Linz, Landestheater Linz, Premiere Lustspiel LEONCE UND LENA, 22.04.2017

Landestheater Linz

Landestheater Linz / Neues Musiktheater Volksgarten © Sigrid Rauchdobler

Landestheater Linz / Neues Musiktheater Volksgarten © Sigrid Rauchdobler

LEONCE UND LENA – LUSTSPIEL VON ERICH ZEISL

Text von Hans Kafka und Hugo F. Königsgarten nach Georg Büchner

Premiere Samstag, 22. April 2017, 20.00 Uhr, BlackBox, (ausverkauft) weitere Vorstellungen 24.4.2017, 2.5.2017, 14.5.2017, 17.5.2017, 20.5.2017, 25.5.2017;

Die Karriere des 1905 in Wien geborenen jüdischen Komponisten Erich Zeisl fand durch die Annexion Österreichs durch die Nationalsozialisten ihr abruptes Ende. Er ging ins amerikanische Exil, wo 1952 sein Lustspiel mit Musik nach Büchners Leonce und Lena uraufgeführt wurde, das er bereits vor seiner Emigration vollendet hatte. Zeisl fand für Büchners verspielt-gehaltvolle Komödie einen Tonfall, der ebenso brillant-spritzig wie gefühlvoll-sensibel ist und Spätromantisches mit einem grotesk-geschärften expressionistischen Klangidiom mischt.

Musikalische Leitung Takeshi Moriuchi, Inszenierung Gregor Horres, Bühne und Kostüme Jan Bammes, Dramaturgie Christoph Blitt

König Peter vom Reiche Popo – Justus Seeger, Prinz Leonce, sein Sohn Xiaoke Hu, Prinzessin Lena vom Reiche Pipi  – Julia Grüter, Valerio, ein Landstreicher Rastislav Lalinsky, Die Gouvernante Isabell Czarnecki, Rosetta Ilia Vierlinger, Der Hofmeister / Der Präsident des Staatsrates / Der Hofprediger  Rastislav Lalinsky

Premiere Samstag, 22. April 2017, 20.00 Uhr, BlackBox, (ausverkauft) weitere Vorstellungen 24.4.2017, 2.5.2017, 14.5.2017, 17.5.2017, 20.5.2017, 25.5.2017;  PMLthLi

 

Wien, Wiener Staatsoper, Spielplan 2017/18 – Im Olymp der Musiktheater, IOCO Aktuell, 14.04.2017

April 15, 2017  
Veröffentlicht unter Hervorheben, IOCO Aktuell, Oper, Wiener Staatsoper

Wiener Staatsoper © Wiener Staatsoper / Michael Poehn

Wiener Staatsoper © Wiener Staatsoper / Michael Poehn

Die Wiener Staatsoper – Olymp der Musiktheater

2017/18 – 600.000 Besucher, 350 Vorstellungen: 227 Oper, 53 Ballett,….
54 Opernwerke, 9 Ballette, 4 Kinderopern

Die Wiener Staatsoper ist der Olymp der Musiktheater, weltweit. Die Weltgeltung der Staatsoper hält der Franzose Dominique Meyer seit 2011 auf hohem Niveau: 600.000 Besucher jährlich, eine Auslastung von 99% auf 2.284 Plätzen: Normalität in Wien, doch auch weltweit einzigartig. Die Spielzeit 2017/18 beginnt am 3. September 2017 mit einem Tag der Offenen Tür. Am 4.9. nimmt mit der Repertoire-Oper Il Trovatore, Regie Daniele Abbado, mit Anna Netrebko als Leonora und Marcelo Alvarez als Manrico das künstlerische Geschehen 2017/18 seinen Lauf auf.

Wiener Staatsoper / Legris - Meyer - Platzer © IOCO

Wiener Staatsoper / Legris – Meyer – Platzer © IOCO

Die kommende Spielzeit präsentierten Dominique Meyer, Ballettchef Manuel Legris und Finanzchef Thomas Platzer im April 2017 sympathisch entspannt. Traditionell beginnt Meyer die Spielplan-Pessekonferenz mit der Präsentation von Zahlen zur laufenden Spielzeit und betont die Bedeutung hoher Auslastung („…es gibt Leute die sagen, Auslastung sei nicht wichtig; doch was würden diese Leute sagen, wenn die Auslastung niedrig wäre..„) und positioniert damit die Wiener Staatsoper als realitätsorientierten Kulturtempel, welcher jenseits verzaubernden Bühnengeschehens seine Aufgaben real wie professionell umsetzt. Die Gesamt Auslastung der laufenden Saison lag per 3.4.2017 bei 98,70%, die Auslastung der Oper bei 99,26%, des Ballett bei 97,21%. Auch negativ erscheinende Zahlen erklärt Meyer im Detail: Der Rückgang der Besucherzahl zum 3.4.2017 von 403.000 gegenüber 410.000 im Vorjahr ist dem Schaltjahr 2016 und Kinderoper-Vorstellungen auf der Hauptbühne zuzuschreiben. Auffällig im Zahlenmarathon: Ein drittel aller Besucher der Staatsoper, 200.000, sind Zugereiste! Eine Zahl, welche das hohe internationale Ansehen der Wiener Staatsoper wie deren herausragende Bedeutung für die einheimische Wirtschaft griffig dokumentiert.

Wiener Staatsoper / Anna Netrebko und Dominique Meyer © Wiener Staatsoper GmbH / Ashley Taylor

Wiener Staatsoper / Anna Netrebko und Dominique Meyer © Wiener Staatsoper GmbH / Ashley Taylor

2019, zum 150 – jährigen Jubiläum der 1869 eröffneten Staatsoper soll, so Meyer, die Staatsoper saniert sein; es besteht erheblicher Sanierungsbedarf. Beginn im Sommer 2017 mit dem Schwind-Foyer und Loggia. Auch soll die Untertitelanlage des Theaters auf ein System mit Tablets umgestellt werden und sechs Sprachen. u.a. Japanisch, bedienen; Meyer sieht mit Blick auf komplexe Operntexte noch erhebliche Probleme. Doch das Augenmerk Meyers gilt ebenso den im Theatergeschehen erheblich unterrepräsentierten Weiblichkeit: Bei Dirigenten, Regisseuren und Komponisten sind Frauen noch Ausnahmen; Taten folgen der Ansage: Die erste Premiere der neuen Spielzeit, Der Spieler von Sergej Prokofjiew, 4. Oktober 2017, wird von Simone Young dirigiert und von Karoline Gruber inszeniert. Auch die Steigerung von Kinderprojekten ist ein Anliegen. In zahlreichen Produktionen, von Wagners Nibelungenring für Kinder (8. Oktober 2017) bis zur kultigen Zauberflöte für Kinder am 9.2.2018 (Tag nach dem Opernball 2018) bietet die Wiener Staatsoper zahrleiche Musik- wie Ballettprojekte für Kinder. Jonas Kaufmann und Anja Harteros: Sie werden nach der erfolgreichen Premiere von Andrea Chénier an der Bayerischen Staatsoper diese Partien an der Wiener Staatsoper (23.4., 26.4., 29.4., 2.5.2018) singen. Anna Netrebko, so Dominique Meyer, gefiel die Partie der Adriana Lecouvreur so gut, daß sie diese neu einstudierte und ab 9.12.2017 ihr Adriana Rollendebut an der Staatsoper  geben wird. Kein großer Name der Musikwelt fehlt an der Staatsoper in 2017/18: Roberto Alagna und Dmitri Hvorostovsky ab 12.3.2018 in Otello, Kristine Opolais als Cio-Cio-San ab 21.11.2017, Placido Domingo, Anja Kampe, Diego Florez, Aida Garifullina, .

