Ulm, Theater Ulm, PREMIEREN – Weibsteufel / Faust, ab 15.09.2017

September 12, 2017 by  
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Theater Ulm

Theater Ulm / Zuschauerraum © Carola Hoelting

Theater Ulm / Zuschauerraum © Carola Hoelting

 Theater Ulm – PREMIEREN

DER WEIBSTEUFEL, JUNGE CHOREOGRAFEN, FAUST

Der Sommer neigt sich dem Ende zu – endlich wieder Theaterzeit! Die Spielzeit 2017/18 wird mit gleich drei Premieren im September eröffnet:

Den Auftakt gibt die Schauspielsparte mit DER WEIBSTEUFEL am 15. September 2017 um 19.30 Uhr im Podium. Leidenschaft, Eifersucht und Missgunst sind die zentralen Themen in Karl Schönherrs Drama aus dem Jahr 1914. Die für die damalige Zeit ungewöhnlich selbstbewusst handelnde Frauenfigur unter dem Aspekt heutiger feministischer Erkenntnisse zu betrachten, macht den großen Reiz der aktuellen Inszenierung aus. Karin Drechsel, zuletzt am Theater Ulm als Regisseurin von VATER vertreten, untersucht gemeinsam mit den SchauspielerInnen Tini Prüfert, Andreas Bittl und Stefan Maaß in der Ausstattung von Mona Hapke die Grenzen zwi-schenmenschlicher Zumutungen.

Das Ballett startet mit den JUNGEN CHOREOGRAFEN in die neue Saison. Premiere ist am 23. September 2017 um 19.30 Uhr im Podium. Aus den Tänzern der Ballettcompagnie werden Choreografen, die einen individuellen Umgang mit dem Körper entwickeln und dabei nicht nur ihre Kollegen inspirieren. Sie verwandeln Geschichten und Gedankenspiele in Bewegung – in Tanz. Yuka Kawazu, Beatrice Panero und Daniel Perin zeigen fünf Werke, die von der intimen Miniatur über collagenhafte Sinnlichkeit bis hin zur urkomischen Parodie reichen mit ihren KollegInnen Bogdan Muresan, Alessio Pirrone, Julia Anna Sattler und Ceren Yavan-Wagner. Das Bühnen- und Kostümbild stammt von Britta Lammers.

Nicht von Goethe lautet das Schlagwort für die Eröffnungspremiere im Musiktheater. Matthias Kaiser inszeniert die Oper FAUST von Charles Gounod. Die Premiere findet am 28. September 2017 um 20 Uhr im Großen Haus statt. Im Zentrum steht nicht der Sinnsucher, der Gott herausfordernde Zweifler Faust, sondern das ergreifende Schicksal der „weggeworfenen Frau”, der gesellschaftlich geächteten unehelichen Mutter, der verzweifelten Geliebten, der auf der Schwelle zum Wahnsinn stehenden Kindsmörderin. Der schwache, ja getriebene Faust ist nicht ihr dramaturgischer Gegenspieler, es ist Mephistopheles, der um seinen kleinen Triumph kämpft, dieses eine Menschenschicksal dem himmlischen Rettungsgriff zu entziehen.

Die Musikalische Leitung hat Joongbae Jee, das Bühnenbild stammt von Dirk Immrich und für die Kostüme zeichnet Angela C. Schuett verantwortlich. Erleben Sie Eric Laporte, Tomasz Kaluzny, Edith Lorans, Kwang-Keun Lee, I Chiao Shih, Christianne Bélanger, Claudia Vetter, Young-Jun Ha, den Opern- und Ext- rachor des Theaters Ulm sowie das Philharmonische Orchester der Stadt Ulm. PM Theater Ulm

München, Bayerische Staatsoper, O Paradis – Jonas Kaufmann, 10.12.2017

Juni 8, 2017 by  
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Bayerische Staatsoper München

Bayerische Staatsoper München Foto: © Wilfried Hösl

Bayerische Staatsoper München Foto: © Wilfried Hösl

„O Paradis“ – Jonas Kaufmann

Zusatzkonzert mit Jonas Kaufmann im Dezember
Sonntag, 10. Dezember 2017 19 Uhr, Nationaltheater

Unter dem Titel „O Paradis“ wird Jonas Kaufmann am Sonntag, den 10. Dezember 2017, Höhepunkte aus Opern von Giacomo Meyerbeer, Hector Berlioz, Jacques Fromental Halévy, Georges Bizet, Charles Gounod und Jules Massenet präsentieren. Bertrand de Billy leitet das Bayerische Staatsorchester.


