Bayreuth, Bayreuther Festspiele 2017, Die Meistersinger von Nürnberg – Richard Wagner, IOCO Kritik, 11.09.2017

September 13, 2017 by  
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Festspielhaus Bayreuth © IOCO

Festspielhaus Bayreuth © IOCO

Bayreuther Festspiele

„Die Szene wird zum Tribunal“

Die Meistersinger von Nürnberg – Richard Wagner

Neuinszenierung 2017 im Festspielhaus Bayreuth

Von Albrecht Schneider

Diese Oper repräsentiert unter den sonst bis zum letalen Schluss todernsten Dramen Richard Wagners die Komödie. Deren Komik entsprießt auch dem Mistbeet des Antisemitismus. Manche Blüten, die sie treibt, duften nach Perfidie. Und in das apollinisch auftrumpfende C-Dur fällt die Stimme des Chauvinismus mit ein. Das sind Charakteristika des Werkes, und falls man sie nicht sehen, riechen und hören will, werden die Grundideen des Regisseurs hinter dem burlesken und launigen Allotria der Szene verborgen bleiben.

Barrie Kosky © IOCO

Barrie Kosky © IOCO

Barrie Kosky, Chef der Komischen Oper Berlin, inszeniert weniger die Meistersinger, denn mittels der Meistersinger ihren Komponisten als multiples Subjekt. Richard Wagner, der Anrufer der Mythologie, wird selbst mythologisiert. Dessen fundamentalen ästhetischen Leitmotive interessieren den Australier und Juden Barrie Kosky kaum, und dass ihm die Person R.W., der Fremden­Welschen­verächter und Judenhasser, zuwider ist, wen nimmt es Wunder? Dass er eigentlich einen weiten Bogen um das Festspielhaus, dessen Gebälk für ihn noch immer Reste des ideologischen Miefs der Jahrzehnte von 1890 bis 1945 ausdünstet, zu schlagen gedachte, hat er selbst eingeräumt.

Allein Richard Wagner, das binäre Phänomen, stößt ab als Mensch mit infamen Zügen, provoziert hingegen als ein grandioser Künstler jeden furchtlosen Theatermacher (und keine geringe Menge der Theaterfreunde), seine vieldeutigen Bühnenstücke einzurichten, sich mit ihnen abzuplagen, damit zu verunglücken, was auch immer. Der Ring des Nibelungen ist das erste Objekt der Begierde eines selbstbewussten Regisseurs. Gefällt seine Arbeit der Kritik, glänzt sein Name, wird er von ihr zerrissen, glänzt sein Name ebenfalls. Nur anders. An den Meistersingern freilich kann man sich den Magen verderben. Sind doch in ihrem kunterbunten Treiben aus Liebeshändeln, Philisterparodien und Kunstspinnereien unbekömmliche Ingredienzen aufgelöst, die sich nicht so einfach, wie Alkohol aus dem Bier, herausdestillieren lassen. Bestenfalls kann man deren schlechten Geschmack mit mehr Gehampel und Trara überlagern. Was also hat Barrie Kosky angestellt, dass er heil die Herausforderung des Inszenesetzens dieser drei Aufzüge überstand, die das Publikum freilich als ingeniöses Spektakel derart berauschte, um die Persiflage oder Demaskierung, je nachdem man es sehen will, des verehrten Meisters aus Bayreuth offensichtlich billigend und applaudierend hin- oder gar nicht wahrzunehmen?

Worum geht es? Der Plot hat zig Komponisten, von Pergolesi über Rossini bis Strauss angestiftet, ihn in Musik zu setzen: Ein bereits ergrauter Mann konkurriert mit einem Jüngling um das Girl, das zum lieto fine der Junior kriegt, indessen der Senior als der Gelackmeierte dasteht.

Bayreuther Festspiele / Die Meistersinger von Nürnberg - Musikalische Leitung Philippe Jordan, Inszenierung Barrie Kosky, Bühne Rebecca Riest, Kostüme Klaus Bruns, 3. Aufzug Szene Chor, Solisten , Statisterie © Bayreuther Festspiele / Enrico Nawrath

Bayreuther Festspiele / Die Meistersinger von Nürnberg – Musikalische Leitung Philippe Jordan, Inszenierung Barrie Kosky, Bühne Rebecca Riest, Kostüme Klaus Bruns, 3. Aufzug Szene Chor, Solisten , Statisterie © Bayreuther Festspiele / Enrico Nawrath

Allein, was hat er daraus gemacht, der Wagner?

