Biel, Theater Biel Solothurn, Premiere RIGOLETTO, 22.02.2013 (Biel) 09.03.2013 (Solothurn)

Februar 13, 2013  
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Theater Biel Solothurn

Rigoletto von Giuseppe Verdi

Libretto von Francesco Maria Piave
Nach dem Versdrama „Le Roi s’amuse“ von Victor Hugo
 
Premiere Biel: Freitag, 22. Februar 2013, 19.30 Uhr, Palace Biel
Premiere Solothurn: Samstag, 9. März 2013, 19.00 Uhr, Stadttheater
 
Zu Beginn des Jubliäumsjahres 2013, in dem wir 200 Jahre Giuseppe Verdi feiern, bringt das Theater Biel Solothurn eine Neuproduktion von Rigoletto. Es ist zugleich auch die letzte Inszenierung von Beat Wyrsch während seiner Intendanz in Biel und Solothurn. Die Titelpartie singt der italienische Bariton und Publikumsliebling Michele Govi – eine Partie, die in ihrer Komplexität zwischen Komik und Tragik wie auf ihn zugeschnitten ist. Die Produktion feiert am Freitag, 22. März 2013 im Theater Palace in Biel Premiere.
 
Verdi soll Rigoletto in nur 40 Tagen geschrieben haben, erzählt die Legende. Die ist nicht belegt, doch scheint es so, als ob Victor Hugos französisches Skandalstück Le roi s’amuse Giuseppe Verdi in einen wahren Schaffensrausch gestürzt habe. Grund dafür war nicht unbedingt der politische Sprengstoff, den das Stück durchaus bot (es war 12 Jahre zuvor am Tag nach seiner Uraufführung in Paris für 50 Jahre verboten worden), sondern das dramatische Potenzial des Stoffes. Den Narren aus dem Stück verglich Verdi gar mit einer «Schöpfung Shakespeares» und machte ihn flugs zum Protagonisten der Oper: Rigoletto (Michele Govi), Narr am Hofe des Herzogs von Mantua (Ricardo Mirabelli), ist eine ambivalente Figur: Einerseits ist er ein zynischer Aussenseiter mit scharfer Zunge und ein Stachel im Fleisch des höfischen Lebens des Herzogs, andererseits liebt er seine Tochter Gilda (Rosa Elvira Sierra) innig und versteckt sie deshalb zuhause vor dem Rest der Welt, als dass sie an dieser nicht Schaden nehme. Doch Gilda verliebt sich unsterblich in einen unbekannten Studenten, der sie heimlich besucht und sich später als der blasierte Herzog von Mantua offenbart. Rigoletto schwört sich an seinem Dienstherrn zu rächen…
Rigoletto wurde 1851 in La Fenice in Venedig uraufgeführt und war ein so grosser Erfolg, dass sich die Operndirektoren in ganz Europa beeilten diese neue Oper in ihr Programm aufzunehmen. Innerhalb von nur 10 Jahren wurde das Werk von 250 Opernhäusern gespielt und verschwand seither nie mehr aus dem Repertoire. Auch Verdi war von seiner Arbeit überzeugt, sodass er entgegen seiner sonstigen Praxis, die Oper nach ihrer Uraufführung nicht mehr veränderte. Dieser Erfolg gründete sich wohl in der gelungenen Mischung aus Dramatik und Politik, aus dem nachrevolutionären französischen Volkstheater und der populären italienischen Oper.
 
Ersteres wird auch im Bühnengeschehen zum Ausdrucke kommen – die Inszenierung von Beat Wyrsch stellt nicht politischen Aspekte des Revoltierens gegen den Adel in den Mittelpunkt, sondern konzentriert sich einerseits auf das Erbe des Volkstheaters mit seinen starken Bildern und Gesten sowie die innere Zerrissenheit und Entwicklung der Figuren. Von besonderem Interesse ist dabei die Figur des Rigoletto selbst, der zwischen zwei Welten steht, jener des Hofes und jener des Volkes, und doch zu keiner richtig gehört, und deren Widersprüche er zu kontrollieren versucht. So zeigt auch das Bühnenbild von Martin Warth die Welt des Hofes als Spiel, als ein Theater auf dem Theater mit Rigoletto als Vorführer, dem aber die Kontrolle über das Spiel zu entgleiten droht.
Zur Information: Für seine Verdienste um die Kultur in der Stadt Biel wurde Regisseur und Direktor Beat Wyrsch von der Wochenzeitung «Biel Bienne» zum «Bieler des Jahres» gewählt. Die Preisübergabe findet unimittelbar vor Beginn der Premiere am 22. März 2013 statt.
 
