
Mainfrankentheater Würzburg
Ballett
Anna Vita
OTHELLO
Ballett nach der Tragödie “Othello, der Mohr von Venedig“ von William Shakespeare
Musik von Ferruccio Busoni
Uraufführung: 21. Januar 2012 | 19.30 Uhr | Großes Haus, Mainfranken Theater Würzburg
Othello ist ein angesehenes und ranghohes Mitglied der venezianischen Armee.
Seine Frau Desdemona ist gutherzig und wunderschön. Eigentlich fehlt es ihm an
nichts. Doch die dunkle Farbe seiner Haut erweckt in ihm starke Minderwertigkeitsgefühle. Das nutzt Jago, einer seiner Untergebenen, aus, der sich bei einer Beförderung übergangen fühlt. Und so zettelt dieser eine ausgefeilte Intrige an, bei der ein simples Taschentuch genügt, um den verhassten Vorgesetzten in eine Welt aus Eifersucht, Missgunst, Zorn und Argwohn zu stürzen.
Für ihre Ballettversion von Shakespeares Tragödie wählte Anna Vita Musik des Deutsch-Italieners Ferruccio Busoni (1866 – 1924). Dessen Kompositionen liefern in ihrer Tragik, ihrem Humor, ihrer Dramaturgie, ihren Überraschungen und ihrer Kantabilität die passende Grundlage, um “Othello“ mit den Mitteln des Tanzes zu erzählen. Gemäß dem Spielzeitmotto “FREMDE HEIMAT“ stehen für Anna Vita die Mechanismen im Vordergrund, die ausgelöst werden, wenn sich eine Gesellschaft mit dem Anderen und Fremden, das durch Othello repräsentiert wird, konfrontiert sieht. So handelt der Intrigant Jago bewusst böse, weil ihn der Neid bis zum Äußersten treibt. Dem gegenüber steht die große Liebe zwischen Othello und Desdemona. Eine Liebe, die Grenzen überwindet, aber dann durch Missgunst und Fremdenhass zerstört wird.
Es war William Shakespeare, der diese faszinierende Mischung aus Hass, Neid, ungezügelter Leidenschaft und intellektuellem Scharfsinn derart theatralischpackend auf die Bühne brachte, dass dieser Stoff seitdem immer wieder andere Künstler zu neuen Werken inspiriert hat.
Musikalische Leitung: Enrico Calesso
Choreografie und Inszenierung: Anna Vita
Bühne und Kostüme: Stefan Morgenstern
Licht: Klaus Gärditz
Dramaturgie: Christoph Blitt
Mit:
Othello: Felipe Soares Cavalcante / Leonam Abilio da Conceicao Santos
Desdemona: Caroline Matthiessen / Cara Hopkins a. G
Jago: Ivan Alboresi / Yoshimasa Samos
Emilia: Ako Nakanome / Zoya Ionkina
Cassio: Aleksey Zagorulko / Manuel Wahlen
Bianca: Eun Kyung Chung / Zoya Ionkina
Rodrigo: Manuel Wahlen / Ivan Alboresi
Vier Frauen: Zoya Ionkina, Cara Hopkins a. G.,
Alexandra Silvey, Tatiana Samos a. G. / Eun Kyung Chung, Caroline Matthiessen,
Ako Nakanome
Zwei Männer: Felipe Soares Cavalcante, Yoshimasa
Samos / Ivan Alboresi (Marius Krisan)
Brabantio: Komparserie
Der Doge von Venedig: Komparserie
Enrico Calesso wurde in Treviso (Italien) geboren und studierte Klavier in Venedig
am dortigen Konservatorium bei Anna Colonna Romano sowie Orgel und
Komposition. Parallel dazu schloss er 1998 das Magisterstudium in Philosophie bei
Prof. Emanuele Severino an der Universität “Ca’ Foscari” in Venedig mit
Auszeichnung ab. Von 2000 bis 2005 besuchte er die Dirigierklasse von Prof. Uros
Lajovic an der Universität Wien. Wichtige Erfahrungen sammelte er auch als
Assistent von Ulf Schirmer. 2008 übernahm Enrico Calesso für drei Jahre die
musikalische Leitung der Oper Klosterneuburg (bei Wien) und war von 2007 bis 2010
am Theater Erfurt als Kapellmeister und Assistent des Generalmusikdirektors tätig.