Der ist gewiss kein Romantiker gewesen, aber in der Schule der Romantik, die um die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert offenstand, hat er eine gewisse Zeit gesessen. Deren Zöglinge empfanden die eigene Zeit als zu rational, zu prosaisch, und schwärmten von einem christlichen Mittelalter mit Menschen reiner Denkungsart, die sich um den Kirchturm zu Dienst und Fest versammelt haben sollten. Zugleich verkündeten sie, die echte Poesie sei die des Volkgeistes, wie sie im Märchen ( Gebrüder Grimm), im Volkslied (Des Knaben Wunderhorn) und in Mythen (Nibelungenlied) lebendig würde. Der realitätsfernen Projektion einer heileren Zeit bediente sich der Librettist Wagner, indem er seine Geschichte in dem altfränkischen Nürnberg ansiedelte. Die Zünfte pflegten dort von alters her den Meistergesang, eine Form von ´Poeterei’ und ´Melodei’, die nach strengen Regeln gebaut und ebenso vorgetragen werden musste.

Bayreuther Festspiele / Die Meistersinger von Nürnberg - Musikalische Leitung Philippe Jordan, Inszenierung Barrie Kosky, Bühne Rebecca Riest, Kostüme Klaus Bruns, - 2. Aufzug - Hans Sachs und Sixtus Beckmesser © Bayreuther Festspiele / Enrico Nawrath

Bayreuther Festspiele / Die Meistersinger von Nürnberg – Musikalische Leitung Philippe Jordan, Inszenierung Barrie Kosky, Bühne Rebecca Riest, Kostüme Klaus Bruns, – 2. Aufzug – Hans Sachs und Sixtus Beckmesser © Bayreuther Festspiele / Enrico Nawrath

Zwei markante Vertreter diese Kunstvereins stellt der Komponist mit den Figuren des Hans Sachs und Sixtus Beckmesser auf die Bühne. Aus ersterem, dem historischen professionellen Schuhmacher und Dichter volksnaher derbdeutlicher Stücke nachgebildet, spricht gemäß Wagners Intention eben der Volksgeist, und der beliebte Poet hat sich kraft seiner Reputation zur grauen Eminenz des altfränkischen Gesangsvereins entwickelt. Der andere ist dessen Chefideologe und von Beruf Stadtschreiber, ein Intellektueller unter den Handwerkern, der als ´Merker’ penibel über die Regeln wacht, und reichlich untalentiert sich aus Liebesgründen gleichwohl in dieser Kunst versucht. Mit anderen Worten: Eine Person, die alle vermeintlichen Widersacher Wagners in sich trägt: Fachkollegen, Kritiker, Juden. Dieser Beckmesser ist zudem ein angejahrter Bewerber um des steinreichen Goldschmieds Veit Pogner Töchterlein Eva, die der Vater als Preis für den Sieger im Gesangswettbewerb anlässlich des morgigen Johannisfestes ausgesetzt hat.

Erster Aufzug: In der Katharinenkirche trifft der Stadtbeamte auf Freiersfüßen mit Verdruss auf einen Konkurrenten, den Junker Walter von Stolzing, der in Pogners Haus Tochter Eva begegnet ist, wo sich beide prompt ineinander verliebten. Wissend, dass die Maid als der Hauptgewinn des Wettsingens ausgelobt und nur auf dem Wege zu erobern ist, möchte er ein Meistersinger werden. In deren vertrackte Regelkunde erhält er eine detaillierte Einweisung von David, des Schusters Auszubildendem und obendrein Liebhaber der Magdalene, Evas Zofe. Dank der Fürsprache des Hans Sachs darf der Adelige vorsingen. Der Rivale Beckmesser registriert als Merker jeden Fehler des Vortrags mit einem Kreidestrich, und nach sieben Ankreidungen ist er den Regeln gemäß durchgefallen. ´Ohrge-schinder’ maulen die Meister, er hat ´versungen’. Nichts ist es mit der Meistersingerei.

Die mittelalterliche Singschultagung im gotischen Kirchenrund mit einem weisen populären Poeten, achtbaren Handwerksmeistern, zwei gockelnden Freiern, zwei verliebten Jungfrauen und einem gewitzten Azubi, dieses komische Spiel verlagert Barrie Kosky in den Großen Saal des Hauses Wahnfried. Der, gemacht zum großbürgerlichen Wohnen, wirkt zudem als Resonanzraum eines sich über alles und jedes auslassenden Richard Wagner, einem denkenden, schreibenden, komponierenden und posierenden Universalgenie. Gleichsam seiner überlieferten Fotografie entstiegen, jeweils mit Gehrock und Dürerbarett, tritt er hier mehrfach auf: zuerst als ein Hans Sachs, der dem jüdischen Hausdirigenten Hermann Levi ­ alias Beckmesser ­ beibringt, wie er zu dirigieren und sich christenfrommen Gehabes zu befleißigen hat, und dem Klaviervirtuosen Franz Liszt ­ alias Veit Pogner, wie auf dem Flügel die Meistersingerouvertüre authentisch zu exekutieren ist. Weiterhin agiert er als ein jüngerer Walter von Stolzing, der die Eva ­ alias Gattin Cosima ­ anhimmelt. Zuletzt vermag allein der Lehrling David, wiederum als R.W., dem Kandidaten Stolzing gestenreich darüber ins Bild zu setzen, wie die Meistergesangstabulatur gehandhabt werden muss. Alle Aktionen und Interaktionen des gesamten Personals sind in der Tat, mit Verlaub, saukomisch. Regisseur Kosky gibt zum Entzücken des Publikums dem Affen eine Menge Zucker.

