Wien, Wiener Staatsoper, Spielplan 2017/18 – Im Olymp der Musiktheater, IOCO Aktuell, 14.04.2017

April 15, 2017 by  
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Wiener Staatsoper © Wiener Staatsoper / Michael Poehn

Wiener Staatsoper © Wiener Staatsoper / Michael Poehn

Die Wiener Staatsoper – Olymp der Musiktheater

2017/18 – 600.000 Besucher, 350 Vorstellungen: 227 Oper, 53 Ballett,….
54 Opernwerke, 9 Ballette, 4 Kinderopern

Die Wiener Staatsoper ist der Olymp der Musiktheater, weltweit. Die Weltgeltung der Staatsoper hält der Franzose Dominique Meyer seit 2011 auf hohem Niveau: 600.000 Besucher jährlich, eine Auslastung von 99% auf 2.284 Plätzen: Normalität in Wien, doch auch weltweit einzigartig. Die Spielzeit 2017/18 beginnt am 3. September 2017 mit einem Tag der Offenen Tür. Am 4.9. nimmt mit der Repertoire-Oper Il Trovatore, Regie Daniele Abbado, mit Anna Netrebko als Leonora und Marcelo Alvarez als Manrico das künstlerische Geschehen 2017/18 seinen Lauf auf.

Wiener Staatsoper / Legris - Meyer - Platzer © IOCO

Wiener Staatsoper / Legris – Meyer – Platzer © IOCO

Die kommende Spielzeit präsentierten Dominique Meyer, Ballettchef Manuel Legris und Finanzchef Thomas Platzer im April 2017 sympathisch entspannt. Traditionell beginnt Meyer die Spielplan-Pessekonferenz mit der Präsentation von Zahlen zur laufenden Spielzeit und betont die Bedeutung hoher Auslastung („…es gibt Leute die sagen, Auslastung sei nicht wichtig; doch was würden diese Leute sagen, wenn die Auslastung niedrig wäre..„) und positioniert damit die Wiener Staatsoper als realitätsorientierten Kulturtempel, welcher jenseits verzaubernden Bühnengeschehens seine Aufgaben real wie professionell umsetzt. Die Gesamt Auslastung der laufenden Saison lag per 3.4.2017 bei 98,70%, die Auslastung der Oper bei 99,26%, des Ballett bei 97,21%. Auch negativ erscheinende Zahlen erklärt Meyer im Detail: Der Rückgang der Besucherzahl zum 3.4.2017 von 403.000 gegenüber 410.000 im Vorjahr ist dem Schaltjahr 2016 und Kinderoper-Vorstellungen auf der Hauptbühne zuzuschreiben. Auffällig im Zahlenmarathon: Ein drittel aller Besucher der Staatsoper, 200.000, sind Zugereiste! Eine Zahl, welche das hohe internationale Ansehen der Wiener Staatsoper wie deren herausragende Bedeutung für die einheimische Wirtschaft griffig dokumentiert.

Wiener Staatsoper / Anna Netrebko und Dominique Meyer © Wiener Staatsoper GmbH / Ashley Taylor

Wiener Staatsoper / Anna Netrebko und Dominique Meyer © Wiener Staatsoper GmbH / Ashley Taylor

