Wien, Volksoper Wien,WIEDERAUFNAHME – THE SOUND OF MUSIC, 30.04.2012

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Volksoper Wien

WIEDERAUFNAHME „THE SOUND OF MUSIC“ AM 30. APRIL 2012,

NEUE BEGINNZEIT: 19:30 UHR

Die Wiederaufnahme des Musicals „The Sound of Music“ am 30. April 2012 beginnt um 19:30 Uhr (statt wie ursprünglich angekündigt um 19:00 Uhr)

Weitere Infos unter www.volksoper.at

Wir bitten Sie, diese für wichtige Information in Ihrem Medium zu kommunizieren und in Ihren Programmhinweisen zu berücksichtigen. Daher bitten wir Sie auch um Weiterleitung an die Spielplanredaktion.

http://www.volksoper.at/Content.Node2/home/spielplan/spielplan_detail.php?eventid=1150287

 

Wien, Volksoper Wien, Kammersänger Heinz Holecek verstorben, 13.04.2012

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Volksoper Wien

Kammersänger Heinz Holecek verstorben

Kammersänger Heinz Holecek ist heute in der Früh an seinem 74. Geburtstag nach langer schwerer Krankheit in Wien verstorben.

Heinz Holecek wurde am 13. April 1938 in Wien geboren. Seine Gesangsausbildung erhielt er bei Elisabeth Radó an der Akademie für Musik und darstellende Kunst in Wien. Am 16. Dezember 1960 gab der 22-jährige Künstler an der Volksoper sein sensationelles Debüt als Papageno in der Premiere von „Die Zauberflöte“ (Regie: Otto Fritz). Diese Partie sollte ihn noch ein Vierteljahrhundert lang begleiten: Er sang sie 97-mal an der Volksoper und 116-mal an der Staatsoper, an der er am 16. Jänner 1962 – ebenfalls als Papageno – debütiert hatte. 1961 folgte an der Volksoper die Premiere von Gian Carlo Menottis Einakter „Die Jungfer und der Dieb“, in dem der junge Bassbariton an der Seite von Olive Moorefield den Bob sang. 1963 kam der Titelpartie in „Gianni Schicchi“ in der Regie von Otto Schenk eine weitere Traumpartie hinzu. Im selben Jahr folgte auch der Lord Tristan in der Premiere von „Martha“. Haydns Oper „Das brennende Haus“, in der er ab 1965 den Hanswurst sang, nahm für den Künstler einen besonderen Stellenwert ein. Renate Holm als Colombine war hier – wie bereits in „Die Zauberflöte“ – seine Bühnenpartnerin. Ebenfalls 1965 folgte der Ramiro in Ravels Einakter „Die spanische Stunde“ in der Regie von Otto Schenk. Während seines Engagements an der Volksoper trat KS Heinz Holecek auch zusätzlich an der Wiener Staatsoper auf. Ab 1967 wurde er schließlich an das Haus am Ring, dem er bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1998 künstlerisch angehörte, vertraglich verpflichtet. An der Wiener Staatsoper zählten neben dem bereits erwähnten Papageno der Masetto und Leporello in „Don Giovanni“, Figaro in „Le nozze di Figaro“, Bartolo in „Il barbiere di Siviglia“, Schaunard in „La Bohème“ sowie Dr. Falke und Frank in „Die Fledermaus“ zu seinen wichtigsten Partien. Doch auch der Volksoper blieb KS Heinz Holecek künstlerisch verbunden: 1967 als Moruccio in „Tiefland“ und Dr. Falke in „Die Fledermaus“, 1977 als Homonay in der Neuinszenierung des „Zigeunerbaron“ von Heinz Marecek. 1990 folgte der Lothar in „Ein Walzertraum“, 1991 der Kagler in „Wiener Blut“ sowie der Jack in „Kiss me, Kate“. Im Jahr 2000 kam mit dem Doolittle in „My Fair Lady“ eine weitere Hauptpartie hinzu.

Zuletzt trat KS Heinz Holecek an der Volksoper Wien am 8. April 2011 anlässlich einer Festvorstellung zu seinem 50-jährigen Bühnenjubiläum als Frosch in „Die Fledermaus“ auf.