Darüber hinaus war er bereits als Dirigent u. a. bei den Wiener Symphonikern, beim
Radio Symphonie-Orchester Wien, beim Philharmonischen Orchester Erfurt, bei der
Filarmonia Veneta Malipiero, und beim Philharmonischen Orchester Rzeszów zu
erleben. In der Saison 2010/2011 kam er als Erster Kapellmeister an das
Mainfranken Theater, wo er in der folgenden Spielzeit zum Würzburger
Generalmusikdirektor berufen wurde. Die aktuelle Saison eröffnete er mit
Meyerbeers “L’Africaine“. Neben dem Ballett “Othello“ wird er in dieser Spielzeit
noch bei Wagners “Tristan und Isolde“ und Glucks “Orfeo ed Euridice“ am
Dirigentenpult stehen. Wie schon im Vorjahr so wird er auch im Sommer 2012 bei
den Bregenzer Festspielen mehrere Vorstellungen von Umberto Giordanos “Andrea
Chenier“ dirigieren.
Anna Vita absolvierte ihre Tänzerausbildung an der “John Cranko Schule“ in
Stuttgart. Ab 1983 war sie an folgenden Häusern engagiert: Staatstheater
Saarbrücken, Theater Dortmund, Oper Bonn, Theater Basel und Deutsche Oper am
Rhein Düsseldorf/Duisburg. Seit 2004 ist sie als Ballettdirektorin und Choreografin
an das Mainfranken Theater Würzburg verpflichtet. Seit dem kreierte sie für die
Ballettcompagnie unter anderen Produktionen wie
“Der Welt Lohn“, “Andersens Welt“, “Der Nussknacker“, “Romeo und Julia“, “Das
Bildnis des Dorian Gray“, “Medea“, “Der Feuervogel“, “Dracula“ oder “Dyskolos“.
Gastaufträge führten sie an das Theater Augsburg oder die Deutsche Oper am
Rhein. Anna Vita ist 1. Vorsitzende von “Runder Tisch Tanz Würzburg/Mainfranken
e.V.“ und entwickelte 2011 mit dem Verein das erste Festival “Würzburg tanzt“. Von
der Oper Halle bekam sie den Auftrag, “Der Tod und das Mädchen“ für die dortige
Compagnie einzustudieren. Anna Vita ist Trägerin des Theaterpreises Würzburg
2007 des Theater- und Orchesterfödervereins.
Durch die jahrelange Arbeit mit Youri Vàmos und seinem Team sowie den engen
Kontakt zu Cranko-Balletten während Ihrer Ausbildung festigte sich bei Anna Vita
das Bestreben nach Umsetzung von Handlungen, ob autobiografische Schicksale,
historische Begebenheiten, Romane oder Märchen. Immer interessieren sie die
Menschen und deren Beziehungen zueinander. Dabei hat sie ihren eigenen Stil
gefunden der das Neoklassische mit dem Modernen und dem Tanztheater
verbindet.
Stefan Morgenstern wurde 1960 in Köln geboren. Nach Abschluss seines
Architekturstudiums schlug er die Theaterlaufbahn ein. Seit 1993 arbeitet er als freier
Bühnen- und Kostümbildner und immer wieder auch als Kreativpartner für
Eventagenturen im Bereich Messeauftritte und Eventdesign. Einen Schwerpunkt
seiner Theaterarbeit bildet der Bereich Tanztheater. So entstanden zahlreiche
Bühnenbilder und Ausstattungen für Choreografen wie Daniela Kurz, Renato Zanella,
Roberto di Oliveira, Davide Bombana, Antonio Gomes, Mauro de Candia oder Anna
Vita an Bühnen wie dem Staatstheater Stuttgart, dem Staatstheater Nürnberg, dem
Nationaltheater Mannheim, der Deutschen Oper Berlin, dem Staatstheater
Saarbrücken, der Staatsoper Wien, der Volksoper Wien, dem Aalto-Theater Essen,
dem Theater Augsburg oder der Compagnie De Anima in Rio de Janeiro. Für
Schauspiel- und Opernproduktionen. entstanden Bühnenbilder und Kostüme an den
Theatern von Esslingen, Neuss, Mainz, Wien, Frankfurt / Oder, Klagenfurt, Linz, St.
Pölten, Detmold, Nürnberg, dem Augsburg oder Pforzheim und für das Rossini-
Festival in Bad Wildbad unter der Regie von Daniela Kurz, Jochen Biganzoli, Rennie
Wright, Silvia Armbruster oder Ernst Konarek. Daneben beschäftigt sich Stefan
Morgenstern auch in mehreren freien, experimentellen Produktionen immer wieder
mit den Themen: Raum, Bewegung, Musik, Interaktion und Improvisation. Im Jahre
2000 erhielt die Produktion “Die Winterreise“ mit Daniela Kurz und dem Tanztheater
Nürnberg den Bayerischen Theaterpreis. 2010 wurde er in der Fachzeitschrift
“Opernwelt“ zum Bühnenbildner des Jahres nominiert.
an das Mainfranken Theater Würzburg verpflichtet. Seit dem kreierte sie für die