Wien, Wiener Musikverein, Belcanto senza fine – Vesselina Kasarova & Krassimira Stoyanova, IOCO Kritik, 30.04.2012


Kritik

Wiener Musikverein

VITA E VOCE

 Belcanto senza fine – Vesselina Kasarova & Krassimira Stoyanova

 

Eine glanzvolle Operngala unter dem Titel Viva Belcanto mit Vesselina Kasarova und Krassimira Stoyanova am 30.04.2012 im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins

Die im Jahr 2007 von Nabiel Michael Elsissi gegründete Münchner Konzertagentur Vita e Voce hat sich der Pflege des Belcanto verschrieben, einer Musik, die vorwiegend in Italien im 18. und frühen 19. Jahrhundert komponiert wurde und zur Ausbildung eines eigenen Gesangsstiles geführt hat. Beginnend mit Rossini wurde die italienische Musik bis zum frühen Verdi mit diesem Begriff belegt. Rossini selbst hat die drei Grundfesten des Belcanto umrissen:

„das Instrument, die Stimme also; die Technik, die Mittel sich ihrer zu bedienen; der Stil, der aus Geschmack und Empfindung resultiert.“ Um dem Publikum Belcantoaufführungen auf höchstem Niveau zu vermitteln, organisiert Vita e Voce konzertante Opernaufführungen und Galakonzerte. So wurde im Dezember des vergangenen Jahres in München eine konzertante Aufführung von Gaetano Donizettis Musikdrama Maria Stuarda mit großem Erfolg realisiert.

Als erstes Belcanto-Ereignis dieses Jahres hatte Vita e Voce ein Galakonzert mit Arien und Duetten für Mezzo und Sopran aus der Glanzzeit des Belcanto vorbereitet und dafür mit Vesselina Kasarova und Krassimira Stoyanova zwei hochkarätige Sängerinnen verpflichtet. Noch vor München (2. Mai) wurde das Konzert am 30. April im voll besetzten Goldenen Saal des Wiener Musikvereines Opernfreunden präsentiert.

Mit großer Begeisterung lauschten diese den Darbietungen der beiden stimmlich bestens disponierten Sängerinnen, die seit vielen Jahren zu den Stützen des Hauses am Ring zählen und dafür verdientermaßen auch mit dem Titel Österreichische Kammersängerin ausgezeichnet wurden. Begleitet wurden sie vom Münchner Opernorchester unter dem Dirigat des jungen, ebenfalls aus Bulgarien gebürtigen, vorwiegend aber in den Vereinigten Staaten tätigen Rossem Milanov.

Das Programm begann mit Mozart. Nach der Ouvertüre zu Le nozze di Figaro folgte gleich der erste sängerische Höhepunkt: Rezitativ und Arie (Dove sono i bei momenti) der Gräfin aus dem 3. Akt, in der der warme Sopran Krassimira Stoyanovas wunderbar wehmütig erblühte und die Zuhörer in seinen Bann schlug.

Dass ihre Stimme aber auch leidenschaftliche Dramatik ausdrücken kann, bewies sie als Vitellia im darauf folgenden Duett mit Sesto aus dem 1. Akt von Mozarts letzter Oper, La Clemenza di Tito. Mit der Arie des Sesto Parto, ma tu ben mio aus der selben Oper bewies Vesselina Kasarova, dass auch sie blinde Liebe und Leidenschaft stimmlich glaubhaft zu gestalten vermag. Gleichfalls große Gefühle waren das Thema in Gaetano Donizettis Ende 1840 in Paris uraufgeführter Oper La Favorita.

Kasarova sang hieraus die Arie der Leonore “O mio Fernando” aus dem 3. Akt. Mit Anna Bolena stand ein weiteres Meisterwerk Donizettis auf dem Programm. In der Schlussarie der Anna, schon dem Tode geweiht und zwischen Traum und trostloser Wirklichkeit hin und her gerissen, zeigte sich die stimmliche Gestaltungskraft Krassimira Stoyanovas.

Nicht minder zu Herzen ging die von Vesselina Kasarova innig gestaltete Arie der Johanna aus dem 1. Akt der 1881 uraufgeführten Oper Die Jungfrau von Orleans von Peter I. Tschaikowski, mit der sie sich von ihrer Heimat verabschiedet, um gegen England in den Krieg zu ziehen. Auch in Tschaikowskis berühmtester Oper Pique Dame (1890) finden sich Belcanto-Melodien.

Wunderschön harmonieren die Stimmen Stoyanovas als Lisa und Kasarovas als Polina in dem schlichten, die Abendstimmung schildernden Duett aus dem 1. Akt dieser Oper und berühren so auch dort, wo es nicht um große Gefühle geht. Die ganze Bandbreite zwischen Hoffen und Bangen hingegen lotet Krassimira Stoyanova in der Arie der Lisa Bald ist es Mitternacht aus dem 3. Akt aus.

Den Schluss des offiziellen Programms bildete das Duett Fu la sorte dell’armi a’tuoi funesta zwischen Aida und Amneris aus dem 2. Akt der gleichnamigen Oper von Giuseppe Verdi. Während Kasarova alle anderen an diesem  Galaabend zu Gehör gebrachten Partien auch auf der Bühne gesungen hat, bildete die Amneris ihr Rollendebüt, dessen Realisierung auf der Bühne für 2014 in Köln geplant ist.