Auch abseits der Bühne war der beliebte Künstler durch seine zahlreichen TV-Sendungen, Parodien, Wienerlied- und Leseabende und seinen Einsatz für den Tierschutz bekannt.

Robert Meyer zum Tod von KS Heinz Holecek

„Mit Kammersänger Heinz Holecek verliert die Volksoper und die Musikwelt einen Ihrer größten Lieblinge der letzten Jahrzehnte, einen Giganten unseres Ensembles, der sich mit unzähligen Rollen beginnend vom Papageno bis zum Frosch in die Herzen des Publikums gespielt hat.

Die Volksoper trauert um ihren lieben Honzo. Er wird uns unvergessen bleiben.“

Wien, Volksoper Wien, Das Wundertheater / Der Bajazzo, 31.03.2012

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Volksoper Wien

Das Wundertheater / Der Bajazzo

Oper von Hans Werner Henze, Ruggero Leoncavallo

Samstag 31. März 2012
Beginn: 19.00 Uhr

Wie viel hat Theater mit der Wirklichkeit zu tun? Welche Wahrheiten erzählen uns die Geschehnisse auf der Bühne und die Reaktionen des Publikums? Hans Werner Henzes “Wundertheater” nach einem Intermezzo von Miguel Cervantes von 1964 und Ruggero Leoncavallos veristische Oper “Der Bajazzo” von 1892 stellen auf unterschiedliche Weise die Frage nach Spiel und Realität im Theater.

Termine:

März 2012: 31. Samstag 19:00

April 2012: 05. Donnerstag 19:00; 13. Freitag 19:00; 15. Sonntag 16:30; 18. Mittwoch 19:00; 22. Sonntag 19:00; 25. Mittwoch 19:00

 Besetzung:

ChoreinstudierungThomas Böttcher
Regie und Bühne Thomas Schulte-Michels
KostümeTanja Liebermann
ChoreinstudierungThomas Böttcher

 Dirigent Enrico Dovico

Canio (Bajazzo)Ray M. Wade Jr.
Nedda (Colombina)Melba Ramos
Tonio (Taddeo)Morten Frank Larsen
Beppo (Harlekin)JunHo You
SilvioMathias Hausmann
Erster BauerHubertus Reim
Zweiter BauerJoachim Moser

Dirigent Gerrit Prießnitz

Chanfalla, WundertheaterdirektorJörg Schneider
Chirinos, seine GefährtinMartina Dorak
Der KnirpsKarl-Michael Ebner
Der GobernadórAlexander Trauner
Benito Repollo, AlcaldeMartin Winkler
Teresa, seine TochterElisabeth Schwarz
RepolloPatrick Lammer
Juan Castrado, RegidorKlemens Sander
Juana Castrada, seine TochterAndrea Bogner
Pedro Capacho, SchreiberChristian Drescher
Ein FourierNicolaus Hagg

Wien, Volksoper Wien, Wiener Musik und Melange, 22.04.2012

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Volksoper Wien

Wiener Musik und Melange

Spezial

Sonntag 22. April 2012
Beginn: 11.00 Uhr

Ein besonders genussvolles Jubiläum feiert die Volksoper in einer Matinee am 22. April: Julius Meinl Kaffee wird 150 Jahre alt. 1862 begann Julius Meinl I. mit der professionellen Röstung von Kaffee und brachte durch diese Innovation echten Kaffeegenuss in die Kaffeehäuser und Haushalte.

Julius Meinl Austria stellt 50 % der Einnahmen aus dem Kartenverkauf der St. Anna Kinderkrebsforschung zur Verfügung.

Wiener Musik und Melange – Matinee 150 Jahre Julius Meinl Kaffee
Mit Ausschnitten aus Operetten von Johann Strauß, Franz Lehár und Ralph Benatzky, Musicals von Richard Rodgers und Frank Loesser sowie mit Schlagern von Hermann Leopoldi werden die Freuden des Kaffee- und Teegenusses an diesem Vormittag besungen. Ein Lied aus der Abraham-Operette “Dschainah, das Mädchen aus dem Tanzhaus” erinnert an den Kunstmäzen Julius Meinl II., der 1935 dieses Werk für seine Frau Michiko Tanaka in Auftrag gab. (Ein Foto der beiden sehen Sie weiter oben.) Den Abschluss machtdas Finale von Richard Strauss’ “Rosenkavalier”. Durch das Programm führt Christoph Wagner-Trenkwitz. Guido Mancusi dirigiert das Orchester der Volksoper Wien.