 

Bayreuther Festspiele / Die Meistersinger von Nürnberg - Musikalische Leitung Philippe Jordan, Inszenierung Barrie Kosky, Bühne Rebecca Riest, Kostüme Klaus Bruns, - 3. Aufzug - Michael Volle als Hans Sachs © Bayreuther Festspiele / Enrico Nawrath

Bayreuther Festspiele / Die Meistersinger von Nürnberg – Musikalische Leitung Philippe Jordan, Inszenierung Barrie Kosky, Bühne Rebecca Riest, Kostüme Klaus Bruns, – 3. Aufzug – Michael Volle als Hans Sachs © Bayreuther Festspiele / Enrico Nawrath

Der dreifache Wagner agiert wie Rossinis Barbier, mal hier mal dort, mal als solcher und mal als jener. Eine Dreifaltigkeit, die nicht einzig den Herrn Meistersingern vorschreiben will, was sie zu tun haben. Nicht zuletzt aufgrund von Hans Sachs´ Besserwisserei geraten nach Stolzings Falschsingerei die Kollegen über Kunstfragen in handfesten Streit, ausartend in Anrempeleien und Rüpeleien. Eine Antizipation der Prügelei des zweiten Aufzugs, nur keine des Volkes, sondern jetzt eine unter gewöhnlich braven Biedermännern. Ein vielgestaltiger Wagner und ein Beckmesser in Schwarz mit einer Cosima in schwarzer Robe samt „Cul de Paris“ fügen sich neben den anrückenden elf Zunftmeistern, in spätmittelalterliche Prachtgewänder gesteckt, zu einem grandiosen, kontrastreichen Tableau. Auch jetzt versteht der Regisseur viel Spaß, sorgen Gestik sowie die Verrenkungen aller eine Spur überzeichneter Akteure für Heiterkeiten. Pomp und Rasanz der Szenerie sind eine Augenweide. Doch dann zerfällt das Ganze, mit einem Donnerschlag verwandelt sich der Schauplatz der Anarchie in einen von Mensch und Mobiliar entleerten Verhandlungssaal des Nürnberger Gerichtes von 1945. Lediglich die Box des Zeugenstands steht einsam da.

Mit dem Trio Sachs, Stolzing und David dichtet und komponiert – in des Wortes ursprünglicher Bedeutung ­ R.W. sich selber sichtbar zu einem komplexen Helden, und den Herrn Beckmesser zu seinem krassesten Antipoden. Doch der, was sicher nicht die Absicht war, gerät ihm zu einem fast tragikomischen Antihelden. Und der Regisseur betont das. Nahe bei der Tragödie wohnt ja die wahre Komödie, und deren Protagonisten Falstaff oder der Baron von Lerchenau sind Beckmessers Brüder im Geist, sie teilen ein ähnliches Schicksal. Johannes Martin Kränzle ist ein drolliger, lächerlicher, ein leidender Beckmesser, den die anspruchsvolle Tessitura der Partie für keine Sekunde anficht; mit ihm verschmelzen Künstler, Figur und Sänger zu einem kongruenten Subjekt.

Bayreuther Festspiele / Die Meistersinger von Nürnberg - Musikalische Leitung Philippe Jordan, Inszenierung Barrie Kosky, Bühne Rebecca Riest, Kostüme Klaus Bruns, - hier Daniel Behle als David und die Meistersinger © Bayreuther Festspiele / Enrico Nawrath

Bayreuther Festspiele / Die Meistersinger von Nürnberg – Musikalische Leitung Philippe Jordan, Inszenierung Barrie Kosky, Bühne Rebecca Riest, Kostüme Klaus Bruns, – hier Daniel Behle als David und die Meistersinger © Bayreuther Festspiele / Enrico Nawrath

Im Zweiten Aufzug sind die holzgetäfelten Wände des Gerichtssaals geblieben, dessen Boden ist ausgelegt mit einem üppigen Rasen. Eine Vorwegnahme der Festwiese des Dritten Aufzugs, die dort fehlen wird. Nunmehr nimmt die Demontage des in die Eva verschossenen Merkers durch Sachs, den guten, weisen Poeten, ihren Anfang. Des Verliebten holprig gereimtes Ständchen zertrümmert der Schuster, diesmal als >Merker< fungierend, statt der Kreidestriche mit Hammerschlägen auf die Sohle der Schuhe, an denen er just werkelt. Die ob Lärm und Gesang um den Schlaf gebrachten Nürnberger rennen herbei, prügeln sich weniger untereinander, dafür desto unerbittlicher ein auf den vermeintlichen Störenfried und Juden Sixtus Beckmesser. Eine Art Pogrom. Wennschon hier der Hochbetrieb auf der Bühne seine grotesken wie burlesken Züge hat, es an verrückten mimischen wie tänzerischen Einfällen nicht mangelt und keine Sekunde Langeweile aufkommt, das Los des mehrfach gepiesackte Stadtschreibers ist fürwahr bejammernswert. Zuletzt hockt er derangiert und gemieden da, übergestülpt ein Schwellkopf von Judenkarikatur. Ein zweites Mal füllt diese Klischeefratze, aufgeblasen zum Ballon, die Bühne, bis die Luft entweicht und er in sich zusammenfällt. Vorhang.

