Salzburg, Salzburger Pfingsfestspiele, Romeo und Julia – West Side Story – Cecilia Bartoli, IOCO Aktuell, 21.05.2016

Salzburg / Felsenreitschule © Salzburger Festspiele - Andreas Kolarik

Salzburg / Felsenreitschule © Salzburger Festspiele – Andreas Kolarik

 Salzburger Pfingstfestspiele 2016 und Cecilia Bartoli

Verona / Julia Statue im Casa di Giulietta © IOCO

Verona / Julia Statue im Casa di Giulietta © IOCO

2016 waren die fünften Salzburger Pfingstfestspiele, die Cecilia Bartoli künstlerisch leitete. Unter dem Motto Romeo und Julia gab es ein breitgefächertes Programm, das verschiedenste Genres bediente: Zwölf Veranstaltungen – Konzerte, Oper, Ballett, eine Lesung, drei Kinofilme und ein Galadinner – fanden zwischen 13. und 16. Mai 2016 statt.

Mit Standing Ovations und begeistertem Jubel wurde die erste Premiere der diesjährigen Salzburger Pfingstfestspiele am Freitagabend vom Publikum aufgenommen. Für  West Side Story hatte der Bühnenbildner George Tsypin die Felsenreitschule in einen Straßenzug New Yorks verwandelt: 50 Tonnen Stahl, 8 Tonnen Plexiglas und 8 Tonnen Holz wurden in den Werkstätten der Festspiele dafür verbaut. Siebenundsiebzig, in internationalen Castings handverlesene Sänger, Tänzer und Schauspieler machten die tragische Liebesgeschichte nach dem Vorbild des unsterblichen Liebespaares von    lebendig. Die Kostümausstattung im Stil der 1950er Jahre stammt von Ann Hould-Ward. 270 Kostüme wurden individuell von den Kostümwerkstätten der Festspiele gefertigt. 60 Mitarbeiter, 8000 Arbeitsstunden und 1800 Meter Stoff  waren dafür nötig!

Salzburger Festspiele / West Side Story - Karen Olivo - Anita - Ensemble © Salzburger Festspiele - Silvia Lelli

Salzburger Festspiele / West Side Story – Karen Olivo – Anita – Ensemble © Salzburger Festspiele – Silvia Lelli

Unter der Leitung von Gustavo Dudamel spielte das Simón Bolívar Orchestra of Venezuela nicht nur leidenschaftlich temperamentvolle südamerikanische Rhythmen, sondern begleitete auch die Duette von Tony und Maria mit gefühlvoller Zartheit. Patrick Woodroffe, der schon die Rolling Stones, Michael Jackson und Elton John in das richtige Licht setzte, war für das meisterliche Licht-Design zuständig und Liam Steel entwickelte eine neue, spektakuläre Choreografie mit akrobatischen Kampfszenen und hinreißenden Tanzeinlagen. Auch der Regisseur Philip Wm. McKinley beschritt mit seiner Inszenierung neue Wege. Die Frage, was nach Tonys Tod aus Maria wurde, liegt seiner Konzeption zugrunde, und so besetzte er die Rolle der Maria doppelt. Michelle Veintimilla spielte an der Seite von Norman Reinhardt als ihrem Tony die Maria der Vergangenheit, während Cecilia Bartoli als erwachsen gewordene Maria sich Jahrzehnte später  ihrer verlorenen Liebe erinnert.

Bei der Lesung Ein zartes Ding von Ben Power rührten Ilse Ritter, Hans-Michael Rehberg und Sprecher Michael Rotschopf das Publikum im Landestheater mit einer neuen Sichtweise auf Shakespeares Werk. Mit einer Collage aus Texten des Stückes und Auszügen aus den Sonetten zeigten sie ein Paar, das dem Ende eines langen Lebens entgegengeht und eröffneten so eine andere, aber nicht weniger anrührende Sicht auf die tragischen Liebenden. Das Publikum dankte es ihnen begeistert.

Salzburger Festspiele / Romeo und Julia © Salzburger Festspiele - Silvia Lelli

Salzburger Festspiele / Romeo und Julia © Salzburger Festspiele – Silvia Lelli

Ebenfalls gefeiert wurde die konzertante Aufführung der Oper Giulietta e Romeo von Nicola Antonio Zingarelli. Besonders Countertenor Franco Fagioli wurde vom Publikum bejubelt, ebenso wie Giulietta, die schwedische Mezzosopranistin Ann Hallenberg. Gemeinsam mit Xavier Sabata, Bogdan Mihai, Irini Karaianni und Juan Sancho, dem Orchester und dem Chor Armonia Atenea unter George Petrou traten sie den Beweis an, dass Zingarellis zu Unrecht vergessene Oper sich neben den Vertonungen von Berlioz und Gounod glänzend behaupten kann.