Wien,Volksoper Wien, CARMINA BURANA Zusatztermine und vorgezogener Vorverkauf für Juni, März 2012

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Volksoper Wien

„CARMINA BURANA“ ZUSATZTERMINE UND VORGEZOGENER VORVERKAUF FÜR JUNI WEGEN GROßER NACHFRAGE

Aufgrund des überwältigenden Erfolges von „Carmina Burana“ gibt es vier weitere Zusatzvorstellungen am:

Freitag, 27. April 2012, 19:00 Uhr (statt „Die Csárdásfürstin“)
Samstag, 2. Juni 2012, 19:30 Uhr (geänderte Beginnzeit!) (statt „Das Land des
Lächelns“)
Montag, 4. Juni 2012, 19:00 Uhr (statt „Le Concours“)
Mittwoch, 13. Juni 2012, 19:00 Uhr (statt „Junge Talente des Wiener
Staatsballett“)

Bereits gekaufte Karten behalten ihre Gültigkeit oder können umgetauscht werden.

Weitere Infos unter www.volksoper.at

Wien, Volksoper Wien, Premiere CANDIDE, 22.01.2012

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Volksoper Wien

 Premiere Leonard Bernsteins Candide

Mit Leonard Bernsteins “Candide“ in einer konzertanten Produktion startet die Volksoper ins neue Jahr 2012. Am 22. Jänner hat die “Comic Operetta“, die von Kritikern bei der Uraufführung im Jahr 1956 in New York als “eine brillante musikalische Satire“ und als “die beste komische Oper seit dem Rosenkavalier“ bejubelt wurde, Premiere im Haus am Währinger Gürtel.

,Candide’, das Musical der Herren Voltaire und Bernstein, ist das einzige seiner Art, dessen genaue Inhaltsangabe – rasch vorgetragen – ebenso lange dauert wie das Musical selbst. Dabei ist es eine ganz entzückende, durchaus aktuelle Geschichte. Candide liebt Cunegonde, und wir begleiten das Paar – meist getrennt – auf einer Art Abenteuerurlaub, wobei die sympathischen Liebesleute sich nichts entgehen lassen, was den zeitgemäßen Tourismus so kurzweilig gestaltet …“ (Loriot)

Leonard Bernsteins “Candide“ in Loriots Konzertfassung erstmals an der Volksoper

Von seinem Lehrer Pangloss (Morten Frank Larsen) im Glauben bestärkt, in der “besten aller möglichen Welten“ zu leben, reist der Titelheld Candide (Stephen Chaundy) auf der Suche nach seiner Geliebten Cunegonde (Jennifer O’Loughlin) zur Zeit der spanischen Inquisition vom heimatlichen Westfalen nach Lissabon, Paris, Buenos Aires, Venedig und zurück nach Westfalen. Natürlich begegnet Candide auf seinen Irrfahrten einer Vielzahl origineller Sonderlinge, wie etwa der Old Lady (Kim Criswell).

Voltaires scharfsinnige Satire “Candide“, in der ein “Argloser“ zum Held gemacht wird, war nicht nur titelgebend für das Musical, sondern diente zugleich als literarische Vorlage. Der französische Aufklärer, dessen Werk nach Erscheinen 1759 in Genf öffentlich verbrannt wurde, rechnet in “Candide ou l’Optimise“ humorvoll und mitleidlos mit naivem Optimismus ab. Unter dem Eindruck des Erdbebens in Lissabon im Jahr 1755, wo 30.000 Menschen ums Leben gekommen waren, und des 1756 ausbrechenden Siebenjährigen Krieges setzte sich Voltaire mit der Maxime des metaphysischen Optimismus auseinander: Leben wir wirklich, wie Leibnitz behauptete, in der “besten aller möglichen Welten“? Sollen wir wirklich, wie Pope fordert, “lachen, wo wir müssen und arglos (candide) sein, wo wir können“?