Indem der Regisseur auch im Dritten Aufzug den Gerichtssaal 600 der Nürnberger Prozesse mit der damaligen Einrichtung zum Schauplatz wählt, darf man darin mitnichten Demagogie entdecken. Das Nürnberg des Librettisten Richard Wagners ist eine Phantasmagorie, ist Kulisse. Das Nürnberg als Modell einer urdeutschen Stadt mit Gotik, Fachwerk und Butzenscheiben ging aus bekannten Gründen zugrunde. Sein Gerichtsgebäude indessen blieb unzerstört. Dessen Überleben erlaubt viele Deutungen, einzig die Vernunft liefert die richtige: Ein Zufall.

Bayreuther Festspiele / Die Meistersinger von Nürnberg - Musikalische Leitung Philippe Jordan, Inszenierung Barrie Kosky, Bühne Rebecca Riest, Kostüme Klaus Bruns, - hier Klaus Florian Vogt als Stolzing © Bayreuther Festspiele / Enrico Nawrath

Bayreuther Festspiele / Die Meistersinger von Nürnberg – Musikalische Leitung Philippe Jordan, Inszenierung Barrie Kosky, Bühne Rebecca Riest, Kostüme Klaus Bruns, – hier Klaus Florian Vogt als Stolzing © Bayreuther Festspiele / Enrico Nawrath

Wenn in der historischen Umgebung zum Schluss der Oper, nach Stolzings Siegesarie ­ mit dem Titel: Morgentraumdeutweise ­ Hans Sachs-Richard Wagner die Apotheose der Deutschen Kunst anstimmt, und diese in das Heil-Heil Jauchzen des Nürnberger Volkes mündet, dann sollte das von den holzgetäfelten, von Deutscher Geschichte viel wissenden Wänden zurückgeworfene Echo nicht ungehört bleiben. Es könnte eine Warnung vor Hybris enthalten. Eine Deutsche Morgentraumdeutweise endete einmal in einer Alptraumdeutweise.

Zuvor hat Sachs vom Wahn des Weltenlaufs gesungen und danach mit Stolzing dessen Wettbewerbslied erarbeitet. Der unselige Beckmesser bemächtigt sich dessen Partitur in der Hoffnung, sie für die eigene Kandidatur nutzen zu können. Indem der Schuster das billigt, spinnt er eine Intrige: nämlich auf diesem Wege den ungeliebten Vereinsbruder mit der heiklen Lyrik des Liedes auflaufen zu lassen. Dergleichen vermag der ohnehin verstörte Stadtschreiber nicht zu ahnen. Noch mischt er sich unter das paradierende, Fahnen schwenkende, jubelnde, tanzende, turbulente Nürnberg. (Bei solchem Aufmarsch stand dem inszenierenden Barrie Kosky, ­ eine Unterstellung!, ­ womöglich der Sinn nach einer doppelten Parodie: zunächst einer des Gepränges eines Reichsparteitages der Nazis. Dann, bei der Huldigung des Hans Sachs, die zweite, und zwar eine des seinerzeit tausendfach reproduzierten Gemäldes des Anton von Werner der Kaiserproklamation in Versailles von 1871)

Erst nachdem Beckmesser als Contestsänger öffentlich gescheitert ist, wütende Bürgern den Versager durch die Tür ins Draußen verstoßen haben, gilt die Stadt als befreit genug, damit alle gemeinsam und reinen Herzens in den Hymnus auf die Deutsche Kunst, Nürnberg und Hans Sachs, alias Richard Wagner, einfallen können. Mit dem jähen Verschwinden allen Taumels dirigiert am Ende ein Hans Sachs, wieder mehr als Richard Wagner, ein aus dem Bühnenhintergrund heranfahrendes Orchester. Sein Stab zeigt nicht allein der Musik, wie sie zu spielen hat, sondern wohl am liebsten genauso der Welt, wie sie sich zu drehen hätte.

Sofern von der Musik bisher wenig die Rede war, so findet solches Manko eine gewiss ungenügende Erklärung in einer jederzeit und ganz den Blick beanspruchenden Szene. Man muss sich nachgerade zwingen, das erkennende Schauen, das Reflexion verlangt, zugunsten des Hörens einzuschränken, bis man beides synchron wahrzunehmen fähig ist. Allein Bild und Aktion vereinen sich erst mit der Musik zur gelungenen Illusion, und das Geschehen vermag dann und wann sogar unter die Haut zu gehen.

