Mannheim, Nationaltheater Mannheim, Konzertante Premiere Jolanthe, 25.01.2018

Nationaltheater Mannheim

Nationaltheater Mannheim

Nationaltheater Mannheim © Hans Jörg Michel

Nationaltheater Mannheim © Hans Jörg Michel

Konzertante Premiere Jolanthe – Zweisprachige Übertitel
Am Donnerstag, 25. Januar um 19 Uhr im Opernhaus

Tschaikowskys letzte Oper, das musikalisch so farbenreiche und märchenhafte Werk Jolanthe, feiert in einer konzertanten Aufführung am Donnerstag, 25. Januar um 19 Uhr im Opernhaus Premiere.

Nationaltheater Mannheim / Jolanthe -Astrid Kessler ©  Nationaltheater Mannheim

Nationaltheater Mannheim / Jolanthe -Astrid Kessler © Nationaltheater Mannheim

In dem Einakter um die blinde Prinzessin Jolanthe, der ihre Blindheit und ihre Herkunft als Königstochter durch ihre Umgebung verheimlicht werden, singt die Sopranistin Astrid Kessler aus dem Ensemble die Titelpartie. Ihren Vater, König René, gibt Bartosz Urbanowicz, Robert, der ihr versprochene Herzog, ist Jorge Lagunes, Ritter Vaudémont, der sich in sie verliebt und ihr unabsichtlich die Wahrheit über ihre Blindheit verrät, ist der Stargast Sergey Skorokhodov, der diese Partie bereits neben Anna Netrebko in einer Tournee-Produktion von Jolanthe sang.

Den maurischen Arzt gibt Valentin Anikin, Jolanthes Amme ist Marie-Belle Sandis, ihre beiden Freundinnen singen Ji Yoon und Iris Marie Sojer aus dem Opernstudio, und Joshua Whitener und Milco Borovinov geben Waffenträger und Türhüter des Königs.

Nationaltheater Mannheim / Jolanthe -Sergey Skorokhodov ©  Ewa Krasucka

Nationaltheater Mannheim / Jolanthe -Sergey Skorokhodov © Ewa Krasucka

Der stellvertretende Generalmusikdirektor und Erste Kapellmeister Benjamin Reiners dirigiert das Nationaltheater-Orchester, Dani Juris studiert den Chor des Nationaltheaters Mannheim ein.

Zweisprachige Übertitel Mit der konzertanten Aufführung von Jolanthe feiert am NTM auch eine Neuerung Premiere, die seit Beginn des Jahres 2018 durch das Engagement des Unternehmens Roche ermöglicht wird: Die Übertitel in Tschaikowskys Werk werden in allen Vorstellungen zweisprachig projiziert – in englischer und deutscher Sprache.

Unterstützt von Roche profitieren weitere Produktionen von zweisprachigen Übertitelungen und damit von einer größeren Zugänglichkeit für ein internationales Publikum, unter anderem sind das alle Vorstellungen von Fidelio und Don Giovanni (Premiere am 14. Juli 2018) sowie eine Neuproduktion in der Spielzeit 2018/19. Für diese Neuproduktion wird es voraussichtlich spanische Übertitel geben.

»Das Nationaltheater Mannheim ist, ebenso wie Roche, ein Teil von Mannheim. Schon seit langem sind wir Partner und Förderer des Theaters. Als global agierendes Unternehmen mit Mitarbeitenden aus rund 60 Nationen am Standort Mannheim hat Internationalität eine zentrale Bedeutung. Deshalb freuen wir uns, dass das Theater nun auch Aufführungen mit fremdsprachigen Übertiteln präsentiert«, so Dr. Ursula Redeker, Sprecherin der Geschäftsführung der Roche Diagnostics GmbH.

Albrecht Puhlmann, Opernintendant des NTM: »Zweisprachige Übertitelungen unserer Inszenierungen, neben Deutsch auch Englisch und weitere Fremdsprachen, sind für das internationale Genre der Oper und unser vielsprachiges Publikum unterschiedlichster Herkunft in unseren Tagen eigentlich unverzichtbar und nicht zuletzt eine große Verbesserung unseres Besucher-Services. Sie erfordern allerdings auch einen höheren Aufwand. Für die finanzielle Unterstützung durch Roche möchten wir uns daher sehr herzlich bedanken.«

Die Übertitel in englischer Sprache werden ermöglicht von Roche.

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Mannheim, Nationaltheater Mannheim, Hänsel und Gretel – Phantasievoll – Poetisch, IOCO Kritik, 29.12.2017

Dezember 30, 2017 by  
Filed under Hervorheben, Kritiken, Nationaltheater Mannheim, Oper

Nationaltheater Mannheim

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Nationaltheater Mannheim © Hans Jörg Michel

Nationaltheater Mannheim © Hans Jörg Michel

Hänsel und Gretel von Engelbert Humperdinck

Phantasie und Poesie in NTM – Weihnachtsklassiker

Von Uschi Reifenberg

In der Weihnachtszeit und der Zeit zwischen den Jahren, wenn Märchenhaftes, Magisches und Mystisches einen größeren Raum einnehmen, darf an den Opernhäusern landauf- und landab Engelbert Humperdincks Märchenoper Hänsel und Gretel nicht fehlen. So auch am Nationaltheater Mannheim, wo sich die Inszenierung nach Wolfgang Blum aus dem Jahr 1970 auch nach über 300 Aufführungen ungebrochener Beliebtheit bei kleinen und großen Zuhörern erfreut. Auch in Zeiten von Computerspielen und iPod dürfte den meisten Kindern die Geschichte von Hänsel und Gretel geläufig sein. Das Märchen, basierend auf den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm, erzählt vom mutigen Geschwisterpaar aus armen Verhältnissen, das aus Hunger und Not in den Wald flieht, die böse Hexe besiegt und die verzauberten Lebkuchenkinder vom Fluch der Hexe erlöst.