Leonard Bernstein schuf auf Basis des Stoffes von Voltaire zunächst gemeinsam mit den Autoren Lillian Hellman und Richard Wilbur eine der besten möglichen Partituren. “Glitter and Be Gay“, “I Am Easily Assimilated“ oder auch die überwältigende Ouvertüre zählen zu den großartigsten Schöpfungen amerikanischen Musiktheaters. Einhellig wünschte man “Candide“ ein langes Leben am Broadway – vergebens, denn nach nur 73 Vorstellungen schloss sich der Vorhang für längere Zeit über dem Meisterwerk. Erst Harold Princes Neubearbeitung (1974) hauchte “Candide“ wieder Bühnenleben ein, doch eine szenische Umsetzung der Story blieb problematisch. In der Volksoper kommt nun erstmals die ungemein unterhaltsame Konzertfassung des Werkes mit deutschen Zwischentexten von dem jüngst verstorbenen Meisterhumoristen Vicco von Bülow alias Loriot zur Aufführung. Hausherr Robert Meyer schlüpft dabei in die Rolle des Erzählers. Am Pult des Volksopernorchesters steht Joseph R. Olefirowicz. Der amerikanische Dirigent debütierte 2008 mit “Anatevka“ an der Volksoper, im darauffolgenden Jahr leitete er die erfolgreiche Neuproduktion von “Guys and Dolls“ und dirigierte “Die lustige Witwe“, “Die Blume von Hawaii“ sowie das Open Air Konzert zur Saisoneröffnung 2010/11.

Premiere am 22. Jänner 2012, 19:00 Uhr
Weitere Aufführungen am 24., 26. und 29. Jänner 2012

Leonard Bernstein
Candide (konzertant)
Comic operetta in zwei Akten
Buch von Hugh Wheeler nach Voltaires gleichnamiger Satire

Liedtexte von Richard Wilbur, zusätzliche Liedtexte von Stephen Sondheim, John Latouche, Dorothy Parker, Lillian Hellman und Leonard Bernstein.

Erzähltexte von Loriot

Konzertante Aufführung in englischer und deutscher Sprache mit deutschen Übertiteln

Dirigent: Joseph R. Olefirowicz
Choreinstudierung: Michael Tomaschek
Dramaturgie: Christoph Wagner-Trenkwitz

Mit: Robert Meyer (Erzähler), Stephen Chaundy (Candide), Jennifer O’Loughlin (Cunegonde), Morten Frank Larsen (Pangloss/Martin), Kim Criswell (Old Lady), Beate Ritter (Paquette), Otoniel Gonzaga (Governor), Jeffrey Treganza (Vanderdendur/Ragotzky), Steven Scheschareg (Maximilian/Captain), Karl Huml (Junkman/Zar Iwan), Andrew Johnson (Sultan Achmet), Frederick Greene (1. Inquisitor), Thomas Plüddeman (2. Inquisitor), Heinz Fitzka (3. Inquisitor).

Wien, Volksoper Wien, DIE SPINNEN, DIE RÖMER! ZUSATZTERMINE FÜR MAI 2012 WEGEN GROSSER NACHFRAGE

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Volksoper Wien

*DIE SPINNEN, DIE RÖMER!”

ZUSATZTERMINE UND VORGEZOGENER VORVERKAUF FÜR MAI WEGEN GROSSER NACHFRAGE

Aufgrund des überwältigenden Erfolges von *Die spinnen, die Römer!” gibt es zwei Zusatzvorstellungen am

Samstag, 28. Jänner 2012, 19:00 Uhr, Preise A (statt *Der Mantel”/”Gianni Schicchi”)
Montag, 30. Jänner 2012, 19:30 Uhr, Preise A (statt *Le Concours”)

Bereits gekaufte Karten behalten ihre Gültigkeit oder können umgetauscht werden.

Außerdem beginnt ab sofort der Vorverkauf für die Vorstellungsserie von
*Die spinnen, die Römer!” im Mai mit Sigrid Hauser in der Rolle des Pseudolus.

Für Weihnachtsgeschenke in letzter Sekunde sind die Bundestheaterkassen am 24.12. von 9 bis 12 Uhr geöffnet.