2019, zum 150 – jährigen Jubiläum der 1869 eröffneten Staatsoper soll, so Meyer, die Staatsoper saniert sein; es besteht erheblicher Sanierungsbedarf. Beginn im Sommer 2017 mit dem Schwind-Foyer und Loggia. Auch soll die Untertitelanlage des Theaters auf ein System mit Tablets umgestellt werden und sechs Sprachen. u.a. Japanisch, bedienen; Meyer sieht mit Blick auf komplexe Operntexte noch erhebliche Probleme. Doch das Augenmerk Meyers gilt ebenso den im Theatergeschehen erheblich unterrepräsentierten Weiblichkeit: Bei Dirigenten, Regisseuren und Komponisten sind Frauen noch Ausnahmen; Taten folgen der Ansage: Die erste Premiere der neuen Spielzeit, Der Spieler von Sergej Prokofjiew, 4. Oktober 2017, wird von Simone Young dirigiert und von Karoline Gruber inszeniert. Auch die Steigerung von Kinderprojekten ist ein Anliegen. In zahlreichen Produktionen, von Wagners Nibelungenring für Kinder (8. Oktober 2017) bis zur kultigen Zauberflöte für Kinder am 9.2.2018 (Tag nach dem Opernball 2018) bietet die Wiener Staatsoper zahrleiche Musik- wie Ballettprojekte für Kinder. Jonas Kaufmann und Anja Harteros: Sie werden nach der erfolgreichen Premiere von Andrea Chénier an der Bayerischen Staatsoper diese Partien an der Wiener Staatsoper (23.4., 26.4., 29.4., 2.5.2018) singen. Anna Netrebko, so Dominique Meyer, gefiel die Partie der Adriana Lecouvreur so gut, daß sie diese neu einstudierte und ab 9.12.2017 ihr Adriana Rollendebut an der Staatsoper  geben wird. Kein großer Name der Musikwelt fehlt an der Staatsoper in 2017/18: Roberto Alagna und Dmitri Hvorostovsky ab 12.3.2018 in Otello, Kristine Opolais als Cio-Cio-San ab 21.11.2017, Placido Domingo, Anja Kampe, Diego Florez, Aida Garifullina, .

6 Opernpremieren – 1 Kinderopern-Premiere

54 Opern – 9 Ballette – 4 Kinderopern

Wie gewohnt bietet der Opernspielplan eine international konkurrenzlose Bandbreite und Vielfalt: 54 verschiedene Opernwerke (einzigartig in der Welt), 9 verschiedene Ballettprogramme und 4 Kinderopern zu erleben. Hinzu kommen zahlreiche Konzerte, Matineen und Sonderveranstaltungen. Sechs Opernpremieren im Großen Haus sowie eine Kinderopern-Premiere in der AGRANA STUDIOBÜHNE | WALFISCHGASSE angesetzt:

Paris / Familiengrab von Camille Saint-Saens © IOCO

Paris / Familiengrab von Camille Saint-Saens © IOCO

–  Sergej Prokofjew: Der Spieler (4. Oktober 2017 – D: Simone Young; R: Karoline Gruber; mit: Dan Paul Dumitrescu, Elena Guseva, Misha Didyk, Linda Watson, Thomas Ebenstein, Elena Maximova, Morten Frank Larsen);
–  Alban Berg: Lulu in der dreiaktigen Fassung (3. Dezember 2017 – D: Ingo Metzmacher; R: Willy Decker; mit: Agneta Eichenholz, Angela Denoke, Bo Skovhus, Herbert Lippert, Franz Grundheber);
–  Georg Friedrich Händel: Ariodante (24. Februar 2018 – D: William Christie; R: David McVicar; mit: Sarah Connolly, Chen Reiss, Hila Fahima, Christophe Dumaux, Rainer Trost, Pavel Kolgatin, Wilhelm Schwinghammer);
–  Gottfried von Einem: Dantons Tod (24. März 2018 – D: Susanna Mälkki; R: Josef Ernst Köpplinger; mit: Wolfgang Koch, Herbert Lippert, Jörg Schneider, Thomas Ebenstein, Olga Bezsmertna);
–  Camille Saint-Saëns Samson et Dalila (12. Mai 2018 – D: Marco Armiliato; R: Alexandra Liedtke; mit: Elena Garanca, Roberto Alagna, Carlos Álvarez, Sorin Coliban);
–  Carl Maria von Weber: Der Freischütz (11. Juni 2018 – D: Tomáš Netopil, R: Christian Räth; mit Adrian Eröd, Camilla Nylund, Alan Held, Andreas Schager, Daniela Fally, Albert Dohmen) sowie
–  Alma Deutscher: Cinderella (28. Jänner 2018 in der AGRANA STUDIOBÜHNE| WALFISCHGASSE; D: N. N.; R: Birgit Kajtna)

Ballettdirektor Manuel Legris präsentiert in der Wiener Staatsoper drei Premieren:
–  den dreiteiligen Abend MacMillan | McGregor | Ashton (31. Oktober 2017 – D: Valery Ovsyanikov) mit Concerto von Kenneth MacMillan, Eden | Eden von Wayne McGregor und Marguerite and Armand von Frederick Ashton;
–  Edward Clug:  Peer Gynt (21. Jänner 2018 – D: Simon Hewett) sowie die
–  Nurejew Gala 2018 (29. Juni 2018 – D: Kevin Rhodes).

