Bregenz, Bregenzer Festspiele, 2017: Carmen folgt Turandot, 18.08.2016

August 22, 2016  
Veröffentlicht unter Bregenzer Festspiele, Pressemeldung

Bregenzer Festspiele / Turandot © Bregenzer Festspiele / Karl Forster

Bregenzer Festspiele / Turandot © Bregenzer Festspiele / Karl Forster

Turandot auf der Seebühne in Bregenz

Zwei Jahre lang herrschte Turandot mit eiskalter Hand über die Seebühne. Zwei Jahre lang konnten die Festspielbesucher Calafs Kampf um „die Unbarmherzige“ und seinen unbändigen Glauben an das Gute im Menschen gebannt mitverfolgen. Mit den drei Aufführungen heute, morgen und am Sonntag brechen nun die letzten Regentschaftstage der wandlungsfähigen chinesischen Prinzessin an. Von 19. Juli bis 20. August 2017 wenden die Bregenzer Festspiele ihren Blick mit Carmen ins Spanien des 19. Jahrhunderts.

Schritt für Schritt von China nach Spanien

Der Mauereinsturz, der Teil der beliebten Turandot-Inszenierung ist, wird nach dem 21. August ein endgültiger sein. Am Montag beginnt der Abbau des Bühnenbildes. Was wiederverwendet werden kann, wird aufbewahrt oder umfunktioniert. So beispielsweise auch der Schwimmkran, der alle zwei Jahre Abbau-Helfer ist. Sein Schwimmponton und Gerüst sind Bühnenbild-Überbleibsel von Der Fliegende Holländer aus dem Jahr 1989. Bereits 2013 wurde mit dem CarmenKonzept begonnen. Die Ergebnisse werden voraussichtlich ab März 2017 Schritt für Schritt für Jedermann sichtbar.

Zài Jiàn Turandot, ¡Hola Carmen!

Carmen  ist nicht nur eine der weltweit meistgespielten Opern, sondern bescherte den Bregenzer Festspielen in den Sommern 1991 und 1992 den damaligen Besucher-Rekord: In der nächstjährigen Festival-Saison kehrt nach 25 Jahren mit Carmen ein Meisterwerk der Extraklasse zurück auf die Bregenzer Seebühne. Doch auch wenn der Stoff derselbe ist, wird der Zugang zu Bizets Erfolgsoper ein neuer sein. Dafür sorgt der aus Dänemark stammende Regisseur Kasper Holten gemeinsam mit der britischen Bühnenbildnerin Es Devlin.

Die bewegende Musik von Komponist Georges Bizet mit ihren spanisch anmutenden Klängen, eine packende Geschichte voll glühender Leidenschaft und ein monumentales Bühnenbild im Bodensee bringen in den Sommern 2017 und 2018 das Flair Andalusiens in die Bregenzer Bucht.

Abhilfe für Nostalgische

Wer Turandot, Don Giovanni und Co. nur schwer ziehen lassen kann, dem sei eine Veranstaltung ans Herz gelegt: Im November 2016 findet der Requisitenabverkauf im Festspielhaus statt. Wer selbst einmal in die Rolle von Líu oder Leporello schlüpfen will, oder sich einfach ein Stück „Festspielgeschichte“ nach Hause holen möchte, ist hier genau am richtigen Ort.  PMBrF

Bregenz, Bregenzer Festspiele, Turandot: Verzaubernde Phantasmagorien auf der Seebühne, IOCO Kritik, 02.08.2016

August 2, 2016  
Veröffentlicht unter Bregenzer Festspiele, Hervorheben, Kritiken

Bregenzer Festspiele / Turandot © Bregenzer Festspiele / Karl Forster

Bregenzer Festspiele / Turandot © Bregenzer Festspiele / Karl Forster

Turandot auf der Seebühne in Bregenz

Dunkle Wolken zogen über den Bodensee. Regen war angekündigt. Die Aufführung ausverkauft,  7000 Augenpaare gingen immer wieder gen Himmel. Diese Blicke müssen den Regenwolken zugesetzt haben; sie verzogen sich. Der Zauber des Sees breitete seine Flügel aus: Chinesische Romantik, die Rätsel der Turandot, ein Rausch von Klängen und Farben ergriffen das Innerste der Turandot – Besucher.

