Wien, Burgtheater, Martin Kusej Intendant ab 2019, IOCO Aktuell, 04.07.2017

Juli 6, 2017  
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Burgtheater Wien

Burgtheater Wien © IOCO

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Intendanz:  Martin Kusej folgt 2019 Karin Bergmann

 „Wir haben mit Martin Kušej, (*1961 in Wolfsberg, Kärnten)  einen gefeierten Regisseur und erfahrenen Intendanten als Direktor gewonnen. Ich bin davon überzeugt, dass er das Haus mit Intellekt, Lust und Weitblick führen wird. Ich freue mich, dass der wichtigste Regisseur des Landes endlich das bedeutendste Theater des Landes übernehmen wird und sich seiner Lebensliebe – dem Burgtheater – widmen kann. Er hat es sich wahrlich verdient“, so Österreichs Bundesminister Thomas Drozda Freitag,  30.6.2017, anlässlich der Besetzung der Direktion des Burgtheaters für 2019 bis 2024.

Burgtheater Wien / Bundesminister Thomas Drozda, M, und Martin Kusej ,r, © Andy Wenzel

Burgtheater Wien / Bundesminister Thomas Drozda, m, und Martin Kusej ,r, © Andy Wenzel

Bei der Ausschreibung um die zweite Spitzenposition im Burgtheater habe sich der derzeitige kaufmännische Geschäftsführer Thomas Königstorfer unter sechs Kandidaten – darunter fünf Männer und eine Frau – als bestgeeignetster Kandidat durchgesetzt. „Für seinen Beitrag zur finanziellen Stabilität sage ich herzlich Danke. Ich wünsche ihm für die kommenden Jahre auch die notwendige Fortune“, so Bundesminister Drozda. Königstorfer wird die kaufmännischen Agenden ab September für weitere fünf Jahre leiten. Bundesminister Drozda dankte auch Karin Bergmann, die das Haus seit 2014 als künstlerische Direktorin leitet. Sie habe das Haus in einer Zeit übernommen, zu der mehr über Finanzielles als über Künstlerisches diskutiert wurde. „Als eine herausragende Theatermacherin hat sie das Burgtheater in den vergangenen drei Jahren hervorragend und mit professioneller Hand geführt“, so der Minister. Bergmann habe dem Haus überdies Stabilität und dem Ensemble Sicherheit gegeben und werde 2019 ein finanziell wie künstlerisch sehr gut aufgestelltes Haus übergeben. „Dafür gebührt ihr Respekt und herzlicher Dank“, sagte Drozda.

„Sehr gerne nehme ich die neue Aufgabe als Direktor des Burgtheaters an und freue mich darauf, ein neues, spannendes Kapitel in der Geschichte des Burgtheaters schreiben zu können. Es wird meine Aufgabe sein, ein gutes Theater noch besser zu machen“, so Martin Kušej. Kulturelle Toleranz, gesellschaftliche Öffnung, die Bewahrung von politischen Tabus müssten ebenso wie die Realität einer multikulturellen Gesellschaft ernst genommen werden – gerade in einem modernen Wien voller verschiedener Kulturen und Sprachen, so Kušej. „Meine Aufgabe wird es auch sein, die nächsten Jahrzehnte vorauszudenken, damit sich das Burgtheater den Anforderungen der Zukunft – etwa die Herausforderungen durch das digitale Zeitalter – martin kusej, stellen kann“, so Kušej.

Martin Kusej ist anerkannter Intendant und Regisseur. Er inszenierte erfolgreich im gesamten deutschen Sprachraum: Von 2004 bis 2006 leitete er das  Schauspiel der Salzburger Festspiele. Seit 2011, bis 2019 ist Martin Kusej Intendant eines der größten deutschen Sprechtheater, des Bayerischen Staatsschauspiel München, allgemein   Residenztheater, 877 Plätze genannt.  PMBKAÖ/IOCO

Wien, Burgtheater Wien, Karin Bergmann leitet Burgtheater bis 2019, IOCO Aktuell, 15.10.2014

Oktober 15, 2014  
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Burgtheater Wien

Burgtheater Wien © IOCO

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 Karin Bergmann führt das Burgtheater! 

Aus der Krise?