Wiener Staatsoper Innen © Wiener Staatsoper / Michael Poehn

Wiener Staatsoper Innen © Wiener Staatsoper / Michael Poehn

In der AGRANA STUDIOBÜHNE | WALFISCHGASSE wird in der Spielzeit 2017/2018 neben der Premiere von Cinderella, Juan Crisóstomo de Arriagas Die arabische Prinzessin und Wagners Nibelungenring für Kinder (Hirofumi Misawa nach Richard Wagner) auch wiederum ein breites Programm mit u. a. von Staatsoperndirektor Dominique Meyer moderierten Künstlergesprächen, musikalischen Einführungsveranstaltungen, Meisterklassen, Konzerten, Lesungen, Vorträgen u. a. zu Operngeschichte, Veranstaltungen der Opernschule und Ballettakademie angeboten.

Die neue Saison bringt auch zahlreiche Künstler-Debüts am Haus, so etwa der Dirigentin Susanna Mälkki, der Dirigenten Giampaolo Bisanti, William Christie (mit dem Orchester Les Arts Florissants), Tomáš Hanus, Alexander Soddy, Ramón Tebar sowie der Regisseure Josef Ernst Köpplinger und Alexandra Liedtke. Zu den Sängerinnen und Sängern, die sich 2017/2018 dem Staatsopernpublikum vorstellen, zählen u. a. Hrachuhí Bassenz, Sarah Connolly, Annette Dasch, Lise Davidsen, Sabine Devieilhe, Agneta Eichenholz, Venera Gimadieva, Nora Gubisch, Elena Guseva, Christiane Karg, Anita Rachvelishvili, Simone Schneider; Benjamin Bernheim, Christophe Dumaux, Robert Gleadow, Murat Karahan, Bernard Richter, Andreas Schager, Wilhelm Schwinghammer, Thomas Tatzl.

Wichtige Sängerinnen und Sänger geben 2017/2018 ihre persönlichen Rollendebüts an der Wiener Staatsoper: KS Elena Garanca und KS Roberto Alagna sind weltweit erstmals in den Titelpartien von Samson et Dalila zu erleben, Piotr Beczala gestaltet erstmals den Maurizio in Adriana Lecouvreur – an der Seite von Anna Netrebko – und den Don José in Carmen, Wolfgang Koch die Titelpartie in Dantons Tod, Christopher Maltman den Ford (Falstaff) und den Mandryka (Arabella), Marina Rebeka die Amelia in Simon Boccanegra, KS Angela Denoke die Gräfin Geschwitz in Lulu, Aleksandra Kurzak die Desdemona (Otello) – um nur einige zu nennen.

 Wien / Antonio Vivaldi - In Venedig vergessen -Lebendig in Wien_ Bildhauer: Gianni Arico © IOCO

Wien / Antonio Vivaldi – In Venedig vergessen -Lebendig in Wien_ Bildhauer: Gianni Arico © IOCO