Passend zur Jahreszeit war die Zugabe: das von den Sängerinnen duftig zart gestaltete Kirschblütenduett aus Puccinis Madama Butterfly bildete den Abschluss des an Höhepunkten reichen Abends.

Nabiel Michael Elsissi ist für die Organisation dieses „Festes der Stimmen“ zu danken. Erfreulicherweise wird es im Juli 2012 bereits den nächsten Höhepunkt in dieser Aufführungsserie geben: in München wird Edita Gruberova erstmals die Alaide in Vincenzo Bellinis Oper La Straniera singen. Der einzige Wermutstropfen dabei: Wien scheint als Aufführungsort derzeit nicht vorgesehen zu sein.

IOCO / M. & Ch. K. / 30.04.2012

Wien, Wiener Musikverein, Vesselina Kasarova und Krassimira Stoyanova mit Viva Belcanto, 30.04.2012

 

Das Fest der schönen Stimmen:

VIVA BELCANTO am 30. April und 02. Mai 2012

Vesselina Kasarova und Krassimira Stoyanova geben am 30. April 2012 um 19.30 Uhr im Grossen Saal des Musikvereins in Wien sowie am 02. Mai 2012 um 19.30 Uhr in der Philharmonie im Gasteig in München ein Galakonzert der Superlative. Begleitet werden die beiden Künstlerinnen vom Münchener Opernorchester unter der Leitung des jungen Dirigenten Rossen Milanov.

 

München, im März 2012. VITA E VOCE, die namhafte Konzertagentur für Belcanto, präsentiert am 30. April und 02. Mai 2012 im Musikverein Wien und in der Münchner Philharmonie mit Vesselina Kasarova und Krassimira Stoyanova eine Weltpremiere. Die beiden international gefeierten Künstlerinnen werden zum ersten Mal gemeinsam mit dem Münchener Opernorchester das Konzertpodium teilen. Dem Publikum stehen atemberaubende Arien und fulminante Duette bevor: Spannende, romantische Geschichte, virtuose Melodien, glanzvolle Koloraturen und berührende Duette — Meisterwerke der Musikgeschichte. Nabiel Michael Elsissi, Geschäftsführer von VITA E VOCE und Samantha Farber, Co-Produzentin des Konzertes: „Wir freuen uns auf Vesselina Kasarova und Krassimira Stoyanova, die wir für diese einmaligen Konzertabende gewinnen konnten. Unsere Stars werden das Wiener und Münchner Publikum gleichermaßen begeistern.”

Viva Belcanto — ein Galakonzert in Wien und München, das sich ein anspruchsvoller Musik- und Konzertliebhaber, definitiv nicht entgehen lassen sollte.


Inhalt und Programm des Galakonzertes:

VITA E VOCE präsentiert im Rahmen ihrer Viva Belcanto Serie die Sopranistin Krassimira Stoyanova, Sopran und Vesselina Kasarova, Mezzosopran. Begleitet vom Münchner Opernorchester werden die beiden Opernstars im folgenden Programm zum ersten Mal gemeinsam Duette and Arien singen.

Wolfgang Amadeus Mozart (Salzburg, 1756 — Wien, 1791)

LE NOZZE DI FIGARO (1786)
Ouverture
Aria “E Susanna non vien… Dove sono”
La Contessa d’Almaviva – Krassimira Stoyanova
COSi FAN TUTTE (1790)
Duett “Ah, guarda sorella”
Fiordiligi – Krassimira Stoyanova , Dorabella – Vesselina Kasarova
LA CLEMENZA DI TITO (1791)
Aria “Parto, ma tu ben mio” Duett “Come ti piace imponi”
Sesto — Vesselina Kasarova ,Vitellia — Krassimira Stoyanova

Gaetano Donizetti (Bergamo, 1797 — Bergamo, 1848)

LA FAVORITA (1840)
Aria “0 mio Fernando” Leonora – Vesselina Kasarova
ANNA BOLENA (1830)
Cavatina “Come, innocente giovane” Duett “Dio che mi vedi in core”
Anna Bolena – Krassimira Stoyanova, Giovanna Seymour – Vesselina Kasarova

Pjotr Iljitsch Tschajkovskij (Kamsko-Wotkinski Sawod, 1840 — Sankt Petersburg, 1893)

EUGEN ONEGIN (1879) Polonaise
ORLEANSKAJA DEVA (1881) Arie „Leb wohl, geliebtes Land, vertraute Felder und Wiesen”
Johanna von Orltans — Vesselina Kasarova
PIKOVAJA DAMA (1890) Arie „Bald ist es Mitternacht” Lisa — Krassimira Stoyanova
DUETTE OP. 46 (1880) n. 6 „Morgenröte” n. 1 „Abend”
Krassimira Stoyanova — Vesselina Kasarova

Giuseppe Verdi (Roncole bei Busseto, Parma, 1813 — Mailand, 1901)

AIDA (1871)

Sklaventanz Duett “Fu la sorte dell’armi a’ tuoi funesta”
Aida —Krassimira Stoyanova, Amneris — Vesselina Kasarova

Wien, Wiener Musikverein, Viva Belcanto Serie mit Krassimira Stoyanova und Vesselina Kasarova, 30.04.2012

musikverein.gif

Wiener Musikverein

Viva Belcanto Serie mit Krassimira Stoyanova und Vesselina Kasarova

 

Am Montag, 30. April 2012, im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins, Vita e Voce präsentiert im Rahmen ihrer Viva Belcanto Serie die Sopranistin Krassimira Stoyanova und Vesselina Kasarova, Mezzosopran. Begleitet vom Münchner Opernorchester werden die beiden Opernstars zum ersten Mal gemeinsam Belcanto Duette and Arien singen.