Mit einem Etat von € 50 Millionen ist das Wiener Burgtheater eines der reichsten Sprechtheater der Welt. Doch der Etat hatte nicht gereicht: Bilanzgestaltungen“ hatten in der Spielzeit 2012/2013 unter Intendant Matthias Hartmann zu einem Bilanzverlust von fast 20 Millionen Euro geführt. Karin Bergmann wurde nun zur dauerhaften Nachfolgerin des über seine „kreative Buchführung“ fristlos gestürzten Vorgängers Matthias Hartmann (IOCO berichtete) bestellt.
Im Rahmen einer Pressekonferenz im Burgtheater Wien verkündete der österreichische Bundesminister für Kultur Josef Ostermayer am 14. Oktober 2014, die Bestellung der aus Recklinghausen stammenden Karin Bergmann, 61,  als künstlerische Direktorin des Burgtheaters bis August 2019. Bergmann leitet das Burgtheater interimistisch seit der Entlassung von Matthias Hartmann im März 2014. Claus Peymann hatte sie in den 80er Jahren ans Burgtheater geholt,  wo sie unter dem späteren Intendanten Klaus Bachler (heute Bayerische Staatsoper) zu dessen Stellvertreterin avancierte. Mit  der Bestellung von Karin Bergmann kehrt nun zumindest Ruhe und Kontinuität ein in das skandalgebeutelte Burgtheater. Die dramatischen Budget-Probleme des Burgtheaters sind mit der Bestellung nicht gelöst. Sie werden Karin Bergmann auf lange Zeit ebenso beschäftigen wie künstlerische Projekte.

Burgtheater Wien / Karin Bergmann, Strasser, Ostermayer © BKA Andy Wenzel

Burgtheater Wien / Karin Bergmann, Strasser, Ostermayer © BKA Andy Wenzel

Karin Bergmann hat nicht nur in den letzten Monaten klar bewiesen, dass sie eine hervorragende Krisenmanagerin ist, sondern auch im Rahmen des Auswahlverfahrens mit ihrem künstlerischen Konzept klar überzeugt“, so Kulturminister Ostermayer in seiner Bestellung. „Ich freue mich sehr, dass sie nun für die Zeitspanne einer vollen Funktionsperiode dem Haus zur Verfügung steht. Sie hat das Burgtheater in der wahrscheinlich schwierigsten Phase seiner Geschichte übernommen und gemeinsam mit dem kaufmännischen Direktor Thomas Königstorfer einerseits wirtschaftlich stabilisiert und andererseits Weichen für eine gute Zukunft gestellt. Ich danke der Findungskommission für ihren leidenschaftlichen, ehrenamtlichen Einsatz – ganz im Speziellen dem viel zu früh von uns gegangenen Gert Voss – und ich danke den vielen großen Theaterpersönlichkeiten, die sich in den letzten Monaten für das Burgtheater stark gemacht haben und sich stets in Sorge und Zuneigung zu dem Haus und seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, zum Wohle der Burg eingesetzt haben“.

Ostermayer hatte vor seiner Entscheidung Gespräche mit einer Findungskommission sowie mit vorgeschlagenen Kandidaten/innen geführt, den Aufsichtsrat angehört und Vertreter/innen des Ensembles zu Gesprächen eingeladen. Bergmann setzte sich in diesem Auswahlverfahren gegen 21 Kandidaten durch. Aussichtsreiche Mitbewerber waren auch Regisseur Michael Thalheimer und der Intendant des Dresdner Staatsschauspiels, Wilfried Schulz.   

IOCO / Viktor Jarosch / 15.10.2014

Wien, Burgtheater, ex-Intendant Matthias Hartmann – Prozessbeginn, IOCO Aktuell, 27.06.2014

Juni 27, 2014  
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Großes Aufräumen am Wiener Burgtheater
Aufsichtsratschef Georg Springer tritt zurück

Das Wiener Burgtheater, mit einem Etat von €50 Mio. reichstes Sprechtheater der Welt, steckt seit Monaten in einer Schmuddelkrise. Neuer Paukenschlag: Georg Springer (68), Geschäftsführer der Wiener Bundestheater-Holding und ehemaliger Aufsichtsratschef des in finanzielle Schieflage geratenen Wiener Burgtheaters löst zum 30. Juni 2014 seinen Geschäftsführervertrag, nahezu fristlos, auf. Sein Mandat als Aufsichtsratchef des Burgtheaters hatte Springer nach der fristlosen Entlassung des Burgtheater-Intendanten Matthias Hartmann an Othmar Stoss übertragen.

Pikant: Am 27. Juni 2014 beginnt vor dem Arbeitsgericht Wien die Kündigungsschutzklage des 2013 fristlos gefeuerten Burgtheaterchef Matthias Hartmann. Hartmann betrachtet die fristlose Kündigung vom März 2014 unwirksam. In seiner Klage geht es um Wiedereinstellung oder etwa   zwei Millionen Euro Schadenersatz für seinen gerade von 2014 bis 2019 verlängerten Arbeitsvertrag. Vor Gericht wird auch die Klage des Burgtheaters gegen Hartmann verhandelt, in der sie die Vertragsverlängerung mit Hartmann bis 2019 wegen Irrtums anficht. Hätte man die „chaotische finanzielle Gebarung“ durch Ex-Burg-Managerin Silvia Stantejsky mitsamt der „mangelhaften Kontrolle durch Hartmann“ gekannt, hätte man den Vertrag nicht verlängert, sagen entsprechende Gutachten.