6 Opernpremieren – 1 Kinderopern-Premiere

54 Opern – 9 Ballette – 4 Kinderopern

Wie gewohnt bietet der Opernspielplan eine international konkurrenzlose Bandbreite und Vielfalt: 54 verschiedene Opernwerke (einzigartig in der Welt), 9 verschiedene Ballettprogramme und 4 Kinderopern zu erleben. Hinzu kommen zahlreiche Konzerte, Matineen und Sonderveranstaltungen. Sechs Opernpremieren im Großen Haus sowie eine Kinderopern-Premiere in der AGRANA STUDIOBÜHNE | WALFISCHGASSE angesetzt:

Paris / Familiengrab von Camille Saint-Saens © IOCO

Paris / Familiengrab von Camille Saint-Saens © IOCO

–  Sergej Prokofjew: Der Spieler (4. Oktober 2017 – D: Simone Young; R: Karoline Gruber; mit: Dan Paul Dumitrescu, Elena Guseva, Misha Didyk, Linda Watson, Thomas Ebenstein, Elena Maximova, Morten Frank Larsen);
–  Alban Berg: Lulu in der dreiaktigen Fassung (3. Dezember 2017 – D: Ingo Metzmacher; R: Willy Decker; mit: Agneta Eichenholz, Angela Denoke, Bo Skovhus, Herbert Lippert, Franz Grundheber);
–  Georg Friedrich Händel: Ariodante (24. Februar 2018 – D: William Christie; R: David McVicar; mit: Sarah Connolly, Chen Reiss, Hila Fahima, Christophe Dumaux, Rainer Trost, Pavel Kolgatin, Wilhelm Schwinghammer);
–  Gottfried von Einem: Dantons Tod (24. März 2018 – D: Susanna Mälkki; R: Josef Ernst Köpplinger; mit: Wolfgang Koch, Herbert Lippert, Jörg Schneider, Thomas Ebenstein, Olga Bezsmertna);
–  Camille Saint-Saëns Samson et Dalila (12. Mai 2018 – D: Marco Armiliato; R: Alexandra Liedtke; mit: Elena Garanca, Roberto Alagna, Carlos Álvarez, Sorin Coliban);
–  Carl Maria von Weber: Der Freischütz (11. Juni 2018 – D: Tomáš Netopil, R: Christian Räth; mit Adrian Eröd, Camilla Nylund, Alan Held, Andreas Schager, Daniela Fally, Albert Dohmen) sowie
–  Alma Deutscher: Cinderella (28. Jänner 2018 in der AGRANA STUDIOBÜHNE| WALFISCHGASSE; D: N. N.; R: Birgit Kajtna)

Ballettdirektor Manuel Legris präsentiert in der Wiener Staatsoper drei Premieren:
–  den dreiteiligen Abend MacMillan | McGregor | Ashton (31. Oktober 2017 – D: Valery Ovsyanikov) mit Concerto von Kenneth MacMillan, Eden | Eden von Wayne McGregor und Marguerite and Armand von Frederick Ashton;
–  Edward Clug:  Peer Gynt (21. Jänner 2018 – D: Simon Hewett) sowie die
–  Nurejew Gala 2018 (29. Juni 2018 – D: Kevin Rhodes).

Wiener Staatsoper Innen © Wiener Staatsoper / Michael Poehn

Wiener Staatsoper Innen © Wiener Staatsoper / Michael Poehn

In der AGRANA STUDIOBÜHNE | WALFISCHGASSE wird in der Spielzeit 2017/2018 neben der Premiere von Cinderella, Juan Crisóstomo de Arriagas Die arabische Prinzessin und Wagners Nibelungenring für Kinder (Hirofumi Misawa nach Richard Wagner) auch wiederum ein breites Programm mit u. a. von Staatsoperndirektor Dominique Meyer moderierten Künstlergesprächen, musikalischen Einführungsveranstaltungen, Meisterklassen, Konzerten, Lesungen, Vorträgen u. a. zu Operngeschichte, Veranstaltungen der Opernschule und Ballettakademie angeboten.

Die neue Saison bringt auch zahlreiche Künstler-Debüts am Haus, so etwa der Dirigentin Susanna Mälkki, der Dirigenten Giampaolo Bisanti, William Christie (mit dem Orchester Les Arts Florissants), Tomáš Hanus, Alexander Soddy, Ramón Tebar sowie der Regisseure Josef Ernst Köpplinger und Alexandra Liedtke. Zu den Sängerinnen und Sängern, die sich 2017/2018 dem Staatsopernpublikum vorstellen, zählen u. a. Hrachuhí Bassenz, Sarah Connolly, Annette Dasch, Lise Davidsen, Sabine Devieilhe, Agneta Eichenholz, Venera Gimadieva, Nora Gubisch, Elena Guseva, Christiane Karg, Anita Rachvelishvili, Simone Schneider; Benjamin Bernheim, Christophe Dumaux, Robert Gleadow, Murat Karahan, Bernard Richter, Andreas Schager, Wilhelm Schwinghammer, Thomas Tatzl.

Wichtige Sängerinnen und Sänger geben 2017/2018 ihre persönlichen Rollendebüts an der Wiener Staatsoper: KS Elena Garanca und KS Roberto Alagna sind weltweit erstmals in den Titelpartien von Samson et Dalila zu erleben, Piotr Beczala gestaltet erstmals den Maurizio in Adriana Lecouvreur – an der Seite von Anna Netrebko – und den Don José in Carmen, Wolfgang Koch die Titelpartie in Dantons Tod, Christopher Maltman den Ford (Falstaff) und den Mandryka (Arabella), Marina Rebeka die Amelia in Simon Boccanegra, KS Angela Denoke die Gräfin Geschwitz in Lulu, Aleksandra Kurzak die Desdemona (Otello) – um nur einige zu nennen.

