Wien, Wiener Staatsoper, Premiere DER SPIELER von Sergej Prokofjew, 04.10.2017

September 15, 2017  
Veröffentlicht unter Hervorheben, Oper, Pressemeldung, Wiener Staatsoper

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Wiener Staatsoper

 

 

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

DER SPIELER  von Sergei Prokofjew

ERSTE STAATSOPERNPREMIERE DER SAISON 2017/2018

Zur Premiere und Produktion

Der Spieler bildet am Mittwoch, 4. Oktober 2017 den Auftakt zum diesjährigen Premierenreigen an der Wiener Staatsoper. Es ist die erste Eigenproduktion von Sergej Prokofjews Oper im Haus am Ring, wo diese bisher nur zwei Mal erklang: Als Gastspiel des Nationaltheaters Belgrad im Jahr 1964. Weitere Vorstellungen: 14.10.; 17.10.; 20.10.2017.

Basierend auf Fjodor Dostojewskis 1867 erschienenem autobiografisch getöntem Roman Der Spieler schuf Prokofjew während der Zeit des 1. Weltkrieges eine vieraktige Oper mit soghafter Musik, in der er mit analytischem Blick und im prägnanten Stil Geld und Liebe, Spielsucht und Verzweiflung, reiche Großmütter und arme Generäle durchdeklinierte. Auch den Text zum Werk lieferte Prokofjew selbst, zum Teil wortwörtlich aus Dostojewskis Roman übernommen. Er gliederte die Handlung – wie in der literarischen Vorlage spielt die Oper im fiktiven Ort Roulettenburg, wo sich ins Trudeln geratene Figuren tummeln, die allesamt nach Geld, Glückspiel und Zuneigung gieren – in vier Akte und legte ein besonderes Augenmerk auf den Deklamationsstil und die sehr durchdachte Orchestrierung der Oper. Das Werk wurde aufgrund der politischen Verhältnisse allerdings erst über zehn Jahre nach seiner Fertigstellung uraufgeführt: 1929 in Brüssel und in französischer Sprache.

Simone Young am Pult in Wien © IOCO

Simone Young am Pult in Wien © IOCO

Musikalisch geleitet wird die Neuproduktion von Simone Young. Sie dirigierte an der Wiener Staatsoper seit ihrem Debüt 1993 mit La Bohème bisher insgesamt 30 Werke, darunter die Premieren von Osud / Le villi, La Juive und des Ballettabends Das Lied von der Erde, mehrere Wiederaufnahmen bzw. musikalische Neueinstudierungen und zahlreiche Repertoireabende. Die international erfolgreiche österreichische Regisseurin Karoline Gruber präsentiert mit Der Spieler ihre zweite Arbeit für das Haus am Ring, wo sie schon 2005 für die Inszenierung von Le villi (unter dem Dirigat von Simone Young) verantwortlich zeichnete.

Für die Neuproduktion schufen Bühnenbildner Roy Spahn und Kostümdesignerin Mechthild Seipel eine Welt rund um ein Ringel-Spiel. Dramaturg Alexander Meier-Dörzenbach erläutert: „In Prokofjews ebenso wie in Dostojewskis Spieler geht es nicht um Rot/Schwarz beim Roulette, sondern um das Aushebeln verlässlicher Kategorien auf der Drehscheibe des Lebens; die ins Extrem gesteigerten Affekte lassen Polaritäten bis zur Gleichheit ähnlich werden: Liebe und Hass, Reinheit und Laster, Glück und Unglück, Glaube und Unglaube, Verlust und Gewinn – eine verlässliche Dichotomie scheint aufgehoben wie bei einem Reiter auf dem Karussellpferdchen, der im Kreise drehend galoppiert und sich eben doch nicht fortbewegt – es ist die strukturelle Gleichheit von »Rot« und »Schwarz«, die hier im Vordergrund steht – so wie Polina und Alexej sich aus Liebe hassen und aus Hass lieben.“ Alle Figuren in dieser Produktion „treibt die Erwartung an und um, dass morgen alles zum guten Ende kommen wird – unabhängig davon, wie durchschaubar diese Illusion oder wie weit hergeholt die Hoffnung eigentlich ist …“.


