Wien, Volksoper Wien, Musical: Wie man Karriere macht ohne sich anzustrengen, 25.2.2017

Februar 20, 2017  
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Volksoper Wien

Volksoper Wien © IOCO

Volksoper Wien © IOCO

Seltenes Musical an der Volksoper, Wien

Wie man Karriere macht, ohne sich anzustrengen

Premiere Samstag, 25. Februar 2017, Voraufführungen 21.2.2017,  23.2.2017,
weitere Vorstellungen 28.2.2017, 5., 7., 9., 11., 15., 18., 20., 27. März, 1., 4. April 2017.

Wer kennt ihn nicht, den berühmten „American Dream“, der seit jeher Stoff für gute Geschichten liefert. Auch der große Broadwaykomponist Frank Loesser nahm sich des Themas an und schuf gemeinsam mit seinen Buchautoren Abe Burrows, Jack Weinstock und Willie Gilbert eine brillante Parodie auf den amerikanischen Traum: Dank eines Karriere-Ratgebers schafft ein Fensterputzer es, die höchste Firmen-Etage zu erklimmen; aber keineswegs durch herausragende Leistungen, sondern dank bubenhaftem Charme und Chuzpe. Nie wurden Büro-Klischees (die Kaffeepause, die Sekretärin als Schreckschraube oder Lustobjekt, Intrigen und Protektion) witziger aufs Korn genommen als hier. Dabei stützt sich Musicalheld Finch, der sich auch vom neidigen Neffen des Chefs nicht stoppen lässt, auf Weisheiten wie die folgende: „Lieber Leser, dieses Büchlein verrät dir alles Wissenswerte darüber, wie man im Geschäftsleben vorankommt. Nehmen wir einmal an, du bist jung, gesund, aufgeschlossen, ehrgeizig und darauf aus, schnell und mühelos zum Gipfel der Businesswelt aufzusteigen. Du kannst es!“ Das schlaue Büchlein gibt Finch auch einen Hinweis, wie man „die richtige Firma aussucht. Bevor du dich bewirbst, solltest du sicher sein, dass es eine große Firma ist. Sie sollte so groß sein, dass keiner genau weiß, was der andere eigentlich tut.

Volksoper Wien /  Robert Meyer als J. B. Biggley, Mathias Schlung als Pierrepont Finch - Ensemble © Barbara Pálffy/Volksoper Wien

Volksoper Wien / Robert Meyer als J. B. Biggley, Mathias Schlung als Pierrepont Finch – Ensemble © Barbara Pálffy/Volksoper Wien

Nicht ein ehrlicher Satz: Den Karriere-Ratgeber How to Succeed in Business Without Really Trying  hat es tatsächlich gegeben. Sein Autor, Shepherd Mead (1914 – 1994), hat wie der spätere Musicalheld Finch in der Postabteilung einer großen Firma begonnen und sich anschließend zu deren Vizepräsidenten hochgearbeitet. Nach der Premiere am 14. Oktober 1961 überschlugen sich die Kritiker förmlich: „Nicht ein ehrlicher Satz wird in dem neuen Musical gesprochen, und was für eine Erleichterung das ist.“ (Walter Kerr in der Herald Tribune). Die Erfolgsbilanz: 1.417 Broadway-Vorstellungen zwischen Oktober 1961 und März 1965, acht Tony-Awards und schließlich, als Krönung, 1962 der Pulitzer-Preis „for best drama“. 1965 fand am Theater an der Wien die Wiener Erstaufführung statt: der spätere TV-Charmeur Harald Juhnke war der unaufhaltsame jugendliche Aufsteiger, Theo Lingen der Firmenboss. Bei zwei erfolgreichen Revivals am Broadway spielten Matthew Broderick (1995) und Harry-Potter-Darsteller Daniel Radcliffe (2011) den Finch.

