Riccardo Percy von Gaetano Donizetti machte den italienischen Komponisten nach 34 Opern mit einem Schlag weit über sein Heimatland berühmt.

Oper Halle / Anna Bolena in der Ulrichskirche in Halle © Falk Wenzel

Oper Halle / Anna Bolena in der Ulrichskirche in Halle © Falk Wenzel

Die Titelrolle war der damaligen italienischen Primadonna assoluta Giuditta Pasta in die Stimme geschrieben, die für ihren Soprano sfogato, einen Sopran mit  Mezzotimbre und profilierten tiefen Registern berühmt war. Nachdem die Oper zu den beliebtesten des 19. Jahrhunderts gehörte, geriet sie Jahrzehnte bis 1957 in Vergessenheit, als Maria Callas in der Titelrolle in einer Inszenierung von Luchino Visconti an der Mailänder Scala das Werk wieder zum Leben erweckte. Durch diese beiden Interpretinnen war die Messlatte hoch gelegt und zum Beispiel  die große Koloratursopranistin Edita Gruberova hat die  Rolle später verkörpert. Ein Opernhaus kann nur wagen, diese hochdramatische Belcanto-Oper auf den Spielplan zu setzen, wenn ihr  Ensemble über eine solche Sängerin verfügt, der nicht nur die Belcanto-Stimmtechnik sondern auch der hoch-dramatische expressive Ausdruck  perfekt zu eigen ist.

Das Opernhaus Halle verfügt mit der vielfach ausgezeichneten Kammersängerin Romelia Lichtenstein über eine solche Ausnahmesopranistin, die an vielen Händel- und Mozart-Rollen gereift ebenso das hochdramatische Fach Puccinis und des Verismo beherrscht. Romelia  Lichtenstein steht wie der Sängerin der Uraufführung nicht nur die stupende Koloraturfähigkeit sondern ebenso bruchlos das warme Mezzoregister und sonore tiefe Stimmregister zur Verfügung. Damit glänzt sie in dieser konzertanten Aufführung der Oper in der Konzerthalle der Ulrichskirche mit ihrer heiklen Akustik und lässt das Publikum  gebannt den Atem anhalten in ihren großen Szenen wie Ensembles.

Oper Halle / Anna Bolena - hier Romelia Lichtenstein ist Anna Bolena © Falk Wenzel

Oper Halle / Anna Bolena – hier Romelia Lichtenstein ist Anna Bolena © Falk Wenzel

Opulenz ist das Leitthema dieser zweiten Spielzeit der Intendanz  von Florian Lutz und seinem Team am Opernhaus Halle. Und stimmliche wie orchestrale Opulenz der großen italienischen Belcanto-Oper unter der meisterhaften musikalischen Leitung des ersten Kapellmeisters Michael  Wendeberg, der in der letzten Spielzeit in Halle bereits bravourös mit seinem Dirigat der Uraufführungsoper Sacrifice nachdrücklich hat aufhorchen lassen, bietet diese konzertante Aufführung wahrlich in verschwenderischer Fülle. Wendeberg entfesselte mit der glänzend disponierten Staatskapelle Halle, dem Chor der Oper Halle und den ausnahmslos auch in denkleinen Rollen herausragenden Solisten ein italienisches Opernfest der Spitzenklasse, wie ich es in Halle lange nicht erlebt habe.

Bereits im orchestralen Vorspiel lässt die Staatskapelle aufhorchen durch die präzisen dynamischen Steigerungen und Kantilenen der betörend klingenden Holzbläser wie später die Staunen erweckenden, überaus exquisit und tonsicher spielenden Hörner, die von Birgit Kölbl angeführt werden. Zugleich versteht Wendeberg es die Generalpausen  auskostend effektvolle Spannungsbögen und Kontraste aufzubauen, indem ihm willig der vollendet singende Herrenchor und Damenchor folgen.

Fast alle Rollen sind mit Mitgliedern des Hauses besetzt. Lediglich den Pagen Smeton singt die junge Mezzosopranistin Yulia Sokolik als Gast, die sofort zu Beginn der Oper mit der harfenbegleiteten Romanze „Deh! non voler costringere“ gefangen nimmt, die sie in einem äußerst edlen bernsteinfarbig timbriertem Legato gestaltet. Nach der von den duftig  leicht spielenden Holzbläsern und vornehmen Hornsolo auf einem samtigen Streicherteppich eingeleiteten späteren Szene „Tutto è deserto“ erhält Yulia Sokolik für ihre warme, perfekt ausdrucksstark und offen gesungene Kantilene spontanen Szenenapplaus des Publikums. Von dieser Mezzosopranistin werden wir sicher noch öfter hören.

Der zweite Gast im Ensemble ist Konstantinos Latsos als Lord  Riccardo Percy, der nicht nur durch sein sympathisches Auftreten sondern vor allem gleich mit seinem geschmackvoll schlank und zugleich kraftvoll gesungenen Tenor für sich einnimmt, mit dem er auch die Spitzentöne seiner Partie und strahlende Strettas beherrscht. Zu einem Höhepunkt der Aufführung gestaltet er im zweiten Akt das zauberhafte Terzett „Fin dall’età più tenera“ mit Romelia  Lichtenstein und dem Bass Ki-Hyun Park als Enrico VIII.

