
Theater Biel Solothurn
PREMIER I Puritani / Oper von Vincenzo Bellini
Biel: Freitag, 2. März, 19.30 Uhr, Palace
Solothurn: Samstag, 10. März, 19.00 Uhr, Stadttheater
„Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen“, schrieb Vincenzo Bellini an seinen Librettisten Carlo Pepoli. Der Komponist erreichte mehr als das: Die Uraufführung seiner Oper „I Puritani“ 1835 im Théâtre Italien in Paris war ein riesiger Erfolg. „Die Franzosen sind verrückt geworden“, stellte Bellini nach der Premiere bewundernd fest. Aber die „Puritani“ wurden sein letzter Triumph: Wenige Monate später starb der hochgelobte Komponist unerwartet mit nur 34 Jahren.
Im Original spielt das Stück im 17. Jahrhundert im englischen Bürgerkrieg; in der Bieler
Inszenierung ist es nach Amerika und teilweise in die Gegenwart versetzt. Der Republikaner Cromwell kämpft mit den Puritanern gegen das Königshaus der Stuarts. Inmitten der politischen Wirren spielt sich eine dramatische Liebesgeschichte ab: Die Hochzeit von Arturo und Elvira, der Tochter des puritanischen Gouverneurs, findet ein abruptes Ende, weil Arturo, ein heimlicher Anhänger der Stuarts, mit der zum Tode verurteilten Königin flieht, um sie in Sicherheit zu bringen. Elvira wähnt sich betrogen und verliert den Verstand.
Heute sind die „Puritani“ neben „La Sonnambula“ und „Norma“ Bellinis meistgespielte Werke.
Seine letzte Oper ist vor allem eine Gesangsoper; im Gegensatz etwa zur „Norma“ tritt das Rezitativ hier zugunsten grosser melodischer Bögen weitgehend zurück. Bellinis „Puritani“ stellt höchste Ansprüche an die Solisten, allen voran an die mit schwierigster Vokalakrobatik komponierten Partien der Sopranistin (Elvira) und des Tenors (Arturo). „I Puritani“ ist aber auch eine grosse Choroper: Den Chören kommt eine herausragende Bedeutung zu.
„I Puritani“ ist die diesjährige ‚Palace’-Produktion des Theater Biel Solothurn, also die grosse Oper der Spielzeit 2011/12. Das Leitungsteam ist das gleiche, das vor einem Jahr ebenfalls im Palace erfolgreich Verdis „Macbeth“ auf die Bühne gebracht hat. Am Dirigentenpult steht der musikalische Leiter Franco Trinca, für die Inszenierung zeichnet Georg Rootering und für Bühne und Kostüme Vazul Matusz verantwortlich. Angelo Ferrari als Arturo und Rosa Elvira Sierra als Elvira sind das tragische Liebespaar.
Gerne laden wir Sie zur Premiere oder einer Folgevorstellung nach Biel oder Solothurn ein.
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I Puritani
Opera seria in tre atti von Vincenzo Bellini
Libretto von Carlo Pepoli
Nach dem historischen Drama „Têtes rondes et cavaliers“ (1833) von Jacques-Arsène-
François-Polycarpe Ancelot und Joseph-Xavier-Boniface Saintine, das auf Walter Scotts
Roman „Old Mortality“ (1816) beruht.
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Musikalische Leitung Franco Trinca
Inszenierung Georg Rootering
Bühne / Kostüme Vazul Matusz
Chorleitung Valentin Vassilev
BESETZUNG:
Lord Gualtiero Valton (Generalgouverneur, Puritaner) Eric Förster / Alexey Birkus
Elvira (seine Tochter) Rosa Elvira Sierra
Sir Giorgio (sein Bruder, Puritaner) Yongfan Chen-Hauser
Lord Arturo Talbo (Anhänger der Stuarts) Angelo Ferrari
Sir Riccardo Forth (Offizier, Puritaner) Michele Govi
Sir Bruno Roberton (Offizier, Puritaner) Konstantin Nazlamov
Enrichetta di Francia (Witwe König Karls I.) Martina Gegenleithner*
Chor des Theater Biel Solothurn
Sinfonie Orchester Biel
*Studierende der Hochschule der Künste Bern, Schweizer Opernstudio
Das Stück:
Die Oper „I Puritani“ spielt in einer Festung der Puritaner in der Nähe der südenglischen Stadt Plymouth, Mitte des 17. Jahrhunderts. Lord Valton, ein Puritaner und überzeugter Anhänger Cromwells, ist Gouverneur der Festung, in der Enrichetta, die Witwe von König Karl I., unter falschem Namen gefangen gehalten wird.