Volksoper Wien / Robert Meyer als Biggley, Mathias Schlung als Finch, Ensemble © Barbara Pálffy/Volksoper Wien

Volksoper Wien / Robert Meyer als Biggley, Mathias Schlung als Finch, Ensemble © Barbara Pálffy/Volksoper Wien

Nun, bei der ersten Volksopernproduktion, verkörpern Mathias Schlung und Robert Meyer die Hauptrollen, als Rosemary debütiert Lisa Antoni, als Hedy (ein wandelnder Blondinenwitz, der den Chef straucheln lässt) Ines Hengl-Pirker. Das zuletzt bei Sweeney Todd erfolgreiche Team Joseph R. Olefirowicz, Matthias Davids (Regie) und Mathias Fischer-Dieskau (Bühnenbild) leitet die Produktion.

Dirigent: Joseph R. Olefirowicz/Lorenz C. Aichner, Regie: Matthias Davids, Bühne: Mathias Fischer-Dieskau, Kostüme: Judith Peter, Choreographie: Melissa King
Licht: Michael Grundner, Dramaturgie: Christoph Wagner-Trenkwitz.  PMVoOW

Wien, Wiener Staatsoper, Netrebko: Nun auch Kammersängerin, Februar 2017

Februar 17, 2017  
Veröffentlicht unter Personalie, Pressemeldung, Wiener Staatsoper

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Wiener Staatsoper

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

Anna Netrebko  –  Kammersängerin

Anna Netrebko, die umjubelte Leonora der Trovatore-Premiere an der Wiener Staatsoper (letzte Vorstellung dieser Serie: Samstag, 18. Februar), wurde am heutigen Donnerstag, 16. Februar 2017 im Gustav Mahler-Saal der Wiener Staatsoper mit dem Berufstitel Kammersängerin ausgezeichnet. Die Verleihung erfolgte durch Kulturminister Thomas Drozda und Staatsoperndirektor Dominique Meyer. Zu den Gästen zählten u. a. der Ehemann Yusif Eyvazov, der Vater Yuri Netrebko, der ehemalige Staatsoperndirektor Ioan Holender, der designierte Staatsoperndirektor Bogdan Rošcic sowie die SängerkollegInnen Luciana D’Intino, Dmitry Korchak, KS Wolfgang Bankl, Hans Peter Kammerer, Simina Ivan, KS Ileana Cotrubas und Dirigent Marco Armiliato.

Staatsoperndirektor Dominique Meyer betonte in seiner Ansprache, dass Anna Netrebkos Auftritte ein „Geschenk sind, die große Emotionen auslösen – so wie meine Emotion heute groß ist. Jedes Mal, wenn Du an die Wiener Staatsoper kommst, sind alle glücklich: Du gehörst zur Familie! Es wird eine große Freude sein, die zwei kleinen Buchstaben „KS“ auf Deinem Namensschild in der Garderobe am Künstlergang zu lesen.“

„Der Name Netrebko steht weltweit für allerhöchste Opern- und Gesangskunst und gleichzeitig auch für schauspielerische Fähigkeiten, die jeder Traditionsbühne am Sprechtheater zu Ehre gereichen würden. Sie repräsentiert das Genre Oper für viele Menschen so wie keine andere und vermag es, ein breites Publikum in ihre musikalische Welt zu entführen“, sagte Kulturminister Thomas Drozda.

KS Anna Netrebko betonte in ihren Dankesworten: „Ich bin sehr glücklich und stolz über diesen Titel: „Kammersängerin“. Es gibt in Wien so eine lange Tradition großer Sänger und viele von ihnen haben diese besonderen zwei Buchstaben vor ihrem Namen: KS. Ich singe nun seit gut 15 Jahren in Wien und Salzburg, und Österreich ist mein Zuhause geworden. Es gibt nichts Schöneres für mich, als jetzt gerade in Wien zur „Kammersängerin“ ernannt zu werden. Ich danke der Stadt Wien, der Wiener Staatsoper und natürlich besonders Herrn Direktor Meyer für diese Auszeichnung. Vielen herzlichen Dank“.