Musikalische Leitung Franco Trinca Inszenierung Beat Wyrsch Bühne und Kostüme Martin Warth Chorleitung Valentin Vassilev Dramaturgie Merle Fahrholz
 
Besetzung:
Il Duca di Mantova: Ricardo Mirabelli*
Rigoletto: Michele Govi*
Gilda: Rosa Elvira Sierra
Sparafucile: Yongfan Chen-Hauser*
Maddalena: Anita Dafinska
Giovanna: Nadia Catania*
Il Conte di Monterone: Dong-Hee Seo*
Marullo: Bojidar Vassilev / Chasper-Curò Mani
Matteo Borsa: Konstantin Nazlamov
La Contessa und Paggio: Stephanie Ritz*
Usciere: Roland Frei / Martin Pulver
*Studierende/r der Hochschule der Künste Bern, Schweizer Opernstudio
 
Chor des Theaters Biel Solothurn
Sinfonie Orchester Biel
 
Tänzerinnen: Rebecca Bähler, Silvana Baumgartner, Jeannine Sena Oliveira, Michèle Péquegnat, Lea Trachsel / Vera Trachsel
Leitung Tanz Maria Barrelet-Donova, Michèle Péquegnat
 
 
VORSTELLUNGSDATEN  Biel:
FR 22.02.2013 19:30 PREMIERE
DI 26.02.2013 19:30
FR 15.03.2013 19:30
SO 17.03.2013 17:00
 
Solothurn:
SA 09.03.2013 19:00 PREMIERE
MI 03.04.2013 19:30
DO 18.04.2013 19:30
FR 03.05.2013 19:30
 
Gastspiele:
DI 05.03.2013 20:00 Olten
MO 11.03.2013 19:30 Schaffhausen
DI 12.03.2013 19:30 Schaffhausen
SA 23.03.2013 20:00 Langenthal
SA 20.04.2013 19:30 Düdingen
SA 25.05.2013 19:30 Visp
FR 31.05.2013 20:00 Vernier
SO 02.06.2013 15:00 Vernier
DI 04.06.2013 20:00 Vernier
Änderungen vorbehalten
 
 
Pressemeldung Theater Biel Solothurn

Biel, Theater Biel Solothurn, Premiere HÄNSEL UND GRETEL, 02.12.2012 (Biel) und 09.12.2012 (Solothurn)

November 29, 2012  
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Theater Biel Solothurn

«Hänsel und Gretel – Abenteuer im Zauberwald»

Ein Märchen mit Musik für Kinder ab 6 Jahren nach Engelbert Humperdinck.
In einer Fassung von Daniel Koller und Merle Fahrholz, mit musikalischen Arrangements von Matthias Ammann.

Premiere Biel: Sonntag, 2. Dezember 2012, 15 Uhr, Stadttheater
Premiere Solothurn: Sonntag, 9. Dezember 2012, 15 Uhr, Stadttheater

Knusper, knusper, knäuschen, wer knuspert an meinem Häuschen“ – die Geschichte von den beiden Kindern, die sich im Wald verirren und von der Hexe im Lebkuchenhaus  gefangen gehalten werden, gehört zu den Klassikern unter Grimms Märchen und inspirierte Engelbert Humperdinck im 19. Jahrhundert zum Märchenspiel „Hänsel und Gretel“. Das Theater Biel Solothurn transportiert die Geschichte ein weiteres Mal durch die Zeit – ins 21. Jahrhundert  und verwandelt es in eine moderne Erzählung voller Magie.

