Graz, Steirische Festspiele, Øresund, 07./08.10.2013

Oktober 2, 2013  
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Steirische Festspiele

Øresund – 

Sinfonische Kantate zum 70-jährigen Gedenktag an die Rettung der dänischen Juden

7. & 8. Oktober 2013, 19.45 Uhr. Stefaniensaal Graz

Die Rettung der jüdischen Dänen im Jahr 1943 ist eine der wenigen durch und durch positiven Geschichten, die sich aus der Schreckenszeit der Naziherrschaft und des Holocausts erzählen lassen. Trotzdem ist sie nicht wirklich präsent in unserem Bewusstsein. Vielleicht, weil wir das übrige unermessliche Leid dieser Zeit nicht relativieren oder schönreden wollen. Dabei dürfte das Gegenteil der Fall sein. Denn vor der menschlichen Größe, dem politischen Geschick und dem unglaublichen historischen Glück dieser singulären Tat erscheinen die sonst fast überall waltenden Mechanismen des Horrors noch schwärzer. Und so soll und muss die Geschichte der dänischen Juden und ihrer zahllosen Helfer gerade auch in der Kunst erzählt werden. Als ein Beispiel, das aller Verzagtheit, allem Aufgeben und allem Wegschauen angesichts menschlichen Leids entgegengehalten werden darf. Den Dänen gelang es durch Geschick und Leidenschaft, fast ihre gesamte jüdische Bevölkerung, insgesamt über 7000 Menschen, in den ersten Tagen des Oktobers 1943 über den Øresund ins neutrale Schweden zu schmuggeln, bevor die deutsche Deportationsmaschinerie ihrer habhaft werden konnte. Dabei half der gut organisierte dänische Widerstand ebenso wie ein deutscher Überläufer, der den Deportationsplan verriet. Vor allem war die Rettung jedoch einer unüberschaubaren Zahl von Dänen geschuldet, die ihr Leben riskierten und ihren jüdischen Mitbürgern halfen. Nicht aus Liebe zu den Juden, wie ein Geretteter später sagte, sondern weil die Juden für jeden eben in erster Linie Dänen waren.
 
styriarte / Michael Hofstetter und recreation © Werner KmetitschNachdem der Komponist Iván Eröd und der Librettist Thomas Höft für die Wiener Staatsoper Erich Kästners „Pünktchen und Anton“ erfolgreich auf die Bühne gebracht haben, waren sie sich einig, ihre gemeinsame Arbeit fortzusetzen. Iván Eröds eigene Familiengeschichte legte eine Beschäftigung mit dem Holocaust nahe, aber es war vor allem der hoffnungsvolle Aspekt, der ihn an der Geschichte um die Rettung der Dänischen Juden faszinierte. In der Arbeit am Text geriet den Autoren die poetische Form des neuen Stücks immer weiter ins Sinfonische, so dass sie schließlich ein Konzept entwickelten, das an die großen oratorischen Sinfonien anknüpft. 
 
Hauptperson der Sinfonischen Kantate ist der Chor. Als habe sich eine nicht näher bezeichnete Gruppe von Menschen am dänischen Strand des Øresunds getroffen, um dort von den Ereignissen zu erzählen, trägt der Chor die Geschichte. Aus ihm treten immer wieder einzelne Personen hervor, die Persönliches berichten. Dazu werden alte Lieder, Gebete oder Texte zitiert. Der Gang der Ereignisse ist anhand der maßgeblichen Studie des dänischen Historikers Therkel Straede, „Die Menschenmauer, Dänemark im Oktober 1943“, entwickelt, die 1993 in Kopenhagen zum 50. Jahrestag der Rettung vom „Museum des dänischen Widerstands“ herausgegeben wurde. Das Stück ist zweisprachig angelegt. Hebräische und deutsche Sprache kommen vor. 
 
Die Sinfonische Kantate wird zum 70. Gedenktag der Rettung der dänischen Juden am 7. & 8. Oktober 2013 im Rahmen der Konzertsaison 2013/2014 von recreation – GROSSES ORCHESTER GRAZ unter der Leitung von Michael Hofstetter uraufgeführt.
 
 
Øresund
George Gerswhin: Symphonic Suite aus „Porgy & Bess“
Iván Eröd: Symphonie Nr. 3 („Øresund“) über einen Text von Thomas Höft, UA
Carl Nielsen: Symphonie Nr. 3, op. 27 „Sinfonia espansiva“
 
Sarah Wegener, Sopran
Christian Miedl, Bariton
Vocalforum Graz (Einstudierung: Franz M. Herzog)
recreation-Großes Orchester Graz
 
Dirigent: Michael Hofstetter
 
 
 
 
Pressemeldung Steirische Kulturveranstaltungen 

Graz, Oper Graz, Nora Schmid wird Opernintendantin in Graz, IOCO Aktuell,

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Oper Graz

Frauenpower in der Steiermark

Opernhaus Graz © Robert Illemann

Opernhaus Graz © Robert Illemann

In Chefetagen von Musiktheatern sind Männer meist unter sich. Sie geben sich die Klinken in die Hand, schanzen sich Posten zu, kungeln Kunst. Die Frau, das unbekannte Wesen der Musiktheater-Chefetagen. Wenig unterscheidet die Führungsriegen der Musiktheater von Reinigungs-, DAX-, MDAX-Unternehmen. Die einzige Intendantin eines großen Hauses, Simone Young der Staatsoper Hamburg, wird 2015 geradezu zwangsläufig von einem Mann abgelöst. Die Wiener Philharmoniker hielten bis 1997 sogar nicht nur die Chefetage sondern den gesamten Orchestergraben erfolgreich „Frauenfrei“. Bis weit entfernte amerikanische Frauenverbände diesen Wiener Zustand als ungereimt entdeckten. Seither verlieren sich, notgedrungen, ein paar Frauen im Orchestergraben der Wiener Philharmoniker: Aber nur behost, nicht in Röcken, wie eine von Männer schnell eingeführte Hosenordnung vorschreibt.