Die in Krasnodar geborene Anna Netrebko studierte am St. Petersburger Konservatorium. Seit ihrem Debüt als Donna Anna bei den Salzburger Festspielen 2002 gehört sie zu den bekanntesten Künstlerinnen ihrer Generation. Engagements führen sie an alle bedeutenden Opern und Konzerthäuser rund um die Welt. Erfolgreich war sie bisher u. a. als Violetta (La traviata), Manon, Iolanta, Donna Anna, Elsa (Lohengrin), Susanna (Le nozze di Figaro), Amina (La sonnambula), Giulietta (I Capuleti e i Montecchi), Tatjana (Eugen Onegin), Lucia di Lammermoor, Adina (L’elisir d’amore), Gilda (Rigoletto), Musetta und Mimì (La Bohème), Giovanna d’Arco, Elvira (I puritani) und Norina (Don Pasquale).

Sie erhielt die von Musical America verliehene Auszeichnung „Musician of the Year“ (2008), den Classical BRIT Award, wurde vom Time Magazin in die Liste der 100 einflussreichsten Menschen der Welt gewählt und erhielt mehrere ECHO Klassik-Preise.  An der Wiener Staatsoper debütierte sie am 2. April 2004 als Violetta (La traviata) und sang hier weiters noch die die Titelpartien in Manon, Manon Lescaut, Anna Bolena, Lucia di Lammermoor; Donna Anna (Don Giovanni), Tatjana (Eugen Onegin), Adina (L’elisir d’amore), Micaëla (Carmen), Mimì (La Bohème), Amina (La sonnambula) und Juliette (Roméo et Juliette) – insgesamt bisher 68 Opernvorstellungen. PM Wiener Staatsoper

Wien, Wiener Staatsoper, 61. Wiener Opernball – Kulturelles Weltereignis, IOCO Aktuell, 23.2.2017

Februar 12, 2017  
Veröffentlicht unter Hervorheben, IOCO Aktuell, Wiener Staatsoper

Wiener Staatsoper zum Opernball © Michael Poehn

Wiener Staatsoper zum Opernball © Michael Poehn

Der 61. Wiener Opernball – 23. Februar 2017

Mediales Weltereignis, Geliebte Tradition, Laufsteg von Eitelkeiten

Wien Staatsoper / Plakat Wiener Opernball 2017 © DASUNO

Wien Staatsoper / Plakat Wiener Opernball 2017 © DASUNO

Der Wiener Opernball findet immer am Gründonnerstag und Altweiberfastnacht statt. Zum 61. Wiener Opernball werden am 23. Februar 2017 5.500 Gäste in der Staatsoper feiern: Der neu ins Amt gewählte österreichische Bundespräsident Dr. Van der Bellen eröffnet den Ball. Ebenso dabei Wirtschaftsbosse, Minister, Medienstars, Sternchen, Parvenüs oder Spaßvögel. Die meisten Besucher des Opernball jedoch, man glaubt es kaum, sind Normalbürger aus Wien. Spätentschlossene haben keine Chance: Der 61. Wiener Opernball seit langem ausverkauft.

Alljährlich ist der Wiener Opernball spektakuläres, internationales Medienereignis; Weltkriege, Skandale wie andere Widrigkeiten hat er überlebt. Dabei ist der Opernball nur eine Facette der weit gefächerten Wiener Balltradition, welche ihren Ursprung im Wiener Kongress von 1814/15 hat. Der Wiener Opernball ist medialer Höhepunkt der   prächtigen Wiener Ballsaison, welche jedes Jahr zur Zeit des Fasching stattfindet. Ob Akademikerball, das fröhliche Kostümfest genannt Gschnas, Bürgerball, Polizeiball, Bonbonball, Ball der Tiroler in Wien, Regenbogenball: 450 großartige  Bälle einigt die große Wiener Tradition. Der Wiener Opernball verstand sich ursprünglich als „Ball der Künstler für Künstler“. Nach vielen Wirrungen gab 1877 Kaiser Franz Joseph seine persönliche, 1869 noch verweigerte Zustimmung zu einer Soirée im Festsaal der damaligen Hofoper. Aus dieser Soirée entand der heutige Opernball, Die offizielle Bezeichnung Wiener Opernball wie seine verzaubernden Rituale erhielt das Künstlerfest erst 1935.