 Wien / Antonio Vivaldi - In Venedig vergessen -Lebendig in Wien_ Bildhauer: Gianni Arico © IOCO

Wien / Antonio Vivaldi – In Venedig vergessen -Lebendig in Wien_ Bildhauer: Gianni Arico © IOCO

Neben den genannten und den Ensemblesängern treten weiters u. a. folgende Gastsolisten auf: Laura Aikin, Gun-Brit Barkmin, Luciana D’Intino, Danielle de Niese, Angela Gheorghiu, Carmen Giannattasio, KS Edita Gruberova, Anja Harteros, Anita Hartig, Evelyn Herlitzius, Anja Kampe, KS Angelika Kirchschlager, Isabel Leonard, Kristin Lewis, Lise Lindstrom, KS Marjana Lipovšek, Irina Lungu, KS Waltraud Meier, KS Ricarda Merbeth, Erin Morley, Catherine Naglestad, Camilla Nylund, Kristine Opolais, Olga Peretyatko-Mariotti, KS Adrianne Pieczonka, Dorothea Röschmann, Michaela Schuster, Tatiana Serjan, Maria José Siri, Ekaterina Siurina, KS Krassimira Stoyanova, Iréne Theorin, Iris Vermillion, Linda Watson, Sonya Yoncheva, Elena Zhidkova; Wolfgang Ablinger-Sperrhacke, Nicola Alaimo, KS Carlos Álvarez, Marcelo Álvarez, Ain Anger, Aleksandrs Antonenko, Dmitry Belosselskiy, Jean-François Borras, Pavol Breslik, Javier Camarena, Marco Caria, Mario Cassi, Alessandro Corbelli, Jorge de León, Misha Didyk, Andrzej Dobber, Albert Dohmen, KS Plácido Domingo, Norbert Ernst, Paolo Fanale, KS Juan Diego Flórez, Roberto Frontali, KS Ferrucio Furlanetto, Massimo Giordano, Renato Girolami, Matthias Goerne, KS Stephen Gould, Vittorio Grigolo, Günther Groissböck, KS Franz Grundheber, Eric Halfvarson, KS Thomas Hampson, Alan Held, Ioan Hotea, Dmitri Hvorostovsky, Jonas Kaufmann, Simon Keenlyside, Tomasz Konieczny, Dmitry Korchak, Mariusz Kwiecien, Yonghoon Lee, Željko Lucic, Ambrogio Maestri, KSCH Peter Matic, Maxim Mironov, Tomislav Mužek, René Pape, George Petean, Massimiliano Pisapia, Luca Pisaroni, Dmytro Popov, Piero Pretti, Jukka Rasilainen, Johan Reuter, Peter Rose, KS Kurt Rydl, Fabio Sartori, KS Michael Schade, Erwin Schrott, KS Peter Seiffert, KSCH Peter Simonischek, Antonino Siragusa, KS Bo Skovhus, Pietro Spagnoli, Ludovic Tézier, Rainer Trost, Christopher Ventris, Rolando Villazón, Martin Winkler, Lars Woldt, Kwangchul Youn.

 Wien / Johann Strauss Vater © IOCO

Wien / Johann Strauss Vater © IOCO

2017/2018 stehen – neben den genannten Hausdebütanten – wieder am Pult der Wiener Staatsoper: Alain Altinoglu, Marco Armiliato, Pavel Baleff, Michael Boder, Semyon Bychkov, Frédéric Chaslin, James Conlon, Jonathan Darlington, KS Plácido Domingo, Dan Ettinger, Adam Fischer, James Gaffigan, Guillermo García Calvo, Sascha Goetzel, Eivind Gullberg Jensen, Michael Güttler, Daniel Harding, Graeme Jenkins, Patrick Lange, Louis Langrée, Jesús López Cobos, Cornelius Meister, Ingo Metzmacher, Tomáš Netopil, Yannick Nézet-Séguin, Evelino Pidò, Speranza Scappucci, Peter Schneider, Jean-Christophe Spinosi, Jeffrey Tate, Sebastian Weigle, Simone Young.

Der vielfältige Opern- und Ballettspielplan wird ergänzt von etablierten Veranstaltungsreihen:
–  Solistenkonzerte: An 5 Abenden stellen international herausragende Interpretinnen und Interpreten attraktive Konzertprogramme vor.
–  Matinee-Reihe Ensemblematinee im Mahler-Saal: An insgesamt 7 Terminen präsentieren sich junge Ensemblesängerinnen und -sänger abseits des Vorstellungsbetriebes. Am Klavier begleitet werden sie von den Korrepetitoren des Hauses.
–  Kammermusik-Reihe der Wiener Philharmoniker: In 10 Matineen präsentieren Mitglieder des Orchesters in wechselnden Ensembles unterschiedliche Kammermusik-Programme.
–  Kontrapunkte – Gesprächsmatineen von und mit Clemens Hellsberg: Dr. Clemens Hellsberg leitet zwei Diskussionsrunden zu aktuellen kulturellen Themen.
Am 23. Juni 2018 findet ein Galakonzert mit KS Edita Gruberova statt, die seit fast fünf Jahrzehnten der Wiener Staatsoper eng verbunden ist.
Abgerundet werden die umfangreichen Aktivitäten durch verschiedene weitere Matineen. Den beliebten Tag der offenen Tür begeht das Haus am 3. September 2017.
Insgesamt stehen in der Spielzeit 2017/2018 über 350 Vorstellungen auf dem Programm, davon 227 Opernvorstellungen (inkl. Kinderzauberflöte), 53 Ballettvorstellungen, 7 Konzerte, 7 Gesangsmatineen, 10 Kammermusik-Matineen, 8 weitere Matineen sowie in der AGRANA STUDIOBÜHNE | WALFISCHGASSE zahlreiche Kinderopernvorstellungen, Tanzdemonstrationen der Ballettakademie sowie weitere Veranstaltungen.

Am 8. Februar 2018 findet zum 62. Mal der Wiener Opernball statt: Das Haus wird wiederum in einen großen Ballsaal verwandelt, wo am darauffolgenden Tag zwei Vorstellungen von Die Zauberflöte für Kinder stattfinden.
Im Rahmen zweier konzertanter Gastspiele ist die Wiener Staatsoper auch in der nächsten Saison wieder im Ausland zu erleben: Am 22. Januar 2018 wird Don Giovanni in Abu Dhabi gespielt, am 2. April 2018 Le nozze di Figaro in Aix-en-Provence. In der Spielzeit 2017/2018 werden im Rahmen von WIENER STAATSOPER live at home insgesamt 45 Vorstellungen in exzellenter Bild- und Tonqualität über Internet live übertragen.

 Wiener Staatsoper / Videoleinwand am Herbert von Karajan Platz © IOCO

Wiener Staatsoper / Videoleinwand am Herbert von Karajan Platz © IOCO

Neben dem eigenen Portal www.staatsoperlive.com ist das Angebot auch über folgende Plattformen direkt abrufbar: Amazon Fire TV (Box oder Stick – App: WIENER STAATSOPER LIVE); Apple TV (Generation 4 seit Ende 2015 – App-Suche: WIENER STAATSOPER); A1TV Mediabox (Menüpunkt Internet Apps: WIENER STAATSOPER LIVE), Samsung SmartTV (App: WIENER STAATSOPER); und in Kürze auch SmartTVs anderer Hersteller.
Um ihr Angebot einer Vielzahl junger Menschen in ganz Österreich und darüber hinaus zugänglich zu machen, setzt die Wiener Staatsoper diese Technik für ein Live-Schulprogramm zu ausgewählten Terminen ein: Wiener Staatsoper live at school. Schülerinnen und Schüler entdecken das Haus samt seinen vielen Berufen, sie erleben live bei einer Probe den Entstehungsprozess mit und können durch zeitversetzte Ausstrahlung zur Schulzeit am Vormittag eine der Live-Übertragungen einer Opern- oder Ballettvorstellung gemeinsam erleben.
Im Rahmen von Oper live am Platz werden in den Monaten September, April, Mai und Juni wiederum jeweils rund 20 ausgewählte Opern- und Ballettvorstellungen live auf den Herbert von Karajan-Platz übertragen. Darüber hinaus werden alle Vorstellungen vom 27. Dezember 2017 bis 1. Jänner 2018 und das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker live am Platz gezeigt, Die Fledermaus am 31. Dezember als Beitrag zum „Silvesterpfad“ der Stadt Wien.