Weitere Infos unter www.volksoper.at

Wien, Volksoper Wien, Premiere Die spinnen, die Römer!, IOCO-Bericht


Kritik

Volksoper Wien

Die spinnen, die Römer!  von Stephen Sondheim, Premiere am 17.12.2011

oder:

Pseudolus, alias Robert Meyer, hat das Sklavendasein satt

Volksoper Wien, Robert Meyer (Pseudolus), Bettina Mönch (Philia), Paul Schweinester (Hero)  (c)Rita Newman/Volksoper  Volksoper Wien, Robert Meyer (Pseudolus), Bettina Mönch (Philia), Paul Schweinester (Hero)  (c)Rita Newman/Volksoper  Volksoper Wien, Florian Spiess (Miles Gloriosus), Robert Meyer (Pseudolus)  (c)Barbara Palffy/Volksoper

Eingedenk der in Studentenzeiten genossenen Verfilmung mit dem deutschen Titel “Toll trieben es die alten Römer” unter der Regie Richard Lesters mit dem phantastischen alten Buster Keaton als Erronius in seiner letzten Rolle aus dem Jahr 1966 waren die Erwartungen an die Premiere in der Wiener Volksoper entsprechend hoch.

Und, um es gleich vorweg zu sagen, sie wurden nicht enttäuscht! Dazu ist es der Direktion der Volksoper auch noch gelungen, den Innsbrucker Universitätsprofessor und derzeitigen österreichischen Bundesminister für Wissenschaft und Forschung, Karlheinz Töchterle, für einen gehaltvollen Beitrag zum Thema Komödie im Programmheft zu gewinnen.

Ein sichtlich bestens gelaunter David Levi dirigierte das Orchester schwungvoll und temporeich durch die in bester Musicaltradition komponierten Melodien Stephen Sondheims, der Ende der 1950er Jahre mit Leonard Bernstein zusammengearbeitet und dabei für “West Side Story” und “Gypsy” Song-Texte verfasst hatte. Das Musical “A Funny Thing Happened on the Way to the Forum” mit seiner aberwitzigen Handlung, die aus den schon in der Antike sehr erfolgreichen Komödien des Titus Maccius Plautus von Burt Shevelove und Larry Gelbart kompiliert wurde, erlebte schließlich 1962 seine Uraufführung am Broadway und verhalf dem Komponisten zum Durchbruch. Die amerikanischen Texte wurden 1987 von Martin Flossmann kongenial ins Deutsche übertragen und waren im Wiener Simpl erstmals zu hören.

Volksoper Wien, Bettina Mönch (Philia) (c)Barbara Palffy/Volksoper   Volksoper Wien, Herbert Steinböck (Senex), Boris Pfeifer (Hysterium), Robert Meyer (Pseudolus), Sigrid Hauser (Maxi Lycus)  (c) Barbara Palffy/Volksoper  Volksoper Wien, Paul Schweinester (Hero)  (c)Barbara Palffy/Volksoper

Durch die unaufdringliche Regie Werner Sobotkas konnte sich das verrückte Spiel mit seinen Verwirrungen und Komplikationen völlig natürlich entfalten und riss so das Publikum zu Lachstürmen hin. Getragen wurde die Aufführung vor allem vom Prinzipal des Hauses, Robert Meyer, der in der Rolle des Sklaven Pseudolus, der das Sklavendasein satt hat und endlich freigelassen werden möchte, alle Register seines bekannten Komödiantentums vom fulminanten Beginn bis zum Happy End zog.

Umgeben war er von einem Ensemble, das ihm in Spielfreude und Temperament um nichts nachstand. Als sein Gegenspieler Hysterium, Sklave im selben Haushalt wie er selbst und von ihm schließlich erfolgreich für seine Zwecke eingesetzt, agierte höchst überzeugend der immer aufgeregte und nervöse Boris Pfeiffer (“Ich bin ganz ruhig…”). Die Herrin des Haushalts gab Dagmar Hellberg als herrschsüchtige Domina, die den Pantoffelhelden Senex (Herbert Steinböck) bei seinen vergeblichen Versuchen, aus dem ehelichen Joch auszubrechen, erfolgreich unter Kontrolle hatte.