Wiener Staatsoper / Opernball - Jungdamen- und Jungherren Komittee © Michael Poehn

Wiener Staatsoper / Opernball – Jungdamen- und Jungherren Komittee © Michael Poehn

Zum 58. Wiener Opernball 2014 konstatierte  der ehemalige UN-Generalsekretär Kofi Annan, den damaligen Bundespräsident Fischer begleitend: „Jeder muss einmal im Leben auf dem Wiener Opernball gewesen sein“. Der Opernball zieht allein in Österreich alljährlich 1,5 Mio. Menschen vor die Fernseher. Weltweit sind es viele Millionen. Dominique Meyer, Chef der Wiener Staatsoper möchte künstlerische Ansprüche hochhalten und präsentiert „eine Galerie an hochbegabten Künstlern auf einem hohen Niveau“. Dabei war Begeisterung für den Opernball bei den Wiener Opern-Chefs nicht immer so eindeutig: Meyer-Vorgänger, der knorrige Ioan Holender zeigte wenig Sympathie: “Ich stelle die Sinnhaftigkeit zur Diskussion, dass man 2 Millionen Euro investiert, um ein Gebäude zweckentfremdend zu nutzen.“ Doch Meyer, seit 2011 neuer Opern-Chef, outet sich offensiv entspannt als Wiener Opernball-Fan. So verwandelt sich die Wiener Staatsoper am 23. Februar 2017 zum schönsten Ballsaal der Welt. Ein überdachter roter Teppich vor dem Eingang der Staatsoper trägt den Glamour des Ball-Events sichtbar in die Öffentlichkeit. 19 Kameras von ORF und 3sat und zahllose Moderatoren berichten live in alle Welt.

Maria Großbauer (36) aus Grafenbach ist neue „Ball-Mutter“. Sie organisiert 2017 zwar erstmals den Wiener Opernball, doch zur Staatsoper hat sie schon immer eine enge Beziehung: Vater Karl Jeitler stieß 1978 zu den Wiener Philharmonikern, als Posaunist; Ehemann Andreas Großbauer ist seit 2005 erster Geiger im Orchester der Wiener Staatsoper.
Maria Großbauers Kreativkonzept für 2017 zieht sich wie ein roter Faden durch das ganze Haus – von den Blumen bis zur Damenspende: „Alles Oper!“. Blumenschmuck bezieht sich etwa auf Die Zauberflöte von Wolfgang Amadeus Mozart. Bunte und üppige Arrangements, zusammengesetzt aus Ginster, Rosen und blühenden Zweigen, thematisieren den „Zauberwald und seine bunten Vögel“. Die ehemaligen Heurigen-Säle werden 2017 zu einer Wolfsschlucht mit Waldtieren und Geistern: „Gefährlich gemütlich“, so Maria Großbauer.

Wiener Staatsoper / Opernball 2017 - Intendant Meyer, Pier Paolo Righi, Hanna Gumpinger (Debütantin), Langes-Swarovski, Großbauer © Wiener Staatsoper GmbH Ashley Taylor

Wiener Staatsoper / Opernball 2017 – Intendant Meyer, Pier Paolo Righi, Hanna Gumpinger (Debütantin), Langes-Swarovski, Großbauer © Wiener Staatsoper GmbH Ashley Taylor

