Wien, Volksoper, Gypsy – Musical von Jule Stynes, IOCO Kritik, 15.09.2017

September 15, 2017  
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Volksoper Wien

Volksoper Wien © IOCO

Volksoper Wien © IOCO

 Gypsy – Musical  von Jule Stynes

 Von Marcus Haimerl

Jule Stynes Musical Gypsy, 1959 nach den Memoiren der Burlesque-Künstlerin Gypsy Rose Lee uraufgeführt, erzählt vielmehr die Geschichte ihrer Mutter Rose Hovick, die vom großen Erfolg träumt und diesen mit Hilfe des Talents ihrer beiden Töchter zu erreichen hofft. Kinder-Talentshows und Vorsingen in Vaudeville-Theatern stehen an der Tagesordnung, denn Mama Rose lässt nichts unversucht, um aus beiden Kindern Stars zu machen und diese auf die Bühne und ins Rampenlicht zu bringen.

Volksoper Wien / Musical Gypsy -  Ensemble mit Maria Happel als Mama Rose in der Mitte © Jenni Koller / Volksoper Wien

Volksoper Wien / Musical Gypsy – Ensemble mit Maria Happel als Mama Rose in der Mitte © Jenni Koller / Volksoper Wien

Jenes Rampenlicht, in dem Rose selbst gerne stehen würde und in welches sie sich auch immer wieder drängt um Musikern, Beleuchtern und Theaterdirektoren zu schmeicheln oder um ihnen Anweisungen zu geben. Als Erste flieht die jüngere Tochter June vor der Übermutter. Sie heiratet heimlich und macht unter dem Namen June Hovac Karriere als Schauspielerin in Hollywood und am Broadway. Letztendlich wendet sich auch Louise, die ältere Schwester, von der Mutter ab und wird zur titelgebenden Burlesque-Tänzerin Gypsy Rose Lee.

Volksoper Wien / Musical Gypsy -  Maria Happel als Mama Rose © Johannes Ifkovits

Volksoper Wien / Musical Gypsy – Maria Happel als Mama Rose © Johannes Ifkovits

Bereits der Auftrittsapplaus verrät den eigentlichen Star des Abends: Maria Happel als Rose. Diese Partie fordert neben musikalischem Können auch exzellentes Schauspiel. Inklusive einer gehörigen Portion Humor bringt Maria Happel all diese Voraussetzungen mit und brilliert als entschlossene Mutter mit einer gehörigen Portion Durchsetzungsvermögen. Aber auch Verletzlichkeit und Verzweiflung lässt sie in ihrer Darstellung immer wieder aufblitzen und läuft auch gesanglich immer wieder zur Höchstform auf.

Ebenfalls hervorragend besetzt sind die Nebenrollen. Toni Slama als Agent, Fast-Ehemann und Ersatzvater ist berührend in seiner fast schon verzweifelten Liebe zu Rose, die ihres Ehrgeizes wegen kein Happy End finden kann. Die Volksopern-Debütantin Lisa Habermann in der Rolle der Louise und späteren Gypsy Rose Lee konnte mit der Entwicklung von der vernachlässigten, burschikosen Tochter zur selbstbestimmten, femininen Striptease-Tänzerin genauso nachhaltig überzeugen wie Marianne Curn in ihrer Rolle als Baby June. Auch die Kinderdarsteller der beiden Schwestern, Livia Ernst und Katharina Kemp, leisteten Beachtliches. Eine großartige Leistung auch von Peter Lesiak als Tulsa, der zusätzlich mit einer Stepp-Einlage das Publikum begeisterte. Als herrlich komischer Burlesque-Star Tessie Tura im rosa Ballettröckchen zog Christian Graf, ab Saison 2017/18 festes Ensemblemitglied der Wiener Volksoper, alle Register seines Könnens und sorgte auch für einige Lacher.

Volksoper Wien / Musical Gypsy_ Ensemble © barbara pálffy / volksoper

Volksoper Wien / Musical Gypsy_ Ensemble © barbara pálffy / volksoper

Lorenz C. Aichner am Pult, lief mit dem Volksopernorchester zu wahrer Höchstform auf und lieferte erstklassige Broadwayklänge.