Mit sinnlichen Kreationen nach den Rezepten des italienischen Sternekochs Stefano Baiocco  und mit Begleitung der Tafelmusik des Ensembles BIAGIO MARINI  wurde anschließend im Karl-Böhm-Saal erlesen getafelt.

Salzburger Festspiele / Julia Fischer, Violine und Milana Chernyavska, Klavier © Salzburger Festspiele - Silvia Lelli

Salzburger Festspiele / Julia Fischer, Violine und Milana Chernyavska, Klavier © Salzburger Festspiele – Silvia Lelli

Mit Begeisterung wurde die Kammermusik-Matinee mit Julia Fischer und Milana Chernyavska aufgenommen. Es erklangen Werke von Antonín Dvorák, Bohuslav Martin, Peter Tschaikowski und dem spanischen Virtuosen und Komponisten Pablo de Sarasate. Als Zugabe wurden die Corelli Variationen gespielt.

„Es ist Shakespeares Liebesgeschichte: ohne Worte, ein Gefühlsrausch. Es geht um hemmungslose Liebe, Leidenschaft und Hingabe, höchstes Glück und tiefste Traurigkeit“, sagt Romeo-Darsteller Friedemann Vogel über John Crankos legendärer Inszenierung des Balletts Romeo und Julia, das am Sonntagabend im Großen Festspielhaus zu Prokofjews einzigartiger Musik getanzt und mit großem Jubel bedacht wurde.

Chorwerke im polyphonen Stil ließen The Tallis Scholars am Montagmorgen in der Kollegienkirche erklingen. Die meditative Schönheit dieser geistlichen Werke von Thomas Tallis, William Byrd und John Sheppard berührte das Publikum auf besondere Weise.

Salzburger Festspiele / West Side Story mit Cecilia Bartoli als Maria © Salzburger Festspiele - Silvia Lelli

Salzburger Festspiele / West Side Story mit Cecilia Bartoli als Maria © Salzburger Festspiele – Silvia Lelli

Besonderes gab es auch im Das Kino, denn dort wurden an drei Tagen die drei Klassiker der Romeo und Julia – Verfilmungen gezeigt. Die Verfilmung aus dem Jahr 1968 von Franco Zeffirelli machte den Anfang, gefolgt von Baz Luhrmanns Werk aus dem Jahre 1996 und John Maddens Shakespeare in Love von 1998.

Das Galakonzert am Abend des Pfingstmontags setzte einen schillernden Schlusspunkt des Programms der diesjährigen Pfingstfestspiele: Angela Gheorghiu und die beiden Tenöre Juan Diego Flórez und Benjamin Bernheim sangen unter anderem Arien und Duette von Gounod, Tschaikowski und Zandonai.

Die Salzburger Pfingstfestspiele werden vom 2. – 5 Juni 2017 stattfinden.

Salzburg, Salzburger Festpiele, Rudolf Buchbinder mit Beethoven-Zyklus, IOCO Aktuell, 28.08.2014

September 16, 2014  
Veröffentlicht unter IOCO Aktuell, Mozarteum, Salzburger Festspiele

salzbuerger_festspiele.gif

Salzburger Festspiele

Buchbinder spektakulär:  Beethoven  Neues Testament

Rudolf Buchbinder (*1946) ist ein bedeutender Klaviervirtuose unserer Zeit. Bereits mit fünf Jahren, als jüngster Student aller Zeiten, besuchte er die Musikhochschule Wien. In den 60iger Jahren startete es seine Karriere mit Mozart, Bach und Brahms. Beethoven war immer ein zentraler Punkt im Musikleben von Buchbinder.

Bonn, Beethoven-Denkmal © IOCO

Bonn, Beethoven-Denkmal © IOCO

Die Interpretation Beethovens Neuen Testaments, die zyklische Wiedergabe aller 32 Sonaten Beethovens, nehmen besondere Bedeutung in Buchbinders Leben ein. Im Rahmen der Salzburger Festspiele 2014 spielte Buchbinder im Mozarteum  an sieben Abenden, vom 3. – 20. August 2014,  den gesamten  Zyklus. Doch nicht nach der Chronologie ihrer Entstehung sondern im Geist der Zeiten seines Lebensweges.  Auswendig, seriös und technisch perfekt entwickelt Buchbinder viele spontane Variationen. Beendet wurde der Beethoven – Zyklus am 20. August 2014 mit den drei Sonaten op.109, die Fuge op.110 und die finale Verklärung op111,  jener  wunderbaren Sonate, welche selbst in der Weltliteratur widerhallt: Der Organist Wendell Kretzschmar in Thomas Manns großen Roman Doktor Faustus setzt diese op 111 mit dem Ende aller Sonaten gleich, dem Abschied „auf Nimmerwiederkehr“.