Gretel (Daniel Braun) liebt das Ballet, doch ihr kleiner Bruder Hänsel (Martina Gegenleithner) kann dieses Gehopse nicht ausstehen und hört lieber Hip-hop. Kein Wunder, sorgt dies für Zoff unter den Geschwistern. Der Vater  (Konstantin Nazlamov) – nach dem Tod seiner Frau alleinerziehend – kümmert sich zwar liebevoll um seine Kinder, doch manchmal wächst ihm die Doppelbelastung mit Arbeit und Haushalt schlicht über den Kopf. Als Hänsel und Gretel mal wieder streiten und dabei das Bild der Mutter zerbrechen, hat er genug und tickt aus. Voller Angst laufen die Kinder weg. Das ist die Gelegenheit, auf die Sprinkle (Jördis Wölk), ein Hausgeist mit magischen Fähigkeiten, gewartet hat: er entführt die Kinder in die schaurig-schöne Welt des Zauberwaldes, wo Tiere Musik machen können, ein verwunschener Jahrmarkt steht (Bühne und Kostüme: Theres Indermaur) – und die Hexe wartet.

Als Vorlage für „Hänsel und Gretel – Abenteuer im Zauberwald“ diente dem Regisseur Daniel Koller und der Dramaturgin Merle Fahrholz die Oper „Hänsel und Gretel“ des deutschen Komponisten Engelbert Humperdinck. Eigentlich war das von Humperdincks Schwester gedichtete Libretto, welches der Komponist mit ein wenig Klavierbegleitung versah, nur für den familieninternen Gebrauch gedacht. Doch die Familie war von „Hänsel und Gretel“ so begeistert, dass sich Humperdinck entschloss das Stück in eine Oper weiter zu entwickeln. Der Erfolg der Uraufführung 1893 war überwältigend und das Werk steht seither immer wieder auf den Spielplänen der grossen Opernhäuser.

Doch Koller und Fahrholz wollten das Märchenspiel von Humperdinck nicht einfach kürzen, um es in eine für Kinder geeignete Länge zu bringen. Vielmehr ging es ihnen darum, das Märchen in die heutige Zeit zu übertragen, etwas Neues zu schaffen, ohne aber den Kern der Originalmusik von Humperdinck zu verlieren. So lebt die kleine Familie in der Gegenwart und schlägt sich deshalb mit Problemen herum, die den Kindern auch heute bekannt sind: Streitereien unter Geschwistern, die Schwierigkeiten eines alleinerziehenden Elternteils und schliesslich der Wunsch nach der Flucht in eine glitzernde Fantasiewelt, wo alle diese Probleme wie weggeblasen sind.

Nicht nur die Geschichte wird aktualisiert, auch die Musik erhält durch die Arrangements von Matthias Ammann einen frischen Anstrich, der in die heutige Welt des Pop passt. Einige bekannte Stücke wie „Brüderchen, komm tanz mit mir“ oder „Suse, liebe Suse“ belässt Ammann im Opernoriginal, andere Stücke Humperdincks wiederum werden stärker modernisiert. Die Musik Humperdincks wird ergänzt durch moderne Kinderliedklassiker, sowie durch die bunten, cartoonhaften Klänge der Jahrmarktsbuden. Sie werden auf der Bühne interpretiert von einer kleinen Band, bestehend aus Mario Hänni (Gitarre und Schlagzeug), Tobias Zwicky (Klarinette, Saxophon) und Matthias Ammann am Klavier.

«Hänsel und Gretel – Abenteuer im Zauberwald»

Musikalische Leitung Matthias Ammann
Inszenierung  Daniel Koller
Bühne und Kostüme  Theres Indermaur
Dramaturgie  Merle Fahrholz
Theaterpädagogik Angela Bürger

Besetzung:
Vater und Hexe: Konstantin Nazlamov
Hänsel: Martina Gegenleithner
Gretel: Daniela Braun
Sprinkle :Jördis Wölk

Klavier: Matthias Ammann
Gitarre, Schlagzeug: Mario Hänni
Klarinette, Saxophon: Tobias Zwicky

Vorstellungsdaten
Biel:
SO 02.12.2012, 15:00 PREMIERE
FR 21.12.2012, 17:00
SO 30.12.2012, 14:00
SO 06.01.2013, 15:00
SO 20.01.2013, 15:00
SO 27.01.2013, 15:00