Werner Sobotka setzte mit seinem Team (Bühnenbild Stephan Prattes, Kostüme, Elisabeth Gresel) das Musical klug in Szene. Was eignet sich besser als überdimensionale, nostalgische Kisten und Koffer als Kulisse für eine Familie, die ständig unterwegs ist. Diese ermöglichen einen schnellen Kulissenwechsel und da wird schon mal aus einer Kiste ein China-Restaurant oder ein Büro und aus einem Koffer im Stile Louis Vuittons die Luxusgarderobe der berühmt gewordenen Gypsy Lee Rose.

Auch wenn trotz Kürzungen vereinzelt Längen zu spüren waren, dankte das Publikum mit ausgiebigem Jubel den Protagonisten und die Volksoper hat mit Gypsy einen neuen Publikums-Hit in ihrem Repertoire.

Musical Gypsy:  Premiere 10. September 2017, weitere Vorstellungen am 12., 14., 17., 23., 25., 28. September, 1., 4., 9., 12., 17., 19., 28. Oktober,, 4., 11., 12. November 2017

 

Wien, Volksoper, Premiere Musical Gypsy von Jule Stynes, 10.09.2017

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Volksoper Wien

Volksoper Wien © IOCO

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 Musical – Gypsy von Jule Stynes 

 Liedtexte von Stephen Sondheim, Buch von Arthur Laurents nach Gypsy: A Memoir von Gypsy Rose Lee,  Deutsche Fassung von Henry Mason, für die Volksoper eingerichtet von Werner Sobotka

Premiere 10. September 2017,  Weitere Vorstellungen am 12., 14., 17., 23., 25., 28. September, 1., 4., 9., 12., 17., 19., 28. Oktober, 4., 11., 12. November 2017

Volksoper Wien / Musical Gypsy - mit Sophie Grohmann, Emil Kurz, Simon Gaunersdorfer, Louisa Popovic (Baby June), Maria Happel (Rose), Sophie-Marie Hofmann (Baby Louise), Lino Gaier, Lili Krainz, Toni Slama (Herbie) © Jenni Koller / Volksoper Wien

Volksoper Wien / Musical Gypsy – mit Sophie Grohmann, Emil Kurz, Simon Gaunersdorfer, Louisa Popovic (Baby June), Maria Happel (Rose), Sophie-Marie Hofmann (Baby Louise), Lino Gaier, Lili Krainz, Toni Slama (Herbie) © Jenni Koller / Volksoper Wien

1957 war ein gutes Jahr für Gypsy Rose Lee. Die gefeierte „burlesque queen“ war auch als Schauspielerin gut im Geschäft und hatte eben ihre Autobiographie veröffentlicht – eine schonungslose Abrechnung mit ihrer dominanten Mutter, die sie und ihre Schwester June als Kinder zu Showstars dressiert und über die Vaudeville-Bühnen Amerikas gescheucht hatte.
Theaterproduzent David Merrick sah darin die ideale Geschichte für ein Musical. 1959 wurde Gypsy am Broadway uraufgeführt. Den sensationellen Erfolg hatten alle Beteiligten nicht zuletzt auch dem „Wunderteam“ von West Side Story zu verdanken: gemeinsam mit Buchautor Arthur Laurents und Liedtexter Stephen Sondheim schuf Komponist Jule Styne mit Nummern wie „Everything‘s coming up Roses“ oder „Let me entertain you“ Hits für die Ewigkeit. Übrigens sollte Sondheim ursprünglich auch die Musik schreiben, doch die Hauptdarstellerin Ethel Merman vertraute dem Neuling nicht …

Volksoper Wien / Musical Gypsy - Maria Happel als Mama Rose © Johannes Ifkovits

Volksoper Wien / Musical Gypsy – Maria Happel als Mama Rose © Johannes Ifkovits

Gypsy trägt zwar den Namen der Tochter, stellt aber ihre „stage mother“ („Eislaufmutter“) in den Mittelpunkt der Handlung: Mama Rose verfolgt ohne Rücksicht auf Verluste ihren Lebenstraum, ihre Töchter im Rampenlicht zu sehen. Und sie verliert viel: Die jüngere Tochter June entzieht sich ihr, der Verehrer Herbie verlässt sie, und als sich das hässliche Entlein Louise zum Striptease-Star Gypsy mausert, steht die Mutter alleine da …