Das Eröffnungsprogramm des 61. Wiener Opernball: Um 20.15 Uhr ertönt die FANFARE von Karl Rosner, es folgt die ÖSTERREICHISCHE BUNDESHYMNE, die EUROPAHYMNE von Ludwig van Beethoven. Der folgende Einzug und Tanzdarbietungen der 144 Paare des Jungdamen- und Jungherren-Komitees stellt einen der reizvollsten wie populärsten Höhepunkte des Wiener Opernball dar, zur POLONAISE aus der Oper EUGEN ONEGIN. Der Einzug endet traditionell zu den Klängen des Donauwalzers und mit dem gemeinsamen Ausruf aller Staatsopernkünstler „Alles Walzer!“ als Aufforderung an die Ballgäste, nun zum Tanz das Parkett zu übernehmen. 120 Musiker sorgen dann bis 5 Uhr in der Früh für Unterhaltung. Im 4. Stock geht die Post ab. Die Ballnacht endet traditionell um 5.00 Uhr früh mit Brüderlein fein im 50 m langen Ballsaal. Dort werden wenige Stunden später 7.000 Kinder aus allen österreichischen Bundesländern zwei Vorstellungen von Die Zauberflöte für Kinder besuchen.

Prominent besetzt ist das von Staatsoperndirektor Dominique Meyer zusammen-gengestellte künstlerische Eröffnungsprogramm von 22.00 bis ca. 23.00 Uhr: Startenor Jonas Kaufmann singt erstmals am Wiener Opernball: „La fleur que tu m’avais jetée“ aus Carmen und „Dein ist mein ganzes Herz“ aus Das Land des Lächelns. Es spielen das Wiener Staatsopern-orchester / Wiener Philharmoniker unter der Leitung von Semyon Bychkov (Carmen-Ouvertüre und Gesangseinlagen) und Sascha Goetzel (Balletteinlage), das Bühnenorchester der Wiener Staatsoper unter Witolf Werner (Fanfare) sowie das Wiener Opernball Orchester unter Andreas Spörri (Hymnen, Komiteedarbietungen); das Wiener Staatsballett – mit den Ersten Solotänzern Nina Poláková, Maria Yakovleva, Denys Cherevychko, Davide Dato und Roman Lazik an der Spitze – und die Ballettakademie der Wiener Staatsoper tanzen eine von Lukas Gaudernak eigens für den Opernball kreierte Choreographie (Künstlerleben, Walzer).

Wiener Staatsoper / Opernball - Entwurf Svarowsky Tiara für Jungdamen © Karl Lagerfeld

Wiener Staatsoper / Opernball – Entwurf Svarowsky Tiara für Jungdamen © Karl Lagerfeld

Für das Jungdamen- und Jungherren-Komitee mussten sich die Paare Walzer drehend qualifizieren! Die Aufnahmevorschrift in das Komitee verlangt: Gute Linkswalzer-Kenntnis, Alter 17 bis 24 Jahre, maximal 1 Teilnahme, € 120 Gebühr, schriftliche Bewerbung mit aktuellem Bild. Die Bekleidungs-vorschrift. Damen: Schneeweißes langes, Ballkleid (ohne Reifrock oder glitzernde Applikationen), weiße lange Handschuhe, weiße Schuhe, Haare hochgesteckt. Herren: Schwarzer Frack, weiße Fliege, weiße Weste, weiße Handschuhe, schwarze Lackschuhe.
Auffällige Besonderheit ist die Swarovski Tiara, welche die Jungdamen tragen: Für den 2017 schuf Stardesigner Karl Lagerfeld, vom Eröffnungswalzer des Opernballes inspiriert, die „Le beau Danube bleu“ Tiara, welche in 394 klare und saphirblaue Swarovski Kristalle sowie fünf Swarovski Kristallperlen klassische wie moderne Elemente vereint. Nadja Swarovski, Mitglied des Swarovski Executive Board. „Die Geschichte von Swarovski und dem Opernball geht auf die 1950er zurück. Bei so vielen gemeinsamen Werten und Traditionen ist es fantastisch, unsere Unterstützung für diese Institution fortzusetzen. Die Debütantinnen werden begeistert sein, wenn sie mit einer von Karl Lagerfeld gestalteten Tiara gekrönt werden.