Den wohl- wie hochgestimmten Chor (Ltg. Eberhard Friedrich), einen der allerhöchsten Qualität, zuerst zu nennen, bedeutet keine Herabsetzung der Solisten. Doch als Volk übernimmt er einen gleichwertigen Part, der in überzeugender Weise gemeistert wird.

Michael Volle ist ein barocker saftiger Sachs und ein umtriebiger vollmundiger Wagner, ein Sänger wie Darsteller von Format, der beiden Figuren nichts schuldig bleibt. Von gleicher Qualität präsentiert sich Johannes Martin Kränzle, in Ton, Bewegung, ja Slapstick von der Natur geradezu als Beckmesser orchestriert. Der Tenor des David, sprich des Daniel Behle, schwingt mühelos ein in jede Stimmlage, in der ein gewitzter, vorlauter und ein bisschen frühreifer Schusterbube, mit seiner Umwelt palavern, sich unterhalten, sie eben auch belehren würde. Der Stolzing des Klaus Florian Vogt, von Wagner nicht zuletzt als ironische Kopie eines Belcantotenors, des Primarius der traditionellen italienischen Oper, entworfen, bewirbt und beschwert sich mit  ihm gemäßen Wohllaut, doch zugleich auch so idiomatisch, wie es sich für ein wagnerianisches Helden ziemt.

Bayreuther Festspiele / Die Meistersinger von Nürnberg - Musikalische Leitung Philippe Jordan, Inszenierung Barrie Kosky, Bühne Rebecca Riest, Kostüme Klaus Bruns, - hier Anne Schwanewils als Eva / Cosima Wagner und Klaus Florian Vogt als Stolzing © Bayreuther Festspiele / Enrico Nawrath

Bayreuther Festspiele / Die Meistersinger von Nürnberg – Musikalische Leitung Philippe Jordan, Inszenierung Barrie Kosky, Bühne Rebecca Riest, Kostüme Klaus Bruns, – hier Anne Schwanewils als Eva / Cosima Wagner und Klaus Florian Vogt als Stolzing © Bayreuther Festspiele / Enrico Nawrath

Cosima Wagner klingt gleichermaßen kultiviert wie ihr leicht verhuschtes Double Eva. Anne Schwanewils formt beide, die distinguierte Komponistengattin wie das zur Siegesprämie ausgerufene Fräulein, mit sanften Tönen und nur gering aufmüpfig wider das männliche Quartett. Ihre Zofe Magdalene (Wiebke Lehmkuhl) tut ihr gleich. Vielleicht sind sie zusammen von den Musikern eingeschüchtert, die sich ihnen gegenüber unten im Graben etwas vorlaut benehmen. Das Orchester, seinem Rang entsprechend, bewältigt die Partitur bestimmt so, wie vom Komponisten vorgestellt, vermutlich sogar so exzellent wie er es sich überhaupt nicht vorzustellen vermochte. Unter dem Chef Philippe Jordan drängt es sich nicht vor die Solisten oben auf der Bühne, es trumpft angemessen auf, wie es diskret mitspielt, nicht unbedingt glanzvollst, doch ganz und gar nicht glanzlos.

Die Meistersinger von Nürnberg: Mit denen bietet Barrie Kosky eine Aufführung der besonderen Art: dionysisch, sinnlich, humorvoll, traurig, erinnernd und mitunter verstörend. Was will das Herz der Opernfreunde jeder Provenienz denn mehr?

Leidenschaftlicher Applaus für das gesamte Ensemble vorne, hinten, oben und unten. Ein paar verschämte Buhs beim Erscheinen des Regisseurs.

 

Bayreuth, Bayreuther Festspiele, Spielplan 2017 – 230.000 Kartenwünsche, IOCO Aktuell, 31.03.2017

März 31, 2017 by  
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Festspielhaus Bayreuth © IOCO

Festspielhaus Bayreuth © IOCO

Bayreuther Festspiele 2017 – Status

 Eröffnung der Festspiele am 25.7.:  Die Meistersinger von Nürnberg 

Richard Wagner © IOCO

Richard Wagner © IOCO

Für die 30 Aufführungen der Bayreuther Festspiele 2017 bestanden ca. 230.000 Kartenwünsche. Zur Verteilung stehen dafür ca. 36.000 Plätze. Diese entsprechen ca. 28.000 Karten, da der Ring des Nibelungen nur komplett in 3 Zyklen vergeben wird. Die restlichen Karten sind in festgelegten Kontingenten enthalten, bspw. für die Stadt Bayreuth, für Mitglieder der Gesellschaft der Freunde von Bayreuth e.V.. Ein Teil bleibt für den Online-Sofortkauf reserviert. Das Online-Soforterwerbs-Verfahren von Eintrittskarten für die Bayreuther Festspiele 2017 begann im Febuar 2017; sollten Sie dort Restkarten erwerben können, erfolgt dies ohne jede Wartezeiten.