Neben den genannten und den Ensemblesängern treten weiters u. a. folgende Gastsolisten auf: Laura Aikin, Gun-Brit Barkmin, Luciana D’Intino, Danielle de Niese, Angela Gheorghiu, Carmen Giannattasio, KS Edita Gruberova, Anja Harteros, Anita Hartig, Evelyn Herlitzius, Anja Kampe, KS Angelika Kirchschlager, Isabel Leonard, Kristin Lewis, Lise Lindstrom, KS Marjana Lipovšek, Irina Lungu, KS Waltraud Meier, KS Ricarda Merbeth, Erin Morley, Catherine Naglestad, Camilla Nylund, Kristine Opolais, Olga Peretyatko-Mariotti, KS Adrianne Pieczonka, Dorothea Röschmann, Michaela Schuster, Tatiana Serjan, Maria José Siri, Ekaterina Siurina, KS Krassimira Stoyanova, Iréne Theorin, Iris Vermillion, Linda Watson, Sonya Yoncheva, Elena Zhidkova; Wolfgang Ablinger-Sperrhacke, Nicola Alaimo, KS Carlos Álvarez, Marcelo Álvarez, Ain Anger, Aleksandrs Antonenko, Dmitry Belosselskiy, Jean-François Borras, Pavol Breslik, Javier Camarena, Marco Caria, Mario Cassi, Alessandro Corbelli, Jorge de León, Misha Didyk, Andrzej Dobber, Albert Dohmen, KS Plácido Domingo, Norbert Ernst, Paolo Fanale, KS Juan Diego Flórez, Roberto Frontali, KS Ferrucio Furlanetto, Massimo Giordano, Renato Girolami, Matthias Goerne, KS Stephen Gould, Vittorio Grigolo, Günther Groissböck, KS Franz Grundheber, Eric Halfvarson, KS Thomas Hampson, Alan Held, Ioan Hotea, Dmitri Hvorostovsky, Jonas Kaufmann, Simon Keenlyside, Tomasz Konieczny, Dmitry Korchak, Mariusz Kwiecien, Yonghoon Lee, Željko Lucic, Ambrogio Maestri, KSCH Peter Matic, Maxim Mironov, Tomislav Mužek, René Pape, George Petean, Massimiliano Pisapia, Luca Pisaroni, Dmytro Popov, Piero Pretti, Jukka Rasilainen, Johan Reuter, Peter Rose, KS Kurt Rydl, Fabio Sartori, KS Michael Schade, Erwin Schrott, KS Peter Seiffert, KSCH Peter Simonischek, Antonino Siragusa, KS Bo Skovhus, Pietro Spagnoli, Ludovic Tézier, Rainer Trost, Christopher Ventris, Rolando Villazón, Martin Winkler, Lars Woldt, Kwangchul Youn.

 Wien / Johann Strauss Vater © IOCO

Wien / Johann Strauss Vater © IOCO

2017/2018 stehen – neben den genannten Hausdebütanten – wieder am Pult der Wiener Staatsoper: Alain Altinoglu, Marco Armiliato, Pavel Baleff, Michael Boder, Semyon Bychkov, Frédéric Chaslin, James Conlon, Jonathan Darlington, KS Plácido Domingo, Dan Ettinger, Adam Fischer, James Gaffigan, Guillermo García Calvo, Sascha Goetzel, Eivind Gullberg Jensen, Michael Güttler, Daniel Harding, Graeme Jenkins, Patrick Lange, Louis Langrée, Jesús López Cobos, Cornelius Meister, Ingo Metzmacher, Tomáš Netopil, Yannick Nézet-Séguin, Evelino Pidò, Speranza Scappucci, Peter Schneider, Jean-Christophe Spinosi, Jeffrey Tate, Sebastian Weigle, Simone Young.

Der vielfältige Opern- und Ballettspielplan wird ergänzt von etablierten Veranstaltungsreihen:
–  Solistenkonzerte: An 5 Abenden stellen international herausragende Interpretinnen und Interpreten attraktive Konzertprogramme vor.
–  Matinee-Reihe Ensemblematinee im Mahler-Saal: An insgesamt 7 Terminen präsentieren sich junge Ensemblesängerinnen und -sänger abseits des Vorstellungsbetriebes. Am Klavier begleitet werden sie von den Korrepetitoren des Hauses.
–  Kammermusik-Reihe der Wiener Philharmoniker: In 10 Matineen präsentieren Mitglieder des Orchesters in wechselnden Ensembles unterschiedliche Kammermusik-Programme.
–  Kontrapunkte – Gesprächsmatineen von und mit Clemens Hellsberg: Dr. Clemens Hellsberg leitet zwei Diskussionsrunden zu aktuellen kulturellen Themen.
Am 23. Juni 2018 findet ein Galakonzert mit KS Edita Gruberova statt, die seit fast fünf Jahrzehnten der Wiener Staatsoper eng verbunden ist.
Abgerundet werden die umfangreichen Aktivitäten durch verschiedene weitere Matineen. Den beliebten Tag der offenen Tür begeht das Haus am 3. September 2017.
Insgesamt stehen in der Spielzeit 2017/2018 über 350 Vorstellungen auf dem Programm, davon 227 Opernvorstellungen (inkl. Kinderzauberflöte), 53 Ballettvorstellungen, 7 Konzerte, 7 Gesangsmatineen, 10 Kammermusik-Matineen, 8 weitere Matineen sowie in der AGRANA STUDIOBÜHNE | WALFISCHGASSE zahlreiche Kinderopernvorstellungen, Tanzdemonstrationen der Ballettakademie sowie weitere Veranstaltungen.