Zwei Männer lieben Valtons Tochter Elvira: Lord Arturo Talbo, ein Anhänger der Stuarts, und der puritanische Sir Riccardo Forth. Elvira liebt Arturo; ihr Vater hatte sie jedoch Forth versprochen. Die Gäste sind zur Hochzeit von Elvira und Arturo versammelt, als Arturo vom Schicksal der verwitweten Königin erfährt. Schweren Herzens verlässt er Elvira, ohne Sie in seinem Plan einweihen zu können, und flieht mit der zum Tode verurteilten Königin. Die Hochzeitsgesellschaft ist entsetzt, die fassungslose Elvira verliert den Verstand.
Forth bringt die Nachricht, dass Arturo vom Parlament zum Tode verurteilt worden sei. Elvira, von Wahnvorstellungen geplagt, sucht vergebens ihren Geliebten. Die Puritaner kämpfen gegen die erneut rebellierenden Royalisten und wollen sich auf dem Schlachtfeld an Arturo rächen.
Monate später kehrt Arturo heimlich zurück, um Elvira um Verzeihung zu bitten. Kaum sieht sie ihren Geliebten, bessert sich ihr Zustand. Arturo erklärt ihr, dass er nur sie liebe und die Gefangene, mit der er floh, Königin Enrichetta war.
Arturo wird entdeckt, verhaftet und zum Tode verurteilt. Während Arturo zur Hinrichtung geführt wird, trifft ein Bote Cromwells ein, der den endgültigen Sieg der Puritaner und eine Amnestie für alle Gefangenen verkündet. Dem Glück von Arturo und Elvira steht nun nichts
mehr im Wege.
Der Komponist:
Vincenzo Bellini (1801-1835) wurde im sizilianischen Catania geboren. Noch während seiner musikalischen Ausbildung komponierte er erste Arien und Lieder. Seine erste Oper „Adelson e Salvini“ 1825 war so erfolgreich, dass ihm Domenico Barbaja, der Impresario des Teatro San Carlo in Neapel, den Auftrag für eine Oper erteilte. Der Erfolg von „Bianca e Fernando“ (1826) öffnete Bellini dann die Türen zur Mailänder Scala.
1827 zog Bellini nach Mailand, wo er den Librettisten Felice Romani kennenlernte, der danach, bis auf seine letzte Oper „I Puritani“, alle Libretti für Bellini schreiben sollte. Bellinis
dritte Oper „Il Pirata“ wurde 1827 an der Scala enthusiastisch gefeiert; der Erfolg Bedeutete seinen Durchbruch als Opernkomponist, und ist musikgeschichtlich die Geburtsstunde der romantischen italienischen Oper. In acht Jahren schrieb Bellini sieben weitere Opern. Die Meisterwerke „La Sonnambula“ und „Norma“ entstanden beide im Jahre 1831.
Die Oper „La Straniera“ (1829), wiederum im Teatro alla Scala, unterstrich Bellinis Stellung
als einer der führenden italienischen Opernkomponisten, die auch durch den Misserfolg der Oper „Zaira“ (1829) im Teatro Ducale in Parma nicht erschüttert werden konnte. Vom Teatro La Fenice in Venedig erhielt er den Auftrag, „I Capuleti e i Montecchi“ nach Shakespeares „Romeo und Julia“ zu vertonen.
1830 konnte Bellinis Freund und erfolgreichster Konkurrent Gaetano Donizetti mit „Anna Bolena“ einen Aufsehen erregenden Triumph feiern. Um eine Konkurrenz zu vermeiden, wählte Bellini für seine neue Oper „La Sonnambula“ statt eines historischen Stoffes eine idyllische Schweizer Dorfgeschichte mit glücklichem Ausgang. Seine „Norma“ war dann wieder eine Tragödie, und ist bis heute seine meistgespielte Oper.
Aufgrund des Misserfolgs der 1833 geschriebenen „Beatrice di Tenda“ kam es zum Streit zwischen Bellini und Romani, der zur Trennung der beiden führte. Das Libretto für seine letzte Oper „I Puritani“ schrieb darum Carlo Pepoli. Die Uraufführung der „Puritani“ im Pariser Théâtre Italien war erneut ein Grosserfolg. Wenige Monate später, im September 1835, verstarb Bellini überraschend im Alter von nur 34 Jahren an seinem langjährigen Leber- und Darmleiden.