Linz, Landestheater Linz, Premiere DIE HARMONIE DER WELT, 08.04.2017

Landestheater Linz

Landestheater Linz / Neues Musiktheater Volksgarten © Sigrid Rauchdobler

Landestheater Linz / Neues Musiktheater Volksgarten © Sigrid Rauchdobler

DIE HARMONIE DER WELT VON PAUL HINDEMITH

Premiere Samstag, 8. April 2017, 19.30 Uhr im Musiktheater Volksgarten, weitere Vorstellungen 11.4.2017, 24.4.2017, 10.5.2017, 23.5.2017, 2.6.2017

Kaiser Rudolf II., auch Kaiser Ferdinand und Sol Dominik Nekel, Johannes Kepler, kaiserlicher Mathematiker, auch Erde Seho Chang, Wallenstein, Feldherr, auch Jupiter Jacques le Roux, Ulrich Grüßer, Keplers Gehilfe, später Soldat, auch Mars Sven Hjörleifsson, Daniel Hirzer, Pfarrer in Linz, auch ein Regensburger Pfarrer und Merkur Nikolai Galkin, Tansur, auch Saturn Matthias Helm, Baron Starhemberg Ulf Bunde, Christopher, Keplers Bruder Pedro Velázquez Díaz, Susanna, später Keplers Frau, auch Venus Sandra Trattnigg, Katharina, Keplers Mutter, auch Luna Karen Robertson, Vaida Raginskyt, Die kleine Susanna, Keplers Töchterchen aus erster Ehe Theresa Grabner, Vogt Ulf Bunde, Anwalt Tomaz Kovacic, Vier Weiber Danuta Moskalik, Margaret Jung Kim, Sarolta Kovacs-Führlinger, Naomi Miyoshi, Karin Behne, Olena Pruscha, Mitsuyo Okamoto, Kathleen Luisa Brandhofer, Drei Mörder Csaba Grünfelder, Jang-Ik Byun, Tomaz Kovacic, Siegfried Dietrich, Marius Mocan, Ville Lignell

Chor des Landestheaters Linz, Statisterie des Landestheaters Linz, Bruckner Orchester Linz

Landestheater Linz / Die Harmonie der Welt - Ensemble © Thilo Beu

Landestheater Linz / Die Harmonie der Welt – Ensemble © Thilo Beu

1957 brachte Paul Hindemith seine Oper Die Harmonie der Welt über Leben und Wirken von Johannes Kepler zur Uraufführung. Müßig zu erwähnen, dass in diesem Werk auch die Stadt Linz eine bedeutende Rolle spielt. Natürlich reflektiert Hindemith hier auch die Erfahrungen des Naziterrors, wenn er die Frage stellt, welchen Sinn Kunst und Wissenschaft in politisch problematischen Zeiten überhaupt noch haben können. Dabei schwört der Komponist jedem überflüssigen spätromantischen Schwulst ab. Gleichzeitig ist seine Musik aber ebenso sinnlich wie intelligent, ebenso modern wie vertraut.


ZUM STÜCK

DER WISSENSCHAFTLER, DEN DIE GESELLSCHAFT VEREINNAHMEN MÖCHTE

Paul Hindemiths Kepler

Landestheater Linz / Die Harmonie der Welt - Dominik Nekel, Seho Chang © Thilo Beu

Landestheater Linz / Die Harmonie der Welt – Dominik Nekel, Seho Chang © Thilo Beu

Johannes Kepler, die Hauptfigur von Paul Hindemiths Die Harmonie der Welt, lässt die ganze Oper über nicht von dem Vorhaben ab, mit wissenschaftlichen Berechnungen die Idee einer allumfassenden Weltenharmonie als Spiegel der Vollkommenheit der göttlichen Schöpfung untermauern zu wollen. Dabei ist Kepler hineingeworfen in stürmisch-bewegte Zeiten: So wird seine Welt bestimmt von den Glaubensauseinandersetzungen zwischen Protestanten und Katholiken, die schließlich mit dem Dreißigjährigen Krieg in den verheerendsten und katastrophalsten bewaffneten Konflikt münden, den Mitteleuropa bislang erlebt hat. Gleichzeitig treiben Aberglauben und Hexenverfolgung ihr Unwesen oder erscheinen die Herrschenden mit dem Regieren überfordert, während Kriegsgewinnler wie Wallenstein an die Macht drängen.

Zwar hatte Hindemith bereits 1938, unmittelbar nach der Uraufführung von Mathis der Maler den Plan zu einer Kepler-Oper gefasst. Allerdings verfolgte er diese Idee während seines Exils in den USA nicht weiter. So war er in diesen Jahren vor allem mit seiner Lehrtätigkeit befasst, die ihm unter anderem eine Professur an der renommierten Yale University einbrachte. Doch nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges, als er sich wieder vermehrt in Europa aufhielt, nahmen seinen ursprünglichen Ideen bezüglich eines Musiktheaterwerks über den bekannten Astronomen wieder konkretere Formen an. Wie bereits bei Mathis der Maler so war auch bei der Harmonie der Welt eine vorab veröffentlichte gleichnamige Sinfonie der erste musikalische Vorbote für das neue Werk. Uraufgeführt wurde die Oper, nachdem Hindemith 1953 seinen Hauptwohnsitz wieder in der Schweiz genommen hatte, 1957 im Rahmen der Münchener Opernfestspiele am dortigen Prinzregententheater.

Landestheater Linz / Die Harmonie der Welt - Seho Chang © Thilo Beu

Landestheater Linz / Die Harmonie der Welt – Seho Chang © Thilo Beu

Die Entstehungsdaten dieses Werkes zeigen, dass der Komponist hier zwangsweise die Erfahrungen des Dritten Reiches und des Zweiten Weltkrieges einschließlich der Atombombenabwürfe über Japan reflektiert. Es spricht jedoch für Hindemiths künstlerische Integrität, dass er dies nicht vordergründig direkt, sondern subtil und mit der angemessenen Sensibilität tut. Einer platten Aktualisierung verweigert sich dieses Werk allein schon dadurch, dass der Komponist hier konkrete historische Ereignisse und Personen auf die Bühne stellt, die für eine gewisse Objektivität einstehen, da deren Abläufe und Charaktere eben von der Geschichte vorgegeben sind.