Nationaltheater Mannheim / Hänsel und Gretel - hier ausgelassen tanzend © Hans Jörg Michel

Nationaltheater Mannheim / Hänsel und Gretel – hier ausgelassen tanzend © Hans Jörg Michel

Humperdincksopus magnum“, nach der textlichen Vorlage seiner Schwester Adelheid Wette, zählt sicher zu den bedeutendsten Werken des Musiktheaters. Seine musikalischen Mittel folgen den Prinzipien des durchkomponierten Musikdramas Richard Wagners und verweisen mit Leitmotivik, Textbehandlung und großer Orchesterbesetzung auf das Vorbild des Bayreuther Meisters. Humperdinck, der als Wagners Assistent in Bayreuth mitwirkte, sprach über seine Oper in Anlehnung an den Parsifal auch scherzhaft vom „ Kinderstuben- Weihfestspiel“.

Kompositorisch fand er in seinem Hauptwerk zu seinem eigenen Stil, der unter anderem in der Hinzunahme von Volksliedhaftem und einfachen melodischen Themen zum Ausdruck kommt. Die überaus beliebte Mannheimer Inszenierung verzichtet ganz auf vordergründige Aktualisierung oder intellektuelle Überformung und führt die Zuschauer mit den phantasievoll- poetischen Bühnenbildern von Herbert Stahl in eine ärmliche Wohnstube, einen magischen Zauberwald und zeigt im 3. Bild in einen veritablen Riesen- Backofen mit verführerischem Lebkuchenhaus.

Nationaltheater Mannheim / Hänsel und Gretel - hier der unendlich romantische Abendsegen © Hans Jörg Michel

Nationaltheater Mannheim / Hänsel und Gretel – hier der unendlich romantische Abendsegen © Hans Jörg Michel

In der ausgefeilten Personenführung von Claudia Plaßwich agieren die Sängerdarsteller punktgenau und mit überbordender Spielfreude. Zu einem besonderen Höhepunkt gerät der Hexenritt auf dem Besen der prächtig kostümierten Rosina Leckermaul, der vor allem von den jüngeren Zuschauern mit lautstarkem Szenenapplaus belohnt wird.

Musiziert wird am Mannheimer Nationaltheater auf hohem Niveau. Thomas Berau als Vater überzeugt in seiner Auftrittsarie mit seinem heldischen Bariton und charakterisiert liebevoll den trinkfreudigen, aber dennoch verantwortungsbewussten Familienvater. Heike Wessels wartet mit hochdramatischen Spitzentönen auf und verleiht der Mutter sowohl gramvoll- leidende Züge als auch ausgelassene Unbeschwertheit im Duett mit ihrem Ehemann. Dass die Textverständlichkeit ein wenig leidet, mag man verzeihen.

Nationaltheater Mannheim / Hänsel und Gretel - hier die erlösten Kinder © Hans Jörg Michel

Nationaltheater Mannheim / Hänsel und Gretel – hier die erlösten Kinder © Hans Jörg Michel

Maria Markina ist als Hänsel eine Idealbesetzung. Ihr Mezzo klingt warm und voll und ist zu beeindruckenden dramatischen Aufschwüngen fähig. Ebenso keine Wünsche offen lässt Astrid Kessler als Gretel, die ihren wunderschönen lyrischen Sopran in allen Lagen leuchten lässt und im Abendsegen mit hauchzartem piano verzaubert. Auch gestalterisch besticht sie durch Charme und Mädchenhaftigkeit. Iris Marie Sojer, aus dem internationalen Opernstudio, gastierte als Sandmännchen der Extraklasse. Ji Yoon als Taumännchen fügte sich ebenfalls glänzend ins Ensemble ein. Als Hexe zieht Uwe Eikötter wie gewohnt alle stimmlichen und darstellerischen Register und erntet zu Recht am Schluss begeisterten Beifall.

Am Pult führt Wolfgang Wengenroth das ausdrucksstark aufspielende Nationaltheater Orchester zu Bestform. Straffe Tempi im 1. Akt sorgen für volksliedhaft- unbeschwerte Leichtigkeit, was den fortlaufenden Fluss der Dialoge unterstützt. Im 2. Bild findet Wengenroth dann genügend Raum für die stillen, poetischen Momente und lässt die Holzbläser in den schönsten Klangfarben schimmern. Lediglich in der Traumpantomime hätte man sich vom Wagner- erfahrenen Orchester mehr Spannungsaufbau und Opulenz gewünscht.  Gewohnt zuverlässig sang und agierte der Kinderchor.

Das Publikum im restlos ausverkauften Opernhaus entließ alle Mitwirkenden erst nach langem Applaus

Hänsel und Gretel im Nationaltheater Mannheim:  Weitere Vorstellungen am 6.1.2108; 19.1.2018; 28.1.2018 (zum letzten Mal in dieser Spielzeit)

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