Bertrand de Billy, geboren in Paris, begann seine Dirigentenlaufbahn nach Studien in seiner Heimatstadt als Erster Kapellmeister und stellvertretender Generalmusikdirektor im anhaltinischen Staatstheater Dessau. Danach arbeitete er in gleicher Position an der Volksoper in Wien. In der Position des Chefdirigenten folgten vier Jahre am Gran Teatre del Liceu in Barcelona und acht Jahre beim Radio-Symphonieorchester Wien. Bis 2015 war er Erster Gastdirigent des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters und des Orchestre de Chambre de Lausanne. Die gleiche Stelle hat er jetzt bei den Dresdner Philharmonikern inne. Er dirigiert regelmäßig an diversen Opernhäusern, z. B. von Berlin, Hamburg, Wien, London, Paris und New York sowie bei den Salzburger Festspielen. (Stand 2017)

Bayerische Staatsoper / Jonas Kaufmann © Wilfried Hösl

Bayerische Staatsoper / Jonas Kaufmann © Wilfried Hösl

Jonas Kaufmann, geboren in München, studierte Gesang an der hiesigen Hochschule für Musik. Seine Bühnenlaufbahn begann 1994 am Staatstheater Saarbrücken. Nach Engagements in Hamburg, Stuttgart und Mailand kam er 2001 an das Opernhaus Zürich, wo er mit deutschem, italienischem und französischem Repertoire zu erleben war. Es folgten Engagements etwa an der Wiener Staatsoper, der Opéra national de Paris, der Metropolitan Opera in New York, am Royal Opera House Covent Garden in London sowie Auftritte bei den Festspielen von Salzburg und Bayreuth. 2013 wurde er zum Bayerischen Kammersänger ernannt. 2016 erhielt er das Bundesverdienstkreuz. An der Bayerischen Staatsoper sang er bisher u. a. Partien wie Manrico (Il trovatore), Titelpartie in Lohengrin, Des Grieux (Manon Lescaut) und Walther von Stolzing (Die Meistersinger von Nürnberg).

Pressemeldung Bayerische Staatsoper München

Schwerin, Mecklenburgisches Staatstheater, Margarethe von Charles Gounod, IOCO Kritik, 17.05.2017

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Mecklenburgisches Staatstheater

Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin © Silke Winkler

Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin © Silke Winkler

Margarethe von Charles Gounod

„Mit  göttlichem  Mephisto“

Margarethe von Charles Gounod; weitere Vorstellungen: 21.5.2017, 7.6.2017, 3.11.2017, 22.11.2017, 14.12.2017, 4.01.2018, 17.1.2018, 2.3.2018

Von Thomas Kunzmann

Charles Gounods 1859 komponierte Erfolgsoper basiert auf Goethes Faust, reduziert jedoch die Geschichte auf die Beziehung zu Margarethe und trägt deshalb hierzulande oftmals ihren Namen.

Mecklenburgisches Staatstheater / Margarethe mit v.l.n.r.: Florian Kontschak, Lázaro Calderón, Itziar Lesaka, Katrin Hübner © Silke Winkler

Mecklenburgisches Staatstheater / Margarethe mit v.l.n.r.: Florian Kontschak, Lázaro Calderón, Itziar Lesaka, Katrin Hübner © Silke Winkler

Der alternde Gelehrte wünscht sich die Jugend zurück, um Lust am Weibe noch einmal neu entdecken und ausleben zu können. Hierfür beschwört er Mephisto herbei, der tatsächlich erscheint und ihm für seine Seele im Jenseits diesseits zudiensten ist. Mit seiner Hilfe verführt Faust die tugendhafte Margarethe. Als sie von ihm ein Kind erwartet, tötet Faust im Duell ihren Bruder, der für ihre Ehre eintritt. Margarethe, von Faust alleingelassen, tötet ihr Kind. Faust zwingt Mephisto, sie im Gefängnis zu besuchen. Dort weigert sich Margarethe jedoch, ihnen in die Freiheit zu folgen und sich damit ihrer Strafe zu entziehen. Als sie stirbt, hält Mephisto sie für verloren, der Chor jedoch nennt sie gerettet.