Ki-Hyun Park überragt für mich an diesem Abend sowohl durch ausgefeilte Stimmkultur, packendste Italianità, Spielfreude in Mimik und Gestik wie seine große psychologisch ausgefeilte Charakterstudie des zerrissenen, zweifelnden und brutalen Königs Heinrich VIII. alle anderen Darsteller. Park lässt keinen Moment die fehlende szenische Umsetzung vermissen. Daher erhält er am Ende verdiente Ovationen des Publikums.

Oper Halle / Anna Bolena - hier links Ki Hyun Park als zweifelnder Heinrich VIII. und Du Wang als Signor Harvey © Falk Wenzel

Oper Halle / Anna Bolena – hier links Ki Hyun Park als zweifelnder Heinrich VIII. und Du Wang als Signor Harvey © Falk Wenzel

Die zweite Krone der darstellerischen und gesanglichen Verkörperung aus dem Ensemble der Oper Halle verdient an diesem Abend des Belcanto-Festes SvitlanaSlyvia für ihre vom König als Nachfolgerin Anna Bolenas erwählte Hofdame Giovanna Seymour. Ihr großes dramatisches Duett mit der Konkurrentin um die königliche Liebe Romelia LichtensteinDal mio cor punita io sono“ zu Beginn des zweiten Aktes war für mich die packendste und expressivste Szene des Abends mit der höchsten musikdramatischen Wahrheit. Perfekt harmonieren die  kostbaren Stimmen mit Mezzofärbung. Ähnlich ideal abgestimmt harmoniert  sie mit dem Enrico des Ki-Hyun Park im Duett.

Hier bewährt sich das warme tief empfundene Legato und die leicht ohne jede Schärfe und störendes Vibrato geführte Stimme der Ausnahme-sängerin und perfekten Belcanto-Darstellerin Romelia Lichtenstein, die zudem über eine beseelte Koloraturtechnik verfügt. Ihre Spitzentöne dienen ausschließlich der musikdramatischen Expression und nie hohler Stimmartistik. Ihre berühmte Wahnsinnsszenemit konzertierender Flöte und Oboe kurz vor dem Ende der Oper singt sie mit schwebender Höhe auf anrührendste Weise.

Vladislav Solodyagin gestaltet die wenig dankbare Rolle des Lord Rochefort stimmschön und ausdrucksstark. Das gilt auch für die kleine Rolle des Signor Harvey, der Du Wang als Gast ein stimmschönes Profil verleiht.

Alle Freunde großer italienischer Belcanto-Oper sollten auf keinen Fall die dritte Gelegenheit in Halle verpassen, diese hochdramatische Oper in dieser exquisiten Besetzung zu erleben. Die Leistung des Ensembles und der Staatskapelle verheißt bereits viel für die italienische Opernwoche am Opernhaus Halle im Frühjahr 2018 mit dem Höhepunkteiner neuen Inszenierung von Giuseppe Verdis Aida.

Das beglückte Publikum in Halle dankt am Ende den Musikern dieser zweiten Vorstellung mit zigfachen Bravorufen, Ovationen, Getrampel undStanding ovations.

Achtung:    Nächste und letzte Vorstellung am 8.11.2017 in der Konzerthalle Ulrichskirche Halle (Saale)

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Frankfurt, Oper Frankfurt, Liederabend: EDITA GRUBEROVA mit PETER VALENTOVIC, 28.04.2015

März 25, 2015 by  
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Oper Frankfurt

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Dienstag, 28. April 2015, 20.00 Uhr  

EDITA GRUBEROVA Sopran,  PETER VALENTOVIC  Klavier

Peter Tschaikowski, Nikolai Rimski-Korsakow, Antonín Dvorák, Richard Strauss, Gustav Mahler

Oper Frankfurt / Edita Gruberova © Wiener Staatsoper Michael Poehn

Oper Frankfurt / Edita Gruberova © Wiener Staatsoper Michael Poehn

Edita Gruberovas internationale Karriere begann an der Wiener Staatsoper als Zerbinetta (Ariadne auf Naxos) unter Karl Böhm. In kürzester Zeit gelangte die slowakische Sopranistin zu Weltruhm und wurde zu einer der gefragtesten Interpretinnen der Partien Konstanze (Die Entführung aus dem Serail), Donna Anna (Don Giovanni), Rosina (Der Barbier von Sevilla), Gilda (Rigoletto), Violetta (La Traviata) und Lucia (Lucia di Lammermoor), die sie an den berühmtesten Opernhäusern wie dem Teatro alla Scala Mailand, ROH Covent Garden London, Metropolitan Opera New York und Grand Opéra Paris interpretierte. Selten aufgeführte Belcanto-Opern wie I Puritani, Roberto Devereux, Lucrezia Borgia oder La Straniera wurden für sie auf den Spielplan gesetzt. Edita Gruberova, die auch als Konzert- und Liedsängerin international geschätzt wird, wurde mit zahlreichen Preisen und Ehrungen ausgezeichnet, u.a. ist sie Ehrenmitglied der Wiener Staatsoper. Zudem erhielt sie den Franco-Abbiati-Kritikerpreis in Italien, den Laurence Olivier Award, den Bellini d’oro, den Karajan-Preis 2013 und den Goldenen Schikaneder Preis für hervorragende Gesangsleistungen. Die Staatsopern München und Wien verliehen Edita Gruberova der Titel der Kammersängerin.