Solothurn:
SO 09.12.2012, 15:00 PREMIERE
SA 22.12.2012, 15:00
SA 29.12.2012, 15:00
SO 13.01.2013, 15:00
SA 26.01.2013, 15:00

Gastspiele:
MI 12.12.2012, 15:00     Olten (Stadttheater)
SA 15.12.2012, 14:00     Burgdorf (Casino Theater)

Änderungen vorbehalten

 

Pressemeldung Theater Biel Solothurn

Biel, Theater Biel Solothurn, Premiere EVGENY ONEGIN, 2.11. (Bielefeld)/21.11.2012 (Solothurn)

Oktober 26, 2012  
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Theater Biel Solothurn

 

Premiere von  «Evgeny Onegin»

Lyrische Szenen in drei Akten und sieben Bildern von Piotr I. Tschaikovsky

Premiere Biel:         Freitag, 2. November 2012, 19.30 Uhr, Stadttheater
Premiere Solothurn:    Mittwoch, 21. November 2012, 19.30 Uhr, Stadttheater

Eine „Enzyklopädie des russischen Lebens“ nannte die Literaturkritik Puschkins Versroman Evgeny Onegin schon kurz nach dessen Erscheinen. Kein Wunder liess sich der Komponist Tschaikovsky leicht überzeugen den Stoff zu vertonen – und schuf dabei gleich ein neues Operngenre. Mittlerweile gilt sein Evgeny Onegin als die bekannteste Oper in russischer Sprache. Das Theater Biel Solothurn bringt diese „Lyrischen Szenen“ in der Inszenierung des jungen Deutschen Andreas Rosar und mit Bojidar Vassilev als Titelfigur in der russischen Originalfassung auf die Bühne. Premiere ist am 2. November 2012 im Stadttheater Biel.

Tatjana (Tatjana Gazdik / Céline Steudler) und Olga (Violetta Radomirska) leben mit ihrer Mutter Larina (Nadia Catania) und der Amme Filipjevna (Domenika Gajdzis) auf einem Gut in Russland. Die zwei Schwestern sind sehr ungleich: die  romantische Tatjana liest viel, Olga ist unkompliziert, lebenslustig und mit dem schreibenden Nachbarn Lenski (Valery Tsarev / Oleg Sopunov) verlobt. Eines Tages bringt Lenski seinen alten Freund Evgeny Onegin (Bojidar Vassilev) mit, der aus der Stadt auf das Gut seines Onkels zurückkehrt. Tatjana verliebt sich sofort in  den dandyhaften Onegin und schreibt ihm in der folgenden Nacht einen Brief. Doch Onegin weist sie kühl zurück. Auf dem Landball kurz darauf tanzt Onegin zuerst mit Tatjana, später aber nur noch mit Olga, um Lenski zu provozieren, der ihn zu diesem langweiligen Ball überredet hatte. Lenski ist ausser sich und fordert Onegin zum Duell, das keinen Sieger haben kann…
Die als „Lyrische Szenen“ umschriebene Oper bildet einen ersten Höhepunkt in Tschaikovskys Laufbahn als Opernkomponist. Sie ist das Ergebnis der langen Suche Tschaikovskys nach einem neuartigen Operntyp, der nicht der damals üblichen Heroik und Opulenz entsprach, sondern vielmehr die Nöte und den Alltag durchschnittlicher russischer Adliger der Zeit thematisierte. Tatjana entsprach als leidenschaftliche, aber moralisch integre Frau dem Idealbild der Russin. Tschaikovsky arbeitete ungewöhnlich stark an der Umsetzung des Versromans zum Libretto mit und das Resultat ist ein Destillat der puschkin‘schen Vorlage: das Libretto erhält viele Elemente von Puschkins Roman und gilt als eine gelungene Umsetzung der Figurenkonflikte des Originals in die Musikdramatik.
Dieser Nähe zwischen Roman und Libretto bleibt die Inszenierung von Andreas Rosar treu – er sieht Puschkins Roman nicht als Hintergrundinformation, sondern als direkte Quelle der Inspiration. „Wir haben uns in den Proben oft gefragt: Wie würde Puschkin das sehen?“, sagt der Jungregisseur, dessen letzte Inszenierung Antigona vergangene Saison am Armel Opernfestival im ungarischen Szeged mit dem Publikumspreis ausgezeichnet wurde. Das Bühnenbild von Martin Warth zieht seine Inspiration aus kulturellen Substanz des Originals und zitiert Bilder aus dem russischen Alltag: das Leben auf dem Land, die religiös-ausgelassenen Volksfeste, die Kargheit des Bodens und die Kälte des Winters. Es ist eine Anlehnung an Tschaikovskys Musik, die ebenfalls einige Reminiszenzen an russische Volkslieder enthält. Darüber legt sich eine Szenerie von bitterer Nostalgie, die von verpassten Möglichkeiten, zerstörten Träumen und der Härte des Schicksals erzählt. Es ist vor allem die Frage nach dem Schicksal und der Umgang mit diesem, die den Regisseur Andreas Rosar interessiert. In seiner Inszenierung versucht er diese existenziellen Fragen neu zu stellen.