Volksoper Wien, Sigrid Hauser (Maxi Lycus), Kurtisanen  (c) Barbara Palffy/Volksoper   Volksoper Wien, Herbert Steinböck (Senex)  (c)Barbara Palffy/Volksoper  Volksoper Wien, Boris Pfeifer (Hysterium), Gernot Kranner (Erronius), Drei Soldaten, Robert Meyer (Pseudolus), Florian Spiess (Miles Gloriosus), Herbert Steinböck (Senex), Dagmar Hellberg (Domina) (c)Barbara Palffy/Volksoper

Ihr noch unschuldiger Sohn Hero (Paul Schweinester) schmachtete zum Herzerweichen seine ebenfalls noch jungfräuliche Philia (Bettina Mönch) an, die weder kochen, rechnen noch lesen kann, dafür aber im “Lieblich sein” äußerst erfolgreich ausgebildet wurde und dies auch bühnenwirksam zur Geltung brachte. Ihnen ist das Happy End gewiss.

Bis dahin sind aber noch Hürden zu überwinden, da das Schicksal in Gestalt des Kurtisanenhändlers Lycus (sehr geschäftstüchtig Sigrid Hauser) die liebliche Philia zunächst dem Miles gloriosus zugedacht hatte. Diesen interpretierte, seine Muskeln spielen lassend, der groß gewachsene und körperlich alle überragende Florian Spiess. Der auf der Suche nach seinen von Piraten entführten Kindern alt gewordene Erronius (Gernot Kranner) sorgt letzten Endes für die Auflösung aller Verwicklungen, indem er diese in Philia und dem Miles gloriosus erkennt.

Für Hollywood-Glamour sorgten mit zum Teil akrobatischen Leistungen die Tänzerinnen der sechs Kurtisanen. Komplettiert wurde das Ensemble durch “drei Männer“, die in rasanten Kostümwechseln Jünglinge, Eunuchen, Amoretten und Soldaten verkörperten. Das Bühnenbild wie auch die Kostüme erinnerten ein bisschen an Asterix.

Insgesamt ein Spaß, den sich niemand entgehen lassen sollte, denn “morgen wird es tragisch, heute wird gelacht!”

IOCO / CHK + MK / Dezember 2011

Wien, Volksoper Wien, Premiere Die spinnen die Römer, IOCO Kritik, 17.12.2011


Kritik

Volksoper Wien

Die spinnen, die Römer!  von Stephen Sondheim, Premiere am 17.12.2011

oder: Pseudolus, alias Robert Meyer, hat das Sklavendasein satt

Volksoper Wien, Robert Meyer (Pseudolus), Bettina Mönch (Philia), Paul Schweinester (Hero)  (c)Rita Newman/Volksoper  Volksoper Wien, Robert Meyer (Pseudolus), Bettina Mönch (Philia), Paul Schweinester (Hero)  (c)Rita Newman/Volksoper  Volksoper Wien, Florian Spiess (Miles Gloriosus), Robert Meyer (Pseudolus)  (c)Barbara Palffy/Volksoper

Eingedenk der in Studentenzeiten genossenen Verfilmung mit dem deutschen Titel “Toll trieben es die alten Römer” unter der Regie Richard Lesters mit dem phantastischen alten Buster Keaton als Erronius in seiner letzten Rolle aus dem Jahr 1966 waren die Erwartungen an die Premiere in der Wiener Volksoper entsprechend hoch.

Und, um es gleich vorweg zu sagen, sie wurden nicht enttäuscht! Dazu ist es der Direktion der Volksoper auch noch gelungen, den Innsbrucker Universitätsprofessor und derzeitigen österreichischen Bundesminister für Wissenschaft und Forschung, Karlheinz Töchterle, für einen gehaltvollen Beitrag zum Thema Komödie im Programmheft zu gewinnen.

Ein sichtlich bestens gelaunter David Levi dirigierte das Orchester schwungvoll und temporeich durch die in bester Musicaltradition komponierten Melodien Stephen Sondheims, der Ende der 1950er Jahre mit Leonard Bernstein zusammengearbeitet und dabei für “West Side Story” und “Gypsy” Song-Texte verfasst hatte. Das Musical “A Funny Thing Happened on the Way to the Forum” mit seiner aberwitzigen Handlung, die aus den schon in der Antike sehr erfolgreichen Komödien des Titus Maccius Plautus von Burt Shevelove und Larry Gelbart kompiliert wurde, erlebte schließlich 1962 seine Uraufführung am Broadway und verhalf dem Komponisten zum Durchbruch. Die amerikanischen Texte wurden 1987 von Martin Flossmann kongenial ins Deutsche übertragen und waren im Wiener Simpl erstmals zu hören.