Bellinis bekannteste Opern
• Il pirata (1827), Teatro alla Scala, Mailand
• I Capuleti e i Montecchi (1830), Teatro la Fenice, Venedig
• La sonnambula (1831), Teatro Carcano, Mailand
• Norma (1831), Teatro alla Scala, Mailand
• Beatrice di Tenda (1832), Teatro la Fenice, Venedig
• I Puritani (1835), Théâtre-Italien, Paris
Das Leitungsteam:
Franco Trinca (Musikalische Leitung) Studium in Dirigieren, Komposition, Klavier und Chorleitung am Konservatorium Santa Cecilia in Rom. Danach Chorleiter und Korrepetitor
bei RAI. 1989 Preisträger des Dirigierwettbewerbs Carlo Zecchi. Seit 1991/92 Dirigent am Theater Biel Solothurn. Hier leitete er unter anderem die Opern „Rigoletto“, „Tosca“, „La Traviata“, „Il barbiere di Siviglia“, „Luisa Miller“, „La Sonnambula“, „Lucia di Lammermoor“,
„Die Zauberflöte“ und „Il Trovatore“. Zudem ist er Musikalischer Leiter des Schweizer Opernstudios der Hochschule der Künste Bern und der Opéra de Chambre de Genève.
Dirigierte in dieser Spielzeit bereits Mozarts „Don Giovanni“.
Georg Rootering (Inszenierung) Assistenzen bei Götz Friedrich, Nikolaus Lehnhoff, Hans Neugebauer, Jean Pierre Ponnelle und Otto Schenk. 1982-1991 Spielleiter an der Bayrischen Staatsoper München und an der Wiener Staatsoper, 1995-1997 Oberspielleiter in Würzburg. 1997-2006 Intendant des Theaters am Kirchplatz in Schaan (FL). Seit 2006 freischaffender Regisseur, vor allem im Bereich Musiktheater. Letzte Inszenierungen sind etwa „Rigoletto“ und „Aida“ an der Finnischen Nationaloper Helsinki, „Der Vogelhändler“ und “Un ballo in maschera“ am Stadttheater Würzburg sowie in Solothurn Schloss Waldegg „Le devin du village“ und „Orphée et Euridice“. Vor einem Jahr in Biel Solothurn Inszenierung der Verdi-Oper „Macbeth“.
Vazul Matusz (Bühne / Kostüme) studierte am Mozarteum Salzburg. Arbeiten an Schauspiel und Oper in Bregenz, Köln, Salzburg, Innsbruck, Paris (Opéra Garnier), Wien (Staatsoper), Tokyo, Florenz und De Nationale Reisopera Enschede. Arbeitet mit Regisseuren und Ausstattern wie Herbert Kapplmüller, Günther Krämer, Georg Schmiedleitner, Phillipe Arlaud, Richard Jones und Robert Carsen. Seit der Saison 2009/10 Ausstattungsleiter am Theater Biel Solothurn. In dieser Spielzeit zudem Bühne und Kostüme für „Die Grönholm-Methode“ und die Uraufführung „Besonders am Nachmittag ist es Nacht“ von Lukas Linder.
Vorstellungsdaten:
Biel (Palace): FR 02.03.2012 19:30 Premiere; SO 04.03.2012 17:00; DI 13.03.2012 19:30; DO 15.03.2012 19:30; SA 31.03.2012 18:00; DI 03.04.2012 19:30
Solothurn: SA 10.03.2012 19:00 Premiere; MI 11.04.2012 19:30; FR 27.04.2012 19:30; SO 13.05.2012 17:00; MI 16.05.2012 19:30; DO 24.05.2012 19:30
Gastspiele:
MI 07.03.2012 19:30 Vevey
SA 17.03.2012 19:30 Visp
DO 22.03.2012 20:00 Olten
SA 24.03.2012 19:30 Baden
MI 28.03.2012 19:30 Thun
Änderungen vorbehalten
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Kommende Premieren
„Die Katze auf dem heissen Blechdach“ von Tennessee Williams
Samstag, 17. März 2012 (Stadttheater Solothurn)
Mittwoch, 21. März 2012 (Stadttheater Biel)
„Zar und Zimmermann“ von Albert Lortzing
Freitag, 20. April 2012 (Stadttheater Biel)
Samstag 5. Mai 2012 (Stadttheater Solothurn)
„Besonders am Nachmittag ist es Nacht“ (Arbeitstitel) von Lukas Linder (UA)
Donnerstag, 10. Mai 2012 (Stadttheater Solothurn)
Mittwoch, 23. Mai 2012 (Stadttheater Biel)