Mecklenburgisches Staatstheater / Margarethe mit Lázaro Calderón als Faust © Silke Winkler

Mecklenburgisches Staatstheater / Margarethe mit Lázaro Calderón als Faust © Silke Winkler

Dieser Faust beginnt in einem Gedankengefängnis, dessen Zentrum eine Pyramide seiner Schriften dominiert. Doch alle Bücher können ihn nicht das letzte Geheimnis, das der Jugend offenbaren und so greift er zum letzten Mittel und ruft Mephisto herbei. Begeistert ist der nicht! Was könnte er nicht alles schaffen oder zerstören, wenn er sich nicht mit diesen Gutmenschen plagen müsste? Genervt schaut er auf seine Uhr, aber das hier scheint aufwändiger zu werden und er muss Einiges aufbieten, um zum Erfolg zu gelangen. Dass der eigene Spaß dabei nicht zu kurz kommt, zeigt seine Begegnung mit den Soldaten, die er ordentlich foppt. Was Faust allerdings an Margarethe findet, wird ihm fremd bleiben. Voller Unverständnis wirft er ihr Nachtgewand auf’s Bett zurück, an dem er gerade noch roch, als könnte er darin das Geheimnis entdecken, was Menschen daran wohl finden. Da ist das „Betthupferl“ für ihn deutlich erquicklicher. Und dann muss er sich zu allem Unglück auch noch mit der ranzigen Nachbarin mit ihrem grauenhaften Likör einlassen. Faust hingegen liebt Margarethe ernsthaft, lässt sich zwar immer wieder von Mephisto treiben, von einem einmaligen amourösen Abenteuer jedoch keine Spur, was es seinem Konkurrenten Siébel nur noch schwerer macht.

Ganz in weiß kommt diese Inszenierung daher: Mephisto als der Verführer ebenso wie die  Bühne, Requisiten, Chor: alles ist jungfräulich rein, aber auch eine Leinwand für gute oder böse Mächte und die eigene Fantasie. Selbst die Walpurgisnacht findet in Margarethes weißer Kammer statt. Voller Stolz projiziert Mephisto in die leeren Bilderrahmen, Fenster und auf Wände seine Werke quer durch die Jahrhunderte, während ein Sarg mit Fausts Büchern brennt: Was wird vom Gelehrten bleiben? Sein Fehltritt geht in die Geschichte ein, seine Leistungen jedoch gehen in Rauch auf, werden verblassen. Und Margarethe? Was hat sie eigentlich falsch gemacht? Leicht ist ihr die Entscheidung sicher nicht gefallen und dieser Faust ist doch wirklich galant aufgetreten? Dennoch trägt sie die Konsequenzen ihres Handelns. Ob ihr Tod auch ihre Erlösung sein wird?

 Schwerin / Mecklenburgisches Staatstheater_ Margarethe mit Florian Kontschak als Mephisto © Silke Winkler

Schwerin / Mecklenburgisches Staatstheater_ Margarethe mit Florian Kontschak als Mephisto © Silke Winkler

Gregor Rot dirigiert das Orchester sängerfreundlich mit angenehmer Dynamik durch die mehr als drei Stunden mit Pause. Der Chor besticht erneut durch seine homogene Leistung und stimmungserzeugende Bühnenpräsenz. Katrin Hübner ist ein zart-zärtlicher Siébel, der für Margarethe zwar weder über die finanziellen Mittel noch Eloquenz, in jedem Fall aber über eine im Ohr bleibende Stimme verfügt. Lázaro Calderón als Faust schmeichelt sich sowohl darstellerisch (besonders im ersten Akt) als auch mit seinem Belcanto-Schmelz nicht nur in Tijana Grujic’ Margarethe, die ihrerseits mal kokett, doch meist warmherzig mit ihrem wunderbaren Sopran kontert. Großartig kräftig emotional und mit bestechender Klangfülle kommt Yoontaek Rhim als ihr Bruder Valentin daher. Florian Kontschak jedoch macht klar, dass diese Oper weder Faust noch Margarethe heißen sollte – dieser Mephisto ist einfach göttlich!