Volksoper Wien, Bettina Mönch (Philia) (c)Barbara Palffy/Volksoper   Volksoper Wien, Herbert Steinböck (Senex), Boris Pfeifer (Hysterium), Robert Meyer (Pseudolus), Sigrid Hauser (Maxi Lycus)  (c) Barbara Palffy/Volksoper  Volksoper Wien, Paul Schweinester (Hero)  (c)Barbara Palffy/Volksoper

Durch die unaufdringliche Regie Werner Sobotkas konnte sich das verrückte Spiel mit seinen Verwirrungen und Komplikationen völlig natürlich entfalten und riss so das Publikum zu Lachstürmen hin. Getragen wurde die Aufführung vor allem vom Prinzipal des Hauses, Robert Meyer, der in der Rolle des Sklaven Pseudolus, der das Sklavendasein satt hat und endlich freigelassen werden möchte, alle Register seines bekannten Komödiantentums vom fulminanten Beginn bis zum Happy End zog.

Umgeben war er von einem Ensemble, das ihm in Spielfreude und Temperament um nichts nachstand. Als sein Gegenspieler Hysterium, Sklave im selben Haushalt wie er selbst und von ihm schließlich erfolgreich für seine Zwecke eingesetzt, agierte höchst überzeugend der immer aufgeregte und nervöse Boris Pfeiffer (“Ich bin ganz ruhig…”). Die Herrin des Haushalts gab Dagmar Hellberg als herrschsüchtige Domina, die den Pantoffelhelden Senex (Herbert Steinböck) bei seinen vergeblichen Versuchen, aus dem ehelichen Joch auszubrechen, erfolgreich unter Kontrolle hatte.

Volksoper Wien, Sigrid Hauser (Maxi Lycus), Kurtisanen  (c) Barbara Palffy/Volksoper   Volksoper Wien, Herbert Steinböck (Senex)  (c)Barbara Palffy/Volksoper  Volksoper Wien, Boris Pfeifer (Hysterium), Gernot Kranner (Erronius), Drei Soldaten, Robert Meyer (Pseudolus), Florian Spiess (Miles Gloriosus), Herbert Steinböck (Senex), Dagmar Hellberg (Domina) (c)Barbara Palffy/Volksoper

Ihr noch unschuldiger Sohn Hero (Paul Schweinester) schmachtete zum Herzerweichen seine ebenfalls noch jungfräuliche Philia (Bettina Mönch) an, die weder kochen, rechnen noch lesen kann, dafür aber im “Lieblich sein” äußerst erfolgreich ausgebildet wurde und dies auch bühnenwirksam zur Geltung brachte. Ihnen ist das Happy End gewiss.

Bis dahin sind aber noch Hürden zu überwinden, da das Schicksal in Gestalt des Kurtisanenhändlers Lycus (sehr geschäftstüchtig Sigrid Hauser) die liebliche Philia zunächst dem Miles gloriosus zugedacht hatte. Diesen interpretierte, seine Muskeln spielen lassend, der groß gewachsene und körperlich alle überragende Florian Spiess. Der auf der Suche nach seinen von Piraten entführten Kindern alt gewordene Erronius (Gernot Kranner) sorgt letzten Endes für die Auflösung aller Verwicklungen, indem er diese in Philia und dem Miles gloriosus erkennt.

Für Hollywood-Glamour sorgten mit zum Teil akrobatischen Leistungen die Tänzerinnen der sechs Kurtisanen. Komplettiert wurde das Ensemble durch “drei Männer“, die in rasanten Kostümwechseln Jünglinge, Eunuchen, Amoretten und Soldaten verkörperten. Das Bühnenbild wie auch die Kostüme erinnerten ein bisschen an Asterix.

Insgesamt ein Spaß, den sich niemand entgehen lassen sollte, denn “morgen wird es tragisch, heute wird gelacht!”