Kartenverkauf:
Musikverein Tageskasse, 1010 Wien, Bösendorferstraße 12 – Telefon: +43 1 505 81 90
Kartenreservierungen: tickets@musikverein.at

Im Rahmen eines einmaligen und glanzvollen Galakonzerts vereinen sich mit Vesselina Kasarova und Krassimira Stoyanova zwei außerordentliche Sängerinnen zu einem Fest der schönen Stimmen, der schwelgenden Melodien, der fulminanten Koloraturen. Bei diesem “Gipfeltreffen” von Sopran und Mezzo werden die beiden Diven bekannte und neu zu entdeckende Glanzstücke aus der Epoche des Belcanto zur Aufführung bringen. Auf dem Programm stehen Arien und Duette von Vincenzo Bellini, Gaetano Donizetti, Gioacchino Rossini und Guiseppe Verdi. Das Publikum bekommt Gelegenheit die beiden Künstlerinnen auf ganz neue Weise kennen und schätzen zu lernen. Die Belcanto-Gala wird unter der Stabführung des jungen Dirigenten Rossem Milanov stehen.

Biographien:

KS Krassimira Stoyanova wurde in Bulgarien geboren und studierte Gesang und Violine an der Musikhochschule in Plodiv und Violine am Konservatorium in Russe. 1995 debütierte sie an der Opera National de Sofiya. Es entwickelte sich schon bald eine rege Gastspieltätigkeit, die die Sopranistin an wichtige internationale Opern- und Konzerthäuser führte: an die New Yorker Met , das Royal Opera House Covent Garden, die Hamburgische Staatsoper, die Bayerische Staatsoper, die Nationaloper Helsinki, die New Israeli Opera, das Teatro Colón Buenos Aires, die Carnegie Hall, zum Ravenna Festival, an das Festspielhaus Baden-Baden, an die Washington Opera, ans Opernhaus Zürich, die Deutsche Oper Berlin, ans Gran Teatro del Liceu in Barcelona, an den Musikverein Wien und zu den Salzburger Festspielen. Seit 1998 ist Krassimira Stoyanova mit der Wiener Staatsoper eng verbunden – sie sang hier unter anderem Alice Ford (Falstaff), Mimì (La Bohème), Antonia (Contes d’Hoffmann), Liù (Turandot), Rachel (La Juive), Contessa d’Almaviva (Nozze di Figaro), Nedda (Pagliacci), Violetta (La traviata), Amelia (Simon Boccanegra), Desdemona (Otello), Anna (Le villi).

KS Vesselina Kasarova wurde in Bulgarien geboren und begann im Alter von vier Jahren mit dem Klavierspiel. Nach dem Konzertdiplom studierte sie Gesang an der Musikakademie von Sofia und trat schon als Studentin an der Nationaloper auf. 1991 debütierte sie als Rosina (Il barbiere di Siviglia) an der Wiener Staatsoper und wurde Ensemblemitglied im Haus am Ring. Eine internationale Karriere folgte. Seither sang und singt sie an den bedeutendsten Bühnen der Welt: an der Mailänder Scala, dem ROH Covent Garden, der Bayerischen Staatsoper, der Met, dem Liceu, der Deutschen Oper Berlin, der Lyric Opera in Chicago, der San Francisco Opera, den Opernhäusern in Paris. Sie ist zu Gast bei Festivals wie etwa den Salzburger Festspielen, dem Maggio Musicale Fiorentino oder dem Rossini Festival in Pesaro. An der Wiener Staatsoper sang sie u. a. Rosina, Carmen, Bersi (Andrea Chénier), Fjodor (Boris Godunow), Dorabella (Così fan tutte), Meg Page (Falstaff), Preziosilla (La forza del destino), Cherubino (Le nozze di Figaro), Polina (Pique Dame), Charlotte (Werther), Isabella (L’italiana in Algeri). Sie ist Österreichische und Bayerische Kammersängerin.

Wien, Wiener Musikverein, Vita e Voce präsentieren Belcanto-Glanzstücke mit V. Kasarova und Kr. Stoyanova, 30.04.2012

musikverein.gif

Wiener Musikverein

Vita e Voce präsentieren Belcanto-Glanzstücke mit V. Kasarova und Kr. Stoyanova

 

Im Rahmen der Viva Belcanto Konzertreihe präsentiert Vita e Voce die Sopranistin Krassimira Stoyanova und Vesselina Kasarova, Mezzosopran. Nach dem großen Erfolg von Edita Gruberova und Pavol Breslik in der konzertanten „Traviata“ im Dezember 2010, ist bereits „Anna Bolena“ mit Edita Gruberova im Januar 2013 – wieder im Goldenen Saal des Musikvereins – in Vorbereitung.

