Wien, Stadthalle Wien, Gipfeltreffen der Stars Anna Netrebko, Jonas Kaufmann & Erwin Schrott, IOCO Kritik, 06.08.2011

August 8, 2011  
Veröffentlicht unter Kritiken, Stadthalle Wien


Kritik

DEAG

Wiener Stadthalle 

Anna Netrebko, Jonas Kaufmann & Erwin Schrott

 

Showconnection Gipfeltreffen der Stars Anna Netrebko © DEAG

Showconnection Gipfeltreffen der Stars Anna Netrebko © DEAG

Showconnection Gipfeltreffen der Stars Anna Netrebko © Dietmar Scholz / Scholz schoot people

Showconnection Gipfeltreffen der Stars Anna Netrebko © Dietmar Scholz / Scholz schoot people

Showconnection Gipfeltreffen der Stars Anna Netrebko © Chopard

Showconnection Gipfeltreffen der Stars Anna Netrebko © Chopard

 

Nach dem ersten Konzert am Münchener Königsplatz (29. 7.2011) und vor dem Auftritt auf der Berliner Waldbühne (18. 8. 2011) kam es auch in Wien am 6. 8. 2011 zu einem Stelldichein der drei Stars Anna Netrebko, Erwin Schrott und Jonas Kaufmann, diesmal allerdings nicht open air, sondern in der Wiener Stadthalle, in der sich etliche tausend Fans der drei Sängerstars aus dem In- und Ausland versammelt hatten, um ihren Darbietungen zu lauschen und sie bei Popcorn, Eis und Getränken hochleben zu lassen.

Die zwanglose Atmosphäre wurde zusätzlich durch von seichter Musik begleiteten Werbeeinschaltungen auf den beiden die Bühne flankierenden Großleinwänden vor Konzertbeginn und während der Pause verstärkt. Zu hören bekam das Publikum ein entgegen der Ankündigung des Veranstalters gegenüber München nur wenig verändertes Programm –

Anstelle der Juwelenarie der Marguerite aus Gounods Faust sang Anna Netrebko die Arie „Un bel dí, vedremo“ aus PuccinisMadama Butterfly“ und Erwin Schrott schob im zweiten Teil des Abends einen Tango von Astor Piazolla ein. Die für Wien gedruckten Programme konnten nicht rechtzeitig ausgeliefert werden …

In seinem ernsten Teil hatte das Programm nach der Registerarie des Leporello aus Mozarts „Don Giovanni“ einen deutlich italienischen Schwerpunkt mit einigen französischen Einlagen, während nach der Pause gegen den Schluss zu die leichte Muse mit Zarzuelas und Tangos regierte. Das offizielle Ende des Konzerts kehrte mit dem Terzett aus dem Finale des 5. Aktes von GounodsFaust“ wieder zum Ernst zurück, bei dem sich allerdings die alles beherrschende Tontechnik besonders unangenehm bemerkbar machte.

Der Abend wurde eindeutig von Anna Netrebko dominiert. Ihrer zunehmend an Fülle gewinnenden, nach wie vor aber leicht beweglichen Stimme konnte sogar die Bühnen – Technik nichts anhaben. Sichtlich unangestrengter als ihre Partner wirkend, ließ sie mit den von ihr interpretierten Arien die nüchterne Atmosphäre der Stadthalle vergessen.

Ihre wunderbare Stimme mit dem warmen Timbre zog die Zuhörer bereits in der schon genannten Arie aus „Madama Butterfly“ in ihren Bann und beeindruckte auch in dem mit Jonas Kaufmann gesungenen Duett aus dem 3. Akt der Oper „Manon“ von Jules Massenet.

Ihre hervorragende Stellung zeigte sich auch in dem zum Ende des ersten Teiles vorgetragenen Terzett aus dem 3. Akt von Verdis Oper „I Lombardi“. Der jugendlich unbeschwert wirkende Erwin Schrott beeindruckte stimmlich vor allem in der Arie des Banco aus dem 2. Akt von Verdis „Macbeth“, während die bereits erwähnte Registerarie und das Rondo des Mephisto aus Gounods „Faust“ etwas undifferenziert klangen.

Der gemeinsame Ausflug mit Anna Netrebko zu Gershwins „Porgy and Bess“ war nicht das, was man gemeinhin als „ideale Besetzung“ bezeichnet. Jonas Kaufmann wirkte sehr ernst und konzentriert. Besonders ergreifend war seine Interpretation der bekannten Arie des Turridu „Addio alla madre“ aus MascagnisCavalleria rusticana„, während man bei Richard Taubers Du bist die Welt für mich aus Der singende Traum das Gefühl nicht los wurde, dass dies nicht unbedingt seine musikalische Welt ist – das Publikum allerdings goutierte es.

Begleitet wurden die Sänger von der überwiegend aus jungen Musikern zusammen gesetzten Prager Philharmonie mit ihrem Konzertmeister Jakub Fišer unter dem schwungvoll und sehr sicher agierenden Dirigenten Marco Armiliato, der seine ersten Erfahrungen auf diesem Gebiet musikalischer Präsentation bereits 1996 mit den „Drei Tenören“ sammeln konnte.

Im selben Jahr debütierte er auch an der Wiener Staatsoper mit Andrea Chenier von Umberto Giordano. Die Prager Philharmonie entstand 1995 unter dem heutigen Namen und war auch Mitbegründerin der Initiative Prager Klassik. Einen Schwerpunkt ihres Wirkens bilden Konzertreisen, die sie quer durch Europa führen. Ihr präzises und lustvolles Spiel konnten die Musiker auch an diesem Abend mit einigen Orchesterstücken unter Beweis stellen.