An euphorischen Äußerungen über das Stück mangelt es wahrlich nicht: Für die amerikanischen Musikschriftsteller Ben Brantley und Frank Rich ist Gypsy das „wahrscheinlich größte aller Musicals“ bzw. „die frivole Antwort auf König Lear“. Am vielsagendsten ist wohl die Bezeichnung „Mutter aller Musicals“, denn eine Power-Mutter steht im Zentrum der Handlung. Die Hauptrolle (Clive Barnes: „einer der wenigen wirklich komplexen Charaktere des amerikanischen Musicals“) war seit der Uraufführung die Domäne großer Darstellerinnen: Auf Merman folgten u. a. Angela Lansbury und Patti LuPone.

Toni Slama (Herbie), Lisa Habermann (Louise), Marianne Curn (June), Maria Happel (Rose) © Barbara Pálffy/Volksoper Wien, zum einmaligen Abdruck freigegeben

Volksoper Wien / Musical Gypsy - Toni Slama als Herbie, Lisa Habermann (Louise), Marianne Curn June, Maria Happel als Rose © barbara pálffy / volksoper

Volksoper Wien / Musical Gypsy – Toni Slama als Herbie, Lisa Habermann (Louise), Marianne Curn June, Maria Happel als Rose © Barbara pálffy / Volksoper

Bei der Gypsy-Erstaufführung an der Volksoper wird Mama Rose von einer der herausragenden Charakterdarstellerinnen unserer Zeit verkörpert: Maria Happel. Regisseur Werner Sobotka kehrt nach Sondheims Die spinnen, die Römer! an die Volksoper zurück. Danny Costello und Stephan Prattes zeichnen erstmals für Choreographie bzw. Bühnenbild verantwortlich, und auch die Besetzungsliste verzeichnet einige Debütantinnen, darunter Tania Golden als Alternativbesetzung zur Hauptdarstellerin Maria Happel, Lisa Habermann (Louise) und Marianne Curn (June). Am Pult des Volksopernorchesters steht Lorenz C. Aichner.

Dirigent: Lorenz C. Aichner, Regie: Werner Sobotka, Choreographie: Danny Costello, Bühnenbild: Stephan Prattes, Kostüme: Elisabeth Gressel, Licht: Michael Grundner
Dramaturgie: Christoph Wagner-Trenkwitz,

Besetzung:  Mama Rose  Maria Happel/Tania Golden,  Herbie: Toni Slama, June: Marianne Curn, Louise: Lisa Habermann, Tessie Tura: Christian Graf, Miss Electra/Miss Cratchitt: Martina Dorak, Miss Mazeppa/Renée: Maren Kern, Tulsa: Peter Lesiak, Kansas: Oliver Liebl, Yonkers/Pastey: Simon Stockinger, L.A.: Maximilian Klakow, Papa: Wolfgang Hübsch, George/Weber/Cigar: Jens Claßen, Mr. Goldstein: Georg Wacks

Musical Gypsy an der Volksoper Wien:  Premiere 10. September 2017,  weitere Vorstellungen am 12., 14., 17., 23., 25., 28. September, 1., 4., 9., 12., 17., 19., 28. Oktober, 4., 11., 12. November 2017

Wien, Volksoper, Vivaldi – Die fünfte Jahreszeit, IOCO Kritik, 14.06.2017

Juni 14, 2017  
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Volksoper Wien © IOCO

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 Vivaldi – Die fünfte Jahreszeit  von Christian Kolonovits

Von Marcus Haimerl

BaRock-Oper bezeichnet der österreichische Komponist Christian Kolonovits sein Musical Vivaldi – Die fünfte Jahreszeit, das sich mit dem Leben des venezianischen Komponisten Antonio Vivaldi beschäftigt. Von seiner Kindheit, über Priesterweihe und seinen musikalischen Aufstieg bis zu seinem Tod in bitterer Armut in Wien, haben Kolonovits und seine Librettistin Angelika Messner Vivaldis Biografie aufbereitet. In der Musik finden sich Zitate aus Vivaldis Die vier Jahreszeiten zu den jeweiligen, nach den Jahreszeiten benannten Teilen des Stücks, ansonsten treffen hier Pop und Klassik aufeinander, eine sehr gefällige Musik mit vielen Ohrwürmern.