Die Sängerbesetzung – Rollendebüts an der Wiener Staatsoper

Alle Premierensängerinnen und -sänger geben in der Premiere am 4. Oktober 2017 ihr Rollendebüt an der Wiener Staatsoper:

Als Polina gibt Elena Guseva ihr Debüt im Haus am Ring. Die in Sibirien geborene Sopranistin studierte u. a. am Moskauer Konservatorium und war bisher u. a. am Stanislawski Theater in Moskau, an der Hamburgischen Staatsoper, der Deutschen Oper Berlin, in Saarbrücken sowie Toulouse mit Partien wie Mimì (La Bohème), Tatjana (Eugen Onegin), Donna Elvira (Don Giovanni), Cio-cio-san (Madama Butterfly), Leonora (La forza del destino), Antonia und Stella (Les Contes d’Hoffmann) und Fürstin
Jaroslawna (Fürst Igor) zu hören.

Den Alexej verkörpert der dem Staatsopernpublikum bereits als Sergej (Lady Macbeth von Mzensk), Luka Kusmitsch (Aus einem Totenhaus) und Boris (Kátja Kabanová) bekannte ukrainische Tenor Misha Didyk.

Linda Watson singt die Babulenka – ihre 10. Partie an Wiener Staatsoper, wo die aus Kalifornien stammende Sopranistin seit ihrem Debüt 1996 in A Quiet Place bisher u. a. als Brünnhilde (Die Walküre, Siegfried, Götterdämmerung), Elektra, Isolde (Tristan und Isolde) sowie zuletzt als Marschallin (Der Rosenkavalier) Erfolge feierte.

Den General a. D. singt Dmitry Ulyanov (anstelle von Dan Paul Dumitrescu), der sich in dieser Partie dem Staatsopernpublikum vorstellt. Der russische Bass feierte zuletzt als Boris in Lady Macbeth von Mzensk bei den Salzburger Festspielen 2017 einen großen Erfolg. Weitere Auftritte führten den Sänger bisher u. a. nach Paris, Madrid, Barcelona, Moskau, Amsterdam, Basel, Paris, Lyon, Tokyo mit Partien wie Daland (Der fliegende Holländer), Philipp II. (Don Carlos), Dossifei (Chowanschtschina), Hermann (Tannhäuser), Escamillo (Carmen), Pimen (Boris Godunow).

In den weiteren Hauptrollen sind Ensemblemitglieder des Hauses am Ring zu erleben: Thomas Ebenstein als Marquis, Elena Maximova als Blanche (nach der Maddalena in Rigoletto und der Marfa in Chowanschtschina ihre dritte Premierenproduktion am Haus), Morten Frank Larsen als Mr. Astley, Pavel Kolgatin als Fürst Nilsky, Marcus Pelz als Baron Wurmerhelm, Clemens Unterreiner als Potapitsch und Alexandru Moisiuc als Casino-Direktor. PMWStO

 

Wien, Wiener Staatsoper, Il Trovatore – Start der Spielzeit 2017/2018, 04.09.2017

August 30, 2017  
Veröffentlicht unter Hervorheben, Oper, Pressemeldung, Wiener Staatsoper

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Wiener Staatsoper

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

Wiener Staatsoper: Start in die Spielzeit 2017/2018

Il trovatore: Mit Anna Netrebko und Ehemann Yusif Eyvazov

Mit dem beliebten Tag der offenen Tür startet die Wiener Staatsoper am Sonntag, 3. September 2017 in die Spielzeit 2017/2018. Geboten werden spannende Einblicke hinter die Kulissen des Opern- und Ballettbetriebs mit u. a. Proben, einer Technikshow, der Ausstellung von Kostümen und Requisiten. Für die zwei Termine (14.00 und 17.30 Uhr) werden seit Anfang August kostenlose Zählkarten an den Bundestheaterkassen ausgegeben.