 Minister Josef Ostermayer, rechts, und Georg Springer © BKA - Andy Wenzel

Minister Josef Ostermayer, rechts, und Georg Springer © BKA – Andy Wenzel

Als Intendant des Burgtheaters trüge Matthias Hartmann schon von Gesetz wegen Mitverantwortung für kaufmännisches Fehlverhalten. Das “Unverzüglichkeitsprinzip“, welches im November zur fristlosen Kündigung seiner Kollegin, Burgtheater-Vizedirektorin Silvia Stantejsky führte, trifft auch Hartmann: Gutachten sehen die Mitverantwortung des Intendanten Matthias Hartmann als erwiesen, warfen ihm „erhebliche Verletzungen der Sorgfaltspflichten eines Geschäftsführers“ vor. Kulturminister Josef Ostermayer (SPÖ) hatte keine andere Wahl, als Matthias Hartmann fristlos zu entlassen.

Die finanzielle Schieflage des Burgtheaters hat viele Ursachen. Fehlende Reaktionen auf einen allgemein feststellbaren Besucherrückgang bei großen Sprechtheatern ist eine zentrale aber nicht alleiniger Grund. Die Misstände am Burgtheater sind facettenreicher. Hartmann soll bereits in Zürich, vor seinem Amtsantritt in Wien, Handgelder für kommende Regiearbeiten am Burgtheater erhalten haben. Unterlagen der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG belegen trotz Schwärzung und Anonymisierung vieler Passagen Hinweise auf dramatische Mängel im Rechnungswesen des Burgtheaters, welche die finanzielle Lage des Burgtheaters „geschönt“ haben. Die wirtschaftliche Lage des Burgtheaters wurde dadurch „kreativ“ verbessert. Kulissen abgesetzter Produktionen sollen nur physisch, nicht aber bilanziell, d.h. nicht ergebniswirksam, „entsorgt“ worden sein. Auch sollen Steuern auf Honorare ausländischer Künstler über Jahre nicht einbehalten worden sein.

Intendant Matthias Hartmann und Burgtheater-Vizedirektorin Silvia Stantejsky tragen aufgrund ihrer Organ-Funktion im Burgtheater unmittelbare Verantwortung für die Missstände. Doch wird darüber gestritten, was die Aufsichtsgremien von den Mängeln gewusst haben oder hätten verhindern können. So wird ex-Aufsichtsratschef Springer vorgehalten, in der kürzlich erfolgten Verlängerung des Hartmann – Vertrages bis August 2019 Fehler gemacht zu haben. Hartmann sieht seine Entlassung als „unberechtigt“ und „unwirksam“ und fordert die Erfüllung seines Vertrags bis Ende August 2019 oder zwei Millionen Euro. Das Arbeitsgericht in Wien verhandelt ab heute, dem 27.6.2014. 

Was sagte Klaus Bachler, Vorgänger von Matthias Hartmann zu den traurigen Vorgängen am Burgtheater:  “Die Geschichte wirkt wie eine Farce von Qualtinger”.  IOCO / VJ / 27.06.2014

Wien, Burgtheater, Matthias Hartmann und seine Inszenierungen, IOCO Aktuell, 04.04.2014

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Matthias Hartmann und die Salzburger Festspiele

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Matthias Hartmann wurde kürzlich als Intendant des Burgtheater Wien fristlos gefeuert. IOCO berichtete. Untersuchungsausschüsse der Bundesregierung und Finanzbehörden werden sich für absehbare Zeit mit der Causa Hartmann beschäftigen. Doch auch Kulturinstitute müssen entscheiden, wie mit Produktionen und Aufträgen umzugehen ist, welche Matthias Hartmann als Regisseur zeigen.
Die Wiener Staatsoper stellte am 25. März 2014 ihren Spielplan für die Saison 2014/15 vor. Teil dieses Spielplans ist auch die Wiederaufnahme der Oper der Lady Macbeth von Mzensk von Dmitri Schostakowitsch. Pikant dabei, Regisseur dieser Produktion ist der gefeuerte Chef des Burgtheaters, Matthias Hartmann. Auf Nachfrage anwesender Journalisten bestätigte Staatsopern-Intendant  Dominique Meyer, dass diese Produktion im März 2015 an der Staatsoper stattfinden würde. Übrigens mit Angela Denoke als Lady Macbeth.
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Auf Distanz geht dagegen Wilfried Haslauer, Landeshauptmann und Vorsitzender des Kuratoriums der Salzburger Festspiele, wo Matthias Hartmann, als Koproduktion von Burg und Festspielen „Die letzten Tage der Menschheit“ von Karl Kraus inszenieren sollte. Premiere ist am 29. Juli 2015. Wie Haslauer erklärte, wurde Hartmann vom Burgtheater der Regieauftrag entzogen. Burgtheater und  Schauspielchef der Salzburger Festspiele, Sven Bechtolf, suchen nun nach einem neuen Regisseur für diese Produktion.     IOCO / VJ / 05.04.2014

 

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