Evgeny Onegin
Lyrische Szenen in drei Akten und sieben Bildern von Piotr I. Tschaikovsky
Libretto von Piotr I. Tschaikovsky und Konstantin Schilovsky
Nach dem Roman in Versen von Alexandr Puschkin

Musikalische Leitung Harald Siegel Inszenierung Andreas Rosar Bühne und Kostüme Martin Warth Choreographie Joshua Monten Dramaturgie Merle Fahrholz
Chorleitung Valentin Vassilev

Besetzung
Larina: Nadia Catania*
Tatjana: Tatjana Gazdik / Céline Steudler*
Olga : Violetta Radomirska
Filipjevna: Domenika Gajdzis*
Evgeny Onegin: Bojidar Vassilev
Lenski: Valery Tsarev / Oleg Sopunov*
Gremin: Yongfan Chen-Hauser
Zaretsky und Hauptmann: Dzianis Yantsevich*
Triquet  und Guillot: Konstantin Nazlamov / Pawel Grzyb
Vorsänger: Valentin Vassilev
*Studierende/r der Hochschule der Künste Bern, Schweizer Opernstudio

Chor des Theaters Biel Solothurn
Sinfonie Orchester Biel

Vorstellungsdaten:
Biel:
FR     02.11.2012     19:30 PREMIERE
FR     09.11.2012     19:30
MI     14.11.2012     19:30
SO     16.12.2012     19:00
FR     04.01.2013     19:30
DI     08.01.2013     19:30
SO     24.02.2013     17:00
DO     21.03.2013     19:30

Solothurn:
MI     21.11.2012     19:30 PREMIERE
SA     08.12.2012     19:00
FR     28.12.2012     19:30
DO     24.01.2013     19:30
MI     30.01.2013     19:30

Gastspiele:
DO     29.11.2012     20:00 Casino Theater Burgdorf
SA     01.12.2012     19:30 Kurtheater Baden
FR     21.12.2012     19:30 Schadau-Saal Thun
SA     12.01.2013     19:30 Theater «La Poste» Visp

Änderungen vorbehalten

Pressemeldung Theater Bielefeld

Biel, Theater Biel Solothurn, Premiere I PURITANI, 2./10.03.2012

Februar 21, 2012  
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Theater Biel Solothurn

PREMIER I Puritani / Oper von Vincenzo Bellini

Biel: Freitag, 2. März, 19.30 Uhr, Palace
Solothurn: Samstag, 10. März, 19.00 Uhr, Stadttheater

„Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen“, schrieb Vincenzo Bellini an seinen Librettisten Carlo Pepoli. Der Komponist erreichte mehr als das: Die Uraufführung seiner Oper „I Puritani“ 1835 im Théâtre Italien in Paris war ein riesiger Erfolg. „Die Franzosen sind verrückt geworden“, stellte Bellini nach der Premiere bewundernd fest. Aber die „Puritani“ wurden sein letzter Triumph: Wenige Monate später starb der hochgelobte Komponist unerwartet mit nur 34 Jahren.