Wiener Musikverein

Montag, 30. April 2012
19:30 Uhr – Goldener Saal
Viva Belcanto
Vesselina Kasarova Dirigent: Rossem Milanov
Krassimira Stoyanova Begleitet vom Münchner Opernorchester

Kartenverkauf:
Musikverein Tageskassa, 1010 Wien, Bösendorferstraße 12 – Telefon: +43 1 505 81 90
Kartenreservierungen: tickets@musikverein.at

New York, Metropolitan Opera, Fabio Luisi rumpelt nach New York, Teil 3, IOCO Aktuell, 16.10.2011


Aktuell

Metropolitan Opera

Der unaufhaltsame Aufstieg des Fabio Luisi:  Teil 3

Wien: Lothar Zagrosek  läßt Fabio Luisi  schnell vergessen

Im IOCO-Bericht vom 17.9.2011, Teil 2,  berichteten wir über den Sturz des Chefdirigenten der Metropolitan Opera,  James Levine, und wie Einspringer und Karrierist Fabio Luisi Musiktheater verprellt, siehe IOCO-link.

Metropolitan Opera, New York (c) IOCO Fabio Luisi (c) YuyuCity Opera, New York, neben der MET gelegen (c) IOCO

Auch die Wiener Symphoniker mußten durch Absagen ihres Chefdirigenten Fabio Luisi kurzfristig umdisponieren. Drei für den 12. – 14. Oktober 2011 im Wiener Musikverein  geplante  Konzerte, ein Mahler-Zyklus, waren betroffen. Lothar Zagrosek sprang kurzfristig ein. Für alle drei Konzerte! Auf der Webseite der Wiener Symphoniker ist zu lesen:  “Wir danken M° Lothar Zagrosek, dass er sich kurzfristig bereit erklärt hat, die Konzerte mit unverändertem Programm an Stelle des ursprünglich angekündigten  Fabio Luisi zu übernehmen.” Lothar Zagrosek hat, obwohl kurzfristig eingesprungen, hervorragend dirigiert. Die Kritiker schrieben: “Die hohe Qualität von Dirigent und Ausführenden waren…..herrliche Homogenität….”. 

Man staunte und lernte in Wien wie zuvor in Rom: Niemand vermisste Fabio Luisi!

Fabio Luisi´s Vertrag als  Chefdirigent der Wiener Symphoniker endet 2013. Nun melden die Wiener Symphoniker, daß ab Saison 2014-15 der gebürtige Schweizer Philippe Jordan neuer Chefdirigent und künstlerischer Leiter wird. Jordan wird der fünfzehnte Musikchef und “fügt sich damit in eine Reihe großer Dirigentenpersönlichkeiten wie Fabio Luisi, Wolfgang Sawallisch oder Georges Prêtre ein” so die Wiener Symphoniker.

IOCO wurde auf Anfrage bestätigt, daß die weiteren Konzerte der Wiener Symphoniker mit Fabio Luisi in Wien und den USA planmäßig stattfinden werden. Auch planen die Wiener Symphoniker über 2013 hinaus mit Luisi.  In Rom und anderen Städten jedoch, bricht eine Zeit ohne Fabio Luisi an. Und man lernte: Niemand oder nur wenige dort werden Fabio Luisi vermissen.

IOCO / Viktor Jarosch / 16.10.2011

New York, Metropolitan Opera, Fabio Luisi rumpelt zum MET-Posten, IOCO Aktuell, 17.09.2011


Aktuell

Metropolitan Opera

Der unaufhaltsame Aufstieg des Fabio Luisi:  Teil 2

Fabio Luisi, Sohn eines genuesischen Lokomotivführers, wird neuer Musikchef der New Yorker MET, dem größten Opernhaus der Welt, mutmaßt IOCO seit längerem. Nichts ist bisher offiziell. Trotzdem. Mit einseitigem Vertragsverhalten in Europa legte Fabio Luisi eine weitere Etappe seines inzwischen rumpelnden Wechsels nach New York  zurück: Die Position des Musikdirektors an der MET ist für Luisi greifbar nah.

James Levine, seit 40 Jahren Musikdirektor an der MET, seit Jahren mit schweren Rückenproblemen kämpfend, stürzte Anfang September in seinem Haus in Vermont und kann seine Verpflichtungen für Monate nicht wahrnehmen.  Diese Woche sollte Levine mit Proben in New York beginnen. Daraus wird nichts.