Am 8. Februar 2018 findet zum 62. Mal der Wiener Opernball statt: Das Haus wird wiederum in einen großen Ballsaal verwandelt, wo am darauffolgenden Tag zwei Vorstellungen von Die Zauberflöte für Kinder stattfinden.
Im Rahmen zweier konzertanter Gastspiele ist die Wiener Staatsoper auch in der nächsten Saison wieder im Ausland zu erleben: Am 22. Januar 2018 wird Don Giovanni in Abu Dhabi gespielt, am 2. April 2018 Le nozze di Figaro in Aix-en-Provence. In der Spielzeit 2017/2018 werden im Rahmen von WIENER STAATSOPER live at home insgesamt 45 Vorstellungen in exzellenter Bild- und Tonqualität über Internet live übertragen.

 Wiener Staatsoper / Videoleinwand am Herbert von Karajan Platz © IOCO

Wiener Staatsoper / Videoleinwand am Herbert von Karajan Platz © IOCO

Neben dem eigenen Portal www.staatsoperlive.com ist das Angebot auch über folgende Plattformen direkt abrufbar: Amazon Fire TV (Box oder Stick – App: WIENER STAATSOPER LIVE); Apple TV (Generation 4 seit Ende 2015 – App-Suche: WIENER STAATSOPER); A1TV Mediabox (Menüpunkt Internet Apps: WIENER STAATSOPER LIVE), Samsung SmartTV (App: WIENER STAATSOPER); und in Kürze auch SmartTVs anderer Hersteller.
Um ihr Angebot einer Vielzahl junger Menschen in ganz Österreich und darüber hinaus zugänglich zu machen, setzt die Wiener Staatsoper diese Technik für ein Live-Schulprogramm zu ausgewählten Terminen ein: Wiener Staatsoper live at school. Schülerinnen und Schüler entdecken das Haus samt seinen vielen Berufen, sie erleben live bei einer Probe den Entstehungsprozess mit und können durch zeitversetzte Ausstrahlung zur Schulzeit am Vormittag eine der Live-Übertragungen einer Opern- oder Ballettvorstellung gemeinsam erleben.
Im Rahmen von Oper live am Platz werden in den Monaten September, April, Mai und Juni wiederum jeweils rund 20 ausgewählte Opern- und Ballettvorstellungen live auf den Herbert von Karajan-Platz übertragen. Darüber hinaus werden alle Vorstellungen vom 27. Dezember 2017 bis 1. Jänner 2018 und das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker live am Platz gezeigt, Die Fledermaus am 31. Dezember als Beitrag zum „Silvesterpfad“ der Stadt Wien.

Dresden, Semperoper Dresden, Spielplan 2016/17: Große Tradition – Neue Spielstätte, IOCO Aktuell, 05.04.2016

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Semperoper Dresden

Dresden Semperoper © IOCO

Dresden Semperoper im Winter © IOCO

2016/17 – TRADITIONEN HALTEN,  NEUES BEGRÜNDEN
400 Vorstellungen: Oper, Ballett, Junges Theater, 50 Konzerte

DER SPIELPLAN DER KOMMENDEN SAISON MIT URAUFFÜHRUNGEN, »MOZART-TAGEN«, DER PFLEGE DES STRAUSS- UND  WAGNER-REPERTOIRES UND NEUER SPIELSTÄTTE

