
Wiener Kammeroper kämpft im ihre Existenz
Wiens viertes Opernhaus – neben den großen staatlichen Brüdern Wiener Staatsoper, Volksoper Wien und Theater an der Wien - hat ein Profil fernab des Mainstreams. Zentral am Wiener Fleischmarkt gelegen, bringt die Wiener Kammeroper auf 304 Plätzen seit 1961 in liebevoller, musisch barocker Anmut Raritäten und/oder österreichische Erstaufführungen aus Barockoper, Opera buffa, Kammer-Musical und zeitgenössischem Musiktheater. Stücke, die weder zum Repertoire der großen Häuser zählen noch im Umfeld der freien Gruppen produziert werden, die durch Qualität überzeugen, kommen auf den Spielplan. “Le pauvre matelot“ von Darius Milhaud und “Venus in Africa“ von George Antheil füllten den erfolgreichen Spielplan 2010/11. Beide Komponisten waren im Paris der 20er Jahre in aller Munde. Raritäten. Die Zuschauer der regelmäßig gut gefüllten Wiener Kammeroper dankten es.
Staatliche Musik- oder Sprechtheater mögen gute oder schlechte Kunst betreiben. Öffentliche Zuschüsse fliessen, immer….. Die Wiener Volksoper wurde durch besucherfeindliche Stücke bis 2007 von Intendanten erfolgreich in die Bedeutungslosigkeit getrieben. Die Zuschüsse flossen. Öffentlich geführte Theater und ihre Intendanten schwelgen finanziell beamtisch abgesichert in Milch oder Sahne, nie persönlich betroffen. Privat betriebene Theater dagegen kämpfen mit wenig Mitteln, finanziell oft persönlich gefährdet in Nischen um Publikumsgunst. Ausgerechnet die kleine aber volkstümliche Wiener Kammeroper, auch Ausrichter der international angesehenen Hans Gabor Belvedere Gesangswettbewerbs, ist nun in ihrer Existenz bedroht. Ein Opfer der Großmannssucht öffentlich geführter Theater? Lesen Sie die:
Petition an die österreichische Kultusministerin Frau Dr. Claudia Schmied:
An: Bundesministerin Frau Dr. Claudia Schmied, bmukk, und Kulturstadtrat Herrn Dr. Andreas Mailath-Pokorny, Stadt Wien
Die Existenz der Wiener Kammeroper ist durch einschneidende Subventionskürzungen des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur in den vergangenen Jahren (von EUR 650.000,- p.a. bis 2008 auf EUR 150.000 in 2011) und die komplette Streichung ab 2012 massiv bedroht. Die Gespräche mit der Stadt Wien als zweiten Subventionsgeber (mit EUR 700.000,- p.a.) der Wiener Kammeroper sind immer noch offen.
Das Direktionsteam Isabella Gabor und Holger Bleck reagierte auf die Kürzungen u.a. mit der Kündigung eines Großteils seiner Mitarbeiter und legte der Stadt Wien ein neues künstlerisches und wirtschaftliches Konzept vor: geplant ist u.a. die gemeinsame Bespielung der Wiener Kammeroper mit Partnern aus der Wiener Opernszene. Grundvoraussetzung dieses Konzeptes ist die künstlerische und wirtschaftliche Autonomie der Wiener Kammeroper und die ihrer Partner. Die Auseinandersetzung mit dem Genre “Kammeroper” und zeitgenössischen Musiktheaterformen, die Förderung des musikalischen Nachwuchses, Musikvermittlungs-Projekte und der Internationale Hans Gabor Belvedere Gesangswettbewerb sollen auch weiterhin DAS Markenzeichen der Wiener Kammeroper sein.
Die bereits seit Februar dieses Jahres laufenden Gespräche mit der Stadt Wien müssen nun schnellstens zu Ergebnissen führen, da die Wiener Kammeroper ansonsten zahlungsunfähig wird. Dennoch darf sich auch das Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur nicht seiner Verantwortung entziehen.
Kämpfen Sie zusammen mit uns für den Erhalt der Wiener Kammeroper und des Internationalen Hans Gabor Belvedere Gesangswettbewerbs. Unterzeichnen Sie die Petition auf http://www.openpetition.de/petition/online/Wiener-Kammeroper und schreiben Sie an Frau Bundesministerin Dr. Claudia Schmied (claudia.schmied@bmukk.gv.at) und Herrn Kulturstadtrat Dr. Andreas Mailath-Pokorny (andi.mailath@gku.magwien.gv.at) mit einer Kopie an die Direktion der Wiener Kammeroper: direktion@wienerkammeroper.at.
Vielen Dank!
Isabella Gabor und Holger Bleck