Metropolitan Opera, New York (c) IOCO Fabio Luisi (c) YuyuCity Opera, New York, neben der MET gelegen (c) IOCO

Fabio Luisi,  als GMD an der Dresdner Staatsoper von Christian Thielemann  mit zweifelhaften Methoden  ausgebootet,  seit Herbst 2010 als  Erster Gastdirigent der MET bereits fest installiert, wird ab sofort alle Verpflichtungen von James Levine übernehmen. Hierfür sagte Fabio Luisi alle seine Engagements bei frustrierten Häusern in Rom, Genua, Wien und San Francisco, ab. Verträge hin oder her. MET General Manager, Peter Gelb, bedankt sich in der MET - Presseerklärung (s. unten) vorauseilend sehr brav für angebliches Verständnis. IOCO Rückfragen bei den betroffenen Häusern ergaben jedoch, daß Absage und Verhalten von Fabio Luisi, vorsichtig formuliert, höchstes Befremden ausgelöst hat. Von Verständnis war nichts zu hören. Ohne Einzelheiten zu nennen betonte man auch, daß das Vertragsverhalten Luisis keinen Erstfall darstelle. Das Teatro dell`Opera in Rom, ebenfalls über das Verhalten von Landsmann Luisi empört (sprachlich mildernd: “The Show must go on“), engagierte für die Elektra-Aufführung am 30.9. bereits Aalto-GMD  Stefan Soltesz.  Auf der Webseite des Hauses schreibt man zu Fabio Luisi und seinem Verhalten Klartext:     “…….Ein Umstand, der nicht zuletzt die Opera di Roma, die als einziges Opernhaus unter den Verpflichtungen Luisis im Saisonprogramm eine lyrische Oper wie Elektra hatte, schädigt. Eine bedauerliche Angelegenheit, die der klassischen Musik und lyrischen Oper schadet. Die Leitung des Teatro dell`Opera di Roma ist aktuell dabei, den Vorfall zu bewerten und die Maßnahmen zu ergreifen, die dem Ruf der Fondazione hinsichtlich ihrer Kompetenz und ihrem Publikum  gerecht werden.”

Diese weitere Etappe auf dem Weg an die Metropolitan Opera wurde für Fabio Luisi zum unerquicklichen Rumpelpfad. Sein Ruf als verantwortungsbewußter Partner hat – außerhalb von New York – sehr gelitten. Die nächste Etappe wartet bereits: Fabio Luisi ist ab Herbst 2012 per GMD-Vertrag an das Opernhaus Zürich gebunden. Unter welchen Konditionen dieser Vertrag angepasst wird, geschmeidig, ruppig oder juristisch streitig: Dies erfahren Sie vermutlich bald bei IOCO in “Teil 3″ der  Fabio Luisi - Erfolgsstory.

Wünschen wir zunächst James Levine gute Genesung und lesen Sie, wie locker die Metropolitan Opera in ihrer Presseerklärung vom 6.9.2011 zum aktuellen Skandal um Fabio Luisi  berichtet.

 IOCO / Viktor Jarosch / 17.09.2011

———————————-

Presseerklärung von Peter Gelb, General Manager der Metropolitan Opera, New York  zum unwöhnlichen Vertragsgebaren von Fabio Luisi:

“After a fall last week that damaged one of his vertebrae, James Levine underwent emergency surgery on Thursday in New York, forcing him to withdraw from his performances at the Metropolitan Opera this fall. Levine was scheduled to begin orchestra rehearsals for the new season today. According to his doctors, he was successfully recuperating from another back surgery when the accident happened while he was on vacation in Vermont.

While Levine will continue in his position as Music Director, Fabio Luisi has been named the Met’s Principal Conductor, with the new appointment taking effect immediately. In April 2010, Luisi was appointed Principal Guest Conductor of the Met. He will replace Levine for most of the fall performances, conducting the new productions of Don Giovanni (premiering October 13) and Siegfried (premiering October 27), as well as the MET Orchestra concert at Carnegie Hall on October 16.

“While Jim’s latest setback is hugely disappointing for all of us, he joins me in welcoming Fabio’s larger role,” said Peter Gelb, the Met’s General Manager. “I am very pleased that Fabio was able to rearrange his fall schedule, and I appreciate the understanding of those companies with whom he was scheduled to conduct.”

In order to replace Levine, Luisi had to cancel performances with the Rome Opera, the Genoa Opera, the Vienna Symphony, and the San Francisco Symphony.

“I am honored to have been asked to take on these additional responsibilities, but my thoughts are also with Maestro Levine,” said Luisi.

Luisi will conduct the first five performances of Don Giovanni on October 13, 17, 22, 25, and 29 matinee, and Siegfried on October 27 and November 5 matinee. Louis Langrée will conduct the remaining four performances of Don Giovanni on October 31, November 3, 7, and 11. Derrick Inouye will conduct Siegfried on November 1.

Levine hopes to recover in time to return to the Met in January for the new production of Wagner’s Götterdämmerung (premiering January 27, 2012), as well as for the full cycles of Der Ring des Nibelungen in April and May.

Luisi made his Met debut in 2005 with Verdi’s Don Carlo and has also conducted  a new production of Richard Strauss’s Die Ägyptische Helena (2007), as well as revivals of Simon Boccanegra, Turandot, Elektra, Le Nozze di Figaro, Hansel and Gretel, Ariadne auf Naxos, and Rigoletto with the company. In addition, he has previously stepped in for Levine to conduct performances of Tosca (April 2010), Lulu (May 2010), Das Rheingold (March/April 2011), and, in the June 2011 tour of Japan, Don Carlo, La Bohème, and a concert with the MET Orchestra. He also conducted the MET Orchestra in concert with Natalie Dessay as soloist at Carnegie Hall in May of this year, again replacing Levine. This season, Luisi also conducts a new production of Massenet’s Manon (March 26-April 23, 2012) starring Anna Netrebko and a revival of La Traviata (April 6-May 2, 2012) with Dessay in the title role for the first time at the Met.”