Dresden / Semperoper Dämmerung © Matthias Creutziger

Dresden / Semperoper im Sommer © Matthias Creutziger

350 Jahre Oper in Dresden – das ist die stolze Bilanz, die man zu Beginn des Jahres 2017 ziehen kann.  Denn am 27. Januar 1667 wurde als erster der Vorgängerbauten der Semperoper das Klengelsche  Opernhaus oder das Churfürstliche Opernhaus am Taschenberg nach einem Entwurf des sächsischen Oberlandbau-meisters Wolf Caspar von Klengel eröffnet. Dieses Datum gilt als Gründungstag der Dresdner Oper. Der neue Theaterbau war nach Wien (1651) und München (1657) die dritte Opernhausgründung im deutschsprachigen Kulturraum. An diese große musikalische Geschichte erinnert die Semperoper Dresden in der Spielzeit 2016 / 17 unter anderem mit einem Symposium im Februar 2017. Nicht mit einem Neubau, aber mit der Eröffnung einer neuen Spielstätte im umgebauten Restaurantgebäude kann die Semperoper bereits im September 2016 aufwarten: Semper Zwei. Aber natürlich lebt Musiktheater vor allem davon, dass es gespielt, vor Zuschauern aufgeführt und weiterentwickelt wird, weshalb die Semperoper und ihr Publikum diese besondere Spielzeit unter der kommissarischen Intendanz von Wolfgang Rothe mit einem vielfältigen und anregenden Programm sowie mit neuen, ungewöhnlichen Formaten in Semper Zwei feiern.

Dresden / Semperoper_ Zuschauerraum mit Königsloge © Matthias Creutziger

Dresden / Semperoper_ Zuschauerraum mit Königsloge © Matthias Creutziger

Monstrositäten der Liebe, Begegnungen mit dem Fremden und Projektionen des Vertrauten prägen diesen Spielplan. Als Richard-Strauss-Haus widmet sich die Semperoper dem so bedeutenden Komponisten zunächst einmal mit einer Neuinszenierung seiner Salome. Omer Meir Wellber, der vor einigen Jahren sein erfolgreiches Hausdebüt mit Daphne gab, dirigiert die Sächsische Staatskapelle, Michael Schulz inszeniert diese Geschichte um die Liebe als gewaltsame Selbstbespiegelung. Um Wünsche und Sehnsüchte und ihre Spiegelung im Gegenüber geht es auch in Offenbachs Les Contes d’Hoffmannn / Hoffmanns Erzählungen, die Regisseur Johannes Erath auf die Bühne bringt. Auch Malte C. Lachmanns Inszenierung der Burleske Alles Schwindel von Mischa Spoliansky geht dem Schein und Sein auf den Grund, das sich in einer Zeit der Verunsicherung, Anfang der 1930er-Jahre, manifestiert. Der Umgang mit dem Fremden, und sei es das Befremdliche, das die eigenen Gefühle und Wahrnehmungen hervorbringen, ist in Verdis Otello das Thema. Die Koproduktion mit den Osterfestspielen Salzburg feiert in der Regie von Vincent Boussard und unter der musikalischen Leitung von Christian Thielemann im Februar 2017 Dresden-Premiere. Eine weitere Koproduktion mit den Osterfestspielen, Sciarrinos »Lohengrin«, schließt sich im April 2017 an. Keith Warner, der bereits mit mehreren Inszenierungen des Faust-Stoffs sowie zuletzt mit The Great Gatsby an der Semperoper Erfolge feierte, nimmt sich diesmal des Doktor Faust in der musikalischen Version Ferruccio Busonis an, in der es um die Überforderung des modernen Menschen durch all seine Möglichkeiten geht. Mit Mozarts Die Entführung aus dem Serail stellt sich der Regisseur Michiel Dijkema an der Semperoper vor und legt die Verstörungen frei, die das Leben in fremder, aufwühlender Umgebung mit sich bringen. Mieczyslaw Weinbergs Die Passagierin, die Geschichte der Begegnung einer ehemaligen KZ-Aufseherin mit einer einst Gefangenen in der Inszenierung von Anselm Weber, ist eine Übernahme von der Oper Frankfurt, mit der die Semperoper sich dem Thema Erinnern und Verdrängen stellt.