Wiener Staatsoper/ Opernball - Jungdamen und Jungherren Komittee auf dem Parkett © Michael Poehn

Wiener Staatsoper/ Opernball – Jungdamen und Jungherren Komittee auf dem Parkett © Michael Poehn

Eine einfache Eintrittskarte zum Opernball kostet €290. Vielleicht mietet man sich eine Rangloge für €10.000 bis €20.500 oder doch nur einen Tisch für 6 Personen um €1.200. Aber es geht auch preiswerter: Dem Frackzwang des Abends begegnen Geübte mit gemieteten Utensilien. Den „kleinen Opernball“ feiern Geübte im ersten Souterrain in der Wolfsschlucht, auf der Hinterbühne, in moderner, reduzierter Architektur in Holz und Kupfer oder in den zahlreichen Bars auf dem Balkon.

Die Boulevardpresse dagegen zelebriert zum Opernball gerne schräge Seiteneinsteiger: Alt-Bauunternehmer “Mörtel” Richard Lugner, 85, ist seit Jahren mit seinen Gästen schrulliger Medienstar des Balles. Der Einladung in die Lugner-Loge folgten in letzten Jahren bereitwillig Stars und Sternchen wie Brigitte Nielsen, Ruby Rubacuori, Paris Hilton, Pamela Anderson oder Stripperin Ditta von Teese (Slogan: “Der Ball ist nackt”), deren Leidenschaften bekanntlich weniger dem Tanz oder klassischer Musik gelten. Doch 2017 ist anders. Ein junges Wiener Mädel, Beata Decsei, (20), von einer prominenten Jury aus vielen Bewerbern gewählt, und die US-Schauspielerin Goldie Hawn (71) werden offizielle Promi-Gäste in der Lugner-Loge sein.

Manch traditionsorientierte Wiener Einheimische meiden das in ihren Augen leicht verrufene Klatschspektakel Wiener Opernball. Doch bricht die Medialisierung des Wiener Opernballes alte Wiener Balltraditionen auf, gibt neue Impulse. Außerhalb Österreichs ist der Wiener Opernball seit Jahrzehnten bewunderter Ausdruck eines lebensfrohen und kulturstarken Österreichs. Der 61. Wiener Opernball: Am 23. Februar 2017. IOCO / Viktor Jarosch / 12.02.2015

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Wien, Wiener Staatsoper, Premiere Il Trovatore mit Anna Netrebko, 05.02.2017

Februar 2, 2017  
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Wiener Staatsoper

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

  Il trovatore von Giuseppe Verdi

Nach 16 Jahren kehrt Giuseppe Verdis Il trovatore zurück auf die Bühne der Wiener Staatsoper und feiert am Sonntag, 5. Februar 2017 Premiere in einer Neuproduktion im Haus am Ring. Es ist dies nach Armide und Falstaff die dritte Opernpremiere im Großen Haus in dieser Saison. Verdis „Dramma in vier Teilen“ – seit seiner Uraufführung 1853 in Rom ein vom Publikum und Kritik gleichermaßen bejubeltes Werk, wurde an der Wiener Staatsoper schon im Eröffnungsjahr 1869 zum ersten Mal gezeigt und stand bisher 646 Mal auf dem Spielplan, zuletzt am 20. Jänner 2001.