 —————————————————-

Wien, Wiener Musikverein, Herrenverein schafft Kleidervorschrift für 7 Damen, IOCO Aktuell, 08.08.2010


Aktuell

Wiener Musikverein

Die Wiener Philharmonische Frau trägt Hose: RÖCKE VERBOTEN

Wien, Musikverein (c) IOCO Wien, Musikverein 2 (c) IOCO

Der  Klangkörper der  Wiener Philharmoniker sucht seinesgleichen auf der Welt. Kaum ein Kritiker, der nicht  die  Wiener Philharmoniker in farbigsten Superlativen preist:  “Das Philharmoniker Klangniveau gleichbleibend phänomenal, deren Präzision  extraterrestrisch, die  grundierenden Streicher schüren mit homogenen Strichen die Glut gespielter Kompositionen. Dazu faszinieren Holzbläser und Hörner  pausenlos mit geschmeidigem Legato”. Unbestreitbar: Das Orchester genießt höchstes Ansehen, in Wien wie in der Welt.  2005 wurden die Philharmoniker  fast zwangsläufig zu Goodwill Ambassadors der Weltgesundheits- Organisation (WHO).

Wenig Charme löst dagegen ein Blick hinter die Kulissen dieses Klangkörpers aus. 1842 von Otto Nicolai gegründet, rekrutierten die 140 Mitglieder der  Wiener Philharmoniker bis 1997 ausschließlich Männer. Frauenquote bis 1997: Null.  Laut eigener Satzung hochtrabend der Demokratie verschrieben galt Gleichberechtigung von Mann und Frau lange Jahre als Teufelsding bei den Wiener Philharmonikern. Es wurde behauptet, zwar leise aber doch, Frauen seien für solch großartige Musik ungeeignet.  

Dieser ehemals reine, heile Männerbund zeigt erste Risse. Schuld sind Auslandsreisen. Denn: Der Wiener Philharmonische Mann reist sehr gern, gibt liebend gern Gastkonzerte im Ausland. Am liebsten in New York, San Franzisko oder Boston. Doch gerade dort baute sich Unheil auf: Amerikanische Frauenrechtsverbände, notorische Spielverderber, sehen hinter dem Frauen-Mangel des Wiener Philharmoniker Ensemble platte, profane Diskriminierung. Sie glaubten einfach nicht an leise vorgetragene genetische Beschränkungen musizierender Frauen. Und so protestierten diese Frauenverbände in den 90er Jahren heftig, sobald die grauen Männer aus Wien Reisen in die USA planten.  So von amerikanischen Frauen sanft zur Erkenntnis geleitet, entdeckte der Wiener Philharmoniker zu seiner Überraschung, daß auch Frauen Musikinstrumente beherrschen: “Nicht wirklich, aber doch“, hätte Helmut Qualtinger geraunzt.  Denn seit 1997 sieben (7) Frauen hellen die Riege der 133 vielfach grauen Männern musikalisch und auch optisch auf. Ob der Klangkörper seither gelitten hat wurde noch nicht untersucht.

Kaum der Diskriminierungsklage ledig entdeckte der Wiener Philharmonische Mann, daß Röcke musizierender Frauen das Klangbild erheblich stören. Und schon beschlossen diese Männer in großer Eile, den Mißstand zu beseitigen. Die Reihen der Wiener Philharmoniker  haben männlich zu wirken. Denn: Sollten etwa Röcke inmitten des Philharmonischen Klangkörpers, vielleicht sogar  gemusterte Strumpfhosen oder hohe Hacken auf Wiener Philharmonischen Bühnen zugelassen sein? Der nagende männliche  Albtraum: Sollte die Bluse der Geigerin (Pfui!) für den männlichen Besucher am Ende glutvoller sein als “edle Intonation am Instrument?  Die Gewissensnot der aufrechten Wiener Herrenriege,  sie war mit den Händen zu greifen.

Und so machten die männlichen Musiker eine Kleiderordnung für die musizierende Wiener Frau. Ergebnis: RÖCKE VERBOTEN. Stattdessen: Schwarz-grau gestreifte Nadelstreifenhose, weiße Hemden, graue Gilets, schwarzes Sakko. Ab dem Neujahrskonzert 2011 (Franz Welser-Möst dirigierte)  war es vorbei mit der freien Kleiderwahl der Frau, gilt die Kleiderordnung. Männlichkeit beherrscht wieder die Bühne des Wiener Philharmoniker. Dem Neujahrskonzert 2011 hat die Kleiderordnung noch nicht geholfen. Es wirkte, wie schon zuvor des öfteren, unbeholfen steif. Ein Durchschnittsprogramm in nettem Ambiente des Wiener Musikvereins.  Und man hofft, daß der weibliche Aufstand bei den Wiener Philharmonikern noch lange nicht beendet ist.