Tausende Wagnerbegeisterte in über 70 Ländern hatten schon ab Dezember 2016 Post aus Bayreuth erhalten. Viele freuten sich, noch mehr wurden enttäuscht. Der Rechnungsversand für die Festspielkarten der Saison 2017 hat begonnen, deren pünktliche Bezahlung ist Voraussetzung für den Kartenerhalt! Karten zu nicht pünktlich bezahlten Rechnungen verfallen, werden ohne Zahlungserinnerung anderweitig vergeben. Der Versand der Karten erfolgt ab Mitte April 2017 bis spätestens Ende Mai 2017.  Achtung! Wer bis 15. Januar 2017 keine Rechnung erhalten hatte, wurde nicht berücksichtigt. Was manche nicht wissen:  Absagen werden nicht versandt.

Sie brauchen noch Informationen zu einer Kartenbestellung? Telefonische Informationen: Tel.: +49 921 / 7878 – 780 oder  E-Mail: ticket@bayreuther-festspiele.de

 Spielplan 2017

Dienstag 25. Juli, 16:00 Uhr Die Meistersinger von Nürnberg
Mittwoch 26. Juli, 16:00 Uhr Tristan und Isolde
Donnerstag 27. Juli, 16:00 Uhr Parsifal
Samstag 29. Juli, 18:00 Uhr Das Rheingold
Sonntag 30. Juli, 16:00 Uhr Die Walküre
Montag 31. Juli, 16:00 Uhr Die Meistersinger von Nürnberg
Dienstag 01. August, 16:00 Uhr Siegfried
Mittwoch 02. August, 16:00 Uhr Tristan und Isolde
Donnerstag 03. August, 16:00 Uhr Götterdämmerung
Samstag 05. August, 16:00 Uhr Parsifal
Sonntag 06. August, 16:00 Uhr Tristan und Isolde
Montag 07. August, 16:00 Uhr Die Meistersinger von Nürnberg
Dienstag 08. August, 18:00 Uhr Das Rheingold
Mittwoch 09. August, 16:00 Uhr Die Walküre
Freitag 11. August, 16:00 Uhr Siegfried
Samstag 12. August, 16:00 Uhr Tristan und Isolde
Sonntag 13. August, 16:00 Uhr Götterdämmerung
Montag 14. August, 16:00 Uhr Parsifal
Dienstag 15. August, 16:00 Uhr Die Meistersinger von Nürnberg
Mittwoch 16. August, 16:00 Uhr Tristan und Isolde
Freitag 18. August, 16:00 Uhr Die Walküre
Samstag 19. August, 16:00 Uhr Die Meistersinger von Nürnberg
Sonntag 20. August, 16:00 Uhr Tristan und Isolde
Montag 21. August, 16:00 Uhr Parsifal
Mittwoch 23. August, 18:00 Uhr Das Rheingold
Donnerstag 24. August, 16:00 Uhr Die Walküre
Freitag 25. August, 16:00 Uhr Parsifal
Samstag 26. August, 16:00 Uhr Siegfried
Sonntag 27. August, 16:00 Uhr Die Meistersinger von Nürnberg
Montag 28. August, 16:00 Uhr Götterdämmerung

München, Bayerische Staatsoper, Premiere – Meistersinger von Richard Wagner mit Jonas Kaufmann, 16.05.2016

April 28, 2016 by  
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Bayerische Staatsoper München

Nationaltheater München © Wilfried Hösl

Nationaltheater München © Wilfried Hösl

Die Meistersinger von Nürnberg von Richard Wagner

Mo 16.05.2016, 16.00 Uhr Premiere, weitere Vorstellungen 8.5.2016 Matinee, 16.5.2016, 22.5.2016, 26.5.2016, 29.5.2016, 4.6.2016, 28.7.2016, 31.7.2016

Am 16. Mai feiert mit Die Meistersinger von Nürnberg die fünfte Neuproduktion der laufenden Saison Premiere. Generalmusikdirektor Kirill Petrenko beschäftigt sich nach Der Ring des Nibelungen erneut mit der Musik von Richard Wagner. Fast 150 Jahre nach der Uraufführung am Nationaltheater im Jahre 1868 erarbeitet Petrenko gemeinsam mit Regisseur David Bösch die zwölfte Münchner Neuinszenierung dieser Oper.

Die Besetzung
Die Meistersinger von Nürnberg: David Bösch (Inszenierung), Jonas Kaufmann (Walther von Stolzing)

Der 2014 zum Bayerischen Kammersänger ernannte Wolfgang Koch singt die Partie des Hans Sachs. Jonas Kaufmann gibt ein weiteres Mal ein (szenisches) Rollendebüt am Opernhaus seiner Heimatstadt (nach Lohengrin, Manrico in Il trovatore und Don Alvaro in La forza del destino) und singt Walther von Stolzing. Ensemble-Mitglied Markus Eiche gibt den Beckmesser, Christof Fischesser ist Veit Pogner und Eike Wilm Schulte verkörpert Fritz Kothner. Die amerikanische Sopranistin Sara Jakubiak gibt in der Partie der Eva ihr Haus- und Rollendebüt.