In einer Rahmenhandlung kommen die Mädchen der Rockband Vivaldi nach Wien um Noten aus dem letzten Lebensjahr ihres Idols zu finden. Stattdessen finden sie ein Tagebuch von Paolina Girò, der Schwester seiner Muse/Geliebten Annina Girò, die ihn nach Wien begleitet hat. Sie tauchen ein in das Leben Vivaldis. Da Vivaldis Mutter Musik für brotlose Kunst hält, übergibt sie den jungen Antonio an Kardinal Ruffo, der dem Jungen Avancen macht, um ihn zum Priester ausbilden zu lassen. Zum Priester geweiht rettet ihn eine „Weihrauchallergie“ vor dem Priesterdienst und er wird Geigenlehrer der Waisenmädchen des Ospedale della Pietà, die es bedauerlich finden, dass er Priester ist (Ein Jammer , dass er Priester ist). In Annina Girò, die bei ihm Unterricht nehmen möchte, findet er seine Muse. Annina bekommt die Hauptrolle in seinem neuen Stück und der Adel zerreißt sich die Mäuler über den Priester und seine Geliebte. Alsbald ist Vivaldis Stern langsam im Sinken begriffen, Absagen und Auftrittsverbote bestimmen sein künstlerisches Leben. Vivaldi versucht sein Glück in Rom, der Stadt der Kastraten. Bei einem Konzert kommt es zu einem Sängerwettstreit zwischen Annina und dem Kastraten Cafarelli. Annina fühlt sich von Vivaldi verraten und verlässt ihn. Auf dem Karlsplatz lesen die Mädchen die letzten Seiten des Tagebuchs, für sie bleibt die Erkenntnis, dass seine Musik durch sie weiterlebt: das ist die fünfte Jahreszeit.

Volksoper Wien / Vivaldi - Die fünfte Jahreszeit - Morton Frank Larsen im Kardinalskostuem © Markus Patak

Volksoper Wien / Vivaldi – Die fünfte Jahreszeit – Morton Frank Larsen im Kardinalskostuem © Markus Patak

Für die sehr kluge Regie zeichnete sich der Hausherr Robert Meyer verantwortlich. Die Bühnenbilder von Christof Cremer zeigen, auf einer Drehbühne angeordnet, die Karlskirche in Neonbeleuchtung, eine kleine Kammer Vivaldis in Venedig und für den Hauptteil des Abends ein Bühnengerüst, welches mit Prospekten in den jeweiligen Handlungsort verwandelt wird. Auch die etwas überzeichnenden, grellen, nahezu schrillen Kostüme stammen von Christof Cremer und passen hervorragend zur ganzen Show.

Volksoper Wien / Drew Sarisch als Vivaldi © Johannes Ifkovits

Volksoper Wien / Drew Sarisch als Vivaldi © Johannes Ifkovits

Christian Kolonovits stand auch am Pult des hochmotivierten Orchesters der Volksoper Wien, welches die Musik hervorragend umsetzte. In der Partie des Vivaldi beeindruckte der amerikanische Musical-Star Drew Sarich, der mit seinem beweglichen, facettenreichen Tenor das Publikum zu Jubelstürmen hinriss. Die amerikanische Sopranistin Rebecca Nelson, die an der Volksoper als Qualitätsgarant für klassische bis zeitgenössische Oper, für Operette und Musical gilt, ist in der Rolle der Annina Girò ein weiteres Highlight des Abends. Mit ihrem schönen, schlanken Sopran und der kräftigen Mittellage verzauberte sie das Publikum und der Wechsel zwischen Brust- und Kopfstimme war für sie ein Leichtes. Auch Julia Koci als Schwester Paolina Girò weiß zu überzeugen und begeisterte spätestens bei ihrem Lied Einmal im Leben das Publikum nachhaltig. Mit der ungeheuren Durchschlagskraft seines Baritons ist Morten Frank Larsen ein dämonischer Gegenspieler Vivaldis. Auch Boris Pfeifer als Carlo Goldoni, der Chronist und Spielleiter des Abends, hinterlässt nachhaltig Eindruck und der Countertenor Thomas Lichtenecker als Kastrat Cafarelli ist ein Ereignis für sich. Und auch Sulie Girardi, Wolfgang Gratschmaier und das restliche Ensemble lieferten tadellose Leistungen ab.