Die Chorpartien waren bei dem seit 2007 unter der Leitung von Michael Grohotolsky stehenden Wiener Kammerchor, der eine fixe Größe im Wiener Konzertleben darstellt und regelmäßig im Konzerthaus wie auch im Musikverein auftritt, sicher aufgehoben.

An das Programm schlossen sich noch drei Zugaben.

Anna Netrebko schenkte ihren Fans den Höhepunkt des ganzen Abends mit einer sehr berührenden Interpretation von „O mio babbino caro“ aus PuccinisGianni Schicchi„, einer der bekanntesten und daher umso schwieriger zu gestaltenden Arien der Opernliteratur.

Erwin Schrott verabschiedete sich mit dem von den Musikern sehr sinnlich interpretierten, von Schrott selbst aber etwas distanziert gesungenen Rojo Tango (Pablo Ziegler) aus seiner neuen CD.

Den Schlusspunkt bildete Jonas Kaufmann mit dem Lied „Freunde, das Lebens ist lebenswert“ aus Lehars „Giuditta“.

Das begeisterte Publikum überschüttete seine Lieblinge mit Blumen und entließ sie nach dreieinhalb Stunden unter Standing Ovations und mit tosendem Beifall nur ungern.

IOCO / Dr. Christine Kandler und Hofrat Dr. Manfred Kandler / 06.08.2011

Berlin, Wien, Konzerttournée Anna Netrebko, Erwin Schrott & Jonas Kaufmann

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DEAG

Anna Netrebko, Erwin Schrott & Jonas Kaufmann

Die Sensation ist perfekt! Die Konzerte des Jahres 2011 stehen jetzt fest. Prof. Peter Schwenkow, Vorsitzender des Vorstands der DEAG Classics AG, ist es gelungen, für den Sommer 2011 die absoluten Superstars der Klassik zu drei gemeinsamen Konzerten zu bitten: Anna Netrebko, Erwin Schrott und Jonas Kaufmann laden am 29. Juli in München, Königsplatz, am 6. August in Wien, Stadthalle, und am 16. August in Berlin, Waldbühne, zum Gipfeltreffen der Klassikstars. Prof. Peter Schwenkow: „Ich freue mich sehr, dass diese Ausnahmekünstler uns abermals das Vertrauen geschenkt haben und wir gemeinsam unwiederbringbare Höhepunkte der klassischen Musik in diesen drei wunderbaren Städten veranstalten können.“

29. Juli 2011 MÜNCHEN KÖNIGSPLATZ
06. August 2011 STADTHALLE WIEN
16. August BERLIN WALDBÜHNE

Der Kartenvorverkauf beginnt am Freitag, den 22. Oktober an allen bekannten Vorverkaufsstellen, unter der Tickethotline 01805-969000555 (14ct/min Deutsche Telekom, Mobilfunkpreise können abweichen) sowie unter www.deag.de. Exklusiver VVK für das Konzert in der Berliner Waldbühne am 22.10.2010 von 8.00-14.00 Uhr über die Berliner Morgenpost, danach Tickets über alle sonstigen Vorverkaufsstellen erhältlich.

Anna Netrebko ist eine Ikone der internationalen Opernszene. Wo sie auftritt gerät das Publikum ins schwärmen. Ihre Stimme ist längst legendär, ihre Bühnenpräsenz einzigartig. Sie ist die maßgebende Sopranistin der Welt. „Sie ist der Glücksfall einer quirligen Sängerdarstellerin“, befand DER STANDARD, „getragen von vokaler Souveränität.“ Gemeinsam mit dem „weltbesten Leporello“ (so urteilte die WELT) Erwin Schrott bildet Anna Netrebko musikalisch wie privat ein absolutes Traumpaar. Beide triumphierten jüngst bei den diesjährigen Salzburger Festspielen, sie als Juliette in Gounods „Romeo et Juliette“, er als Leporello in Mozarts „Don Giovanni“. Der Bassbariton gehört derzeit zu den aufregendsten Sängern der Opernwelt und feiert national wie international große Erfolge. Seine samtige und sinnliche Stimme löst einen wahren Begeisterungstaumel bei Kritikern und Publikum aus. Beide gemeinsam auf einer Bühne zu erleben, gehört sicher zu den ganz besonderen und seltenen Höhepunkten in der Welt der klassischen Musik von heute.

Für die Londoner Times ist Jonas Kaufmann „…einer der bedeutendsten und vielseitigsten Sänger unserer Zeit“. Seine Stimme ist unverwechselbar, sein Repertoire breit gefächert. Er verfügt über eine Bühnenpräsenz, die ihresgleichen sucht, triumphiert an den größten Häusern der Welt, von der Metropolitan Opera New York bis zu den Bayreuther Festspielen.

Weltweit verfolgten über 100 Millionen Zuschauer das legendäre Event im Sommer 2006 mit Netrebko, Domingo und Villazón in der Berliner Waldbühne, zwei Tage vor dem Finale der Fußballweltmeisterschaft. Das ZDF übertrug das Konzert live und fesselte hierzulande über 3 Millionen Zuschauer an die Bildschirme. Rekord in der Welt der klassischen Musik. 2008 wiederholten die drei Klassik-Stars dann vor der atemberaubenden Kulisse des Schloss Schönbrunn in Wien diesen Erfolg, der von ZDF und ORF ausgestrahlt wurde.

Pressemeldung DEAG