Die Inszenierung
Richard Wagners Die Meistersinger von Nürnberg sind seit der Uraufführung am Münchner Nationaltheater ein Stück, das die Spannung zwischen Tradition und genialischer Inspiration im Hinblick auf die Frage auslotet, welchen Stellenwert Kunst in einer Gesellschaft spielen kann. Die Nürnberger Meistersingergilde, die für sich in Anspruch nimmt, Kunst und Musik repräsentativ zu verankern, ist schon von Richard Wagner als eine Institution gezeichnet, die um Anerkennung ringt, weil sie längst ihre zentrale gesellschaftliche Bedeutung eingebüßt hat.

Genau an diesem Punkt setzt die Inszenierung von David Bösch an. Sein Nürnberg ist eine deutsche Kleinstadt, die längst ihre Blüte hinter sich hat. Alles Agieren und Wollen der Meister ist der schmerzhaften Erkenntnis geschuldet, aus eigener Kraft keine Veränderung der Situation mehr herbeiführen zu können. Selbst Hans Sachs, der noch am ehesten eine gewisse Popularität für sich in Anspruch nehmen kann, ist gezeichnet von Leid und Verlustschmerzen – schließlich hat er zum einen seine Frau verloren, zum anderen erkennt er, dass der unbeschwert auftretende Stolzing in seinem Gesang relevante Dinge ausdrücken kann, die ihm unfassbar erscheinen.

Doch ob mit Stolzing die so dringend nötige Erneuerung der Meistersingerzunft einherkommen wird, scheint mehr als fraglich. Zu sehr scheinen sich die Meister damit abgefunden zu haben, dass es einfacher ist, sich selbst zu belügen, als ehrlich mit seinem Niedergang klar zu kommen. Dass unter dieser kollektiven Depression auch ein gefährliches Gewaltpotential liegt, zeigt Richard Wagner an markanten Stellen seiner Oper, die zwar im Jubel endet, der aber auf Kosten einiger Menschen wie Beckmesser erzielt wurde.  PMBaStO

Chemnitz, Theater Chemnitz, Premiere: Die Meistersinger von Nürnberg, 19.03.2016

Februar 15, 2016 by  
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die_theater_chemnitz.jpg 

Theater Chemnitz © Dieter Wuschanski

Theater Chemnitz © Dieter Wuschanski

Theater Chemnitz

 Die Meistersinger von Nürnberg  von Richard Wagner

Premiere 19. März 2016, 16.00 Uhr, weitere Vorstellungen 27.03.2016, 10.04.2016, 17.04.2014

Die Handlung
Im Nürnberg des 16. Jahrhunderts verliebt sich Eva in Walther von Stolzing, einen Junker vom Lande. Ihr Vater, der betuchte Goldschmied Pogner, ist Mitglied der Meistersinger – Handwerksmeister, die sich der Erschaffung und Pflege von Liedgut verschrieben haben. Demjenigen unter ihnen verspricht Pogner seine Tochter zur Frau, der beim bevorstehenden Johannisfest das schönste selbstgeschriebene Lied vorträgt. Begreiflicherweise gerät Eva damit in einen Loyalitätskonflikt und sieht nur einen einzigen Ausweg: Walther muss binnen weniger Stunden zum Meistersinger werden. Doch das ist angesichts des strengen Regelwerks der Zunft ein schier aussichtsloses Unterfangen. Hilfesuchend wendet Eva sich an ihren alten Freund und Nachbarn, den Schuhmacher Hans Sachs …

Chemnitz / Theater_Richard Wagner Figorine von Peter Sykora

Chemnitz / Theater_Richard Wagner Figorine von Peter Sykora

Der Komponist
Richard Wagner, geboren am 22. Mai 1813 in Leipzig, war Schüler der Kreuzschule Dresden und des Nicolai-Gymnasiums Leipzig. An der Leipziger Universität studierte er Musik, bevor er als Musikdirektor u. a. in Magdeburg, Königsberg (wo er die aus Oederan stammende Minna Planer heiratete) und Riga arbeitete. Von Riga aus flüchtete der notorisch verschuldete Mittzwanziger vor seinen Gläubigern nach Paris. Nach einem eher glücklosen Aufenthalt in der Seine-Stadt kehrte er 1842 nach Deutschland zurück und hoffte, in Dresden eine neue künstlerische Heimat zu finden. Dies schien ihm anfangs auch zu gelingen, denn er durfte noch im gleichen Jahr die hochgelobte Uraufführung seiner Oper Rienzi erleben. Mit großer Hoffnung sah er danach der Uraufführung des Fliegenden Holländers entgegen – leider war diesem Werk in Dresden nur ein Achtungserfolg beschieden. 1845 fand an der Hofoper Dresden die Uraufführung des Tannhäuser statt. 1849 beteiligte sich Wagner am Dresdner Mai-Aufstand, wurde daraufhin per Steckbrief gesucht und ging (nach einer abenteuerlichen Flucht, die u. a. auch über Chemnitz führte) ins Exil nach Zürich. Aus diesem Grund konnte er der Uraufführung des Lohengrin unter der Leitung von Franz Liszt in Weimar nicht beiwohnen. Die folgenden Jahre brachten viele Gastspielreisen ins Ausland sowie die Uraufführungen von Tristan, den Meistersingern, Rheingold und Walküre in München. 1872 übersiedelte Wagner nach Bayreuth, wo er seinen Traum vom Festspielhaus verwirklichte. 1876 fanden dort die ersten Bayreuther Festspiele mit der Aufführung des kompletten Ring des Nibelungen statt. Danach wandte sich Wagner endlich dem Parsifal-Stoff zu, der ihn schon seit Jahren begleitete. Die Uraufführung dieses eigens für die akustischen Gegebenheiten des Festspielhauses geschriebenen Werkes fand 1882 während der zweiten Bayreuther Festspiele statt. Es sollte die letzte Premiere sein, die Wagner erlebte. Im Herbst reiste er mit seiner Familie nach Venedig, wo er am 13. Februar 1883 starb.