Das Leben Keplers gab Hindemith aber die Möglichkeit, das Verhältnis von Wissenschaft (oder eben Kunst) und Politik von den unterschiedlichsten Seiten zu beleuchten. Anders als bei Mathis der Maler wird aber hier die Hauptperson nicht selbst zum politisch Handelnden, sondern Kepler begegnet im Laufe der Opernhandlung Personen, die versuchen, sein Können für ihre eigenen Zwecke zu instrumentalisieren. So möchte Wallenstein, der von vornherein der Astrologie verfallen ist, mit Hilfe von Keplers Wissen seine hybriden Allmachtsfantasien trotz seiner fortschreitenden Erkrankung in die Tat umsetzen; so soll Kepler seiner Mutter helfen, aus ihren magischen Fähigkeiten Kapital zu schlagen; so möchte sein Schüler Ulrich das bei Kepler Erlernte zu seinen eigenen Interessen um- und einsetzten; oder so verlangt der psychisch labile Kaiser Rudolf, dass Kepler das Chaos der Welt für ihn auflöse. Im Grunde möchte Kepler aber doch nichts anderes, als durch seine Suche nach der Harmonie in der Welt diese zum Besseren wenden. Allerdings sieht er sich von allen Seiten missverstanden, so dass er im Sterben zu der Einsicht kommt: „Vergeblich – das wichtigste Wort am End, das man als Wahrheit tiefinnerst erkennt.“

Landestheater Linz / Die Harmonie der Welt - Sven Hjörleifsson, Sandra Trattnigg © Thilo Beu

Landestheater Linz / Die Harmonie der Welt – Sven Hjörleifsson, Sandra Trattnigg © Thilo Beu

Nüchtern betrachtet kommt die Oper damit zu dem Schluss, dass Kunst oder Wissenschaft auf der einen und Politik und Gesellschaft auf der anderen Seite zwei voneinander getrennte Sphären darstellen und Letztere der positiven Einflussnahme durch Erstere entzogen ist oder sich dieser verweigert. Propagiert wird diese eigentlich frustrierende, aber angesichts der Katastrophen von Nazidiktatur und Weltkrieg verständliche Einsicht auch musikalisch in quasi objektivierender Art und Weise. Denn passend zum Handlungsverlauf durchziehen diese Oper Formmodelle der so genannten Alten Musik bis hin zum direkten Melodiezitat, die – einmal gewählt  – vom Komponisten nur bedingt individuell aufgebrochen werden können. Auch die sprachliche Form des Librettos, das in Versen einen altertümlichen Sprachgestus simuliert, verweigert sich in ihrer Stilisierung einer allzu emotionalen Wirkung. Diese Tendenz findet sich auch in Hindemiths Musik zu dieser Oper, in der alles vermieden wird, was die direkte Klarheit seiner Tonsprache trüben könnte. Doch das „Vergeblich“ des Kepler, auf das die gesamte Opernhandlung zusteuert, ist nicht das letzte Wort dieses Werkes. Denn am Ende setzt Hindemith wie ein trotziges „Dennoch“ den widrigen Zeitumständen eine Vision entgegen, wenn sich die Szenerie ins Himmlische weitet und alle Beteiligten nun als Planeten und Sterne die Idee der Weltenharmonie bekräftigen. Zum einen ist dies eine theatralisch und musikalisch beeindruckende Steigerung. Zum anderen ist dieses Festhalten an der Hoffnung spendenden Kraft des Utopischen das Einzige, das einen die widrigen Zeitenlaufe erst ertragen lässt. (Christoph Blitt)


 

Landestheater Linz / Die Harmonie der Welt - Nikolai Galkin, Ensemble © Thilo Beu

Landestheater Linz / Die Harmonie der Welt – Nikolai Galkin, Ensemble © Thilo Beu

BioGRAFIEN

GERRIT PRIESSNITZ MUSIKALISCHE LEITUNG Der gebürtige Bonner leitet in der Spielzeit 2016/2017 an der Volksoper Wien zwei Opernpremieren, debütiert bei den Bamberger Symphonikern, der Württembergischen Philharmonie Reutlingen sowie am Landestheater Linz und bei den Seefestspielen Mörbisch.

Der Volksoper Wien ist er bereits seit 2006 eng verbunden und hat dort insbesondere Mozart, Puccini und R. Strauss, aber auch Werke wie Albert Herring, Rusalka, Der Freischütz, Carmen, Henzes Wundertheater, Kreneks Kehraus um St. Stephan, die Uraufführung des Ballettabends Ein Reigen und Operette dirigiert. Bis 2011 war er zudem Künstlerischer Leiter der Wiener Akademischen Philharmonie mit Konzerten in Musikverein und Konzerthaus.

Nach seinem Studium an der Salzburger Universität Mozarteum bei Prof. Dennis Russell Davies und Prof. Karl Kamper war er von 2001 bis 2006 Kapellmeister am Theater Erfurt. Gastspiele führten ihn mehrfach nach Japan (Bunka Kaikan Tokyo, Aichi Arts Center Nagoya), zum Bruckner Orchester Linz, nach Graz, Luzern, Bologna, Bari und zu namhaften deutschen Orchestern und Opernhäusern (Aalto Theater Essen, Münchner Rundfunkorchester, Nürnberger Symphoniker, Norddeutsche Philharmonie Rostock, Jenaer Philharmonie, Schlossfestspiele Schwerin, Theater Augsburg u. a.).

Im April 2013 dirigierte er an der Wiener Staatsoper die Premiere von Hans Werner Henzes Pollicino – einer Produktion, die auch auf DVD erschienen ist und der eine Wiedereinladung für Der Nussknacker folgte. An der Oper Köln stand er bereits bei Ariadne auf Naxos, Die Csárdásfürstin, Rigoletto, Die Fledermaus und The Turn of the Screw am Pult.

Gerrit Prießnitz arbeitete mit den führenden Sängern unserer Zeit wie Piotr Beczala, Linda Watson, Vesselina Kasarova, Kurt Rydl, Jennifer Larmore und Klaus Florian Vogt zusammen, CD- und DVD-Einspielungen liegen u.a. bei SONY Classical und Unitel vor.

Mit einer konzertanten Aufführung von Beethovens Fidelio debütierte er am Pult des Radio Filharmonisch Orkest 2014 im Concertgebouw Amsterdam, mit der Premiere von Offenbachs La Belle Hélène gab er zudem sein von der Presse euphorisch aufgenommenes Debüt an der Hamburgischen Staatsoper, an der er anschließend auch Carmen dirigierte.

DIETRICH W. HILSDORF REGIEKONZEPTION UND INSZENIERUNG Dietrich W. Hilsdorf wurde in Frankfurt am Main zum Schauspieler ausgebildet. Seit 1978 ist er Regisseur und hat seitdem über 130 Inszenierungen (Schauspiel, Oper, Musical) erarbeitet, darunter auch mehrere zeitgenössische Werke. Am häufigsten aber führte er Regie bei Opern von Mozart und Verdi. Hilsdorfs Gelsenkirchener Mozart-Zyklus ist Legende. Die Reihe seiner Bonner Händel-Inszenierungen hat Kult-Status erlangt. Seine Auseinandersetzung mit Puccini an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf/Duisburg genießt Modellcharakter. Seine Verdi-Inszenierungen in Essen haben für das Musiktheater Maßstäbe gesetzt. Für die Regie von Die Liebe zu den drei Organen an der Oper Chemnitz wurde ihm 2007 der Deutsche Theaterpreis „Der Faust“ in der Kategorie „Beste Opernregie“ verliehen.