IOCO / CHK + MK / 17.12.2011

Wien, Volksoper Wien, Die spinnen, die Römer_ Premiere Musikal, 17.12.2011

volksoper_wien.JPGVolksoper Wien

Die spinnen, die Römer!  von  Stephen Sondheim

Premiere 17.12.2011

Zum ersten Mal in ihrer Geschichte spielt die Volksoper ein Musical der lebenden Broadway-Legende Stephen Sondheim (*1930), Doch was bedeutet der in seiner Kompliziertheit geradezu einschüchternde Titel “A Funny Thing Happened on the Way to the Forum”? Dazu muss man wissen, dass in den USA jüdische Witze nicht mit der Formel “Sagt der Grün zum Blau…”, sondern mit “A funny thing happened on the way to the market…” (“Was Komisches ist auf dem Weg zum Markt passiert”) beginnen. Das Publikum wusste also, dass es sich um eine von jüdischem Witz geprägte Farce handelte, der nur eben eine Toga umgeworfen wurde. Als sich Stephen Sondheim, Burt Shevelove und Larry Gelbart daran machten, ein Stück im Geiste der Komödien von Titus Macchius Plautus zu schreiben, konnten sie wohl kaum voraussehen, dass die Arbeit fast fünf Jahre dauern würde – und schlussendlich eines der witzigsten Musicals aller Zeiten zum Ergebnis haben sollte. Plautus (251 – 184 v. Chr.) war der erste römische Autor, der die Komödie aus göttlichen Sphären auf die Erde brachte und sie um allzumenschliche Prototypen herum konstruierte: der gerissene Sklave, der liebeskranke Jüngling, der skrupellose Geschäftsmann, der anderweitig interessierte Ehegatte samt dominanter Gattin. Er bettete diese Charaktere in ein Netz aus Missverständnissen, Täuschung, Verkleidung, Verstellung und überraschenden Wendungen in letzter Minute. Kurz: Plautus stand am Beginn dessen, was wir noch heute als komischerachten und was von Shakespeare bis Billy Wilder zu ungeahnten Pointen führte. Die erfahrenen Komödienschreiber Shevelove und Gelbart wussten, dass der Spaß, den das Publikum mit menschlichen Schwächen hat, zeitlos ist. Sie schufen eine bei allem Wahnwitz gewissenhaft konstruierte Story, die bei der Entfernung auch nur eines Details in sich zusammenbrechen würde. Und der junge Meister Stephen Sondheim textete und vertonte eine Fülle charakteristischer Lieder von unvergleichlichem sprachlichen und musikalischen Witz. Sondheims Mentor war Oscar Hammerstein (von dem u. a. der Text zu “South Pacific” stammte), doch sein Vorbild in diesem Falle war Frank Loesser, dessen “Guys and Dolls” dem Volksopernpublikum bestens bekannt ist. Mit Sondheims “Forum” alias “Die spinnen, die Römer!” lernt es nun einen neuen Höhepunkt amerikanischer Musical-Kunst kennen.

Regie Werner Sobotka
Bühnenbild Friedrich Despalmes
Kostüme Elisabeth Gressel
Choreographie Ramesh Nair
Licht Michael Grundner
Dirigent David Levi

Besetzung

Pseudolus, Sklave des Hero Robert Meyer
Senex, Bürger von Rom Herbert Steinböck
Domina, Frau des Senex Dagmar Hellberg
Hero, deren Sohn Paul Schweinester
Philia, eine Jungfrau Bettina Mönch
Hysterium, Sklave von Senex und Domina Boris Pfeifer
Lycus, ein Kurtisanenhändler Sigrid Hauser
Miles Gloriosus, ein Krieger Florian Spiess
Erronius, Bürger von Rom Gernot Kranner
Die Zwillinge, Kurtisanen Wilbirg Helml
Die Zwillinge, Kurtisanen Eva Prenner
Gymnasia, Kurtisane Jennifer Kossina
Tintinabula, Kurtisane Caroline Ciglenec
Vibrata, Kurtisane Lynsey Thurgar
Panacea, Kurtisane Miriam Mayr
Drei Männer Oliver Liebl
Drei Männer Tom Schimon
Drei Männer Ronnie Veró Wagner