München, Bayerische Staatsoper, O Paradis – Jonas Kaufmann, 10.12.2017

Juni 8, 2017 by  
Filed under Bayerische Staatsoper, Konzert, Pressemeldung

Bayerische Staatsoper München

Bayerische Staatsoper München Foto: © Wilfried Hösl

Bayerische Staatsoper München Foto: © Wilfried Hösl

„O Paradis“ – Jonas Kaufmann

Zusatzkonzert mit Jonas Kaufmann im Dezember
Sonntag, 10. Dezember 2017 19 Uhr, Nationaltheater

Unter dem Titel „O Paradis“ wird Jonas Kaufmann am Sonntag, den 10. Dezember 2017, Höhepunkte aus Opern von Giacomo Meyerbeer, Hector Berlioz, Jacques Fromental Halévy, Georges Bizet, Charles Gounod und Jules Massenet präsentieren. Bertrand de Billy leitet das Bayerische Staatsorchester.


Bertrand de Billy, geboren in Paris, begann seine Dirigentenlaufbahn nach Studien in seiner Heimatstadt als Erster Kapellmeister und stellvertretender Generalmusikdirektor im anhaltinischen Staatstheater Dessau. Danach arbeitete er in gleicher Position an der Volksoper in Wien. In der Position des Chefdirigenten folgten vier Jahre am Gran Teatre del Liceu in Barcelona und acht Jahre beim Radio-Symphonieorchester Wien. Bis 2015 war er Erster Gastdirigent des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters und des Orchestre de Chambre de Lausanne. Die gleiche Stelle hat er jetzt bei den Dresdner Philharmonikern inne. Er dirigiert regelmäßig an diversen Opernhäusern, z. B. von Berlin, Hamburg, Wien, London, Paris und New York sowie bei den Salzburger Festspielen. (Stand 2017)

Bayerische Staatsoper / Jonas Kaufmann © Wilfried Hösl

Bayerische Staatsoper / Jonas Kaufmann © Wilfried Hösl

Jonas Kaufmann, geboren in München, studierte Gesang an der hiesigen Hochschule für Musik. Seine Bühnenlaufbahn begann 1994 am Staatstheater Saarbrücken. Nach Engagements in Hamburg, Stuttgart und Mailand kam er 2001 an das Opernhaus Zürich, wo er mit deutschem, italienischem und französischem Repertoire zu erleben war. Es folgten Engagements etwa an der Wiener Staatsoper, der Opéra national de Paris, der Metropolitan Opera in New York, am Royal Opera House Covent Garden in London sowie Auftritte bei den Festspielen von Salzburg und Bayreuth. 2013 wurde er zum Bayerischen Kammersänger ernannt. 2016 erhielt er das Bundesverdienstkreuz. An der Bayerischen Staatsoper sang er bisher u. a. Partien wie Manrico (Il trovatore), Titelpartie in Lohengrin, Des Grieux (Manon Lescaut) und Walther von Stolzing (Die Meistersinger von Nürnberg).

Pressemeldung Bayerische Staatsoper München

München, Bayerische Staatsoper, 2017/18 – Zeig mir Deine Wunde, IOCO Aktuell, 24.04.2017

April 22, 2017 by  
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Bayerische Staatsoper München

Bayerische Staatsoper München Foto: © Wilfried Hösl

Bayerische Staatsoper München Foto: © Wilfried Hösl

Bayerische Staatsoper – Spielzeit 2017/18  – Überblick

„Zeig mir deine Wunde“

 

 

 Bayerische Staatsoper / Intendant Bachler - GMD Petrenko © Joachim Baldauf

Bayerische Staatsoper / Intendant Bachler – GMD Petrenko © Joachim Baldauf

Nikolaus Bachler:  Die Aufforderung „Zeig mir deine Wunde“ ist in mancherlei Sinne eine Zumutung. Sie überschreitet die Grenzen der Privatheit und Intimität. Sie fordert heraus, noch ohne nach den Folgen zu fragen, ohne Verantwortlichkeit.

Genau das macht die Kunst, wenn sie Bedeutung erlangt. Kunst kennt weder Tabus noch Grenzen. Sie trifft ins Innere der Menschen, mit Wohl oder Weh, mit Lust oder Schmerz! Wer sich in die Kunst begibt, übernimmt selbst die Verantwortung für die Folgen an Geist und Seele.