Dresden / Semperoper Rundfoyer © Matthias Creutziger

Dresden / Semperoper Rundfoyer © Matthias Creutziger

Auch das Repertoire hat unter anderem mit den Wiederaufnahmen Das Rheingold und Siegfried aus der Ring-Tetralogie unter der Leitung von Christian Thielemann glanzvolle Höhepunkte sowie immer wieder herausragende Gäste zu bieten, etwa Evelyn Herlitzius, Camilla Nylund, Nina Stemme, Stephen Gould, Gerhard Siegel, Kurt Streit oder Georg Zeppenfeld.
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Ein Fest für den großen Menschenversteher unter den Komponisten sind an Ostern 2017 die Mozart-Tage, die neben der Premiere Die Entführung aus dem Serail die an der Semperoper neu inszenierten Mozart- / Da-Ponte-Opern Così fan tutte, Le nozze di Figaro und Don Giovanni vereint sowie La clemenza di Tito und ein eigens von Omer Meir Wellber kreiertes Mozart-Pasticcio und verschiedene Konzerte. Zu erleben sind auf der Bühne unter anderen Maria Bengtsson, Ildebrando D’Arcangelo, Danielle de Niese, Giuseppe Filianoti, Véronique Gens, Lucas Meachem, Christoph Pohl und Ute Selbig.

Dresden / Semperoper Zuschauerraum © Matthias Creutziger

Dresden / Semperoper Zuschauerraum © Matthias Creutziger

Die Semperoper Junge Szene zeigt für Kinder ab sieben Jahren Jens Joneleits moderne musikalische Märchenfassung Schneewitte und kreiert für Jugendliche auch wieder ein neues Ballett: Exit Orakel von Joseph Hernandez, Tänzer im Corps de Ballet. Mit the killer in me ist the killer in you mylove bringt die Semperoper außerdem ein Auftragswerk an den Komponisten Ali N. Askinzur Uraufführung. Die Kammeroper basiert auf Andri Beyelers gleichnamigem Schauspiel über die zweifelnde Identitätssuche von Jugendlichen, die sich in einem Schwimmbadaufenthalt manifestiert. Zugleich eröffnet diese Uraufführung die Spielstätte Semper Zwei unter der künstlerischen Leitung von Manfred Weiß. Dieses neue, offene Haus für Menschen aller Altersgruppen wird Kammeropern des 20. und 21. Jahrhunderts sowie Uraufführungen renommierter zeitgenössischer Komponisten beherbergen, außerdem Revuen, Operetten und neue Formate wie Tanz à la carte für Mitmach-Choreografen, eine künstlerische Bar- und eine »Stimmkunst«-Reihe sowie Symposien. Vor allem die Musiktheater- und Tanzpädagogik sowie die Junge Szene haben ihren festen Platz darin, die hier unter anderem eingroß angelegtes Schulchorprojekt startet. Das Semperoper Ballett ist nach zehn erfolgreichen Spielzeiten unter Ballettdirektor Aaron S. Watkin zu einer international renommierten Company geworden, was sich in zahlreichen Tourneen und Gastspielen niederschlägt. Neben ihrem vielseitigen Repertoire zeigt sie 2016 / 17  Aaron S. Watkins Neukreation von Don Quixote zur Musik von Ludwig Minkus und Manuel de Falla sowie den Dreiteiler Vergessenes Land mit Werken von George Balanchine, Jirí Kylián und William Forsythe.

50 Konzerte wird die Sächsischen Staatskapelle Dresden 2016/17 in einem eigenen Programm vorstellen. Fast 400 Vorstellungen, acht Opernpremieren, zwei neue Ballettproduktionen sowie drei Premieren der Jungen Szene und über 30 Repertoirestücke in allen Sparten zeugen auch 2016/17 wieder eine künstlerisch lebendige, anspruchsvolle und höchst produktive Semperoper.

Pressemeldung Semperoper Dresden

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