Bregenzer Festspiele / Turandot © Bregenzer Festspiele / Karl Forster

Bregenzer Festspiele / Turandot © Bregenzer Festspiele / Karl Forster

Turandocht heißt ein altes persisches Märchen. Es berichtet von der  wunderschönen, engelsgleichen Prinzessin Turandocht, die jeden Prinzen verzaubert, aber keinen Mann möchte. Giacomo Puccini (1858 – 1924) übernahm diese Handlung in seine letzte, unvollendete Oper Turandot, welche 1926 unter Arturo Toscanini in der Mailänder Scala uraufgeführt wurde.

Bregenzer Festspiele / Turandot rescheint auf Barke © Bregenzer Festspiele / Karl Forster

Bregenzer Festspiele / Turandot rescheint auf Barke © Bregenzer Festspiele / Karl Forster

Marco Auturo Marelli, Regisseur und Bühnenbildner ließ auf der Bregenzer Seebühne in riesiger Drachenform einen Teil der chinesischen Mauer entstehen: 72 Meter breit, bis zu 29 Meter hoch, 335 Tonnen schwer bricht diese Mauer zu den ersten Takten der Musik in der Mitte auf und nimmt die Zuschauer mit in das chinesische Reich der Prinzessin Turandot. Auf der Seebühne werden zahlreiche, zwei Meter grosse Tonkrieger sichtbar, der  berühmten Terrakotta Armee des ersten chinesischen Kaisers nachempfunden; 61 solcher Krieger verteilen sich auf dem Wasser vor der Bühne. Dazu faszinieren Akrobaten, Feuerkünstler, eine beleuchtete Barke für Turandot  und eine aufklappbare Drehbühne, auf der LED Masken die Gefühle der Turandot  in leuchtenden Farben  spiegeln. So machen das Seeambiente, Bühnenbild und farbenreiche Illuminationen die Turandot Aufführung auf der Seebühne Bregenz zu einem illustren Kulturereignis.

Bregenzer Festspiele / Turandot Pause mit herrlichem Seeblick © D_Zimmermann

Bregenzer Festspiele / Turandot Pause mit herrlichem Seeblick © D_Zimmermann

Im Märchen zahlt jeder gescheiterte Prinz  mit seinem Leben für sein Versagen im werben um die Prinzessin Turandot. Auch die  grausame Zahl von bereits 27 toten gescheiterten Prinzen können den allseits unbekannten Prinzen Calaf, nicht davon abhalten, Turandot zu erobern. In ihrer zentralen Arie In questa reggia (In diesem Schloß) erklärt Turandot  die Gründe ihrer Abneigung gegen Männer und Liebe, von Katrin Kapplusch souverän wie mit der gelegentlich geforderten Schärfe gesungen: Ihre Ahnin Lou Ling war von einem Mann misshandelt und getötet worden, der Schrei ihrer Ahnin umklammert noch immer das zu Eis gewordene Herz der Turandot. Arnold Rawls löst als Calaf mit sicherer, warmer Tenorstimme alle ihm gestellten Rätsel. Turandot  verfällt in nun Panik, will sich nicht in die Heirat mit Calaf fügen. Aber der heilige Schwur, den zum Mann zu nehmen, der das Unmögliche schafft, ist nicht zu brechen. Da hilft auch kein Flehen bei Altoum, Sohn des Himmels,  von Christophe Mortagne blendend dargestellt. Calaf will will Liebe der Turandot, will sie erobern und gibt nun ihr in der Form eines Rätsels die Chance sich zu befreien. „Finde meinen Namen während dieser Nacht, dafür bin ich bereit zu sterben“, so Calafs weltberühmte Arie Nessun dorma, welche  auch am Bregenzer See zu einem Höhepunkt des Abends wird: Arnold Rawls singt lyrisch timbriert in die Nacht hinein, vor der drachenförmigen chinesischen Mauer, das großartige Bühnenbild mit tiefen Farben ergreifend illuminierend.

Bregenzer Festspiele / Turandot und Feuerkünstler © Bregenzer Festspiele / Karl Forster

Bregenzer Festspiele / Turandot und Feuerkünstler © Bregenzer Festspiele / Karl Forster

Paolo Carignani lenkte vom Festspielhaus die Wiener Symphoniker ruhig doch mit großem  Forte die Massenszenen kräftig untermalend,wie mit filigran vorgetragenen Soli die Spannung auf der Seebühne hoch haltend. Szenenapplaus gab es für  Yitian Luan in der großen Partie der Sklavin Liu, die mit herrlich höhensicherer  Stimme hingebungsvoll leidend ihre Liebe zu Calaf  ihren Opfertod (Tanto amore segreto)  besingt.  Gefeiert wurde eine letztendlich glückliche Turandot, ein großes Opern-Spektakel.