Im Original spielt das Stück im 17. Jahrhundert im englischen Bürgerkrieg; in der Bieler
Inszenierung ist es nach Amerika und teilweise in die Gegenwart versetzt. Der Republikaner Cromwell kämpft mit den Puritanern gegen das Königshaus der Stuarts. Inmitten der politischen Wirren spielt sich eine dramatische Liebesgeschichte ab: Die Hochzeit von Arturo und Elvira, der Tochter des puritanischen Gouverneurs, findet ein abruptes Ende, weil Arturo, ein heimlicher Anhänger der Stuarts, mit der zum Tode verurteilten Königin flieht, um sie in Sicherheit zu bringen. Elvira wähnt sich betrogen und verliert den Verstand.

Heute sind die „Puritani“ neben „La Sonnambula“ und „Norma“ Bellinis meistgespielte Werke.

Seine letzte Oper ist vor allem eine Gesangsoper; im Gegensatz etwa zur „Norma“ tritt das Rezitativ hier zugunsten grosser melodischer Bögen weitgehend zurück. Bellinis „Puritani“ stellt höchste Ansprüche an die Solisten, allen voran an die mit schwierigster Vokalakrobatik komponierten Partien der Sopranistin (Elvira) und des Tenors (Arturo). „I Puritani“ ist aber auch eine grosse Choroper: Den Chören kommt eine herausragende Bedeutung zu.

„I Puritani“ ist die diesjährige ‚Palace’-Produktion des Theater Biel Solothurn, also die grosse Oper der Spielzeit 2011/12. Das Leitungsteam ist das gleiche, das vor einem Jahr ebenfalls im Palace erfolgreich Verdis „Macbeth“ auf die Bühne gebracht hat. Am Dirigentenpult steht der musikalische Leiter Franco Trinca, für die Inszenierung zeichnet Georg Rootering und für Bühne und Kostüme Vazul Matusz verantwortlich. Angelo Ferrari als Arturo und Rosa Elvira Sierra als Elvira sind das tragische Liebespaar.

Gerne laden wir Sie zur Premiere oder einer Folgevorstellung nach Biel oder Solothurn ein.

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I Puritani
Opera seria in tre atti von Vincenzo Bellini
Libretto von Carlo Pepoli
Nach dem historischen Drama „Têtes rondes et cavaliers“ (1833) von Jacques-Arsène-
François-Polycarpe Ancelot und Joseph-Xavier-Boniface Saintine, das auf Walter Scotts
Roman „Old Mortality“ (1816) beruht.
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Musikalische Leitung Franco Trinca
Inszenierung Georg Rootering
Bühne / Kostüme Vazul Matusz
Chorleitung Valentin Vassilev

BESETZUNG:

Lord Gualtiero Valton (Generalgouverneur, Puritaner) Eric Förster / Alexey Birkus
Elvira (seine Tochter) Rosa Elvira Sierra
Sir Giorgio (sein Bruder, Puritaner) Yongfan Chen-Hauser
Lord Arturo Talbo (Anhänger der Stuarts) Angelo Ferrari
Sir Riccardo Forth (Offizier, Puritaner) Michele Govi
Sir Bruno Roberton (Offizier, Puritaner) Konstantin Nazlamov
Enrichetta di Francia (Witwe König Karls I.) Martina Gegenleithner*
Chor des Theater Biel Solothurn
Sinfonie Orchester Biel
*Studierende der Hochschule der Künste Bern, Schweizer Opernstudio