Ein Theaterabend, der das Publikum zu Recht nachhaltig beeindruckte, Standing Ovations inklusive.

Vivaldi – Vier Jahreszeiten In Wien – in der Volksoper, weitere Termine: 16.6.2017, 22.6.2017, 24.6.2017, 28.6.2017  –  27.1.2018, 1.2.2017, 11.2.2017

 

Wien, Volksoper, 2017/18 – 300.000 Besucher – Farbig, Lebensfroh , IOCO Aktuell, 05.05.2017

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Volksoper Wien

Volksoper Wien © IOCO

Volksoper Wien © IOCO

 Volksoper Wien 2017/18 – 8 Premieren, 310 Vorstellungen …

Die Volksoper ist mit 315.000 Besuchern neben der Wiener Staatsoper das zweitgrößte Opernhaus Wiens: Als Sprechtheater gegründet bietet es heute die gesamte Bandbreite des Musiktheaters: Oper, Operette, Musical und Ballett. Mit 1261 Sitzplätzen ist die Volksoper so groß wie die Opernhäuser in Frankfurt, Düsseldorf oder Hannover. Intendant Robert Meyer leitet das Haus seit September 2007. Farbig, vielschichtig und lebensfroh widmet sich die Volksoper als einziges Wiener Haus gezielt dem Genre Operette. 83% Auslastung in über 300 Vorstellungen sind Zeichen  hoher Anerkennung.

Die Volksoper Spielzeit 2017/18 in Zahlen

8 Premieren, davon 2 x Operette, 3 x Oper, 2 x Musical und 1 x Ballett, sowie 4 Wiederaufnahmen. Von den 310 Vorstellungen wird 78 x Operette, 96 x Oper, 78 x Musical, 34 x Ballett gespielt. 24 Spezialveranstaltungen (davon 14 x Heute im Foyer) und 10 Vorstellungen im Kasino am Schwarzenbergplatz runden den Spielplan ab.

Volksoper Wien / Blick von der Bühne in den Zuschauerraum © Dimo Dimov/Volksoper Wien

Volksoper Wien / Blick von der Bühne in den Zuschauerraum © Dimo Dimov/Volksoper Wien

  Die Premieren

10. September 2017 – Zum Saisonauftakt bringt die Volksoper Jule Stynes Broadway-Hit Gypsy nach Wien. Die Lebensgeschichte des Burlesque-Star Namen Gypsy Rose Lee, wurde 1959 am Broadway uraufgeführt und zählt zu den Klassikern des amerikanischen Musicals. Nun kommt die Geschichte von Mama Rose, die alles nur Erdenkliche tut, um die Theaterkarrieren ihrer Töchter June und Louise voranzubringen, erstmals auf die Bühne der Volksoper Wien. Werner Sobotka inszeniert, Lorenz C. Aichner übernimmt die musikalische Leitung. Ksch Maria Happel gibt als ehrgeizige Mama Rose ihr Musicaldebüt, ihre Töchter Louise und June werden von den Hausdebütantinnen Lisa Habermann und Marianne Curn verkörpert.

 Volksoper Wien / Intendant Robert Meyer © Johannes Ifkovits/Volksoper Wien

Volksoper Wien / Intendant Robert Meyer © Johannes Ifkovits/Volksoper Wien

14. Oktober 2017 – Mit Giuseppe Verdis Oper Die Räuber (I masnadieri) setzt die Volksoper ihre Tradition fort, das Repertoire um selten gespielte Werke zu erweitern. Verdi komponierte das Stück 1847 nach Friedrich Schillers gleichnamigen Sturm-und-Drang-Drama. 1963 fand an der Volksoper die österreichische Erstaufführung der Räuber in deutscher Sprache statt, nun inszeniert Alexander Schulin Verdis Frühwerk mit KS Kurt Rydl als Graf Moor und Vincent Schirrmacher und Boaz Daniel als seine Söhne Karl und Franz.