Gleich am darauffolgenden Tag steht die erste Vorstellung der neuen Saison auf dem Programm: In der Wiederaufnahme von Verdis Il trovatore am Montag, 4.* September 2017 kehrt Anna Netrebko, die die Partie bereits bei der Premiere der Produktion von Daniele Abbado im Februar 2017 verkörpert hat, als Leonora zurück auf die Bühne des Hauses am Ring. Marcelo Álvarez musste seine Auftritte soeben krankheitsbedingt absagen, an seiner Stelle gibt Yusif Eyvazov (!) sein Rollendebüt als Manrico an der Wiener Staatsoper. George Petean verkörpert erstmals am Haus den Conte di Luna, Luciana D’Intino ist wieder als Azucena zu erleben. Am Dirigentenpult: Marco Armiliato. In der letzten Vorstellung der Serie (Reprisen am 7., 10. und 13. September) am 13. September gibt Carmen Giannattasio ihr Rollendebüt am Haus als Leonora.


Mozarts Le nozze di Figaro ist wieder ab Dienstag, 5. September 2017 zu erleben: Adam Plachetka singt den Figaro, KS Carlos Álvarez den Conte d’Almaviva (Rollendebüt an der Wiener Staatsoper) und Dorothea Röschmann die Contessa d’Almaviva. Ihre Rollendebüts am Haus geben Andrea Carroll als Susanna, Margarita Gritskova als Cherubino und Ryan Speedo Green als Bartolo. Es dirigiert: Adam Fischer. Reprisen: 9.*, 12.* und 15.*° September


Am Mittwoch, 6.* September 2017 steht eine Vorstellung von Rossinis Il barbiere di Siviglia auf dem Spielplan: Marco Caria singt die Titelpartie, Ioan Hotea den Conte d’Almaviva, Rachel Frenkel die Rosina, Paolo Rumetz den Bartolo und Sorin Coliban den Basilio. Es dirigiert: Marco Armiliato.

In Mussorgskis Chowanschtschina ab Freitag, 8.* September 2017 sind KS Ferruccio Furlanetto als Iwan Chowanski, Christopher Ventris als Andrei Chowanski, Herbert Lippert als Golizyn, Andrzej Dobber als Schaklowity, Ain Anger als Dossifei und Elena Maximova als Marfa zu erleben. Ihre Rollendebüts am Haus geben Thomas Ebenstein als Schreiber, Carlos Osuna als Kuska und Ayk Martirossian als 2. Strelitze. Michael Güttler dirigiert erstmals Chowanschschtina an der Wiener Staatsoper. Reprisen: 11.*°, 14.* und 17. September 2017.

* Live-Übertragung auf den Herbert von Karajan-Platz im Rahmen von
„Oper live am Platz“
° weltweite Live-Übertragung in HD über www.staatsoperlive.com

 

Wien, Wiener Staatsoper, Olymp der Musiktheater mit Einnahmerekord, IOCO Aktuell, 09.08.2017

August 10, 2017  
Veröffentlicht unter IOCO Aktuell, Wiener Staatsoper

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Wiener Staatsoper

Wiener Staatsoper © Wiener Staatsoper / Michael Poehn

Wiener Staatsoper © Wiener Staatsoper / Michael Poehn

Wiener Staatsoper 2016/2017: Zahlen, Daten, Fakten

 Einnahmenrekord:  Erstmals mehr als 35 Millionen Karteneinnahmen

In der Spielzeit 2016/2017 konnte die Wiener Staatsoper erneut einen Einnahmenrekord durch Kartenverkauf erzielen: 35.205.803,24 Euro (2015/2016: 34.579.289,13) – mehr als eine halbe Million im Vergleich zur vergangenen Saison. Die Auslastung betrug 98,83% (2015/2016: 98,59%).

601.532 Gäste (2015/2016: 610.461) besuchten 289 Opern-, Ballett-, Kinderopern-vorstellungen und Matineen auf der Hauptbühne (2015/2016: 299), 84 Vorstellungen im Studio Walfischgasse (2015/2016: 76) sowie 17 Matineen im Gustav Mahler-Saal (2015/2016: 20). Auch negativ erscheinende Zahlen erklärt Dominique Meyer im Detail: Der Rückgang der Besucherzahl zum Vorjahr ist dem Schaltjahr 2016 und Kinderoper-Vorstellungen auf der Hauptbühne (siehe folgendes) zuzuschreiben.