Wer nicht verwundbar ist, ist nicht am und nicht im Leben, denn Schmerzvermeidung bedeutet Glücksverhinderung. Die offene Wunde ist ein Zeichen des Mutes zur Welt und zu den Mitmenschen, weil sie das Gegenüber zur empathischen Auseinandersetzung herausfordert. Doch unsere Welt ist nicht gnädig im Umgang mit Wunden. Wer sie offen zugibt, der zeigt Schwäche, begibt sich in Gefahr, noch stärker verletzt zu werden. Daher steckt der Mensch viel Kraft und Energie in die Verheimlichung oder Verdeckung der eigenen Wunden. Jeder hat Wunden, um die er weiß, die zu zeigen ihm aber schwerfällt.

„Zeig mir deine Wunde“ heißt auch „Vertrau mir, ich möchte mich mit dir beschäftigen, ich möchte dir nahe kommen“. Es ist eine Einladung zu einem Stück gemeinsamen Weges. Auch das tut die Kunst.

Parsifal kann sich der Wunde des Amfortas nicht entziehen. Er muss erkennen, dass die Wunde des Gralskönigs zugleich die Wunden der gesamten Menschheit bedeutet oder schlichtweg eine Metapher für eine verwundete Welt an sich ist. Die Verletzungen der Gräfin in Le nozze di Figaro betreffen alle Beteiligten. Giorgetta und Michele können in Il tabarro in ihrer Beziehung den Verlust des früh verstorbenen Kindes nicht verwinden, weil sie den Schmerz darüber verdrängen. Suor Angelica sucht die Verwundungen ihrer Vergangenheit im Freitod zu lösen. Und Janáceks Aus einem Totenhaus ist ein Hort verletzter Seelen in ihrer inneren und äußeren Gefangenschaft, ebenso wie sie die unterdrückten Sizilianer in Les Vêpres siciliennes erfahren. Und Orlandos Liebeswerben zeigt ihn in aller belächelten Verletzlichkeit.

Das Theater ist ein Ort, an dem die Wunden der Welt gezeigt und erlebt werden können. Das ganze Metier Oper handelt von Wunden – und letzten Endes ist „Zeig mir deine Wunde“ auch eine grundlegende Beschreibung von Kunst an sich.

Parsifal hat eine Erkenntnis: „Die Wunde schließt der Speer nur, der sie schlug.“ Erst als er um die Ursache der Wunde weiß, kann er das nötige Mitleid aufbringen, ohne das keine Heilung werden kann – weder uns noch unseren Mitmenschen.

PREMIEREN

  1. Premiere Il trittico (17. Dezember 2017)

Stückdebüt für K. Petrenko, Hausdebüt für Regisseurin Lotte de Beer, Mit Wolfgang Koch, Eva-Maria Westbroek, Ermonela Jaho, Ambrogio Maestri

  1. Premiere Parsifal (28. Juni 2018 – Münchner Opernfestspiele)

Stückdebüt für K. Petrenko, Pierre Audi inszeniert im Bühnenbild von Georg Baselitz, Mit Christian Gerhaher, René Pape, Jonas Kaufmann, Wolfgang Koch, Nina Stemme

  1. Premiere Le nozze di Figaro (26. Oktober 2017)

Musikalische Leitung: Constantinos Carydis, Inszenierung: Christof Loy, Mit Christian Gerhaher, Federica Lombardi, Anett Fritsch, Alex Esposito, Olga Kulchynska

  1. Premiere Les Vêpres siciliennes (11. März 2018)

Musikalische Leitung: Omer Meir Wellber, Inszenierung: Antù Romero Nunes, Mit Carmen Giannattasio, Bryan Hymel, George Petean, Erwin Schrott

  1. Premiere Der Diktator / Der zerbrochene Krug, Opernstudio (13. April 2018)

Opernstudio-Neuzugänge 17/18: Long Long (Tenor, China), Boris Prýgl (Bariton, Tschechien) Oleg Davydov (Bass, Russland)

  1. Premiere Aus einem Totenhaus (21. Mai 2018)

Musikalische Leitung: Simone Young, Inszenierung: Frank Castorf, Mit Peter Rose, Aleš Briscein, Charles Workman, Bo Skovhus