Das Stück:
Die Oper „I Puritani“ spielt in einer Festung der Puritaner in der Nähe der südenglischen Stadt Plymouth, Mitte des 17. Jahrhunderts. Lord Valton, ein Puritaner und überzeugter Anhänger Cromwells, ist Gouverneur der Festung, in der Enrichetta, die Witwe von König Karl I., unter falschem Namen gefangen gehalten wird.
Zwei Männer lieben Valtons Tochter Elvira: Lord Arturo Talbo, ein Anhänger der Stuarts, und der puritanische Sir Riccardo Forth. Elvira liebt Arturo; ihr Vater hatte sie jedoch Forth versprochen. Die Gäste sind zur Hochzeit von Elvira und Arturo versammelt, als Arturo vom Schicksal der verwitweten Königin erfährt. Schweren Herzens verlässt er Elvira, ohne Sie in seinem Plan einweihen zu können, und flieht mit der zum Tode verurteilten Königin. Die Hochzeitsgesellschaft ist entsetzt, die fassungslose Elvira verliert den Verstand.
Forth bringt die Nachricht, dass Arturo vom Parlament zum Tode verurteilt worden sei. Elvira, von Wahnvorstellungen geplagt, sucht vergebens ihren Geliebten. Die Puritaner kämpfen gegen die erneut rebellierenden Royalisten und wollen sich auf dem Schlachtfeld an Arturo rächen.
Monate später kehrt Arturo heimlich zurück, um Elvira um Verzeihung zu bitten. Kaum sieht sie ihren Geliebten, bessert sich ihr Zustand. Arturo erklärt ihr, dass er nur sie liebe und die Gefangene, mit der er floh, Königin Enrichetta war.
Arturo wird entdeckt, verhaftet und zum Tode verurteilt. Während Arturo zur Hinrichtung geführt wird, trifft ein Bote Cromwells ein, der den endgültigen Sieg der Puritaner und eine Amnestie für alle Gefangenen verkündet. Dem Glück von Arturo und Elvira steht nun nichts
mehr im Wege.

Der Komponist:
Vincenzo Bellini (1801-1835) wurde im sizilianischen Catania geboren. Noch während seiner musikalischen Ausbildung komponierte er erste Arien und Lieder. Seine erste Oper „Adelson e Salvini“ 1825 war so erfolgreich, dass ihm Domenico Barbaja, der Impresario des Teatro San Carlo in Neapel, den Auftrag für eine Oper erteilte. Der Erfolg von „Bianca e Fernando“ (1826) öffnete Bellini dann die Türen zur Mailänder Scala.
1827 zog Bellini nach Mailand, wo er den Librettisten Felice Romani kennenlernte, der danach, bis auf seine letzte Oper „I Puritani“, alle Libretti für Bellini schreiben sollte. Bellinis
dritte Oper „Il Pirata“ wurde 1827 an der Scala enthusiastisch gefeiert; der Erfolg Bedeutete seinen Durchbruch als Opernkomponist, und ist musikgeschichtlich die Geburtsstunde der romantischen italienischen Oper. In acht Jahren schrieb Bellini sieben weitere Opern. Die Meisterwerke „La Sonnambula“ und „Norma“ entstanden beide im Jahre 1831.
Die Oper „La Straniera“ (1829), wiederum im Teatro alla Scala, unterstrich Bellinis Stellung
als einer der führenden italienischen Opernkomponisten, die auch durch den Misserfolg der Oper „Zaira“ (1829) im Teatro Ducale in Parma nicht erschüttert werden konnte. Vom Teatro La Fenice in Venedig erhielt er den Auftrag, „I Capuleti e i Montecchi“ nach Shakespeares „Romeo und Julia“ zu vertonen.
1830 konnte Bellinis Freund und erfolgreichster Konkurrent Gaetano Donizetti mit „Anna Bolena“ einen Aufsehen erregenden Triumph feiern. Um eine Konkurrenz zu vermeiden, wählte Bellini für seine neue Oper „La Sonnambula“ statt eines historischen Stoffes eine idyllische Schweizer Dorfgeschichte mit glücklichem Ausgang. Seine „Norma“ war dann wieder eine Tragödie, und ist bis heute seine meistgespielte Oper.
Aufgrund des Misserfolgs der 1833 geschriebenen „Beatrice di Tenda“ kam es zum Streit zwischen Bellini und Romani, der zur Trennung der beiden führte. Das Libretto für seine letzte Oper „I Puritani“ schrieb darum Carlo Pepoli. Die Uraufführung der „Puritani“ im Pariser Théâtre Italien war erneut ein Grosserfolg. Wenige Monate später, im September 1835, verstarb Bellini überraschend im Alter von nur 34 Jahren an seinem langjährigen Leber- und Darmleiden.