IOCO / Viktor Jarosch / 16.07.2011

Wien, Wiener Staatsoper, Staatsoper und Philharmoniker – Ein symbiotischer Zweckverband, IOCO Aktuell, 19.02.2011


Aktuell

Wiener Staatsoper

Dominique Meyer und Clemens Hellsberg proben Partnerschaft

Wiener Staatsoper (c) Viktor Jarosch Winer Staatsoper, Videoleinwand für Live-Übertragungen (c) Jarosch..Öffentliche “OPerntoilette” mit Walzermusik (c) IOCO..Wien, Musikverein (c) IOCO

Die Wiener Philharmoniker und das Orchester der Wiener Staatsoper leben siamesischen Zwillinge gleich. Durch glückliche oder gewollte Umstände unverrückbar miteinander verkettet.  Die Wiener Staatsoper und ihr Orchester formen und bewahren die finanzielle Stabilität der  Wiener Philharmoniker.  Warum: Die Aufnahme bei den Wiener Philharmonikern verlangt eine vorangegangene dreijährige Bewährung im Orchesterdienst der Wiener Staatsoper. Erst nach drei Jahren erfolgreichem Orchesterdienst an der Staatsoper kann ein Musiker den Antrag auf Aufnahme bei den Wiener Philharmonikern stellen. Deren Festanstellung an der Staatsoper bleibt erhalten und garantiert ihnen als Musiker der Wiener Philharmoniker finanzielle Sicherheit. Und doch kämpfen beide Klangkörper, Orchester der Staatsoper wie Wiener Philharmoniker,  um eigene, individuelle musikalische  Handschriften und  Anerkennung:  Sie existieren zu guter Kooperation verdammt. Eine stete Rivalität bleibt spürbar.

Im Teesalon der Wiener Staatsoper stellten am 15.2.2011  Dominique Meyer, Direktor der Wiener Staatsoper und Prof. (verliehener Berufstitel, öster. Besonderheit) Dr.  Clemes Hellsberg, Primgeiger und Vorstand der Wiener Philharmoniker  vor, wie sie die Kooperation für Opernball und die Saison 2011/12  vorstellen. Man war  einvernehmlich. Als Philharmoniker leidet man schon an einer gewissen “Schizophrenie” führte Hellsberg weiter aus. Hellsberg betonte die Eigenständigkeit seiner Wiener Philharmoniker unnötig auffällig.  Meyer schwieg dazu. Wahre Einvernehmlichkeit klingt a bisserl leiser.

Hellsberg und Meyer  sprachen also ausführlich über gute Zusammenarbeit und betonten, dass die Koordination der beiden Klangkkörper professionell , langfristig und frühzeitig erfolge.  Denn die Philharmoniker, so Hellsberg,  würden ja nicht nur in der Staatsoper spielen, sondern gäben daneben bis zu 100 Konzerte in Wien und weltweit. Weiter seien über 100 Orchesterproben vorgesehen. Im Jahre 2014 spielen die Philharmoniker zum 25. Mal in New York in der Carnegie Hall.  Anlässlich dieses Jubiläums würden neben Konzerten auch 3 Opern konzertant aufgeführt.

Auch verkündete Hellsberg was bereits lange bekannt war, dass die Wiener Philharmoniker erstmalig bei der Eröffnung des Opernballes am 3.3.2011 spielen werden, unter der Leitung von Franz Welser-Möst. Man war sichtlich um die Aufwertung des Opernballes bemüht, den die Boulevardpresse bevorzugt mit unmusikalisch schrillen Beiträgen ausschlachtet. Wie über den schrägen Bauunternehmer “Mörtel”  Lugner  und seine wenig herrschaftlichen Logengäste (auch Logenluder betitelt).  Ein neues Buch über die Wiener Philharmoniker, Titel  “Passion”, stellte die Leiterin des Opernballes, Frau D. Treichl-Stürgkh, vor. Das Werk wird am Abend des Opernball als Herrenspende verteilt.

Am Tag nach dem Opernball werden zwei Vorstellungen von Zauberflöte für Kinder stattfinden (14.30 und 17.00 Uhr).  Meyer betonte,  an dieser Tradition festzuhalten. Eingeführt wurden die Zauberflöte für Kinder von  Vorgänger Ioan Holender. 3.500 Kinder werden die Vorstellungen besuchen. Musizieren werden die Philharmoniker auch hier,  erneut unter Welser-Möst. Hellsberg informierte über einen neuen Kammermusik-Cyclus, den die Wiener Philharmoniker zukünftig spielen werden. Zehn Konzerte, eines pro Monat  an einem Samstagvormittag, wird es zukünftig in der Wiener Staatsoper geben.

Die Kooperation von Wiener Philharmoniker und Orchester der Wiener Staatsoper: Eine großartige Konstruktion für zwei der besten Klangkörper der Welt: Geschaffen durch profane Zwänge des Geldes. Die Kooperation der Gegensätze.