  1. Premiere Orlando Paladino (23. Juli 2018 – Münchner Opernfestspiele)

Musikalische Leitung: Ivor Bolton, Inszenierung: Axel Ranisch, Mit Sofia Fomina, Edwin Crossley-Mercer, Mathias Vidal, Guy de Mey, Tara Erraught

DER RING DES NIBELUNGEN

Drei Zyklen unter der musikalischen Leitung von Kirill PetrenkoJanuar / Februar und Münchner Opernfestspiele 2018

Inszenierung: Andreas Kriegenburg, Mit Wolfgang Koch, Markus Eiche, John Lundgren, Ain Anger, Ekaterina Gubanova, Okka von der Damerau, Simon O`Neill/Jonas Kaufmann, Anja Kampe, Nina Stemme, Stefan Vinke, Wolfgang Ablinger-Sperrhacke, Hans-Peter König, Anna Gabler

REPERTOIRE

 Bayerische Staatsoper / Andrea Chenier - Jonas Kaufmann - Nai Bridges © Wilfried Hösl

Bayerische Staatsoper / Andrea Chenier – Jonas Kaufmann – JNai Bridges © Wilfried Hösl

Der Ring des Nibelungen: Das Rheingold, Die Walküre, Siegfried, Götterdämmerung,  Der Rosenkavalier

Insgesamt 43 Werke in der Saison 2017/18, Wiederaufnahmen von unter ander Andrea Chénier, Arabella, Un ballo in maschera, La Calisto, La Favorite, Der fliegende Holländer, Die Gezeichneten, Lady Macbeth von Mzensk, Mefistofele, Die schweigsame Frau, Semiramide, Simon Boccanegra, Il turco in Italia

Sechs Akademiekonzerte Musikalische Leitung: Kirill Petrenko (1., 4. & 6. Akademie-konzert), Cristian Macelaru (Hausdebüt), Lahav Shani (Hausdebüt), Daniele Rustioni

BAYERISCHES STAATSBALLETT

  1. Premiere Anna Karenina  (19. November 2017)

Ballett von Christian Spuck, Musik von Sergej W. Rachmaninow & Witold Lutos?awski, Musikalische Leitung: Robertas Šervenikas

  • Premiere Portrait Wayne McGregor (14. April 2018)

Dreiteiliger Abend: zwei Münchner Erstaufführungen (Borderlands und Kairos) und eine Uraufführung von Wayne McGregor; Eröffnung der Ballett Festwoche 2018

Bayerisches Staatsballett / Romeo und Julia © Wilfried Hösl

Bayerisches Staatsballett / Romeo und Julia © Wilfried Hösl

Premiere Ballettabend Junge Choreographen (4. Juli 2018), Cranko-Fest im Februar 2018 Anlässlich des 90. Jubiläums von John Cranko auf dem Spielplan: Romeo und Julia, Onegin und  Der Widerspenstigen Zähmung

Repertoire 2017/18

Wiederaufnahmen: Raymonda, Don Quijote, Außerdem zu sehen: Alice im Wunderland, La Bayadère, La Fille mal gardée, Giselle, Ein Sommernachtstraum, Spartacus

München, Bayerische Staatsoper, Andrea Chenier mit Kaufmann + Harteros, IOCO Kritik, 25.03.2017

März 27, 2017 by  
Filed under Bayerische Staatsoper, Hervorheben, Kritiken, Oper

Bayerische Staatsoper München

Bayerische Staatsoper / Andrea Chenier mit Jonas Kaufmann und Anja Harteros © Wilfried Hösl

Bayerische Staatsoper / Andrea Chenier mit Jonas Kaufmann und Anja Harteros © Wilfried Hösl

 „Leben in Leiden und Umbrüchen“

Andrea Chenier von Umberto Giordano

Von Daniela Zimmermann

Die Französische Revolution wird oft als Wiege unserer heutigen Demokratie gefeiert. Doch der Umsturz der damaligen Machtverhältnisse war eine „normale“ Revolution: Brutal, mörderisch und oft ungerecht. Lange hatten geknechtete Untertanen die Willkür der Oberschicht, meist des Adels, ertragen. In diese Zeit des absoluten, gnadenlosen Umsturzes führt uns die Oper Andrea Chenier von Umberto Menotti Maria Giordano (1867 –1948), welche erstmals an der Bayerischen Staatsoper aufgeführt wurde.