Zu seinen Inszenierungen gehören u. a. die deutsche Erstaufführung von Eötvös’ Love And Other Demons (Chemnitz), Die Walküre, Lulu, Hercules, Les Contes d’Hoffmann (Essen), La traviata, Der fliegende Holländer (Köln), La Bohème, Der Wildschütz, Il trovatore (Chemnitz und Bonn), Brechts/Dessaus Deutsche Misere (Leipzig), Simon Boccanegra (Wiesbaden), My Fair Lady (Köln), Nabucco (Leipzig) und I masnadieri (Essen). An der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf/Duisburg wird er demnächst mit einer Inszenierung von Richard Wagners Der Ring des Nibelungen starten.

HERMANN SCHNEIDER INSEZNIERUNG Hermann Schneider wurde 1962 in Köln geboren. Er studierte Germanistik, Philosophie, Musik- und Theaterwissenschaften in Tübingen und München und schloss diese Studien 1987 mit dem Magister Artium ab.
Bereits während seines Studiums assistierte Hermann Schneider sowohl im Schauspiel als auch im Musiktheater an verschiedenen deutschen Theatern. Von 1987 bis 1991 war er als Regieassistent und Spielleiter am Stadttheater Aachen engagiert und debütierte dort 1990 als Opernregisseur. Seither hat er über 60 Inszenierungen im Musiktheater und Schauspiel an zahlreichen deutschen Theatern sowie in Wien, Frankreich und London erarbeitet. Seine letzte Regie an der Opera Côte d’Azur in Nizza, Benjamin Brittens Death in Venice, wird 2018 am Landestheater Linz als Koproduktion zu sehen sein.

 Von 1993 bis 1995 war er Chefdramaturg, Regisseur und dann Intendant am Theater Eisenach, ab 1996 bis 2001 Leiter des Studios der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf/Duisburg. Von 2004 bis Dezember 2015 war Schneider Intendant des Mainfranken Theaters Würzburg.
Hermann Schneider fungiert in Gremien des Deutschen Bühnenvereins. Seit 2011 ist er Mitglied der Chambre professionelles des directions de l’opera (CPDO) in Paris, der französischen Intendantengruppe. Außerdem arbeitet er regelmäßig in Montréal in beratender Funktion mit internationalem Opernnachwuchs.
Von 1990 bis 2001 hatte Hermann Schneider Lehraufträge an den Musikhochschulen Köln/Aachen sowie Düsseldorf inne. 2001 wurde er als Professor und Leiter der Opernschule an die Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar berufen.

Neben der Theaterarbeit und dem Unterricht arbeitet Hermann Schneider als Autor, insbesondere von Libretti, und veröffentlicht mit namhaften Komponisten wie Jörg Herchet, Michael Obst, Anton Plate, Klaus Schulze und Gerhard Stäbler. Ab der Spielzeit 2016/2017 ist Hermann Schneider Intendant des Landestheaters Linz.

DIETER RICHTER BÜHNE Dieter Richter studierte Bühnen- und Kostümbild an der Akademie für Musik und darstellende Kunst Mozarteum in Salzburg. Danach erhielt er sein erstes Engagement an der Oper Köln als Assistent bei Produktionen von Harry Kupfer und Willy Decker. Erste eigene Bühnenbilder entwarf er ab 1990 für die Opern- und Schauspielhäuser in Köln, Bonn und Innsbruck. Folgeengagements und Gastspiele führten ihn an zahlreiche Opern- und Schauspielhäuser, u. a. ans Gran Teatre del Liceu in Barcelona, an die Komische Oper Berlin und die Deutsche Oper Berlin, an das Schauspiel und die Oper Bonn, das Staatstheater Wiesbaden, das Sydney Opera House, die Oper Frankfurt und die Deutsche Oper am Rhein (The Rake’s Progress). Häufig arbeitet er mit Dietrich W. Hilsdorf zusammen, u. a. bei Idomeneo, Nathan der Weise, Jephta und Il trovatore, Ariadne auf Naxos, Die Entführung aus dem Serail, Jen?fa und das Deutsche Miserere von Dessau/Brecht. Am Aalto-Musiktheater Essen schuf er für Dietrich W. Hilsdorf u. a. die Bühnenräume zu Die Walküre, Luisa Miller, Orpheus in der Unterwelt, Semele und Hercules sowie für Stefan Herheim zu I puritani. Dieter Richter erhielt bei Kritiker-Umfragen zahlreiche Nominierungen als bester Bühnenbildner, u. a. für L’incoronazione di Poppea an der Oper Köln und für Rusalka an der Staatsoper Hannover. Mit Die Harmonie der Welt stellt er sich nun auch am Landestheater Linz vor.

RENATE SCHMITZER KOSTÜME Renate Schmitzer wurde in Nürnberg geboren. Studium Kostümgestaltung in Köln, danach feste Engagements in Köln Dortmund und Ulm. Freiberufliche Arbeiten für die Bereiche Oper, Schauspiel, Ballett und Musical. Unter anderem Jekyll und Hyde, West Side Story für Bbpromotion. Verschiedene Opern und Musicals in Köln, Basel, Berlin, Bremen, Catania, Frankfurt, Ferrara, Hamburg, Karlsruhe, Düsseldorf, Kopenhagen, München, Paris, London, Salzburg, Antwerpen, Wien, Zürich.

Premiere Samstag, 8. April 2017, 19.30 Uhr im Musiktheater Volksgarten, weitere Vorstellungen 11.4.2017, 24.4.2017, 10.5.2017, 23.5.2017, 2.6.2017, PMLthLi

 

 

Graz, Styriarte, Osterfestspiele Psalm, ab 09.04.2017

Steirische Festspiele      |      Psalm

Syriarte / Osterfestspiele Psalm - Rebekka Bakken© Andreas H.Bitesnich

Syriarte / Osterfestspiele Psalm – Rebekka Bakken© Andreas H.Bitesnich

Sonntag, 9. April 2017 (Palmsonntag)   Helmut List Halle, 19 Uhr

Rebekka Bakken   Erzählt ihre Geschichten zum Frau sein
Rebekka Bakken, Stimme, Rune Arnesen, Percussion, Jon-Willy Rydningen, Klavier &
Synthesizer

Die norwegische Sängerin Rebekka Bakken verkörpert Weiblichkeit in ihrem ganzen Spektrum, von der lustvollen Sinnlichkeit über die liebevolle Mütterlichkeit hin zum spirituellen Verlangen. Doch ohne den männlichen Aspekt könnte sie ihre Weiblichkeit nicht ausdrücken, weder auf der Bühne noch in ihren Liedern. Erst in der Dualität entsteht die Spannung, der Unterschied, der Gegensatz. Doch die Sehnsucht des spirituellen Verlangens zielt auf die Überwindung der Gegensätze, zurück in die Einheit.
Rebekka Bakken hat für PSALM aus ihren Songs jene ausgewählt, die sich mit der Weiblichkeit auseinandersetzen, sie musikalisch ausdrücken. Und sie hat neue Songs zu diesem Thema geschrieben …

Nach einer Kindheit und Jugend in Norwegen zog es Rebekka Bakken, die Singer/Songwriterin mit der Drei-Oktaven-Stimme, nach New York, wo sie sich ganz ihrer Gesangskarriere widmete und von dort aus die Welt eroberte. Einzigartig, wie sie Emotionen transportieren und ihr Publikum jedes Mal aufs Neue in einen magischen Bann versetzen kann. Für ihr Debütalbum „The Art of How to Fall“ bekam sie 2003 zwei goldene Schallplatten in Deutschland und Österreich, dazu kamen später mehrere ECHO Jazz Nominierungen und der Amadeus Award. Zuletzt erschien 2016 ihr Album „Most personal“.