IOCO  / Viktor Jarosch / 19.02.2011  

Wien, Wiener Musikverein, Abonnements 2011/12, 11.04.2011

 musikverein.gif

Wiener Musikverein

Abonnements 2011/12

“Wo die Musik zu Hause ist” …. Seit 200 Jahren ist der Musikverein dieser Ort: eine Heimat der Musik, eine Heimstatt der Musikfreunde. 1812 wurde die Gesellschaft der Musikfreunde in Wien gegründet – wahrlich ein Grund zu feiern! Diese und die kommende Saison werden ganz im Zeichen des Jubiläums stehen. Wir begehen diesen Geburtstag als großes Fest der Musikfreunde: mit Künstlern, die reihum zu den Besten der Welt zählen und als Freunde hierher kommen – und mit Ihnen, den Musikfreunden Wiens. Ihrer Begeisterung, Ihrer Zustimmung, Ihrer Treue ist es zu danken, dass die Gesellschaft der Musikfreunde durch stolze zwei Jahrhunderte hindurch jener magische Platz sein konnte, an dem die Musik zu Hause ist.

Einzelne Namen aus diesem Jubiläumsprogramm herauszuheben ist eigentlich nicht möglich. Trotzdem: Dass Claudio Abbado wieder in den Musikverein kommt und ab dieser Saison nun wieder jährlich hier als Dirigent zu Hause sein wird, möchte ich mit besonderer Freude hervorheben. Daniel Barenboim ist mit einem eigenen Zyklus einer der prägenden Künstler unseres Programms. Einen weiteren, ganz persönlichen Musikvereinszyklus gestaltet Angelika Kirchschlager.

Wo die Musik zu Hause ist, das spiegelt sich in der Liste der Interpreten genauso wie in den Werken unseres Programms. Im Jubiläumsjahr 2012 legen wir einen besonderen Schwerpunkt auf Musik, die für die Gesellschaft der Musikfreunde in Wien geschrieben wurde – und geschrieben wird. Glänzend intonieren wir die neue Saison auch mit der neuen Orgel. Sie ist in den Abonnementkonzerten 2011/12 vielfach zu hören …

Die neue Konzertsaison im Wiener Musikverein

Die neuen Abonnements der Jubiläumssaison 2011/12 sind ab sofort online. Über 30 verschiedene Zyklen bietet der Musikverein seinen Musikfreunden in dieser Saison.

Abonnements 2011/12

Ihre Abobestellung im Detail

Wien, Wiener Musikverein, Christine Schäfer, Sopran singt Lieder von Mozart, Webern, Berg und Schubert 29.3.2011

musikverein.gif

Presseinformation

Wiener Musikverein

Dienstag, 29. März 2011 19:30 – Brahms-Saal

Donnerstag , 31. März 2011 – 19:30 Brahms-Saal

Lieder von Mozart, Webern, Berg und Schubert

Interpreten:

Christine Schäfer, Sopran

Eric Schneider, Klavier

Programm:
Wolfgang Amadeus Mozart
“Ridente la calma”. Canzonetta, KV 152 (“Der Sylphe des Friedens”)
“Das Veilchen”, KV 476
“An Chloe”, KV 524
“Misera, dove son!”. Arie, KV 369
Anton Webern
Fünf Lieder nach Gedichten von Stefan George, op. 3
Alban Berg
Sieben frühe Lieder

——– Pause ——–
Franz Schubert
“Ellens Gesang I”, D 837 (“Raste Krieger, Krieg ist aus”)
“Ellens Gesang II”, D 838 (“Jäger, ruhe von der Jagd”)
“Ellens Gesang III”, D 839 (“Ave Maria”)
“Der Wanderer an den Mond”, D 870
“An den Mond in einer Herbstnacht”, D 614
“Auflösung”, D 807
“Der Wanderer”
Lied der Delphine (“Ach, was soll ich beginnen vor Liebe”), D 857a
Lied des Florio (“Nun, da Schatten niedergleiten”), D 857b

Schuberts “Winterreise” stand bei Christine Schäfers letztem Liederabend im Musikverein auf dem Programm. Nun, im Frühling 2011, kehrt die Sopranistin in den Brahms-Saal zurück: mit Liedern von Mozart, Webern, Berg – und “Wanderer”-Liedern von Schubert. Christine Schäfer setzt Maßstäbe der Interpretation, wo immer sie auftritt – allein im Salzburger Sommer 2006 wurde sie als Mozarts Cherubino und Donna Anna von der Kritik zum “Star der Festpiele” erkoren. Maßstäbe in doppelter Hinsicht setzte die im besten Sinne eigenwillige Sängerin auch mit ihrer Einspielung der “Winterreise”: zum einen, weil das liedbeflissene Publikum sich für diesen Zyklus gemeinhin eher einen männlichen Interpreten erwartet, zum anderen, weil sie die Aufnahme völlig im Alleingang auf die Beine stellte; ihren Vertrag mit einem der bedeutendsten Plattenlabels hatte sie zuvor gekündigt. Christine Schäfer setzt Maßstäbe der Interpretation – nicht nur bei Mozart und Schubert, auch bei Weberns Fünf Liedern nach Gedichten von Stefan George und bei Alban Bergs Sieben frühen Liedern, wovon man sich Ende März im Brahms-Saal wird überzeugen dürfen. einklappen

Zyklus:
Liederabende A / 4
Festival:
Frühlingsfestival 2011

Veranstalter:
Gesellschaft der Musikfreunde in Wien