Regisseur Philipp Stölzl, als Filmregisseur bekannt, nutzt in seiner Inszenierung die vielseitigen Gestaltungsmöglichkeiten des Films. Stölzl und Heike Vollmer (Bühnenbild) teilen die Bühne in vier neben- wie übereinander angeordnete Segmente, mit sich teilenden Räumen, einem wuseligen  überdimensionierten Puppenhaus ähnlich, dessen Bewohner in historisch üppigen Kostümen (Anke Winkler) beständig und in vielen Facetten das grausame Leben in der Zeit der Revolution, das Morden und Quälen, sehr konkret abbilden.

Bayerische Staatsoper / Andrea Chenier © Wilfried Hösl

Bayerische Staatsoper / Andrea Chenier © Wilfried Hösl

Das erste Bild führt uns Luxus wie Elend der Vor-Revolutionszeit vor Augen. Oben im Schloss, ganz in buntem Rokokoambiente, tanzt ausgelassen die adelige Oberschicht eine Gavotte. Unter ihnen schuftet das einfache Volk in dunklen Räumen. Der Dichter Andrea Chenier (Jonas Kaufmann) gerät in die adlige Gesellschaft. Doch mit Gedichten auf die Liebe und der Sympathie für die Unterdrückten fühlt er sich dort deplatziert

Maddalena (Anja Harteros) die sensibel, verträumte Tochter der Gräfin von Coigny (Doris Soffel), empfindet scheue Wärme für Chenier, sie verliebt sich in ihn. Doch auch Carlo Gerard (Luca Salsi), der von den Gedanken der Revolution radikal erfasste Diener der Gräfin Coigny empfindet für Maddalena. Carlo Gerard ist das grausame Gesicht der Revolution: verliebt in Maddalena, eifersüchtiger Rivale von Andrea Chenier; vor keiner Gewalt zurückschreckend, um Maddalena zu gewinnen; im Dunkel der Pariser Kanalisation duelliert sich Gerard mit Chenier. Allein Maddalenas standhafte Liebe zu Chenier, überzeugt Gerard von ihr abzulassen. Er ändert seine Meinung und versucht Chenier, vor dem Tribunal zu verteidigen, leider vergebens. Das Volk will Cheniers Tod.

Bayerische Staatsoper / Andrea Chenier - L. Salsi A. Harteros © Wilfried Hösl

Bayerische Staatsoper / Andrea Chenier – L. Salsi A. Harteros © Wilfried Hösl

Spannend stellt Stölzl den Erfolg der Revolution in seinen Bildern dar: Oben herrscht jetzt das Volk; unten wird der verarmte Adel vertrieben, gefoltert, getötet.  Auch Andrea Chenier wird inzwischen von der Revolution verfolgt, die Liebe zu Maddalena läßt ihn bleiben, er wird verhaftet und zum Tode verurteilt. Maddalena folgt traumatisiert wie liebend Andrea Chenier in den Tod; beide enden unter der Guillotine.

Dieser Abend bescherte dem Publikum eine außerordentliche Stimmenpracht. Allen voran Jonas Kaufmann, wieder voll genesen, lässt seine kräftige, wohl timbrierte Tenorstimme warm, mit großer Strahlkraft und Leidenschaft erklingen. Keine Spur der,  in vermeintlichen „Fachkreisen“ so merkwürdig intensiv, nahezu innig diskutierten Stimmkrise war zu erkennen. Die Partie des leidenden, liebenden und stolzen Dichters Andrea Chenier stellt Kaufmann überzeugend und differenziert dar.

Bayerische Staatsoper / Andrea Chenier - J. Kaufmann A. Harteros © Wilfried Hösl

Bayerische Staatsoper / Andrea Chenier – J. Kaufmann A. Harteros © Wilfried Hösl

Anja Harteros als Maddalena glänzt mit reiner Sopranstimme voller Lyrik und Melancholie, wie auch mit dramatischer Wucht; sie singt mit spürbar großen Gefühlen. Zart beginnt sie ihre große Arie „La mama morta“, um dann zum Ende das Publikum mit wunderbarer Intensität zu beeindrucken. Den Leiden der Maddalena gibt ihre Stimme spürbaren Ausdruck, ist gemeinsam mit Jonas Kaufmann gefeierter Star des Abends.