Die Vorlage
In der „Geschichte der poetischen National-Literatur der Deutschen“ von Gottfried Gervinius fand Richard Wagner 1845 eine Abhandlung über den Meistergesang und Hans Sachs. Das erinnerte ihn an frühere Besuche in Nürnberg, bei denen er u. a. erlebt hatte, wie eine harmlose Verspottung eines Tischlermeisters zu einem handfesten Tumult wurde, der drohte, ein ganzes Stadtviertel lahmzulegen. Beides – die schriftliche Überlieferung und die unmittelbaren Erlebnisse – ließen in Wagner schnell den Plan für ein heiteres Bühnenwerk entstehen, den er aber zunächst noch zurückhielt mit der Begründung, „dass sich ihm die Heiterkeit, deren ein solcher Stoff bedurfte, bis jetzt nur in der Form der Ironie aussprach“. Außerdem benutzte Wagner noch Anregungen aus Schriften von Jacob Grimm, Johann Christoph Wagenseil, E.T.A. Hoffmann und Johann Ludwig Deinhardstein.

Chemnitz / Theater_Goldschmied Figurine von Peter Sykora

Chemnitz / Theater_Goldschmied Pogner Figurine von Peter Sykora

 Die Oper
Richard Wagner hatte bereits zwei Drittel seines Mammutwerks Der Ring des Nibelungen vollendet, als er aus akuter Geldnot ein „leicht zu realisierendes“ Werk für einen schnellen Erfolg brauchte. Als Tristan und Isolde diesen Zweck nicht erfüllte, begann er 1861 mit der Dichtung der Meistersinger von Nürnberg, die aber ebenfalls erst sieben Jahre später uraufgeführt werden konnten – unter der Protektion König Ludwigs II. 1868 in München. Auf der Höhe seines Könnens schuf Wagner darin ein Plädoyer für die künstlerische Freiheit wie auch für die Kunstpflege, verknüpfte es mit einer zarten Romanze und bettete es in eine brillante Komödie ein, die ihren absurden Höhepunkt in einer nächtlichen Prügelei findet und in einen sängerischen Showdown mündet.

Die Musik
Die Meistersinger von Nürnberg ist Wagners einzige heitere Oper und die einzige ohne tragisches bzw. zumindest ernstes Ende. Nachdem er in Tristan und Isolde mit einer neuartigen, chromatischen Harmonik überraschte, liegt der Überraschungseffekt bei den „Meistersingern“ eher in der weitgehend diatonischen Musik, die an vielen Stellen archaisierende Züge trägt. Choräle und Volkslieder dienten ihm ebenso als Vorbild wie die Polyphonie eines J. S. Bach. Mit großer Freude setzte Wagner die einzelnen Charaktere in Musik um und verwendete besondere Sorgfalt, die Dialoge zwischen den Opernfiguren so natürlich wie möglich darzustellen.

Musikalische Leitung: Frank Beermann, Inszenierung: Michael Heinicke
Bühne und Kostüme: Peter Sykora, Chöre: Stefan Bilz

BESETZUNG:
Franz Hawlata (Hans Sachs), Thomas Piffka (Stolzing), Maraike Schröter (Eva), Roman Trekel (Beckmesser), André Riemer (David), Kouta Räsänen (Pogner), Tiina Penttinen (Magdalena), Matthias Winter (Kothner), Tommaso Randazzo (Vogelgesang), Andreas Kindschuh (Nachtigall), Marcus Sandmann (Zorn), Edward Randall (Eißlinger), Jürgen Mutze (Moser), Andreas Beinhauer (Ortel), Thomas Mäthger (Schwarz), Wieland Müller (Foltz), Johannes Wollrab (Nachtwächter)
Damen und Herren des Opernchores und des Extrachores der Oper Chemnitz
Robert-Schumann-Philharmonie

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Pressemeldung Theater Chemnitz

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