Syriarte / Osterfestspiele Psalm - Emma Kirkby © Bibi Basch

Syriarte / Osterfestspiele Psalm – Emma Kirkby © Bibi Basch

Montag, 10. April 2017
Helmut List Halle, 19 Uhr

The Virgin Queen  – Lautenlieder des Elisabethanischen Zeitalters
von John Dowland u. a., Gambenconsort-Musik von Anthony Holborne
bis John Dowland, Emma Kirkby, Sopran, Jakob Lindberg, Laute, Armonico tributo-Consort, Leitung: Lorenz Duftschmid, Viola da gamba

Nach der Hinrichtung ihrer Stiefmutter 1542 beschloss die achtjährige Elizabeth Tudor, nie zu heiraten. Dass die spätere Elizabeth I. dabei auch Jungfrau geblieben sei, war Teil ihrer Selbststilisierung zur „Virgin Queen“. Jungfräulich klingen zumindest die Lautenlieder ihrer Epoche, wenn sie von Emma Kirkby mit makelloser Stimme gesungen werden. Wie Queen Elizabeth scheint auch Dame Emma ewig jung zu bleiben. Ihre süßen Gesänge ergänzt Lorenz Duftschmid um die Gamben- Tränen des John Dowland. Emma Kirkby ist die Grande Dame der Alten Musik, die auch nach jahrzehntelanger Konzert- und Aufnahmetätigkeit nichts von ihrer Faszination verloren hat. Ungebrochen ist der Zauber, der in ihren Konzerten von ihrer silberhellen Stimme und ihren klugen Interpretationen ausgeht. Mit dem schwedischen Lautenisten Jakob Lindberg verbindet sie eine jahrelange  Zusammenarbeit.

Der österreichische Gambenvirtuose Lorenz Duftschmid erforscht mit seinem Ensemble ein breit gefächertes Repertoire von keltischer Musik bis zur Wiener Klassik auf Weltklasseniveau


Syriarte / Osterfestspiele Psalm -Ars Choralis © Wolfgang Burat

Syriarte / Osterfestspiele Psalm -Ars Choralis © Wolfgang Burat

Dienstag, 11. April 2017
Helmut List Halle, 19 Uhr

Magnificat – Mittelalterliche Lieder für Maria aus Italien, Portugal und Deutschland
mit Fidel, Glocken, Virginal und Gesang, (Cantigas de Santa Maria, Liederbuch der
Anna von Köln, Laude), Texte über die Jungfrau Maria im Jahreskreis, Ars Choralis Coeln, Leitung: Maria Jonas, Gesang, Mavie Hörbiger, Lesung
Preise: EUR 39 / 23

Um zum reinen Gefäß für die Geburt des Gottessohnes zu werden, musste die Jungfrau Maria selbst unbefleckt empfangen sein – befreit von der Erbsünde. Dieser tiefe Glauben führte zur Kindheitsgeschichte Marias. Ihre eigene Schwangerschaft prägt den Jahreslauf der Kirche bis heute: von Mariae Verkündigung am 25. März bis zu Jesu Geburt genau neun Monate später. In den Evangelien ist die Geschichte der jungen Frau Maria, die durch den Heiligen Geist den Erlöser empfängt, eng mit der Schwangerschaft ihrer Cousine Elisabeth verknüpft. Als sich die beiden Frauen begegnen, stimmt Maria ihr „Magnificat“ an. Leuchtend wie Madonnenbilder sind die Mariengesänge des Mittelalters, die Ars Choralis Coeln singt. Mavie Hörbiger liest die heiligen Texte um Anna, Maria und Elisabeth.

Das Frauenensemble Ars Choralis Coeln mit seiner Leiterin Maria Jonas, 2004 in Köln gegründet, hat sich längst in der Alte-Musik-Szene etabliert. Es ist zu Gast bei internationalen Festivals, regelmäßig auch bei der styriarte und bei PSALM. Sie ist der Spross einer großen Schauspiel-Familie: Mavie Hörbiger. 1996 startete sie ihre filmische Schauspielkarriere und brachte es bis heute auf zig Engagements in Kino und Fernsehen. Zahlreiche Rollen an deutschen, österreichischen und Schweizer Theatern gipfelten ab 2011 in der fixen Ensemblemitgliedschaft am Wiener Burgtheater.


Syriarte / Osterfestspiele Psalm - La Venexiana © Michael Baumgartner

Syriarte / Osterfestspiele Psalm – La Venexiana © Michael Baumgartner

Donnerstag, 13. April 2017 (Gründonnerstag)
Helmut List Halle, 19 Uhr

Freuden des Frühlings – Ein Frühlingsfest in Florenz
Madrigale, Frottole, Canzonetten aus dem Florenz der Renaissance von Philippe Verdelot, Luca Marenzio,, Francesca Caccini, Sigismondo d’India, Biagio Marini,
Claudio Monteverdi u. a., La Venexiana, Leitung: Claudio Cavina, Cembalo
Preise: EUR 39 / 23

„Ecco la Primavera“. Unzählige Male haben die Meister der italienischen Renaissance den Frühling besungen und hatten dabei Botticellis Gemälde vor Augen. „La Venexiana“ singt eine Blütenlese der schönsten Frühlingsmadrigale von Marenzio bis Monteverdi. Im Zentrum steht eine Grazerin in Florenz: Erzherzogin Maria Magdalena, die jüngste Tochter Karls II., hatte 1609 allen Grund, den Frühling zu feiern. An der Seite ihres Medici-Gemahls wurde sie Großherzogin der Toskana und stellte ihre frühlingshafte Fruchtbarkeit alsbald durch die Geburt des Thronfolgers unter Beweis.

Zahlreiche Preise für ihre hochgelobten CDs unterstreichen die internationale Anerkennung von La Venexiana als eines der führenden italienischen Ensembles im Bereich der Alten Musik. In langjähriger Zusammenarbeit hat das Ensemble einen besonderen Stil entwickelt: eine warme, mediterrane Mischung aus Textdeklamation, rhetorischer Kraft und harmonischer Raffinesse. Claudio Cavina, selbst einer der führenden Countertenöre seiner Generation, gründete La Venexiana 1998 und leitet die Gruppe bis heute.