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Pressemeldung Oper Frankfurt

München, Bayerische Staatsoper, ROBERTO DEVEREUX von Donizetti, ab 7.04.2015

März 13, 2015 by  
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Bayerische Staatsoper München

Nationaltheater München © Wilfried Hösl

Nationaltheater München © Wilfried Hösl

ROBERTO DEVEREUX  von Gaetano Donizetti

Im Nationaltheater: Vorstellungen: 07.04., 19:00 Uhr; 11.04., 19:00 Uhr; 17.04., 19:30 Uhr; 10.07., 19:00 Uhr; 15,07., 19:00 Uhr

Edita Gruberova ist im April in einer ihrer Paraderollen zu erleben: als Elisabetta in Gaetano Donizettis Roberto Devereux in der Inszenierung von Christof Loy. Franco Vassallo gibt den Herzog von Nottingham, Alexey Dolgov singt die Titelpartie. Friedrich Haider hat die musikalische Leitung inne.

Musikalische Leitung Friedrich Haider,  Inszenierung Christof Loy
Bühne und Kostüme Herbert Murauer
Licht Reinhard Traub
Produktionsdramaturgie Peter Heilker,  Chor Stellario Fagone

BESETZUNG:
Elisabetta: Edita Gruberova
Herzog von Nottingham: Franco Vassallo
Sara: Veronica Simeoni (07.04.2015, 11.04.2015, 17.04.2015) , Sonia Ganassi (10.07.2015, 15.07.2015)
Roberto Devereux: Alexey Dolgov
Lord Cecil: Francesco Petrozzi
Sir Gualtiero Raleigh: Goran Juric
Ein Page Robertos: Andrea Borghini
Bayerisches Staatsorchester
Chor der Bayerischen Staatsoper

Pressemeldung Bayerische Staatsoper München

Frankfurt, Oper Frankfurt, Liederabend: JAMIE BARTON, 24.02.2015

Februar 23, 2015 by  
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Oper Frankfurt

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Fünfter Liederabend  der amerikanischen Mezzosopranistin Jamie Barton

Am Dienstag, 24. Februar 2015, 20.00 Uhr Opernhaus

Oper Frankfurt / Jamie Barton ©  www.jamiebartonmezzo.com

Oper Frankfurt / Jamie Barton © www.jamiebartonmezzo.com

Jamie Barton, Gewinnerin der BBC Cardiff Singer of the World Competition 2013 (sowohl in der Kategorie „Gesamt“ als auch in der Kategorie „Lied“) und des International Opera Award 2014 als „Beste Nachwuchssängerin“, gilt als Ausnahmetalent in ihrem Stimmfach. Sie singt an den renommierten Opernhäusern der USA wie der Santa Fe Opera, der Lyric Opera Chicago, in Atlanta und an der Metropolitan Opera New York. Gerade beginnt sie, sich auch in Europa einen Namen zu machen. An der Bayerischen Staatsoper München sang sie bereits Mère Marie (Dialoge der Karmeliterinnen) und Zweite Norn (Götterdämmerung). In der Spielzeit 2013/14 war sie u.a. als Adalgisa (Norma), als Fricka (Ring) an der Houston Grand Opera, deren Opernstudio sie angehörte, sowie als Katisha (The Mikado) an der Opera Memphis zu erleben. Im Sommer 2014 gab sie ihr Japan-Debüt beim Saito Kinen Festival in Falstaff unter der musikalischen Leitung von Fabio Luisi. In Konzerten und Liederabenden trat sie u.a. in der Carnegie Hall New York, im Kennedy Center Washington, dem Barbican Centre London sowie beim Aspen Music Festival auf. Jamie Barton arbeitet mit Dirigenten wie Erik Nielsen, Franz Welser-Möst, Kent Nagano, Sir Andrew Davis und Patrick Summers zusammen.

Anlässlich ihres Frankfurter Liederabends präsentiert Jamie Barton, begleitet von Bradley Moore am Klavier, Lieder von Franz Schubert, Antonín Dvorák, Ernest Chausson und Joaquín Turina sowie amerikanische Volkslieder, Hymnen und Spirituals

……….

Weitere Liederabende in dieser Saison:
Ian Bostridge, Tenor 24. März 2015
Edita Gruberova, Sopran 28. April 2015
Annette Dasch, Sopran und Daniel Schmutzhard, Bariton 16. Juni 2015

Mit freundlicher Unterstützung der Mercedes-Benz Niederlassung Frankfurt / Offenbach.

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Pressemeldung Oper Frankfurt

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