19. November 2017 – Wer kennt sie nicht, die Geschichte von der Holzpuppe, die zum Leben erwacht und deren Nase wächst, wenn sie lügt? Inspiriert durch den gleichnamigen Kinderbuchklassiker Carlo Collodis schufen der italienische Komponist Pierangelo Valtinoni und sein Textdichter Paolo Madron 2001 für das Teatro Olimpico in Vicenza die Kinderoper Pinocchio. 2006 gab die Komische Oper Berlin eine größere, zweiaktige Fassung in Auftrag. In der österreichischen Erstaufführung singt die junge Sopranistin Juliette Khalil die Titelpartie, außerdem begegnen wir dem alten Holzschnitzer Geppetto und der guten Fee; die Mitglieder des Kinderchors und des Jugendchors der Volksoper erleben wir unter anderem als Schnecken, Raben, Eulen, Hasen, Thunfische, Grillen und Puppen. Philipp M. Krenn gibt als Regisseur sein Volksoperndebüt, Guido Mancusi dirigiert das Orchester der Volksoper Wien.

9. Dezember 2017 – Dem wohl berühmtesten Liebespaar aller Zeiten widmet Choreograph Davide Bombana seine neue Auftragsarbeit für das Wiener Staatsballett, Roméo et Juliette zur gleichnamigen Symphonie dramatique von Hector Berlioz. Eine wesentliche Rolle kommt bei dieser Produktion dem Chor des Hauses zu, womit Roméo et Juliette zugleich die Linie des preisgekrönten Publikumsschlagers Carmina Burana fortsetzt. Für eine spektakuläre Ausstattung garantiert die Stuttgarter Bild- und Lichtkünstlerin rosalie.

17. Februar 2018 – Gemeinsam mit den Librettisten Victor Léon und Heinrich von Waldberg gestaltete Richard Heuberger aus dem Lustspiel Die rosa Dominos die Operette Der Opernball. Das Ergebnis des kongenialen Trios: ein virtuos komponiertes amouröses Verwirrspiel rund um zwei lebenslustige Gatten (Carsten Süss und Marco Di Sapia), die von ihren Frauen (Kristiane Kaiser und Ursula Pfitzner) auf die Treueprobe gestellt werden. 1898 hatte Der Opernball im Theater an der Wien Premiere und war ein sensationeller Erfolg. In der aktuellen Neuproduktion verlegt Regisseur Axel Köhler die Handlung von Paris nach Wien, in die heutige Zeit. Die musikalische Leitung liegt in den bewährten Händen von Alfred Eschwé, Anita Götz zieht als freches Kammermädchen Helene alle Fäden und Heinz Zednik kehrt als Theophil Almpichler auf die Bühne zurück.

17. März 2018  –  Fußballfans kennen ihn in- und auswendig – den Song „You’ll Never Walk Alone“. Dabei wissen wahrscheinlich nur die wenigsten, dass das Lied eigentlich von Richard Rodgers und Oscar Hammerstein – den erfolgreichsten Musical-Autoren der 40er und 50er Jahre stammt und für das Musical Carousel entstand. Am 19. April 1945 wurde es am Broadway uraufgeführt und über zwei Jahre vor vollem Haus gespielt. Die tragische Liebesgeschichte von Billy Bigelow und Julie Jordan basiert auf Molnárs Bühnenstück Liliom. 1972 holte Marcel Prawy Carousel an die Volksoper Wien, 46 Jahre später setzt Regisseur Henry Mason den Klassiker gemeinsam mit seinem Ausstatter Jan Meier in Szene. Musicalspezialisten Joseph R. Olefirowicz am Pult des Volksopernorchesters, in der Titelpartie gibt Daniel Schmutzhard als Karussell-Ausrufer Billy Bigelow sein Musicaldebüt, Mara Mastalir singt seine Julie.

