Salzburg, Salzburger Festspiele, Jedermann, Lulu, Wozzeck… und Angela Merkel, IOCO Aktuell, 08.08.2017

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Salzburger Festspiele

Salzburg / Domplatz Jedermann © Tourismus Salzburg

Salzburg / Domplatz Jedermann © Tourismus Salzburg

97. Salzburger Festspiele 27.7. – 30.8.2017

AIDA, Wozzeck, Lulu, Rose Bernd, JEDERMANN….

Die 97. Salzburger Festspiele wurden am 27. Juli 2017 mit einer Festveranstaltung in der Felsenreitschule offiziell eröffnet. Nach der Begrüßung durch Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler folgten Ansprachen von Landeshauptmann Wilfried Haslauer, Bundesminister Thomas Drozda, die Festrede des Rechtsanwalts und Schriftstellers Ferdinand von Schirach (Terror) sowie die Eröffnungsrede von Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen.

Deutsche Kanzlerin Angela Merkel besucht AIDA

Bundeskanzlerin Angela Merkel zwackte sich trotz des bundesdeutschen Wahlkampfs zwei Tage für ihren schon traditionellen Festspielbesuch mit Ehemann Prof. Joachim Sauer und den österreichischen Freunden Bundeminister aD Dr. Martin und Ilse Bartenstein ab. Sie besuchte eine Vorstellung von Lady Macbeth of Mzensk und traf Mariss Jansons voller Bewunderung für seine große musikalische Leistung. Am 06. August ging sie in die Premiere von Aida (Shirin Neshat Regie, Riccardo Muti Dirigent, Anna Netrebko als AIDA) und in der Pause gab es eine Begegnung mit der für die Regie verantwortlichen Künstlerin Shirin Neshat.

Salzburger Festspiele / Angela Merkel besucht AIDA - Hier mit Markus Hinterhaeuser_Shirin Neshat_Helga Rabl-Stadler © Anne Zeuner

Salzburger Festspiele / Angela Merkel besucht AIDA – Hier mit Markus Hinterhaeuser_Shirin Neshat_Helga Rabl-Stadler © Anne Zeuner

 Jedermann, das Spiel vom Sterben des reichen Mannes 

Mysterienspiel von Hugo von Hofmannsthal

 Zentral in den 1920 von Hofmannsthal gegründeten Salzburger Festspielen

Die 2017 Premiere des Jedermann konnte wegen Regens nicht auf dem Salzburger Domplatz (Hofmannsthal: „Sein selbstverständlicher Platz.“) stattfinden, sondern wurde in das Festspielhaus verlegt. Tobias Moretti überzeugte dort in der Titelrolle. Applaus gab es auch für Stefanie Reinsperger, die neue Buhlschaft . Ungewohnt modern wurde die Neu-Inszenierung von Michael Sturminger empfunden. Im folgenden ein Film zur neuen Jedermann – Produktion:

2017 Plakat – Ankündigung des Jedermann 

Salzburger Festspiele 2017 / Das Schauspiel Jedermann - Seit Gründung der Salzburger Festspiele in 1920 zentrales Erkennungsstück © IOCO / Gallee

Salzburger Festspiele 2017 / Das Schauspiel Jedermann – Seit Gründung der Salzburger Festspiele in 1920 zentrales Erkennungsstück © IOCO / Gallee

Salzburg, Oper im Berg, Italienische Operngala mit Grace Bumbry, 08.07.2017

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Oper im Berg Festival

 Oper im Berg Festival / Italienische Operngala mit Grace Bumbry © Oper im Berg Festival

Oper im Berg Festival / Italienische Operngala mit Grace Bumbry © Oper im Berg Festival

Oper im Berg – Festspiele, Salzburg

Die Italienische Operngala am 8. Juli 2017 (19h) in der Großen Aula der Universität Salzburg ist zweifelos das Highlight unseres Spielplans. Begleitet vom erweiterten Oper im Berg Festival Chor & Orchester hören Sie die besten 20! Sänger (5 Tenöre, 3 Baritone, 3 Bässe, 2 Mezzo, 7 Soprane) der letzten 10 Jahre.

Weltstar Grace Bumbry selbst wird mit Ausschnitten aus La Forza del destino zu hören sein. U.a. als Venus in Bayreuth, als Carmen in Salzburg, als Tosca an der Met feierte sie Welterfolge und wurde zur Legende. Natürlich werden berühmte Arien und Szenen aus Opern von Verdi, Puccini, Donizetti, Bellini, Rossini – wie z.B Nessun dorma oder der Gefangenenchor nicht fehlen. In einigen Kategorien sind wir bereits ausverkauft. Sichern Sie sich jetzt noch gute Plätze. Die wunderschöne und geschichtsträchtige Große Aula verfügt über eine Tribühne, sowie eine hervorragende Akustik.

Karten zu 49/59/69/79/99 € bei uns, Öticket, Vienna Ticket Office und Salzburg ticket Service.