Im dramatischen Beziehungsdreieck mit Chenier und Maddalena agiert Luca Salsi als Carlo Gerard als gieriger wie liebender Revolutionsfunktionär. Mit kräftigem,  sinnlichem Bariton, ist er ebenfalls gefeierter Sänger dieser Vorstellung.

Die weiteren Partien der Produktion sind ebenfalls blendend besetzt. Omer Meir Wellber dirigierte das  Bayerische Staatsorchester mit viel Enthusiasmus trotzdem sensibel, differenziert und gibt somit den Solisten wie auch dem Chor großen Raum zu musikalischer Entfaltung.

Andrea Chenier im Nationaltheater München: Eine ungewöhnlich vielschichtige Inszenierung die das Grauen der französischen Revolution, von einem starken Ensemble wunderbar auf die Bühne der Bayerischen Staatsoper gebracht.

Der stürmische Beifall des  Publikums wollte nicht enden.

Andrea Chénier an der Bayerischen Staatsoper, München: Weitere Vorstellungen 30.3.2017, 2.4.2017, 28.7.2017, 31.7.2017

München, Bayerische Staatsoper, Macbeth – Giuseppe Verdi – Anna Netrebko, 18.12.2016

Dezember 9, 2016 by  
Filed under Oper, Pressemeldung

Staatsoper München / Macbeth- Anna Netrebko © Wilfried Hösl

Staatsoper München / Macbeth- Anna Netrebko © Wilfried Hösl

Bayerische Staatsoper München

Macbeth – Giuseppe Verdi

Anna Netrebko kehrt nach Eugen Onegin (Festspiele 2015) als Verdis Lady Macbeth in Martin Kušejs Inszenierung an die Bayerische Staatsoper zurück. Franco Vassallo übernimmt die Rolle des Macbeth und Paolo Carignani dirigiert das Bayerische Staatsorchester.

Sonntag, 18. Dezember 2016 – 18.00 Uhr – 21.10 Uhr Nationaltheater,   Dauer ca. 3 Stunden 10 Minuten · 1 Pause zwischen 1. + 2. Akt und 3. Akt (ca. 19.35 – 20.00 Uhr)

In den schönsten Tönen offenbaren uns Macbeth und seine Lady ihre leidenschaftlichen und unheimlichen Gefühle. Doch hinter dieser Schönheit liegt ein Abgrund, den Verdi mit einem der grausamsten Dramen der Weltliteratur enthüllt. Um zur Macht zu gelangen und um sie, da sie einmal erreicht ist, zu bewahren, begehen Macbeth und seine Lady einen Mord nach dem anderen. Die Unbedingtheit ihres Verlangens verleiht ihrer Liebe eine Radikalität, die bis dahin in der Oper undenkbar war. „Das Sujet der Oper ist weder politisch noch religiös: Es ist phantastisch“, schrieb Verdi und rückte Shakespeares Vorlage damit einer „romantischen“ Lesart näher. Und tatsächlich lassen sich Hexen, Geister und Erscheinungen, lässt sich das Unheimliche, das den Gesang und die szenischen Vorgänge, mithin die ganze Welt dieser Oper beherrscht, als äußeres Bild für die inneren Zustände seiner Protagonisten verstehen.

Besetzung
Musikalische Leitung : Paolo Carignani, Regie : Martin Kušej, Bühne : Martin Zehetgruber
Kostüme : Werner Fritz, Licht : Reinhard Traub, Chor : Sören Eckhoff
Dramaturgie : Sebastian Huber, Dramaturgie : Olaf A. Schmitt

Macbeth : Franco Vassallo, Banco : Ildebrando D’Arcangelo
Lady Macbeth : Anna Netrebko, Dama di Lady Macbeth : Selene Zanetti
Macduff : Yusif Eyvazov, Malcolm : Dean Power, Arzt Kristof Klorek
Diener Sean : Michael Plumb, Mörder : Sean Michael Plumb
Erscheinung 1 : Milan Siljanov, Erscheinung 2 : Anna El-Khashem
Erscheinung 3 : Tölzer Knabenchor.  PMBStoM

 

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