Erfreulich ist auch die Anzahl an verkauften Kinderkarten im Haupthaus und in der Walfischgasse: Obwohl in der abgelaufenen Saison spielplanbedingt keine eigene Kinderopernproduktion im großen Haus gezeigt werden konnte, wurden 10.500 Kinderkarten (2015/2016: 11.652) ausgegeben Dazu kommen in beiden Spielzeiten rund 7.000 Kinder in den beiden Vorstellungen von Die Zauberflöte für Kinder am Tag nach dem Wiener Opernball.

3.9.2017: Spielzeiteröffnung 2017/18 – Tag der offenen Tür

 Wiener Staatsoper / Die Führung der Wiener Staatsoper: Legris - Meyer - Platzer © IOCO

Wiener Staatsoper / Die Führung der Wiener Staatsoper: Legris – Meyer – Platzer © IOCO

Die Weltgeltung der Wiener Staatsoper hält der Franzose Dominique Meyer seit 2011 auf hohem Niveau: 600.000 Besucher jährlich, eine Auslastung von 99% auf 2.284 Plätzen: Normalität in Wien, doch einzigartig weltweit. Die Spielzeit 2017/18 beginnt am 3. September 2017 mit einem Tag der Offenen Tür.  Am 4.9. nimmt mit der Repertoire-Oper Il Trovatore, Regie Daniele Abbado, Anna Netrebko als Leonora und Marcelo Alvarez als Manrico das künstlerische Geschehen 2017/18 seinen Lauf.

Wien, Wiener Staatsoper, KS Waltraud Meier – Ehrenmitglied der Wiener Staatsoper, Juni 2017

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Wiener Staatsoper

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

KS Waltraud Meier – Ehrenmitglied der Wiener Staatsoper

Nach der umjubelten Wiederaufnahme von Richard Strauss’ Elektra am gestrigen Montag, 19. Juni 2017 wurde KS Waltraud Meier, die an diesem Abend erstmals im Haus am Ring als Klytämnestra zu erleben war, die Ehrenmitgliedschaft der Wiener Staatsoper verliehen. Die Ehrung erfolgte durch Staatsoperndirektor Dominique Meyer und Bundestheater-Holding-Geschäftsführer Mag. Christian Kircher im Anschluss an die Vorstellung auf offener Bühne, wo sich das Ensemble des Abends – darunter Dirigent Michael Boder, KS Nina Stemme, Regine Hangler, Alan Held, Herbert Lippert und KS Wolfgang Bankl – versammelte. KS Waltraud Meier, die vor 30 Jahren ihr Debüt an der Wiener Staatsoper feierte und seitdem an 146 Abenden vor allem in großen Partien des deutschen Faches zu erleben war, wurde auch der von Juwelier Wagner gestaltete und zur Verfügung gestellte Ehrenring der Wiener Staatsoper überreicht. In der kommenden Spielzeit wird KS Waltraud Meier im Haus am Ring im Dezember 2017 wieder die Klytämnestra verkörpern und im Mai 2018 für ein Solistenkonzert zurückkehren.

Wiener Staatsoper / Christian Kircher, KS Waltraud Meier, Dominique Meyer © Wiener Staatsoper / Michael Pöhn

Wiener Staatsoper / Christian Kircher, KS Waltraud Meier, Dominique Meyer
© Wiener Staatsoper / Michael Pöhn

Die aus Würzburg stammende KS Waltraud Meier debütierte am 12. April 1987 als Kundry (Parsifal) im Haus am Ring und verkörperte hier weiters u. a. Sieglinde (Die Walküre), Amneris (Aida), Komponist (Ariadne auf Naxos), Carmen, Santuzza (Cavalleria rusticana), Eboli (Don Carlo), Leonore (Fidelio), Waltraute (Götterdämmerung), Ortrud (Lohengrin), Venus (Tannhäuser), Isolde (Tristan und Isolde) und Klytämnestra (Elektra) . Am 28. April 1998 wurde sie mit dem Titel Kammersängerin ausgezeichnet. 2011 wurde ihr der international bedeutende „Lotte Lehmann-Gedächtnisring“ des Solistenverbandes der Wiener Staatsoper überreicht. PM  Wiener Staatsoper

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