Buchbinder ist Perfektionist und bewältigt die großen Herausforderungen des Programmes mühelos und mit Leichtigkeit. Feine, schmeichelnde Töne und wuchtige, dramatische Akkorde, sowie klare Läufe kennzeichneten sein herausragendes Spiel.
Zum Abschluß des mitreißenden  Beethoven – Zyklus am 20. August 2014 bedankt sich Rudolf  Buchbinder bei großen Applaus mit einem Impromptu von Franz Schubert, der wie Buchbinder wissen ließ, Fackelträger bei Beethovens Begräbnis war.

                       Daniela Zimmermann / 28.08.2014

 

Salzburg, Oper im Berg, AIDA, 26.07./02.08.2014

Juli 25, 2014  
Veröffentlicht unter Oper im Berg Festival, Pressemeldung

oper_im_berg.jpg

Oper im Berg Festival

AIDA von Giuseppe Verdi

Oft wird diese Oper in großen Arenas gespielt, dabei sind 80% aller Szenen, sehr intime Momente, oft Dialoge. Diese gehen zu Gunsten von Gigantomanie (Elefanten, Tiger und Riesen Bühnenbilder etc) unter.

Vor und nach dem Triumphakt muten die Solisten auf diesen riesigen Bühnen wie Ameisen an, die heutzutage ohne Microphone dort nicht mehr hörbar wären.

Deshalb bringen wir Ihnen das Schicksal Aida’s nahe. In den Kavernen sehen sie die Gesichter, die Mimik der Darsteller, sie treten neben Ihnen auf, selbst der Pharao steht max. 10 Meter vor Ihnen. Die authentischen ägyptischen Bühnenbildmotive (14 x 4 meter) versetzen sie in das alte Ägypten. Unsere hervorragenden internationalen Solisten bedürfen keiner Mikrophone und der erfahrene italienische Maestro Marco Moresco zaubert Orchesterklänge die begeistern. Nein, WIR haben keine Elefanten, wir haben großartige Stimmen und eine Nähe, die sie nirgends finden können. Ein Zuschauer meinte einmal: “ Bei ihnen sitzt man als Zuschauer, als würde man in der Staatsoper AUF der Bühne sitzen, als wäre man mitten im Geschehen, ein Darsteller. Diese Emotion ist unfassbar.“

Es erübrigt sich fast zu erwähnen, daß unsere Inszenierung klassisch ist.

BESETZUNG:
Aida – Lorena Valero (Teatro Madrid) -Debüt
Radames – Paolo Lardizzone (Teatro Verdi) -Debüt
Amneris – Aiste Miknyte (Staatstheater Mainz) – Debüt
Amonasro – Patricio Cueto/Isik Belen (Staatsoper Istanbul) -Debüt
Ramfis – Krzysztof Borysiewicz (Staatsoper Warschau) -Debüt
Il Re – Sylvain Muster (Oper Genf) -Debüt

Musikalische Leitung: Marco Moresco,  Inszenierung: Ingo Kolonerics

26. Juli und 2. August 2014

Pressemeldung Oper im Berg Festival

Salzburg, Oper im Berg, GRANDI VOCI / OPERNGALA DER STARS VON MORGEN, 24.08.2013

August 2, 2013  
Veröffentlicht unter Oper im Berg Festival, Pressemeldung

oper_im_berg.jpg

Oper im Berg Festival

GRANDI VOCI / OPERNGALA:  STARS VON MORGEN

 
Samstag, den 24. August 2013 – 19:00 Uhr – Kavernen 1595
Eingang über den Mönchsbergaufzug
Finalkonzert mit Publikumspreis
 
Finalisten / Solisten des 4. Internationalen Operngesangswettbewerbes
Spieldauer ca. 2 Stunden mit 1 Pause und anschließender Preisverleihung
Klavierbegleitung
 
Aus mehr als 100 Bewerbern aus Italien, Frankreich, USA, Japan, Korea, Russland, Schweden, Deutschland, Österreich, Griechenland, Ungarn, Belgien, Kuba, Peru usw. werden von einer internationalen Jury die besten 15 Sänger ausgesucht. Diese präsentieren Ihnen die größten Hits der berühmtesten Opern von La Traviata bis Lucia di Lammermoor, von La Boheme bis Rigoletto, von Don Carlo bis Tosca und singen um die Gunst des Publikums, das den Publikumspreis per Abstimmung selbst bestimmen wird. Entscheiden Sie mit, wenn Salzburg seinen Opernstar sucht, und feiern Sie im Anschluss mit den Künstlern.
 
Tickets unter: +43 676 5951901 / office@operimbergfestival.com
 
 
 
Pressemeldung Oper im Berg Festival

Nächste Seite »