Volksoper Wien / Kammeroper Marilyn Forever - Rebecca Nelsen © Johannes Ifkovits

Volksoper Wien / Kammeroper Marilyn Forever – Rebecca Nelsen © Johannes Ifkovits

14. April 2018 – Im Kasino am Schwarzenbergplatz kommt das Leben von Hollywood-Legende Marilyn Monroe auf die Bühne. Gavin Bryars‘ Kammeroper Marilyn Forever wurde 2013 in Victoria, Kanada, uraufgeführt und seither zwei weitere Male, im australischen Adelaide und in Kalifornien, nachgespielt. Die Volksoper produziert nun in der Regie von Christoph Zauner die europäische Erstaufführung des Stücks. Ausgehend von der letzten Nacht im Leben Marilyn Monroes, dem 5. August 1962, entfalten sich vor dem Publikum die Szenen der Oper wie Puzzleteile, die den Mythos Marilyn abbilden. Ein Regisseur (Morten Frank Larsen) konfrontiert Marilyn (Rebecca Nelsen) in einer fiktiven Probensituation mit den Widersprüchen ihres Lebens und schlüpft in die Rollen ihrer Männer. Ein kleiner Chor kommentiert das Geschehen. Das achtköpfige Kammerorchester unter der Leitung von Wolfram-Maria Märtig wird durch ein Jazztrio auf der Bühne ergänzt.

 2. Juni 2018 –  Als Gasparone 1884 im Theater an der Wien uraufgeführt wurde, war das Publikum begeistert und Carl Millöcker bereits weltberühmt. Die Volksoper zeigt die Fassung aus dem Jahr 1932 mit dem bekannten Lied „Dunkelrote Rosen“ in der Regie von Olivier Tambosi, der hier zuletzt das Musical Der Mann von la Mancha brillant in Szene setzte. Sebastian Geyer gibt als geheimnisvoller Fremder sein Debüt an der Volksoper Wien, Mara Mastalir spielt seine Angebetete, die schöne verwitwete Gräfin Carlotta.

Wiederaufnahmen der Saison 2017 / 18

sind Johann Strauß‘ Eine Nacht in Venedig ab 10. Jänner 2018, Antonín Dvoráks Rusalka ab 25. März 2018, das Ballett Ein Sommernachtstraum in der Choreographie von Jorma Elo zur Musik von Felix Mendelssohn Bartholdy ab 20. April 2018 und die Erfolgsproduktion Sweeney Todd von Stephen Sondheim ab 12. Juni 2018

Volksoper Wien / Der Bettelstudent - Carsten Suess (Symon Rymanowicz), Rebecca Nelsen (Laura), Wiener Staatsballett © Barbara Palffy/Volksoper Wien

Volksoper Wien / Der Bettelstudent – Carsten Suess (Symon Rymanowicz), Rebecca Nelsen (Laura), Wiener Staatsballett © Barbara Palffy/Volksoper Wien

Repertoire der Saison 2017/18

Die Fledermaus (Johann Strauß), Der Bettelstudent (Carl Millöcker), Die lustige Witwe (Franz Lehár), Die Zirkusprinzessin (Emmerich Kálmán), Axel an der Himmelstür (Ralph Benatzky), Die Zauberflöte (Wolfgang A. Mozart), Der Barbier von Sevilla (Gioachino Rossini), Hänsel und Gretel (Engelbert Humperdinck), La Traviata (Giuseppe Verdi), La Wally (Alfredo Catalani), Hoffmanns Erzählungen (Jacques Offenbach), Die Hochzeit des Figaro (Wolfgang A. Mozart), Wie man Karriere macht, ohne sich anzustrengen (Frank Loesser), My fair Lady (F. Loewe/A. J. Lerner), The Sound of Music (R. Rodgers/O. Hammerstein), Der Zauberer von Oz (Harold Arlen), Vivaldi – Die fünfte Jahreszeit (Christian Kolonovits), Marie Antoinette (Ballett, Patrick de Bana – Georg Philip Telemann), Cendrillon (Aschenputtel) (Ballett, Thierry Malandain – Sergej Prokofjew), Der Feuervogel / Petruschka / Movements to Stravinsky (Ballett, Andrey Kaydanovskiy, Eno Peci, András Lukács – Igor Strawinski).

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