Margarethe von Charles Gounod; weitere Vorstellungen: 21.5.2017, 7.6.2017, 3.11.2017, 22.11.2017, 14.12.2017, 4.01.2018, 17.1.2018, 2.3.2018

 

Leipzig, Oper Leipzig, Premiere Der Rebell des König Cinq-Mars, 20.05.2017

Mai 15, 2017 by  
Filed under Oper, Oper Leipzig, Premieren, Pressemeldung

Oper Leipzig

Oper Leipzig / Der Rebell des Königs Cinq Mars ©Tom Schulze OL

Oper Leipzig / Der Rebell des Königs Cinq Mars ©Tom Schulze OL

 Der Rebell des Königs (Cinq-Mars) von Charles Gounod

WIEDERENTDECKTE MANTEL– UND DEGENOPER

Nach 140 Jahren wird am Samstag 20. Mai, 19 Uhr die Mantel- und Degenoper Der Rebell des Königs oder Cinq-Mars von Charles Gounod wieder auf einer Opernbühne zu sehen sein.

Zum letzten Mal wurde die Oper 1878 in Paris aufgeführt und verschwand dann aufgrund eines Mangels an Sängern aus dem Repertoire. Die Partitur der vorliegenden Fassung konnte mit der Unterstützung des Palazzetto Bru Zane, dem wichtigsten Forschungszentrum für französische Musik der Romantik, erstellt werden.

Der packende Historien-Krimi rund um die verbürgte Geschichte des hingerichteten Verschwörers Marquis de Cinq-Mars ist eine Besonderheit für die Opernwelt, frankophiles Publikum und Freunde des historischen Abenteuerromans. Zwischen Verrat, geschickten Intrigen und Manipulationen steuern alle Beteiligten um den Emporkömmling Cinq-Mars und dessen Geliebte, Prinzessin Marie de Gonzague, auf ein dramatisches Ende zu. Zwischen König Ludwigs XIII. und Kardinal Richelieu hin- und hergerissen verliert der junge und schöne Marquis seinen Kopf.

Oper Leipzig / Der Rebell des Königs Cinq Mars ©Tom Schulze OL

Oper Leipzig / Der Rebell des Königs Cinq Mars © Tom Schulze OL

Für die Inszenierung ist der Opernregisseur Anthony Pilavachi wieder zu Gast an der Oper Leipzig. Der geborene Zypriot hat bisher über 80 Inszenierungen erfolgreich auf die Bühne gebracht und zeichnete in Leipzig für die Inszenierungen von  Rigoletto und  The Ghost of Canterville / Pagliacci verantwortlich. Am Pult des Gewandhausorchesters steht zum ersten Mal der Dirigent David Reiland. Seit 2012 ist er Chefdirigent des Orchestre de Chambre du Luxembourg und seit 2014 künstlerischer Berater und erster Gastdirigent der Opéra de Saint-Étienne. In Zusammenarbeit mit dem Palazzetto Bru Zane und dem Münchner Rundfunkorchester hat er darüber hinaus die Werke von Benjamin Godard eingespielt. Mit der Titelpartie ist ebenfalls erstmalig der französische Tenor Mathias Vidal zu Gast an der Oper Leipzig. Als Cinq-Mars debütierte Vidal mit dem Münchner Rundfunkorchester unter Ulf Schirmer in den konzertanten Aufführungen des Werkes im Münchner Prinzregententheater sowie im Spiegelsaal von Versailles.

Paris / Der Spiegelsaal von Versailles - Pracht des Barock © IOCO

Paris / Der Spiegelsaal von Versailles – Pracht des Barock © IOCO

Ein Symposium um die weitgehend vergessene Oper von Charles Gounod beleuchtet am Premierentag, 20. Mai, ab 11 Uhr diesen Schatz der Musikgeschichte in Vorträgen und Gesprächen unter Beteiligung von Musik-, Literatur- und Geisteswissenschaftlern. PMOL

Premiere : Der Rebell des Königs (Cinq-Mars)  20.5.2017, weitere Termine: 27.5.2017, 11.6.2017, 20.1.2018, 11.2.2018, 11.3.2018

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