Pressemeldung Oper im Berg Festival

Salzburg, Oper im Berg, LA BOHÈME von Giacomo Puccini, 19. & 26.11.2016

November 9, 2016  
Veröffentlicht unter Oper, Oper im Berg Festival, Pressemeldung

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Oper im Berg Festival

Oper im Berg / LA BOHÈME © Opera & more Salzburg

Oper im Berg / LA BOHÈME © Opera & more Salzburg

LA BOHÈME von Giacomo Puccini, halbszenisch

19. & 26. November 2016 (19h)

La Bohème ist eine Oper in vier Bildern, komponiert von Giacomo Puccini. Das Libretto wurde von Luigi Illica und Giuseppe Giacosa nach dem Roman Les scènes de la vie de bohème von Henri Murger verfasst. Die Uraufführung fand 1896 im Teatro Regio in Turin unter Arturo Toscanini statt. Sie ist die vierte der zwölf Opern Puccinis und gilt vielen als sein Meisterwerk. Sie erzählt eine der schönsten Liebesgeschichten der Opernliteratur mit unvergänglichen Arien und Melodien.

Die Freunde Marcello (Maler), Schaunard (Musiker), Colline (Philosoph) und Rodolfo (Dichter) haben am Weihnachtsabend in Ihrer armseligen Mansardenunterkunft in Paris nicht einmal Holz zum Heizen. Doch selbst der Vermieter Benoit kann die gute Laune der Bohemiens nicht vertreiben, schließlich bringt Schaunard etwas Geld nach Hause und so beschließen alle im cafe Momus zu feiern. Rodolfo bleibt zurück, um einen Artikel fertigzustellen. Da klopft es an der Tür. Mimi, eine schüchterne junge Näherin, bittet um Feuer für ihre erloschene Kerze und es beginnt eine der schönsten Liebesgeschichten der Opernliteratur…

OPER IM BERG Festival: Chor & Orchester, Dirigent: Marco Moresco / Regie: Ingo Kolonerics

Besetzung:, RODOLFO: TURGUT AKMETE, MIMI: DENIZ YETIM, MUSETTA: SELIN UZUN, MARCELLO: ALP KOKSAL, COLLINE: UGUR YILMAZ / UGUR OKAY, SCHOUNARD: BARIS YAVUZ / MURAT CEM ORHAN, BENOIT/ ALCINDORO : ILKER ISSEVER

Tickets ab 45€ bei Office@operimbergfestival.com

Pressemeldung Oper im Berg Festival

Salzburg, Salzburger Festspiele, Don Giovanni im Haus für Mozart, IOCO Kritik, 06.09.2016

September 6, 2016  
Veröffentlicht unter Hervorheben, Kritiken, Salzburger Festspiele

Don Giovanni in Salzburg: Ildebrando D’Arcangelo ist der überzeugend liebestolle Don Giovanni, vor nichts Halt machend, vor nichts Respekt habend. Als verführerischer Südländer mit kräftigem Bassbariton (die Champagnerarie gelingt mit Bravour), präziser und leidenschaftlicher Darstellung, umgarnt“

Salzburg / Haus für Mozart © Salzburger Festspiele -Andreas Kolarik

Salzburg / Haus für Mozart © Salzburger Festspiele -Andreas Kolarik

Salzburger Festspiele

 Don Giovanni:   „Der Teufel ist immer und überall“

 Salzburger Festspiele 2016

Salzburg / Salzburger Festspiele - Don Giovanni 2016 © Salzburger Festspiele - Ruth Walz

Salzburg / Salzburger Festspiele – Don Giovanni 2016 © Salzburger Festspiele – Ruth Walz

Don Giovanni, die erste Oper der Triologie des Musikgenie Wolfgang A. Mozart mit dem unendlich lebenserfahrenen Lorenzo Da Ponte entstand 1786. Lorenzo Da Pontes eigene Vita ist der Schlüssel zum alle Normen der Zeit brechenden Libretto des Don Giovanni: 1749 als Kind jüdischer Eltern nahe Venedig geboren; zum katholischen Glauben konvertiert, 1770 in Venedig zum Priester geweiht, Professor für Literatur in Treviso. Eine von vielen  Liebesaffären führte in ein Mordkomplott, weshalb Da Ponte Italien verlassen musste. Ab 1782 erfolgreicher Librettist in Wien, 1793 Impressario am King’s Theater in London. 1834 starb Da Ponte mit 89 Jahren in New York, als Buchhändler.

Wolfgang Amadeus Mozart © IOCO

Wolfgang Amadeus Mozart © IOCO

Da Ponte kannte gesellschaftliche Stände, moralische Werte seiner Zeit und deren Bruchstellen allzu gut, letztere hat er oft selbst genutzt. Da Ponte war zeitweilig der lebende Don Giovanni. Seine Lebenserfahrungen brachte er ein in seine Opern mit Mozart.  Streng waren die ständischen Vorgaben der Zeit mit denen Don Giovanni so radikal bricht. Lorenzo Da Ponte und Mozart zusammen hatten den Mut, Erfahrung und künstlerischen Genius, dies lasziv sinnliche wie diabolische Thema in ihrem Don Giovanni bleibend für die Weltbühne zu bereiten.