Am Dirigentenpult steht Marco Armiliato, der dem Haus am Ring seit langem eng verbunden ist und der bisher knapp 30 unterschiedliche Werke an über 200 Abenden leitete. Il trovatore ist die erste Staatsopernpremiere des italienischen Maestros. Er sieht Il trovatore – wie auch die zwei anderen Werke von Verdis „trilogia popolare“, Rigoletto und La traviata – als „einen wirklichen und prägnanten Höhepunkt im Gesamtschaffen Verdis. Zum ersten Mal ist Verdi nun ganz der Verdi, als der er in die Geschichte eingegangen ist. Das bedeutet nicht, dass die Werke zuvor – wie Macbeth – nicht auch ganz große Meisterwerke wären. Aber man spürt beim Trovatore so eine unglaubliche Sicherheit in dem, was er macht. Es ist zum Beispiel in der Instrumentation, in der Behandlung des Orchesters eine bestechende Logik. Und dazu kommt auch noch, dass Verdi mit einem großen Sinn für Dramaturgie und einer Kenntnis der Möglichkeiten der menschlichen Gesangsstimme an die Solopartien herantritt.“

Regisseur Daniele Abbado präsentiert mit Il trovatore nach Don Carlo (2012) seine zweite Produktion im Haus am Ring. Sein Trovatore ist, wenn auch bewusst ohne allzu historische Bezüge, in der Zeit des spanischen Bürgerkriegs angesiedelt: Die Manrico-Azucena-Seite verkörpert eine bewaffnete Partisanen-Gruppierung, die Welt des Grafen Luna bildet die gegnerische militaristische Seite, von der sich Leonora im Laufe der Handlung emanzipiert. Dazu erläutert Daniele Abbado: „Es ist auf den ersten Blick nicht einfach, im Trovatore einen roten Handlungsfaden auszumachen. Ein wesentlicher Aspekt, der natürlich sogleich ins Auge springt, ist jedoch das Verhältnis von Luna und Manrico. Dieses Grundmotiv der Oper – zwei Brüder bekriegen einander – zeigen wir hier im vergrößerten Maßstab eines ganzen Volkes, wobei es in Wahrheit unerheblich ist, dass Manrico und Luna von ihrer Verwandtschaft nichts wissen – immerhin spürt Manrico etwas diesbezügliches, sonst hätte er Luna im Duell ja nicht begnadigt. Uns geht es also unter anderen darum, den blutigen Konflikt, den abgrundtiefen Hass zweier Parteien zu zeigen, die eigentlich zusammengehören und die sich sinnlos bekämpfen, bis entweder eine der Seiten oder beide untergegangen sind.“ Daniele Abbados Inszenierung findet im Bühnenbild von Graziano Gregori, im Kostümdesign von Carla Teti und in der Lichtgestaltung von Alessandro Carletti ihre Umsetzung.

Durchgehend Wiener Rollendebüts in der Sängerbesetzung

Alle Premierensängerinnen und –sänger geben in der Premiere am 5. Februar ihr Rollendebüt an der Wiener Staatsoper:

So singt der französische Bariton Ludovic Tézier mit dem Conte di Luna seine zweite Neuproduktion im Haus am Ring, nachdem er bereits im Dezember als Ford im Falstaff zu erleben war.  Als Leonora ist erstmals im Haus am Ring Anna Netrebko zu erleben – die Leonora ist nach der Traviata ihre zweite Verdi-Partie an der Wiener Staatsoper und Il trovatore ihre dritte Premiere im Haus am Ring (nach Manon 2007 und Anna Bolena 2011).

KS Roberto Alagna, der an der Wiener Staatsoper zuletzt im November 2016 ein Solistenkonzert gestaltete, kehrt als Troubadour Manrico zurück an das Haus. Il trovatore ist nach dem Des Grieux in Manon 2007 (mit Anna Netrebko in der Titelpartie) und der Titelpartie in Faust 2008 seine dritte Premiere im Haus am Ring. Die italienische Mezzosopranistin Luciana D’Intino, die am Haus bisher als Amneris (Aida), Eboli (Don Carlo – Premiere 2012) und Léonore (La Favorite) Erfolge feierte, wird die Azucena verkörpern. Der junge koreanische Bass Jongmin Park, Ensemblemitglied der Wiener Staatsoper, ist als Ferrando zu erleben; Simina Ivan bzw. Jinxu Xiahou – ebenfalls Ensemblemitglieder des Hauses – als Ines bzw. Ruiz. PMWStO

 

 

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