Doch es gibt einen wohltuenden Kontrast zu dieser tristen Männerwelt. Die Stadt Graz. In Graz werden die drei großen Grazer Kunstinstitutíonen seit Jahren vo

Foyer Opernhaus Graz © Robert Illemann

Foyer Opernhaus Graz © Robert Illemann

n Frauen geleitet. Anna Badora leitet seit 2006 erfolgreich das Schauspielhaus Graz, nachdem sie zuvor zehn Jahre das Düsseldorfer Schauspielhaus geleitet hatte. Veronica Kaup-Hasler leitet seit 2006 den Steirischen Herbst, das älteste wie größte europäische Festival für zeitgenössische Kunst. Elisabeth Sobotka wiederum leitet die Oper Graz erfolgreich seit 2009. Auch die Nachfolgerin von Frau Sobotka, welche 2015 die Leitung der Bregenzer Festspiele übernimmt, bleibt weiblich: Die Schweizerin Nora Schmid, 35, übernimmt dann die Intendanz der Oper Graz. Schmid wurde aus 43 Mitbewerbern ausgewählt. Der Name Schmid gehörte nicht zu jenen ausschließlich männlichen Namen, welche gerüchteweise im Vorfeld der Entscheidung gehandelt wurden. Die prominent besetzte Jury habe „einstimmig und schnell“ für Schmid entschieden, erklärte dann Jury-Mitglied Dominique Meyer, Intendant der Wiener Staatsoper, etwas sehr schnell. Klammheimlicher Dank bleibt wohl der Grazer Theaterholding für diesen so „einstimmigen“ Entscheid vorbehalten. Die Grazer Theaterholding, formal für die Bestellung der Personalie zuständig, hat bei Entscheidung sicherlich „geholfen“ .

Stephaniensaal  Graz © Robert Illemann

Stephaniensaal Graz © Robert Illemann

Anna Schmid wurde in Bern geboren, studiert  Musikwissenschaft und Betriebswissenschaft in Rom.  Marketing lernte sie in Berlin, an der Staatsoper Unter den Linden. In den Theatern Biel / Solothurn, ab 2005,  und Theater an der Wien, ab 2007, war Frau Schmid als Dramaturgin tätig, bevor sie 2010 Chefdramaturgin an der Semperoper wurde, gemeinhin die Endstation für Frauenkarrieren an Musiktheater. Die Bestellung von Frau Schmid als Intendantin der Oper Graz gilt von  2015 bis 2020. 

IOCO / VJ / 26.04.2013

 

Graz, Steirische Festspiele, Vorstellung: Neues Projekt des Orchester recreation, 23.04.2012

April 19, 2012  
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Steirische Festspiele

Neues Projekt des Orchester recreation wird vorgestellt

Recreation-Großes Orchester Graz erobert sich neues Terrain: Noch in diesem Frühling startet das Ensemble ein Konzertprojekt für junge Leute, in Anlehnung an Leonard Bernsteins Young Peoples Concerts „YPC“ genannt. Die Produktion wird vom Grazer Dirigenten & Komponisten Wolfgang Hattinger geleitet und vom Kulturressort des Landes, Landesrat Dr. Christian Buchmann, gefördert.

Zur Präsentation dieses neuen Projektes laden wir Sie herzlich ein:

recreation YPC
Montag, 23. April 2012, 10.30 Uhr
styriarte Büro
Palais Attems, 1. Stock
Sackstraße 17, 8010 Graz

Als Gesprächspartner stehen Ihnen zur Verfügung:
Orchester-Intendant Mathis Huber, Dirigent Wolfgang Hattinger und Kulturlandesrat Dr. Christian Buchmann.

Graz, Steirische Festspiele, BRAHMS UND DVORÁK, 19./20.03.2012

März 14, 2012  
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Steirische Festspiele

BRAHMS  UND  DVORÁK


„Es geht nicht darum, viele Noten zu schreiben, lieber Dvorák, sondern die richtigen!“ An diesen Rat seines Wiener Wahlverwandten Brahms hat sich Dvorák im späten Cellokonzert gehalten. Das unbestritten kernigste, griffigste und klangvollste aller Cellokonzerte ist für jeden jungen Virtuosen eine Herausforderung. Der Wiener Sol Daniel Kim, Meisterschüler von Heinrich Schiff, stellt sich dem Kraftakt, während Paul Goodwin am Pult den Dvorák in Brahms hervorlockt: den melodienseligen, tanzverliebten Komponisten der Zweiten Symphonie.  

Sol Daniel Kim
recreation – Großes Orchester Graz
Dirigent: Paul Goodwin


Montag, 19. März 2012, 19.45 Uhr
Dienstag, 20. März 2012, 19.45 Uhr 
Stefaniensaal im Congress Graz

Einführung jeweils vor dem Konzert um 19.15 Uhr im Stefaniensaal mit Paul Goodwin und Mathis Huber.

Das Programm:

Johannes Brahms: Ungarische Tänze Nr. 17 bis 21 (arr. Dvo?ák)
Antonín Dvorák: Cellokonzert in h, op. 104 
Johannes Brahms: Symphonie Nr. 2 in D, op. 73

Karten und Informationen: Für die Beantwortung von Fragen und für Karten stehen unsere Mitarbeiter im styriarte-Kartenbüro gerne zur Verfügung! Einzelkartenpreise: € 44/38/32/24/15.Schüler- und Studentenkarten sind ermäßigt (20%). An der Abendkasse zahlen Schüler- und StudentInnen Halbpreis!

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