Bei Licht, Feuer und Wasserfontänen dankten 7000 Besucher für das ergreifende Gesamtkunstwerk Turandot  auf der Seebühne Bregenz. IOCO / D. Zimmermann / 30.07.2016

Bregenz, Bregenzer Festspiele, Turandot Giacomo Puccini, 02.08.2016

Juli 26, 2016  
Veröffentlicht unter Bregenzer Festspiele, Pressemeldung

 

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Bregenzer Festspiele

Bregenzer Festspiele / Die Zauberflöte - Tribüne © Bregenzer Festspiele atelier pi

Bregenzer Festspiele / Die Zauberflöte – Tribüne © Bregenzer Festspiele atelier pi

Turandot von Giacomo Puccini

Lyrisches Drama in drei Akten und fünf Bildern | Libretto von Giuseppe Adami und Renato Simoni | Schlussduett und Finale vervollständigt von Franco Alfano | In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Drei Rätsel stellt die chinesische Prinzessin Turandot jedem Mann, der um ihre Liebe wirbt. Bisher hat sie keiner lösen können, und alle haben dafür mit ihrem Kopf bezahlt. Einem unbekannten Prinzen gelingt das Unmögliche: er kann alle drei Fragen beantworten. Doch Turandot möchte sich trotzdem nicht erobern lassen, deshalb ist der Prinz bereit zu sterben, wenn sie bis zum nächsten Morgen seinen Namen herausfindet. Keiner darf diese Nacht schlafen und muss nach dem Namen forschen…
Mit Calafs Arie Nessun dorma wurde Giacomo Puccinis Oper Turandot weltberühmt. Vor der mächtigen Kulisse der drachenförmigen Mauer im Bodensee hallt diese Arie in die Nacht. Marco Arturo Marellis Bühnenbild spielt mit chinesischen Herrschaftssymbolen. Die riesige Mauer ist vom längsten Bauwerk der Welt, der Chinesischen Mauer, inspiriert. Diese Mauer wird von über zweihundert Terrakotta-Kriegern durchkreuzt, die in den Himmel wie ins Wasser streben.
Auch in der Musik sind chinesisch erscheinende Klänge zu hören. Puccini ließ sich von Melodien aus Spieluhren inspirieren, die ein befreundeter Diplomat aus China mitgebracht hatte. Doch so chinesisch Puccinis letztes Bühnenwerk erscheinen mag, seine Handlung stammt ursprünglich aus einem persischen Märchen und die Musik zieht sämtliche Register der italienischen Oper.

Der mächtigen Turandot steht die aufopferungsvolle Liù gegenüber, die den Prinzen Calaf liebt und das Geheimnis seines Namens mit in ihren ergreifenden Tod nimmt. Das Volk betrauert diesen Tod ebenso leidenschaftlich wie es zuvor das Spektakel der Enthauptung von Turandots Brautwerbern genossen hat. Akrobaten und Feuerkünstler, Tänzerinnen und Soldaten feiern Turandots Auftritt im zweiten Akt. Doch bevor sie dem Prinzen ihre Rätsel stellt, offenbart sie, warum sie so eiskalt geworden ist: Vor langer Zeit wurde ihre Ahnin von einem Mann misshandelt und getötet. Turandots Maske ihrer Vorfahrin kann Calafs Liebe schließlich brechen. Wie es sich Puccini wünschte, kehren die beiden „durch die Liebe unter die Menschen zurück, und diese Liebe muss von allen Personen auf der Bühne Besitz ergreifen.

Bregenz Seebühne / Festspielhaus, Musikalische Leitung Paolo Carignani / Giuseppe Finzi, Inszenierung & Bühne Marco Arturo Marelli, Kostüme Constance Hoffman, Licht Davy Cunningham, Chorleitung Lukáš Vasilek, Wiener Symphoniker, Prager Philharmonischer Chor, Bregenzer Festspielchor

Die Bregenzer Festspiele 2016 finden von 20. Juli bis 21. August 2016 statt.