Bellinis bekannteste Opern
• Il pirata (1827), Teatro alla Scala, Mailand
• I Capuleti e i Montecchi (1830), Teatro la Fenice, Venedig
• La sonnambula (1831), Teatro Carcano, Mailand
• Norma (1831), Teatro alla Scala, Mailand
• Beatrice di Tenda (1832), Teatro la Fenice, Venedig
• I Puritani (1835), Théâtre-Italien, Paris

Das Leitungsteam:
Franco Trinca (Musikalische Leitung) Studium in Dirigieren, Komposition, Klavier und Chorleitung am Konservatorium Santa Cecilia in Rom. Danach Chorleiter und Korrepetitor
bei RAI. 1989 Preisträger des Dirigierwettbewerbs Carlo Zecchi. Seit 1991/92 Dirigent am Theater Biel Solothurn. Hier leitete er unter anderem die Opern „Rigoletto“, „Tosca“, „La Traviata“, „Il barbiere di Siviglia“, „Luisa Miller“, „La Sonnambula“, „Lucia di Lammermoor“,
„Die Zauberflöte“ und „Il Trovatore“. Zudem ist er Musikalischer Leiter des Schweizer Opernstudios der Hochschule der Künste Bern und der Opéra de Chambre de Genève.
Dirigierte in dieser Spielzeit bereits Mozarts „Don Giovanni“.

Georg Rootering (Inszenierung) Assistenzen bei Götz Friedrich, Nikolaus Lehnhoff, Hans Neugebauer, Jean Pierre Ponnelle und Otto Schenk. 1982-1991 Spielleiter an der Bayrischen Staatsoper München und an der Wiener Staatsoper, 1995-1997 Oberspielleiter in Würzburg. 1997-2006 Intendant des Theaters am Kirchplatz in Schaan (FL). Seit 2006 freischaffender Regisseur, vor allem im Bereich Musiktheater. Letzte Inszenierungen sind etwa „Rigoletto“ und „Aida“ an der Finnischen Nationaloper Helsinki, „Der Vogelhändler“ und “Un ballo in maschera“ am Stadttheater Würzburg sowie in Solothurn Schloss Waldegg „Le devin du village“ und „Orphée et Euridice“. Vor einem Jahr in Biel Solothurn Inszenierung der Verdi-Oper „Macbeth“.

Vazul Matusz (Bühne / Kostüme) studierte am Mozarteum Salzburg. Arbeiten an Schauspiel und Oper in Bregenz, Köln, Salzburg, Innsbruck, Paris (Opéra Garnier), Wien (Staatsoper), Tokyo, Florenz und De Nationale Reisopera Enschede. Arbeitet mit Regisseuren und Ausstattern wie Herbert Kapplmüller, Günther Krämer, Georg Schmiedleitner, Phillipe Arlaud, Richard Jones und Robert Carsen. Seit der Saison 2009/10 Ausstattungsleiter am Theater Biel Solothurn. In dieser Spielzeit zudem Bühne und Kostüme für „Die Grönholm-Methode“ und die Uraufführung „Besonders am Nachmittag ist es Nacht“ von Lukas Linder.

Vorstellungsdaten:
Biel (Palace): FR 02.03.2012 19:30 Premiere; SO 04.03.2012 17:00; DI 13.03.2012 19:30; DO 15.03.2012 19:30; SA 31.03.2012 18:00; DI 03.04.2012 19:30

Solothurn: SA 10.03.2012 19:00 Premiere; MI 11.04.2012 19:30; FR 27.04.2012 19:30; SO 13.05.2012 17:00; MI 16.05.2012 19:30; DO 24.05.2012 19:30

Gastspiele:
MI 07.03.2012 19:30 Vevey
SA 17.03.2012 19:30 Visp
DO 22.03.2012 20:00 Olten
SA 24.03.2012 19:30 Baden
MI 28.03.2012 19:30 Thun

Änderungen vorbehalten

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Kommende Premieren
„Die Katze auf dem heissen Blechdach“ von Tennessee Williams
Samstag, 17. März 2012 (Stadttheater Solothurn)
Mittwoch, 21. März 2012 (Stadttheater Biel)
„Zar und Zimmermann“ von Albert Lortzing
Freitag, 20. April 2012 (Stadttheater Biel)
Samstag 5. Mai 2012 (Stadttheater Solothurn)
„Besonders am Nachmittag ist es Nacht“ (Arbeitstitel) von Lukas Linder (UA)
Donnerstag, 10. Mai 2012 (Stadttheater Solothurn)
Mittwoch, 23. Mai 2012 (Stadttheater Biel)

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