Sven Erik Bechtolf inszenierte den Don Giovanni für die Salzburger Festspiele bereits 2014; nur mit mäßigem Zuspruch. Vielleicht waren es Akustik und Bühnentechnik der Felsenreitschule. 2016 wurde diese Inszenierung wieder aufgenommen. Doch im Haus für Mozart und mit größerem Zuspruch. Um 1920, in einem edel getäfelten Hotel (Bühne Rolf Glittenberg) findet die Handlung mit wenigen Bühnenbildern statt: An einer Lobby-Bar sitzend oder einen dominantem Treppenaufgang zu erotischen Zimmern führend. Der Chor übernimmt sowohl die Rollen des Hotelpersonals als auch der Gäste. Auf der Treppe ist viel Bewegung, Wirrwarr, Handlung; gelassen wie hektisch geht es dort hinauf und hinunter. Abgedunkeltes Licht deutet frivoles Ambiente im Hotel an. Regisseur Bechtolf versteigt sich in seiner Inszenierung in ein übersexualisiertes Welt-Dogma. Sein merkwürdig fixiertes Credo im Programmheft sagt: Da uns nichts mehr heilig ist, ist uns auch nichts unheilig“. Erkenntnis, Veränderung oder Erlösung, die Triebfedern Mozarts und Da Pontes, finden sich in seinem Don Giovanni nicht. Als  allgegewärtige Inkarnation des Bösen trägt Don Giovanni in der Bechtolf  Inszenierung beständig ein Teufelskäppchen mit sich herum. Skurril. Selbst nach Don Giovannis Feuertod, unter den geläuterten wie erstarrt stehenden  Protagonisten, sucht wieder ein Teufelchen nach Opfern.

Salzburg / Don Giovanni 2016 - Leporello und Don Giovanni © Salzburger Festspiele - Ruth Walz

Salzburg / Don Giovanni 2016 – Leporello und Don Giovanni © Salzburger Festspiele – Ruth Walz

Ildebrando D’Arcangelo ist der überzeugend liebestolle Don Giovanni, vor nichts Halt machend, vor nichts Respekt habend. Als verführerischer Südländer mit kräftigem Bassbariton (die Champagnerarie gelingt mit Bravour), präziser und leidenschaftlicher Darstellung, umgarnt Don Giovanni im Schlangenmantel. Außer Donna Anna (Carmela Remigio), auch da sind Zweifel, kann Don Giovanni keine Frau widerstehen. Ihr Vater, Commendatore (Alain Coulombe) wird Zeuge des Tete-à-Tete Don Giovannis mit seiner Tochter. Mit der Kraft Don Giovannis, der das Messer in der Hand Donna Annas führt, ersticht er/sie den Commendatore. Die Teufelskappen Don Giovannis  symbolisieren etwas penetrant die Nähe zur Infamie zur Unterwelt.

Salzburg / Don Giovanni 2016 - Valentina Nafornita als Zerlina © Salzburger Festspiele - Ruth Walz

Salzburg / Don Giovanni 2016 – Valentina Nafornita als Zerlina © Salzburger Festspiele – Ruth Walz

Luca Pisaroni, als Leporello mit wohltimbrierten Bassbariton, harmoniert optisch wie stimmlich mit seinem  Herrn und Meister. In diesem Hotel geht es lebendig zu, es wird nie langweilig. Das Brautpaar Zerlina (Valentina Narfonita) und Masetto (Jurii Samoilov) gehören auch zum Personal. Don Giovanni läßt sich auch diese junge Braut Zerlina nicht entgehen. Valentina Narfonita, überzeugt als eine zauberhafte Zerlina, bildhübsch und stimmlich. Zerlina besänftigt ihren misstrauischen, mit kultiviertem Tenor singenden Masetto.   Carmela Remigio als Donna Anna ergänzt das wunderbare Ensemble  durch weichen lyrischem Sopran. Ihr Verlobter Don Ottavio (Paolo Fanale) verspricht mit lyrischer Timbre zu rächen. Zwischen allen Machenschaften der Hochzeitsgesellschaft nutzt Don Giovanni jede Gelegenheit, Gier und Vergnügen zu befriedigen.  Alain Coulombe gibt dem rächenden Komtur / Steinernen Gast mit schwerem Bass höchst eindrucksvolle Stimme und Statur. Don Giovanni  vollführt seine Höllenfahrt bei gleißendem Rotlicht. Um, im Sinne des Bechtolfs, als symbolisches Teufelchen im letzten Bild unter erstarrten Protagonisten nach neuen Opfern für das „ewig Böse“ zu suchen.

Musikalisch begleiten die Wiener Philharmoniker mit dem jungen Dirigenten Alain Altinoglu mit einfühlsamem, frischem Tempo, aber auch mit der notwendigen Dynamik durch diese bedeutende Mozart/Da Ponte-Oper. Der Applaus des Premieren-Publikums für Ensemble und Dirigat war einhellig und eindrucksvoll.   IOCO / Daniela Zimmermann / 31.08.2016

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