Syriarte / Osterfestspiele Psalm - Kalasri Keshava© Ismael Lorenzo

Syriarte / Osterfestspiele Psalm – Kalasri Keshava© Ismael Lorenzo

Freitag, 14. April 2017 (Karfreitag)
Helmut List Halle, 19 Uhr

Bharatanatyam – Kalasri Tanz- und Musikensemble, Sumitra Keshava, Tänzerin, Vidwan D. Keshava, Tänzer & musikalischer Leiter, Mavie Hörbiger, Lesung
Preise: EUR 39 / 23

Die mythische Welt Indiens ist geprägt von Göttern und Dämonen, die in ständigem Ringen miteinander verbunden sind. Eine ganz besondere Rolle spielt dabei die Göttin Durga, die einen männlichen Dämon in der Gestalt eines Büffels besiegt. Diese und andere Episoden der Hindu-Mythologie werden nicht nur in Worten, sondern auch im Tanz erzählt – im Bharatanatyam, was wörtlich übersetzt der „Tanz Indiens“ heißt. Gemeint ist eine besonders kunstvolle Variante des Tempeltanzes, der seit vielen Jahrhunderten in Südindien gepflegt wird. Die Familie Keshava lebt diese spirituelle Kunstform mit Hingabe und erzählt im PSALM von den übermächtigen Frauen und Müttern, deren Opfertaten
im Hinduismus verehrt werden.

Der mit verschiedenen Auszeichnungen geehrte indische Tanzmeister, Choreograph und Yogalehrer Vidwan D. Keshava stammt aus Mysore, Südindien. 1969 bis 1975 absolvierte er an der dortigen Universität ein sechsjähriges Studium in Tanz, Musik und Schauspiel und erhielt als erster Mann im Staate Karnataka den Titel „Natyavisharada“ und eine Goldmedaille. Er feierte Erfolge in der Schweiz, Indien, Deutschland, Österreich, England, den USA, in Italien, Frankreich und Kuwait. D. Keshava lebt seit 1976 in Basel und gründete und leitet dort das Kalasri Tanzensemble, dem auch seine Tochter Sumitra angehört. Das Ensemble tritt regelmäßig in Indien und der Schweiz auf und gibt reichhaltige farbige Tanzprogramme mit klassischem Bharatanatyam-Tanz, Tanztheatern, fröhlichen Volkstänzen aus verschiedenen Regionen Indiens, innovativen Choreographien
und Bollywood-Darbietungen zum Besten.


Sonntag, 16. April 2017 (Ostersonntag)
Helmut List Halle, 19 Uhr

Mutter Erde  –  Lieder und Geschichten aus Simbabwe, Vokalensemble „Nobuntu“ (Simbabwe):, Zanele Manhenga, Thandeka Moyo,, Duduzile Sibanda, Heather Dube &
Joyline Sibanda, Mavie Hörbiger, Lesung, Preise: EUR 39 / 23

Syriarte / Osterfestspiele Psalm - Nobuntu © Werner Puntigam

Syriarte / Osterfestspiele Psalm – Nobuntu © Werner Puntigam

Man kann diese Erzählung aus Simbabwe als Metapher für die Suche nach der eigenen Kultur verstehen. Aber sie ist auch eine ganz traditionelle Geschichte aus einer Gesellschaft, in der an Frauen ganz ursprüngliche Erwartungen gestellt werden: Sie sollen fruchtbar sein und gebären. Nobuntu erzählt die Geschichte einer Frau, die das nicht kann, denn sie ist unfruchtbar. Wir begleiten die Frau auf einer Reise, von der sie sich Heilung verspricht, einer Reise zu alten afrikanischen Ritualen und zum Glauben. Hier erfährt sie schließlich „Mutter Erde“, die ihr schenkt, wonach sie sich immer gesehnt hat: Mutterschaft, Fruchtbarkeit, eigene Kultur und Religion. Nobuntu erzählt diese Geschichte in Gesang, Tanz, Spiel und Poesie. Nobuntu kommen aus Bulawayo, der „Kulturhauptstadt Simbabwes“.

Nobuntu steht für innovative Frauenpower in ihrer männerdominierten Welt. Die fünf Sängerinnen einer neuen Generation zelebrieren die Schönheit und den Reichtum ihrer Kultur. Sie kombinieren traditionelle simbabwische Musik, Gospel, Afro-Jazz und mehr. Mit eigenen Kompositionen und Texten setzen sie wichtige Impulse für Veränderung, werben für Solidarität, Gemeinschaft, Lebensmut und Bescheidenheit. Schon ihr Name steht für diese Werte: In „Nobuntu“ steckt das Zulu-Wort „Ubuntu“ – übersetzt etwa „Mutter der Menschlichkeit“.


Syriarte / Osterfestspiele Psalm - Stefan Gottfried © Tschida

Syriarte / Osterfestspiele Psalm – Stefan Gottfried © Tschida

Montag, 17. April 2017 (Ostermontag)
Helmut List Halle, 19 Uhr

La Gloria di Primavera – Festmusik zur Geburt eines Thronfolgers
Alessandro Scarlatti: Ausschnitte aus „La Gloria di Primavera“, Serenata (Neapel 1716)
Antonio Vivaldi: Sinfonia in G (aus „La fida Ninfa“) / Concerto in E, op. 8/1 „La Primavera“ aus den „Vier Jahreszeiten“, Cornelia Horak, Sopran (Estate), Sophie Rennert, Mezzosopran (Primavera), Bernhard Landauer, Countertenor (Autunno), Johannes Chum, Tenor (Inverno), recreationBAROCK, Leitung: Stefan Gottfried, Cembalo, Preise: EUR 39 / 23

Welche Jahreszeit hat den größten Anteil an der Geburt eines Thronfolgers, der im Sommer gezeugt wurde und im Frühling zur Welt kam? Natürlich „la Primavera“. Alessandro Scarlatti widmete diesem Wettstreit der vier Jahreszeiten seine schönste „Serenata“ für die Stimmvirtuosen Neapels und ein reich besetztes Orchester. Nach der Uraufführung 1716 wurde sie auch in Wien gespielt, schließlich ging es um Kaiserin Elisabeth Christine und den leider zu früh verstorbenen Bruder von Maria Theresia. Stefan Gottfried dirigiert Scarlattis Serenata mit Einlagen von Vivaldi als Barockoper über den Frühling.

Das Wiener Multitalent Stefan Gottfried (er studierte Cembalo, Klavier, Komposition und Musikpädagogik sowie Generalbass und historische Tasteninstrumente, daneben Horn und Mathematik) ist der Nachfolger Nikolaus Harnoncourts als Leiter des Orchesters
Concentus Musicus. Auch mit dem erfolgreichen Grazer Alte-Musik-Orchester recreationBAROCK hat er bereits zusammengearbeitet. Diesmal nimmt er sich mit Cornelia Horak, der jungen Steirerin Sophie Rennert, Bernhard Landauer und Johannes Chum noch zauberhafte Gesangssolisten hinzu.


Karten und Informationen:
styriarte Kartenbüro
Sackstraße 17, 8010 Graz
Tel.: 0043.316.825 000 (Fax: -15)
tickets@styriarte.com
www.psalm.at
Pressemeldung Steirische Festspiele

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