Tickets und Infos unter +43 (0)5574 407-6 und www.bregenzerfestspiele.com.  VORSTELLUNGEN am:   2., 3., 4., 5., 6., 7., 9., 11., 12., 13., 14., 16., 18., 19., 20., und 21. August – 21.00 Uhr.   PMBrFSp

 

Bregenz, Bregenzer Festspiele, Heute 90.000er Besucher bei Die Zauberflöte, 01.08.2013

August 1, 2013  
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Bregenzer Festspiele  / Seebühne mit Publikum © Achim Mende

Bregenzer Festspiele / Seebühne mit Publikum © Achim Mende

Bregenzer Festspiele

Halbzeit am Bodensee

Heute 90.000er Besucher bei „Die Zauberflöte“

Die Bregenzer Festspiele blicken hochzufrieden auf die erste Hälfte der laufenden Saison zurück. Nicht nur das Spiel auf dem See konnte die hohen Erwartungen sowohl in künstlerischer als auch wirtschaftlicher Hinsicht erfüllen, auch die weiteren Programmangebote erweisen sich bislang als Attraktionen.  Für die verbleibenden zweieinhalb Festspielwochen stehen unter dem diesjährigen Leitmotiv Dem Licht entgegen eine Ur- und eine Österreichische Erstaufführung, Orchesterkonzerte, Kammermusik, ein Kinder- und Familienkonzert sowie 15 Aufführungen der Zauberflöte auf dem Spielplan des Sommerfestivals.

  
Mit der heute Abend auf der Seebühne stattfindenden 13. Vorstellung werden knapp 90.000 Menschen das Spiel auf dem See besucht haben, das entspricht einer Auslastung von 100 Prozent. Die verbleibenden 15 Aufführungen der Mozart-Oper sind ausverkauft. Für die nächstjährige Saison startet der Vorverkauf am 18. August auf der Web-Seite des Festivals unter www.bregenzerfestspiele.com.
 
 
„Ein weltweit einzigartiges Festival“
 
„Begeisterte Besucher und ausverkaufte Vorstellungen am See zeugen nicht nur von einer gelungenen Inszenierung der Zauberflöte aus der Hand von Intendant David Pountney, sondern auch von der idealen Werkwahl für diesen Aufführungs-Ort“, erklärt der kaufmännische Direktor Michael Diem. Aber auch abseits des Sees könne das Festival mit der künstlerisch anspruchsvollen und sehr gut besuchten Uraufführung von Der Kaufmann von Venedig, einer ausverkauften Premiere der heute Abend stattfindenden Uraufführung von The Wasp Factory und einem vom Publikum begeistert aufgenommenen Orchesterkonzert mehr als zufrieden sein. „Die Bregenzer Festspiele sind in ihrer konzeptionellen Gesamtheit  ein weltweit einzigartiges Festival.“
 
 
Sir Mark Elder in Bregenz
 
Für die zweite Hälfte wartet das Festival am kommenden Montagabend mit einem weiteren orchestralen Höhepunkt auf: Sir Mark Elder dirigiert die Wiener Symphoniker im Großen Saal des Festspielhauses, zur Aufführung gelangen von Franz Schreker die Kammersymphonie für 23 Soloinstrumente, von Benjamin Britten Our Hunting Fathers sowie von Antonín Dvorák die Symphonie Nr. 8 in G-Dur. Tickets sind verfügbar.
 
 
Uraufführung und Österreichische Erstaufführung im Rahmen von KAZ
 
Nach der Uraufführung heute Abend von The Wasp Factory im Rahmen von KAZ – Kunst aus der Zeit – steht in der letzten Festspielwoche die Österreichische Erstaufführung von American Lulu bevor. Das Werk von Olga Neuwirth wurde im vergangenen Oktober in Berlin uraufgeführt, Regie führt der Engländer John Fulljames.
 
 
94 Prozent Auslastung bei der Oper im Festspielhaus
 
Mit der im Festspielhaus gezeigten Oper Der Kaufmann von Venedig wurde eine Auslastung von 94 Prozent erreicht. Zu den drei Aufführungen des weltweit erstmals gezeigten Werkes des polnisch-britischen Komponisten und Pianisten André Tchaikowsky kamen 3.795 Besucher, aufgelegt waren insgesamt 4.010 Tickets.
 
 
 
Die Bregenzer Festspiele 2013 finden von 17. Juli bis 18. August statt. Mit Ausnahme für Die Zauberflöte sind Tickets für alle Programmreihen erhältlich unter Telefon 0043 5574 4076 sowie im Internet unter www.bregenzerfestspiele.com
 
 
 
Pressemeldung Bregenzer Festspiele 

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